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Full text of "Archiv Für Buchdruckerkunst Und Verwandte Geschäftszweige 24.1887"

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Inhalt des 24. Bandes 


Spalte 

Grössere Aufsätze. 

Apparat neuer, für die Papierführung 
an Cylinderschnellpressen von Klein , 
Forst <f* Botin Nachf. in Johannis¬ 
berg a. Eh .76 

Bronzedruck, der , von Alexander 

Waldow.267 

Einrichtung von Druckereien. von 
Moritz Wunder. . . 41 71 105 144 
Mehrfarbige Korrektur-Abzüge, Her¬ 
stellung von, auf der Handpresse, 

von R. Winkler.169 

Rotationsmaschine, Feisters . . . 174 

Rotationsmaschine . neue, von Mari¬ 
nem & Michaud .245 

Skizzieren, das . von Accidenza rbeiten , 
von R. Winkler . . . 296 627 358 

Tonplatten, die Herstellung von, von 
Wilhelm Weis ... 1 63 65 101 

Verzeichnis und Erklärung der ge¬ 
bräuchlichsten Kunstausdrücke von 
Friedrich Bosse 7 68 109 167 205 
252 299 662 


Kleinere Aufsätze. 


Buchsbaum-Gelatinedruckplatten . 609 
Falz- und Bogenleit-Apparat für 

Rotationsmaschinen.366 

Farbenproben von Gebr. Jänecke 
& Fr. Schneemann, Hannover . 48 

Farbenproben von Frey & Sening. 

Leipzig.120 

Gedenkfeier, die 50jährige. der Ent¬ 
hüllung des Gutenberg-Monuments 

in Mainz.271 

Gummiermaschine, Aliens, The Indis¬ 
pensable .214 

Leimtypie.368 

Neujahrskarten und Kalenderschau 49 
Raritätenmappe, aus unserer . . 16 

Setz- und Formenregale mit Jalou¬ 
sie versclduss .251 

Schmitzen, vom.304 

Tiegeldruckpressen-Anlegeapparat 19 
Tiegeldruckmaschinen, Verbesse¬ 
rungen an,.16 

Tonplatten, einfache Herstellung 
von,.211 


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Spalte 

Umdruck, typo-lithographischer, auf 
gummiertes Papier . . . 177 213 

Wasserzeichen, Geschichtliches über 149 
ZifTerkästen, vorteilhaftere Ein¬ 
teilung von .338 

Zurichtemesser und Ahle .... 215 

Ausstellungsberichte. 

Ruchgewerbliche Japan-Ausstellung 

in Leipzig.119 

Schwarz- und Weiss-Ausstellung in 
Leipzig.49 

Jubiläen und Auszeichnungen. 

20 21 56 87 123 124 155 186 226 273 
312 344 378 


. Nekrologe. 

Gronau, Wilhelm.117 

Sigl, Georg.184 

(Sonstige Berichte über Todesfälle 20 56 
88 123 156 187 223 273 612 378) 

Zeitschriften und Bücherschau. 

Buchdruck und Buchbinderei . .311 

Brockhaus ’ Konversationslexikon. 

grosses, 13. Auflage ... 20 122 

Die Entwickelung des Buchgewerbes 
in Leipzig von Dr. Oskar v. Hase, 

Leipzig, G. Hedeler.675 

Druckschriften des 15. bis 18, Jahr¬ 
hunderts. herausgegeben von der 
Reichsdruckerei: Leipzig, Berlin. 
Wien, F. A. Brockhaus .... 154 
Erinnerungsblätter an das lOOjähr. 
Jubiläum der Buch- und Stein¬ 
druckerei von Rudolf Rohrer in 
Brünn, am 17. April 1887 . . 265 
Gedenkblatt, ein, zur Feier der 
Buchdruckergenossenschafts-Ver¬ 
sammlung in München . . . 311 

Geschichte des deutschen Buch¬ 
handels von Fr. Kapp.185 

Hilfsbuch für Maschinenmeister 
an Buchdruckschnellpresson von 
Alexander Waldow, Leipzig, 
Alexander Waldow.19 


Spalte 

Initiale, die, von Karl Faulmann, 

Wien. Karl Gräser.19 

Jahrbuch für Photographie und Re¬ 
produktionstechnik von Dr. Josef 
Maria Eder. Halle, Wilhelm Knapp 121 
Koberger, die. Darstellung des 
buchhändlerischen Geschäftsbe¬ 
triebes in der Zeit des Über¬ 
ganges vom Mittelalter zur Neu¬ 
zeit von Oskar Hase, Leipzig, 

Rreitkopf & Härtel.85 

| Meisterwerke der I lolzschneidekunst. 

Leipzig .1. J. Weber 54 154 270 642 
Moderne Kunst in Meisterholz¬ 
schnitten, Berlin, Verlags-Kontor 86 
Musterbuch für graphische Gewerbe, 
Stuttgart, J. Engelhorn 86 154 266 612 
Münchener Kalender 1880. 4. Jahrg. 
Selbstverlag des Centralvereins 


für Kirchenbau, München . . . 269 

Papierkenner, der. von Otto Winkler, 
Leipzig, Th. Griebens Verlag 

(L. Fernau).122 

Preisberechnung von Druckarbeiten 
von Moritz Wunder. Leipzig, 

Alexander Waldow.121 

Preisliste von Rücheinhänden von 
Gustav Fritzsche, Leipzig . . . 270 
| Prospekt des Photographischen In¬ 
stituts Vittorio Turati in Mailand 222 
Reklame und Insertionswesen . . 1446 

Supplementband zur 16, Auflage 
von Brockhaus’ Konversations¬ 
lexikon .. 221 676 

Universum, von Jesko von Puttkamer, 

I Dresden .... 154 222 269 676 

Verschmelzung zweier illustrierter 

Zeitungen . . 610 

I Weihnachtsheft von Über Land und 
| Meer, Stuttgart. Deutsche Verlags- 

Anstalt .55 

i Zeitschrift für deutsche Sprache . 222 


Rezepte. 

Aufbewahrung von Zinkätzungen 21) 
Biegen von Messinglinien . . 155 

Herstellung der ursprünglichen 
Schönheit des Papiers .... 20 
Herstellung von durchsichtigem 
j Papier.186 



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Spalte 


Kleister, Präparation desselben gegen 

Würmer.155 

Kristallartig gemustertes Papier . 80 

Kupfergalvanos stahlhart zu machen 377 
Präparation von Holzschriften . , 87 

Stereotypkleister.378 

IInterdruckplatten eigener Art . . 377 


Mannigfaltiges. 

1. Technisches . 

Ch&ostypie.313 

Drucktücher, Apparat zum Waschen 

von ..275 

Rotationsmaschine neue, mit Trich- 

ter-Parallel-Fiihrung.345 

Satinieren des Papiers für illustrierte 

Journale.314 

Schliesszeug. Schweizer .... 314 
Verfahren, neues, zur Umwandlung 
photographischer Platten in Druck¬ 
platten .157 


2. Allgemeines. 


Amerikanische Phantasieschriften 275 
Amerikanische Zeitungen u. Bücher 278 

Arbeiter, treue.158 

Ausstellung typographische, in Mai¬ 
land .224 

Autobiographie General Grants . 379 
Bay Psalm-Book, von dem . . . 125 

Behandlung der Maschinen . . . 274 

Besuch in der Schnellpressenfabrik 
von Klein, Forst & Bohn Nachf. 

in Johannisberg a. Rh.312 

Brillantlack .188 

Buch, das teuerste gedruckte und 
verkaufte in Deutschland . . . 128 

Buchdruckornameute. alte . . . 224 

Bucheinbände haltbarer zu machen 158 

Buchsbaumholz.158 

Chinesisches Papier, über die Her¬ 
stellung desselben.124 

Daily Telegraph.224 

Dante-Ausgabe, neue, als Geschenk 159 
Deutsch-nationale Kunstausstellung 

in München.380 

Druck des Katalogs der Pariser 

Weltausstellung.191 

Eisenblech für Einbände . . . .124 


Spalte 

Fachblatt, neues französisches . . 23 

Farbenpreisliste, die, von Karl Derlon 

Leipzig.88 

Farbenprobe von Käst & Ehinger 

in Stuttgart.208 

Felddruckerei.191 

Fund, kostbarer bibliographischer 191 

Goethes Honorare.158 

Graphischer Verlag von Alexander 

VValdow, Leipzig.88 

Gutenbergdenkmal. Komitee für Er¬ 
richtung eines, in Wien ... 23 

Gutenbergbibel, Versteigerung einer 379 
Illustrierte Zeitungen und Zeit¬ 
schriften .189 

Inserat, ein merkwürdiges . . . 3411 

Instrument, ein, für Maler und 

Lithographen.191 

Komptoirutensilien. über, von Soen- 
neckens Verlag, Bonn . . . 123 

Königsblau von Frey & Sening, 

Leipzig.223 

Kunstsammlung, über eine . . . 220 

Menü, reizendes, von Giesecke & 

Devrient, Leipzig.157 

Menüvordrucke. Sammlung von . 188 
Musterbuch der Holztypenfabrik von 
Sachs & von Fischer, Mannheim 313 
Nachbildungsprozess, interessanter 279 
Nachtgrün von Frey & Sening, Leipzig 157 
Nationaldruckerei, Personalbestand 

der französischen.21 

Observer, Londoner Wochenzeitung 100 

Papier, gepresstes.157 

Papierfabriken, in Ilolyoke, Massa¬ 
chusetts .124 

Petit Journal, das Pariser . . . 159 

Porto für mit Maschinen geschriebene 

Briefe.224 

Postwesen.278 

Preisausschreiben des Magistrats 

von Barcelona.278 

Preisausschreiben des Vereins der 
Berliner Buchdrucker und Schrift- 

giesser .345 

Preiskurant von Beit & Philippi, 

Hamburg-Stassfurt . . , 188 314 

PreiskurantderBauerschenGiesserei 274 
Preiskurant über Schnellpressen 

von Marinoni, Paris.21 

Preisliste der Stereoty piematerialien- 
Fabrik von Kempe & Trump, 
Nürnberg.156 


Spalte 

Preisverteilung in der Lehrlings¬ 
anstalt für Zeichner und Litho¬ 
graphen zu Paris.12 4 

Prospekt von Friedrich Heim & Go., 

Offen bach.274 

Prospekt der Anstalt für Zinkätzung 
von Rudolf Loes, Leipzig . . . 188 

Prospekt und Preiskurant über 
Apparate und Utensilien für 
Papierstereotypie und Galvano¬ 
plastik von A. Hogenforst, Leipzig 188 
Riesenencyklopädie, die chinesische 225 
Rohrpost, pneumatische in Edinburg 22 

Rothographie.277 

Schlangenhaut zu Bucheinbänden 158 
Staatsdruckerei in Washington . .270 

Steinbuchstaben.379 

Stereotypeur, der. in der Werkstatt 345 
Stiftung für Schriftsetzer .... 278 
Streifbänder, Verbesserung der . . 190 

The Silent World.191 

Versammlung der Innung Dresdner 
Ruchdruckereibesitzer 189 277 379 
Versammlung, konstituierende, des 
Vereins Prager Buchdruckerei- 
und Schriftgiesserei-Faktore . . 346 

Vortrag, aus einem, über die Biblio¬ 
theken des äussersten Ostens von 

K. W. Douglas.220 

World, über die, Zeitung in Omaha 192 

Zeit ist Geld.225 

Zeitungsherausgeber. Beruf eines. 22 
Zeitungsverteiler, ein selbstthätiger 224 
Zirkular und Farben probe von 
Käst & Ehinger.274 

Geschäftliche Notizen. 

Allgemeine geschäftliche 88 123 150 
187 188 223 274 312 345 


Schriftprobenschau. 

11 45 83 114 150 181 210 257 300 339 373 


Satz u. Druck der Probenblätter. 

12 40 84 114 152 183 217 203 308 340 374 


Briefkasten. 

24 89 192 220 279 346 380 





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Die Herstellung 1 von Tonplatten. 

Von Wilhelm Weis*). 



j^er ungemeine Aufschwung in der Buch¬ 
druckerkunst und deren ersten Versorgerin, 
der Schriftgiesserei, ist auf die Entwickelung 
des Tonfarbendrucks nicht ohne Einfluss geblieben. 
Es liegt dies auch sehr nahe, denn wo solche echt 
künstlerisch durchgebildete Erzeugnisse dem Buch¬ 
drucker geboten werden, da erzieht sich die passende 
Ausstattung sozusagen von selbst; der Buchdrucker 
war gezwungen, nicht auf halbem Wege stehen zu 
bleiben, sondern etwas mit Ernst in die Hand zu 
nehmen, was früher mehr Spezialität des Stein¬ 
drucks war. 

Man hat zwar schon seit langer Zeit Tonfarben 
auf der Buchdruckpresse gedruckt, dass der Ton¬ 
farbendruck aber allgemeiner im'Buchdruck zur An¬ 
wendung kam, lässt sich nur von der neuesten Zeit, 
höchstens 10 Jahre zurückdatierend, behaupten. 


*) Wir bringen hier einen Artikel über die Herstellung 
von Tonplatten aus den verschiedensten Materialien und 
glauben, dass derselbe um so mehr das Interesse unserer 
Leser erregen wird, als der Verfasser, Herr Weis, ein aus¬ 
gezeichneter Praktiker auf diesem Gebiete ist, also wohl 
etwas durchaus Instruktives zu liefern vermag. Herr Weis 
leitete den Unterricht im Anfertigen von Tonplatten in der 
Typographischen Gesellschaft zu Leipzig und setzt diesen 
Unterricht neuerdings privatim fort. Wir bemerken betreffs 
der Illustrationen noch, dass Herr Weis in Anbetracht der 
Schwierigkeiten, welche deren Herstellung durch einen nicht 
mit den Manipulationen betrauten Zeichner und Holzschneider 
verursacht, diese Arbeiten selbst übernahm, deshalb mit uns 
um Entschuldigung bittet, wenn dieselben nicht jene Voll¬ 
endung zeigen, wie solche die Hand eines Fachmannes 
herbeiführen würde. Red. d. Archiv. 


Früher waren es nur die besten Offizinen, welche 
etwas in dieser Manier leisteten. 

Warum man früher den Tondruck nicht so be¬ 
achtete, ist schon teilweise aus dem Vorhergesagten 
zu entnehmen, jedoch noch andere Momente kommen 
hier in Betracht und dahin gehört hauptsächlich die 
schwierige Herstellung der betreffenden Druckform, 
sowie die Unkenntnis des Buchdruckers mit dem 
Farbendruck. Die schwarze Farbe war eben die beste, 
tauglichste und deshalb auch wohl für den Buch¬ 
drucker dem Kunden gegenüber die schönste. Man 
verstieg sich höchstens zu einer Dosis Gold- oder Silber¬ 
bronze, welche auf die schwarze Farbe mit Leichtig¬ 
keit gepudert wurde, und das Kunstwerk war fertig. 

Die Herstellung der Druckform ist also wohl die 
Hauptursache der Nichtanwendung des Verfahrens. 
Es liegt dies in der Sache selbst. 

Vergleicht man die Thätigkeit in einer litho¬ 
graphischen Anstalt, verbunden mit Steindruckerei, 
mit der einer Buchdruckerei, so wird man bald zu 
der Überzeugung kommen, dass der Lithograph viel 
selbstständiger ist als der Buchdrucker. Der erstere 
schafft sich seine Druckform mittels Feder-, Kreide¬ 
zeichnung oder Gravüre selbst, während dem Buch¬ 
drucker nur die Komposition der ihm vom Schrift - 
giesser gelieferten Schrift-und Einfassungstypen obliegt. 
Bei dem Lithographen ist also der Sprung von der 
Herstellung der Konturform zur Farben- oder Ton¬ 
platte ein entsprechend kleiner, es ist ihm infolge 
seiner Fertigkeit im Herstellen der Zeichnung eine 
Kleinigkeit, die Farbenplatten dazu anzufertigen, ja, 
die erste Thätigkeit des Lehrlings besteht nutzbringend 

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3 


Die Herstellung von Tonplatten. 


4 


für den Prinzipal eben darin, dass ersterer einfachere 
Farbenplatten ausführt und auch am leichtesten 
anderen Arbeiten gegenüber ausführen kann. 

Ganz anders ist das aber in einer Buchdruckerei. 
Eben durch die mundrechte Lieferung des Materials 
seitens des Schriftgiessers kommt der Setzer und 
Drucker nicht mit einer so urschöpferischen Thätig- 
keit in Berührung; seine Kunst besteht vielmehr in 
der originellsten Zusammenstellung des gebotenen 
Materials und dann in dem bestmöglichsten Druck des 
so hergestellten Schriftsatzes. 

Wäre nun eine Tonplatte für den Buchdrucker 
ebenso leicht hergestellt, als eine solche für Chromo¬ 
lithographie, so könnte die Klippe für ersteren schon 
leichter umschifft werden, es ist aber nicht so, im 
Gegenteil die Herstellung ist schwieriger. 

Graviert z. B. der Lithograph irgendwelche 
Zeichnung auf den Stein, so ist diese Gravüre nur 
ein Nachkratzen oder Nachritzen der betreffenden 
Zeichnung, wogegen der Holzschneider in gleichem 
F'alle die Zeichnung unberührt lassen, aber die weissen 
Räume in der Zeichnung und um dieselbe herum 
herausarbeiten, d. h. vertiefen muss. Dasselbe ist 
bei den Tonplatten für Buchdruck der Fall. 

Will der Lithograph eine Tonplatte oder einen 
Tonfarbenstein hersteilen, so macht er einfach einen 
Überdruck der Konturform des zu färbenden Bildes 
auf einen Stein und tuscht diejenigen Stellen, welche 
gefärbt werden sollen, mit der lithographischen Tusche 
aus. Die Grenzen und kleinere Flächen werden mit 
der Feder oder mit einem kleineren Pinsel, grössere 
Flächen dagegen mit einem starken Pinsel oder mit 
dem Finger ausgefüllt. Hierauf wird der Stein noch 
etwas geätzt und ist dann druckfertig. 

Hätte man im Buchdruck auch ein ebenso ein¬ 
faches Verfahren zur Hand gehabt, so wäre derselbe 
auf jeden Fall nicht hinter dem Steindruck zurück¬ 
geblieben. 

Wollte aber der Buchdrucker dennoch mit dem 
Steindrucker konkurrieren, so blieb ihm nichts 
anderes übrig, als die betreffenden Tonplatten in Holz 
oder Metall schneiden zu lassen, was sehr oft in 
Anbetracht des Zweckes eine zu teure Anlage und 
ausserdem der Arbeit nicht förderlich war, indem man 
auf den Holzschneider etc. warten musste, was um 
so misslicher ward, wenn, wie heute noch so häufig, 
sich keiner am Orte befand, man also erst brieflich 
Auftrag geben musste. 

Unter diesen Umständen ist es nicht zu ver¬ 
wundern, dass man sich bemühte, über praktischere 
Manieren nachzusinnen, welche die Ausführung des 
Tonfarbendrucks auf der Buchdruckerpresse eher 
ermöglichten, als dies früher der Fall war. 


Dieses Streben ist denn auch insofern von Erfolg 
gekrönt worden, als durch jetzt gepflegte Verfahren 
wenigstens in vielen Fällen die Hand des Holzschneiders 
oder Graveurs überflüssig ward und teilweise auch 
der Materialwert der Platten bedeutend niedriger ist. 

Der Zweck dieses Aufsatzes soll nun sein, eine 
Anleitung zur Anfertigung von Tonplatten in den 
verschiedenen bis jetzt bekannten Manieren zu geben 
und hofft der Verfasser dadurch einem zeitgemässen 
Bedürfnis gerecht zu w r erden, bittet aber auch gleich¬ 
zeitig über etwaige Mängel des Gebotenen um gütige 
Nachsicht der Fachgenossen. 


Allgemeines. 

Bei den hier ins Auge gefassten Tonplatten 
handelt es sich nicht nur um die Manipulation des 
Ausschneidens der betreffenden Form, sondern haupt¬ 
sächlich mit um die Masse und Herstellung der zu 
bearbeitenden Platte. 

In der Hauptsache soll nun dieser Aufsatz eine 
Anleitung zur Herstellung und Bearbeitung der jetzt 
sehr gebräuchlichen Karton -, sowie der Celluloid- 
platten sein, woran sich noch neben verschiedenen 
anderen Verfahren besonders dasjenige der Zinkätzung 
anreihen wird. 

Da das Aufträgen der Zeichnung oder der Über¬ 
druck der Konturform auf die zu bearbeitende Ton¬ 
platte ohne Rücksicht auf die Masse der letzteren 
gleich ist, so seien einige Winke darüber im Voraus 
gegeben. 

In den meisten Fällen hat die zu druckende Ton¬ 
farbe eine Begrenzung, oder besser gesagt, ist die 
Tonfarbe die Ausfüllung einer gewissen Zeichnung, 
der Konturform. Da sich nun die Tonform nach der 
Kontur und nicht umgekehrt die Kontur nach der 
Tonform zu richten hat, so ist es wohl selbstver¬ 
ständlich, dass die Konturform, sei es in Form eines 
Satzes oder eines Schnittes zuerst hergestellt wird. 

Aus diesem Grunde wird es auch selten nötig 
sein, die Grenzen des Tones mittels Aufzeichnens 
oder Durchpausens auf die zu bearbeitende Platte zu 
bringen, sondern sie wird einfach übergedruckt, wie 
es der Steindrucker in gleichem Falle auch macht. Das 
Überdrucken kann nun auf verschiedene Weise ge¬ 
schehen. 

Bei kleinen Flächen bis zu 2 Konkordanz Höhe 
und Breite genügt schon ein Abreiben mit einem 
Falzbein oder dem Daumennagei, während der Über¬ 
druck von grösseren Gebilden mittels der Druckpresse 
zu geschehen hat. Für beide Fälle wird ein Abzug 
des Satzes etc. mit starker schwarzer Farbe (und gut 
eingewalzt) auf weisses, glattes Schreibpapier gemacht. 


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5 


Die Herstellung von Tonplatten. 


6 


Eine gute Überdruckfarbe für diesen Zweck erhält 
man, wenn unter die schwarze Farbe noch etwas 
Miloriblau in Teig oder trocken gemischt wird. Die 
Farbe wird dadurch strenger und gibt besser ab. 

Der Abzug muss aber einen weissen Rand bis 
zur Fusshöhe des Tonstockes haben, damit man den¬ 
selben an einer Seite des Fusses (den Abdruck der 
Platte zugewandt) mittels Gummi befestigen kann. 
Den Abzug auf allen 4 Seiten zu befestigen ist nicht 
ratsam, da man alsdann nicht nachsehen kann, ob 
sich alles gut auf die Platte abgezogen hat (Fig. 1). 



Fig. t. 


Zeigt der Überdruck Mängel, so lässt sich das 
Blatt leicht, da es ja an einer Seite befestigt ist, noch 
einmal über die Platte legen, worauf die matten 
Stellen bei kleinen Flächen noch einmal abgerieben 
werden. Bei grossen, in der Presse übergedruckten 
Platten werden derartige Stellen auf der oberen, also 
linken Seite des Blattes ähnlich wie beim Zurichten 
mit Papierteilen unterlegt und dann noch einmal einem 
Druck ausgesetzt. 

Bei dem Überdrucken müssen, wenn dasselbe auf 
einer Schnellpresse geschieht, selbstverständlich die 
Walzen aus der Maschine herausgenommen werden. 

Druckt man auf einer Hand-oder Cylinderpresse 
über, so kann man auch den Abzug mit der Bildfläche 
nach oben auf das Fundament legen, so dass der Fuss 
des Stockes nach oben zu liegen kommt und dann 
den Überdruck erfolgen lassen. Natürlich muss in 
dem Falle das Fundament glatt sein und darf keine 
Vertiefungen haben. Gut ist es, dabei ein Stück Karton 
unter das Ganze, also zwischen Fundament und Abzug 
zu legen. 

Sehr zweckmässig ist es, dass man die zum Ton 
bestimmte Platte nicht grösser wählt, als nötig ist. 
Hat also ein Satz die Grösse von 12:20 Cicero, so 
müsste die betreffende Tonplatte auch vorher auf 
diese Grösse abgerichtet werden. Es hat dies erstens 
den Vorteil, dass man bei dem Ausarbeiten nicht mehr 
von der Masse zu entfernen hat, als es die Zeichnung 


bedingt, zweitens erleichtert es das Einpassen des 
Tones in die Kontur, da derselbe in diesem Falle 
genau mit demselben Material und an dieselbe Stelle 
in den Rahmen geschlossen werden kann, als der 
Satz etc. 

Kommt der Tonstock in einen Satz aus Linien 
zu stehen, so ist das Abrichten auf die richtige Grösse 
ohnehin schon Bedingung. Ein nachträgliches Ab¬ 
schneiden des Stockes ist auch nicht anzuraten, da 
es hierbei sehr leicht Vorkommen kann, dass der 
Stock und die ausgeschnittene Form darauf in kon¬ 
trärer Richtung stehen, wodurch wieder Aufenthalt 
und Unannehmlichkeiten im Einpassen entstehen. 

Dass man die Tonplatten überhaupt nur da in 
Anwendung bringt, wo die Herstellung des Tones 
vermittels Satzes aus Blei- oder Messinglinien schwer 
ausführbar resp. nur mit grossem Zeitaufwand zu 
erreichen ist, kann w T ohl als selbstverständlich ange¬ 
sehen werden. 

So wird z. B. der Unterdrück für eine glatte 
Nonpareille-, Cicero- oder noch breitere Einfassung 
oder die Tönung eines ebensolchen geraden Schildes 
am vorteilhaftesten mit Linienmaterial gesetzt. 

Der Ton für ein gebogenes Schild, Kästchen mit 
Biegungen oder für Konturen von einfarbigen Ein¬ 
fassungen, überhaupt alle Satzgebilde, welche von 
der geraden Form ab weichen, hauptsächlich aber 
grössere Flächen, sofern sie nicht gemustert sein 
sollen, werden vorteilhaft von Karton- oder Celluloid¬ 
platten gedruckt. 


Anfertigung und Bearbeitung. 

a. Kartonplatten. 

Bei der Anfertigung der Kartonplatten spielt die 
Wahl des betreffenden Kartons eine Hauptrolle. Der¬ 
selbe muss gut geleimt, womöglich nicht kaschiert, 
also nicht aus einzelnen Bogen zusammengeklebt, 
muss fest satiniert und von tadelloser Glätte sein. 
Guter Bristolkarton ist hierzu am besten geeignet. 
Dieser Karton wird in mehreren Stücken auf Holz 
geleimt. 

Im allgemeinen ist eine zu hohe Kartonschicht 
nicht zu empfehlen, denn diese bearbeitet sich 
schlechter, als der darunter befindliche Holzfuss, 
Bei grösseren freien, vertieften Stellen ist es also 
besser, das Holz noch etwas mit fortzuschneiden, als 
von vornherein die Kartonschicht dicker aufzulegen. 

Der Karton wird nicht wegen der besseren Be¬ 
arbeitung, sondern hauptsächlich wegen seiner Brauch¬ 
barkeit als Druckfläche gewählt. 

Je nach der Stärke, ob zw r ei-, drei- oder vier¬ 
fach, werden von diesem Karton, also vier, drei 

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Herstellung von Tonplatten. — Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


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oder zwei Stücke mittels warmen Leimes auf vor¬ 
her etwa eine Halbpetit unter Schrifthöhe abge¬ 
richtetes Holz (am besten Mahagoniholz) befestigt 
und dann so lange in eine Glatt- oder Kopierpresse 
gespannt, bis der Leim trocken ist. Zu beachten ist 
dabei, dass der Tiegel der benutzten Presse keine 
rauhe Oberfläche zeigt, da sonst die Platte rauh 
(riefig) wird. Ist dies der Fall, dann lege man direkt 
auf den Karton eine glatte Messing-, Zink- oder Schrift¬ 
metallplatte und setze das Ganze dann dem Druck der 
Presse aus. 

Wo die genannten Pressen fehlen, kann man 
sich auch mit Beschweren des Kartons helfen, jedoch 
muss direkt auf denselben ein vollkommen ebener, 
glatter Gegenstand (beschwerte Eisen-, Stein- oder 
Holzplatte) zu liegen kommen, damit die Kartonplatte 
gleichfalls eben wird. Auch das Einspannen zwischen 
Schraubzwingen ist ein guter Ausweg. 

Statt des Kartons kann man auch sogenannten 
Glanzdeckel, wie solcher zum Glätten der Drucksachen 
in der Glättpresse verwendet wird, wählen. Alte, ge¬ 
knickte oder narbige und hierdurch weich gewordene 
Deckel sind unbrauchbar, neue und sorgfältig auf Glätte 
und Härte geprüfte hingegen ein sehr gutes Material. 

Von diesen Deckeln genügt in der Regel schon 
ein einziges Stück zur Herstellung der Platte, will 
man letztere aber höher haben, so kann ein gewöhn¬ 
licher Karton als Unterlage dienen, ln jedem Falle 
muss aber die Glanzschicht auf einer Seite abgeschabt 
oder auf irgendwelche andere Weise entfernt werden, 
damit sich der Deckel beim Befestigen mit dem Holze 
eventuell Karton besser verbindet. Dieses Abschaben 
geschieht am besten mittels Schmirgel- oder Glas¬ 
papier. 

Nach dieser Prozedur sind die Platten zum 
Empfang des Überdrucks fertig. Dieser wird auf 
vorher beschriebene Weise bewerkstelligt, worauf 
das Ausschneiden der Tonform beginnen kann. 

(Fortsetzung folgt.) 


Verzeichnis und Erklärung 
der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 

Von Friedrich Bosse. 


(Fortsetzung.) 


Naht nennt man bei der Umrahmung einer Fläche 
Fig. in. denjenigen Teil des Saumes, der den 
UUUUkUU*** Fond mit dem Bande zu verbinden hat. 

Benutzt werden hierzu Formen, durch 
Naht, welche das Verbinden und Ver¬ 
knüpfen symbolisiert wird. 


Nase, eine sehr weit verbreitete und vielfach 
angewendete Bezeichnung für Ilervorragungen oder 
Ansätze. In der Architektur, besonders von der 
Gotik, häufig benutzte Benennung für vorspringende 
Teile an Gesims- und anderen Gliedern und die ast- 
förmig vorgebogenen Teile der Rippen im gotischen 
Masswerk. Sie teilen die Rundbogen in Pässe ein und 


Fig. 142. 


Fig. 143. 



w 

>72 


kr 


S. £ G. 


Fig. 141. 



sind ein Ausdruck der in der Rippe emporstrebenden 
Kraft im Kampfe mit der im Bogenschenkel hinab¬ 
drückenden Last; dienen gleichzeitig zur Füllung 
grösserer Öffnungen; ihre Ausladung ist bald stumpf, 
bald spitz. Die Konstruktion der Nase beruht entweder 
auf dem Viertelkreis oder auf einer halben Parabel, 
die aus freier Hand gezogen wird. Ihre Enden laufen 
entweder spitz oder stumpf aus oder kreuzen sich, 
oder sie sind mit Kreuzblumen, Rosetten, Köpfen etc. 
verziert. 

Naturalistisch, die Naturformen nicht oder 
nur wenig stilisierend. 

Nische ist eine halbkreisförmige 
Wandvertiefung, die nach oben bogig 
abschliesst und meistens architraviert 
ist, d. h. einen Rahmen oder eine 
Einfassung hat, bestehend aus drei 
Gliedern oder Platten wie der Archi- 
trav. In dem oberen bogigen Teil ist 
auch oft die Kammmuschel angebracht. Kiinkhardt. 

Niiance nennt man die Abstufungen einer und 
derselben Farbe vom Hellen zum Dunkeln oder um¬ 
gekehrt : man wendet diese Bezeichnung auch an auf 
Farben, die aus zwei oder drei Farben gemischt sind, 
um deren farbige Wirkung genauer zu bezeichnen; 
so sagt man z. B. von einem Grau, das ins Gelbe, 
Rote, Grüne, Violette, Blaue etc. hinüberspielt, das 
ist ein Grau mit gelber, roter etc. Nüance, und von 
einer Farbe, die in mehreren Tönen auftritt, das ist 
die helle, mittlere oder dunkle Nüance von Grün etc. 

Obelisk. Unter dieser Kunstform versteht die 
Architektur eine sehr hohe und schlanke, oben ab¬ 
gestutzte Pyramide, deren Bekrönung aus einem 
Pyramidion besteht. Die meisten dieser Pyramiden 
oder Denksäulen haben sich in Ägypten ge- Fig. u&. 
funden, doch sind auch von anderen Völkern, A 
den Assvrern, Celten, Phöniziern etc. derartige E| 
Kunstformen errichtet. Er ist auch vielfach £2 
ornamental verwendet und befindet sich bereits Weigert 
in kleiner Form im Buchdruck, dessen Hyroglyphen 


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9 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


10 


»Heil, Gesundheit, langes Leben« bedeuten (siehe 
Fig. 145). 

Ohren. Unter dieser Bezeichnung versteht man in 
der Ornamentik eine Art von Ecken, deren gekreuzte 
Enden entweder rechtwinkelig, bogig oder aber auch 
diagonal verbunden sein können (siehe Fig. 146). 

Fig. 146. Fig. 147. 

^ o r -k -h * 


Durch eine weitere Einteilung zerfallen die Orna¬ 
mente in sogenannte architektonische , symmetrisch 
angeordnete (Fig. 154 und 155), und malerische , un¬ 
symmetrische auf malerischer Wirkung beruhende 
Verzierungen (Fig. 153 und 156). Nach der Art der 
Anlage nennt man sie entweder Freiornamente, die 
den Übergang in die unbegrenzte Fläche vermitteln 
oder sich in abgeschlossener Form auf einer ebenen 
Fläche gleichmässig ausbreiten: 

Fig. 155. 


Auch unter den gekröpften Ecken treten sie auf, 
bei denen sie bald nach aussen, bald nach innen 
gerichtet sind (siehe Fig. 147). 

Ornament, Verzierung, Zierrat, sinniger Schmuck 
an Gebilden der Kunst, der Architektur, der Malerei 
und überhaupt an Erzeugnissen der Kunstgewerbe, 
der bald in einzelnen freistehenden Formen, bald in 
Umrahmungen, Bordüren, Flächenmustern u. dergl. 
mehr auftreten kann. Die Motive werden entweder 
der Pflanzen- oder Tierwelt, den Produkten der 
Technik oder der Kunst entlehnt oder beruhen auf 
geometrischen Konstruktionen. Es wird entweder 
plastisch ausgeführt plastisches Ornament genannt, 
oder es tritt nur reliefiert, flach gemalt, geätzt etc. auf 
und heisst dann Flachornament. Das erstere steht 
vorwiegend im Dienste der Architektur, die es zu¬ 
weilen konstruktiv, meistens aber dekorativ ver¬ 
wendet; das letztere dient nur zum Schmucke der 
Fläche, die ihren Charakter als Fläche behalten soll. 
Je nach den verwandten Motiven wird es geometrisches 
(siehe Fig. 148 u. 149), aus geraden und krummen 


Fig. 148. 

Theinh. 


Fig. 149. 


Linien bestehendes Ornament, oder organisches (siehe 
Fig, 150 u. 151), aus pflanzlichen und tierischen Motiven 


Fig. 150. Fi S- 151 




Krebs. 


oder unbegrenztes Ornament oder Flächenmuster, 
zu welchen auch noch die Bordüren und Bänder 
gehören, deren Ornamente bald die Höhenrichtung, 
bald die Längsrichtung etc. betonen. 

Ornamental, verzierend, schmückend, Gegen¬ 
satz von konstruktiv, figural. 

Ornamentik ist die Kunst, welche die Gebilde 
der Kunst und des Kunstgewerbes stilgerecht zu 
schmücken und dabei auf richtige Anordnung der 
Mittel zu achten hat. Feste Regeln für die Verteilung 
und Anordnung der ornamentalen Mittel aufstellen 
zu wollen, hiesse der Phantasie enge Grenzen ziehen 
und das Individuelle eines jeden Künstlers unter¬ 
drücken; nur so viel mag hier mitgeteilt sein, dass das 
Ornament nur als Beiwerk aufzufassen ist, aber seine 
Beziehung zum Gedanken und zur Bestimmung des 
verzierten Gegenstandes nicht aufgeben darf, sowie 
dem Zwecke und Stile desselben angepasst sein muss. 
Bei architektonischen oder solchen Werken, die nach 
architektonischen Gesetzen konstruiert sind, muss 
das Ornament in Anlage und Form in Überein¬ 
stimmung stehen mit den einzelnen Gliedern und 
deren Zweck und Funktion noch deutlicher zum Aus¬ 
druck bringen. 

Palmette ist eine charakteristisch griechische 
ornamentale Form, die aus freier Umbildung des 
Fächerpalmenblattes entstanden ist und vielfach zu 
Krönungen, Anthemien etc. benutzt wurde. Auch die 


zusammengesetztes Ornament, oder auf geometrischer 
Grundlage beruhendes organisches Ornament (siehe 
Fig. 152) genannt. 



Fig. 157. J|. #> afs. Üt Gronau. 

Römer, sowie die mittelalterlichen Stile und die 
Renaissance haben diese ornamentale Form häufig 
angewendet und in neuerer Zeit findet sie sich auch 
vielfach im Buchdruck vertreten. 


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11 


Schriftprobenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. 


12 


Fig. 158. 





Passive Ornamente sind solche, welche mit der 
Konstruktion und Gliede- 
Fpsä g y s rung eines Kunstgebildes 
^ nichts zu thun haben, son¬ 
dern nur zum Bemustern 
s &ü * glatter Flächen oder zur 
Bekrönung oder Ausladung 
benutzt werden, im Gegensatz zu solchen, die sich 
aus der Konstruktion entwickeln. 

Pass 5 eine Benennung für eine im gotischen 
Masswerk vorkommende Nasenausfüllung, die sich 
aus Kreissegmenten oder Halbkreisen bildet und den 
Kreis oder das Viereck tangiert. Nach der Zahl der 
Kreisteile nennt man sie Dreipass, Vierpass, Fünf¬ 
pass u. s. w. 

Pegasus, Musen- oder Dichterross, ist nach der 
griechischen Mythologie aus dem Körper 
der Medusa, als Perseus ihr das Haupt 
vom Rumpfe getrennt hatte, hervorge¬ 
sprungen und wird als geflügeltes Ross 
dargestellt (siehe Fig. 159). ! 

Perlstab, Perlenschnur, auch beperlter Stab, 
ist ein kleines architektonisches Glied von der Form 
eines Rundstabes, das bald mit gemalten oder plas¬ 
tischen, runden oder ovalen Perlen oder auch ab¬ 
wechselnd bald mit Perlen und Scheiben besetzt ist 
und von den Griechen und Römern etc. als Symbol 
des Bindens benutzt wurde (siehe Fig. 160 und 161 j. 


Fig. 159. 



Fig. 160. 


Fig. 161. 

Theinh. 

(Fortsetzung folgt.) 


Sehriftprobensehau. 


Erzeugnisse beweisen das anerkennenswerte Be¬ 
streben der neuen Inhaber der Firma Nies Nachfolger, 
ihren Kunden Schönes und zugleich Brauchbares 
zu bieten. 

Das soeben erschienene Heft II der Typo¬ 
graphischen Neuigkeiten der Schriftgiesserei Benjamin 
Krebs Nachfolger bringt als ivichtigste Novität der 
Firma das Figurenverzeichnis, einige Anwendungen 
und eine Belehrung über den Satz der höchst gefällig 
gezeichneten Italienischen Einfassung. Diese Ein¬ 
fassung ist in der That ein Erzeugnis von hervor¬ 
ragender Bedeutung, denn sie ermöglicht mittels der 
geringen Anzahl von 48 Stücken eine so vielseitige 
und reiche Anwendung, wie kaum mit einer anderen 
Einfassung. Das Heft enthält ferner: Neue Hebräisch 
Meruba, Makart-Ornamente, Neue Viertelcicero-Ein¬ 
fassungen, Amoretten-Initialen und Silhouette-Banken 
(siehe Probe in Heft 11, 23. Band unseres Archiv), 
Halbfette und Schattierte Mediaeval und Inglese , sowie 
Renaissance-Blattornamente in fünf Graden. Gefälliger 
Satz und vorzüglicher Druck zeichnen das Heft in 
vorteilhafter Weise aus. 

Die Schriftgiesserei E. J. Genzsch in München 
sendet uns Figurenverzeichnis und Anwendungen 
ihrer Renaissance-Züge. Es ist dies ein vortreffliches 
Material zur Austattung von Arbeiten im Renaissance¬ 
stil und wird dasselbe um so mehr Liebhaber finden 
als man hier alte gediegene Formen mit der Exaktität 
und Vollkommenheit wiedergegeben hat, wie solche 
durch die vollendetere Technik der Gegenwart 
leicht ermöglicht wird. Dass die genannte Firma ein 
reichhaltiges Material an gleich stilvollen Initialen und 
Schriften besitzt, haben wir früher bereits öfter 
erwähnt. 


(Den Wohnort der unter »Schriftprobenschau« und »Satz und Druck der 
Probenblätter« genannten Firmen geben wir nur dann an, wenn sie weniger 
bekannt oder nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver¬ 
weisen auch auf das Bezugsquellenregister auf der 2. Umschlagseite.) 

ur Anwendung im Archiv erhielten wir wieder 
eine Anzahl beachtenswerter Materialien und 
drucken wir dieselben nachstehend ab. 

Die neuen Eckvignetten von Wilhelm Gronaus 
Schriftgiesserei sind, vermöge ihrer allegorischen 
Zeichnung zur Ausschmückung von Arbeiten der 
verschiedensten Art geeignet und werden denselben 
bei richtiger Anwendung stets zur Zierde gereichen. 

Zwei höchst gefällige Zierschriften, eine Neue 
verzierte Gotisch , und eine Schmale Brillant sandte 
uns die Schriftgiesserei Nies Nachfolget' (Inhaber: 
Scheibe & LötTler) in Frankfurt a. M. Desgleichen 
lieferte diese Firma ein Alphabet Neue Fraktur - 
Initialen (Originale), also ein Material, für das heut¬ 
zutage häufige Verwendung zu finden ist. Alle diese 


Satz und Druck der Probenblätter. 

@2© er Titel unseres mit dem vorliegenden l. Heft 
jöSG beginnenden 24. Bandes ist wiederum nach 
einem Entwurf unseres bewährten Mitarbeiters, Herrn 
F. Bosse , Buchdruckereibesitzer in Braunschweig, 
angefertigt worden. Wir holfen, dass derselbe be¬ 
züglich der einfach gediegenen Satz-, wie der dezenten 
Druckausführung den Beifall unserer Leser finden 
wird. Geschmückt ist der Titel fast ausschliesslich 
mit Erzeugnissen der Schriftgiesserei Flinsch , deren 
reizende Renaissance-Einfassung und Altdeutsche 
Gotisch sich hier zu einem vorteilhaften Ganzen ver¬ 
einigen. Speziellere Angaben über die verwendeten 
Materialien sehe man im nachstehenden Verzeichnis. 

Der Druck wurde ausgeführt in chamois Ton , 
gemischt aus Weiss, hellem Chromgelb und etwas 



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13 


Schriftprobenschau. 


U 


Novitäten der Schriftgiesserei Nies Nachfolger (Inhaber: Scheibe & Löffler) in Frankfurt a. M. 

Neue Fraktur-Initialen. 



Neueste verzierte Gotisch. 



'ischerei. 


Scherz. 


Sport. 


Landwirtschaft u. Viehzucht 


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15 


Bezugsquellen etc. — Aus unserer Raritätenmappe. — Verbesserungen an Tiegeldruckmaschinen. 


16 


Rot, in Graublau , gemischt aus Miloriblau und Weiss, 
Gold in gewöhnlicher Ausführung und Chokoladen- 
braun. Sämtliche Farben lieferten Käst <£ Ehinger . 

Das Blatt A, unsere Gratulation beim Jahres¬ 
wechsel enthaltend, ist geziert durch eine zu einem 
Grundmuster zusammengesetzte sehr gefällige neue 
Einfassung der Firma C. F. Bühl, Reudnitz-Leipzig, 
durch eine Moderne Grecque-Einfassung der Schrift- 
giesserei Nies Nachfolger, eine schmale Borte von 
Woellmer und eine Spitzeneinfassung von Bauer d- Cie. 
Die'zur Gratulation verwendete Schreibschrift ist die 
schöne neueWoellmei^sche, deren Probe wir im 12. Heft 
des 23. Bandes brachten. 

Wir hoffen, dass auch dieses Blatt in seiner 
einfach gefälligen Ausstattung unseren Lesern ge¬ 
fallen wird. • 

Der Druck erfolgte mit hapergrünem Ton . gemischt 
aus dunklem Grün von Lorilleux & Cie., Schwarz 
und Weiss, kapergrünem Aufdruck mit Verwendung 
desselben Grün von letztgenannter Fabrik unter Zusatz 
von Seidengrün und Gold in gewöhnlicher Weise. 

Auf Blatt B vereinigen wir eine grössere Anzahl 
einfache Sätze aus der täglichen Praxis, um ein viel¬ 
seitiges und auch unseren Lesern in der Provinz ge¬ 
nehmes Heft zu bieten. Auf nachstehendes Verzeich¬ 
nis verweisend, wollen wir nur einige wichtige neue, 
dort verwendete Materialien extra hervorheben. Es 
, sind dies die Silhouette-Banken (Beispiele 1, 2, 5, 6, 
14, 15) und die Albrecht Dürer-Leisten (8, 9), von 
Beug. Krebs Nachf. , die Franklin-Einfassung und 
die Kreisabschnitte (11) von Woellmer, die neue und 
höchst elegante Schreibschrift (13) derselben Firma 
und die stilvolle und schöne Kaisergotisch (1, 2, 3, 8, 
14, 15, 16) von Weisert. 

Gedruckt wurde das Blatt mit vortrefflicher 
Accidenzfarbe von Mellhaus d' Scheidig in Aschaffen¬ 
burg a. M. 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 

Titel. Sämtliches Einfassungs- und Schriflmaterial von 
Flinsch, Schlusslinie von Ludwig & Mayer, von Bauer & Cie. 

Neujahrskarte (A). Einfassung zum Flächenmuster 
von Rühl, Grecque-Einfassung von Nies Nachf.. eeh und 
Schreibschrift von Woellmer. Spitze von Bauer & Cie.. Punkt¬ 
untergrund von Kloberg. 

Briefköpfe etc.(ß).l.u.2. Silhouette-Banken von Krebs, 
Schrift von Weisert; 3. Ornamente von Ludwig & Mayer. 
Schrift von Weisert, Kopf in der Mitte von Flinsch; i. Alexander 
von Rudhardt & Follak. Leipzig von Roos & Junge, Buchdruck- 
maschincn von Krebs, Buchdruckerei von Berger, Graphische 
von Ludwig & Mayer; 5. und 6. von Krebs; 7. Hofmeier 
von Ludwig & Mayer, Depeschen von Brendler & Marklowsky, 
Carolus von Genzsch & Heyse. Bcichsbank von Berger. von 


Kloberg; 8, Spitze und Einfassung von Krebs, Schrift von 
Weisert; 9. Spitze von Bauer & Cie., Einfassung von Krebs, 
Schrift von Ludwig & Mayer; 10. Lautbom von Gronau, 
Weitihandlung von Rust & Co., Zweiggeschäft von John Söhne. 
(S)r. (M)aJ. von Genzsch & Heyse, S M von Ludwig & Mayer; 
11. Einfassung von Woellmer. Arno von Gronau. Agent von 
Ludwig & Mayer; 12. Georg von Genzsch & Heyse, übrige 
Schrift von Brendler & Marklowsky; 13. Schreibschrift von 
Woellmer; 14. u. 15. Silhouette-Banken von Krebs. Schrift von 
Weisert: 16. Schrift (Kaisergotisch) von Weisert. 


Aus unserer Raritätenmappe. 

SSKjSach langer Pause, veranlasst durch Mangel an 
Raum in unseren Heften, geben wir auf neben¬ 
stehender Seite wieder eine der Raritäten zum Besten, 
mit denen uns unsere werten Leser immer so reich¬ 
lich versorgen. Das Original zeigt wieder jenes Zu¬ 
sammenwürfeln von Schriften aller Art, schlechte 
Raumverteilung und mangelhafte Gruppierung der 
Zeilen, wie solche zumeist in den Arbeiten ungeschulter 
oder gedankenloser Setzer zu finden sind. Wenn wir 
versichern, dass das Original in der Offizin einer grossen 
Stadt gedruckt wurde, so wird man uns dies wahr¬ 
scheinlich kaum glauben wollen. Wir suchten mittels 
Stücken aus derselben Ornamentserie, sowie mit 
denselben, wie ähnlichen Schriften auf dem zweiten 
Beispiel ein besseres Resultat zu erreichen, gruppierten 
auch die Waren mehr den Gattungen nach und 
beobachteten selbstverständlich Konsequenz in der 
Orthographie. 


Verbesserungen 
an Tiegeldruekmasehinen. 

zn/ns> 

(n den so praktischen Tiegeldruckmaschinen habe ich 
\ als grossen Übelstand empfunden, dass die Walzen 
sich in ihren Laufrollen drehen. Hierdurch kommt es sehr 
oft vor, dass sie erst dann die drehende Bewegung machen, 
wenn sie die Schriftform berühren, ja bei Linienformen oft 
auch in diesem Fall nicht einmal. 

Dass die Walzen unter diesen Verhältnissen sehr leiden, 
liegt wohl klar auf der Hand. Ich habe, um diesem Übelstande 
zu begegnen, die Enden der Walzenspindeln nicht geschmiert, 
wenn dieselben auch durch ihre Reibung in den Schlitzen 
etwas Schaden litten und den innerhalb der Laufrollen 
befindlichen Teil der Spindeln mit Schlemmkreide abge¬ 
rieben. Hierdurch erzieft man wohl momentan einen Erfolg, 
aber nach einigen hundert Drucken ist das Leiden wieder 
da. Je mehr eine Maschine gebraucht ist, und je mehr 
sich die Spindeln abgenutzt haben, um so stärker tritt der 
Übelstand hervor. 

Um eine radikale Abhilfe zu schaffen, habe ich mir 
neue Spindeln machen lassen und zwar viereckige und 
dieselben an den Enden nur soweit abrunden lassen, als sie 
sich in den Schlitzen zu bewegen haben. Selbstverständlich 
mussten auch die Laufrollen dementsprechend umgeändert 


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17 


Verbesserungen an Tiegeldruckmaschinen. 


18 


werden. Der Erfolg entsprach vollständig meinen Er¬ 
wartungen, so dass ich allen Besitzern von Tiegeldruck¬ 
maschinen diese mit geringen Kosten verbundene Änderung 
bestens empfehlen kann. 


Auch die an den Walzenspindeln der Bostonpressen sich 
(aber nur teilweise) befindenden Nasen nutzen sich sehr 
rasch ab und möchte ich deshalb meinen Vorschlag auch 
auf diese ausdehnen. — 



P-[ö 

Baumöl 

Colonial waren. 

Q) (Q 

(Eifromm 

Taföl-Essig 

Tabak- & Cigarrenhandlung 

Reis, Mehl 

Zucker 

Franz Börner 

Grütze 

JBaccaroni 

Homberg, Oberer Mühlenweg 36 . 

Sago, Eier 

Rosinen 

--0^0- 

Linsen 

CjoRINTHEN 

SPEZIALITÄTEN: 

Cr e r s t e 

Nudeln 

VanilLe-Nahr-Bcach-CIlOCOlädön. 

Erbsen, Salz 


Qi&v&z oüuttcz, Ivoll. cKäoc, keytez cKaj;|ee 

etc. etc. 

ki ü 

von IOO — 160 

§_ m 


Lieferung guter Waren bei billiger Preisstellung. ■ ü 






& d* iz’fc-'k.'k'k.x 


Colonialwaaren-, Tabak- und Cigarren-Handlung 
Hornberg 

Oberer Mühlenweg No. 36. 


Baumöl 
Tafelessig 
(Erbsen 
Sago, Nadeln 
Linsen 
TBacr aront 
Rosinen 




SpecisilitÄten.: 

Vanille-, Hahr- und Brueh-Cliocoladen. 

Bester Kaffee, von M. 1 — 1.60. 

Clever Butter. Holländ. Käse. 

Lieferung guter Waaren bei billiger Prelsntellung. 


Zucker 
Corinthen 
CEitronrn 
Reis, Kratze 

Gerste 
Salz, Eier 
Blsljl 

etc. etc. 




.¥•* * **'¥*>** 4 . * V+ * ***, 


So einfach diese Änderung ist, muss man sich doch 
wundern, dass die Herren Maschinenfabrikanten noch nicht 
selbst darauf verfallen sind. Mir ist wenigstens noch keine 
Maschine mit solchen Walzenspindeln und Laufrollen zu 
Gesicht gekommen. Eine Wiener Fabrik z. B. liefert vier¬ 
eckige Walzenspindeln, aber innerhalb der Laufrollen sind 
dieselben auch rund,*) 


•) Wenn wir den Herrn Verfasser recht verstehen, will derselbe 
durch die viereckige Spindel eine innigere Vereinigung zwischen Walze 
und Laufrolle herbeiführen und so eine exaktere Rotation der Walzen 
bewirken. Wir können dieser Ansicht nur beistimmen und werden 
Versuche in dieser Richtung machen. Die Redaktion des Archiv. 


Da ich manchmal grössere Auflagen von Kouverts zu 
drucken habe und hierzu nur eine Bostonpresse zur Ver¬ 
fügung steht, liess ich es mir angelegen sein, die Leistungs¬ 
fähigkeit derselben zu vergrössern und kam dabei auf ein 
sehr einfaches Mittel. 

Ich stellte die Maschine gegen die Wand und be¬ 
festigte an der Wand ein starkes Brett derartig, dass 
dasselbe den Hebel der Maschine verhinderte, in seine 
ursprüngliche Lage zurückzugehen. Hierdurch wurde der 
Gang bedeutend verkürzt; allerdings gingen die Walzen 
nicht mehr über das ganze Fundament, das spielt ja aber bei 
kleinen Formen keine Rolle, da man dieselben ja hoch 

2 


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19 


Tiegeldruckpressen-Anlegeapparat. — Zeitschriften- und Bücherschau. — Rezepte. — Mannigfaltiges. 


20 


genug schliessen kann. Dasselbe Resultat lässt sich er¬ 
zielen, wenn man unter das Verbindungsglied zwischen 
Hebel und Tiegel einen entsprechend grossen Klotz be¬ 
festigt. 

Macht man sich nun zur linken Seite der Presse einen 
Auslegetisch (leider befinden sich dieselben an verschiedenen 
Pressen nicht) so ist man in der Lage, stündlich wenig¬ 
stens 1000 Druck zu erzielen. 

Vielleicht veranlassen diese Zeilen die Herren Fabri¬ 
kanten, die Pressen mit einem entsprechenden Apparat zu 
versehen. 

Hbg. _ F. M. 


Tiegeldruekpressen-Anlegeapparat. 


Twgßer in Heft 3 f Spalte 76 des 23. Bandes beschriebene 
jghSJj und abgebildete Apparat ist, wie wir später be¬ 
richtigten, keine deutsche, sondern eine Erfindung des 
Amerikaners Mcgill. der bekanntlich viele praktische Hilfs¬ 
mittel für die Tiegeldruckpresse erdachte (Stahlfrösche, Ver¬ 
längerungsmarken etc.). F. M. Weiler's Liberty Machine 
Works in Berlin haben nun, wie die diesem Heft beige¬ 
gebenen Prospekte zeigen, neuerdings den Verkauf des 
OriginalapiHirates für Deutschland übernommen und liefern 
denselben für nur 8 Mark. 


Zeitschriften- und Büeherschau. 

— Hilfsbuch für Maschinenmeister an Buchdruckschnell¬ 
pressen von Alexander Waldow. Leipzig. Alexander Waldow. 
I. Teil. 9 Bogen Oktav mit 67 Illustrationen. Preis brosch. 4 M., 
geb. 5.25 M. Nachdem der II. Teil dieses instruktiven 
Werkes als Leitfaden für das Formatmachen. Schliessen, 
Einheben, Zurichten, Drucken etc. von Formen aller Art 
bereits früher erschienen war, liegt nun auch der 1. Teil 
desselben, über die verschiedenen Arten von Schnellpressen , 
deren Konstruktion und Behandlung belehrend, vor. Da dem 
heutigen Heft ein spezieller Prospekt über dieses Werk bei¬ 
gelegt ist, so enthalten wir uns eingehender Besprechung; 
unsere Leser werden sich insbesondere durch Einsichtnahme 
des Inhaltsverzeichnisses überzeugen, dass hier in der That 
eine beachtenswerte Arbeit vorlicgt. Der Wert derselben ist 
auch schon dadurch anerkannt worden, dass man das 
gesamte Werk sofort in der neu begründeten Buchdrucker- 
Lehranstalt in Leipzig eingeführt hat. 

— Die Initiale. Ein Beitrag zur Geschichte der 
Bücherornamentik von Karl Faulmann, k. k. Professor. 
Mit 156 Initialproben. Wien, Karl Gräser. Unser berühmter 
ehemaliger Fachgenosse, Herr Professor Faulmann, steht, 
wie dieses Werk wiederum beweist, immer noch in engsten 
Beziehungen zu unserer Kunst und ist eifrig bemüht, ihre 
Litteratur durch seine wertvollen Arbeiten zu bereichern. 
Wir erhalten in seinem neuesten Werk »Die Initiale« ein¬ 
gehende Belehrung über Ursprung, Form und Anwendung 
der Initale. erläutert durch zahlreiche (156) Initialproben, 
darunter auch eine grössere Anzahl der neuesten Initiale 
unserer renommierteren Schriftgiessereien. Wir können die 
Anschaffung dieses Werkes unseren Lesern umsomehr em¬ 
pfehlen, als dasselbe in Anbetracht der heute so beliebten 
Verwendung der Initiale eine Lücke in unserer Litteratur 
ausfüllt, die schon Mancher mit Bedauern empfunden hat. 


— Brockhaus 1 Konversations-Lexikon liegt in der mit 
Abbildungen und Karten reich illustrierten dreizehnten Auf¬ 
lage nahezu vollendet vor, denn der Abschluss des letzten 
Bandes, von dem schon mehrere Hefte erschienen, ist in 
wenigen Wochen zu erwarten. Für den diesjährigen 
Weihnachtstisch empfiehlt sich somit dieses altberühmte 
Werk — in seiner abermaligen Verjüngung jetzt das neueste 
und zuverlässigste Konversations-Lexikon — als ein be¬ 
sonders passendes Geschenk. Der vor kurzem ausgegebene 
fünfzehnte Band enthält gegen den entsprechenden Band 
in der vorigen Auflage wieder eine mehr als dreifach ver¬ 
mehrte Zahl von Artikeln: 6190 gegen 1956. In den Text 
sind 45 Holzschnitte eingedruckt. Die 19 separaten Tafeln 
und Karten bringen Darstellungen aus der Naturgeschichte, 
der gewerblichen Technik etc. etc. Nach Vollendung des 
Lexikon werden wir eine eingehendere Besprechung dieses 
verdienstvollen Werkes der Firma Brockhaus bringen. 


Rezepte. 

Aufbewahrung von Zinkätzungen. Man muss dabei 
mit grosser Sorgfalt verfahren. Ein von Gaillard in Berlin 
(Anstalt für Photozinkographie) empfohlenes Schutzmittel 
ist, die Platte nach dem Druck mit Terpentin zu reinigen, 
sie dann mit säurefreiem Öl, Petroleum oder Speck einzu¬ 
reiben und in Papier zu wickeln. Die Bildseite schütze 
man vor dem Einwickeln extra durch Auflegen einiger 
Bogen Seidenpapier und einem Stück Pappe vor Be¬ 
schädigungen. 

Herstellung der ursprünglichen Schönheit des Papiers. 

Das Ozon hat sich, in geeigneter Weise angewendet, als 
ein sehr wirksames Mittel erwiesen, um Büchern oder 
Drucksachen, die vom Alter gebräunt oder sonst mit fär¬ 
benden Substanzen beschmiert oder beschmutzt wurden, 
ihre ursprüngliche Farbe wiederzugeben. Eine kurze Zeit 
genügt, die Drucksachen wieder völlig weiss wie aus der 
Presse gekommen zu machen, ohne dass die Druckfarbe 
im mindesten alteriert wird. Auch Schreibtinte wird durch 
Ozon leicht vom Papier entfernt, besonders wenn das 
letztere später mit sehr verdünnter Hydrochlorsäure be¬ 
handelt wird, um das Eisenoxyd zu entfernen. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläum. Herr Karl Schulze , zweiter Faktor der 
Schriftgiesserei Scheiter & Giesecke in Leipzig , feierte am 
24. November sein 25jähriges Berufsjubiläum. 

— Gestorben. Am 4. November der Buchdruckerei- 
besitzer Herr Jakob Schlossberg in Wien. — Am 5. November 
der Buchdruckereibesitzer Herr Franz Haarbrücker in Danzig 
im Alter von 51 Jahren infolge einer Operation. — Am 
8. November der frühere Buchdruckereibesitzer Herr Gustav 
Schade in Berlin, — Am 8. November der Hofbuchhändler 
Herr Wilhelm Frick inWien. — Am 23. November der Besitzer 
und Chefredakteur der Börsenzeitung, Herr Dr.jur. Killisch 
v. Horn in Berlin , 65 Jahr alt. — Am 27. November in 
Leipzig der Buchdruckereibesitzer und Verlagsbuchhändler 
Herr Otto Spanier im Alter von 66 Jahren. Im Jahre 1820 
als Sohn eines Forstbeamten in Darmstadt geboren und 
anfänglich für den gleichen Beruf bestimmt, wandte Spamer 


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21 


Mannigfaltiges. 


22 


sich, nachdem er nur kurze Zeit die Forstakademie in Giessen 
besucht, seinem Wissens- und Schaffensdrange folgend, dem 
Ruchhändlerstande zu; einen Beweis dafür, dass er mit 
diesem Umschwung das Rechte getrofTen, geben seine be¬ 
deutenden buchhändlerischen Erfolge, die er sich, nachdem 
er im Jahre 1847 in die Reihe der selbständigen Verleger 
getreten, errang. Hauptsächlich hat er sich durch die Heraus¬ 
gabe von illustrierten Jugendschriften verdient gemacht. 
Sein Verlag und die damit verbundene Buchdruckerei zählen 
zu den Besten. Ehre seinem Andenken! — Am 28. November 
Herr Kommissionsrat Heinrich Klemm in Dresden , 68 Jahr 
alt. Klemm, welcher als Sohn armer Eltern in Altfranken 
geboren wurde, kam auf Kosten der Gemeinde zu einem 
Schneidermeister in die Lehre. Durch sein reges Streben 
und seine vorzügliche geistige Begabung lenkte er bald die 
Aufmerksamkeit des Buchhändlers Voigt in Weimar auf 
sich, welcher ihn auch zur Herausgabe einer Modenzeitung 
engagierte. Später übernahm er dieselbe selbst; durch seine 
schriftstellerischen Arbeiten hat er sich einen bedeutenden 
Ruf erworben. Um die Buchdruckerkunst hat er sich durch 
seine geradezu grossartige Sammlung alter Drucke und 
Bücher, welche gegenwärtig im Graphischen Museum zu 
Leipzig ausgelegt ist, in einer Weise verdient gemacht, 
die ihm ein dauerndes ehrendes Angedenken sichert. 

— Auszeichnungen. In Anerkennung seiner vielfachen 
gemeinnützigen und geschäftlichen Thätigkeit ist Herrn 
Kommerzienrat Georg Jänecke in Hannover , Teilhaber der 
Firma Gebr. Jänecke & Fr. Schneemann von Sr. Maj. dem 
König und Kaiser der Charakter als »Geheimer Kommerzien¬ 
rat« verliehen worden. — Der Buchdruckerei > Styria* in 
Graz ist der Titel »Buchdruckerei der K. K. Universität 
in Graz« verliehen worden. — Herrn Dr. Heinrich Eduard 
Brockhaus in Leipzig, Mitinhaber der Firma F. A. Brockhaus, 
ist vom Grossherzog von Baden das Ritterkreuz I. Klasse 
des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen worden. 

— Wenn wir im 12. Heft des 23. Bandes unseres 
Archiv über die Leistungsfähigkeit und den Personalbestand 
der J Reichsdruckerci in Berlin einige statistische Mitteilungen 
brachten, lassen wir in Nachfolgendem den Personal¬ 
bestand der französischen Nationaldruckerei folgen. Man be¬ 
schäftigt in derselben etwa 1200 Personen, davon sind 270 
Beamte und Bureaudiener, 200 Setzer, 110 Drucker, 120, 
welche die Druckmaschinen bedienen, 25 Schriftgiesser, 
15 Galvanoplastiker und Stereotypeure, 25 Holzschneider, 
Zeichner und Lithographen, 110 Buchbinder. In den Trocken¬ 
sälen finden 320 Personen heim Falzen, Heften, Binden, 
Schneiden, Perforieren etc. Verwendung. — Interessieren 
dürften auch folgende Notizen über die Begierungsdruckerei 
in Kalkutta, der Hauptstadt des Britisch-Ostindischen Reichs. 
Sie wurde 1809 mit einem Personal von wenig mehr als 
100 Köpfen gegründet und zählt gegenwärtig 1830 Personen 
und zwar 1 Direktor, 1 Vizedirektor, 73 Bureau- und andere 
Beamte, 869 Setzer, einschliesslich Ableger und Ausschiesser, 
97 Korrektoren, 296 Drucker und Maschinenmeister. 111 Maga- 
ziniers und Arbeiter, 168 Buchbinder. 107 Schriftgiesser, 
Stereotypeure und Galvanoplastiker, 18 Mechaniker und 
Maschinenschlosser, sowie 89 Handarbeiter und Bureau¬ 
diener. Die Setzer, Ableger, Ausschiesser, Schriftgiesser und 
Bureaubeamten sind in ihrer Mehrheit Hindus, die Korrektoren 
sind in Indien geborene Engländer, die Drucker und Buch¬ 
binder etc. Mohammedaner. 

— Einen elegant ausgestatteten Preiskurant über ihre 
Schnellpressen übersendet uns die berühmte Schnellpressen¬ 
fabrik Marinoni in Paris, die bekanntlich Pressen aller Art 


von der Tiegeldruckpresse an bis zur Rotationsmaschine 
hinauf, ebenso auch solche für alle übrigen graphischen 
Zweige baut. Unter den zahlreichen Abbildungen interessieren 
diejenigen der bei uns weniger bekannten Schnellpressen 
für Kupferdruck, einer anscheinend sehr praktisch kon¬ 
struierten Tretpresse für lithographischen Zinkdruck und 
einer Gummiermaschine in Form der Schnellpressen eng¬ 
lischen Systems. Der Preiskurant ist in der renommierten 
Offizin des Herrn Claude Motteroz in Paris, die lithographischen 
Abbildungen und der reich verzierte und mit den Porträts 
Gutenbergs und Senefelders geschmückte Umschlag in Farben¬ 
druck bei Jobard in Dijon auf Marinoni’schen Pressen bestens 
gedruckt. Leider finden wir auch in diesem Katalog die 
zur Umrahmung der Seiten benutzten Einfassungen ganz 
unvermittelt aneinandergesetzt, also ohne eine Basis von 
Linien, wie solche doch in den meisten Fällen unerlässlich 
ist und auch bei den in Kupferdruck hergestellten Seiten ganz 
richtig zur Anwendung kam. Ebenso finden wir es nicht 
hübsch, dass man die untere Kopflinie an den Tabellen durch 
die Längslinien unterbricht, also dem Kopf keinen rechten 
Abschluss gibt. 

— In Edinlmrg ist zwischen der Hauptpost und der 
Druckerei der »Evening News« eine pneumatische Bohrpost 
eingerichtet und in Betrieb gesetzt worden. Depeschen, 
Briefe etc., mit denen die Träger vorher 10 Minuten und 
mehr unterwegs waren, werden nun in einigen Sekunden 
befördert. Eine der ersten Proben auf die Zweckmässigkeit 
dieser Einrichtung wurde gelegentlich des Fusswettrennens 
zwischen den Läufern Uummings und George gemacht. Sie 
fiel überraschend gut aus. Das Telegramm mit dem Resultat 
über dieses Rennen wurde auf dem Bureau zu Preston 
um 6 Uhr 30 Minuten aufgegeben, um 6 Uhr 31 Minuten 
in Edinhurg empfangen und traf, umschrieben, um 6 Uhr 
34 Minuten per Rohrpost in der Druckerei ein. Einige 
Minuten später stand der Bericht in der im Druck befindlichen 
Nummer der »Evening News« und 20 Minuten (??) nach 
Aufgabe des Telegramms in Preston wurde derselbe in 
den Strassen Edinburgs vom Publikum gelesen. 

— Der Beruf eines Zeitungsherausgebers. Als vor einiger 
Zeit in Glogau der einem plötzlichen Tode erlegene Re¬ 
dakteur Michaels beerdigt wurde, gedachte der Geistliche 
bei der Trauerfeierlichkeit auch des Journalistenberufes und 
sprach ungefähr folgendes: »Es ist ein harter und müh¬ 
seliger Beruf, den dieser Mann, den wir jetzt zur ewigen 
Buhe bestatten, mit Treue und Hingebung fast bis zu seiner 
letzten Stunde sich gewidmet hat. Wenn uns an jedem 
Tage um einen geringen Preis das Blatt ins Haus gebracht 
wird, in welchem wir die Nachrichten von Nah und Fern 
wohlgeordnet zusammengestellt finden, wenn wir, wie es 
wohl bei Vielen geschieht, es gespannt erwarten und mit 
Hast darnach greifen, dann denken wir bei dem Vergnügen, 
welches uns die Lektüre bereitet, nur selten an die Mühsal 
der Herstellung, und noch weniger empfinden wir das Gefühl 
des Dankes für die Männer, die in anstrengender, die Nerven 
erregender Arbeit, all den Stoff Zusammentragen und in 
fliegender Eile sichten und ordnen. Wie viel Klugheit, wie 
viel Ausdauer und Emsigkeit gehört nicht dazu, um hier 
lind dort Neues zu erfahren, wie anstellig, gesellig, wie 
vorsichtig und besonnen muss der nicht sein, der einen 
verschlossenen Menschen dazu bringen will, den Mund zu 
öffnen und ihm Interessantes mitzuteilen; wie viel Geist 
und Laune braucht man nur, um den einfachen Stoff zu 
würzen und ihn dem Geschmack des Lesers angenehm zu 
machen; und da gilt es, so viele Klippen zu vermeiden! 

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23 


Mannigfaltiges. — Briefkasten. — Annoncen. 


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Die Hüter des Gesetzes lugen mit scharfem Auge, ob nicht 
irgend eine Notiz das Mass des Erlaubten überschreitet, oder 
sie gehen den Spuren nach, auf welchem Wege diese Nach¬ 
richt in die Spalten des Blattes gedrungen ist, und vollends 
wenn irgend einer aus der Masse durch eine Meldung ver¬ 
letzt ist oder sich verletzt glaubt, wenn in der Hast der 
Geschäfte eine Redewendung zu scharf geworden ist, oder 
eine Thatsache wirklich entstellt oder gar falsch ist, wie 
Viele wetzen da die Zähne, um an dem Rufe des Mannes 
zu nagen, dem sie doch schon so viele angenehme Stunden 
zu verdanken haben! Die Presse ist, wie man sagt, die 
sechste Grossmacht, aber ihre Vertreter, so sehr sie auch 
das öffentliche Urteil bestimmen, haben mit dem öffentlichen 
Vorurteil schwer zu kämpfen und entgehen zudem auch 
bei dem redlichsten Willen, Recht und Gesetz in Ehren zu 
halten, nicht der Gefahr, das Mass zu überschreiten und 
härte, bitter empfundene Strafen an ihrem Gute oder gar 
an ihrer Freiheit zu erdulden.« 

— In Wien hat sich ein Komitee für Errichtung eines 
Gutenbergdenkmals gebildet. Ein kleiner Fond steht dem 
Komitee bereits zur Verfügung; die noch fehlenden Mittel 
sollen durch freiwillige Stiftungen und zu veranstaltende 
Festivitäten aufgebracht werden. 

f Neues französisches Fachblatt. Seit Anfang November 
ist in Paris ein neues Fachblatt unter dem Titel »LTmpri- 
meur« aufgetreten, das in seiner äusseren Gestalt viel 
Ähnlichkeit mit der schon seit einer langen Reihe von Jahren 
bestehenden »LTmprimerie« hat. Es erscheint monatlich 
zweimal und wird in 2000 Exemplaren gratis ausgegeben. 
In dem der ersten Nummer vorangestellten Programm ver¬ 
spricht die Redaktion nur kurzgefasste, rein technische Artikel 
über alle Zweige der Typographie zu liefern und wird ihr 
Streben darauf richten, vollständig, aber nicht langweilig 
zu sein. Mit dem Blatt ist das weitere Unternehmen ver¬ 
bunden, den Journalen aller Art Klischees von Holzschnitten, 
die auf die wichtigsten Tagesereignisse Bezug haben, für 
den enorm billigen Preis von 10 Francs pro Stück zu 
liefern. Abdrücke von diesen Klischees werden im »LTmpri- 
meur« veröffentlicht. Bei besonders wichtigen Vorkomm¬ 
nissen werden diese Abdrücke den Kunden unverzüglich 


gratis zugeschickt, so dass sie mit andern illustrierten 
Journalen, die ihre Holzschnitte selbst schneiden lassen, 
zu gleicher Zeit oder noch früher erscheinen können. 


Briefkasten. 

Herrn Louis Pasenow, Stettin. Verbindlichsten Dank für Zu¬ 
sendung der fraglichen Karte. »Stolz liebe ich den Spanier!« — Literar. 
Inst. Dr. M. Huttier Ä Cie., München. Das Programm für das zehnte 
Stiftungsfest der Typographia ist wieder in jeder Hinsicht eine ge¬ 
diegene Arbeit. Der Umschlag insbesondere zeigt eine höchst effekt¬ 
volle Ausführung. — Brühlsche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) Giessen. 
Alles sehr gefällige Arbeiten. Karte Karl Bieter verdient bezüglich 
Satz und Farbenwahl besonderes Lob; auch das Porträt ist gut zuge¬ 
richtet und gedruckt. — Herrn Otto Maisei, Schweidnitz. Die gesamte 
Komposition Ihrer Karte ist eine sehr ansprechende. Die Zierde, 
welche derselben die in dezenten Farbentönen gehaltene allegorische 
Figur verleiht, eine durchaus gelungene. Warum gaben Sie der Figur 
nicht den richtigen Fleisch ton, der sich vielleicht sogar mittels des 
verwendeten Rot oder entsprechender Änderung der Nuance desselben 
leicht hätte herstellen lassen? — Allen Einsendern verbindlichsten Dank. 
— Herrn F. M., Hbg. Besten Dank für den interessanten Beitrag. 

Raummangels wegen kann der Artikel „Die Einrichtung von 
Druckereien“ erst In Heft 2 fortgesetzt werden. 


Inhalt des i. Heftes. 

Anfertigung von Tonplatten. — Verzeichnis und Erklärung der ge¬ 
bräuchlichsten Kunstausdrücko. - Schriftprobenschau. — Satz und 
Druck der Probenblätter. — Bezugsquellen etc. — Raritätenmappe. — 
Verbesserungen an Tiegeldruckmaschinen. - Tiegeldruckpressen-Anlege- 
apparat. — Zeitschriften- und Bücherschau. — Rezepte. — Mannig¬ 
faltiges. - Briefkasten. — Annoncen. — 1 Blatt Titel.'/- 1 Blatt Neujahrs¬ 
karte.' r- 1 Blatt Briefköpfe et*) — 2 Prospekte von F. M.Weiler’s Liberty 
Machine Works, Berlin. — 1 Prospekt von Alexander Waldow, Leipzig. 

Das Heft enthält im Ganzen « Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 

Textschrift von Benjamin Krebs Nachf. in Frankfurt a. M. Titelkopf 
und Umschlag von J. G. Scheiter A Giesecke in Leipzig. Überschriften von 
Emil Berger inLeipzig. Unterrubriken von RoosA Junge in Ottenbach a. M. 
Halbfette Aldino von C. Kloberg in Leipzig. Initiale von Otto Weisert 
in Stuttgart. Gedruckt mit Farbe von Frey A Sening in Leipzig auf 
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Post innerhalb Deutschlands und Österreichs 13 M. 50 Pf. Galvanotypen zu civilen Preisen geliefert, ebenso von 

Nach komplettem Erscheinen jeden Bandes allen auf den Proben angewendeten Vignetten, Initialen 
tritt der erhöhte Preis von 15 Mark ein. Platten etc. Lieferung aller auf den Proben angewendeten 

Insertionsbedingungen ersehe man bei der Rubrik Schriften etc. wird zu den Originalpreisen der betr. 

Annoncen. Glessereien besorgt. Ebenso werden Farben und 

Beilagen für das Archiv werden angenommen und die Papiere, wie solche von uns benutzt sind, auf Wunsch ab- 

Gcbühren dafür billigst berechnet. Schrift- u. Einfassungs- gegeben. Von besonders gefälligen Arbeiten sind Blanko- 

Novitäten etc. finden beste Anwendung im Text und auf den Vordrucke am Lager. Speziellere Bemerkungen über Galvano- 

Musterblättcrn ohne weitere Berechnung, doch wird bedungen, typen und Vordrucke sehe man unter Satz und Druck der Beilagen. 


dass dieselben, als Äquivalent für die durch die Aufnahme er¬ 
wachsenden Mühen u«d Kosten dienend, in unser Eigentum über¬ 
gehen. Giessereicn, welche dies nicht wünschen, wollen sich 


Bezugsbedingungen für das Archiv. 


-»* Niederlage in Leipzig bei F. Cavacl, Thalstrasse 15. hs- 




Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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i ARCHIV FÜR BUCHDRUCKERKUNST | 

| UND VERWANDTE GESCHÄFTSZWEIGE. 

i HERAUSCECEBEN VON ALEXANDER WALDOW. i 


Die Herstellung von Tonplatten 

Von Wilhelm Weis. 

(Fortsetzung.) 


innerhalb des Tones braucht man nicht, so lange sie 
nicht etwa eine Cicero an Umfang übersteigen, mit 
vorzuschneiden, da sie beim Ausschälen der Masse 
mit ausgehoben werden können (siehe weiter unten). 

Käme die auszuschälende Masse nach rechts und 
die zu bildende Form nach links zu stehen, so würden 
die Grenzen, vorausgesetzt, dass der Ausführende mit 
der rechten Hand schneidet, unterschnitten werden, 
was aber nicht stattfinden darf, da hierdurch der 
Tonrand einen Grad erhalten und ausserdem seinen 
Stützpunkt verlieren und beim Druck schlecht kommen, 
wenn nicht ganz ausbleiben würde; auch beeinträchtigt 
das Unterschneiden bei kleinen isolierten Stellen das 
Festhalten des Kartons an dem Holze. 


Ausschneiden der Form zerfällt in drei 

1. in das Vorschneiden der Kontur 
oder Grenzen; 

2. in die Anbringung eines zweiten Schnittes be¬ 
hufs besserer Entfernung der Masse und 

3. in das Entfernen der auszuschälenden Masse 


1. Vorschneiden der Kontur. 

Zum Vorschneiden der Kontur bedient man sich 
eines Feder- oder Zurichtemessers und verfährt dabei 
auf folgende Weise. 

Man legt die Platte so, dass die zu bildende 
Form nach rechts und die auszuschälende Masse 
nach links zu stehen kommt (Fig. 2) und macht, unter 


2. Der zweite Schnitt. 

Sind sämtliche Grenzen der Tonform vorge¬ 
schnitten. so löst man die hierdurch isolierte dünne 


Wendung des Stockes je nach der Lage der Kontur¬ 
linie, längs der Grenzen einen nach unten konisch 
breiter laufenden, also schiefen Einschnitt in die 
Kartonmasse ungefähr eine Viertelpetit tief und voll¬ 
endet so den ganzen Umriss. Kleine Vertiefungen 


Kartonschicht der auszuschälenden Masse ab, wo¬ 
durch schon die zu bildende Tonform klar zu Tage 


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Die Herstellung von Tonplatten. 


:15 


tritt und nicht leicht mit der auszuschälenden Masse 
verwechselt werden kann und macht nun ungefähr 
eine Viertelcicero vom Konturschnitt nach aussen 
entfernt einen zweiten Schnitt in die auszuschälende 
Masse bis auf das Holz. 

Dieser zweite Schnitt ist zum Gelingen der 
Grenzen unbedingt nötig, indem er zur Schonung der 
Tonform sowohl, als auch zur leichteren Entfernung 
der Masse gemacht wird. Infolgedessen braucht der¬ 
selbe aber nicht korrekt dem Konturschnitt parallel 
zu laufen, es können vielmehr schwierige Ecken und 
Kurven durch Nähergehen oder Entfernen von der 
Kontur umgangen werden (Fig. 3). 

3. Entfernung der auszusehälenden Masse. 

Hierzu bedient man sich eines sogenannten 
Flachstichels, den wir in Fig. 4 darstellen. Der- 



Fig. 4. 


selbe wird, wie Fig. 5 zeigt, gehandhabt. Man 
sucht hierbei mit dem Stichel in den zweiten Schnitt 
zwischen Karton und Holz zu kommen und den 



ersteren durch Heben oder Stemmen von dem 
letzteren zu lösen. Hat man soviel losgelöst, dass 
man das gelöste Stück mit den Fingern festhalten 
kann, so ist es leicht, die durch den zweiten Schnitt 
isolierte Masse von dem Holze wegzuziehen, ohne ein 
Defekt werden der Form befürchten zu müssen. 

Bei Unterlassung des zweiten Schnittes bliebe 
das letztere fast gar nicht aus, da der Konturschnitt 
nicht bis auf das Holz gemacht wird. Hat man auf 
diese Weise alle grösseren zu vertiefenden Stellen 
entfernt, so sticht man. indem der Flachstichel in dein 
Konturschnitt angesetzt wird, das noch stehende 
Kartonstreifehen von oben herunter schräg nach 
unten breiter laufend ab (Fig. 6). 

Auch die früher angeführten kleinen Vertiefungen 
im Innern der Form (sogenannte Lichter etc.) werden 


3(J 


auf diese Weise mit dem Flachstichel von allen 
Seiten schräg eingeschnitten und können dann ohne 
besondere Mühe ausgehoben werden. 



Sind trotz der beschriebenen Vorsichtsmassregeln 
Mängel in der Platte entstanden (Fig. 7) oder aus 
Versehen Stellen fortgeschnitten worden, die stehen 
bleiben sollten, so können solche auf folgende Weise 



korrigiert werden: Man schneidet an den zu korri¬ 
gierenden Stellen auch noch die nächste Umgebung 
nach unten konisch breiter laufend hinweg, so dass 
ein viereckiger Ausschnitt entsteht und klebt nun 
diesen Raum mit vorher zugeschnittenen Karton¬ 
blättchen bis etwas über die Höhe des übrigen Kartons 
mittels warmen Leimes auf. Da. wo sich die Karton¬ 
blättchen mit der ausgeschnittenen Stelle verbinden 
sollen, ist es jedoch besser, die Blättchen abzureissen, 
nicht abzuschneiden. Sind die Blättchen angetrocknet, 
so nimmt man ein Stückchen feines Schmirgelpapier, 
schlägt dieses um einen ebenen Gegenstand (ein 
Ciceroquadrat etc.) und schleift die aufgeklebten 
Stellen so lange, bis sie mit dem übrigen Karton eine 
Höhe bilden. Hiernach sucht man durch neuen Über¬ 
druck oder Pause die richtige Kontur zu geben (Fig. 8) 
und bearbeitet dann die Stellen, wie zuvor angegeben. 
Um aber den Überdruck an die richtige Stelle zu 
bringen, ist es vorteilhaft, wenn man denselben an 
den Grenzen mit der Schere oder einem Messer, 
jedoch so, dass die Linie noch stehen- bleibt, aus¬ 
schneidet. Hierdurch entstellt eine Schablone, welche 


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37 


Die Herstellung von Tonplatten. — Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


38 


mit dem Druck nach unten genau auf die ausge¬ 
schnittene Platte passt. Nun wird die defekte Stelle 
nachgerieben und ist alsdann der Abdruck auf dem 
neu aufgeklebten Karton sichtbar. 



Bei nicht schwierigen Platten ist es jedoch vor- 
zuziehen, dieselben neu zu schneiden, denn mangel¬ 
haft bleiben solche Platten zumeist und die geflickte 
Stelle macht sich um so leichter bemerklich, je 
weniger sie von der Kontur- oder Aufdruckplatte 
gedeckt wird. 

Um den nun soweit fertig geschnittenen Platten 
einen besseren Halt zu geben, bestreicht man die 
Ränderschnitte noch mit warmem Leim, Gummi 
arabicum oder Lack und kann alsdann von den 
Platten, wenn der betreffende Klebstoff trocken ist, 
gedruckt werden. 

Die Kartonplatten kann man auch noch mit 
Firnis einwalzen oder mit Lederlack oder Wasserglas 
bestreichen, um denselben noch besseren Widerstand 
gegen Reinigungsmittel oder beim Drucken selbst zu 
geben, es ist dies aber nicht unbedingt nötig. 

Wasserglas und Lederlack machen ausserdem 
die Platten etwas rauh, wodurch der Druck leidet. 
Ein neues Mittel sei jedoch noch angeführt. 

Man löst einen Teil Wachs in zwei Teilen Terpentin 
in warmem Zustande auf und setzt dann noch einen 
Teil Damar- oder Kopallack zu. Mit dieser Mischung 
bestreicht man die Platte und lässt erstere in den 
Karton eindringen. Nach etwa einer halben Stunde 
wischt man die noch auf dem Karton sitzende Masse 
mit einem weichen Lappen ab. Auf diese Weise bringt 
man das Wachs und den Lack in die Kartonmasse 
hinein, während das Terpentin als flüchtiges Öl von 
der Luft aufgezehrt wird. 

So behandelte Platten sind sehr dauerhaft, rupfen 
nicht und nehmen die Farbe gut an. 

Die Platten aus Glanzdeckel druckt man jedoch 
ohne jede Behandlung nach dem Verleimen der 
Ränderschnitte. 

(Fortsetzung folgt.) 


Verzeichnis und Erklärung 1 
der gebräuchlichsten Kunstausdrüeke. 

Von Friedrich Bosse. 

(Fortsetzung.) 

Persischer Stil. Die persische Kunst begann 
in den weiten Ländergebieten, welche zwischen dem 
Kaspischen Meere, dem Tigris und Indus liegen und 
von dem medopersischen Zweige des arischen Volks- 
stammes bewohnt wurde. Ihre Religion bestand in 
der Verehrung des Lichtes in Gestalt des Feuers, 
neben welchem sie noch ein zweites Wesen, die 
Finsternis als Herrscher anerkannten. Unter den 
verschiedenen Stämmen, welche die obengenannten 
Gebiete bewohnten, war ursprünglich der der Meder 
derjenige, der die Herrschaft in Händen hatte. Von 
ihrer Weise wissen wir nur soviel, dass König Dejoces 
oder Arphaxad die Stadt Ekbetana nebst einer Burg 
mit 7 konzentrischen Mauern ungefähr um 700 v. Chr. 
gründete, deren Zinnen in den Farben der damals 
bekannten Planeten erglänzten, durch welche man 
die Stufen des die Sonne umgebenden Himmels dar¬ 
stellte, und zwar in der nachfolgenden Reihenfolge; 
weiss, schwarz, purpurrot. blau, rötlichbraun, Silber 
und Gold, und dass Gedern- und Cypressenholz und 
die edlen Metalle Gold und Silber vornehmlieh benutzt 
worden sind, ein Beweis für die grosse Prachtliebe. 
Diese erste Periode dauerte bis ungefähr 560 v. Chr. 

Die zweite Periode begann mit der Unterjochung 
der Meder durch die Perser unter Cyrus und währte 
bis Alexander den Grossen, 560—332 v. Chr. Die 
Lebensweise, Sitten und Gebräuche der Perser, die 
ursprünglich ein rohes, unverderbtes Bergvolk von 
Jägern und Kriegern waren, waren nicht ohne Einfluss 
auf die Kunstweise und ferner bestimmten die Lehren 
der Religion und der Einfluss des Klimas den Charakter 
der persischen Kunst. Doch ist sie nicht ganz ohne 
fremden Einfluss, denn es finden sich Einzelnformen 
von den Assyrern, Medern, Babyloniern, Ägyptern 
und Griechen, deren asiatische Kolonien sie unter 
ihre Herrschaft brachten, wie denn überhaupt die 
persische Kunst nicht als ursprünglich bezeichnet 
werden kann, denn der Zuschnitt ihrer Formen weist 
daraufhin, dass sie Typen verwendeten, die bereits 
in einer voraufgehenden Kunstweise, vermutlich in der 
ägyptischen, ihre erste Stilisierung erhalten haben. 

Mit der dritten Periode entfaltete sich eine neue 
Kunstepoche unter den Sassaniden im dritten Jahr¬ 
hundert n. Chr. im neupersischen Reiche und herrschte 
bis etwa 642 n. Chr. Die Sassaniden waren bestrebt, 
das alte persische Reich neu zu beleben und mit ihm 
das Gebiet der Kunst; Reminiszenzen an die persische 

3 * 


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;i9 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


40 


Kunst waren daher nicht unverkennbar, doch zeigt 
sich überall der römische Einfluss jener Zeit. 

Vierte Periode. Die perso-muhamedanische Kunst 
entwickelte sich mit der Eroberung Persiens im 
Jahre 642 n. Chr. durch die Muhamedaner, deren Kunst 
und Wissenschaft in Bagdad einen weit strahlenden 
Glanz verbreitete. Leider hat sich kein Kunstwerk 
aus dieser Zeit erhalten; alles ist von Tartaren und 
Seldschuken zerstört worden. Was an Überbleibseln 
der muhamedanischen Kunst vorhanden ist, scheint 
aus dem 13. Jahrhundert zu stammen und zeigen 
unverkennbar den mittelalterlichen Einfluss des Ücci- 
dents und besonders den romanischen. Charakte¬ 
ristisch für diese Periode ist der Spitzbogen, der 
allmählich in den Kielbogen übergeht. In neuerer Zeit 



steht Persien seit dem Eindringen der Afghanen unter 
europäischem Einllusse. behält aber dennoch die Vor¬ 
liebe für die zwiebelähnlich geschweifte Kuppel und 
den reichen Farbenschmuck, der nie ins Grelle aus¬ 
artet. Die beistehenden Ornamentbänder zeigen keine 
strenge Stilisierung, wohl aber den indischen Einfluss. 

Perspektive, die Lehre von der Darstellung der 
Körper in der Ebene. Erfahrungsgemäss zeigen sich 
alle gleichgrossen Körper in gleicher Entfernung vom 
Auge gleich gross, stehen sie hintereinander oder 
nebeneinander in unendlicher Reihe, so erscheint nur 
der erste in richtiger Grösse, die folgenden aber immer 
kleiner, bis der letzte sich auf Null reduziert. Um 
nun die Gegenstände, wie sie sich unserem Auge dar¬ 
stellen. richtig perspektivisch zeichnen zu können, 
wendet man die Gesetze der Perspektive an. Ein¬ 
gehend auf diese einzugehen, würde hier zu weit 
führen, da man sowohl auf die Gesetze der Geometrie 
und Optik, wie auf den Bau des Auges eingehen 
müsste. Es mag deshalb hier nur angedeutet werden, 
dass man bei einem perspektivisch darzustellenden 
Gegenstände dreierlei ins Auge fassen muss, nämlich 
den Standpunkt des Zeichners, den Augenpunkt und 
den Distanzpunkt. Hat der Zeichner seine Stellung 
gewählt, dann sucht er den sogenannten Augenpunkt 
zu bestimmen, den man beliebig, meistens aber bei 
Darstellungen von Gebäuden 6 Fuss über der Strassen- 
fläche annimmt, also in der Höhe des Auges eines 
stehenden Beschauers. Wird der Horizont niedriger 
gelegt, so fallen die Augen stehender Personen über 


den Horizont, nimmt man ihn höher an, so liegen die 
Augenbilder unter dem Horizont; im ersten Falle 
nennt man sie Feld-, im zweiten Falle Kavalier¬ 
perspektive. — Vogelperspektive. Bei dieser ist das 
Auge höher als die betrachteten Gegenstände; es 
verjüngen sich also die lotrechten Flächen nach 
unten. Verjüngen sich dieselben nach oben, so setzt 
das voraus, dass das Auge tiefer liegt als die Gegen¬ 
stände. Diese Perspektive wird dann die Frosch- 
perspektive genannt. — Linearperspektire. auch mathe¬ 
matische Perspektive, setzt an die Stelle der von den 
Körpern reflektierten Lichtstrahlen, welche sich in 
unserem Auge sammeln, Linien und überträgt sie auf 
eine ebene Fläche. — Die Luftperspektive zeigt uns 
die Veränderung der Umrisse und Farben der Gegen¬ 
stände durch die Luftschichten, die zwischen den 
Gegenständen und dem betrachtenden Auge liegen: 
es ist das sogenannte Verschwimmen der Umriss- 
linien, das stetige Unbestimmterwerden der Farben, 
das Blasserwerden derselben. 

Physiologische oder Kontrastfarben werden 
diejenigen genannt, welche sich zeigen, wenn man 
längere Zeit eine intensiv gefärbte Fläche betrachtet 
und dann dieselbe mit einem weissen Papierblatte 
bedeckt. So zeigt sich z. B. nach Bedeckung einer 
zinnoberrot gefärbten Fläche ein blaugrünes Nach¬ 
bild u. s. w. 

PiedestaL Fussgestell oder Untersatz für Vasen, 
Bildsäulen, Figuren, Büsten etc. besteht in den 
meisten Fällen aus dem einfachen Würfel oder 
Cylinder ohne Fuss- und Kranzgesims, erhält aber 
dann und wann eine leichte Gliederung. 

Pilaster oder Pfeiler ist eine viereckige, archi¬ 
tektonische Stützform und wird zum Halb- oder 
Wandpfeiler, wenn ihr Körper um die Hälfte oder 
weniger aus der Wand hervorragt. Der Pilaster zer¬ 
fällt gleichfalls wie die Säule in Fuss. Schaft und 
Kapitäl. Eine Abbildung davon haben wir bereits 
unter Ante in Figur 18 gegeben (siehe Ante). 

Pittoresk oder malerisch. 

Plafond ist die gemalte oder mit reichem Stuck 
verzierte Decke eines geschlossenen Raumes. 

Plättchen. Tritt es als selbstständiges Glied 
auf, heisst es: Riemchen, Band; bei wenig Ausladung 
Steg: wenn es aber als Anhängsel oder Einfassung 
eines Rundstäbchens. Ablaufs etc. auftritt, heisst es 
Saum: 

Fig. 165. Fig. 166. 



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41 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdriicke. — Die Einrichtung von Druckereien. 


12 


Plintke, Platte oder Sockel, ist von quadratischer 
Form und dient in der Architektur als Fussplatte 
einer Säule. 



Polychrom, vielfarbig, wird da angewendet, wo 
mehrere Farben auftreten. also wo Blau. Rotgelb, 
Grün etc. Vorkommen. 

Poinpejanischor Stil. Derselbe lehnt sich im 
allgemeinen an die griechischen und römischen Kunst- 
formen an und entwickelte eine überaus reiche 
Phantasie in der ornamentalen Kunst. Er war jedoch 
nur von kurzer Dauer ('ungefähr 40 Jahre), denn 
schon im Jahre 71 n. Chr. 
wurde Pompeji, der Sommer- 
aufenthaltsort der Römer, 
unter der Lava verschüttet, 
und konnte es deshalb auch 
nicht zu bedeutsamer Ver¬ 
vollkommnung bringen. Neben dem Einflüsse, den 
herangezogene griechische Künstler ausübten, ist der 
römische der vorwiegendste. Seine ornamentalen 
Formen zeigt uns die beistehende Abbildung. 

(Fortsetzung folgt.) 


Die Einrichtung von Druckereien. 

Von Moritz Wunder. 

(Fortsetzung.) 

um Glätten der bedruckten Bogen sind Pressen 
verschiedener Konstruktion vorhanden. Die 
einfachste ist die zweisäulige Handhebelpresse im 
Preise von 180—350 M.; dann folgt dieselbe Kon¬ 
struktion mit vier Säulen zu ca. 200—700 M. Für 
stärkern Druck werden dann Pressen mit Schnecken¬ 
rad gebaut, welche500—1000 M. kosten. Noch stärkern 
Druck erzielt man durch Anwendung hydraulischer 
Pressen, die für Werkdruckereien, welche fortgesetzt 
zu glätten haben, sehr zu empfehlen sind und für 
1500—3000 M. geliefert werden. Für Accidenz- 
druckereien reicht eine der beiden anderen Kon¬ 
struktionen vollkommen aus, und es ist sehr anzu¬ 
raten, sich eine derartige Presse anzuschafTen. Die 
Drucksachen gewinnen ausserordentlich an Ansehen, 
wenn sie auch nur kurze Zeit in der Presse gestanden 
haben. Kleine Druckereien können sich zu diesem 
Zwecke sogar einer alten Kopierpresse bedienen und 
ihre Karten und meisten kleinen Drucksachen recht 
gut damit glätten. 



Fig. 109. 



Das Reinigen der beschmutzten Pappen geschieht 
am einfachsten mit zusammengeballtem. möglichst 
weichem Papier, doch ist dabei zu beachten, dass die 
Ballen keine scharfe Kante zeigen, damit nicht Ritze 
in die Pappen kommen. 

Ein unentbehrlicher Apparat für jede Accidenz- 
druckerei ist eine Papierschneidemaschine. Es gibt 
eine Menge namentlich kleiner Buchdruckereibesitzer, 
denen es nicht die geringsten Bedenken verursacht, 
einige Hundert Programme oder dergl. auf einfach 
durchgeschnittenes Papier gedruckt abzuliefern, wo 
dann kein einziges Exemplar im Format zu einem 
andern passt. Wenn ein solcher Stoss aber von allen 
Seiten hübsch akkurat beschnitten ist, so sieht selbst 
eine etwas mangelhafte Arbeit gefälliger aus, und der 
Empfänger wird stets eine Befriedigung empfinden, 
wenn er ein solches ausserdem sorgfältig eingepackles 
Druckwerk in die Hände bekommt. Drucksachen 
nicht beschnitten und unachtsam eingepackt abzu¬ 
liefern. ist ein sehr gutes Mittel, sich die Kundschaft 
zu verscherzen. Die geringe Mühe, die man sich in 
dieser Hinsicht gibt, bringt sicher ihre Früchte. 

Dazu ist es indes notwendig, sich eine richtige 
Beschneidmaschine anzuschafTen. und da eine solche 
mit Hebelbewegung bereits für 350—425 M. zu haben 
ist, so verschwende man nicht sein Geld an ein wohl 
billiges aber nicht den geringsten Nutzen gewährendes 
Schneidinstrument. Namentlich die Apparate, welche 
mittels eines hin- und herzuziehenden Hobels den 
Schnitt ausführen, sind unpraktisch, ebenso wie die 
den Kartonscheren ähnlichen Schneidbretter. Im 
übrigen sind die Konstruktionen der Papierschneide¬ 
maschinen sehr vervollkommnet und durch Extra¬ 
einrichtungen , wie beschleunigte Sattelbewegung, 
Schnittandriicker, Schmalstreifenschneider etc. er¬ 
gänzt, und die Auswahl ist gross genug, um jedem 
Bedürfnisse genügen zu können. Am verbreitetsten 
ist die Schneidemaschine mit Räderbewegung, die eine 
bedeutende Kraft auszuüben vermag und daher zum 
Durch- und Beschneiden grosser Stösse sehr verwend¬ 
barist. Im Preise stellt sich dieselbe auf 390—2000 M., 
mit selbstthätiger Pressvorrichtung versehen auf 
500—2500 M. Die Einrichtung zum Dampfbetrieb 
kostet etwa 120 M. 

Ausser der oben bereits erwähnten Schneide¬ 
maschine mit Hebelbewegung, ist noch die dreiseitige 
Maschine (ca. 1000—1500 M.), welche Stösse bei nur 
einmaliger Einpressung auf drei Seiten beschneidet, 
und die amerikanische Undercut zu erwähnen, welche 
abweichend von den deutschen Maschinen, den 
Schnitt von unten ausübt und in 11 Grössen für Hand- 
und Dampfbetrieb gebaut wird. Die Preise bewegen 
sich zwischen 120—5000 M. 


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43 


Die Einrichtung von Druckereien. 


44 


Ein anderer für Accidenzdruckereien notwendiger 
Apparat ist eine Perforiermaschine. Die häufigere 
Methode, die Perforierung mittels Linien entweder 
durch Handrad oder gleich in der Presse zu erzeugen, 
hat nicht den Beifall des Publikums und ist nicht 
überall anzuwenden. Wer häufiger in die Lage kommt, 
zu perforieren, wird daher am besten thun. eine Per¬ 
foriermaschine entweder für Handbetrieb (ca. 200 M.) 
oder eine solche für Fussbetrieb (ca. 400—450 M.) 
anzuschafTen. 

Das Falzen einzelner Bogen, kleiner Broschüren, 
Preiskurante etc. erfolgt meist von Hand und es ist 
daher die Aufstellung einer Falzmaschine wohl nur 
in sehr grossen Werkdruckereien notwendig, wenn 
nicht ein Falzapparat gleich mit der Druckpresse 
verbunden ist, wie bei den Rotationsmaschinen etc. 
Für Zeitschriften, welche heftweise ausgegeben wer¬ 
den, ist die Anwendung eines mit diesen Falzmaschinen 
verbundenen Heftapparates zum Holländern anzu¬ 
raten, und kostet eine solche Maschine, die für Hand¬ 
oder Dampfbetrieb eingerichtet werden kann und 
jeden Bogen dreimal bricht, ca. 1500 M. 

Weiter zu erwähnen sind die Heftmaschinen , 
welche ähnlich den Nähmaschinen konstruiert sind 
und die wohl ebenfalls nur in grösseren Etablissements 
Aufstellung finden. 

Dagegen sind die Drahtheftmaschinen auch für 
den Druckereibetrieb von grosser Bedeutung; kleine 
Broschüren, z. B. Preiskurante etc. lassen sich leicht 
und schnell mit diesen Apparaten heften. 

Man baut dieselben von dem kleinen Hand¬ 
schlagapparat bis zu der durch elementare Kraft in 
Betrieb zu setzenden, zum Binden von Büchern be¬ 
stimmten Heftmaschine. Die Preise variieren sehr; 
für 45—60 M. ist indes schon ein recht brauchbarer 
Apparat zu erhalten. 


Arbeits- und Verbrauchsmaterial. 

Unter dem Arbeitsmaterial spielt das Sehliess¬ 
zeug beim Drucker eine ebenso wichtige Rolle, wie 
der Winkelhaken beim Setzer, und es sind daher auch 
namentlich in der neueren Zeit verschiedentlich Ver¬ 
besserungen an dem ersteren vorgenommen worden. 

Als ältestes Schliesszeug wird die Schrauben¬ 
rahme angesehen, welche das Befestigen der Form 
durch Anziehen von Schrauben bewerkstelligt, die 
durch die Rahme hindurchgehen und gegen eiserne 
Stege drücken. Da dieser Druck indes stets an der 
gleichen Stelle ausgeübt wird, infolgedessen Rahme 
und Steg nachgeben und in der Länge der Zeit krumm 
werden, da ferner der durch Schrauben auszuübende 
Druck leicht zu stark wird und dann ein Verschliessen 


der Form zur Folge hat, so hat man diese Art des 
Schliessens gänzlich aufgegeben, und nur in älteren 
Druckereien finden sich noch solche Schrauben¬ 
rahmen, wo sie als Notbehelf hier und da noch be¬ 
nutzt werden. 

An ihre Stelle traten die Keilrahmen, bei denen 
zwischen den hölzernen oder eisernen Schiefsteg und 
die Rahme hölzerne Keile eingetrieben werden. Diese 
Art des Schliessens gestattet das Antreiben der Form 
an jeder beliebigen Stelle, wodurch ein sehr gleich- 
mässiges Schliessen ermöglicht wird. Nur nimmt das 
Aussuchen und Einpassen der Keile eine verhältnis¬ 
mässig lange Zeit in Anspruch und bei längere Zeit 
geschlossen stehenden Formen ist ein Austrocknen 
der Keile und dadurch ein Zusammenfällen der 
ersteren zu befürchten. 

Wahrscheinlich um diese Übelstände zu be¬ 
seitigen, konstruierte nun Marinoni in Paris das nach 
ihm benannte Schliesszeug, aus eisernen, nach beiden 
Enden hin verjüngt zulaufenden und an eben diesen 
Enden mit Zähnen versehenen Stegen bestehend. In 
diese Zahnstange greifen eiserne, ebenfalls mit Zähnen 
versehene Rollen ein, die nun durch Weiterdrehen 
das Zusammenpressen der Form bewirken. Dieses 
Schliesszeug bot gegenüber dem Keilverschluss so 
viele Vorteile, dass es bald allgemein eingeführt 
wurde und trotz mehrerer Übelstände lange Zeit hin¬ 
durch fast allein das Feld behauptete. Der Umstand 
aber, dass die jeweilige Steigerung der Anspannung 
eine zu grosse ist, weil die Rolle immer nur um die 
Breite eines Zahnes vorrücken kann, ebenso das 
leichte Verlorengehen der Rollen, liess den Wunsch 
nach weiterer Vervollkommnung des Schliesszeuges 
hervortreten. 

Dieser Wunsch ist nun in neuerer Zeit mehr als 
genügend erfüllt worden; es wurde ein grosse Anzahl 
von Apparaten konstruiert, die einesteils ein leichteres 
und akkurateres Arbeiten, andernteils auch eine 
Ersparnis von Stegen beim Schliessen von Accidenz- 
formen ermöglichen sollten. 

Man griff dabei verschiedentlich wieder zu den 
Schrauben zurück, indem man dieselben, statt sie 
wie früher durch die Rahme hindurchgehen zu lassen, 
gleich in den Sehliesssteg einsetzte und entweder den 
Kopf der Schraube direkt gegen die Rahme wirken 
liess oder auf einen zweiten Steg anwandte, so dass 
dje Schraube zwischen beiden sich befand. Um zu¬ 
gleich eine Ersparnis an Stegen zu erreichen, ver¬ 
längerte man den Kopf der Schraube bis auf 10 und 
mehr Konkordanzen, so dass eine Art mit Schraube 
versehener Stange entstand. Ein anderer Versuch 
bestand in einer Art Schere, die ihre antreibende 
Kraft ebenfalls durch eine Schraube erhielt und in 


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45 


Schriftprobenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. 


ihren grösseren Exemplaren wie der vorerwähnte 
Apparat einen Ersatz der Stege anstrebte. 

Die Gefahr des zu starken Sehliessens tritt aber 
auch hier wieder zu Tage, und wenn dieselbe auch bei 
einem dritten Apparate vermieden war, bei welchem 
der Druck dadurch herbeigeführt wurde, dass eiserne 
Keile an einem zweiseitig abgestumpften Schiefstege 
durch Schrauben angezogen wurden, so war doch 
auch die Umständlichkeit des Schraubens selbst wieder 
ein Übelstand, welcher der weiteren Verbreitung dieser 
Schliessapparate im Wege stand. 

(Fortsetzung folgt.) 


Sehriftprobensehau. 

(Den Wohnort der unter »Schriftprobenschau« und »Satz und Druck der 
Probenblätter« genannten Firmen geben wir nur dann an, wenn sie weniger 
bekannt oder nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver¬ 
weisen auch auf das Bezugsquellenregistcr auf der 2. Umschlagseite.) 

03©as uns zugegangene 17. Fortsetzungsheft der 
Schriftproben der SchriftgiesscreiFlinsch zeich¬ 
net sich durch aussergewöhnliche Reichhaltigkeit 
und Mannigfaltigkeit aus, dabei ganz besonders den 
Beweis führend, dass die renommierte Frankfurter 
Firma nach wie vor eifrigst bemüht ist, vor allem 
eigene Erzeugnisse an den Markt zu bringen, Erzeug¬ 
nisse, welche wir/dich von Grund aus gesehalFen, nicht 
aber in jener jetzt so häufig beliebten Weise her¬ 
gestellt sind, die, an Stelle des früher betriebenen 
Galvanisierens, ebenso wie dieses als ein Miss¬ 
brauch des Eigentums Anderer entschieden verdammt 
werden muss. 

Nicht durch Abschleifen, also Fettermachen der 
Originalschrift eines Anderen, nicht durch Entfernen 
dieses oder jenen Häkchens, Zuges etc., nicht durch 
Anlöten und nachheriges Angravieren von Häkchen 
oder Zügen und darauffolgendes Galvanisieren sind 
die Flinsch’schen Schriften geschaffen, nein, es sind 
Originale im wahren Sinne des Wortes. Sehr zu 
bedauern ist, dass solche Missbrauche vor dem 
Richter noch nicht die entsprechende Ahndung ge¬ 
funden haben, weil demselben die Kenntnisse ab¬ 
gehen, welche nötig sind, um solch Verfahren zu 
erkennen und richtig zu beurteilen. Derartigen Miss¬ 
brauchen kann nur abgeholfen, dem mit Opfern er¬ 
worbenen Eigentum nur dann Schutz gewährt 
werden, wenn eine Sachverständigen-Kommission 
aburteilt oder dem Richter mit ihrem ausschlag¬ 
gebenden Urteil zur Seite gestellt wird. 

Den reichen Inhalt des Heftes hier spezieller 
aufzuführen, erlaubt uns der durch die Kalenderschau 
wesentlich in Anspruch genommene Raum des heutigen 
Heftes nicht; auch sind viele der schönen und 


46 


gediegenen Schriften und Einfassungen von uns bei 
ihrer ersten Veröffentlichung im vorigen Jahrgang 
bereits eingehend besprochen worden. 

Einzelnes möge aber doch an dieser Stelle be¬ 
sonders erwähnt werden, z. B. die gediegene Germania- 
Gotisch, eine Perl Schwabacher und eine Perl Antiqua, 
beide von hervorragender Schönheit, eine moderne 
Schwabacher, originelle, sehr verwendbare Florentiner 
Versalien, eine höchst elegant gezeichnete Mediaeval 
Script (zum Teil auch mit verzierten Initialen), eine 
Anzahl recht gefälliger Zierschriften, Initialen, Ver¬ 
zierungen, Einfassungen ( besonders schön die Deutsche 
Penaissancc- Einfassung und die Antiken Einfas¬ 
sungen (erstere zu unserem diesjährigen Titel ver¬ 
wendet), Vignetten, insbesondere Karnevals- Vignetten, 
Kopfleisten etc. etc. 

Möge die Schriftgiesserei Flinsch allzeit eingedenk 
ihrem Wahlspruch »Semper lidelis*, in der Weise 
weiter schaffen, wie sie dies bisher gethan. Der Dank 
und die Unterstützung der deutschen Buchdrucker 
wird nicht ausbleiben. 


Satz und Druck der Probenblätter. 

ei Herausgabe des vorliegenden Heftes sind 
wir abermals in der angenehmen Lage, eine 
in jeder Beziehung schöne und tadellose Anwendung 
der Hämischen Einfassung von Weisert, welche die 
Stuttgarter Vereinsbuchdruckerei zum Schöpfer hat, 
unseren Lesern zu bieten. 

Wir sind mit der Ausführung dieses Muster¬ 
blattes vollkommen einverstanden, nur hätten wir die 
Versalbuchstaben der Zeile »Gesamten Naturwissen¬ 
schaften« einen Grad kleiner gewählt. 

Sowohl Herrn Otto Weisert. als auch der 
Stuttgarter Vereinsbuchdruckerei danken wir ver¬ 
bindlichst für ihre bereitwillige Unterstützung. 

Auf unserer zweiten Beilage bringen wir ein ein¬ 
fach ausgeslattetes Fest-Programm, welchem die 
prächtig gezeichnete Eckvignette von Gronau zu be¬ 
sonderer Zierde gereicht. 

Zum Druck verwandten wir eine hinsichtlich 
ihrer Ausgiebigkeit und Deckkraft auf das Beste zu 
empfehlende Accidenzfarbe von Käst T Ehinger in 
Stuttgart. 

Bezüglich unserer Beilage G verweisen wir auf 
das unter »Unsere Beilagen« und im Bezugsquellen- 
verzeichnis Gesagte. 

Zum Druck dieser Probe benutzten wir dunkle 
Terra de Siena, gemischt mit etwas Granatrot und 
Schwarz. 



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47 Bezugsquellen etc. — Unsere Beilagen. — Druck färben proben von Gebr. Jänecke & Fr. Schneemann. Hannover. 48 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 

Karte (A). Satz und Druck der Stuttgarter Vereins- 
Huchdruckerei. Material von Weisert. 

Fest-Programm <D). 1. Stiftungs-Feier von Ludwig & 
Mayer. Kunstgewerbe-Vereins von Nies Nachfolger. Dresden . 
Gewerbehauses von Weisert, Zwischenteilen von Genzsch & 
Heyse, Beginn von Bauer & Cie.. Freitag und die Nonpareille- 
Einfassung von Flinsch, Eckvignette und ungleichschenklige 
Ecken von Gronau. 2. Tafel-Karte von Genzsch & Heyse. 
die übrigen Schriftteilen von Weisert, Spitze von Scheiter & 
Giesecke, Viertelcicero - Einfassung von Kloberg. ungleich - 
schenklige Ecken von Gronau. Schlussstück von Ludwig & 
Mayer. 3. C. Bart von Weisert, Einfassungsmaterial von 
Woellmer. 4. Buchdruckerei von Bauer & Cie.. JP. Weber 
von Weisert, Linienornametitc von Berger, das übrige Material 
von Woellmer. 

Probe von japanischem Papier (C). Orna¬ 
mente von Weisert. Schrift von Brendler & Marklowsky. 


Unsere Beilagen. 

s wird unseren Lesern bekannt sein, dass die Japa¬ 
nesen auch auf dem Gebiete der Papierfabrikation 
Hervorragendes leisten und dass ihre Papiere sich durch 
ganz besondere Festigkeit auszeichnen, daher zum Druck 
von Dokumenten aller Art, Luxusausgaben von Werken, 
zu Diplomen, Banknoten, Versicherungspolicen etc. ganz 
besonders geeignet sind. 

Unsere Beilage C ist auf japanisches Papier gedruckt, 
welches uns der alleinige Vertreter der Kaiserl. Japanischen 
Papier-Manufaktur in Tokio, Herr R. Wagner in Berlin. 
Dessauerstrasse 2 zur Verfügung stellte. Über den Bezug 
solcher Papiere von genanntem Herrn, der reichhaltiges 
Lager davon hält, belehrt unsere Beilage. 

Erwähnt sei, dass sich das Papier ganz vorzüglich ver¬ 
druckt. Wir haben z. B. noch nie eine Autotypie mit 
solcher Leichtigkeit zugerichtet und gedruckt, wie die, 
welche unsere Probe ziert Für die bedeutende Festigkeit 
des Papiers spricht das Ergebnis der Prüfungen, welche 
die kgl. mechanisch-technische Versuchs-Anstalt in Char- 
lottenburg anstellte. Die dünnste Sorte (A) ergab die bisher 
unerreichte Reisslänge von 8,63 km. die stärkste Sorte (M) 
eine solche von 9,18 km. Der Versuch, eine Ecke unserer 
Beilage abzureissen. wird unsern Lesern am besten be¬ 
weisen, wie fest das Papier ist. 

Eine sehr umfangreiche Beilage bildet das Preisblatt 
der Kalander von Karl Krause in Leipzig. Wir haben auf 
die so ausserordentlich praktisch konstruierten und gediegen 
gebauten Kalander dieser Fabrik bereits so häufig hinge¬ 
wiesen, dass wir heute wohl darauf verzichten können, 
Weiteres zu ihrem Lobe zu sagen. Wir möchten aber 
unsere Leser noch besonders darauf aufmerksam machen, 
dass Karl Krause soeben eine höchst elegant ausgestattete, 
bei Klinkhardt in Leipzig ganz vorzüglich gedruckte neue 
Ausgabe seines Gesamtpreiskurantes erscheinen liess und 
dieselbe gern allen Reflektanten auf Maschinen zusendet. 
Dieser Preiskurant beweist durch seine vorzüglich ausge¬ 
führten Abbildungen, wie bedeutend und wie vorteilhaft die 
maschinellen Hilfsmittel sind, welche dem Buchdrucker, 


Lithographen. Buchbinder etc. jetzt zur Verfügung stehen. 
Dafür, dass Karl Krause alle diese Maschinen in vorzüg¬ 
licher Ausführung liefert, bürgen seine grossartigen Ein¬ 
richtungen. 

Merkwürdigerweise veröffentlicht mit dem heutigen Heft 
auch einer der angesehensten und bewährtesten Konkurrenten 
des Herrn Karl Krause, die Fabrik von Friedrich Heim d' Co. 
in Ofenbach a. M.. auf einem grossen Tableau Abbildungen 
ihrer verschiedenen Maschinen für die gleichen Branchen, 
leider ohne Preisangaben für die einzelnen Maschinen 
zu machen. Der Name Heim ist auf diesem Gebiete des 
Maschinenbaues ein längst bekannter und hoch geschätzter 
und auch die Erzeugnisse dieser Fabrik erfreuen sich zufolge 
ihres soliden Baues und ihrer vortrefflichen Konstruktion 
grosser Beliebtheit. — 

Endlich haben wir noch der buchhändlerischen Beilage 
zu gedenken, welche diesem Heft beigegeben ist. Sie be¬ 
trifft das höchst interessante, von der gesamten Presse 
höchst günstig beurteilte Werk: >Dic Kobergcr<. Wir 
empfehlen unseren Lesern von dem auf dem beiliegenden 
Prospekt abgedruckten Inhaltsverzeichnis eingehend Kenntnis 
zu nehmen, es wird dann nicht ausbleiben, dass man dem 
Werk das Interesse schenkt, welches es in derThat verdient. 


Druekfarbenproben 

von Gebr. Jänecke & Fr. Schneemann, Hannover. 

ls ein stattlicher Band in reichem äusseren Gewände 
präsentiert sich die neueste Farbenprobe der ge¬ 
nannten Firma. Sechzehn prachtvolle und ansprechende 
Illustrationen aus den Weberschen Meisterwerken der Holz¬ 
schneidekunst wurden benutzt, um die verschiedenen 
Illustrations- und Prachtdruckfarben in ihrer vollen Schön¬ 
heit, Reinheit und Deckungsfähigkeit zu zeigen. Eine Anzahl 
der besten deutschen Offizinen übernahm die Druckaus¬ 
führung der einzelnen Blätter und leisteten alle dieselben das 
Reste, was zu leisten war, eine Aufgabe, die allerdings 
mittels solcher Farben, wie die von Gebr. Jänecke & 
Fr. Schneemann wesentlich erleichtert wurde. 

Die Werkfarben dagegen benutzte man zum Druck 
einer Belehrung über die Farbenfabrikation und einer Be¬ 
schreibung der Fabrikanlage genannter Firma (Auszug aus 
einem grösseren Artikel des Herrn Th. Göbel in den 
Schweizer Graphischen Mitteilungen) und wählte für diese 
Blätter sogar Papier verschiedener Güte und Stärke, um 
jede Farbe so zu zeigen, wie sie in der Praxis zur Ver¬ 
wendung kommt, die billigen auf geringerem, die besseren 
auch auf besserem Papier. Ferner liegen der Probe noch 
zwei mit Rotationsfarben zu 70 und 90 M. pro 100 kg 
gedruckte Nummern des Hannoverschen Kurier hei. Auch 
bei dieser allerbilligsten Farbe zeigt sich die nicht genug 
zu rühmende Sorgfalt, die Gebr. Jänecke & Fr. Schneemann 
bei Fabrikation ihrer Farben anvvenden. Die Nummern des 
Kurier zeigen sich kräftig schwarz gedeckt, dabei rein, also 
bestens leserlich und was vor allem zu loben, die Farbe 
ist beinahe geruchlos, dem Leser wird also nicht, wie so 
häufig durch die mit Rotationsfarben gedruckten Blätter, 
der Appetit verdorben, wenn er seine Zeitung beim Morgen¬ 
kaffee zur Hand nimmt. 

Wer je Farben von Gebr. Jänecke & Fr. Schneemann 
verdruckt hat, wird insbesondere zu loben haben, dass alle 
Sendungen der gleichen Sorten auch immer die gleiche 




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Schwarz- und Weiss-Ausstellung. — Neujahrskarten- und Kalenderschau. 


50 


Schwärze, Reinheit und Deckiingsfähigkeit zeigen, voraus¬ 
gesetzt, dass man der Fabrik die unerlässliche Ordre betreffs 
der Stärke der Farbe entsprechend den lokalen Verhält¬ 
nissen gab. Dies kommt zur Hauptsache daher, dass die 
Fabrik ihre Russe selbst erzeugt, sie also nicht, wie dies so 
häufig geschieht, hier und da zusammenkauft, es kommt 
ferner von den vollkommenen Einrichtungen, welche die 
Fabrik besitzt. 

Diese Vorzüge haben denn auch die verdiente Aner¬ 
kennung gefunden und die hervorragendsten deutschen 
Blätter »Gartenlaube« und »Daheim«, wie die von uns so 
oft rühmend erwähnten »Meisterwerke der Holzschneidekunst« 
sind mit Farben von Gebr. Jänecke & Fr. Schneemann in 
den vergangenen Jahren gedruckt worden. 


Schwarz- und Weiss-Ausstellung. 

ach Art der in England und Frankreich üblichen 
Ausstellungen haben wir nun auch in Leipzig durch 
die Güte des Herrn Franz Lipperheide in Berlin, Heraus¬ 
geberder »Modenweit« und der »IllustriertenFrauen-Zeitung«, 
eine Ausstellung von Zeichnungen in Chinesischer Tusche, 
Gouache, dunklen Aquarellfarben, Sepia, Bleistift etc. unter 
Benutzung von Weiss veranstaltet gesehen. 

Herr Lipperheide hatte eine grosse Anzahl (48) höchst 
wertvoller und ansprechender Blätter, das Ergebnis der von 
ihm für seine Frauen-Zeitung ausgeschriebenen Preis-Kon¬ 
kurrenz, dem Zentral-Verein für das gesamte Buchgewerbe 
zu Leipzig überlassen und dieser die ganze Sammlung in 
dem kleinen Saale der Buchhändlerbörse in übersichtlichster 
Weise, zumeist unter Gegenüberstellung der nach den 
Originalen geschaffenen Holzschnitte zur Ansicht der sich 
dafür Interessierenden gebracht. 

Hatten wir schon früher eine grosse Vorliebe für in 
diesen Manieren und Farbentönen ausgeführte Bildwerke, 
so ist dieselbe noch wesentlich durch jene Ausstellung 
vermehrt worden. Wir fühlen uns verpflichtet, Herrn Lipper¬ 
heide Dank zu sagen für den Genuss und die Anregung, 
welche er insbesondere den Angehörigen der graphischen 
Künste durch diese Ausstellung verschaffte. 

Der Raum unseres heutigen Heftes erlaubt uns nicht, 
spezieller über die einzelnen Blätter zu berichten, erwähnt 
sei jedoch, dass Herr Lipperheide. um für seine Frauen- 
Zeitung gediegene und ansprechende Illustrationen zu ge¬ 
winnen, drei Preise gestiftet hatte, deren ersten von 3000 M. 
Herr Hans Herrmann in Berlin, deren zweiten von 2000 M. 
Herr Hans Bartels zu Hamburg, gegenwärtig in München, 
und deren dritten von 1000 M. Herr Karl Rickelt, geboren 
zu Lippstadt, gegenwärtig in München, erhalten hatten. Die 
Arbeiten dieser Künstler erregten natürlich das besondere 
Interesse der Besucher. 


Neujahrskarten- und Kalendersehau. 

uch bei Eintritt in dieses Jahr sind uns wieder 
zahlreiche Glückwünsche von Freunden unseres 
Blattes zugegangen. Herzlichen Dank allen den geehrten 
Einsendern; unseren besten Glückwunsch haben wir bereits 
im 1. Heft ausgesprochen. 

Die uns zugegangenen Neujahrskarten und Kalender 
lassen zu unserer Freude erkennen, dass man, wie es 


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scheint, unsere Mahnung im 2. Heft des letzten Jahrganges, 
alle Buchdruckarbeiten einfach gediegen auszustatten, wohl 
beachtet hat, denn fast sämtliche uns zugegangene Arbeiten 
zeigen eine solche Ausführung. Wesentlich mag dazu aber 
die Erkenntnis der Fachgenossen beigetragen haben, dass 
wir mit unserem Material nicht anzukämpfen vermögen 
gegen die Erzeugnisse der Chromolithographie. Wer die 
Neujahrskarten und Kalender in den Schaufenstern der 
Buch- und Papierhandlungen etc. mit Aufmerksamkeit be¬ 
trachtet hat, wird zugeben müssen, dass dieselben von 
Jahr zu Jahr an Schönheit der Zeichnung und Gediegenheit 
der Ausführung mittels der lithographischen Presse zunehmen. 
Wir linden auf ihnen die reizendsten, sinnigsten Motive in 
wahrhaft künstlerischer Wiedergabe. 

Was vermögen wir dem gegenüber mit unserem steifen 
Material auszurichten und was für Opfer müssten wir bringen, 
um ein ähnliches Resultat zu erreichen. 

1. Neujahrskarten. Der bei weitem grösste Teil der 
uns zugegangenen Neujahrskarten zeigte die Form einer 
einfach geschmackvollen Visitenkarte mit angedrucktem 
Glückwunsch. Über die Karten in komplizierterer Ausführung 
sei nachstehend berichtet: Den ersten Platz nach unserem 
Geschmack nimmt die in klein Quart auf braungrünes 
Papier in Blau, Roth und Gold gedruckte Gratulation der 
Druckerei Dr. M. Huttier & Cie. in München ein. Ihre 
Komposition lehnt sich zwar an die Vorbilder aus alter 
Zeit an, doch wird das Auge in wohlthuender Weise von 
der Exaktität berührt, welche die verwendeten Typen, 
meist wohl Erzeugnisse von Genzsch in München, zeigen und 
wodurch sie sich so vorteilhaft von den Formen vergangener 
Jahrhunderte auszeichnen. Eine hübsche Karte aus der 
Gotischen Einfassung und den gotischen Initialen von 
Scheiter & Giesecke sandte Herr Halauska in Hattein, der 
gegenwärtig zu den Meisterdruckern zu zählen ist. Die 
bekannte »Selenotypie« dieses Herrn hat, wie es scheint, 
viel Freunde gefunden, denn eine Anzahl Karten und 
Arbeiten, unter ersteren besonders die von Käst & Ehinger 
in Stuttgart, Victor Moeker in Köln und Schomburg, 
Caballero & Comp, in Madrid sind mit bunten Leisten in 
Selenodruck geziert und machen viel Effekt. Eine besonders 
hübsche Karte in grossem Format sandten Weber & Kölblin 
(A. v. Hagensche Hofbuchdruckerei) in Baden-Baden. 
Gefälliger Satz und matte, sehr gefällig gewählte Farben¬ 
töne zeichnen diese Karte aus. Der Glückwunsch der 
Zepfelschen Ruchdruckerei in Solothurn ist mit einem 
reichen Rahmen aus der Holbein-Einfassung und mit dem 
Buchdruckerwappen in farbiger Wiedergabe geziert. Das 
Blatt ist ein sehr hübsches, vorzüglich gesetztes und ge¬ 
drucktes; die Farben, (sehr lebhaftes Grün, Rosa, Rot. 
Gold, Schwarz anf gelbem und bläulichem Ton) sind jedoch 
etwas zu grell gewählt. Die Karte der renommierten Offizin 
von J. P. Bachem in Köln ist mit gotischen Initialen, 
Ornamenten, diversen Einfassungen und Linien geziert und 
in Schwarz, Rot und Gold gedruckt. Ihre Ausführung ist 
eine einfach noble. Die Giessereien Genzsch & Heyse in 
Hamburg und E. J. Genzsch in München sandten gleiche, 
aus eigenen stilvollen Materialien gesetzte gefällige und 
originelle Karten, deren Ausführung die Dr. M. Huttlersche 
Offizin in München in bester Weise besorgte. Eine bei 
Klinkhardt gedruckte Karte übermittelt die Glückwünsche 
der Messinglinienfabrik von C. Rüger in Leipzig. Ver¬ 
schiedene Zierlinien der Firma im Verein mit der Germania- 
Einfassung wurden zur Ausführung des Satzes benutzt. 
Karl Köpsel in Berlin verwendete neben anderen, kleineren, 

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Neujahrskarten- und Kalenderschau. 


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die Renaissance- und die Franklin-Einfassung, beide von 
Woellmer, als Schmuck für seine sehr gefällige Karte, deren 
günstiger Eindruck aber unseres Erachtens nach durch die 
zu sehr hervortretenden graublauen Töne etwas beeinträchtigt 
wird. Die Karte unseres früheren Accidenzsetzers, Herrn 
Friedrich Bauer, enthält nur wenige Zeilen in Mediaeval- 
Schreibschrift ohne jede sonstige Verzierung, macht aber, 
gehoben durch das angedruckte Buchdruckerwappen in 
farbiger Ausführung viel Effekt. Hermann Hampels Offizin 
in Züllichau stattete ihre 
Karte mit der Holbein- 
Einfassung in ganz ge¬ 
fälliger Weise aus, leider 
aber zwei der grössten 
Stücke derselben verkehrt 
anwendend; der Kalender 
auf der Rückseite konnte 
gegenüber der reich orna¬ 
mentierten Vorderseite auch 
etwas reicher ausgestattet 
werden. Lobend hervor¬ 
zuheben ist noch die Aus¬ 
führung der Gratulation 
von E. Rickers Buchdrucke¬ 
rei in Tübingen (sandte 
ausserdem noch mehrere 
andere gediegene Arbeiten), 
zumal dieselbe ein erster 
Versuch im Farbendruck 
ist. Lobende Erwähnung 
verdienen ausserdem noch 
die Karten und Zirkuläre 
von Fritz Bürgin in Basel, 

E. C. und A. M. Gjestvang, 

C. W. Haarfeld in Essen , 

Otto Maisei in Schweidnitz , 

L. Altmüller in Marne , 

Reinh. Dittberner in Liebait, 

Chr. Wolz in Esslingen , 

Reinh. Winkler in Frank¬ 
furt a. il/., Jos. Schmitz in 
Wiesbaden. 

Damit in unserer Karten¬ 
schau der Humor nicht 
fehle, sandte uns Herr 
Theodor Naumann, Mit¬ 
inhaber der renommierten 
Offizin C. G. Naumann in 
.Le^njr.diebekanntlichHer- 
vorragendes im Accidenz- 
druck leistet, die nebenstehende auf starkes Büttenpapier 
gedruckte Karte mit der schriftlichen Widmung »Seinem 
verehrten Lehrer wenn auch nachträglich, aber doch 
dankbarst gewidmet vom harmlosen Drucker«. Wir denken, 
dass diese kleine Persiflage auf die heutige Stilwütigkeit 
auch unseren Lesern Vergnügen machen wird. Unserm 
geehrten Kollegen Naumann aber wünschen wir, dass er 
sich, getreu seinem Wahlspruch »Fiat Jux!« trotz, oder 
gerade wegen seiner angestrengten, unermüdlichen ge¬ 
schäftlichen Thätigkeit bis in sein spätestes Alter den 
gleichen Humor erhalten möge, welchen seine Kollegen 
so sehr an ihm schätzen, wenn sie sich auch gefallen 
lassen müssen, dass er ihnen an ihren Jubiläen in aller 
Form einen »Fisch« erteilt. 


2. Wand- und Notizkalender. Die Druckereien der 
Beichsliauptstadt wetteifern auch in diesem Jahre, ihren 
Kunden schön ausgestattete Kalender zu bieten. Gebrüder 
Grunerts Wandkalender ist wieder dieselbe einfach gediegene 
Arbeit ihrer Pressen, wie in früheren Jahren; vier gefällige 
Vignetten, Frühling. Sommer, Herbst und Winter darstellend, 
bilden die Ecken des aus der Saxonia-Einfassung gesetzten, 
durch zarte Einfassungen und Linien begrenzten und ver¬ 
breiterten Rahmens; der Text ist aus Schwabacher gesetzt. 

Eine sehr schöne Arbeit ist 
der Kalender der Offizin 
Otto Elsner. Hier sind die 
allegorischen Darstellungen 
der Jahreszeiten als Eck¬ 
füllungen in farbigem Druck 
ausgeführt. Satz und Druck 
sind vorzüglich. Die Ka¬ 
lender der Lewentschen 
Offizin und der von Wilhelm 
& Brasch sind lediglich 
mittels Typen gebildet, 
zeigen sich aber durch 
geschmackvolle Wahl des 
Materials und Güte des 
Druckes in höchst vorteil¬ 
haftem Licht. Das Gleiche 
gilt von dem Kalender der 
Firma Max Lichtewitz; die¬ 
selbe umgab das Kalen¬ 
darium mit einem reichen 
architektonischen Aufbau 
aus Materialien von Scheiter 
& Giesecke. Der Notiz¬ 
kalender der renommierten 
Firma Wilhelm Gronau er¬ 
scheint wie im vorigen Jahre 
wieder in Quartformat und 
enthält ausser den für Blei¬ 
stiftnotizen bestimmten 
Monatsblättern auf fein¬ 
farbigem Löschpapier noch 
einen vollständigen Ka¬ 
lender und ein Blatt mit 
zahlreichen wertvollen 
Notizen über Post-, Tele¬ 
graphen- etc.-Wesen. Die 
innere Ausstattung ist eine 
noch reichere, wie im ver¬ 
gangenen Jahr; der pracht¬ 
volle, mappenartige Ein¬ 
band. der das Ganze zu einem sehr wertvollen Geschenk 
macht, verdient besonders erwähnt zu werden. — Die 
diesen Kalendern beigegebenen Begleitzirkuläre sind sämt¬ 
lich gleich gediegene Arbeiten. — Von den Druckern Stettim 
war es Herr Louis Pasenow, welcher wieder unserer ge¬ 
dachte; sein Kalender, dessen Hauptschmuck die Akauthea 
bildet, ist ein Meisterwerk sowohl bezüglich des Satzes, 
wie des Druckes. Beides erinnert an die peinliche Arbeits¬ 
weise der Grunertschen Offizin in Berlin. Der Notiz-Wand¬ 
kalender des Herrn Robert Wapler in Magdeburg zeigt wieder 
die praktische lange, schmale Form wie im vorigen Jahre. 
Das Kalendarium, aus einem grösseren Grade Etienne mit 
Gemeinen gesetzt, ist auch aus der Ferne vorzüglich zu 
lesen. Die Satz- und Druckausführung des Ganzen, wie 



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Neujahrskarten- und Kalenderschau. — Zeitschriften- und Bücherschau. 


54 * 


auch des Begleitzirkulars sind höchst gediegen und ge¬ 
schmackvoll. 

Ba das Versenden von Kalendern in Leipzig nicht 
üblich ist, wundern wir uns nicht, wenn wir nur von 
zwei Leipziger Firmen solche erhielten. Die Offizin 
W. Drugulin hat diesmal ihrem Notizkalender ein Quart¬ 
format und eine besonders reiche Ausstattung gegeben. 
Prachtvolle von A. Bauer gezeichnete, abwechselnd braunrot 
und dunkelgrün auf gelblichem Ton gedruckte Umrahmungen 
zieren das Kalendarium, ein noch reicher ornamentierter 
Rahmen den Titel und Umschlagstitel. Die Druckausführung 
des letzteren ist eine ganz besonders schöne und für den 
Buchdrucker interessante. Es wurde nämlich zum Druck 
des Umschlags schwarzbraunes, starkes Papier verwendet 
und auf dieses als Unterdrück für die Umrahmung ein 
gelblicher Ton aufgedruckt. Dies ist bei der dunklen 
Grundfarbe des Papiers keine leichte Aufgabe, es muss 
vielmehr, um den hellen Ton zur Geltung zu bringen, ein 
sehr gut gedeckter Vordruck mit derselben Platte gemacht 
und dieser dann erst mit dem Ton überdruckt werden. 
Auch die roten Zeilen im Titeltext sind trotz der dunklen 
Färbung des Papiers bestens gelungen, wie überhaupt der 
ganze Kalender ein originelles Meisterwerk genannt werden 
kann. Leider musste die Druckerei beim Druck dieser Arbeit 
erfahren, dass der Buchdrucker selbst bei grösster Auf¬ 
merksamkeit nie vor kleinen Versehen sicher ist. Die Musik- 
Druckerei F. W. Garbrechts Nachf., Oscar Brandstetter, 
gibt ihrem Wandkalender ein schmales, hohes Folioformat 
und druckt das Kalendarium auf einem grossen Violin¬ 
schlüssel ab, der sich, weiss mit schwarzen Konturen, sehr 
gefällig von einem graubraunen Grunde abhebt. Diesen 
Grund ziert wieder ein aus Notenzeichen etc. zusammen¬ 
gesetztes Muster in Golddruck. Idee und Ausführung sind 
originell und gediegen. 

Auch die Buchdruckerei Heinr. Mercy in Prag ist wieder 
unter den Einsendern von Kalendern. Ihr diesjähriger 
grosser -Wandkalender zeigt eine besonders gefällige Satz¬ 
ausführung und eine höchst glückliche Walil der Farben; 
schade, dass der etwas zu kompresse und zu schwarze 
Druck des Textes das Aussehen einigermassen beeinträchtigt. 
Freilich wird aber jeder Empfänger ausser dem Kalendarium 
gerade diesen Text (zahlreiche wichtige Notizen etc.) 
zu schätzen wissen, es ist deshalb wohl gerechtfertigt, 
dass man in dieser Hinsicht mehr das Praktische im 
Auge hatte. 

Aus Hannover senden uns Gebrüder Jänecke einen 
sehr hübschen, durch reichen Farbendruckumschlag gezierten 
Notiz- wie auch einen Abreisskalender, Jänecke & Schnee¬ 
mann (Farbenfabrik) einen gleichen Abreisskalender, der 
wiederum zahlreiche interessante Notizen enthält. Karl Wallau 
in Mainz gibt seinem diesjährigen Wandkalender in Oktav, wie 
schon früher, eine einfach gefällige Ausstattung. Ein zier¬ 
lich gezeichneter Rahmen im Bokokostil, begrenzt durch 
Goldlinien, umgibt das Kalendarium. Eine allerliebste Arbeit 
ist der Taschenkalender des Herrn J. P. Bachem in Köln. 
Ein höchst ansprechend komponierter, farbig gedruckter 
Umschlag ziert das kleine sauber gedruckte Büchelchen. 
Beit & Philippi, Farbenfabrik in Hamburg . senden einen 
Wandkalender in Form einer Palette. Das je auf einem 
Blatt enthaltene Monatskalendarium schmückt ein reizendes 
auf den Monat bezügliches Bildchen in vollendetstem Farben¬ 
druck, so dass also 12 solcher Darstellungen den Kalender 
zieren. Die Ausführung dieses so recht zur Zierde eines 
Damenzimmers geeigneten kleinen Meisterstückes besorgte 


die renommierte Anstalt für Chromolithographie von Wezel & 
Naumann in Leipzig. 

Der Kalender des Herrn Otto Bachmann in Saulgan 
ist wieder eine ansprechende Arbeit dieser renommierten 
Offizin. Der Titel würde sich unseres Erachtens nach noch 
gefälliger gemacht haben, wenn die Zeilen: »Fürstlich« und 
»Hohenzoll. Hofbuchdruckerei« nicht so dicht aufeinander 
gestellt* und die Züge am Ortsnamen nicht so breit gewählt 
worden wären, dass sie die Einfassung fast berühren. Platz 
zu weiterer Sperrung war hinlänglich vorhanden. Auch 
die Gratulationskarte dieser Firma ist eine originelle Arbeit. 
Als einfach aber immerhin recht gefällig ausgestattet wollen 
wir noch die Kalender von Friedrich Wagners Erben in 
Zürich , Hyll & Klein in Barmen (Umrahmung Lithographie), 
Lax in Hildesheim und W. Büchler in Bern erwähnen. 

Ein wirkliches Kunstwerk ist der grosse Wandkalender 
von R. v. Waldheim in Wien. Die von dem Maler Fahrn¬ 
bauer herrührende stilvolle und durch ihre Markigkeit im¬ 
ponierende Zeichnung ist auf dem Wege der Heliographie 
durch Angerer prächtig wiedergegeben und von A. Pisani 
vorzüglich gedruckt worden. Das Blatt erinnert lebhaft an 
die Radierungen alter, berühmter Meister und macht, zumal 
mit einem Unterdrück in der Farbe des chinesischen Papiers, 
den Eindruck grosser Vollkommenheit und Gediegenheit. 
Der grosse Kalender der Farbenfabrik von Lorilleux & Co. 
in Paris ist geziert durch ein Bild in Farbendruck: Guten¬ 
berg, an der Presse arbeitend. Das Kolorit ist ein etwas 
buntes, was man in Anbetracht des Zweckes, die bunten 
Farben der Fabrik zu zeigen, wohl entschuldigen kann. 
Eine hübsche Arbeit ist der Kalender von de Brakke Grond 
in Amsterdam , Reich und originell verziert, zeigt derselbe 
die besonders für den Laien interessanten Druckapparate 
der Alt- und Neuzeit, eine Handpresse von 1480 und eine 
Rotationsmaschine von 1880. Die Druckerei G. B. t’Hooft 
in Rotterdam hat ihren grossen Kalender wieder mit einer 
grossen Zahl Einfassungen aller Art verziert. Man hat 
viele und anerkennenswerte Mühe aufgewendet, doch kein 
dementsprechendes Resultat erzielt. Anton Halauska in 
Hallein hat seinen sauber gedruckten Kalender, wie fast 
alle seine Arbeiten mittels Leisten in Selenotypie verziert, 
ebenso sein Porträt, das seiner Sendung beiliegt. In Anbe¬ 
tracht des Zweckes, seine Selenotypie zur Geltung zu bringen, 
wollen wir die allzu häutige Anwendung derselben gern 
gelten lassen. 


Zeitschriften- und Büehersehau. 

— Meisterwel ke der Holzschneidekunst. Lei pzig, J. J. Wehe r. 
Über dieses schöne Unternehmen der genannten Firma, die 
Meisterwerke der Holzschneidekunst den Kennern und Lieb¬ 
habern in ansprechender Zusammenstellung für einen höchst 
billigen Preis, 18 M. pro Band elegant gebunden, 1 M. pro 
Heft, zugänglich zu machen, haben wir bereits häufig in 
der verdienten anerkennenden Weise berichtet. Heute 
mögen unsere Leser speziell darauf hingewiesen sein, dass 
der 8. Band dieses Werkes vollendet und der 9. Band in 
seinem 1. Heft vorliegt. Auch dieser Band und dieses Heft 
zeigen wieder eine Fülle schöner und ansprechender Blätter, 
bei deren Betrachtung man nicht genug die Genialität ihres 
Schöpfers, die Gediegenheit der Arbeit des Holzschneiders 
und des Druckers bewundern kann. Wir möchten unsere 
Leser wiederholt dringendst ersuchen, dem verdienstvollen 

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Zeitschriften- und Bücherschau. — Mannigfaltiges. — Annoncen. 


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Unternehmen die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, 
dasselbe ist ja ganz besonders für den Buchdrucker von 
hohem Wert. 

— Die Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart hat seit 
vorigem Jahr zum ersten Mal bei uns durch ein Weihnachts¬ 
heft von »Über Land und Meer < einen hübschen, in England 
und Frankreich üblichen Brauch eingeführt. Der Erfolg 
muss wohl ein sehr günstiger gewesen sein, denn wir sahen 
die Verlagsanstalt auf diesem Wege weiterschreiten, durch 
die Ausgabe eines diesjährigen Weihnachtsheftes, das, ganz 
in sich abgeschlossen und noch reichhaltiger an Bildern 
und weihnachtlichen ErzählungsstofTen. als eine Vervoll¬ 
kommnung dieses bei uns neuen Genres erscheint. Von 
feinstem Geschmack ist schon der Umschlag; wenn wir die 
Nummer aufschlagen, so fällt unser Blick auf wahrhaft 
prächtige Bilder, von denen wir nur die Geist und Gemüt 
auf gleiche Weise anregenden und bewegenden Illustrationen 
»Vor Weihnachten«, »Weihnachtsmahl«, »Jakob's Himmels¬ 
leiter«, die herrlichen Bilder zu Gerok's »Luft vom Osten«, 
das humoristische »Weihnachten bei Beineke« und »Eine 
Weihnachtsszene im Atelier« hier namhaft machen wollen. 
Ausserdem lagen ein prächtiger Farbendruck und ein sehr 
hübsches Musikstück von R. von Hornstein bei. Auch der 
Text ist ein gediegener und reichhaltiger. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläum. Am 1. Januar feierte das Elsässer Journal 
in Strassburg sein lOOjähriges Bestehen. 

— Gestorben. Am 6. Dezember der Buchdruckerei¬ 
besitzer Herr Friedrich Culemann in Hannover. — In Hamburg 
der frühere Buchdruckereibesitzer Herr J. C. H. Futter. — 
Am 24. Dezember Herr Wilhelm Beisenherz in Frankfurt a.M., 
bis vor Kurzem Inhaber der Schriftgiesserei Nies. — Am 
6 . Januar der Buchdruckereibesitzer Herr Friedrich Becker 
in Uelzen. — Am 16. Januar der Hofbuchdruckereibesitzer 
Herr Emil Böstel in Posen. Eigentümer der »Posener Zeitung«. 


Inhalt des i. Heftes. 

Die Herstellung von Tonplatten. — Verzeichnis und Erklärung der 
gebräuchlichsten Kunstausdrückc. — Die Einrichtung von Druckereien. 

— Schriftprobenschall. — Satz und Druck der Probenblätter. — Bezugs¬ 
quellen etc.— Unsere Beilagen. — Druckfarbenproben von Ciebr. Jänecke 
& Fr. Schneemann in Hannover. — Schwarz- und Weiss-Ausstellung. 

— Neujahrskarten- und Kalenderschau. — Zeitschriften- und Bücher¬ 
schau. — Mannigfaltiges. — Annoncen. — 1 Blatt Karte. — 1 Blatt Fest¬ 
programm. — 1 Blatt Probe von japanischem Papier von R. Wagner 
in Berlin. — 1 Prcisblatt über Kalander von Karl Krause in Leipzig. 

— 1 Prospekt der Maschinenfabrik Fr. Heim & Co. in OlTenbach a. M. 

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Musterblättcrn ohne weitere Berechnung» doch wird bedungen, 


dass dieselben, als Äquivalent für die durch die Aufnahme er¬ 
wachsenden Mühen u«d Kosten dienend, in unser Eigentum über¬ 
gehen. Giosscreien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
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allen auf den Proben angewendeten Vignetten, Initialen 
Platten etc. Lieferung aller auf den Proben angewendeten 
Schriften etc. wird zu den Originalpreisen der betr. 
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Papiere, wie solche von uns benutzt sind, auf Wunsch ab¬ 
gegeben. Von besonders gefälligen Arbeiten sind Blanko- 
vordrucke am Lager. Speziellere Bemerkungen über Galvano¬ 
typen und Vordrucke sehe man unter Satz und Druck der Beilagen. 


Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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g | ARCHIV FÜR BUCHDRUCKERKUNST 

ötojlj UNI) VERWANDTE GESCHÄFTSZWEIGE. 

tjvj 1 HERAUSGECEBEN VON ALEXANDER WALDOW. 


Die Herstellung von Tonplatten. 

Von Wilhelm Weis. 

(Fortsetzung.) 



*eim Reinigen aller Platten aus Papiermasse 
muss übrigens sehr vorsichtig zu Werke 
gegangen werden. Wasser und Lauge sind 
als Waschmittel vollständig ausgeschlossen. Am 
besten reinigt man dieselben mit einem in Benzin 
getränkten Lappen, worauf man sie mit einem 
trockenen Tuche leise abreibt oder abtupft. 

Eine vor kurzer Zeit von Herrn Albert Hoffmann 
in der »Papier-Zeitung« mitgeteilte Manier, deren 
wirklich praktischen Wert wir jedoch nicht erprobt 
haben, sei hier noch nebenbei erwähnt. 



mit dem Finger ringsum die Kanten ab. so dass sich 
die Grenzen des Tones auf dem Karton andeuten. 
Hierauf nehme man das so geknickte Kartonblatt, 
schneide die entstehenden überflüssigen Ecken ab 
(Fig. 9) und falze nun die Seitenteile gut um. Diesen 
nun so bearbeiteten Karton stülpe man gleich 
einem Schachteldeckel über den Einfassungssatz und 
schliesse das Ganze, jedoch dafür Sorge tragend, 
dass die obere Kartonflüche gut gespannt sei. 
Letzteres lasse sich auch nachträglich noch dadurch 
bewerkstelligen, dass unter die Einfassung noch ein 
Blatt Schreibpapier geklebt und das Ganze noch 
einmal geklopft werde. 

Geht die Höhe und Breite nicht auf Cicero aus. 
so sei das Fehlende mit Messinglinien oder Durch¬ 
schuss zwischen die Einfassungstypen zu schlagen. 



Fig. 9. 


Anfertigung und Bearbeitung 
von Celluloidplatten. 


Statt den Karton auf einen Holzfuss zu leimen, 
wird derselbe gleichzeitig mit schrifthohem Material 
geschlossen. — Angenommen, die zu färbende Stelle 
sei 8 Cicero breit und 12 Cicero hoch, so setze man 
zu diesem Zwecke möglichst volle (d. h. solche, die 
wenig Vertiefungen haben,) ein- oder zwei Cicero- 
Einfassungsstücke, am besten Untergrund, auf die 
angegebene Grösse zusammen, lege darüber ein Stück 
Karton, welches aber auf allen vier Seiten etwa 
4 Cicero über die Einfassung hinausragt und reibe 


Abgesehen von dem höheren Materialwert eignen 
sich die Celluloidplatten bis jetzt am besten für den 
Tondruck und sind deshalb den Kartonplatten ent¬ 
schieden vorzuziehen. Man kann dieselben ausser 
Lauge mit jedem Waschmittel behandeln, und sofort 
wieder drucken. Sie nehmen die Farbe sehr gut an 
und geben solche auch ebenso gut als rein ab und 
liefern ausserdem durch die Dichtigkeit der Masse 
und ihre tadellose Glätte einen ausgezeichneten 
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Die Herstellung von Tonplatten. 


(iS 


Man bezieht das Celluloid in Tafeln bis zu Halb¬ 
petit Stärke, aber auch auf Holzfuss fertig montiert 
und geschliffen. In letzterer Form sind die Platten 
am meisten zu empfehlen, da das Aufleimen des 
Celluloids auf Holz mit Schwierigkeiten verknüpft ist, 
die das letztere selbst auszuführen nicht als praktisch 
erscheinen lassen. Hierdurch, sowie des Preises 
halber stehen sie den Kartonplatten, welche sich der 
Buchdrucker leicht selbst anfertigen kann, allerdings 
nach. Bei besseren Arbeiten sollte man aber trotzdem 
zur Celluloidplatte greifen. 

Dieselben lassen sich genau wie die Kartonplatten 
bearbeiten und wäre also für denjenigen, welcher 
dieses Verfahren vorzieht, eine weitere Erläuterung 
unnötig. Praktischer ist es jedoch, die Platten ganz 
und gar mit dem Stichel auszuführen, das Messer 
also nicht anzuwenden. Es gehört hierzu natürlich 
einige Übung, der Strebsame wird aber diese 
Schwierigkeit bald überwinden und den Vorteil aner¬ 
kennen. 



Fig. lob. 


Die hierbei zur Verwendung kommenden Stichel 
müssen stets scharf gehalten werden, da bei Gebrauch 
eines stumpfen Instruments die Celluloidmasse sehr 
leicht einreisst und die Kontur hierdurch beschädigt 
wird. Im Ganzen genügen drei bis vier Stichel zur 
Bearbeitung der Platten: ein Spitzstichel (Fig. 10a), ein 
oder zwei Grabstichel (Fig. 10b) und ein Flach¬ 
stichel (Fig. 4). 

Zum Schleifen der Stichel gehört ein glatter, 
ebener Sandstein und ein ebensolcher Abziehstein 
(Levantiner- oder Missisippi-); statt des flachen Sand¬ 
steins kann auch ein Drehstein verwandt werden. 



Fig. 11. 


Die Facette der Stichel muss möglichst schlank ge¬ 
halten werden. Es erleichtert dies die Arbeit, indem 
der Schnitt zarter wird, und das Auge die zu 
schneidende Stelle besser kontrollieren kann, da sich 
der ausgehobene Span derFacette anschmiegt (Fig. 11). 
Bei zu steiler Facette rollt sich der Span an der Spitze 
des Stichels nach vom zusammen und verdeckt dadurch 


die weiter folgende Konturpartie (Fig. 12). Das Schleifen 
der Stichel muss sehr vorsichtig geschehen, denn die 
Facette, d. h.. die obere Fläche des Stichels darf nicht 
an den Kanten sich abrunden. Die Seitenkanten und 
die Spitzen des Stichels sind gleichbedeutend mit der 
Schneide des Messers. Man halte beim Schleifen den 
Zeigefinger auf die untere Seite (den Bauch) des Stichels 
und bringe die Facette mit dem Schleifstein in Be- 



Fig. 12. 


rührung und überzeuge sich erst, ob dieselbe flach 
aufliegt. Alsdann beschreibe man beim Schleifen 
kleine Kreise und halte die Hand ruhig, sodass die 
Facette nicht nach beiden Kanten umkippt. Zur In¬ 
standhaltung des Steins ist es ratsam, überall auf der 
ganzen Fläche — nur nicht an einer einzigen Stelle 
— zu schleifen, denn sobald der Stein Rinnen und 
Vertiefungen hat, kann auch die Facette nicht flach 
bleiben. 

Der Spitzstichel (Fig. 10a) dient zum Vorschneiden 
der Kontur. Der Bauch desselben bleibt scharfkantig; 
es wird also nur die Facette geschliffen, die Seiten 
werden nur abgezogen, um den an den Kanten sich 
bildenden Grad zu entfernen. — Mit den beiden 
Grabsticheln werden nur kleinere, zu vertiefende 
Zwischenräume und der weiter hinten beschriebene 
zweite Schnitt ausgeschnitten. Bei diesen wird der 
Bauch etwas breit geschliffen, sodass die Spitze 
dadurch abgestumpft erscheint. Man schleift den 
einen der Grabstichel (Fig. 10b) auf der ganzen Länge 
des Bauchs ungefähr eine Achtelpetit, den andern 
etwas mehr (eine Viertelpetit bis eine Viertelcicero) 
ab. sodass die damit geschnittenen Vertiefungen eine 
Achtelpetit resp. eine Viertelpetit oder eine Viertel¬ 
cicero breit werden. — Der Flachstichel (Fig. \) 
wird wie bei den Kartonplatten zum Entfernen der 
überflüssigen Masse gebraucht. Derselbe wird auch 
nur auf der Facette geschliffen, der Bauch und die 
Seiten werden des Grates halber abgezogen. 

Wie Fig. 13 zeigt, liegt der zu bearbeitende Stock 
auf einem brotförmigen Gegenstand. Es ist dies ein 
mit Sand gefülltes Lederkissen, wie es der Holz¬ 
schneider oder Graveur benutzt. Dieses Kissen eignet 
sich auch ganz gut bei der Bearbeitung der Celluloid- 
platten als Unterlage, indem sich der Stock auf dem¬ 
selben am bequemsten wenden und drehen lässt, 
ln Ermangelung eines solchen Kissens kann man 
auch ein Buch oder mehrere übereinandergelegt 
benutzen. Hierbei sowohl, als auch bei Verwendung 
des Kissens ist jedoch darauf zu achten, dass der 
Stock so hoch zu liegen kommt, dass der Ausführende 


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69 


Die Herstellung von Tonplatten. 


70 


gerade und nicht gekrümmt bei der Arbeit sitzt, da 
letzteres Rücken- und Halsschmerzen verursacht. 
Also auch bei Gebrauch des Kissens sind noch 
irgendwelche Unterlagen anzubringen, um dem Stocke 
die richtige Höhe zu geben. 

Wie bei den Kartonplatten wird auch bei den 
Celluloidplatten die Kontur zuerst vorgeschnitten und 
bedient man sich hierbei, wie schon bemerkt, des 
Spitzstichels. Die Haltung des Stichels und der Platte 
selbst ist durch Fig. 13 veranschaulicht. Die linke 
Hand hält den Stock fest, in der rechten Hand be- 
lindet sich der Stichel. Während der Schnitt mit dem 



Fifcr. 13. 


Messer ein dem Körper des Ausführenden sich zu¬ 
wendendes Ziehen oder Schneiden ist, verhält es sich 
mit dem Stichel umgekehrt, es ist nämlich ein dem 
Körper seitwärts abgewendetes Herausstossen oder 
Herauspflügen des Spanes. Die linke Hand hat den 
Stock nicht nur zu halten, sondern denselben auch 
bei Biegungen der Linien zu wenden und zu drehen. 
Denn die rechte Hand hält den Stichel immer in der¬ 
selben Lage und würden bei ruhiger Haltung des 
Stockes nur gerade Linien geschnitten werden. Bei 
dem Konturschneiden der Kartonplatten macht das 
Messer eine Bewegung von links nach rechts, bei dem 
Celluloid der Stichel eine solche von rechts nach links. 

Die meisten Leser werden über¬ 
haupt schon Gelegenheit gehabt 
haben, einen Holzschneider oder 
Graveur mit dem Stichel hantieren 
zu sehen, weshalb hier wohl eine 
noch eingehendere Beschreibung 
dieser Manipulation unterbleiben 
kann. Bevor sich der Lernende an 
die Ausführung einer Tonplatte gibt, ist es nötig, 
dass er auf ein kleines Stückchen Celluloid oder 
Buchsbaumholz erst gerade, dann gebogene oder 
Wellenlinien mittels des Spitzstichels auszuschneiden 
sucht (Fig. 14), um die nötige Fertigkeit zu erlangen. 
Hier sei auch gleichzeitig gewarnt, nicht mit zu grosser 
Kraftanstrengung der rechten Hand vorwärts zu gehen, 


denn wenn der Stichel hierbei aus der Masse aus- 
rutscht , geht infolge Gegendrucks der linken Hand 
der Stichel leicht in dieselbe hinein, wodurch unter 
Umständen eine nicht geringe Verwundung entstehen 
kann. Man arbeite leicht, die entstehende Furche 
braucht auch gar nicht tief zu sein, denn sie wird nur 
gemacht, um die Kontur der Form anzudeuten. Bei 
grossem Druck passiert es dem Anfänger auch leicht, 
dass der Stichel sich zu tief in die Masse eingräbt, 
sodass ersterer nur mit grosser Anstrengung weiter 
gedrückt werden kann. Hierdurch werden nicht selten 
Stellen der Grenzen mit fortgeschnitten, und so die 
Platte schlecht, wenn nicht unbrauchbar gemacht. 
Der Stichel muss überhaupt möglichst flach auf der 
Platte aufliegen, aus diesem Grunde ist auch die untere 
Seite des Heftes abgeschnitten. 

Die Bearbeitung der Celluloidplatten mittels des 
Stichels lässt sich also wieder in drei Teile zerlegen: 
1. in das Vorschneiden der Kontur, 2. in die An¬ 
bringung des zweiten Schnitts und 3. in das Entfernen 
der auszuschälenden Masse. 

1. Vorschneiden der Kontur. 

Nachdem der Überdruck auf die Platte gemacht 
ist, nimmt man auf vorher angedeutete Weise den 
Spitzstichel zur Hand und beginnt die Kontur auszu¬ 
schneiden. Hierbei ist noch zu bemerken, dass die 
auszuschälende Masse dem Arbeitenden zugewandt 
sein muss, da der Schnitt auf der äusseren Stichel¬ 
seite glatter ausfällt, als auf der inneren. Auch sieht 
man auf diese Art die zu bearbeitende Kontur besser, 
indem der Stichel nach dem Körper des Ausführenden 
zu einen Schatten auf die Platte wirft, vorausgesetzt, 
dass man den günstigsten Platz bez. der Beleuchtung 
wählt, was docli wohl selbstverständlich ist. Man 
beobachte stets dabei, dass die Konturlinie, falls sie 
fein ist, noch stehen bleibt. Wird die Kontur jedoch 
von einer fetten Linie gebildet, so kann man in der 
Mitte derselben schneiden, so dass auch noch ein Teil 
dieser Linie stehen bleibt, da hierdurch ein leichteres 
Passen erzielt wird. Überhaupt darf die Tonform 
eher etwas grösser als zu knapp geschnitten sein, 
indem man später überflüssige Stellen noch leicht 
fortstechen, Fehlendes jedoch schwer oder gar nicht 
ersetzen kann. Dieses bezieht sich auch auf die Her¬ 
stellung der Kartonplatten. 

2. Der zweite Schnitt. 

Ist die Kontur fertig, so wird, wie hei den Karton¬ 
platten und zw r ar aus denselben Gründen ein zweiter 
Schnitt angebracht. Es gelten auch hier dieselben 
Regeln, wie vorher angedeutet, nur mit dem Unter¬ 
schied, dass der Schnitt statt mit dem Messer, hier 

ö* 



Fig. 14. 


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Die Herstellung von Tonplatten. — Die Einrichtung von Druckereien. 


72 


mit einem Grabstichel gemacht wird. Da der zweite 
Schnitt jedoch bis aufs Holz gehen und man hierdurch 
mehr Kraft anwenden muss, so bedient man sich, um 
bei dem Ausgraben einen Stützpunkt zu haben, einer 
Messinglinie von 4 bis 5 Konkordanz Länge (auch 
ein Holz- oder Hornstäbchen, wie es die Xylo- 
graphen in gleichem Falle gebrauchen, ist zweckent¬ 
sprechend) und legt dieselbe, vor die auszugrabende 
Rinne. Auf dieser Linie ruht dann der Grabstichel, 
wodurch derselbe mehr eine heraushebende als 
stossende Richtung erhält. Hier ist aber auch wieder, 
wie bei aller Gravüre, langsames Arbeiten anzuraten, 
da bei zu grosser Kraftanwendung die Celluloidmasse 
von dem Holze gelöst und gute Stellen mit fortgerissen 
werden könnten. Die Messinglinie wird mit dem 
Mittel- und Zeigelinger der linken Hand gehalten und 
nach Fortschreiten der Arbeit von denselben weiter 
vorgezogen, die übrigen Finger und der Daumen der 
linken Hand vermögen den Stock noch zu halten. 
Die Messinglinie ist auch bei der Entfernung kleiner 
Stellen in Mitte der Form mit Erfolg anzuwenden, da 
sie den Stichel verhindert, mit dem Bauche gute 
Stellen zu drücken; aus letzterem Grunde wendet 
der Xylograph auch das Holz- resp. Hornstäbchen an. 

(Fortsetzung folgt.) 


Die Einrichtung von Druckereien. 

Von Moritz Wunder. 

(Fortsetzung.) 

02©ie Erkenntnis der jedenfalls unbestrittenen Tliat- 
@555 sache, dass nur mit Anwendung der Keilform ein 
praktischer Schliessapparat sich konstruieren lasse, 
hat fast zu gleicher Zeit zwei Apparate geschaffen, 
die dem Ideale eines guten Sehliesszeuges bis jetzt 
am nächsten kommen. Der eine derselben besteht 
aus einem längeren glatten und einem gezahnten 
kleineren Schiefstege. In der Mitte des glatten Steges 
wird ein Schlüssel eingesetzt, dessen Zähne in die¬ 
jenigen des kleineren Steges eingreifen und denselben 
vorwärts treiben. 

Dieses von Pieschke konstruierte Schliesszeug 
wird indes von demjenigen Hempels, eines Deutsch- 
Amerikaners, übertroffen. Dasselbe besteht nicht 
aus Stegen oder Keilen verschiedener Grösse, sondern 
nur aus Keilen von ca. 10 cm Länge, von denen zwei 
aufeinandergelegl den Schluss bewirken, indem sie 
mittels eines gezahnten Schlüssels übereinanderge- 
schoben werden. Die Gleitfläche befindet sich in der 
Mitte und an den beiden Enden der Abschrägung, die 
Zähne zum Einsetzen des Schlüssels auf jeder Seite der 


mittleren Gleitfläche und einige Zentimeter von den 
Enden der Keile entfernt. Dadurch wird nicht nur eine 
sichere Führung der Keile erreicht, sondern man kann 
jeden Keil ohne weiteres mit dem andern verwenden, 
weil nur nötig ist, die Spitzen der Keile überein¬ 
ander zu schieben, um den Schlüssel einsetzen zu 
können. Die Keile sind nicht breiter wie 1V* cm, 
gestatten also eine grösstmögliche Ausnutzung des 
inneren Raumes der Rahme und sind infolge ihrer 
handlichen Länge weder zu schwer, noch dem Ver¬ 
lieren so leicht ausgesetzt, wie die Rollen des Mari¬ 
nonischen Schliesszeuges, die sich überdies in den 
Zähnen sowohl wie in der Ausbohrung sehr bald 
ablaufen. 

Ob das neuerdings in den Handel gebrachte 
Hölzlesche Schliesszeug noch vorteilhafter ist, ver¬ 
mögen wir nicht zu sagen, da wir noch nicht Gelegen¬ 
heit hatten, dasselbe praktisch kennen zu lernen. 

Zur Ergänzung des Schliesszeuges gehören nun 
noch Rleistege von 1—4 Cicero Stärke und 1—5 Kon¬ 
kordanzen Länge; breitere und längere Hohlstege wählt 
man besser aus Eisen, da dieselben viel leichter sind 
und sich in dieser Form namentlich zum Schliessen 
von Accidenzformen gut verwenden lassen. Mit 
einigen langen Holzstegen zum Anlegen und schmalen 
zur Ergänzung der Cicero-Bleistege, einem guten 
Klopfholz und einem hölzernen Hammer ist dann das 
Schliesszeug vollständig. Ein hölzerner Hammer ist 
dem eisernen beim Schliessen stets vorzuziehen, da 
mit diesem Instrumente häufig sehr unvorsichtig um¬ 
gangen wird und namentlich beim Klopfen manche 
Formenschliesser eine Thätigkeit und Energie ent¬ 
wickeln, die mit ihrer sonstigen Arbeit nicht recht in 
Einklang steht. 

Zur Unterbringung der schweren Bleistege können, 
wenn das Stegregal gefüllt oder ein solches überhaupt 
nicht vorhanden ist, auch Kästen benutzt werden, die 
zur leichteren Handhabung an der einen schmalen 
Seite offen und nur mit einem Handgriff versehen sind. 
Werden dieselben im Schliesstische so untergebracht, 
dass sie auf Rundhölzern laufen, so macht selbst das 
Hervorziehen eines vollständig gefüllten Kastens keine 
Beschwerde. 

Zum Waschen der Formen benutzt man wohl 
am meisten einen Trog mit Zinkeinsatz, in welchem 
das Waschbrett mit nach hinten geneigter Lage stellt. 
Der Zinkeinsatz muss so konstruiert sein, dass sämt¬ 
liches Wasser nach der einen Ecke zu und durch ein 
dort angebrachtes Rohr abläuft. Wenn Wasserleitung 
vorhanden ist, kann dieselbe zum Abspülen der Form 
benutzt werden, indem man an den Ausflusshahn einen 
Gummischlauch mit Brause befestigt und mittels der¬ 
selben die Form dann bequem und reichlich bewässern 


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73 


Die Einrichtung von Druckereien. 


kann. Der in der Leitung vorhandene Druck entfernt 
sorgfältiger, als es sonst zu geschehen pflegt, alle 
Laugenteile. Zur Unterbringung des Laugennapfes und 
der beiden Bürsten für Lauge und Wasser empfiehlt 
es sich, an der Seite des Waschtroges drei kleine 
Kästen anzubringen. 

Man hat auch Waschapparate, bei welchen die 
Form in die Lauge versenkt oder wo auf die Rückseite 
derselben Dampf geleitet wird, der dann durch die 
Form hindurchdringen und die Farbe auflösen soll. 
Dieselben sind indes in Deutschland wenig verbreitet 
und ein Versuch, die Farbe direkt durch Dampf auf¬ 
zulösen, ergab kein günstiges Resultat. 

Zum Kochen der Walzenmasse, was bekanntlich 
im Wasserbade geschehen muss, sind verschiedene 
Apparate konstruiert worden. Der einfachste bestellt 
aus einem kleineren Blechtopfe, der mittels einiger 
an seiner oberen Hälfte befestigter Arme zur Hälfte 
in einen grösseren eingesetzt werden kann. Der 
letztere wird dann über ein gewöhnliches Herdfeuer 
gestellt. Noch einfacher ist es freilich, einen kleinen 
Wasclikessel mittels einer durch seine Handgriffe 
gesteckten Stange in einen grösseren zu versenken. 
Das ist aber ein sehr primitiver Apparat, der ein 
sorgfältiges Umrühren der Masse durch die quer über 
dem Kochtopfe liegende Stange verhindert. 

Will man einen vollkommenen Apparat haben, 
so lässt man sich einen kleinen Herd mit einer runden 
Öffnung mauern. In diese Öffnung wird das womöglich 
kupferne Wassergefäss eingesetzt und zwar so, dass 
der Rand desselben, der nach aussen und nach innen 
weit überragen muss, über die gemauerte Öffnung 
hinaussteht und somit den Kessel trägt und zugleich 
den Feuerungsraum nach oben zu abschliesst. In das 
Wassergefäss wird das eigentliche Kochgefäss gehängt, 
welches ebenfalls einen breiten Rand hat und mit 
demselben auf dem Rande des Wassergefässes ruht, 
dieses dadurch vollständig schliesst und das Ent¬ 
weichen des Dampfes hindert. Als dritter Teil eines 
solchen Walzenkochapparates ist ein Sieb oder ein 
Durchschlag zu bezeichnen. 

Druckereien, welche mit Dampf arbeiten, w r erden 
sich am zweckmässigsten eines kupfernen Kessels mit 
doppelten Wänden bedienen. Zwischen die beiden 
Wände wird Dampf (direkter oder Abdampf, da 
letzterer zu diesem Zwecke noch vollständig genug 
Hitze entwickelt) geleitet und damit die Masse gekocht. 
Um das Abfüllen derselben zu erleichtern, befindet 
sich an der tiefsten Stelle des inneren Kessels ein 
Ablasshahn und da der Kessel zum Befestigen an 
der Wand eingerichtet ist, so muss man nur darauf 
achten, dass derselbe so hoch befestigt w r ird, dass 
auch die längste Matrize unter dem Ablasshahn noch 


Ti- 


Platz linden kann. Zum Ablassen des kondensierten 
Wassers befindet sich ein kleiner Hahn an dem 
äusseren Kessel. 

Selbstverständlich ist es auch möglich, den 
Dampf nicht direkt zum Kochen der Walzenmasse, 
sondern nur zum Kochen von Wasser zu benutzen 
und die Masse dann, wie bei den ersterwähnten 
Apparaten, im Wasserbade zu schmelzen, wodurch 
die Gefahr des ’Anbrennens vermieden wird, welcher 
bei direkter Anwendung des Dampfes durch Umrühren 
der Masse entgegengewirkt werden muss. Das Kochen 
des Wassers wird in diesem Falle durch Einführung 
eines Schlangenrohres in den Wasserkessel erzielt. 
Im Übrigen gleicht die Konstruktion eines solchen 
Apparates der oben beschriebenen Herdeinrichtung. 

Ein eigentlicher Walzen waschapparat ist seit 
Einführung der sogenannten englischen Masse nicht 
mehr dringend notwendig und kann leicht durch 
Benutzung des Waschtroges (nach Entfernung des 
Waschbrettes) ersetzt werden. Grössere Betriebe 
werden sich indes mit Nutzen einer Walzenwasch¬ 
maschine bedienen. 

Wichtiger ist dagegen ein Walzenständer oder 
ein Walzenregal. Letzteres nimmt den wenigsten 
Raum ein. da es bei der Maschine an der Wand 
angebracht werden kann. Die Walzen liegen bei 
demselben wagerecht in Schlitzen. Beim Walzen¬ 
ständer stehen die Walzen entweder gerade oder 
etwas geneigt mit einem Zapfen unten in entsprechend 
ausgebohrten Löchern, oben entweder in Schlitzen 
oder ebenfalls in Löchern. Eine gleiche Einrichtung 
hat der Walzenschrank, der die Walzen zugleich vor 
Staub und anderen schädlichen Einflüssen schützt. 

Dass und wie man an den Maschinen selbst eine 
Vorrichtung anbringen kann, um die Walzen z. B. über 
Sonntag leicht und bequem aus dem Wege zu schaffen, 
haben wir bereits erwähnt. 

Unter dem Verbrauchsmaterial steht die Farbe 
obenan. Es ist anzuraten, nicht zu viel Versuche 
anzustellen und bei einer als gut anerkannten Werk¬ 
farbe auch zu bleiben, selbst w T enn der Maschinen¬ 
meister einmal behauptet, er könne mit der Farbe 
»nicht mehr drucken«. Eine Erinnerung an die Fabrik 
wird, wenn überhaupt notwendig, gewiss Berück¬ 
sichtigung finden. Werden aber Versuche gemacht, 
so brauche man die Farben auch auf und lasse nicht 
mehrere angebrochene Fässer unbenutzt stehen und 
verderben. 

BunteFarben werden von denjenigen Druckereien, 
welche viel Farbendruck zu liefern haben und infolge¬ 
dessen im Besitze einer Farbereibmaschine sind, am 
besten trocken gekauft und selbst gerieben. Wo 
Farbendruck weniger häufig vorkommt, ist der Bezug 


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75 


Die Einrichtung von Druckereien. — Neuer Apparat für die Papierführung an Cylinderschnellpressen. 


76 


von Teigfarben zu empfehlen, die sieh sehr lange 
gut erhalten und zum Gebrauche nur mit etwas 
dünnem oder mittelstarkem Firnis angerieben zu 
werden brauchen. 

Zu diesem Zwecke ist die Anschaffung eines 
Lithographiesteines nebst Reiber zu empfehlen; im 
äussersten Notfälle kann auch ein Fundament als 
Farbestein benutzt werden. 

Der Bezug bereits fertig angeriebener Farben 
erspart zw T ar die Mühe des Anreibens, aber diese 
Firnisfarben trocknen sehr schnell ein und wenn man 
das Eintrocknen auch in etwas durch Aufgiessen von 
dünnem Firnis und guten Verschluss der Büchsen be¬ 
schränken kann, ganz verhüten lässt sieh dasselbe 
nicht. Es sind daher derart zubereitete Farben nur 
dann von Vorteil, wenn das bestellte Quantum mög¬ 
lichst bald aufgebraucht werden kann. 

Nebenbei möchten wir noch bemerken, dass 
viele, namentlich jüngere und im Farbendruck un¬ 
erfahrene Maschinenmeister glauben, sie müssten stets 
den Farbekasten benutzen, wenn einmal eine bunte 
Farbe zur Anwendung kommen soll. In den meisten 
Fällen sind aber nur Linien und einzelne Worte in 
nicht einmal grossen Auflagen zu drucken, und dazu 
genügt vollkommen das Aufstreichen von etwas Farbe 
auf die Reiber; natürlich muss dann der Heber ab¬ 
gestellt oder noch besser ganz herausgenommen 
werden. Die Hauptsache beim Farbendruck ist aber 
eine saubre Walze; ein einmaliges oberflächliches 
Abwaschen genügt nicht, da die schwarze Farbe in 
die Poren der Walze dringt und jede bunte Farbe 
dann von den daselbst verborgenen Resten verdorben 
wird und alles Ansehen verliert. Für eine solche 
bunte Farbe lieber gar keine. Wiederholtes Waschen 
nimmt aber eine unverhältnismässig lange Zeit in 
Anspruch und es ist daher am vorteilhaftesten, ent¬ 
weder ganz neu gegossene oder solche Walzen zu 
benutzen, die bereits zum Farbendruck gedient haben. 
Letztere müssen natürlich ebenfalls sorgfältig gereinigt 
werden, aber ihre Verwendung zu anderen bunten 
Farben ist lange nicht so schwierig, als diejenige von 
schwarzen Walzen. 

Die Walzenmasse wird wohl jetzt wenig mehr vom 
Buchdrucker selbst bereitet, da der Bezug fertiger Masse 
verhältnismässig billig und leicht ist. Die alten Sirups¬ 
walzen sind durch die sogenannte englische Masse 
vollständig verdrängt, da ihr wenn auch höherer Preis 
durch die umständliche und zeitraubende Behandlung 
der alten Masse, sowie deren geringere Dauerbarkeit 
mehr wie aufgewogen wird. 

Ob zum Giessen der Walzen ganze oder geteilte 
Flaschen vorzuziehen sind, ist eine offene Frage. Die 
letzteren sind entschieden bequemer und haben nur 


den Nachteil, dass bei ihnen die sogenannte Naht 
bemerklich wird, die solche Walzen für Druck von 
Flächen weniger praktisch macht. Manche Maschinen¬ 
fabriken liefern daher nur ganze Flaschen, welche 
diesen Übclstand allerdings nicht besitzen, bei denen 
aber das Herausziehen der Walzen sehr umständlich 
und mühsam ist. Das sogenannte Abbrennen der 
Naht ist nur bei Walzen aus Sirupsmasse nötig. 

Zum Waschen der Walzen verwendet man am 
besten Terpentin, zum Waschen der Formen entweder 
Lauge oder Benzin, je nachdem es sich um einfache 
Schriftformen oder um Formen mit Holzstöcken 
handelt. Die Lauge für ersteren Zweck kann man 
sich am einfachsten durch Auflösen von Natron in 
warmem Wasser selbst bereiten, nur hüte man sich, 
die Lauge zu scharf zu machen. Wer diese Mühe 
scheut, kann in der sogenanten konzentrierten Seifen¬ 
lauge ein sehr gutes Waschmittel zu billigem Preise 
beziehen. Bei Anwendung von Benzin, der namentlich 
auch zum Waschen der Formen in der Maschine zu 
empfehlen ist, weil er durch seine Flüchtigkeit ein 
schnelles Trocknen der Form herbeiführt und das 
Rosten des Fundaments verhütet, ist das Nach¬ 
trocknen mittels eines Schwammes notwendig. Der 
Benzin muss in einer Flasche oder Kanne aufbewahrt 
werden, welche den Ausfluss grösserer Mengen ver¬ 
hindert, also z. B. einen durchlochten Stöpsel besitzt, 
der deii Austritt des Benzins nur tropfenweise ge¬ 
stattet. Entsprechend eingerichtete Flaschen sind 
in den Utensilienhandlungen käuflich. 

Als Schmiermittel sind Mineralöle allen Pflanzen¬ 
ölen vorzuziehen und namentlich bei Dampfmaschinen 
und Transmissionen zu empfehlen. Zum Schmieren 
der Zahnräder lässt sich das in den Tropfschalen 
aulgefangene Öl wieder verwenden, nachdem es durch 
grobe Leinwand filtriert worden ist. Andernfalls ver¬ 
wendet man dazu ungesalzenes Schweinefett. 

(Fortsetzung folgt.) 

Neuer Apparat für die Papierführung- 
an Cylinderschnellpressen 

von Klein, Forst & Bohn Nachf. in Johannisberg a. Rh. 

s ist eine bekannte Thatsache, dass, je fester 
und glatter der Bogen sich der Rundung des 
Schnellpressencylinders anfügt, desto besser, schmitz- 
und faltenfreierauch der Druck erfolgt. Leider genügen 
unsere gewöhnlichen Bänderführungen für diesen 
Zweck nicht immer und besonders störend wirkt es, 
wenn starke Papiere, insbesondere Kartonpapiere zu 
bedrucken sind. 



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Neuer Apparat für die Papierführung an Cylinderschnellpressen. 


78 


Zur Beseitigung dieser Übeistände werden bei 
der neuen Erfindung oben erwähnter, renommierter 
Schnellpressenfabrik die Bänder, welche das Papier 
an die Druckfläche des Cvlinders anschmiegen sollen, 
in anderer Weise geführt, und zwar so, dass das 



zurückgehende Band nicht mehr unter dem Cylinder, 
sondern über die obere Fläche des Druckcylinders 
zurückgeführt wird. 

Infolge dieser Anordnung kommt das zurück¬ 
gehende Band nicht in Berührung mit dem hingehenden, 
der Verschleiss des Bandes wird also ein geringerer; 
ferner wird der Lauf des Bandes nicht durch das 



zurückgehende Band behindert und infolge dessen 
läuft dasselbe immer mit derselben Geschwindigkeit, 
wie die Anfangsgeschwindigkeit des Druckcylinders, 
was wesentlich zur glatten Andrückung des Papiers 
an den Cylinder beiträgt. 

Aus der beiliegenden Zeichnung ist die Art der 
Bandführung ersichtlich. Die.Bänder n und o gehen, 
wie aus Fig. 1 zu ersehen, vor dem Druckcylinder A 
nach unten, und zwar in ihrem unteren Teile in einer 
schmäleren Bahn als in ihrem oberen Teile, wie dieses 
aus Fig. 2 zu ersehen ist. Um zu bewirken, dass die 


Bänder n und o auf der oberen Fläche des Gylinders 
in einer weiteren Bahn laufen als in der unteren, sind 
die Bandrollen l l l 2 P P bezw. m l m 2 nP m 4 ange¬ 
bracht, welche das Band zwingen, eine Strecke 
horizontal zu laufen. Die Entfernung der über den 
oberen Teil des Druckcylinders laufenden Bänder 
muss etwas grösser sein als das zu bedruckende 
Papier, dagegen müssen die unteren Bänder so eng 
zusammengerückt sein, dass ihre Entfernung kleiner 
ist als die Grösse des Papiers. 

Patent-Anspruch: Die Führung von Bändern um 
den Druckcylinder in der Weise, dass dieselben den 
unteren Teil des Cylinders in einer Entfernung um¬ 
spannen, welche kleiner ist, als das zu bedruckende 
Papier, dagegen über den oberen Teil des Druck¬ 
cylinders in einer Entfernung geleitet werden, welche 
grösser ist als das zu bedruckende Papier und zwar 
so. dass der untere Teil eines jeden Bandes in einer 
anderen Ebene läuft als der obere Teil. — 

Wir hatten Gelegenheit, diese neue Einrichtung an 
einer Eisenbahnmaschine Nr. 6a, Format 65:95 cm, also 
einer Presse grossen Formates bestens funktionieren 
zu sehen. Diese Nummer verdient, als eine neu ein¬ 
geführte Grösse der Johannisberger Fabrik überhaupt 
die Beachtung der Buchdrucker. Um ein Durchbiegen 
und Vibrieren des Fundamentes beim Passieren 
grosser, viel Kraft erfordernder Formen unter dem 
Cylinder zu verhüten, läuft der Karren auf zehn 
Rollen, denen noch die üblichen Zahnräder bei¬ 
gegeben sind. 

Durch das nahe Aneinanderliegen der Rollen 
findet das Fundament sichere Führung und kann bei 
dieser stabilen Konstruktion auch ein sehr schneller 
Gang ohne Schaden für die Presse dauernd einge¬ 
halten werden. 

Die Maschine hat ausserdem alle praktischen 
Einrichtungen der Neuzeit, insbesondere den so be¬ 
quemen und sicheren, das Punktieren vollständig 
überflüssig machenden Anlegeapparat erhalten, so dass 
man selbst bei schnellstem Gange ein gutes Register 
erhält. Ihr Preis von 54(X) M. ist bei so grossem Format 
ein sehr ziviler. 

Es sei bei dieser Gelegenheit auch noch auf die 
vortrefflich konstruierte Accidenzmaschine »Liliput« 
derselben Firma hingewiesen. Es ist dies eine kleine, 
kräftig gebaute Cylinderschnellpresse mit allen den 
vorteilhaften Einrichtungen, welche unsere neueren 
grossen Schnellpressen haben. Die Fabrik baut jetzt 
6 Formate dieser billigen Maschine, so dass man fast 
für alle Arbeiten, ja selbst für kleinere Werk- und 
Zeitungsformen eine entsprechende Grösse findet. Die 
kleineren Nummern lassen sich leicht durch Treten 
bewegen, sie sind aber, wie die grösseren auch zum 


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9 


Schriftprobenschau. 



Italienische Einfassung. 




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Schriftprobenschau. 



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Schriftprobenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. 


84 


Drehen und zum mechanischen Betrieb eingerichtet. 
Was sie besonders empfehlenswert macht, ist, dass 
man von beiden Seiten anlegen. also 2 verschiedene 
Arbeiten zu gleicher Zeit drucken, die Maschine dem¬ 
nach in hohem Masse ausnutzen kann. Lässt man sich 
dieselbe mit dem praktischen und sehr zuverlässigen 
Anlegeapparat versehen, welchen die Fabrik kon¬ 
struierte, so ist man, selbst bei mehrfarbigem Druck, 
auch noch des Punktierens überhoben. 


Sehri ftprobensehau. 

(Den Wohnort der unter »Schriftprobenschau« und »Satz und Druck der 
Probenblätter« genannten Firmen geben wir nur dann an, wenn sie weniger 
bekannt oder nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver¬ 
weisen auch auf das Bezugsquellenregister auf der 2. Umschlagseite.) 

011 der Italienischen Einfassung der Sehrift- 
giesserei Benjamin Krebs Nachfolger , auf die 
wir im letzten Jahrgange mehrfach hingewiesen haben, 
bringen wir heute das Figuren Verzeichnis. Aus diesem 
Verzeichnis werden unsere Leser ersehen, dass die 
höchst gefällige, markig gezeichnete und deshalb leicht 
druckbare Einfassung nur aus 50 Figuren besteht. 
Dass aber trotz dieser verhältnismässig kleinen Zahl 
doch sehr schöne und effektvolle Sätze daraus herzu¬ 
stellen sind, hoffen wir durch demnächst folgende 
Anwendungen zu beweisen. 

Wenn wir bezüglich dieses neuen Erzeugnisses 
der Firma Benjamin Krebs Nachfolger einen Wunsch 
hätten, so wäre es der, sie möge die Einfassung noch 
durch eine Anzahl Stücke auf 3 Cicero für Querleisten 
und auf 2 Cicero für Längsleisten vermehren, dann 
würde man sie als eine ganz vollkommene, allen For¬ 
maten entsprechende bezeichnen können. 

Auch die über den Figuren der Italienischen 
Einfassung abgedruckten kleinen Einfassungen zeigen 
sich als ein höchst gefälliges, überall mit Vorteil zu 
verwendendes Accidenzmaterial. 

Eine Neuigkeit, wenn wir nicht irren ameri¬ 
kanischen Ursprunges sind die umstehend abge- 
druckten Neuesten Ecderzüge der Schriftgiesserei 
Ludwig c(' Mager . Der Zeichner hat sich bemüht, 
bei einigen der Stücke kräftige und zarte Züge 
zur Bildung von menschlichen Köpfen, Vögeln etc. 
zu benutzen, um den Stücken so eine reichere 
Form zu verleihen. Eignen sich diese Figuren auch 
nicht zur Ausschmückung einer jeden Arbeit, so 
kann man sie doch in vielen Fällen mit Vorteil 
anwenden, während die übrigen einfachen, dabei 
gleichfalls reichen und kräftigen Züge, welche die 
beiden Kollektionen enthalten, sich für jede Arbeit 
eignen. 


Eine Anzahl recht gefälliger und zierlicher Vig¬ 
netten für Visitenkarten, Damenbriefbogen etc. etc. 
liess die Schriftgiesserei Emil Berger schneiden. 
Drei derselben bringen wir vorstehend zur Ansicht 
unserer Leser, behalten uns auch vor, dieselben 
noch in ihrer richtigen Anwendung zu zeigen. 

In Heft 3 unseres vorigen Bandes brachten wir 
zwei Probenblätter Messingtypen von Hugo Friebel in 
Leipzig , denen wir heute, nachdem sich die höchst 
praktischen, weil beinahe unverwüstlichen Typen 
allgemeiner eingeführt haben, zwei weitere Blätter 
folgen lassen. Die vier nun vorliegenden Proben ent¬ 
halten bereits eine reiche Zahl brauchbarer Schriften 
aller Art; ihre Vermehrung wird sich die Fabrik 
bestens angelegen sein lassen, so dass man bald 
Schriften in allen Graden und Arten zur Verfügung 
haben kann. 


Satz und Druck der Probenblätter. 

nser Bestreben war von jeher darauf gerichtet, 
die Satz- und Druckbeilagen hinsichtlich ilirer 
Ausstattung möglichst vielseitig zu gestalten und 
dadurch allen Anforderungen unserer geschätzten 
Abonnenten gerecht zu werden. 

Aus diesem Grunde waren wir immer und, wie 
unsere Leser wissen, auch mit Erfolg darauf bedacht, 
die die Herstellung besserer Arbeiten pflegenden 
Druckereien zur Mitwirkung bei der Ausführung 
dieser Probenblätter zu gewinnen. 

Auch heute können wir unser Heft mit zwei 
Beilagen schmücken, die uns in dankenswertester 
Weise von der Fierersehen Hof buchdruckerei , Stephan 
Geibcl ii' Coin Altenburg , einer zu den besten 
zählenden Offizin, überlassen wurden und die hin¬ 
sichtlich ihrer originellen und effektvollen Satzaus¬ 
führung, wie ihres vortrefflichen Druckes wegen den 
ungeteilten Beifall aller sie Betrachtenden finden 
werden. 

Der in Buchdruckerkreisen rühmlichst bekannte 
Accidenzsetzer der Firma, Herr Watzulik, beweist 
mit diesen Blättern aufs Neue, dass er das zur Ver¬ 
fügung stehende Material meist ohne alle Künstelei 
in dem Zweck vollkommen entsprechender, dabei 
durchaus gefälliger Weise zu verwenden und seinen 
Arbeiten durch eigenartige Gruppierung der Sätze ein 
originelles Aussehen zu geben versteht, sich also 
immer als ein Accidenzsetzer von wirklicher Be¬ 
gabung zeigt und bewährt. 

Besonderes Lob verdient auch der Drucker, 
Herr Weber; seine Arbeit lässt gleichfalls nichts zu 
wünschen übrig. 




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Ho 


Bezugsquellen etc. — Zeitschriften- und Bücherschau. — Rezepte. 


Herrn Stephan Geibel sagen wir auch an dieser 
Stelle unsern verbindlichsten Dank, unser Archiv mit 
so ansprechenden Proben seiner Offizin geschmückt 
zu haben. 

Auf Blatt E bringen wir zwei einfach gehaltene 
und mit fast jedem Material leicht nachzubauende 
Rechnungsköpfe, zu deren Satz wir eine bereits in 
Heft 8/9 unseres letzten Bandes besprochene j Ein¬ 
fassung der Schriftgiesserei Flinsch und die in Heft 12 
eben auch schon gezeigte schöne Woellmersche 
Schreibschrift benutzten. Über die Bezugsquellen der 
anderen Materialien belehrt das nachstehende Ver¬ 
zeichnis. 

Gedruckt wurde das Blatt mit der in unserm 
letzten Heft warm empfohlenen Accidenzfarbe von 
Käst K Ehinger . 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 

Preiskurant und Umschlagtitel (G und H). 

Satz und Druck der Fiererschen Hofbuchdruckerei, Stephan 
Geibel & Co., in Altenburg. 

Faktura (E). 1. Fink von Krebs. Köln von Rohm, 
Michaelstrasse , Bei Aufträgen von Brendler & Marklowsky, 
Fabrikation von Roos & Junge, leinener, seidenen von Berger, 
für Heiren } jeder , garantiert von John Söhne, Hamburg, 
Versandt, Seidene, Einfassung und Ecken von Flinsch, Muster¬ 
linien von Zierow & Meusch, Schreibschrift von Woellmer. 
2. Aktien-Bierbrauerei von Krebs, Mediaeval-Schreibschrift von 
Flinsch, Äussere Ornamente von Klinkhardt, von Gronau, 
Perlstab von Theinhardt, innere Spitze von L Bauer & Cie. 


Zeitschriften- und Büehersehau. 

— Die Koberger, eine Darstellung des buchhändlerischen 
Geschäftsbetriebes in der Zeit des Überganges vom Mittel- 
alter zur Neuzeit von Oskar Hase. Zweite neubearbeitete 
Auflage. -10 Bogen Oktav. M. 10. Leipzig, Verlag von 
Breitkopf & Härtel. Von allen den Werken, welche uns 
Nachricht geben über das Leben und Schaffen der Buch¬ 
händler und Buchdrucker alter Zeit, bietet kaum noch 
eines des Interessanten und Belehrenden so viel, wie dieses 
Werk des Herrn Oskar Hase. 

Was dasselbe für den Buchdrucker besonders beachtens¬ 
wert macht , ist das spezielle Eingehen des Verfassers auf 
die damalige Art und Weise des Geschäftsbetriebes in der 
Druckerei des Anthoni Koberger, jenes grössten und be¬ 
rühmtesten, in Nürnberg lebenden Buchdruckers des 15. Jahr¬ 
hunderts, der von seinen Zeitgenossen der »König der Buch¬ 
drucker« genannt wurde. Koberger arbeitete mit 2-1 Pressen 
und über 100 Gesellen, ausserdem liess er noch an andern 
Orten, z. B. in Basel, Lyon drucken und besass in zirka 
16 Städten des In- und Auslandes Buchhandlungen. Seine 
sämtlichen Werke sind bezüglich der Typen, des Satzes, 
Druckes und Papieres als Meisterleistungen zu bezeichnen. 
Alles dies, wie auch alles, was die Bücherausstattung, den 


80 


buchhändlerischen Betrieb, die sonstige Geschäftsthäligkeil 
und das Leben Kobergers betrifft, schildert uns der Ver¬ 
fasser in eingehender und fesselnder Weise, welche den 
theoretisch und praktisch hoch gebildeten Fachmann und 
Forscher bekundet. Wir empfehlen das interessante Werk 
der Beachtung unserer Leser und sind überzeugt, dass Jeder, 
welcher es seiner Bibliothek einverleibt, seine Freude daran 
haben wird. 

— Moderne Kunst in Meisterholzschnitten. Berlin, Ver¬ 
lags-Kontor. Nicht von den Verlegern, sondern von der den 
Druck besorgenden Offizin, Fischer & Wittig in Leipzig, 
ging uns das 1. Heft dieser Sammlung mit der Bitte um 
unser »sachverständiges Urteil über den Druck« zu. Dieses 
Urteil kann einer Firma gegenüber, die den ersten Rang 
unter den lllustrationsdruckern Deutschlands einnimmt, und 
die alle ihre Arbeiten mit jener bewunderungswürdigen Ge¬ 
diegenheit und Sorgfalt ausstattet, aucli in diesem Fall nur 
ein anerkennendes sein. Der Maschinenmeister hat sein 
Restes gethan, die Zurichtung und den Druck in jener die 
Abstufung aller Töne peinlichst berücksichtigenden Weise aus¬ 
zuführen, die allein geeignet ist. einem Bilde Leben und 
Klarheit zu geben. Von ganz besonderem Wert ist die 
Wiedergabe eines weiblichen Kopfes von Josef Zenisek. 
mit der Unterschrift »Sehnsucht« und des berühmten Kaul- 
bachschen Bildes »Flora«. Die Lichtpartien und die tiefen 
Schatten dieser Bilder sind, jene mit einer bewunderungs¬ 
würdigen Reinheit und Schärfe, diese mit kräftigster Deckung 
wiedergegeben. Wir beglückwünschen die Herren Fischer & 
Wittig zu dieser vorzüglichen Arbeit ihrer Offizin. 

— Musterbuch für graphische Gewerbe. Stuttgart, 
J. Engelhorn. Preis 1 M. 75 Pf. pro Heft. Von diesem in¬ 
teressanten und verdienstlichen Unternehmen, dessen wir 
bereits auf Spalte 299 des letzten Jahrganges empfehlend 
gedachten, liegen uns gegenwärtig bereits 7 Hefte vor, die 
sämtlich das halten, was der Prospekt und das 1. Heft 
versprachen. Fünfunddreissig der herrlichsten Entwürfe, 
sämtlich Arbeiten der renommiertesten deutschen Künstler 
schmücken diese Hefte und bilden bereits eine Sammlung 
von hohem Wert, die kaum etwas vermissen lässt, was 
man in der Praxis nötig hat. Reich ausgestattete Diplome, 
Gratulations-, Mitglieds-, Wein-, Tisch- und Speisekarten, 
Lose, Programme, Kopfleisten etc. sind in zahlreichen 
Mustern vorhanden und geben, will man sie nicht im Ori¬ 
ginal benutzen, den besten Anhalt für neue Entwürfe. 
Wir möchten unsere Leser wiederholt auf dieses schöne 
Unternehmen hinweisen. 


Rezepte. 

Krystallartig gemustertes Papier, resp. einen der¬ 
artigen Überzug für einzelne Arbeiten oder deren Teile, 
erzeugt man durch eine stark konzentrierte Lösung von 
Salz mit Dextrin vermischt. Man streicht die Mischung 
mit einem breiten Pinsel dünn auf das Papier. Will man 
die Präparation nach dem Druck des Textes vornehmen, 
so überdruckt man die zu überziehende Fläche vorher mit 
Firnis; der Überzug haftet dann besser. Anstatt des Salzes 
kann man auch feinst pulverisiertes gefärbtes oder weisses 
Glas benutzen. Es liegen uns Proben dieses Verfahrens vor, 
die einen fast ebenso brillanten Effekt machen, wie das von 
uns vor langen Jahren zu Archivproben benutzte sogenannte 
Eispapier. 

6 * 


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87 


Mannigfaltiges. 


88 


Priiparation von Hetzschriften. Damit sich solche 
Schriften nicht so leicht werfen und springen, das Waschen 
mit Lauge auch keinen nachteiligen Einfluss ausübt, ist es 
gut, wenn man neu erhaltene derartige Schriften vor dem 
Gebrauch drei bis vier Tage lang in ein Gefäss mit Paraffinül 
legt, so dass sie gänzlich von letzterem bedeckt sind. Man 
nimmt sie sodann heraus, wischt sie sorgfältig trocken und 
poliert ihre Bildfläche mittels eines feinen, weichen Lappens. 
So präparierte Schriften nehmen auch die Farbe sehr gut an. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen . Am 17. Januar beging der Buchdruckerei¬ 
besitzer, Herr Karl Koepsel in Berlin, Herausgeber des Berliner 
Druckerei-Anzeigers, sein 50jähriges Berufsjubiläum. — Am 
28. Jan. feierte der Schweizerdegen. Herr Willi. Hupperts in 
Hamm i. Westf. (Eyringsche Buchdruckerei), sein öOjähriges 
Rerufsjubiläum. — Am 1. Februar beging die Verlagsbuch¬ 
handlung und Buchdruckerei von Bernhard Tauchnitz, jetzige 
Inhaber die Herren Christian Bernhard Freiherr von Tauch¬ 
nitz und Dr. jur. Karl Bernhard Freiherr von Tauchnitz, 
eine der bedeutendsten Offizinen Leipzigs , das Jubiläum 
ihres 50jährigen Bestehens. Der Sohn des Gründers und 
Teilhaber der Firma, Herr Dr. jur. Karl Bernhard Freiherr 
von Tauchnitz hat aus diesem Anlass eine 344 Seiten um¬ 
fassende Denkschrift verfasst, welcher wir folgende Notizen 
über die Entwickelung der Firma entnehmen: Das Geschäft 
ward am 1. Februar 1837 von Christian Bernhard Tauchnitz, 
der 1860 in den Freiherrnstand erhoben wurde, unter der 
Firma Bernhard Tauchnitz jun. begründet und firmiert 
seit 1852 »Bernhard Tauchnitz«. Anfänglich arbeitete die 
Tauchnitzsche Druckerei auch für andere Verleger, von 
diesem Lohndrucke hat sie aber nur eine umfängliche 
Arbeit für den sächsischen Staat behalten, im übrigen ar¬ 
beitet sie nur für eignen Verlag. Die mit der Druckerei 
verbundene Stereotypie, auch nur für den eigenen Verlag 
arbeitend, hat bis jetzt mehr als eine Million Platten ge¬ 
liefert. Der Schwerpunkt der Firma liegt in der Verlags- 
thätigkeit und eines ihrer frühesten Unternehmen ist zugleich 
auch dasjenige, welches sie in der ganzen Welt bekannt 
gemacht hat, es ist dies die Collection of British Autliors. 
Der erste Band dieses Sammelwerkes, das jetzt nahezu 
2500 Bände erreicht hat, erschien 18-41. der 500. 1860 und 
der 2000. 1881. Das Unternehmen wurde gleich von vorn¬ 
herein auf anständige und daher sichere Basis gestellt: 
der Verleger vereinbarte mit den englischen Autoren die 
drei Grundsätze der Honorarzahlung an die Autoren, der 
ausschliesslichen Autorisation der Tauchnitz Edition für 
den Kontinent und deren Fernhalten von England und 
seinen Kolonien. Von letzterer Bestimmung sind nur die 
Jubiläumsbände 500. 1000 und 2000 ausgenommen. Aus 
diesem Sammelwerke gingen dann noch die Series for the 
Young und die Student's Series for School. College and 
Home hervor. Ein Gegenstück zu diesem Unternehmen ist 
die Collection of German Authors, bestimmt, den englisch 
sprechenden Nationei» die Schätze der deutschen Litteratur 
zu erschlossen. Von diesem 1867 begonnenen Sammel¬ 
werke erschienen bis 188-4 47 Bände. Die France classique 
verfolgte ähnliche Zwecke wie die Collection of British 
Authors. scheiterte aber an den billigen belgischen Nach¬ 
drucken; der erste Band erschien 18-45, der letzte 1859, 


Ausserdem umfasst der Tauchnitzsche Verlag noch grie¬ 
chische und römische Klassiker, logarithmisch-trigonomc- 
trische Werke, Jurisprudenz, Bibelausgaben, Wörterbücher 
u. s. w. — Die Feier des Tages fand unter Teilnahme zahl¬ 
reicher Deputationen hiesiger Vereine, sowie des gesamten 
Geschäftspersonals in würdigster Weise statt. Herr Dr. jur. 
Karl Bernhard Freiherr von Tauchnitz wurde durch Ver¬ 
leihung des Ritterkreuzes I. Klasse des Kgl. sächs. Albrechts- 
ordens ausgezeichnet. 

— Gestorben. Am 3. Januar der Romanschriftsteller 
Herr Theodor Küster in Berlin. Küster, ehemaliger Schrift¬ 
setzer, lieferte seiner Zeit auch für unser Archiv sehr 
wertvolle Beiträge. — Am 6. Januar in Petersburg der 
Buchdruckereibesitzer Herr Ed. Wienecke aus Danzig, im 
Alter von 58 Jahren, an Schlaganfall. — Am 25. Januar 
der Buchdruckereibesitzer Herr Josef Mössle in Godesberg a.Bh ., 
24 Jahr alt. — Am 2. Februar der frühere Buchdruckerei¬ 
besitzer Herr Friedrich Meyer in Weisscnburg (Mittelfranken), 
80 Jahr alt. 

— Geschäftliche Notizen. Die Herren Dolinski Millner 
in Berlin haben die Buchdruckerei von Troitzsch & Ostertag 
daselbst käuflich erworben. — Herrn Johannes Neudörfer , 
technicher Leiter der Buchdruckerei Hallberg & Büchting 
in Leipzig, ist Prokura erteilt worden. — Herr A. Birau 
ist mit dem 31. Dezember aus der Firma A. Stamminger d Cie. 
in Bern ausgetreten. Die Firma lautet nunmehr auf den 
Namen des alleinigen Inhabers, Herrn A. Stamminger. — 
Herr Wilhelm Stier ist in die von Herrn H. v. Westernhagen unter 
der Firma L. Bruno Blücher in Altenburg geführte Buch- 
und Lichtdruckerei als Teilhaber eingetreten. — Die Herren 
J. C. W. Lütcke und Ferdinand Wulff in Hamburg haben 
die Senatsbuchdruckerei ihres verstorbenen Ghefs, des Herrn 
Th. G. Meissner übernommen und firmieren seit dem 1. Januar 
Lütcke d' Wulff. — Herr Gustav Bruns, Inhaber der Firma 
J. C. C. Bruns in Minden , hat seinen langjährigen Mitarbeitern, 
den Herren Heinrich Stiller und Franz Meyer, Kollektiv- 
Prokura erteilt. — Herr Emil Gursch in Berlin ist aus 
Gesundheitsrücksichten aus der unter seinem Namen ge¬ 
führten Schriftgiesserei ausgetreten und ist dieselbe nun¬ 
mehr in den alleinigen Besitz des bisherigen Teilhabers. 
Herrn Carl Graumann , übergegangen, welcher das Geschäft 
mit unveränderter Firma weiterführt. — Die Aktien-Gesell- 
schaft »Bazar« kaufte die »Deutsche Illustrierte Zeitung« 
um 400 000 M. — Herr G. Sommerlattc in Leipzig hat die 
alleinige Vertretung der Firma Beit & Philippi, Farbenfabrik 
in Hamburg, für diesen Platz übernommen. — Aus der 
Kunstanstalt für Lichtdruck von Römmler d Jonas in Dresden 
ist Herr Leopold Jonas ausgetreten. 

— Die Farbcnpreisliste von Karl Derlon , welche dem 
heutigen Heft beiliegt, empfehlen wir der Beachtung unserer 
Leser. Bezüge von dieser Firma werden stets zufrieden¬ 
stellend für den Auftraggeber ausfallen. 

— Der graphische Verlag von Alexander Waldow in 
Leipzig ist bereits oder wird im Laufe dieses Jahres und 
der ersten Monate des nächsten u. a. um folgende interessante 
und brauchbare Werke vermehrt werden: 

1. Durch eine bereits fertig vorliegende neue, vermehrte 
und verltesserte Auflage von j-Wunder, die Preisberechnung 
von Druckarbeiten«. Das Werk ist von seinem bewährten 
Verfasser in einer Weise umgearbeitet und bereichert 
worden, dass es an Vollständigkeit und Zuverlässigkeit, wie 
an Gediegenheit der gegebenen Ratschläge seines Gleichen 
sucht. Der Verleger hat sich deshalb entschlossen, diese 
Arbeit des Herrn Wunder herauszugeben: 


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89 


Briefkasten. — Annoncen. 


90 


2. Als den 2. Teil eines neuen Werkes über »Geschäfts¬ 
und Buchfüht'ung in Druckereien «, selbstverständlich dafür 
Sorge tragend, dass jeder Teil dieses Gesamt Werkes auch 
separat zu haben ist. Es wird ferner erscheinen: 

3. Der 3. Teil des mit so vielem Beifall aufgenommenen 
Werkes: » Hilfsbuch für Maschinenmeister an Buchdruck- 
Schnellpressen «, speziell die Rotationsmaschinen betreffend. 

Durch das Erscheinen dieser höchst instruktiv ge¬ 
schriebenen Werke wird wieder eine bedeutende Lücke in 
unserer graphischen Litteratur ausgefüllt. 

Berichtigung. 

ln der Neujahrskarten- und Kalenderschau in Heft 2 
muss es auf Spalte 51 anstatt Jos. Schmitz in Wiesbaden 
heissen: Jos. Schmitz in Hildesheim. 

Briefkasten. 

Herrn H. Scheibler, Faktor der Offizin von Fabritius &. Sönner, 
Christiania. Sämtliche Arbeiten, welche Sie uns sandten, beweisen, 
dass man auch in Norwegen gefällig setzen und vorzüglich drucken 
kann. Wir gratulieren Ihrem Chef und Ihnen zu solcher Ausführung 
der Accidenzien. Werke und Illustrationen. — Buchdruckerei Jos. Sperlin, 
Kremsier. Ausführung verdient alle Anerkennung — Unbekannter Ein¬ 
sender, Kairo. Für dortige Verhältnisse eine ganz gefällige Arbeit: 
konnten Sie nicht die Anwendung der gewöhnlichen halbfetten Versalien 

und der Zierschrift vermeiden? das Rlatt wäre einheitlicher geworden. _ 

Druckerei der Schrifigiesserei Benj. Krebs Nachf., Frankfurt a. M. 
Alles wieder höchst ansprechende Anwendungen Ihrer Novitäten. Die 


Anwendung eigentümlicher, doch gut gewählter matter Farben kann man 
beinahe als Ihre Spezialität bezeichnen. — Herrn G. Harty, Vorsitzender 
des Drucker- und Maschinenmeisterklubs in München. Das eingesandte 
Ehrendiplom Ihres Vereins ist eine Arbeit von hohem Wort. Die zur 
Hauptsache aus der Römischen Einfassung von Weisert gebildete Um¬ 
rahmung gereicht dem Blatt zu grosser Zierde und ist die gesamte Satz¬ 
ausführung eine durchaus gediegene und geschmackvolle. Das Gleiche 
lässt sich vom Druck sagen. Die Farben zeigen die beste Harmonie 
und der orangefarbene gedeckte Ton der Umrahmung mafht zusammen 
mit dem Gold und Braun einen höchst günstigen Eindruck. Von der 
ausführenden Firma Knorr A Hirlh konnte man übrigens nichts anderes 
erwarten, als eine solche Meisterarbeit. 


Inhalt des 3. Heftes. 

Die Herstellung von Tonplatten. — Die Einrichtung von Drucke¬ 
reien. — Neuer Apparat für Papierrührung an Cylindcrschnellpressen. — 
Schriftprobenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. — Bezugs¬ 
quellen etc. — Zeitschriften- und Bücherschau. — Rezepte. — Mannig¬ 
faltiges. — Annoncen. — 1 Blatt Preiskurant. — 1 Blatt Umschlagtitel. — 
1 Blatt Fakturen. — 2 Blätter Proben von Messingtypen von Hugo Friebel 
in Leipzig. — 1 Farbenpreisliste von Karl Derlon in Leipzig. 

Das Heft enthält im Ganzen « Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 

Textschrift von Benjamin Krebs Nachf. in Frankfurt a. M. Titelkopf 
und Umschlag von J. G. Scheiter A Giesecke in Leipzig. Überschriften von 
Emil Berger in Leipzig. Unterrubriken von RoosA Junge in Offenbach a. M. 
Halbfette Aldine von G. Kloberg in Leipzig. Initiale von Otto Weisert 
in Stuttgart. Gedruckt mit Farbe von Frey A Sening in Leipzig auf 
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ebenso dem dreiwalzigen in jeder Weise zu¬ 
frieden bin. 

Die Konstruktion der Maschinen ist eine durch¬ 
aus solide, der (Jang ein ruhiger und gleich- 
massiger. Ich erziele eine vorzügliche Satinage, 
so dass ich bis jetzt jeden meiner Kunden — 
trotz der oft hohen Ansprüche, die an eine 
Salinier- Anstalt gestellt werden - zufrieden stellen 
konnte. Die Kalander satinieren im Durchschnitt 
pro Stunde je 1500 Dogen Papier, eine Leistung, 
die sich bei kleinem Format noch erhöht. Abgang 
ist bei richtiger Dehandlung des Papiers auf ein 
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1.90 

1.80 

1.75 

1.70 1 

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1.30 

2 .. 

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1.70 

1.50 

1.20 

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1.90 

1.60 

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drnrkrrkanst, l. Band: Vom 
Satz. Broschiert.21 — 


Derselbe elegant gebunden 21 — 
2. Band: Vom Druck. Brosch. 22 — 
Derselbe elegant gebunden . 25 — 


Atlas z ii ui zweiten Bande. 

Broschiert.ft — 

Derselbe elegant gebunden . 7 :>0 

Lehrbuch für Schriftsetzer. 

Broechiert. ß — 

Dasselbe elegant gebunden 7’ — 
Hilf*. buch für Maschinenmeister 
t. Teil: Schnellpressenkunde. 

Broechiert.4 — 

Dcrselbo elegant gebunden 5 25 

llilfsbiielt Dir Maschinenmeister 
2. Teil: Arbeitsweise. Brosch. 2 — 

Derselbe elegant gebunden 3 — 
Anleitung /um Farbendrnck auT 
der llurhdruekpresse und der 
HimuiL Broechiert ... 3 50 

Dasselbe etofftiit gebttadea 5 — 


^^OederL^^rWjcipzi^jeHL^ommerlaittc^taiiftsclies^ässchei^^K^ 


Man sehe auch die dritte (Jmschlagseite. 

= Komplette Kataloge sofort franko. = 


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Bezugsbedingungen für das Archiv. 



<&?? as Archiv für Buchdruckerkunst erscheint jähr¬ 
lich in zwölf Heften (Heft 8 und 9 stets vereint als 
Doppelheft) zum Preise von 12 M. Zu beziehen ist das 
Archiv durch jede Buchhandlung, sowie direkt von der Vcrlags- 
handlung. ln Ictzterm Fall beträgt der Preis bei Zusendung per 
Post innerhalb Deutschlands und Österreichs 13 M. 50 Pf. 

Nach komplettem Erscheinen jeden Bandes 
tritt der erhöhte Preis von 15 Mark ein. 

Insertionsbedingungen ersehe man bei der Rubrik 
Annoncen. 

Beilagen für das Archiv werden angenommen und die 
Gebühren dafür billigst berechnet. Schrift- u. Einfassungs- 
Novitäten etc. linden beste Anwendung im Text und auf den 
Mustcrblättcrn ohne weitere Berechnung, doch wird bedungen, 


dass dieselben, als Äquivalent für die durch die Aufnahme er¬ 
wachsenden Mühen und Kosten dienend, in unser Eigentum über¬ 
gehen. (iiessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sieh 
besonders mit uns vereinbaren. 

Von allen im Archiv enthaltenen Abbildungen werden 
Galvanotypen zu civilen Preisen geliefert, ebenso von 
allen auf den Proben angewendeten Vignetten, Initialen 
Platten etc. Lieferung aller auf den Proben angewendeten 
Schriften etc. wird zu den Originatpreisen der betr. 
Giesserelen besorgt. Ebenso werden Farben und 
Papiere, wie solche von uns benutzt sind, auf Wunsch ab¬ 
gegeben Von besonders gefälligen Arbeiten sind Blanko¬ 
vordrucke am Lager. Speziellere Bemerkungen über Galvano- 
typen und Vordrucke sehe man unter Satz und Druck der Beilagen. 


Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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ARCHIV FÜR BUCHDRUCKERKUNST 

UND VERWANDTE GESCHÄFTSZWEIGE. 

HERAUSCEGEBEN VON ALEXANDER WALDOW. 


Die Herstellung von Tonplatten. 

Von Wilhelm Weis. 

(Schluss.) 


3. Das Ausschälen der überflüssigen Masse. 

8 Krieses hat auch genau so, wie bei den Karton- 
•Ej platten zu geschehen und ist deshalb eine 
^ nähere Beschreibung überflüssig. Durch 
die Eigenschaft des Celluloids ist es aber ermöglicht, 
nach der Entfernung der Masse und des schmalen 
Streifchens durch Abstechen von oben herunter noch 
ein nachträgliches Verputzen vorzunehmen. Man 
nimmt dabei den Flachstichel seitlich in die Hand 
und schneidet die durch das Abstechen entstandenen 
Riefen weg, wodurch die nun fertige Platte ein äusserst 
sauberes Aussehen erlangt. 

Hier sei noch bemerkt, dass man auf vorbe¬ 
schriebene Weise nicht nur Tonplatten, sondern auch 
andere Druckformen, besonders auch Plakatbuch¬ 
staben hersteilen kann. Die Celluloidplatten werden 
nach Fertigstellung des Schnittes sofort ohne irgend 
welches nachträgliche Leimen etc. gedruckt. 

Korrekturen können auf dieselbe Weise wie bei 
den Kartonplatten vorgenommen werden, indem man 
die defekte Stelle vierkantig herausschneidet, ein 
passendes Stückchen Celluloid hineinleimt, dann ab¬ 
schleift und die defekten Stellen nachsticht. 

Mancher Leser dürfte nach Erlernung der An¬ 
fertigung von Celluloidplatten mittels des Stichels sich 
mit dem Plane vertraut machen, seine nun erlangte 
Stichelgewandtheit noch weiter auszunutzen, indem 
er sich an das Ausschneiden von leichten Holz¬ 
schnitten, als Faksimiles, Monogramms, Initialen, 
Holzbuchstaben etc. wagt. Trotzdem hierzu schon 


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eine gewisse Fertigkeit und Sicherheit gehört, können 
wir doch zu einem Versuch nur raten. 

Das im Verlage von Alexander Waldow er¬ 
schienene Werkchen »Anleitung zur Holzschneide¬ 
kunst«, welches sehr vieles, was hier nur flüchtig 
erwähnt werden konnte, ganz ausführlich behandelt, 
gibt dazu so treffliche und beachtenswerte Winke, 
dass die Anschaffung desselben dem auch in dieser 
Richtung nach Vervollkommnung strebenden Ruch¬ 
drucker warm empfohlen werden kann. 

Unter diesem Kapitel seien noch einige andere 
Manieren erwähnt und kurz beschrieben, die im ge¬ 
gebenen Falle ganz passable Aushilfsmittel, aber 
trotzdem doch teils untergeordneter Natur, teils auch 
wieder durch schwierigere Herstellung weniger em¬ 
pfehlenswert sind. 

Anfertigung von maserierten Ton- oder 
Unterdruckplatten. 

Um irgend einem Tableau einen Untergrund zu 
geben, der das Aussehen einer Holzmaserimitation 
haben soll, bedient man sich hierzu geeigneter Lang¬ 
hölzer. Dieselben müssen selbstverständlich porös 
genug sein, um die gewünschte Maserierung zum 
Ausdruck zu bringen. Am meisten geeignet für 
diesen Zweck ist Eichenholz. Buchen-, Eschen-, 
Pappel-, Linden- und Ahornholz ist zwar auch etwas 
porös, die Poren sind aber zu unbedeutend, um als 
Untergrund wirkungsvoll ausgenutzt werden zu können. 
Obsthölzer sind noch dichter und daher unbrauchbar 


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10H 


Die Herstellung von Tonplatten. 


für fraglichen Zweck, um so besser aber für einen 
vollen Untergrund und zwar sowohl in Langholz als 
auch in Hirn- oder Kopfbolz verwendbar. Als Hirn¬ 
holzuntergrund geben Eiche und Nussbaum ein sehr 
schönes punktiertes Muster, sind aber nur für gerade 
rechtwinkelige Flächen zu empfehlen, da Hirnholz 
zuviel Arbeit beim Ausholzen der weissen Stellen 
verursacht. 

Die Tonplatten in Langholz können auf zwei 
Arten hergestellt werden. Entweder lässt man den 
ganzen Stock aus diesem Holze zurichten und schneidet 
die tiefen Stellen mittels Messer und Stichel (wie bei 
den Kartonplatten) fort — grössere Stellen können 
sogar mit einem Stemmeisen herausgeschlagen 
werden — oder man lässt sich Brettchen in ungefähr 
Nonpareillestärke hobeln oder aber, man benutzt 
starke Fourniere, schleift dieselben auf einer Seite 
mit Bimsstein oder Schmiergelpapier hübsch glatt 
ab und macht auf diese so hergerichtete Platte 
den Überdruck. Die Vertiefungen werden dann mit 
einer Laubsäge herausgesägt. Kleinere Vertiefungen 
oder Stellen, welche eine Trennung der Platte veran¬ 
lassen würden, können durch Vorschneiden der 
Kontur mit einem Messer und nachträglicher Ver¬ 
tiefung mit dem Flachstichel hergestellt werden. Die 
so ausgeschnittene Form leimt oder, wenn dies thunlich, 
nagelt man auf irgend einen Holzfuss und die Platte 
ist druckfertig. Holzbuchstaben kann man auf diese 
Weise auch hersteilen. 

Unterdruckplatten aus Moireepapier, 
Chagrin, gepresstem Leder und Stoff etc. 

Ebenso wie mit Holzmaser, kann auch auf die 
Weise ein gemusterter Untergrund hergestellt werden, 
dass man auf eine Kartonplatte noch einen Überzug 
von Moiree- oder anderem gepressten Papier, Chagrin, 
gepresstem Leder etc. macht und diese Platten im 
übrigen gerade so, wie gewöhnliche Kartonplatten 
behandelt, ohne sie aber später mit Firnis etc. zu 
bestreichen. Die eingepressten Muster werden im 
Abdruck auch ganz deutlich erscheinen, was bei 
manchen Arbeiten recht hübsch aussieht. 

Diese Platten dürfen jedoch nicht zu stark ge¬ 
presst werden, damit das Muster nicht leidet. Zu 
diesem Behüte bestreiche man die Kartonplatte mit 
sehr starkem Leim, lege das betreffende Musterblatt 
darauf und beschwere das Ganze lieber mit einem 
schweren Gegenstand, als dass man es in die Presse 
spannt. 


10t 


Bleiunterdruckplatten mit weissem Netz. 

Hierzu nehme man eine Bleiplatte (Schriftmetall), 
schleife sie hübsch glatt und lege ein entsprechend 
grosses Stück Drahtsieb (dasselbe ist in Metallwaren¬ 
geschäften in jeder Grösse, sowohl eng- als weit¬ 
maschig zu haben) darauf und presse das Ganze in 
einer Glättpresse. Hierdurch drücken sich die ge¬ 
kreuzten Drahtfäden in der Platte ab und lassen also 
nach Wegnahme vertieft gekreuzte Linien zurück. 
Hierauf schleift man die Platte noch einmal ab, um 
die bei dem Pressen hier und da in die Höhe ge¬ 
stiegenen Bleiteile, den sogenannten Grat zu entfernen. 
Gewaschener Shirting oder Tüll kann auch statt des 
Drahtsiebes genommen werden, das Muster wird dann 
feiner, aber beim Druck leicht unsauber. Celluloid¬ 
platten lassen sich auf gleiche Weise behandeln. 

Tonplatten aus Gelatine, Walzenmasse, 
Kautschuk etc. 

Diese Platten sind zwar nicht sehr praktisch, da 
sie nicht besonders gut drucken, sollen jedoch hier 
noch erwähnt werden. Ebenso wie man aus obigen 
Substanzen Stempel unfertigen kann, lassen sich 
auch Tonplatten daraus giessen. Bei rechtwinkeligen 
Tönen stellt man Bleislege in der betreffenden Grösse 
auf eine glatte Fläche (Glas- oder Metallplatte), welche 
zuvor etwas geölt wird, damit die Masse sich leicht 
ablöst, giesst die Masse (Walzenmasse muss natürlich 
geschmolzen werden) ungefähr eine Nonpareille hoch 
hinein und setzt den Holzfuss, welcher am besten 
auf der Oberfläche etwas rauh gemacht wird, darauf 
und lässt das Ganze einige Zeit, bis die Masse erstarrt 
ist, stehen. Handelt es sich um die Herstellung einer 
komplizierten Form, so wird diese auf eine Nonpareille 
starke Pappe ausgeschnitten, d. h. die Tonfläche wird 
entfernt, legt die so ausgeschnittene Pappe, mit der 
Bildfläche nach unten, auf eine glatte Fläche und giesst 
sodann den jetzt vertieften Formraum mit der be¬ 
treffenden Masse aus, worauf dann auch wieder der 
Holzfuss gestellt wird. Nach dem Erkalten der Walzen¬ 
masse wird die Pappe entfernt. Auf die Pappe wird 
selbstverständlich vorher ein Überdruck der Kontur¬ 
form gemacht. 

Auch hier können gemusterte Töne durch Unter¬ 
lage der vorher erwähnten Moireepapiere etc. hervor¬ 
gebracht werden, die letzteren werden natürlich nach 
dem Erstarren der Masse von derselben abgezogen. 
Bezüglich der Herstellung solcher Platten in Kautschuk 
sei auf das gleiche Verfahren wie bei der Anfertigung 
von Kautschukstempeln verwiesen. 


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106 


Die Einrichtung von Druckereien. 


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Die Einrichtung von Druckereien. 

Von Moritz Wunder. 

(Fortsetzung.) 


Die Motoren. 

ie bereits erwähnt wurde, kommt, wenn nicht 
schon früher, nach Anschaffung einer zweiten 
Druckmaschine die Frage nach einem Motor zur 
ernstlichen Erwägung. Ist eine entsprechend starke 
Wasserkraft zur Verfügung oder ist die Benutzung 
einer Wasserleitung gestattet, so ist die Anwendung 
einer Turbine der einfachste und billigste Betrieb. 
Auch die ganze Anlage ist eine sehr billige gegenüber 
den Betriebsanlagen mit anderen Motoren. 

Eine sehr bequeme Benutzung gestattet auch 
die Heissluftmaschine. Man hat in dem Bau dieser 
Art Maschinen entschiedene Fortschritte gemacht und 
wir erinnern uns noch mit einem gelinden Gruseln 
der geräuschvollen, oft unterbrochenen Wirksamkeit 
der ersten Ungetüme dieser damals »kalorische« 
genannten Maschinen. Früher liegend, jetzt stehend, 
nahezu geräuschlos arbeitend, billig im Betriebe, da 
jedes beliebige Brennmaterial zu ihrer Ingangsetzung 
benutzt werden kann, ist die Heissluftmaschine ein 
bei der Auswahl für den Kleinbetrieb immerhin be¬ 
achtenswerter Motor, dessen abziehende Gase auch 
zu Heizzwecken Verwendung finden können. Im 
Sommer kann die ausstrahlende Wärme allerdings 
lästig werden, auch ist zu berücksichtigen, dass der 
Gasmaschine gegenüber die Heissluftmaschine zu ihrer 
Aufstellung mehr Raum gebraucht und nicht sofort 
in Betrieb gesetzt werden kann, sondern erst etwa 
eine Stunde lang angeheizt werden muss, demnach 
für einen oft unterbrochenen Betrieb weniger vorteil¬ 
haft erscheint. Die Maschine wird in einer Stärke von 
V* bis 2 Pferdekräften gebaut und kostet 850 bis 
2250 Mark. 

Der vollkommenste Motor für den Kleinbetrieb 
ist ohne Zweifel die Gasmaschine, nur ist dieselbe an 
das Vorhandensein von Gas gebunden, da Apparate 
zum selbständigen Erzeugen von Gas nicht nur teuer, 
sondern ihrer leichten Explodierfühigkeit halber auch 
gefährlich sind, so dass sich eine Stadlbehörde sogar 
bemüssigt fand, die Aufstellung solcher Apparate zu 
verbieten. Die Möglichkeit, diese Maschinen sofort in 
Betrieb setzen zu können, macht sie besonders geeignet 
in Fällen, wo man nicht fortgesetzt einer treibenden 
Kraft bedarf, wobei zu berücksichtigen ist, dass 
ihre Wartung und Pflege sehr wenig Zeit in An¬ 
spruch nimmt und nebenbei besorgt werden kann. 
Beachtenswert ist ferner ihr elegantes Aussehen und 


die Sauberkeit, mit welcher ihre Behandlung ver¬ 
bunden ist, in welcher Beziehung namentlich die 
Heissluftmaschine nicht mit ihr zu konkurrieren 
vermag. 

Man baut die Gaskraftmaschinen sowohl liegend 
wie stehend, es lässt sich daher selbst bei sehr 
beschränkten Raumverhältnissen ihre Aufstellung er¬ 
möglichen und da sie auch in Bezug auf Kraftent¬ 
wickelung — V* bis 20 Pferdekraft —- weitgehenden 
Ansprüchen zu genügen vermögen, sind sie sogar 
in eine bedeutende Konkurrenz zu der Dampf¬ 
maschine getreten. Die einzigen Bedenken, die 
ihrer Verwendung entgegenstehen, sind der allerdings 
nur schwache Gasgeruch, ferner das zischende Ge¬ 
räusch, w^enn das Gasgemenge explodiert und schliess¬ 
lich die störende Einwirkung der Maschine auf die 
Gasleitung, wenn solche mit dem Betriebe der Gas¬ 
kraftmaschine verbunden ist. Die ersteren Übelstände 
lassen sich durch Aufstellen der Maschine in einem 
besonderen Raume unmerkbar machen, und der 
schädliche Einfluss auf die Beleuchtung, welcher sich 
durch ein Flackern der Flammen zu erkennen gibt, 
kann durch eine eigene Leitung, was jedenfalls das 
Richtigste ist, oder durch Einschaltung eines Regulators 
aufgehoben werden. 

Die Ableitung des Gases zur Beleuchtung hat 
vor dem Regulator und möglichst weit von demselben 
entfernt zu geschehen. Für grössere Betriebe sind 
die Maschinen nach dem System Otto die vorteil¬ 
haftesten, nur ist bei denselben zu beachten, dass 
sie zur Abkühlung des Cylinders Kühlwasser nötig 
haben. 

Obgleich, wie schon bemerkt. Gaskraftmaschinen 
bis zu 20Pferdekraft gebaut werden, ist die Aufstellung 
solcher grosser Maschinen, w-enn sie vorteilhaft sein 
soll, an besondere Vorbedingungen — nur zeitW'eiser 
und kurzer Gebrauch, z. B. bei Zeitungen —gebunden. 
Muss dagegen eine grössere Kraftmenge zu jeder Zeit 
disponibel sein, so empfiehlt sich die Aufstellung einer 
Dampfmaschine, wodurch ausserdem noch der Vorteil 
geboten wird, die Lokalitäten im Winter billig und 
bequem heizen zu können, wenn bei der Wahl des 
Kessels hierauf Rücksicht genommen wird. Je grösser 
der Betrieb, desto billiger arbeitet man mit Dampf, 
w'eil die freilich theuren Anlagekosten bei jeder Er¬ 
weiterung nur unerheblich steigen. Entschliesst man 
sich daher zu einer Dampfanlage, so wähle man 
Kessel und Maschine um mindestens ein Viertel bis 
zur Hälfte grösser, resp. stärker, als das augenblicklich 
vorliegende Bedürfnis verlangt. Man wird dann bei 
Anschaffung einer neuen Maschine, eines Kalanders etc. 
nicht nötig haben, auch an der Dampfanlage Ver- 
grösserungen vorzunehmen. Ist indes einmal eine 

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107 


Die Einrichtung von Druckereien. 


108 


solche vorhanden, so sollte sie auch vollkommen 
ausgenutzt und selbst zu Wirtschaftszwecken heran¬ 
gezogen werden, wenn Wohnungen mit dem Geschäft 
verbunden sind. 

Spezielleres über den Betrieb mit Dampf¬ 
maschinen findet sich im vorigen Jahrgang des Archiv 
und können wir deshalb ein weiteres Eingehen auf 
denselben unterlassen. 


Die Heizung. 

Die Aufgabe einer guten Heizung ist die mög¬ 
lichst gleichmässige Erwärmung des zu heizenden 
Raumes, d. h. gleichmässig sowohl in Bezug auf die 
Verteilung im Raum, als auch auf die Höhe des 
Wärmegrades. 

Beide Bedingungen können eigentlich nur von 
einer Zentralheizung genügend erfüllt werden, da aber 
kleine Druckereien eine solche nicht anlegen können, 
so bleibt ihnen eben nur der Ofen für diesen Zweck 
zur Verfügung. Als der geeignetste ist der sogenannte 
Füllofen zu bezeichnen, mit dem sich noch am ehesten 
die eben angedeuteten Erfordernisse einer guten 
Heizung erreichen lassen, namentlich wenn man den¬ 
selben mit einem Mantel oder Schirm umgibt. Ganz 
ungeeignet sind die sogenannten Kanonenöfen, auch 
ihrer, die Unreinlichkeit mehr als jeder andere Ofen 
befördernden Bedienung wegen. 

Unter den verschiedenen Zentralheizungen kann 
hier nur die Dampfheizung in Betracht gezogen 
werden, einmal weil sie bei richtiger Einteilung die 
vollkommenste ist und sodann aus dem einfachen 
Grunde, weil ihre Anwendung in grossen Geschäften 
durch den Dampfbetrieb schon gegeben ist. 

Zur Dampfleitung selbst eignen sich kupferne 
oder gusseiserne Röhren am besten, da sie die Hitze 
noch geraume Zeit, nachdem kein Dampf mehr hin¬ 
durchgeht, anhalten, während dünnes Eisenblech die 
Hitze zwar schnell aber auch zu heftig ausstrahlt 
und dadurch schneller verfliegen lässt, auch bezüglich 
der Dauerhaftigkeit zu wünschen übrig lässt. 

Gusseiserne Röhren müssen zirka 1 bis 2 Fuss 
vom Boden entfernt liegen, so dass die Hitze von 
unten herauf den Saal durchwärmt; blecherne, über 
den Köpfen der Arbeiter hingeleitete Röhren sind 
entschieden zu verwerfen. 

Bekanntlich sammelt sich die warme Luft zuerst 
in den oberen unter der Decke befindlichen Schichten 
und senkt sich dann allmählich auf den Fussboden, 
der zuletzt und oft sehr spät erwärmt wird. Man 
könnte nun meinen, durch in der Höhe angebrachte 
Röhren ein schnelleres Erwärmen der Zimmer zu 


erlangen, weil dann die Wärme nicht erst in die 
Höhe zu steigen brauche, doch ist dieser Vorteil sehr 
zweifelhaft und die Praxis hat bewiesen, dass, wenn 
die Röhren nicht sehr hoch liegen, die entwickelte 
Hitze sich durch drückenden Kopfschmerz fühlbar 
macht, während die Füsse kalt bleiben und demnach 
das gerade Gegenteil von der alten ärztlichen Regel 
bewirken, welche jedem empfiehlt, Kopf kalt und 
Füsse warm zu halten: liegen die Röhren aber nahe 
dem Fussboden, so saugt derselbe einen Teil der aus¬ 
strömenden Hitze ein und erwärmt sich daher auch 
schneller. 

Es ist schon sehr viel über die Dampfheizungen 
gestritten worden. Die einen behaupten, die Luft 
werde durch dieselben ausgetrocknet, die anderen, 
sie sei überhaupt nicht genügend. 

Was das Austrocknen der Luft betrifft, so haben 
wir dies bei Dampfheizung nicht, wohl aber bei 
Heizung mit heisser Luft gefunden, die überhaupt, 
nach unseren Erfahrungen nichts Empfehlenswertes 
besitzt. 

Ein anderes ist es mit dem zweiten Vorwurfe. 
Im Frühjahr und Herbst wird der abgehende (ver¬ 
brauchte) Dampf — d. i. derjenige Dampf, der bereits 
im Cylinder auf den Kolben gewirkt hat und dann, 
z. B. im Sommer, durch ein dünnes Rohr ins Freie 
geleitet wird — hinreichen, die Lokale zu erwärmen. 
Tritt indes strengere Kälte ein. so reicht dieser 
nicht mehr aus und es muss Dampf direkt vom 
Kessel, der also seine volle Spannkraft und Hitze 
noch hat, in die Röhren geleitet werden. Ist nun der 
Winter recht hart und der Kessel nicht grösser, als 
unbedingt nötig, d. h. kann er nicht mehr Dampf 
fassen, als zum Betrieb der Maschinen gerade er¬ 
forderlich ist, so kann es wohl Vorkommen, dass die 
Setzer mit steifen Fingern ein paar Stunden warten 
müssen, ehe sie an ein flottes Arbeiten denken können, 
namentlich, wenn der Heizer nachlässig oder etwas 
boshafter Natur ist, denn dieser kann bei gutem 
Willen und mit richtigem Verständnis viel dazu 
beitragen, etwa vorhandene Missstände möglichst 
abzuschwächen. 

Der Heizer ist überhaupt, das wollen wir hier 
noch bemerken, eine äusserst. wichtige Person beim 
Dampfbetrieb und es sollte nichts gespart werden, 
mn sich einen tüchtigen und zuverlässigen Mann zu 
verschaffen, der nicht etwa an den Kohlen spart, um 
sich beim Geschäftsinhaber als sorgsamer Heizer in 
ein gutes Licht zu setzen, während er dadurch die 
Interessen des Geschäfts an einer anderen Stelle aufs 
gröblichste verletzt. 

Hat man indes einen guten Heizer und der Kessel 
ist nicht zu klein, sondern kann ein gutes Quantum 


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109 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


110 


Dampf mehr fassen, als zum Betrieb nötig ist, so wird 
nur bei sehr kalten Wintern ein Mangel eintreten. 
Grössere Geschäfte besitzen gewöhnlich zwei Kessel 
und dann ist es überhaupt nicht gut möglich, dass 
Mangel an Dampf eintritt. 

Will man aber gegen alle solche Vorkommnisse 
geschützt sein, so stelle man trotz der vorhandenen 
Dampfheizung noch einige gute Füllöfen auf und be¬ 
nutze sie mit, falls die Dampfheizung an sehr kalten 
Tagen nicht ausreicht. Sehr vorteilhaft dürfte es sein, 
wenn diese Öfen Sonntag abends angeheizt werden, 
damit die Setzer und Drucker Montag morgens 
schon genügend erwärmte Lokale vorlinden, was 
nicht immer der Fall sein dürfte, wenn die Dampf¬ 
leitung die durch den Stillstand am Sonntag zu sehr 
durchkälteten Lokale allein erwärmen soll. Übrigens 
ist bei strenger Kälte ein früheres An heizen der Kessel 

Unbedingt notwendig. (Fortsetzung folgt.> 


Verzeichnis und Erklärung 
der gebräuchlichsten Kunstausdrüeke. 

Von Friedrich Bosse. 

(Fortsetzung.) 


Portal, reich verzierte, grosse Thür oder der 
Haupteingang eines Gebäudes, dessen Form je nach 
dem Stile voneinander abweicht. So war z. B. das 
Portal der Gotik meist eine spitzbogig nach oben 
abschliessende Öffnung, begrenzt von einer reich 
profilierten Gliederung, die oft mit und ohne Unter¬ 
brechung im Spitzbogen fortgesetzt wurde. Die Bogen¬ 
kehlen wurden sehr oft, je nach ihrer Breite, mit 
Konsolen, Figuren und Baldachinen geschmückt und 
am reichsten die Bogenfelder ornamentiert. Die 
Renaissance lässt das Portal entweder rundbogig 
abschliessen oder gestaltet es rechteckig. Bei ein¬ 
fachen Anlagen ruht der bogige Teil auf Säulen oder 
Pfeilern und bei reicherer Anlage umgibt man den 
Eingang mit einem architektonischen Aufbau, dessen 
Gebälk mit einem Kranzgesimse oder sogar mit einem 
Giebel abschliesst. Von besonders interessanter Form 
sind namentlich die Portale des arabischen, maurischen 
und persischen Stils, auch das des romanischen Stils 
ist gleichfalls von reicher Anlage. Das Portal hat man 
früher sehr oft als Motiv zu einem Titelblatte benutzt 
und damit Bücher und Einzelblätter geschmückt; doch 
wurden sie meistens in Kupferstich oder Holzschnitt 
ausgeführt. Für diesen Zweck eignet sich vorzugs¬ 
weise das Portal des persischen, arabischen und 
maurischen Stils als Vorbild. In neuerer Zeit sucht 


man sie auch im Buchdruck einzuführen, indem man 
zu dem Zwecke architektonische Einzelformen schrift- 
giesserisch anfertigt. Von einer perspektivischen Zeich¬ 
nung sieht man dabei ab und gibt sie in geometrischer 
Zeichnung. — Als Titelblatt hat man das Portal als 
schwebende Kunstform zu behandeln und die Basis 
durch konsolenartige und ähnliche Formen nach 
unten ornamental abzuschliessen. Fig. 170 . 

Postament ist das Fussgestell für 
eine Säule oder Statue und besteht aus 
dem Grundstein oder Plinthe, dem Fuss- 
gesimse, dem Würfel und dem Kranz¬ 
gesimse. 

Profil, Durchschnitt, besonders von Gebäude¬ 
teilen, Gesimsen etc. Auch die den Durchschnitt 
begrenzende Linie nennt man Profil; daneben lindet 
man auch die Bezeichnung Kontur und Silhouette 
des Körpers. 

Putten (vom ital. Putto), eine Bezeichnung für 
Kindergestalten, welche seit der Renais¬ 
sance in der dekorativen Malerei und 
Plastik mit Vorliebe verwendet wurden 
und Fruchtschnüre, Blumengewinde, 
Wappenschilder oder dergl. trugen oder Kiinkhardt. 
Spiele aufführten. 

Rautenfries oder auch Rautenstab, ein roma¬ 
nisches Ornament., dessen Elemente aus verschobenen 
Vierecken oder Rauten bestehen. 

Fis.* 7 *. XXXXXXXXX Joh " S8hne - 


Fig. 171. 




Reihung nennt man in der Ornamentik die 
regelmässige Wiederkehr gleich oder ähnlich ge¬ 
formter Elemente. Eine solche Reihung ist z. B. der 
Perlstab, der Zahnschnitt, der Blätterstab oder Blatt¬ 
welle etc. Sind die aneinander gereihten Elemente 
oder Teile von gleicher Grösse, derselben Form und 
Farbe, so nennt man sie eine einfache Reihung: 

Fig. 173. Fig. 17+. Fig. 175. Fig. 176. 

. - . w uwj 

Theinhardt. Kiinkhardt. 

dagegen nennt man sie eine alternierende oder ab¬ 
wechselnde, wenn in der fortschreitenden Folge der¬ 
selben Elemente auftreten, die durch ihre Form, 
Grösse und Farbe in einen Gegensatz zu einander 
treten: 

Fig. 177. Fig. 178. Fig. 179. 

Kreb«. Theinhardt. Gronau. 

Relief, körperliche Darstellung von Gebilden 
jeder Art auf einer Fläche und zwar so, dass sie nicht 
völlig rund erscheinen. Tritt die Darstellung nur wenig 


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111 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


112 


aus der Fläche hervor, so nennt man sie gewöhnlich 
Bas- oder Flachrelief , ist sie dagegen halbrund ge¬ 
halten , so bezeichnet man sie mit Haut - oder Hoch¬ 
relief. Die Griechen Hessen die Gestalten oder Formen 
alle in einer Ebene erscheinen, während die moderne 
Kunst die Ebene für eine Reliefdarstellung in Vorder-, 
Mittel- und Hintergrund einteilt und auf perspektivische 
Wirkung hinarbeitet. Reliefs, bei denen Köpfe oder 
dergleichen völlig rund gestaltet sind und stark her¬ 
vorragen, nennt man übertriebene Hautreliefs. 

Renaissance, italienisch rinascimiento, Wieder¬ 
geburt, hat eine zweifache Bedeutung. Man bezeichnet 
damit die Kulturperiode, welche die Zeit vom Aus¬ 
gange des Mittelalters bis gegen Ende des 17. Jahr¬ 
hunderts umfasst , dann aber namentlich den Um¬ 
schwung, welcher sich auf dem gesamten Gebiete 
der bildenden Kunst vollzog. Renaissance bedeutet 
also, auf Kunst und Kunstgewerbe angewendet, die 
Wiederbelebung der antiken Kunstformen und deren 
mehr oder weniger freie Umbildung oder die Bildung 
des Formgefühls an antiken Vorbildern. 

Unter Renaissance versteht man also den Kunst¬ 
stil der neueren Zeit vom Ausgange des Mittelalters bis 
Ende des 17. Jahrhunderts, denjenigen Kunststil, der 
auch heute noch fast das gesamte Kunstleben be¬ 
herrscht. Mit dem Ende des Mittelalters, dessen Macht 
durch die reformatorischen Bestrebungen auf allen 
Gebieten gebrochen war, ging auch der letzte der 
mittelalterlichen Kunststile seinem Ende entgegen, 
wenn auch langsam, denn keiner hatte bei den 
Völkern so tiefe Wurzeln geschlagen, als eben dieser. 
Die Gotik hatte sich überlebt und der starre Schema¬ 
tismus in der Kunst und dem Handwerk befriedigte 
nicht mehr. Man suchte die wechselvollen Er¬ 
scheinungen im Leben der Menschen und Wesen der 
Natur tiefer zu erfassen und gleichzeitig die hinter- 
lassenen Werke der Griechen und Römer in sich auf¬ 
zunehmen und zu studieren, und je mehr man sich 
in diese versenkte, desto grösser war das Interesse 
an der antiken Formenwelt. Von besonderem Einfluss 
war die zufällige Auffindung des Vitruv'schen Archi¬ 
tekturwerkes um 1430 im Kloster zu St. Gallen für 
diese Bestrebungen, denn in diesem waren die Grund¬ 
gesetze der römischen Bauweise niedergelegt. Der Um¬ 
schwung vollzog sich zunächst auf dem Gebiete der 
Architektur, für welche die zahlreichen Kunstwerke der 
Römer die Vorbilder lieferten. Die anderen Künste 
folgten ihr bald. So auch die Ornamentik. Die 
Renaissance nahm die wenigen ornamentalen Formen 
der Antike wieder auf, schuf sie aber in ihrem Geiste 
um, d. h. näherte sie mehr den natürlichen Vorbildern, 
vermied alle Härten und Unschönheiten in den Be¬ 
wegungen der Linien und sah namentlich bei ihrer 


Gestaltung auf Lebenswahrheit, Kraft und üppige 
Form. 

So gestaltete sich das Akanthusblatt, das Haupt¬ 
motiv der antiken Ornamentik, wesentlich anders und 
unterscheidet sich namentlich durch ein feines Form¬ 
gefühl von dem der Griechen und Römer: 

Fig. 180. Fig. 181. Fig. 182. 




Das Gleiche ist auch bei den anderen Formen, 
dem Gaisblatt, dem Weinblatt, dem Lorbeer und dem 
Epheu der Fall. Neben diesen hat sie aber auch eine 
Menge anderer Motive verwertet, die sie direkt der 
Natur entlehnt hat. 

Was die künstlerische Anordnung und die lebens¬ 
volle Darstellung ihrer zahlreichen ornamentalen Mittel, 
den grossen Reichtum, die Schönheit und harmonische 
Durchbildung ihrer dekorativen Formen betrifft, so 
nimmt sie unter allen Kunstweisen unstreitig mit den 
ersten Rang ein. 

Von der Farbe macht die Renaissance einen 
ebenso grossen Gebrauch, wie manche ihr vorauf¬ 
gegangenen mittelalterlichen Stilarten; aber sie weicht 
insofern von diesen ab, als sie sich nicht auf die blosse 
Anwendung der reinen unvermischten Farben, wie 
Blau. Rot, Gelb etc. beschränkt, sondern sie in allen 
denkbaren Nüancen anwendet und harmonisch abzu¬ 
tönen versteht. Im allgemeinen bevorzugt sie nament¬ 
lich tertiäre Farben, auch sekundäre sind nicht aus¬ 
geschlossen, primäre aber werden nur im Verein mit 
anderen angewendet. 

Die Wiege der Renaissance ist Italien und ihre 
Begründer sind in der Architektur Brunelleschi und 
in der Bildhauerkunst Ghiberti. Ihre erste Epoche 
begann sie in Florenz unter den kunstliebenden Medi¬ 
ceern; ihre zweite in Rom zur Zeit eines Vignola, 
Bramante, Raphael und Michel Angelo. Die erste 
Epoche (von der Mitte bis zu Ende des 15. Jahr¬ 
hunderts) wird das Ouattrocento und die zweite (von 
1500 bis 1580) das Cinquecento genannt. Ihre Heimat 
verlässt sie erst um 1500, indem sie ihren Weg 
nach Norden einschlägt, hat aber in Deutschland, 
Frankreich, namentlich in England, einen harten 
»Kampf gegen die Gotik zu bestehen, ja selbst der 
Volkscharakter und die Bedingungen, die in der 


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113 


Schriftprobenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. 


114 


Lebensweise und dem Klima wurzelten, traten ihrer 
Einführung hindernd in den Weg. Sie erhielt hier¬ 
durch in jedem dieser Länder ein anderes Gepräge auf¬ 
gedrückt, dessen Merkmale so charakteristisch sind, 
dass eine Unterscheidung in italienische, deutsche und 
französische Renaissance notwendig geworden ist. 
In der ersten prägt sich das Anmutige, Heitere, in 
der zweiten das Ernste und Würdevolle, und in der 
dritten das Kokette etc. deutlich aus. 


Fig. 183. Italienische Renaissance. 



Fig. 181. Deutsche Renaissance. 




Fig. 185. Französische Renaissance. 


Klinkhardt. 


Ihrer geschichtlichen Entwickelung nach unter¬ 
scheidet man drei Stadien der Entwickelung, nämlich 
die Früh- oder gotisierende Renaissance, die Hoch¬ 
oder Feinrenaissance und die Spätrenaissance oder 
der Barockstil. Ihr Eintritt ist in den verschiedenen 
Ländern nicht gleichzeitig. In Italien umfasst die 
Frührenaissance das 15. Jahrhundert, die Hoch¬ 
renaissance das 16. Jahrhundert und die Spät¬ 
renaissance das 17. Jahrhundert. In den anderen 
Ländern treten sie weit später ein, deren Zeitangaben 
wir hier übergehen können. 

Replik. Mit diesem Ausdrucke bezeichnet man 
in der Kunstsprache die Wiederholung eines Kunst¬ 
werks, das der Meister genau so wie das Original oder 
auch mit wesentlichen oder unwesentlichen Ver¬ 
änderungen ausgeführt hat. 

Riemchen oder auch Plättchen ist ein kleines, 
rechtwinkliges Glied, dessen Ausladung in der Regel 
gleich der Hälfte seiner Höhe ist. (Fortsetzung folgt) 


Schriftprobenschau. 

(Den Wohnort der unter »Schriftprobenschau« und »Satz und Druck der 
Probenblätter« genannten Firmen geben wir nur dann an, wenn sie weniger 
bekannt oder nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver* 
weisen auch auf das Bezugsquellenregister auf der 2. Umschlagseite.) 

SfjftSjm 2. Heft dieses Jahrgangs besprachen wir 
unter Schriftprobenschau das neueste Schrift- 
proben-Fortsetzungsheft der Schriftgiesserei Flinsch , 
unsere Leser auf die darin enthaltene reiche und 
schöne Sammlung von Schriften, Einfassungen, Vig¬ 
netten etc. hinweisend. Mit gewohnter Freigebigkeit 
übersandte uns nun die genannte Firma eine grosse 
Zahl solcher dort abgedruckter Einfassungen und 
Schriften, welche sich durch ihre Originalität be¬ 
sonders auszeichnen und so recht geeignet sind, 
unsere Probenblätter zu schmücken. 

Zwei dieser Einfassungen und Schriften haben 
wir ausser auf nachstehender Zusammenstellung 
sämtlicher so schätzenswerter Gaben der Schrift¬ 
giesserei Flinsch bereits auf Blatt F verwendet und 
verweisen unsere Leser deshalb auf dieses Blatt, 
wie auf die Besprechung desselben (Spalte 117), auch 
die nachstehende Zusammenstellung sämtlicher em¬ 
pfangener Novitäten der Beachtung empfehlend. 

Als ein höchst verwendbares, ungemein zierliches 
Material möchten wir besonders die Antiken Ein¬ 
fassungen bezeichnen. Sie lassen sich sowohl zur 
Umrahmung von Accidenzien, wie auch zum Schmuck 
ganzer Werke verwenden. Ausser denen, welche wir 
erhielten, besitzt genannte Giesserei noch eine grosse 
Zahl eben so gefällig gezeichneter in den verschieden¬ 
sten Grössen. Auch unter den Zier Schriften dürften 
viele den Beifall unserer Leser linden. 

Als Beilage des heutigen Heftes linden unsere 
Leser eine Probe von sechs Graden höchst gefälliger 
neuer Zier Schriften im Charakter der Etienne, die 
von Wilhelm Gronaus Schriftgiesserei geschnitten 
wurden. Wie alle von dieser Firma erzeugten 
Schriften, zeigen auch diese sorgfältigste Behandlung 
eines jeden einzelnen Buchstabens, so dass sie sich 
als exakt geschnittene, deutliche, dabei elegant ge¬ 
zeichnete repräsentieren. 


Satz und Druck der Probenblätter. 


£n unserem letzten Heft konnten wir unseren 
Lesern das Figurenverzeichnis der prächtigen 
Italienischen Einfassung der Schriftgiesserei Benjam in 
Krebs Nachfolger vorführen, damit eine Einfassung 
zeigend, die sowohl durch ihre elegante und gefällige 
als kräftige Zeichnung zu den beachtenswertesten 
Novitäten zu rechnen ist. 


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117 


Satz und Druck der Probenblätter. — Wilhelm Gronau +• 


118 



Dass wir seiner Zeit zu deren Empfehlung nicht 
zuviel gesagt, wird man bei Betrachtung des diesem 
Heft beiliegenden Diploms, Blatt K, unzweifelhaft an¬ 
erkennen. 

Die schönen Englischen Versalien und die Spitze 
von J, G. Scheller & Giesecke , der Perlstab von 
Theinhardt und die Flinsctisehen Ecken tragen gleich¬ 
falls wesentlich zum Schmuck der Beilage bei. 

Wir druck¬ 
ten das Blatt in 
blauem Ton , ge¬ 
mischt aus Mi lori¬ 
blau und Weiss. 
braungelbem Ton y 
der gemischt aus 
Terra de Siena 
und Weiss, Gold 
in gewöhnlicher 
Weise u. Schwarz: 
für den Text. Die 
Haupt-Einfassung 
druckten wir mit 
braunem Lack von 
Käst & EJunger. 

Auf Blatt F 
bringen wir zwei 
der unter Schrift¬ 
probenschau ab¬ 
gedruckten sehr 
schönen Flinsch- 
schen Einfassun¬ 
gen und Schriften 
zu 2 Einladungs¬ 
karten verwendet 
zum Abdruck. Für 
diejenigen unserer 
Kunden, welche 
eine Ausstattung 
ihrer Arbeiten in 
einer von der ge¬ 
wöhnlichen abweichenden Weise lieben, dürften die 
benutzten Schriften wohl von Interesse sein. 

Gedruckt wurde das Blatt mit der vortrefflichen 
Accidetizfarbe von Metlhaus <f Scheidig. 


Wilhelm Gronau *E 

m 16. März, kurz nach 2 lihr Morgens, verschied in 
Berlin Herr Karl Wilhelm Gronau . ältester Chef der 
Firma »Wilhelm Gronaus Buchdruckerei und Schriftgiesserei«. 
ein Mann, der sich viele Verdienste um unsere Kunst, 
viel Anerkennung und Zuneigung in den Kreisen der 


Fachgenossen erworben hat und um den sicher alle Die 
aufrichtig trauern werden, welche Gelegenheit hatten, den 
vortrefflichen Mann näher kennen zu lernen. 

Gronau war bis zu seinem Tode ein würdiger Repräsen¬ 
tant der Buchdrucker alter Zeit, bieder in seinem Wesen, 
streng solid und ehrenwert in seinen Handlungen, ruhig 
und gemessen in seiner Sprechweise. Nicht mit schönen 
Worten wies er auf die Leistungen seines Geschäftes hin, 
nein, die Gediegenheit dieser Leistungen musste für sich 
selbst sprechen ; sie waren sein Stolz und seine Freude. 

Was hat nicht 
Gronau an Schönem 
und Gediegenem ge¬ 
schaffen; wie viele 
herrliche Schriften, 
Einfassungen etc. 
verdankten wir ihm 
schon, als noch kein 
so reger Wettstreit 
auf dem Gebiete der 
Schriftgiesserei be¬ 
stand. Was er uns 
brachte, war ge¬ 
diegen , brauchbar 
für alle Zeit. Und 
wie in der Schrift¬ 
giesserei, so auch in 
der Buchdruckerei; 
seine buchdrucke¬ 
rischen Arbeiten ge¬ 
nossen gleichfalls 
den allerbesten Ruf 
— sein gesamtes 
Etablissement war, 
lind wird sicher für 
alle Zeit eine Muster- 
anstalt im wahren 
Sinne des Wortes 
bleiben. 

Gronau wurde 
i. J. 1812 am 3. Juli 
zu Aleckendorf bei 
Hadmersleben (An¬ 
halt) geboren. Seinen 
ersten Unterricht er¬ 
hielt er von seinem 
Vater, der dort als 
Lehrer und Kantor 
angestellt war. 

Um den Kindern eine bessere Schulbildung zu ermög¬ 
lichen, nahm der Vater eine gleiche Stelle in Zerbst an, 
wo von nun an der junge Gronau das Gymnasium besuchte. 
Mit lö Jahren, also im Jahre 1827 trat er am 1. September 
in die Lehre der Haenel’schen Hofbuchdruckerei in Magde¬ 
burg ein. woselbst er sich auch nach überstandener vier¬ 
jähriger Lehrzeit noch länger aufhielt, um dann einem 
Rufe der Firma B. G. Teubner nach Dresden zu folgen. 

Nach mehrjährigem Aufenthalt in dieser Oflizin wurden 
ihm Anerbietungen nach Philadelphia gemacht, wo man 
eine deutsche Zeitschrift zu gründen beabsichtigte. Im 
Jahre 1834 machte sicli der nunmehr 22jährige Gronau auf. 
um von Bremen sein Reiseziel Philadelphia zu erreichen. 
Die Überfahrt dauerte des ungünstigen Windes wegen, der 
namentlich bei den Azoren heftig auftrat, nicht weniger 

8 


Wilhelm Gronau. 


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119 


Wilhelm Gronau f. — Buchgewerbliche Japan-Ausstellung. — Frey & Senings Farbenproben. 


120 


als 11 Wochen. Nach glücklicher Landung trat Gronau 
sofort in das Haus Woesselhoefft ein. Von Philadelphia 
aus machte er wiederholt Reisen nach Baltimore und 
New-York. 

Der inzwischen erfolgte Tod seiner beiden Brüder ver- 
anlasste ihn, im Jahre 1843 nach Deutschland zu gehen 
und seine Eltern wieder aufzusuchen. 

Seinen Vorsatz, nach Amerika zurückzukehren, gab er 
auf, als Eduard Haenel, der inzwischen schon sein Geschäft 
von Magdeburg nach Berlin verlegt hatte, ihm wiederholt 
Anerbietungen machte, die dann auch schliesslich zum 
Engagement führten. 

Gronau genoss das volle Vertrauen seines Prinzipals, 
welcher ihn denn auch mit der Leitung und Oberaufsicht beim 
Druck der Staatspapiere, der in den Anfang der fünfziger 
Jahre fällt, betraute. 1853 ging das Haenelsche Geschäft 
in andere Hände über, doch blieb trotz öfteren, schnell 
aufeinanderfolgenden Besitzwechsels die Oberleitung des 
Geschäfts in Gronaus Händen, bis derselbe im Januar 1864 
von der Darmstädter Bank das Geschäft käuflich erwarb und 
von da ab die bisherige Firma Ed. Haenels Buchdruckerei 
und Schriftgiesserei in »Wilhelm Gronaus Buchdruckerei 
und Schriftgiesserei« umwandelte. Im Sommer 1870 trat 
Herr H. A. Jürst als Socius mit in das Geschäft ein. Am 
1. September 1877 war es dem nun Entschlafenen vergönnt, 
in voller Rüstigkeit das Fest seiner 50jährigen Berufsthätig- 
keit zu begehen und blieb derselbe bis Dezember 1884, 
wo er durch beginnende Krankheit gezwungen wurde, sich vom 
Geschäft zurückzuziehen, rastlos thätig. — Am 1. September 
dieses Jahres würde der Entschlafene die 60jährige Jubel¬ 
feier seiner Berufstätigkeit begangen haben. 

Es macht uns ganz besondere Freude, unseren Lesern 
das Bild dieses Mannes geben zu können, der mit dem 
Leben und Streben unserer Kunst so eng verwachsen war. 
dass wohl jeder Buchdrucker, sei er nun Prinzipal oder 
Gehilfe, seinen Namen mit Achtung und Zuneigung nennt. 

Wir speziell schätzen Wilhelm Gronau auch noch als 
einen Gönnei *, dessen gütiger und uneigennütziger Unter¬ 
stützung wir uns. wie das »Archiv« beweist, nun beinahe 
25 Jahre lang erfreuten. Seine treue Anhänglichkeit an 
unser Blatt und seine Anerkennung, Förderung und Auf¬ 
munterung unseres Strebens haben wesentlich dazu beige¬ 
tragen, dass das »Archiv« geworden, was es ist. Unser 
innigster Dank folgt dem edlen Mann auch in die Ewigkeit 
nach. Der Firma aber wünschen wir auch ferneres Blühen 
und Gedeihen. 


Buehgewerbliehe Japan-Ausstellung. 

ach kurzer Pause schloss sich der in Heft 2 er¬ 
wähnten Schwarz-Weiss-Ausstellung in der Buch¬ 
händlerbörse zu Leipzig eine reichhaltige und höchst 
interessante Ausstellung japanischer Erzeugnisse . darunter 
eine grosse Anzahl Druckarbeiten jenes intelligenten Volkes 
an. Die sämtlichen Gegenstände waren dem Zentralverein 
für das gesamte Buchgewerbe in Leipzig von der R. Wagner- 
schen Kunsthandlung in Berlin überlassen worden, jener 
Firma, welche auch uns ermöglichte, unseren Lesern in 
Heft 2 eine Probe des von ihr in den verschiedensten 
Stärken geführten vortrefflichen, haltbaren und so höchst 
druckfähigen japanischen Papiers vorzuführen. Der knappe 


Raum unseres Heftes erlaubt es uns nicht, eingehender 
auf die einzelnen Gegenstände der Ausstellung hinzuweisen; 
wer sich speziell dafür interessiert, sei auf den Separat¬ 
abdruck eines von Herrn Carl B. Lorck verfassten, im 
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel (No. 56), wie in 
der Leipziger Zeitung (No. 49 u. 50) enthaltenen Artikels 
hingewiesen, der uns in eingehendster Weise mit dem 
Bücherdruck, der malenden Kunst, dem xylographisehen 
Farbendruck und der Papierfabrikation der Japaner vertraut 
macht und der wohl leicht von dem Zentralverein zu er¬ 
halten oder in den fraglichen Nummern der beiden erwähnten 
Blätter*) nachzulesen sein wird. 

Wir möchten nur besonders auf den Farbendruck der 
Japaner hinweisen, der lediglich von in primitiver Weise 
gefertigten Holzschnittplatten bewerkstelligt, dennoch eine 
nahrhaft betcunderungsiciirdige Ausführung zeigt. Die Farben 
sind zumeist in dezentester, dabei sehr harmonischer Weise 
gewählt und die Platten scharf und höchst exakt geschnitten, 
so dass man das vortreffliche Register bewundern muss. 
Wenn man bedenkt, dass sich die Japaner nur der Wasser- 
farben zum Drucken bedienen, so muss man staunen, so 
wohl gedeckte Flächen und so zarte Abtönungen zu sehen, 
von welch letzteren man glauben möchte, ihre Ausführung 
sei durch Nachhilfe mit dem Pinsel ermöglicht. 

Bewunderungswürdig zeigen sich auch die auf den 
meisten Blättern enthaltenen zahlreichen Figuren, wie 
speziell die Köpfe derselben. Charakteristische Zeichnung 
und schärfste Wiedergabe durch den Schnitt in immerhin 
weichem Material (Kirsch- oder Birnbaumholz) lassen viele 
der ausgestellten Blätter als Meisterwerke erscheinen, die 
man durch unsere Technik kaum wiedergeben könnte. 
Auch die von den Chinesen stets vernachlässigte Wieder¬ 
gabe der Perspektive vermisst man auf den ausgestellten 
Blättern durchaus nicht, sie zeigt sich zumeist in voll¬ 
kommen richtiger Weise. 

Dem Zentralverein für das Buchgewerbe, wie speziell 
dem Vorsteher von deren Sammlungen, Herrn Carl B. Lorck. 
gebührt Dank und Anerkennung für diese weitere, so höchst 
interessante und lehrreiche Vorführung. 


Frey & Senings Farbenproben. 

ereits im 3. Heft befand sich eine Probe der bunten 
Farben von Frey dt Sening in Leipzig, einer der 
renommiertesten Farbenfabriken Deutschlands, die zu ihren 
ständigen Kunden die besten Offizinen aller Länder zählt. 
Im vorigen Heft war es ein »Rubinlack«, in diesem ist es 
ein »Nachtgrün«. welches die Fabrik unseren Lesern in 
Abdruck von einer gefällig gezeichneten Platte vorführt. 
Beide Farben zeigen sich höchst effektvoll und dürfte der 
Rubinlack sich ganz besonders als ein brillanter, dabei 
billiger Ersatz für die besseren Karminsorten eignen. 

Wir können aus eigener Erfahrung den bunten Farben 
von Frey & Sening nachrühmen, dass sie nicht nur brillieren, 
sondern dass sie sich auch leicht und gut anreiben und 
ebensogut verdrucken lassen, wie die schwarzen Farben, 
welche die Firma fabriziert. 

*) Die Nummern de« Börsenblattes überlässt gewiss gern jeder 
Verlagsbuchhändler oder Sortimenter zur Durchsicht. 




I 


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121 


Zeitschriften- und Bücherschau. 


122 


Wir möchten schliesslich noch darauf aufmerksam 
machen, dass die existierenden grünen Farben in dieser 
feurigen Nüance bisher nicht lackierfähig waren, weil sie, 
mit Spirituslack überzogen, ausflossen. Dieses Nachtgrün 
lässt sich dagegen ohne Umstände lackieren und ist auch 
von guter Lichtbeständigkeit. 


Zeitschriften- und Büehersehau. 

— Über Preisberechnung von Druckarbeiten. Von Moritz 
Wunder. Mit Anhang, den neuen Deutschen Buchdruckertarif 
enthaltend. Leipzig, Alexander Waldow. 5'/* Bogen gr. Oktav. 
Preis M. 8,50. Als seiner Zeit die erste Auflage dieses im 
wahren Sinne des Wortes eine Lücke in der graphischen 
Litteratur ausfüllenden Werkes erschien, erregte die Arbeit 
des rühmlichst bekannten, stets gründlichen und bewährten 
Fachschriftstellers grosses Aufsehen, sodass die gedruckte 
kleine Auflage bald vergriffen war. Ein baldiger Neudruck 
war leider unzulässig, weil der neue Tarif noch nicht fest¬ 
stand. Die eingetretene Pause benutzte Herr Wunder nun, 
seine Arbeit in Ruhe durchzusehen und ganz bedeutend zu 
vermehren. Nach Feststellung des neuen Tarifs liess der 
Verleger den Druck der zweiten Auflage beginnen und liegt 
dieselbe gegenwärtig fertig als eine der beachtenswertesten 
Erscheinungen vor. Wer sich betreff der Berechnung irgend 
einer Arbeit, sei es ein Werk, eine Zeitung, eine Accidenz, 
in Zweifel befindet, suche Rat und Belehrung in diesem 
Werk, er wird kaum in einem Falle solche vermissen. 
Ausser den Grundregeln für alle Berechnungen sind wohl 
alle irgend existierenden Tarife und speziellen Preisrerein- 
barungen unter den Buchdruckern einzelner Städte etc. 
aufgeführt, ausserdem aber auch insbesondere höchst 
beachtenswerte und sicher bewährte Preise für Accidenz- 
arbeiten aller Art, wie solche lange mit Erfolg arbeitende 
Offizinen zu stellen pflegen, aufgeführt. Wer also wissen 
will, wie er 1000 Rechnungen, 100 oder 500 Karten etc. etc. 
berechnen muss, um icirklich etwas zu verdienen , der findet 
in diesem Werk auch darüber Aufschluss. Wenn je ein 
Werk Segen stiften kann, so ist es dieses; der Schleuder er, 
welcher sein Kapital vergeudet, lese es mit Aufmerksamkeit, 
er wird belehrt und gebessert werden, zum Wohl seiner 
Kollegen und zum Wohl unseres Gewerbes, ebenso Die¬ 
jenigen, welche aus Unkenntnis der massgebenden Verhält¬ 
nisse falsch rechnen, was ja vielfach insbesondere den sich 
etablierenden Gehilfen nachzusagen ist. Nimmt man die 
zahlreich vorhandenen Ansätze für alle möglichen Arbeiten 
als Norm für die Berechnung der eigenen gleichen Arbeiten, 
so erspart man, bei grösster Sicherheit für den Gewinn, 
viel Zeit und Mühe. Das Werk hat denn auch bereits die 
gebührende Beachtung gefunden, denn ausser zahlreichen 
einzelnen Bestellungen sind dem Verleger auch Partie¬ 
bestellungen von Buchdruckern zugegangen, welche beab¬ 
sichtigen, die Kollegen ihrer Stadt zum Kauf und zu einer 
Einigung dahin zu bewegen, nur nach (len in dem Buch 
Wunders gegebejien Ansätzen zu berechnen. Wir können das 
Werk allen unseren Lesern angelegentlich empfehlen. 

— Jahrbuch für Photographie und ^Reproduktionstechnik 
von Dr. Josef Maria Eder, k. k. Professor an der Staats¬ 
gewerbeschule etc. zu Wien. Halle, Wilhelm Knapp. Dieses 
höchst interessante Jahrbuch enthält ausser einer grossen 
Anzahl Hilfstabellen und technischen Nachweisen aller Art 
für den praktischen Betrieb einige 80 Originalartikel der 


hervorragendsten Fachmänner auf dem Gebiete der Photo¬ 
graphie und ihrer Nebenzweige, die in diesen Artikeln den 
reichen Schatz ihrer Erfahrungen und neuesten Erfindungen 
niedergelegt haben. Von besonderem Interesse für den 
Buchdrucker, welchem das Buch gleichfalls warm empfohlen 
werden kann, sind die Artikel von Husnik über Autotypie, 
Bolas, Konservierung von Zinkklischees, Neue Illustrations- 
Zurichtung auf photographischem Wege von Pustet, Roese's 
Herstellung von Heliotypen in Halbton, zur Photolithographie 
von Scamoni, farbige Reproduktionen von Schrank, Chemi¬ 
graphie und Photochemigraphie von Scherer, über Farben¬ 
lichtdruck von Löwy und namentlich Volkmer’s Herstellung 
einer photographischen Übertragung auf Holz für Xylo- 
graphen und einer photomechanischen Zurichtung für den 
Illustrationsdruck. Zahlreiche Illustrationen, darunter viele 
Momentaufnahmen des bekannten Photographen Anschütz 
zieren das Werk. 

— Der Papierkenner von Otto Winckler. Leipzig, 
Th. Griebens Verlag (L. Fernau). Dieses Werk, aus der Feder 
eines im Papierfache bestens bewanderten Mannes, gibt 
allen Denen, welche sich über Papierstoffe und Papierfabri¬ 
kate, wie über die einzelnen Papiersorten, ihre Herstellung 
und Zusammensetzung, über Papierprüfung, den Papiermarkt, 
über Maschinen für Papierverarbeitung (Schneid-. Glätt- etc. 
Maschinen) orientieren wollen, in kurzer, präziser Fassung 
den besten und zuverlässigsten Aufschluss. Beigegeben sind 
dem Werke 36 Proben von Papieren aller Art, darunter 
auch original-japanisches Papier. Diese Proben sind zu¬ 
gleich benutzt worden, um die Abbildungen aller der Ma¬ 
schinen zu zeigen, welche für die Verarbeitung des Papiers 
in Frage kommen. Wir fanden darunter sogar die Abbil¬ 
dungen fast aller jetzt in Gebrauch gekommenen Typen¬ 
schreibmaschinen. Das Werk kostet broch. 8 M., geb. 10 M. 

— Brockhaus } Konversations-Lexikon , dreizehnte umge¬ 
arbeitete Auflage, ist mit dem soeben erschienenen 240. Hefte 
in der Heftausgabe vollständig geworden, und auch die 
Abnehmer der Bandausgabe werden binnen kurzem in den 
Besitz des Schlussbandes gelangen. Unter den 4-219 Artikeln, 
welche dieser letzte Band enthält, nimmt vor allen andern 
der über »Wilhelm I., Deutscher Kaiser und König von 
Preussen«, das höchste Interesse in Anspruch. Überhaupt 
fand die zeitgenössische Biographie von jeher in Brockhaus’ 
Konversations-Lexikon sorgfältig gepflegt, wieder die viel¬ 
seitigste Beachtung. Nächstdem begegnet uns namentlich 
auf dem Gebiete der Volkswirtschaft, Industrie und Technik 
eine grosse Zahl gegenwärtig besonders interessierender 
Artikel. Mit dem Text stehen die Illustrationen, sowohl was 
zweckmässige Wahl der Stoffe als gewissenhafte korrekte Aus¬ 
führung betrifft, in gleichem Range. 39 Holzschnitte, darunter 
die Schlachtfelder von Waterloo, Weissenburg und Wörth, 
sowie die Stadtpläne von Venedig. Warschau und Zürich 
sind in den Text eingedruckt, 14* separate Bildertafeln 
bringen Gegenstände aus der Urgeschichte, der Zoologie, 
der Wappenkunde (zum Teil in Chomodruck), der Baukunst, 
der Mechanik und dem Maschinenwesen zur Darstellung, 
und 7 geographische Karten in Farbendruck führen Ungarn 
und Galizien, die Vereinigten Staaten von Amerika, eine 
Übersicht des Weltverkehrs, Wien und Umgegend. Württem¬ 
berg. Baden und Ilohenzollern vor. 

Die nunmehr vollendete dreizehnte Auflage zählt nahe 
an 90000 Artikel gegen nur etwa 30000 der vorigen Auf¬ 
lage. und während keine der früheren Auflagen mit Abbil¬ 
dungen versehen war, bietet sie eine Fülle planmässig nach 
den verschiedenen Wissensfächern geordneter Illustrationen 

8 * 


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Mannigfaltiges. 


12i 


128 


auf 411 beigegebenen Karten und Bildertafeln von vorzüg¬ 
licher Ausführung, sowie im Texte selbst. Wie Brockhaus’ 
Konversations-Lexikon das älteste und bewährteste, ist es 
nun zugleich auch wieder das neueste und gegenwärtig 
das einzige, das abgeschlossen vorliegt. Damit dieser Vor¬ 
zug der Neuheit dem Werke erhalten bleibe, lässt die Ver¬ 
lagshandlung für die Besitzer der dreizehnten Auflage einen 
Supplementband in 15 Heften erscheinen, welche alle Ver¬ 
änderungen, Ergänzungen und Zusätze, die während des 
Drucks nicht mehr aufgenommen werden konnten, bis auf 
die jüngsten Tage in lexikalischer Bearbeitung enthalten 
soll. Das erste Heft desselben wurde bereits ausgegeben; 
es bringt auf 4 Bogen Nachträge und Berichtigungen zu 
den Artikeln Aachen bis Arcueil nebst zwei besonders zeit- 
gemässen Bildertafeln: Neueste Handfeuerwaffen und Flaggen 
des Deutschen Reichs (Chromotafel), und zeigt, dass dieser 
Supplementband für jeden Besitzer des Hauptwerkes unent¬ 
behrlich sein wird. 


Mannigfaltiges. 

— Von Soenneckens Verlag in Bonn finden unsere Leser 
heute eine Beilage über höchst praktische und für den 
geschäftlichen Betrieb wichtige Komptoirutensilien. Aus 
eigener Erfahrung können wir diese Artikel bestens em¬ 
pfehlen, behalten uns auch vor, auf einige derselben spezieller 
zurückzukommen. 

— Jubiläen. Der Giesser, Herr Johann Karl Mahler 
im Hause J. G. Scheiter & Giesccke in Leipzig feierte am 
23. Februar sein öOjähriges Berufsjubiläum und erhielt 
ausser reichen Geschenken seitens der Firma und des 
Personals, vom Kgl. Sachs. Ministerium die grosse silberne 
Medaille für Treue in der Arbeit. — Am 1. März begingen die 
Herausgeber und Eigentümer des Hamburger Fremden¬ 
blattes. Herr Gustav Dicdrich und der Chefredakteur des¬ 
selben, Herr Dr. Friedrich Menck, den 25. Jahrestag der 
Herausgabe der 1. Nummer des vorerwähnten Blattes. 

— Gestorben. Am 19. Februar der Buchdruckerei- 
besitzer Herr Carl Ramigius Adehnann in Frankfurt a. M. 
Der Verstorbene, der das Amt des Vorsitzenden der 
Sektion 111 (Main) der Deutschen Buchdruckerberufs¬ 
genossenschaft und des Deutschen Buchdruckervereins be¬ 
kleidete. hat sich sowohl wesentliche Verdienste uin diese 
beiden Körperschaften, als auch um die Buchdruckerkunst 
im allgemeinen erworben: sein biederes und wohlwollendes 
Wesen erwarben ihm in allen Kreisen Liebe und Verehrung. 
— Am 23. Februar der Hofbuchdruckereibesitzer. Herr 
Knust Friedrich Biets in Koburg im noch nicht vollendeten 
■h >. Lebensjahre. — Infolge eines Schlaganfalles am 23. Februar 
der Buchdruckereibesitzer, Herr Oswald Schmidt (Schmidt & 
Baumann) in Reudnitz-Leipzig. — Am 2. März wurde der 
Buchdruckereibesitzer. Herr Erichsen in Nortorf (Holstein) 
von dem nachts 11 Uhr von Neumünster kommenden 
Schnellzuge überfahren und getötet. — Am 5. März der 
Buchdruckereibesitzer, Herr .Anton Fetzold in Hayn a. d, H T . 

Am 10. März der Geschäftsführer Herr A. Käsler in 
Hamburg-Altona. 55 Jahre alt. 

— Geschäftliche Notizen. Herrn Hermann Kloberg in 
der Schriftgiesserei von C. Kloberg in Leipzig ist Prokura 
erteilt worden. — Veranlasst durch das Ableben des 
Maschinenfabrikanten, Herrn H77/i. Ford. Heim in Oß'en- 
bach a. M. tritt dessen Wittwe als nicht geschäftsführende 


Teilhaberin und der Sohn desselben, Herr Philipp Heim. 
seitheriger Prokurist der Firma, als thätiger Teilhaber in 
die Firma ein. 

— Auszeichnungen. Dem Besitzer der Thein’schen 
Druckerei in Würzburg. Herrn Heinrich Stiirts. ist gebühren¬ 
frei der Titel eines königlichen Universitäts-Buchdruckers 
verliehen worden. 

— Über die Herstellung des chinesischen Papiers herrscht 
noch vielfach Zweifel. Während Einige behaupten, dass die 
Anfertigung desselben aus Seide geschehe, wollen Andere 
ganz genau wissen, dass das nicht der Fall sei. Nach dem 
»Bulletin de ITmprimerie« wird das chinesische Papier aus 
Ptlanzenfasern und zwar hauptsächlich aus Flachs, Maul¬ 
beerbaum- und Bambusrinde, Reis- und Weizenstroh bereitet. 
Auch die ganze Bambusstaude wird häufig verwendet. Zu 
diesem Zweck wird sie gespalten, eingeweicht, zerfasert, 
gebleicht und schliesslich in Mörsern zu einem Brei zer¬ 
stampft. Der Papierstoff, aus welchem Material er auch 
hergestellt sei, wird dann mit Gummi aus einer rebenartigen 
Staude. Hotong genannt, gemischt, worauf das Schöpfen der 
Masse mit ähnlichen Vorrichtungen wie hei dem Büttenpapier 
beginnt. Das aus der Bütte kommende feuchte Papier 
legen dann die Chinesen zum Trocknen auf eine glatte, 
hohle von innen geheizte Mauer und zwar mittels einer 
federartigen Bürste, deren Verwendung es erklärt, warum 
das chinesische Papier auf der Rückseite geriffelt ist, während 
die Vorderseite glatt erscheint. Um das Papier für den 
Stein- oder Kupferdruck verwenden zu können, wird das¬ 
selbe mit einem Schaber auf der Rückseite geglättet und 
dann mit verdünnter Reisstärke auf Velinpapier geklebt. 
Das dünne Papier würde den Druck auf der Kupferdruck¬ 
presse nicht aushalten. 

— Während man einerseits auf das gute, alte Schweins¬ 
leder zurückgreift, um solide Einbände zu erhalten, sucht 
man andererseits auch die Erzeugnisse einer hoch vervoll- 
komrnneten Industrie der Neuzeit im gleichen Sinne zu 
verwerten. Statt der Pappdeckel fängt man jetzt in Eng¬ 
land an, fein gewalztes Eisenblech zu verwenden. Dasselbe 
ist besonders für diesen Zweck hergestellt und ausser¬ 
ordentlich biegsam und dehnbar, so dass man damit in 
einer Weise umgehen kann, bei welcher gewöhnliche Pappe 
sofort zu Grunde gehen würde. Mit dünnem Leder über¬ 
zogen eignet sich das Eisenblech ganz besonders zum Ein¬ 
binden von Ribeln. Gesang- und Schulbüchern etc. Die 
Einbände unterscheiden sich äusserlich von den gewöhn¬ 
lichen aber durch nichts weiter, als durch ihre Dünne, mit 
welcher sie grosse Elastizität verbinden. 

— ln Holyokc. einer im Staate Massachusetts rasch 
aufblühenden Stadt, gibt es nicht weniger als 22 Papier¬ 
fabriken. Dieselben beschäftigen etwa 4100 Arbeiter und 
Arbeiterinnen. Der (’.onnecticutlluss, an dem die Stadt liegt, 
eignet sich sowohl seiner bedeutenden Wasserkraft, wie 
auch der Klarheit und chemischen Beschaffenheit seines 
Wassers wegen ganz vorzüglich zur Fabrikation von Papier, 
so dass auch die ungeheuren Quantitäten, welche hiervon 
in den Vereinigten Staaten für Post. Telegraph und sonstige 
Regierungszwecke gebraucht werden, fast ausschliesslich 
aus den Mühlen von Holyoko hervorgehen. 

— Vor Kurzem fand in Paris unter dem Vorsitze des 
Abgeordneten Proust die Preisverteilung der Lehrlingsschule 
für Zeichner und Lithographen statt. Thierrv, Gemeinderat 
(’habert. Pichet. Präsident der Handelskammer in Brüssel, 
wohnten der Feier bei. Proust berichtete in seiner Rede 
unter Anderem auch über seine Heise nach Deutschland 


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125 


Mannigfaltiges. — Annoncen. 


120 


und über die guten Einrichtungen der dortigen Fachschulen. 
»Wir müssen Deutschlands Reispiel befolgen, schloss er. 
und ich bin überzeugt, dass wir mit viel weniger Opfern, 
als dort gebracht werden, grössere Resultate erzielen. 
Es ist sicher wünschenswert, die Ministerkrisen zu ver¬ 
meiden, aber die öffentlichen Gewalten sollten ihre ganze 
Aufmerksamkeit auf eine weit gefährlichere Krisis, auf die 
Arbeiterkrisis richten, welche, wenn man nicht auf sie 
achtet, das Ende dieses Jahrhunderts bedroht. Darum hat 
der Staat die Pflicht, nichts zu vernachlässigen, um das 
patriotische Werk der Privatthätigkeit auf dem Gebiete des 
Kunstunterrichts zu unterstützen«. 

— Von dem *Bay Psalm-Book « nimmt man allgemein 
an, dass es das erste in Amerika gedruckte Buch ist. 
James Lennox, der Begründer der grossen, seinen Namen 
tragenden Bibliothek in New-York, musste sich jahrelang 
vergeblich mit dem Wunsch tragen, ein Exemplar dieses 
Buches für seine Bibliothek zu erwerben, da das einzige 
bekannte sich in der Bodleyanischen Bibliothek in Oxford 
befand. Lennox beauftragte den Bibliographen Herrn Stevens 
in England, ein Exemplar um jeden Preis zu erstehen, 
sobald es ihm zu Gesicht käme; aber auch er suchte lange 
Zeit vergebens. Gelegentlich einer Bücherauktion in London 
kam ein Bündel alter Psalmbücher zum Verkauf. Stevens 
fehlte natürlich nicht. Sein geübtes Auge entdeckte bald, 
dass unter den Psalmbüchern das vielgesuchte Buch war. 
Es kostete ihn grosse Mühe, seine Aufregung vor den andern 
Käufern zu verbergen. Als ihm aber das ganze Bündel für 
19 Schillinge zugeschlagen war, da leuchteten seine Augen 
hell auf und gierig griff er danach, so gierig, dass es auch 
den andern Anwesenden auffallen musste. Auf die Frage, 
was für eine Seltenheit er da erwischt habe, antwortete er 
mit scheinbarer Gleichgiltigkeit: »0, nichts, nur das erste 
englische Buch, welches in Amerika gedruckt worden ist. 
Sieben Jahre lang habe ich es still und eifrig gesucht — 
endlich habe ich es!« Einige Zeit nachher erstand Stevens 
eine ganze Bibliothek für 2000 Pfd. St., nur um noch ein 
zweites Exemplar dieses Psalmbuches zu erlangen, das er 


dann dem Britischen Museum für 150 Pfd. St. anbot, und 
wofür er, nachdem dieses den Ankauf abgelehnt hatte, 
bald darauf in Amerika 250 Pfd. St. erhielt. 

— Das teuerste in Deutschland je verkaufte gedruckte 
Buch dürfte die am 24. Januar in Köln aus einem Nach¬ 
lass versteigerte Originalausgabe des Kolumbus-Briefes (in 
lateinischer Sprache gedruckt im Jahre 1493) sein. Das 
kleine Quartbändchen, aus vier Blättern bestehend, wurde, 
wie die »Kölnische Zeitung« berichtet, vom Antiquar Rosen¬ 
thal in München um die Summe von 0600 M. erworben, 
was für jedes Blatt 1050 M. und für jede Zeile etwa 25 M. 
ausmacht. 


Berichtigung. 

ln Heft 3. Spalte 77, muss es in der dritten Zeile unter 
Fig. 2 anstatt Anfangsgeschwindigkeit Umfangsgeschwindig¬ 
keit heissen. 


Inhalt des 4. Heftes. 

Die Herstellung von Tonplatten. — Die Einrichtung von Drucke¬ 
reien. — Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstaus¬ 
drücke. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. — 
Wilhelm Gronau f. — Buchgewerbliche Japan*Ausstellung. — Frey & 
Senings Farbenproben. — Zeitschriften- und Bücherschau. — Mannig¬ 
faltiges. — Annoncen. — 1 Blatt Diplom. — 1 Blatt Einladungskarten. 
— 1 Blatt Farbenprobe von Frey * Sening in Leipzig. — 1 Blatt Schrift¬ 
probe von Wilhelm Gronaus Schriftgiesserei in Berlin. — 1 Prospekt über 
Komptoirutcnsilien von Soenneckens Verlag in Bonn. 

Das Heft enthält im Ganzen 5 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 

Textschrift von Benjamin Krebs Nachf. in Frankfurt a. M. Titelkopf 
und Umschlag von J. G. Scheiter* Giesecke in Leipzig. Überschriften von 
Emil Berger in Leipzig. Unterrubriken vonRoos* Junge in Offenbach a. M. 
Halbfette Aldine von C. Kloberg in Leipzig. Initiale von Otto Weisert 
in Stuttgart. Gedruckt mit Farbe von Frey A Sening in Leipzig auf 
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Ihrem Wunsche, Ihnen über den vor 2 Jahren 
von Ihnen bezogenen sechswalzigen Kalander ein 
Zeugnis auszustellen, komme ich um so lieber 
nach, als ich mit dessen Leistungen in jeder 
Hinsicht äusserst zufrieden bin. Die Satinage 
ist eine ganz vorzügliche, die Leistungsfähigkeit 
eine grosse, während mir wenig Makulatur ge¬ 
macht wird. Der Kalander, welcher nun zwei 
volle Jahre ununterbrochen in Betrieb ist, hat 
noch in keinem Teile Reparatur erfordert. 

Angesichts dieser Thatsachen kann ich Ihnen 
versichern, dass ich diese Maschinen stets bestens 
empfehlen werde. 


Hochachtungsvoll 


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alter Länder seines Gleichen; jeder Buchdrucker, welcher soliden 
Prinzipien huldigt und bei Feststellung der Kosten seiner Arbeiten nicht 
zu seinem Schaden rechnen will, möge den in dem Werk gegebenen 
bewährten Satz - und Drucktarifen für alle Arbeiten , wie den 
für alle vorkommenden Fälle gegebenen Hinken folgen. Preis M. 3.50. 
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^r~vas Archiv für Buchdruckerkunst erscheint jähr- 
lieh in zwölf Heften (Heft 8 und 9 stets vereint als 
Doppelheft) zum Preise von 12 M. Zu beziehen ist das 
Archiv durch jede Buchhandlung, sowie direkt von der Verlags* 
Handlung. In letzterm Fall beträgt der Preis bei Zusendung per 
Post innerhalb Deutschlands und Österreichs 13 M. 50 Pf. 

Nach komplettem Erscheinen jeden Bandes 
tritt der erhöhte Preis von 15 Mark ein. 

Insertionsbedingungen ersehe man bei der Rubrik 
Annoncen. 

Beilagen für das Archiv werden angenommen und die 
Gebühren dafür billigst berechnet. Schrift- u. Einfassungs- 
Novitäten etc. linden beste Anwendung im Text und auf den 
Musterblättern ohne weitere Berechnung, doch wird bedungen, 


dass dieselben, als Äquivalent für die durch die Aufnahme er¬ 
wachsenden Mühen und Kosten dienend, in unser Eigentum über¬ 
gehen. Gicssorcicn, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Von allen im Archiv enthaltenen Abbildungen werden 
Calvanotypen zu civilen Preisen geliefert, ebenso von 
allen auf den Proben angewendeten Vignetten, Initialen 
Platten etc. Lieferung aller auf den Proben angewendeten 
Schriften etc. wird zu den Originalpreisen der betr. 
Giessereien besorgt. Ebenso werden Farben und 
Papiere, wie solche von uns benutzt sind, auf Wunsch ab¬ 
gegeben- Von besonders gefälligen Arbeiten sind Blanko- 
vordrucke am Lager. Speziellere Bemerkungen über Galvano- 
typen und Vordrucke sehe man unter Satz und Druck der Beilagen. 


||| 







Redigiert und herausgegeben vor Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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Verzeichnis und Erklärung’ der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 

Von Friedrich Bosse. 

(Fortsetzung.) 


Kiese (siehe Fiale). 

Rinnleiste (siehe Sima). 

Risalit. Vorbau, der vorspringende Teil einer 
Facade. Ist ein beliebtes Mittel der Renaissance zur 
reicheren Gruppierung der Far;aden und tritt am 
häufigsten in der Spätrenaissance auf. 

Rokoko (abgeleitet 
von rocaille) ist die Be¬ 
zeichnung für den zur Zeit 
Ludwigs XV. herrschenden 
Kunststil, der vorwiegend 
Muscheln, Korallen, Steine 
etc. dekorativ verwendete. 

Romanischer Stil wird die Kunstweise im 
Occident genannt, welche sich aus der altchristlichen 
Kunst unter Zugrundelegung antiker Formen vorwie¬ 
gend durch Weiterbildung der Formen dieser hervor¬ 
ging. Bedingt war dieselbe durch das immer mächtiger 
werdende christliche Element und die germanischen 
Einflüsse, die sich selbst in Italien geltend machten. 
Das heidnisch-römische Element wurde mehr und 
mehr verdrängt und dafür neue Elemente und Formen 
eingeführt. Es waren bald die römischen Traditionen 
verschwunden, an denen man in Mitteleuropa festhielt. 
Man bestrebte sich, die ornamentalen Formen der 
Römer selbständig und frei weiter zu entwickeln 
und nahm im Gegensätze zur frühchristlichen Kunst 
die Menschen- und Tiergestalt in die Ornamentik 
wieder auf. Obwohl mit der byzantinischen Kunst 
oft verwechselt, unterscheidet sich die romanische 
doch wesentlich von dieser durch charakteristische 
Merkmale, indem sich die byzantinische Kunst strenger 


an die antiken Formen anlehnt, während das Orna¬ 
ment der romanischen Kunst, auf einem mehr selbst¬ 
ständigen, Naturstudium beruht. Von besonderem 
Einflüsse auf die Umwandlung und Entwickelung des 
romanischen Ornaments war namentlich das nor¬ 
dische Element. Am reichsten und schönsten hat 
sich das romanische Ornament in den Handschriften 
ausgebildet und namentlich an den Initialen, die zur 
Hervorhebung der Abschnitte einer Handschrift ein¬ 
geführt wurden. Es besteht hier zumeist aus streng 
stilisiertem Blatt- und Rankenwerk, mit welchem 
phantastische Menschen- und Tiergestalten verfloch¬ 
ten wurden. 

Der romanische Stil zerfällt in vier Perioden. 
Die erste Periode umfasst die Entwickelung zur Zeit 
der Karolinger. Die zweite Periode 
umfasst das Mittelromanische zur Zeit 
der Sachsenkaiser, die dritte Periode 
den spätromanischen Stil zur Zeit der 
fränkischen Kaiser und die vierte 
Periode den Übergang zum gotischen 
Stil zur Zeit der Hohenstaufen. Die 
nebenstehende Abbildung zeigt ein 
romanisches Ornament. 

Romanisiereiul wird auf Kunstformen ange- 
w endet, an w elchen romanische Reminiszenzen nach¬ 
weisbar sind. 

Köm isolier Stil. Der römische Kunststil begann 
mit der Bildung des römischen Volkes, das sich aus 
der Verschmelzung der samnitischen Völker mit den 
Latinern bildete und dann auch die 753 v. Ch. unter¬ 
jochten Etrusker in sich aufrtahm. Auf Grundlage 

9 


Fig. 186. 



Fig. 187. 



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139 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


der etruskischen Kunst, die in ihrer zweiten 
Epoche durch innigere Berührung mit den Griechen 
deren Kunstformen sich aneignete und als Vorläufer 
oder als Anfangsstadium des römischen Stiles ange¬ 
sehen werden muss, entwickelte sich der römische 
Stil, der bis zur Unterjochung Griechenlands durch 
die Römer im Jahre 145 v. Chr. einen vorwiegend 
etruskischen Charakter hatte. Von diesem Zeitpunkte 
trat eine Wendung ein. Denn um diese Zeit vermehrte 
sich nicht allein die Aufnahme griechischer Elemente, 
sondern auch die Heranziehung griechischer Künstler 
zur Ausführung und Leitung grösserer Kunstwerke 
war häufiger als je und die Folge davon war eine 
gänzliche Umgestaltung der etruskischen zu römischen 
Formen. Der Kunststil der Römer, die die Kunst nicht 
als wahres Lebensbedürfnis, sondern als angenehme 
Dienerin ihrer Macht und ihres Reichtums auffassten, 

wich aber insofern 
von der griechischen 
Kunstweise ab. als er 
das einfach Edle der 
griechischen Kunst 
verliess und in Über¬ 
ladung und Schwülstigkeit verlieb Wenn auch an den 
Erzeugnissen der römischen Kunst das griechische 
Vorbild unverkennbar ist, so tragen aber die Kunst¬ 
werke der Römer einen spezifisch-römischen Charak¬ 
ter an sich. 

Nach Zeit und Entwickelung der römischen 
Kunst unterscheidet man folgende Perioden: Die erste 
Periode umfasst die etruskische Kunst unter römischer 
Herrschaft und währte ungefähr von 700 v. Chr. bis 
zur Unterjochung Griechenlands. Auch sie entbehrt 
wie die frühgriechische Kunst, der idealen Schönheit. 
Ihre Formen sind noch plump und roh und zeigen 
deutlich, dass sie der orientalischen und assyrischen 
Kunst entliehen sind. Die zweite Periode begann mit 
der Aufnahme griechischer Elemente und Umbildung 
der etruskischen zu römischen Formen; sie umfasst 
den Zeitraum von ungefähr 200 bis 40 v. Chr. Von 
dieser Umbildung geben uns.die Kunstformen des 
pompejanischen Stiles den besten Begriff. Die dritte 
Periode umfasst die Blütezeit und dauerte von 40 v. Chr. 
bis ungefähr 180 n. Chr. Aus dieser Periode stammen 
die besten Kunstwerke und die Umgestaltung der 
griechischen Säulenordnungen, die auf fünf erweitert 
wurden : 1. die toskanisch-etruskische, 2. die dorische, 
8. die römisch-ionische, 4. die korinthische und 5. die 
römische oder komposite Ordnung. Die vierte Periode 
umfasst den Verfall und den Zeitraum von 180 bis 
340 n. Chr. Das feine Form- und Stilgefühl der ersten 
Perioden verliert sich mehr und mehr, die Überladung 
nimmt immer grössere Dimensionen an und immer 


140 


lebloser und schematischer wurden ihre Ornamente. 
Die vorstehende Kopie gibt uns einen Begriff von dem 
griechischen Ornament in römischer Auffassung. 

Rosette, eine Verzierung von kreisförmiger 
Anlage in Gestalt einer alleinstehenden, aufgeblühten 
Blume mit radial auseinandergelegten Blättern, regel¬ 
mässig verteilten Ranken oder dergleichen. 

Rot ist eine primäre, stark hervortretende 
Farbe, die nicht durch Mischung, wie Grün. Braun u. a. 
darzustellen ist, sondern nur aus Mineralien, Vege- 
tabiiien und Animalien gewonnen wird. Als die 
wärmste unter allen Farben wird zwar sein Ton 
durch Gelb gehoben, durch Blau herabgestimmt, aber 
als energische Farbe bleibt es lange gegen diese im 
Übergewicht. Durch Zusatz des ersteren erhält man 
die verschiedenen Nüancen des Orange und durch 
Zusatz von Blau diejenigen des Violetts. An der 
Bildung von Grün nimmt es nur bei tertiären Nüancen 
teil und ist daher dessen Komplementärfarbe. Seiner 
energischen Wirkung halber darf es nur mässig 
verwendet werden. Es symbolisiert Kraft, Feuer, 
Tapferkeit und Liebe, sowohl wie Grossmut und 
Rache. 

Ruiulbo^enfries, besteht aus einer Reihe von 
Rundbogen, die auf vorragenden Steinen oder Kon¬ 
solen oder auch ohne dieselben unterhalb der Ge¬ 
simse angeordnet werden. 

Rundstab ist ein horizontales architektonisches 
Glied mit einem Plättchen oberhalb und unterhalb, 
dessen Durchschnitt einem Halbkreise entspricht. 
Verziert wird er vielfach mit einem Flechtwerk und 
da angewendet, wo ein strafTes Zusammenfassen ver¬ 
langt wird. 

Fig. 189. K1111 k 110. Tel t. 

Rustika ist eigentlich ein bäuerisches Werk, 
aber auch das aus unbehauenen Quadersteinen auf¬ 
geführte Mauerwerk nennt man so, desgleichen auch 
die Nachbildungen von Quadern. Sie unterscheidet 
sich von der Bossage namentlich durch stärkeres 
Hervortreten, Mit der Einführung architektonischer 
Formen in den Buchdruck haben wir bereits auch 
die Rustika erhalten: 



Saftfarben nennt man diejenigen Pigmente oder 
Farbstoffe, welche aus vegetabilischen Stoffen durch 
Abkochen gewonnen werden. Rote Farben bereitet 
man aus Karmin, Kochenille, Krapp, Fernambuk- 
holz etc.; blaue aus Lakmus, Indigo. Heidelbeeren 
Ligusterbeeren etc.; gelbe aus Kurkuma, Safran, 


Fig. 188. 



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141 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kuustausdrücke. 


142 


Gelbbeeren, Gummigutt etc. Sie gehören, da sie keine 
Deckkraft besitzen, zu den transparenten Farben 
und werden deshalb sowohl im Farbendruck und in 
der Ölmalerei, wie namentlich in der Aquarellmalerei 
zum Lasieren benutzt. 

Satte oder gesättigte Farben sind solche, welche 
ihren eigentümlichen Charakter rein und klar er¬ 
kennen lassen. So ist z. B. ein Blau satt, das nicht 
mehr Blau aufzunehmen vermag, also nicht blauer 
gedacht werden kann. Ihre Sättigung verlieren sie, 
wenn ihnen Weiss oder eine dunkelnde Farbe, 
z. B. Schwarz, zugesetzt werden. 

Säule ist eine freistehende architektonische 
Stützform, deren Kernform man mit solchen Ele¬ 
menten auszustatten pflegt, durch welche das straffe 
Emporhalten der aufgenommenen Last versinnlicht 
wird. Sie besteht aus Schaft, Kapital und Basis und 
unterscheidet sich von anderen Formen durch ihre 
kreisrunde Gestalt. 

Säulenfuss (siehe Basis). 

Siiulenhals nennt man das zwischen Schaft 
und Kapital eingeschobene Glied von schmälerer oder 
Kig. 191. breiterer Form, je nach Höhe 

W des Kapitäls und der Auffassung 
Sauienhais. eines jeden einzelnen Stiles, ln 
Kiinkhardt. der dorischen Bauweise belebte 

inan diesen Teil einfach durch schmale, dicht neben¬ 
einander liegende Bänder, in der ionischen durch ein 
einfaches Band oder durch ein Anthemienband mit 
darunter befindlicher Perlschnur und in der ko¬ 
rinthischen vorwiegend durch ein einfaches Band. 

Säulenkapitäl, der oberste, seiner Funktion 
entsprechend ausgebildete Teil einer architektonischen 
Stützform, der Säule. 

Säuleiionliuing nennt man das erst von den 
Griechen ausgebildete Formen- und Verhältnissystem 
der griechischen Bauweisen. Mit der Weiterent¬ 
wickelung der griechischen Baukunst und dem Fort¬ 
schreiten von der einen Periode zur anderen ver¬ 
änderte sich selbstverständlich dieses Formen- und 
Verhältnissystem, und so entstand nach der dorischen 
die ionische und nach dieser die korinthische Säulen¬ 
ordnung, welche in die römische Baukunst übergingen 
und hier eine entsprechende Umgestaltung erfuhren 
und durch die toskanische und römische (komposite) 
Ordnung auf fünf erweitert wurden. 

Saum ist das dritte Glied einer horizontalen, 
stilgerechten Fläche und seine Bestandteile sind das 


Kig. 192. 


Borte. ■ 


Band. 


Naht. 


feste Band, die verbindende Naht und die den Über¬ 
gang in das Unbegrenzte vermittelnde Borte (siehe 
Fig. 192). 

Säulcnscliaft (siehe Schaft). 

Säiilenstuhl (siehe Stilobat). 

Schachbrettverzieruiig oder Schachbrettfries 
ist ein aus quadratischen Erhöhungen und Ver¬ 
tiefungen schachbrettartig zusammengesetztes, breites 
Band und dem romanischen Stile eigentümlich. 

Schaft wird jede prismatische oder cylindrische 
Form genannt, welche an ihren Enden in eine breitere 
oder stärkere übergeht; eine solche prismatische oder 
cylindrische Form ist der zwischen Basis und Kapital 
befindliche Teil einer Säule, der daher Säulenschaft 
genannt wird. Im dorischen Stil wurde der Schaft 
mit scharfkantigen Kannelüren, in dem ionischen und 
korinthischen mit solchen ausgestattet, welche durch 
breite Stege voneinander gehalten werden. In den 
mittelalterlichen Stilen wurde der Schaft meist glatt 
gelassen und auf der Mitte durch einen Bund unter¬ 
brochen. Ebenso liess auch die mittelalterliche Kunst 
die Verjüngung fort, die an der antiken Säule vor¬ 
handen war. 

Schatten, Gegensatz von Licht, lichtleerer 
Raum, der da entsteht, wo die Lichtstrahlen durch 
Einschiebung eines undurchsichtigen Körpers unter¬ 
brochen werden. Bei Beleuchtung eines Körpers ent¬ 
stehen Schatten zweierlei Art, nämlich Schlagschatten 
und Selbst- oder Körper schatten. Unter dem ersteren 
versteht man den lichtleeren Raum hinter dem in die 
Lichtstrahlen eingeschobenen Körper, und unter dem 
letzteren denjenigen Schatten, welcher auf der dem 
Lichte abgewendeten Seite eines Körpers entsteht. 
Bei der Modulation eines runden oder cylinderförmigen 
Körpers treten auch noch der Kern- und Halbschatten 
auf; in den ersteren dringen keinerlei Strahlen der 
Lichtquelle, der letztere dagegen wird mehr oder 
weniger durch Lichtstrahlen oder Reflexlichter erhellt. 

Schattieren oder abschatticren heisst in der 
Zeichenkunst soviel wie einen zeichnerisch darzu- 
stellenden Gegenstand körperlich erscheinen zu lassen. 
Um dies richtig durchzuführen, müssen die in der 
Natur sich herausstellenden Schattennüancierungen 
genau studiert werden. Schlagschatten nimmt man 
gewöhnlich etwas dunkler an als Körperschatten und 
lässt sie nach dem Rande zu etwas heller werden. 
In der Ferne lässt man die Schatten etwas blasser 
und unbestimmter erscheinen als in der Nähe und 
bei der Modulation im Schatten liegender Körper oder 
teilweise beschatteter Körper ist der Reflex zu be¬ 
rücksichtigen. 

Scheibcnvcrzicrimgislein aus nebeneinander¬ 
gestellten Scheiben bestehendes Ornament, welches 




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144 Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. — Die Einrichtung von Druckereien. 


144 


lieh im normannischen und romanischen Stile zur 
Belebung der Friese benutzt worden. 

Schema nennt man in der gewerblichen Kunst 
die äussere Gestalt, die man irgend einem Vorbilde 
entnimmt und als Muster für die Kunstform benutzt. 

Schiffstauverzierung ist ein dem romanischen 
Stile eigentümliches Ornament und tritt in demselben 
vorwiegend als Rundstab auf. 

Schild (der, plur. die Schilde) ist einer jener 
Ausdrücke, deren Bedeutung im Laufe der Zeiten 
eine Wandlung erfahren haben. Im Altertum verstand 
man darunter ein Wehrstück zum Schutze gegen 
Hieb, Wurf, Schuss und Stoss und war es als solches 
bis zum Ende des Mittelalters und der Einführung der 
Feuerwaffen bei den Kriegern im Gebrauch, aber nur 
in den beiden Formen des grossen Setzschildes zum 
Schutze des ganzen Körpers und des kleineren an 
Riemen oder Bändern getragenen Schildes zum Schutze 
des Oberkörpers. Die Form der Setzschilde war vor¬ 
wiegend ein längliches Viereck, das auch unten zu- 
gespitzt oder abgerundet vorkam. Die Form der 
kleinen Schilde war gleichfalls viereckig, kam aber 
auch unten abgerundet vor; bei den Etruskern und 
anderen Völkern war er jedoch rund. Im Laufe des 
15. .Jahrhunderts erhielt der Schild an seiner rechten 
Seite einen Ausschnitt zum Einlegen der Lanze und 
empfing den Namen Tartsche. 

Mit dem Aufkommen der Wappen für adelige 
Geschlechter ging die Schildform in die Heraldik über 
und hatte hier die Wappenbilder aufzunehmen. Seine 
ursprüngliche Gestalt veränderte sich bald und ging 
zunächst in die halbeiförmige und endlich in die läng¬ 
lich viereckige über, die an den unteren Ecken 
abgerundet wurde. Bei den französischen Wappen¬ 
schilden lief die letztere Form unten in eine Spitze 
aus, die deutschen hatten oben und an den Seiten 
Ausschnitte und die englischen waren oben mit vor¬ 
stehenden Ecken versehen und liefen unten stumpf¬ 
winkelig aus. 

Auch für ornamentale Zwecke wurden die Schilde 
vielfach benutzt und namentlich die Tartsche in mehr 
oder weniger freier Umbildung beliebt. 


Fig. 193. Fig. 19+. 

I'! W I O 


Fig. 195. 



Fig. 196. 


Fig. 197. 



Klinkhardt, 



Fig. 198. 



Die Renaissance hat die Form des Schildes viel¬ 
fach verwertet und die mannigfaltigsten Formen ge¬ 
schaffen. Als Beispiele mögen vorstehende Formen 
der Klinkhardtschen »Germania« dienen, welche sehr 
reich daran ist. 

In neuerer Zeit wird das Wort Schild sächlich, 
mit dem Plural die Schilder, gebraucht und auf alle 
modernen Formen angewendet, die eine Firma, einen 
Namen oder dergl. aufzunehmen haben. Es gibt 
daher Strassenschilder, Firmenschilder, Thürschilder, 
Bücherschilder etc. Auch auf die Schlüsselloch- und 
ähnlichen Verzierungen wird diese Bezeichnung an¬ 
gewendet. ( Fortsetzung folgt.) 


Die Einrichtung von Druckereien. 

Von Moritz Wunder. 

(Schluss.) 


Die Beleuchtung. 

S pjrotzdein die Zeiten der Talglichter und Öllampen 
yQ vorüber sind, findet sich noch häufig eine 
recht mangelhafte, ja wir möchten sagen, schlechte 
Beleuchtung in den Druckereien und selbst grössere 
Offizinen stehen darin hinter den billigsten An¬ 
forderungen zurück. 

Als Mittel zur Beleuchtung kommen gegenwärtig 
nur Petroleum oder Gas in Betracht, da die Ein¬ 
führung des elektrischen Lichtes in Druckereien sich 
noch im Stadium des Versuches befindet. Wenn auch 
nicht daran zu zweifeln ist, dass die entgegenstehenden 
Schwierigkeiten überwunden werden, so wird doch 
noch lange Zeit hindurch für Viele nur die Wahl 
zwischen den beiden erstgenannten Lichtquellen übrig 
bleiben. 

Die Frage, welche von beiden Beleuehtungsarten 
die bessere sei, ist nicht so leicht zu beantworten, da 
jede ihre besonderen Vorzüge hat, die sie in geeig¬ 
neten Fällen als empfehlenswerter und praktischer 
erscheinen lässt und an und für sich betrachtet, sich 
mit beiden Stoffen eine gute Beleuchtung erzielen lässt. 

W as zunächst das Petroleum betrifft, so besitzt 
dasselbe den Vorzug der grösseren Beweglichkeit und 
ist deshalb namentlich in Accidenzsetzereien, wo die 
Lichtquelle bald hier, bald da gebraucht wird, von 
Vorteil. Bei Gaslicht ist es in solchen Fällen entweder 
notwendig, eine etwa vorhandene Reservellamme an¬ 
zuzünden, oder es brennen von vornherein so viele 
Flammen, dass der Raum überall gleichmässig erhellt 
ist. In letzterem Falle wird sich indes die Beleuchtung 
unnötig teuer stellen und ausserdem wirkt die durch 


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145 


Die Einrichtung von Druckereien. 


so viele brennende Flammen entwickelte Hitze ausser¬ 
ordentlich lästig. 

Ein weiterer Vorzug der Petroleumbeleuchtung 
ist die Notwendigkeit, einen Cylinder anzuwenden; 
einmal wird dadurch eine ruhig brennende Flamme 
garantiert und weiterhin liegt die Anschaffung eines 
praktischen Lichtschirmes, d. h. einer Milchglasglocke, 
näher als hei Gas. 

Diesen Vorzügen steht nun allerdings die um¬ 
ständlichere Behandlung der Lampen gegenüber, die 
bei Gas vollständig fortfallt. Wir halten dieselbe indes 
nicht für so bedeutend, als dass dieser Umstand allein, 
da wo die Wahl überhaupt freisteht, von der Be¬ 
nutzung des Petroleumlichts abhalten sollte, selbst 
wenn auch noch das Zerspringen einiger Cylinder 
hinzugerechnet wird. Übrigens springen gute Cylinder 
selten und der etwas höhere Preis macht sich dadurch 
bald bezahlt. Und hat man Angst vor zu vielen zer¬ 
sprungenen Glocken, so thut schliesslich ein weisser 
Papierschirm dieselben Dienste und ist obendrein 
noch leichter, was bei vielem Hin- und Hertragen ja 
auch bequemer ist. 

Als Vorzug der Gasbeleuchtung ist, wie schon 
bemerkt, deren leichte Handhabung zu bezeichnen, 
weshalb denn auch dieselbe fast überall da eingeführt 
ist. wo die Möglichkeit dazu geboten war. Für die 
Arbeiter selbst und speziell für Setzer ist indes die 
Gasbeleuchtung nur unter Voraussetzungen genügend, 
die leider nicht immer erfüllt werden. 

Dahin gehört vor allen Dingen, dass ein genügend 
grosser Brenner gewählt und die Flamme selbst der 
unmittelbaren Einwirkung auf die Augen entzogen 
wird. Um dies zu erreichen, ist ein Schirm oder eine 
Glocke notwendig. Blecherne Schirme sind unter 
allen Umständen zu verwerfen, weil hierbei das Auge 
im Dunkeln verweilt, aber auf eine stark beleuchtete 
Fläche blickt , wodurch Blendung und Überreizung 
der Augen entsteht. Ganz geeignet sind nur Milch¬ 
glasglocken, welche das Licht mehr zerstreuen und 
das Auge nicht unangenehm beeinflussen. Will man 
solche nicht anwenden, so sind weisse Papierschirme, 
auch ihrer Leichtigkeit wegen namentlich bei Knie¬ 
armen zu empfehlen. Um das lästige Flackern zu 
vermeiden, gebe man den Schirmen einen cylinder- 
förmigen Aufsatz, weil infolge des durch die flitze 
der Flamme bewirkten Luftzuges diese ruhig brennt. 

Diese dem Gas entströmende Wärme macht es 
notwendig, die Flamme nicht in zu grosser Nähe des 
Kopfes anzubringen, weil sonst Kopfschmerzen und 
Kongestionen zum Gehirn erzeugt werden. Nun liegt 
aber für den Setzer der geeignetste Punkt für die 
Lichtquelle etwa ein Drittel der Kastentiefe vom obern 
Rande entfernt, also über den ä-, ö- und ü-Fäehern. 


146 


Es muss demnach entweder die Flamme mehr nach 
oben und damit aus ihrem günstigsten Standpunkt 
rücken oder wenigstens bei anhaltender Lichtarbeit 
Kopfschmerzen riskieren, Übelstände, welche bei 
Petroleumbeleuchtung nicht eintreten. Unter diesen 
Umständen wäre die Frage, ob nicht neben ständiger 
Gasbeleuchtung noch einige Petroleumlampen zu be¬ 
nutzen seien, eine immerhin zu erwägende. 

Sparsame Buchdruckereibesitzer haben nun die 
Lichtquelle über den Scheitelpunkt zweier mit dem 
Rücken aneinander gestellter Regale gebracht und 
beleuchten oder wollen wenigstens zwei sich gegen¬ 
überliegende Setzerplätze damit erleuchten. Wenn 
dazu Gas mit Tellerbeleuchtung gewählt wurde und 
der Brenner eine entsprechende Grösse hat, mag eine 
solche Einrichtung noch hingehen, in allen andern 
Fällen aber ist sie entschieden zu verwerfen, mag 
nun Petroleum oder Gas benutzt sein. Die Licht¬ 
quelle ist dann meist zu schwach, blendet das Auge 
und hüllt infolge ihrer hohen Stellung die unteren 
Kastenfächer in vollständigen Schatten. Es ist eine 
Rücksichtslosigkeit ohne Gleichen, wenn dem Setzer 
zugemutet wird, bei offener Gasflamme niedrigster 
Nummer, die ihren Stand weitab von Manuskript und 
Kasten hat, zu arbeiten, wie es selbst in grossen 
Druckereien noch heute geschieht. 

Die richtigste und beste Beleuchtung des Setz¬ 
kastens geschieht mittels eines von dem Rücken des 
Regals ausgehenden Kniearmes (Fig. A), der entweder 


Fig. A. 

eine mit Cylinder und Milchglasglocke versehene 
Petroleumlampe oder eine ebenso ausgestattete Gas¬ 
lampe trägt. Erstere ruht mit ihrem Ölbehälter-Aus¬ 
läufer in einem eisernen Ringe welcher sich am Ende 
des zweiten Armes befindet, kann demzufolge leicht 
abgehoben und in den beiseite gestellten Fuss gesteckt 
und an anderen Orten benutzt werden. 


L ——f . 

JL. 

1 1 — 

—i- 


Fig. B. 


Für drei nebeneinander stehende Selzregale 
genügen bei Verwendung solcher Kniearme, wenn sie 
zirka 6 bis 8 cm über dem mittelsten Kasten ihren 
Ausgangspunkt haben, zwei Flammen vollkommen, 
(Fig. B.), weil alle drei Plätze nie gleichzeitig in 


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147 


Die Einrichtung von Druckereien. 


148 


Benutzung sind und im übrigen die Lichtquelle ganz 
nach Bedürfnis gestellt werden kann. Sollen zwei 
mit dem Rücken gegeneinander stehende Regale mit 
einer Flamme erleuchtet werden, so kann dies, wie 
schon gesagt, nur mittels Gas unter Anwendung eines 



Fig- c. 

Argandbrenners nebst Cvlinder und Milchglasglocke 
geschehen, in welchem Falle man gewöhnlich an 
der Decke drehbare Doppelarme an wendet, wie sie 
Fig. G zeigt. 

Für Maschinen, sowie jeden anderen Raum ist 
eine so skrupelöse Beleuchtung wie für die Setzer 
nicht notwendig, obgleich auch zum Punktieren ein 
gutes Licht gehört. Jedenfalls können wir aber nicht 
umhin, anzuerkennen, dass an Maschinen die Verwen¬ 
dung von Gas derjenigen des Petroleums vorzuziehen 
ist, schon der bei etwaigem Zerbrechen entschieden 
grösseren Gefährlichkeit halber. 

Druckereien in kleinen Orten werden dasselbe 
natürlich trotzdem anwenden müssen und bei vor¬ 
sichtiger Behandlung auch dann gut damit aus- 
kommen. 

Die Ventilation. 

Ein namentlich bei Gasbeleuchtung fühlbarer 
und wiederholt hervorgehobener Übelstand ist die 
drückende Hitze, die dieselbe verursacht. Dies führt 
uns naturgemäs zur Ventilation . 

Wir haben schon im Anfänge unserer Be¬ 
sprechung darauf aufmerksam gemacht, dass in 
hohen Zimmern die in denselben vorhandene schlechte 
Luft weniger bemerkbar ist. Aber selbst in solchen 
wird sie sich im Winter, wo die Zimmer geschlossen 
gehalten werden und Heizung und Beleuchtung ihre 
Dünste abgeben, lästig und das Bedürfnis erregen, ein 
Paar obere Fensterflügel zu öffnen, um wenigstens 
etwas frische Luft einzulassen. Da schreien aber 
gleich einige andere: »Es zieht!« und wohl oder übel 
muss diesem mehr oder minder berechtigten Rufe 
Folge geleistet werden, bis es der armen gepeinigten 
Lunge endlich nach Schluss des Geschäftes vergönnt 
ist, ihrem natürlichen Drange nach frisoher Luft zu 
folgen und einen recht tiefen Seufzer (bekanntlich das 
beste Lungenreinigungsmittel) und mit ihm alleKohlen- 
und andere Stoffe auszustossen. 


Es lassen sich nun freilich nicht überall teuere 
Ventilationseinrichtungen anbringen, aber dennoch 
kann man für frische und reine Luft leicht dadurch 
sorgen, dass man dicht unter der Decke Abzugskanäle 
anbringt, die beliebig geöffnet und geschlossen werden 
können, oder auch bei hohen Fenstern, dass man 
die oberen Scheiben sich nach oben öffnen lässt, der 
Decke zu, in der Art, dass die Charniere nicht an der 
Seite, sondern nach unten zu angebracht sind. Wenn 
solche Scheiben dann noch an der Seite mit Blech¬ 
streifen versehen werden, so dass nur nach der Decke 
zu eine Öffnung entsteht, wird von »Ziehen« wenig 
zu spüren sein und die Kosten sind nicht erheblich, 
ln neuester Zeit hat man noch jalousieartig über¬ 
einander gelegte Glasstreifen an Stelle einer Scheibe 
eingesetzt, wodurch man es vollkommen in der Hand 
hat, den Luftzutritt nach Belieben zu regeln. 

Indem wir hiermit unsere Erläuterungen über 
die Einrichtung von Buchdruckereien schliessen, 
glauben wir nichts unbesprochen gelassen zu haben, 
was zu diesem Zwecke von Nutzen oder von Wichtig¬ 
keit sein kann. Wenn auch nicht anzunehmen ist, 
dass die gegebenen Notizen sämtlich berücksichtigt 
werden, so hoffen wir doch, dass die Lektion dieses 
Artikels hier und da Gelegenheit gibt, Unvollkommenes 
zu verbessern, Notwendiges in ansprechender Form 
zu beschaffen und Wünschenswertem eine erneute 
und erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Damit 
wäre unsere Absicht, auch in unseren Arbeitslokalen 
das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden, 
erreicht. 


Nachtrag. 

Zur Ergänzung des Abschnittes Motoren in diesem 
Artikel haben wir noch zu erwähnen, dass auch die 
Hindernisse bald beseitigt sein werden, welche der 
Benutzung von Gasmotoren in Orten entgegenstehen, 
welche keine Gasanstalten besitzen. Die Deutzer 
Gasmotorenfabrik hat nämlich einen Benzin-Gas¬ 
motor konstruiert, der mit einem kleinen Gasapparat 
verbunden ist, in dem Benzin oder ein ähnlicher leicht 
flüssiger Kohlenwasserstoff verdampft und als Ersatz 
für das gewöhnliche Gas benutzt wird. Die Einrich¬ 
tung ist an diesem Apparat so getroffen, dass jede 
Gefahr einer vorzeitigen Entzündung des leicht 
explosiven Gases ausgeschlossen erscheint. Ferner 
ist zu erwähnen, dass, wie man hört, auch die 
Elektrotechniker sich gegenwärtig die grösste Mühe 
geben, einen elektrischen Motor zu konstruieren, der 
nicht nur die Erzeugung elektrischen Lichtes von 
anderen Motoren unabhängig macht, sondern auch 


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149 


Geschichtliches über Wasserzeichen. — Schriftprobenschau. 


150 


für jedweden Betriebszweck benutzbar ist. Gelingt 
dies, woran in Anbetracht der bisherigen Erfolge auf 
dem Gebiete der Elektrotechnik und in Anbetracht 
der Intelligenz, welche die Angehörigen dieser Branche 
bisher bewiesen haben, wohl kaum zu zweifeln, 
so dürfte diesem Motor die Zukunft gehören. 


Geschichtliches über Wasserzeichen. 

ährend heute die Wasserzeichen im Papier nur 
meist noch als Fabrikmarken dienen, schreibt 
»Paper Markers Circular«, bezeichnete man ehemals 
mit ihnen das Format und die Beschaffenheit oder 


von Bourgogne, und seiner Gemahlin Isabella. Zu 
damaliger Zeit schrieb man diesen Namen mit Y. 
Vor der Verheiratung des Herzogs findet man ein P. 
Später erscheinen beide Anfangsbuchstaben entweder 
verschlungen oder getrennt auf einem Thaler, bis¬ 
weilen auch von einer Bandrolle umgeben. 

In gleicher Weise wurden häufig die Anfangs¬ 
buchstaben der Namen und die Wappen vornehmer 
Adeliger zu Wasserzeichen benutzt. 

In dem Exemplar des zu Oxford 1468 veröffent¬ 
lichten Lebens des heiligen Johannes hat man im 
Papier ein Windspiel angebracht. Derselben Figur 
begegnet man in dem Papier einer zehn Jahre später 
in Delft gedruckten holländischen Bibel. 



Renaissance-Fraktur der Schriftgiesserei £. J. Genzsch in München. 


35 Sfraifuni) SWnoufnf en SuisGurg 72 4 $ fUcDmM(l) Jlflteljcbn 50 

$ £mmi (Mfkf 4 j fif gerne auf tarn 9 


Zierschrift der Schriftgiesserei Emil Berger in Reudnitz-Leipzig. 



den Zweck des Papiers. Einige von altersher be¬ 
kannte Papierformate tragen noch jetzt den Namen 
des Wasserzeichens, z. B. Pro patria, Narrenkappe 
(engl. Fools* Cap), Briefpapier mit einem Posthorn. 

Eines der ältesten Wasserzeichen, das über¬ 
haupt aufgefunden, datiert von 1301 in einem 
Rechenbuche in der Manuskriptsammlung in der 
königlichen Bibliothek in Haag; es besteht in einem 
Kreuz inmitten eines Kreises. Späterhin wurde ein 
Schwein oder ein Topf angenommen. Zu Ende des 
14. Jahrhunderts (1376) begegnet man hauptsäch¬ 
lich dem Topf und dem Waldhorn. Am häufigsten 
wurden diese Zeichen in holländischen Papieren 
angewendet. 

Andere Wasserzeichen waren das Einhorn, der 
Anker, der Ochsenkopf und die Buchstaben P und Y, 
die Anfangsbuchstaben der Namen Philipp, Herzog 


Im Mittelalter war es bisweilen Brauch, ein dem 
Inhalt des Buches angemessenes Sinnbild als Wasser¬ 
zeichen zu wählen, so z. B. in der ersten zu Strass¬ 
burg von Eggestein gedruckten Bibel trägt das Papier 
zu den Büchern der Könige eine Königskrone, während 
für den übrigen Teil das damals gewöhnliche Wasser¬ 
zeichen der Ochsenkopf ist. F. 

Sehriftprobensehau. 

chon häufig erwähnten wir lohend, dass die 
Giessereilinnen Genzsch cP Hegse in Hamburg 
und E. J. Genzsch in München ein besonders reich¬ 
haltiges Material an Schriften, Einfassungen, Vig¬ 
netten etc. im alten Stil besitzen. Dieses schöne und 
gediegene Material ist neuerdings von der Münchener 



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151 


Schriftprobenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. 


152 


Giesserei um zwei Erzeugnisse vermehrt worden, die 
allgemeine Beachtung verdienen und die sofort nach 
Fertigstellung von allen Offizinen erworben wurden, 
welche für Materialien dieser Art Verwendung haben. 
Wir meinen die Münchener Renaissance-Fraktur und 
die Renaissance-Züge der Firma E. ,1. Genzsch. Von 
ersterer können wir heute unseren Lesern eine Probe 
bieten, da uns die genannte Giesserei eine Anzahl 
Grade der Renaissance-Fraktur , von welcher deren 
acht geschnitten wurden, freundlichst zur Verfügung 
stellte. 

Unsere Leser werden uns beistimmen, wenn 
wir sagen, dass diese Schrift in ihrer eleganten, ge¬ 
schmeidigen Form an die schöne Kanzlei kunstvoll 
geschriebener alter Bücher erinnernd, doch aber durch 
exaktesten, gleichmässigsten, modernisierten Schnitt 
in Bezug auf Höhe und Form der einzelnen Buch¬ 
staben dieselbe als ein höchst wertvolles Material zur 
Ausschmückung unserer Arbeiten erscheinen lässt, 
selbst wenn diese nicht den Charakter des Alten 
tragen sollen. Von uns beabsichtigte, resp. in Arbeit 
befindliche Anwendungen werden dies bestätigen, 
auch hoffen wir, die erwähnten Renaissance-Züge 
dazu verwenden, also auch diese unseren Lesern vor 
Augen führen zu können. 

Von der Schriftgiesserei Emil Berger erhielten 
wir eine originelle Zier Schrift in drei Graden, die wir 
vorstehend abdrucken. Es ist dies jedenfalls eine 
Schrift amerikanischen Ursprungs, doch hat sie vor 
vielen anderen Erzeugnissen dieses Landes entschieden 
voraus, nicht nur originell, sondern auch deutlich und 
gefällig zu sein. Ihre zarten Schraffierungen sind mit 
ungemeiner Exaktität ausgeführt, so dass diese sich 
vortrefflich im Druck wiedergeben und die aus ihr 
gesetzten Zeilen zu einer Zierde für jede Arbeit 
werden lassen. 

Danziger Fraktur nennt die Schriftgiesserei 
A. W. Kafemann in Danzig die nachstehend abge¬ 
druckte Schrift. Dieselbe verdankt ihre Entstehung 
dem Wunsch des Augenarztes Dr. Schneller in Danzig , 
eine deutsche Schrift zu schaffen, welche durch ruhige, 
deutliche Formen bei Vermeidung aller Haarstriche 
weniger ermüdend, also schädigend auf das Auge 
wirkt, wie unsere jetzigen, in der Form zum Teil recht 
unruhigen und zu zart gehaltenen , deshalb das Auge 
anstrengenden Frakturschriften. Es will uns scheinen, 
dass dieser Zweck in der Danziger Fraktur recht 
wohl erreicht ist, denn die Schrift zeigt sich sehr 
leserlich , weil kräftig und ruhig in ihren Formen und 
dabei doch auch höchst gefällig , so dass man ihre 
Erzeuger, den Arzt Dr. Schneller, wie die genannte 
Giesserei zu solchem Resultat wohl beglückwünschen 
kann. Für den Druck von Gesangbüchern, Lese¬ 


büchern, Zeitungen, wie für alle Druckwerke, welche 
häufig in die Hand genommen und oft bei wenig 
gutem und geeignet einfallendem Licht gelesen werden 
müssen, dürfte die Danziger Fraktur sehr zu em¬ 
pfehlen sein. 

Danziger Fraktur von A. W. Kafemann in Danzig. 

Gpar[amheitsrii*tid)ten einerfeits, bas Streben nad) 
Berfdjönerung anbererfeits Ijaben unfere DruAfdjrift 
allmäfjlid} unbeutlidjer gemacht, roocüber bie 
fllage allgemein tft. Die Berechtigung 
öiefer ftlage it>irb 3eber anerkennen, 
ber tn unferen 3eitfcf?riften ober 

Büchern fremöe ZBörter, 

Ü (Eigennamen 

Wenn wir unseren Lesern nur eine höchst spär¬ 
liche Probe dieser Schrift vorzuführen vermögen, so 
wolle man uns dies nicht zur Last legen; die Giesserei 
lieferte uns leider nur obigen Stereotypabguss einiger 
Zeilen resp. Grade. 


Satz und Druck der Probenblätter. 

latt F ist wieder eine jener geschmackvoll kom¬ 
ponierten und exakt ausgeführten Arbeiten, 
wie solche fast täglich die Pressen der Piererschen 
Hof buchdruckerei , Stephan Geibel <£’ Co. in Altenburg 
verlassen. Auch an diesem Umschlag hat sich die 
geschickte Hand des Herrn Watschulik, des Accidenz- 
setzers genannter Firma bewährt; ihm bereitet eben 
keine Satzform, sei sie auch noch so kompliziert, 
irgendwelche Schwierigkeit. Die für den Druck ge¬ 
wählten Farben lassen die Römische Einfassung wie 
das sonstige Material in höchst vorteilhafter Weise 
hervortreten, so dass das Blatt ohne Zweifel als eine 
Leistung bezeichnet werden kann, die unserem Heft 
zu grosser Zierde gereicht. 

Auf Blatt L vereinigen wir eine grössere Anzahl 
Accidenzsätze aus der Praxis, sämtlich Arbeiten, die 
sich mit dem gleichen oder ähnlichem Material auf 
bequeme Weise wiedergeben lassen. Es fanden ins¬ 
besondere Verwendung die Flinschsche Renaissance- 
Einfassung, die Klinkhardtsche Germania, die Woell- 
mersche Franklin-Einfassung, die Lombardische Ein¬ 
fassung von Roos & Junge und die ungleichschenk- 
ligen Erken von Gronau. Über das gesamte Material 
gibt das nachstehende Verzeichnis Auskunft. Leider 



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153 


Bezugsquellen etc. — Zeitschriften- und Bücherschau. 


154 


ist auf diesem Blatte in dem letzten Augenblicke 
ein Fehler begangen worden, indem einige neu 
einzufügende Ornamente falsch eingesetzt wurden. 
Da jedoch nur die Ausläufer der betreffenden 
Stücke sich unrichtig anfügen, so dürfte man ohno 
genaueste Prüfung wohl kaum den Fehler linden. 
Wir wollen aber nicht verfehlen, denselben offen zu 
bekennen; der Entschuldigung unserer Leser glauben 
wir sicher zu sein, da sie Alle wissen, wie leicht ein 
solches Versehen Vorkommen kann. — Gedruckt 
wurde das Blatt mit Accidenzfarbe von Meilhaus &' 
Scheidig in Aschaffenburg a. M. Unser Blatt F bildet, 
wie unsere Leser aus dem Text desselben ersehen 
werden, den Umschlag des neuesten Preiskurantes 
der gleichen, rühmliehst bekannten Farbenfabrik. 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 

Umschlag (F). Originalsatz und Druck der Pierer- 
schen Hofbuchdruckerei, Stephan Geibel & Co. in Altenburg. 

Anwendung moderner Einfassungen (L). 
1. Die Herstellung , Wilhelm von Berger, Tonplatten von 
ltudhardt & Pollack, Linienomamente teils von Weisert, 
teils von Scheiter & Giesecke, Berger und Kloberg; 2, 3 
und 4, Originalsatz von Julius Klinkhardt; 5. Hinfassung 
von Flinsch, Viertelkreis-Ecken von Scheiter Ä Giesecke, 
Spitze und untere Ecke von Gronau, tan©»® von Ludwig & 
Mayer, ■ und Schlussstück von Klinkhardt, die übrigen 
Ornamente von Berger, Gegründet , Orchestrions von Krebs, 
Katalog von Ludwig & Mayer, Fabrik von Woelliner, 
Musikwerke von Nies Nachfolger, Kaufmann von Rohm, 
Dresden von Genzsch & Heyse, Ostra-Alice von John Söhne; 
ö. Ornamente von Klinkhardt; 7. Ornamente — mit Aus¬ 
nahme von die von Berger — von Klinkhardt, 

Gott grüss , die Kunst von Nies Nachfolger. Buchdrucker- 
Wappen von Zierow & Meusch; 8. Einfassung von Woellrner, 
Spitze , Feinstes von Krebs, Ecken von Klinkhardt, ^ von 
Rohm, Hosenöl von Roos & Junge; 9. Ungleichschenklige 
Ecken von Gronau; 10. Mittelstück von Ludwig & Mayer, 
von Gronau; 11. Kreisstücke von Woellrner, Viertelcicero- 
Einfassung von Krebs, seitliche Linienomamente von 
Klinkhardt. die übrigen Ornamente von Berger, Neuheit von 
Flinsch; 12. Einfassung von Klinkhardt, Prima von Koos & 
Junge; 13. Innere Einfassung von Woellrner, äussere Linien¬ 
omamente von Scheiter & Giesecke: 14. Einfassung, Leipzig 
von Roos & Junge, Spitze von Theinhardt, Viertelcicero- 
Einfassung von Krebs, Ecken von Flinsch, Buchdruckerei 
von Genzsch & Heyse, Johannes von Nies Nachfolger; 
15. mm von Krebs, das übrige Einfassungsmaterial von 
Bauer & Cie., Initial von Nies Nachfolger, gute Ton von 
Genzsch in München, Verlag von Theinhardt, Pracht-Aus¬ 
gabe von Flinsch; lfi. Einfassung von Woellrner, Friedrich , 
Vertretung von Weisert, Dresden von Ludwig & Mayer, 
Sämerei von Nies Nachfolger, Landesprodukte von Bauer & Cie., 
Ecken und Mittelstücke zur Umrahmung von Gronau, Linien 
von Zierow & Meusch. 


Zeitschriften- und Bücherschau. 

— Druckschriften des lö. bis IS. Jahrhunderts in ge¬ 
treuen Nachbildungen herausgegeben von der Direktion der 
Reichsdruckerei. In Kommission bei F. A. Brockhaus, 
Leipzig, Berlin, Wien. Von diesem höchst verdienstvollen 
Unternehmen, auf welches wir früher bereits mehrmals 
unsere Leser aufmerksam machten, liegen uns jetzt die 
Hefte ö—10 vor, letzteres mit der 100. Tafel abschliessend. 
Schon diese Zahl lässt ahnen, welche Schätze das Werk 
in sich birgt: 100 Kopien aus den Meisterarbeiten alter, 
berühmter Drucker, wie solche als ein kostbarer Besitz in 
den hervorragendsten Bibliotheken gehegt werden. Ist es 
auch nur eine Seite, welche man uns aus jedem Werke 
vorführt, so genügt dies schon vollkommen, um uns einen 
Begriff von der Setz- und Druckweise des betreffenden 
Meisters, insbesondere aber von seinen Typen zu geben 
und die Entwickelung dieser letzteren zu immer grösserer 
Vollkommenheit im Lauf der erwähnten Jahrhunderte zu 
beobachten. Finden wir doch auf den letzten Tafeln den 
Mediaevalcharakter bereits in exaktester Ausführung. Wir 
empfehlen dieses höchst interessante und wertvolle Werk 
der ganz besonderen Beachtung unserer Leser. 

— Meisterwerke der Holzschneidekunst. Leipzig, J. J, Weber. 
Die uns vorliegenden drei ersten Hefte des IX. Bandes dieses 
schönen Unternehmens enthalten wieder eine reiche Zahl 
der gediegensten und ansprechendsten Holzschnittdruckc. 
beweisen also, wenn man in Betracht zieht, mit welcher 
Sorgfalt die Auswahl derselben getroffen wird, wieviel 
des Schönen und Gediegenen in unserer Zeit geschaffen 
wird, Zurichtung und Druck aller der Blätter, welche die 
Hefte enthalten, sind vorzüglich, so dass auch der Drucker 
seinen redlichen Anteil an der vortrefflichen Ausführung 
beanspruchen kann. 

— Musterbuch für graphische Gewerbe. Zweite Serie. 
Stuttgart, J. Engelhorn. Dieses von uns oft rühmend er¬ 
wähnte Unternehmen hat so viel Anklang gefunden, dass 
die Verlagshandlung sich zur Herausgabe einer streiten Serie 
aufgemuntert sah. Die uns vorliegenden Hefte dieser neuen 
Serie enthalten gleichfalls höchst wertvolle Vorlagen, hervor¬ 
gegangen aus den Meisterhänden berühmter Künstler, wie 
Döpler jr.. E. Unger, E. Schick, Moritz Röbbecke. Hans 
Kaufmann etc. 

— Die beiden neuesten Hefte des Universum (das 
13. und 14. d. J.) — Dresden, Verlag des Universum, 
Redaktion Jesko von Puttkammer — legen ein beredtes 
Zeugnis davon ab, dass diese von uns schon des Öfteren 
empfohlene illustrierte Zeitschrift es auch meisterhaft ver¬ 
stellt, den wichtigsten und interessantesten Begebenheiten 
des Tages und der Zeit in einer durchaus würdigen und 
ansprechenden Form Rechnung zu tragen. Der Artikel 
»Zum 22. März« von Dr. J. Steinbeck ist ein ebenso mass- 
voll wie schwungvoll und mit patriotischem Feuer gezeich¬ 
netes Charakterbild unseres erhabenen 90jährigen Kaisers. 
Der furchtbaren Erdbebenkatastrophe an der Riviera widmet 
die bekannte Autorität in diesem Fache Rud. Falb selbst 
eine eingehende Betrachtung, welche die Aufmerksamkeit 
der weitesten Kreise verdient. Sprudelnd von Geist, Witz 
und Humor ist die überaus reizvolle Schilderung »Der Jahr¬ 
markt in Jedo«. eine Reminiszenz vom Münchener Künstler- 
kameval von Adolf Feldmann, treffeud und charakteristisch 
illustriert durch Originalzeichnungen von erster Künstlerhand. 
»Über Unzufriedenheit und Pessimismus«, ihre Ursachen 
und ihre Widerlegung ist wieder eine der dem Universum 

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155 


Rezepte. — Mannigfaltiges. 


15t» 


zur besonderen Zierde gereichenden geistvollen Abhand¬ 
lungen Dr. Herrn. Klencke’s. welcher in beherzter und 
scharfer Weise gegen die vielen Schäden unserer fortge¬ 
schrittenen Kultur zu Felde zieht und eine Reformation 
derselben zum Zwecke einer vernünftigen, gesunden und 
freudigen Lebensauffassung anstrebt. Wir erwähnen ausser¬ 
dem noch den Schluss des trelTIich illustrierten interessanten 
Artikels »Der Burnus des Propheten«, Spaziergänge in und 
um Tunis, von F. von Zobeltitz. die »Herzensbilder aus der 
Kinderwelt« von P. K. Rosegger, ferner Fortsetzung und 
Schluss der anmutig fesselnden Novelle »Umsonst« von 
C. Zöller-Lionheart, die anziehende kleine Novelle »Die 
Eifersüchtige« von H. Pichler, sowie die ungemein lustige 
Humoreske »Die Garpcnter-Bremse* und schliesslich den 
Anfang einer vielversprechenden grösseren Erzählung »Die 
Sünden der Väter« von Georg Höcker etc. Die Illustrationen 
im Texte, aber ganz besonders die aparten Kunstbeilagen 
in Lichtdruck und Holzschnitt, alles Originalreproduktionen 
nach Gemälden und Zeichnungen unserer hervorragendsten 
Meister, wie A. Lüben, Chr. Speyer, E. Harburger, C. Hoff. 
Hirth du frenes, C. Karger etc., kennzeichnen nur von Neuem 
den hohen Standpunkt, welchen das Universum schon 
seit lange vor anderen illustrierten Zeitschriften voraus 
einnimmt. 


Rezepte. 

Biegen vou Messinglinien. Der Accidenzsetzer kommt 
bei der heute üblichen Ausstattung der Arbeiten oft in die 
Lage, eine Messinglinie biegen zu müssen. Dies geschieht 
am leichtesten, wenn man dieselbe über einer Gas- ctc. 
Flamme rotglühend macht, sie zu dein Zweck mit einer 
Zange oder Pinzette haltend. Ist dieses Stadium einge¬ 
treten, so kühlt man sie sofort in kaltem Wasser ab und gibt 
ihr dann durch Biegen die gewünschte Form, was sehr 
bequem von statten geht, weil das Metall geschmeidiger 
geworden ist. 

Der Kleister, welchen man beim Einbinden der Bücher 
verwendet, ist eine der wesentlichsten Ursachen ihrer 
Schädigung durch allerhand Gewürm, das sich meist zuerst 
von den im Einbande vorhandenen Kleisterteilen und, wenn 
diese aufgezchrt sind, von den Büchern selbst nährt. Um 
dies zu verhüten, setze man dem Kleister eine Kleinigkeit 
Alaun, Vitriol, noch besser aber Arcanum duplicatum bei. 
Vegetabilische Salze sind unstatthaft, da dieselben sich durch 
feuchte Luft auflösen und dann Modertlecke verursachen. 
Auch ein Zusatz von Terpentin und zwar soviel, als nötig 
ist, um dem Kleister dessen durchdringenden Geruch zu 
geben, ist zu empfehlen; dieser wird nach dem Einbinden 
wenig empfindlich sein, sich aber sehr wirksam erweisen 
in der Fernhaltung schädlicher Würmer. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. Am 18. März feierte der Buchdruckerei¬ 
besitzer und Herausgeber des »Hannoverschen Tageblatt«, 
Herr Hermann Schlüter in Hannover sein 25jähriges Be¬ 
rufsjubiläum in festlichster Weise und unter zahlreicher 
Beteiligung seines Personals. — Am 19. März feierte der 
Faktor Herr C. F. W. Hoffmann in Homburg sein öOjähriges 


Geschäftsjubiläum in der Druckerei des »Hamburger Korre¬ 
spondent«. — Am 27. März feierte der Buchdruckereibesitzer 
und Herausgeber des »Verdener Anzeigenblattes«, Herr 

H. Söhl in Verden , das 50jährige Berufsjubiläum. — Am 

I. April beging der Schriftgiesser, Herr Heinrich Reichmann , 
bei F. A. Brockhaus in Leipzig sein ÖOjähriges Berufs¬ 
jubiläum. — Am gleichen Tage feierte die Firma Grefe <f* 
Tiedcmann in Hamburg. Inhaber Herr E. G. T. Grefe . das 
25jährige Geschäftsjubiläum. — Herr J. C. Schwensen in 
Eckernförde , Buchdruckereibesitzer und Herausgeber der 
Eckernförder Zeitung und des Kreisblattes daselbst, beging 
am 3. April sein öOjähriges Berufsjubiläum. — Am 5. April 
beging der Druckerfaktor im Hause B. G. Teubner in 
Leipzig . Herr Hermann Moritz Hühner , sein 25jähriges 
Jubiläum als Faktor in genanntem Geschäft — In derselben 
Leipziger Offizin feierte am 9. April der Schriftsetzer Herr 
Karl Munde sein ÖOjähriges Berufsjubiläum. — Am 
10. April beging der Buchdrucker, Herr Johann Höchner 
bei Gebrüder Legrädy in Buda\)est sein öOjähriges Berufs¬ 
jubiläum. Die aus diesem Anlass hergestellten Drucksachen 
bezeugen die Liebe und Verehrung, welche der Jubilar 
allseitig geniesst. 

— Gestorben. Am 8. Februar Herr Buchdruckerei¬ 
besitzer Vicente Jorge de Castro . Inhaber der Firma Castro 
Irmao in Lissabon. Wir betrauern in dem Verstorbenen 
den Verlust eines hervorragenden Buchdruckers Portugals, 
dessen Namen wir oft nannten und der unserem Blatt von 
Anfang an freundlich gesinnt war. — Der Oberfaktor im 
Hause Bagel in Düsseldorf , Herr Lücking. am Gehirnschlag. 
— Am 8. März der als Fachschriftsteller bekannte Herr 
Theotiste Lefevre in Paris. — Am 29. März der Buchdruckerei¬ 
besitzer und langjährige Schriftführer des Vereins Berliner 
Buchdruckereibesitzer, Herr Joh. Ostertag in Berlin, im Alter 
von 58 Jahren. 

— Geschäftliche Notizen. In die seit 1879 von Herrn 
Herrn. J. Ramm in Leipzig betriebene Buchdruckerei ist am 
1. April Herr Älbrecht Seemann als Teilhaber eingetreten. Die 
Firma lautet nunmehr Ramm <f Seemann. — Aus der Firma 
C. A. Schic et schke d Sohn ( Wiegandt <f Appelhans) in Braun - 
schweig ist Herr Georg Wiegandt ausgeschieden. Die Ver¬ 
lagshandlung wird nun unter der Firma C. A. Schwetschke d 
Sohn (E. Appelhans). die Ruchdruckerei dagegen unter der 
Firma Eugen Appelhans von letzterem allein fortgeführt. 
Herrn Fritz Pfenningstorff wurde für beide Geschäfte Pro¬ 
kura erteilt. — Die Maschinenbau-Anstalt und mechanische 
Werkstatt der Herren Gebrüder Küstermann in Berlin siedelte 
von der Linienstrasse nach der Weinmeisterstrasse 14 über. 

— Zur Berücksichtigung für Besitzer von Stereotypien 
und für Interessenten dieses Geschäftszweiges liegt unserer 
heutigen Nummer eine Preisliste der Stereotypiematerialien- 
Fabrik von Kcmpe d' Trump in Nürnberg bei. Herr Kempe. 
der technische Leiter der Firma, hat schon seit einer Reihe 
von Jahren die Pflege des Stereotypiewesens als Thätig- 
keitsfeld erwählt und hat sich unzweifelhaft einen umfang¬ 
reichen Erfahrungsschatz auf diesem Gebiete erworben, so 
dass die Fachwelt durch sein eingehendes, systematisches 
Arbeiten in bester Weise bereichert wurde. Auch die 
heutige Beilage bietet manchen beherzigenswerten Wink, 
insbesondere hinsichtlich der Verwendung und praktischen 
Ausnützung des Stereotypiematerials. Der rührigen Nürnberger 
Firma möchten wir aber den Rat nicht vorenthalten, ihrem 
Zeichner besser auf die Finger zu sehen, denn die Bestoss- 
lade auf der ersten Zeichnung ist total verunglückt, während 
sie auf dem zweiten Bilde richtig steht. 


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157 


Mannigfaltiges. 


158 


— Ferner liegt dem Heft eine Probe Nachtgrün (lack¬ 
ächt) von Frey dt Sening in Leipzig bei. Es ist dies eine 
lichtere, ins Bläuliche spielende Nüance der gleichen Farbe, 
von welcher Probe dem -4. Heft beilag. 

— Ein reizendes Menu lieferte die Offizin von Giesecke 
d'■ Devrient in Leipzig zu dem zwanzigjährigen Stiftungsfeste 
der beiden sächsischen Ulanenregimenter, welches jüngst 
in den Räumen des Hotel de Prusse in Leipzig abgehalten 
wurde. Die Vorderseite ziert der charakteristische karmoisin- 
farbige Brustlatz der Ulanka dieser Regimenter, mit dem 
sächsischen Wappen und den Jahreszahlen 1867—1887 
schwarz auf weissem Grunde in der Mitte und dem Mono¬ 
gramm beider Regimenter, das eine in Silber, das andere 
in Gold in den oberen Ecken des Latzes. Das Programm 
der Tafelmusik und das Menu sind im Inneren angebracht, 
einfach aus modernisierter Mediaevalantiqua und -Kursiv 
(wohl von Krebs?) gesetzt, mit gekreuzten Eck Verzierungen 
und Linien umgeben und dunkelblau gedruckt. Die ge¬ 
samte Ausführung zeigt wieder jene wohlthuende noble 
Einfachheit, welche man allen Arbeiten dieser Offizin nach¬ 
rühmen muss. 

— Ein neues Verfahren zur Umwandlung photographischer 
Platten in Druckplatten. Wie im »Bulletin dTmprimerie« 
berichtet wird, hat Eduard Cannevol ein neues wichtiges 
Verfahren erfunden, wodurch der Illustrationsdruck eine 
Umwälzung erfahren soll. Das Verfahren beruht darauf, 
eine photographische Platte in wenigen Stunden in eine 
Druckplatte umzuwandeln, so dass jede Photographie durch 
die Buchdruckerpresse beliebig zu vervielfältigen ist. Es soll 
dies durch Ersetzung des bisher benutzten Gelatins durch 
eine andere, in kaltem Wasser lösliche Substanz ermöglicht 
werden. Eine Autorität, Herr Leon Vidal, Professor der 
Nationalschule der dekorativen Künste in Paris, hat sich 
über das neue Verfahren sehr günstig ausgesprochen und 
dasselbe als einen hochwichtigen Fortschritt in der Bilder¬ 
druckkunst bezeichnet. Zur Zeit liegen zwar noch keine 
näheren Angaben über C.annevols Verfahren vor, jedoch 
soll dasselbe auf dem Woodburysehen Verfahren sich be¬ 
gründen, welches von der Pariser Firma Goupil ausgeübt 
wird. 

— Gepresstes Papier wird seit langer Zeit für die mannig¬ 
fachsten Zwecke verwendet. Durchaus neu aber ist die 
Verwendung nach einem Verfahren, welches ein Deutscher, 
Herr Wiesner, erfunden hat und welches ihm für die meisten 
Staaten patentiert ist. Wie das Patentbureau von Richard 
Lüders in Görlitz mitteilt, ist es nach diesem Verfahren 
möglich, alle Arten Reliefs, Porträts, Heiligenbilder, ferner 
auch Rahmen etc. in einer künstlerisch vollendeten Weise 
herzustellen. Das Material ist Papier von besonderer Qualität, 
dem eine Mischung von verschiedenen Substanzen zugesetzt 
wird. Diese Masse wird in geheizten Formen mittels schwerer 
Prägepressen auf besondere Art gepresst, alsdann, je nach 
ihrer Bestimmung mit einem Überzug von Seide oder Atlas 
versehen, einer eigentümlichen Appretur unterzogen und 
eigenartig bemalt. Durch diese eigenartige Bemalung des 
Seidengrundes wird den Stücken ein überaus farbenfrisches 
und lebenswarmes Aussehen verliehen, was auf den Be¬ 
schauer in effektvollster Weise wirkt. Von dem Erfinder 
auf diese Weise hergestellte Bilder Sr. Majestät des Kaisers 
und anderer Mitglieder der Kaiserfamilie zeichnen sich durch 
eine Naturtreue und Lebensfrische aus, dass sie bei allen 
dieselben Besichtigenden vollen Beifall gefunden haben. 
Das Verfahren lässt sich auch für die Herstellung von 
Gesichtsmasken mit besonderem Erfolg verwenden; Masken. 


nach diesem Verfahren hergestellt, haben nicht mehr das 
abschreckende Aussehen der jetzigen Masken und es wird 
jetzt möglich, Masken historischer Persönlichkeiten natur¬ 
getreu, wie im Leben, wiederzugeben. (Leipz. Tagebl.) 

— In Amerika und England verwendet man jetzt 
Schlangenhaut zu Bucheinbänden , beziehentlich zu Bücher¬ 
rücken und Ecken. Bisher wurde dieselbe nur zum Überziehen 
von Tabakkästchen, Cigarrentäschchen. Portemonnaies etc. 
benutzt, nun hat sie auch ihren Einzug in die Buchbindereien 
gehalten und soll sich als Bucheinband sowohl ihrer mannig¬ 
fachen Zeichnung wie ihres hohen Glanzes wegen gar prächtig 
ausnehmen. Man wird vielleicht nächstens auch bei uns 
nicht mehr allein in Halbmaroquin und Halbfranz, sondern 
auch in Ganz- und Halbschlange binden. Die Aussicht, eine 
Anthologie von Liebesgedichten in Schlangenhauteinband 
haben zu können, ist nicht übel. 

— Um Bucheinbände haltbarer zu machen , empfiehlt ein 
amerikanischer Buchbinder das Vaselin. Dieses mineralische 
Fett soll auf Kalbleder, Saffian und Baumwollstoff in gleicher 
Weise günstig einwirken, und auch gemusterte Papiere sollen 
zum mindesten unter der Behandlung nicht leiden. Der Glanz 
des Goldes wird angeblich erhöht, und ältere Bände er¬ 
halten ihr früheres frisches Ansehen wieder. Im allgemeinen 
strebt die Buchbinderei nicht darnach, den Fettgehalt der von 
ihr verwendeten Stoffe zu erhöhen, doch ist es immerhin 
möglich, dass das Leder durch solche Behandlung ge¬ 
schmeidiger und haltbarer wird. 

— Für jeden Menschenfreund muss es eine Freude 
sein, wenn man hört, dass es doch noch Arbeiter gibt, die 
an ihren Arbeitgebern hängen und denselben dauernd treu 
bleiben. Wie wir hören, sind gegenwärtig von der Familie 
Heger Grossvater, Vater und Sohn gleichzeitig in dem alten 
Druckerhause Breitkopf <(' Härtel thätig. Der Grossvater 
Gottlieb Heyer aus Paunsdorf trat im Jahre 1833 als Schrift- 
giessereilehrling in das Geschäft ein. zu dem der treue, 
verdiente Mann, welchem bei der fünfzigjährigen Jubelfeier 
das königl. sächsische allgemeine Ehrenzeichen verliehen 
ward, 54 Jahre hindurch ohne Unterbrechung alltäglich 
rüstig wanderte. Seinen Sohn Hermann liess er 25 Jahre 
nach dem eigenen Eintritt als Notenstecherlehrling in dem¬ 
selben Hause lernen, wo dieser, gleichfalls ohne Unter¬ 
brechung 29 Jahre thätig, sich zum Faktor der Noten¬ 
stecherei aufgeschwungen hat und nun, Ostern 1887. wieder 
seinen Sohn Richard gleichfalls als Notenstecher in die 
Lehre gab. 

— Goethes Honorare. Die Honorare, welche Goethe 
für seine Schriften von der Cottaschen Buchhandlung be¬ 
zogen, waren für die damaligen Zeil- und Lebensbedürfnisse 
keineswegs gering. Wie aus einer Zusammenstellung in 
Meyers Konversationslexikon (4. Auflage) hervorgeht, erhielt 
Goethe von 1795 bis 1822 die Summe von 233 969 Gulden 
= 401 090 Mark. Seine Erben erhielten von 1832 bis 1865 
270 943 Gulden — 464 464 Mark. Insgesamt haben sich die 
Honorare auf 865 555 Mark belaufen, 

— Buchsbaumholz, welches bekanntlich fpr graphische 
Zwecke grosse Verwendung findet, ist schon seit langer Zeit 
ein in hohem Preise stehender Gegenstand. Leider ist die 
Raubwirtschaft ganz hauptsächlich daran schuld. Die 
Wälder in der Umgegend von Poti am Kaukasus, welche 
bisher die grösste Quelle des genannten Holzes bildeten, 
sind gänzlich ausgeraubt. Die russische Regierung hat sich 
nun vor kurzem bemüht, in Abchasien eine neue Quelle 
zu eröffnen und schon sind die Engländer dahinter her, 
sie für sich auszubeuten. Es sollen über 2000 Totmen 

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1*9 


Mannigfaltiges. — Annoncen. 


IGO 


etwa *2<X)000 kg) geschlagen und nach England ausgeführt 
worden sein. Dem Holze wird nachgerühmt, dass es von 
besonders reinem, astlosem Wuchs, schöner Farbe und 
ausgezeichneter Stärke sei. Ob es den Engländern gelingt, 
nur für sich den Vorteil dieser neu eröffneten Wälder aus- 
zubeuten, bleibt abzuwarten. Zu wünschen wäre es. dass 
er ihnen nicht allein zu Gute käme. 

— Nach der »L’Imprimerie» überreichte vor Kurzem 
General Menabrea. der italienische Gesandte in Paris, irn 
Aufträge seines Souverains dem Präsidenten Grevy ein 
prächtig gebundenes Exemplar einer neuen Dante-Ausgabe. 
Dieselbe hat König Humbert auf Grund neuester Dokumente 
drucken lassen. Grevy liess in Erwiederung dieser Auf¬ 
merksamkeit dem Könige einige sehr schöne Publikationen 
der französischen Nationaldruckerei überreichen. 

— Das Pariser Petit Journal , welches gegenwärtig 
zirka eine Million Auflage hat, ist vom kleinen zum grossen 
Format übergegangen und soll diese Umwandlung blos 
2 Millionen Franken gekostet haben. Der grösste Teil 
der Summe kommt natürlich auf die Anschaffung von 
Maschinen. 


— Von der Londoner Wochenzeitung »Observer« erschien 
jüngst die 5000. Nummer. Das Blatt ist nächst der amtlichen 
»London Gazette« die älteste Zeitung der Metropole. 


Inhalt des 5. Heftes. 

Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. — 
Die Einrichtung von Druckereien. — Geschichtliches über Wasser¬ 
zeichen. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. — 
Bezugsquellen etc. — Zeitschriften- und Bücherschau. — Rezepte. — 
Mannigfaltiges. — Annoncen. — 1 Blatt Umschlag. — 1 Blatt An¬ 
wendungen moderner Einfassungen. — 1 Preisliste von Kempe & Trump 
in Nürnberg. — 1 Blatt Farbenprobe von Frey & Sening in Leipzig. 


Das Heft enthält im Ganzen 4 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. _ 

Textschrift von Benjamin Krebs Nachf. in Frankfurt a. M. Titelkopf 
und Umschlag von J. G. Scheiter & Giesecke in Leipzig. Überschriften von 
Emil Berger in Leipzig. Unterrubriken von RoosA Junge in Offenbach a. M. 
Halbfette Aldine von C- Klobcrg in Leipzig. Initiale von Otto Weisert 
in Stuttgart. Gedruckt mit Farbe von Frey & Sening in Leipzig auf 
einer Cylinder-Schnellpresse von Klein, Forst & Bohn Nachfolger in 
Johannisberg a. Rh. 


Annoncen. 


Jflnkelhaken, Plneetten , Ahl- 
hefte , Ahlspitzen empfiehlt 

Alexander Waldow, Leipzig. 


Buchdruckerei-Einrichtung zu verkaufen. 1 Schnellpresse, 1 Hand¬ 
presse, 1 Schneidemaschine, 1 Glättpresse, 70 Zentner Material. Pulte etc. gegen 
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Bezugsbedingungen für das Archiv. 



9l~pv as Archiv für Buchdruckerkunst erscheint jähr- 
P±-!y lieh in zwölf Heften (Heft 8 und 9 stets vereint als 
Doppelheft) zum Preise von 12 M. Zu bcziehon ist das 
Archiv durch jede Buchhandlung, sowie direkt von der Verlags¬ 
handlung. In letzterm Fall beträgt der Preis bei Zusendung per 
Post innerhalb Deutschlands und Österreichs 13 M. 50 Pf. 

Nach komplettem Erscheinen jeden Bandes 
tritt der erhöhte Preis von 15 Mark ein. 

Insertionsbedingungen ersehe man bei der Rubrik 
Annoncen. 

Beilagen für das Archiv worden angenommen und die 
Gebühren dafür billigst berechnet. Schrift- u. Einfassungs- 
Novitäten etc. finden beste Anwendung im Text und auf den 
Musterbildern ohne weitere Berechnung, doch wird bedungen, 


dass dieselben, als Äquivalent für die durch die Aufnahme er¬ 
wachsenden Mühen und Kosten dienend, in unser Eigentum über¬ 
gehen. Giessercien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Von allen im Archiv enthaltenen Abbildungen werden 
Galvanotypen zu civilen Preisen geliefert, ebenso von 
allen auf den Proben angewendeten Vignetten, Initialen 
Platten etc. Lieferung aller auf den Proben angewendeten 
Schriften etc. wird zu den Originalpreisen der betr. 
Glesserelen besorgt. Ebenso werden Farben und 
Papiere, wie solche von uns benutzt sind, auf Wunsch ab¬ 
gegeben- Von besonders gefälligen Arbeiten sind Blanko¬ 
vordrucke am Lager. Speziellere Bemerkungen über Galvano- 
typen und Vordrucke sehe man unter Satz und Druck der Beilagen. 



Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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Die Herstellung 1 von mehrfarbigen Korrektur-Abzügen auf der Handpresse. 

Von R. Winkler. 


I^enn man häufig in die Lage kommt, farbige 
J(£\ Arbeiten zu drucken, wird man das Bedürf- 
ZQ nis empfinden, sich durch vorherige Farben¬ 
proben von der Wirksamkeit irgend einer Arbeit zu 
überzeugen, denn das Drucken auf gut Glück ist eine so 
gewagte Sache, dass man nicht für den Effekt Bürge zu 
leisten vermag, und wenn man weiss, wie eine sonst gut 
gesetzte Arbeit durch schlechte Farbenwahl verdorben 
werden kann, wird dies Bedürfnis um so stärker fühl¬ 
bar werden. Aquarellskizzen geben ein Bild, dem ge¬ 
wöhnlich die Genauigkeit mangelt, namentlich dann, 
wenn der Entwerfende noch Anfänger ist im Skizzieren. 
Ausserdem ist die Behandlung der Aquarellfarben 
eine ganz andere als die der Firnisfarben, so dass 
man es schon als ein technisches Kunststückchen an- 
sehen kann, wenn der Maschinenmeister ohne langes 
Probieren im Stande ist, nach der Farbenskizze zu 
arbeiten. Dem Setzer aber wird es um so angenehmer 
sein, wenn er einen genauen Probeabzug in Händen 
hat, denn auch der beste Setzer kann sich beim Satz 
von Passformen irren, was, falls der Irrtum erst ent¬ 
deckt wird, wenn die Form schon in der Maschine 
liegt, oft recht unliebsame Folgen hat. 

Es wird deshalb gewiss keine undankbare Auf¬ 
gabe sein, einige Winke darüber zu geben, wie man 
Farbenproben auf der Handpresse herstellt. 

In Heft I der »Typographischen Jahrbücher« d. J. 
wird ein Verfahren angegeben, das sich dem liier 
unten zuerst angegebenen nähert, aber viel zeit¬ 
raubender ist, weil ein doppelter Steg-Anschlag um 
die Formen gemacht und die zum Anlegen erforder¬ 
lichen Linien in denselben eingesetzt werden müssen. 


Durch das Ausbinden der Passformen wird diese 
Anlage aber ungenau, wenn ste auch für weniger 
komplizierte Formen zu verwenden ist. Viel weniger 
zeitraubend und ebenso genau ist das unten an 
erster Stelle beschriebene Verfahren, wie sich Jeder¬ 
mann durch Anwendung desselben überzeugen wird. 
Hat man kompliziertere Formen, dann wird man 
so wie so die Formen scJdiessen müssen und dann 
ist das hier zuletzt beschriebene Verfahren das 
bessere. 



Fig. A. 

Die punktierte Linie bezeichnet das aufgelogte Papier. 


Ich kenne drei verschiedene Manieren, welche 
ich auf ihre Brauchbarkeit erprobte und daher em¬ 
pfehlen kann. 

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171 


Die Herstellung von mehrfarbigen Korrekturabzügen. 


172 


Die erste, welche ich das Anlegen bezeichnen 
will, ist die am wenigsten sichere. Man wird sie 
deshalb auch nur bei zwei- oder höchstens drei¬ 
farbigen kleineren Arbeiten mit Vorteil anwenden 
können. 

Sind die Passformen gesetzt und ausgebunden, 
so schiesst man sie in die Presse, nachdem man der 
Bequemlichkeit halber das Rähmchen entfernt hat 
und rückt die Form recht gerade, was am besten 
durch Andrücken derselben an einen genügend langen 
Schliesssteg geschieht. 


Man merke sich, an welchen Stellen ungefähr 
die Anlagen sich befanden, schiesse diese Form aus 
der Presse und die andere dafür hinein. Die schon 
benutzte Anlage legt man, nachdem die Form wieder 
gerade gerückt ist, möglichst an den gleichen Stellen 
wieder an die Form und verfährt nun wieder so wie 
oben beschrieben. 

Für mehr als zwei Farben ist jedoch dieses 
Verfahren nicht ausreichend. Hat man mehr Farben 
als zwei, so empfiehlt es sich, die Formen durch¬ 
zupausen , oder will man ganz sicher gehen, in 



Nachdem man Farbe aufgetragen, nehme man 
drei Viertelpetit- oder Viertelcicero-Konkordanzen 
und schiebe sie unterhalb der Ausbindeschnur (Fig. A 
bei a, b, c) am Kopf und der linken Seite des Satzes 
an diesen, an der langen Seite zwei, an der kurzen 
eine Anlage machend. Hieran stelle man mit den 
scharfen Kanten drei Bleistege auf zwei oder drei 
Konkordanz aufrecht (siehe d, e, f), so dass dadurch 
über der Form durch diese Stege ein Anlagewinkel 
gebildet wird und drücke das Ganze genau an die 
Form. 

Die Breite des Papierrandes kann man durch 
Vermehrung oder Verminderung der Anlage re¬ 
gulieren. Jetzt fasse man den Bogen an zwei 
gegenüber liegenden Ecken, lege ihn in den durch die 
Stege gebildeten Winkel und achte darauf, dass 
er an allen drei Punkten genau anliegt. Man legt nun 
einfach die Stege um, klappt den Deckel langsam und 
vorsichtig zu und zieht die Form ab. Durch die vor¬ 
her aufgetragene Farbe haftet der Bogen schon etwas 
auf der Form, so dass er sich nicht verschiebt, wenn 
man nicht gar zu unvorsichtig beim Zuklappen des 
Deckels verfährt. 


Punkturen abzuziehen. Ich erkläre nun zuerst das 
Pausen: 

Man schiesst die erste Passform in die Presse 
und macht davon einen Abzug, nachdem man sich 
in der ersten Manier eine Anlage geschaffen hat, 
nach der man den Papierrand regelt. Der zu diesem 
Abzug verwendete Bogen muss etwa auf jeder Seite 
einen Konkordanz grösser sein als das Format werden 
soll, den Satz zieht man in die Mitte ab. Darauf 
klebt man einen Bogen Seidenpapier, der grösser 
ist als der Abzug, mit den Seitenrändern auf den 
Deckel und zieht darauf die zweite Passform ab. 
Zwischen den Seidenpapierbogen und den Deckel 
schiebt man nun den zuerst gemachten Abzug mit 
dem Druck nach oben und rückt ihn so, dass der 
Abzug auf dem Seidenpapier genau in den ersten 
passt. Dies erreicht man am besten, wenn man 
mit den Händen den Abzug an beiden Enden fasst, 
so dass man ihn sicher hin und her schieben kann 
und durch Anblasen das Seidenpapier darauf drückt. 
So sieht man genau wo die Abzüge noch nicht 
ineinander stimmen und kann mit Leichtigkeit das 
Passen herstellen. 


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173 


Die Herstellung von mehrfarbigen Korrekturabzügen. — Feisters Rotationsmaschine. 


174 


Liegen die Passformen richtig ineinander, so 
klebt man den ersten Abzug mit Kleister leicht, aber 
immerhin sicher genug an und entfernt das Seiden¬ 
papier. Die Form darf natürlich nach dem Abzug 
auf das Seidenpapier nicht mehr gerückt werden. 
Man klappt den Deckel zu und zieht ab. Hat man 
noch mehr Farben, so muss man die Manipulation 
natürlich wiederholen. 

Diese beiden vorstehend erläuterten Methoden 
übertrifft, was Genauigkeit anbelangt, die nach¬ 
stehende Manier, die allerdings etwas zeitraubend ist, 
weil die Formen geschlossen werden müssen. 

Man braucht dazu zwei sogenannte Form- 
punkturen, die etwa eine Achtelpetit höher 
sein können, als der Satz. Man schlägt nun ,-L, 
um die erste Passform Stege, so wie dies auf 
unserer Zeichnung C angedeutet ist und setzt 
in diesen Anschlag die Formpunkturen so 
ein, wie bei a und b. Nun schliesst man die 
Form und macht den ersten Abzug, bei 
welchem die Punkturen zwei Löcher stechen. Um zu 
verhüten, dass die Punkturen den Deckel der Presse 


Satzform. 


I " • • 1 ' ''iii iiiiiiiiiuni)i^i i.i'i ’ 

Fig. C. 

Der schraffierte Rand ist der Steg-Anschlag. Die Punkte bei a und b 
bezeichnen die eingesetzten Formpunkturen. 

beschädigen, legt man einige Bogen Papier beim Ab¬ 
ziehen zwischen Deckel und Abzug. Darauf schiesst 
man die erste Form aus den Stegen heraus, die zweite 
dafür hinein, und schliesst möglichst ebenso wie vor¬ 
her, Man nimmt jetzt den ersten Abzug und legt 
ihn recht achtsam mit den Punkturlöchern in die 
Formpunkturen, darauf sehend, dass man diese sofort 
findet, weil sich sonst die Farbe auf dem Papier 
abschmiert. Diese Manipulation wiederholt man so 
oft, als man Farben hat und kann man sicher sein, 
einen genauen und gut stehenden Abzug zu erhalten, 
vorausgesetzt, dass der Satz richtig ist. Auf diese 
Weise habe ich schon 8—10 Farben abgezogen. 


Besitzt man keine Formpunkturen, so leistet 
eine Viertelpetitlinie auf Cicero, die man genau in der 
Mitte spitz feilt und etwas hoch klopft, dieselben 
Dienste. 


Feisters Rotationsmasehine. 

ine Rotationsmaschine, welche für spezielle 
Zwecke gebaut, ausserordentlich vorteilhaft 
arbeiten soll, ist die nachstehend in zwei verschiedenen 
Konstruktionen abgebildete Maschine, welche Herr 
Henry P. Feister in Philadelphia konstruierte und die 
in den * Franklin Machine Shops« des Herrn Robert 
Menamin, des bekannten Herausgebers von »Printers 
Cirkular«, gebaut wurde. 

Eine dieser Pressen war jüngst in London zum 
Zweck der Herstellung grosser Auflagen von Brochüren 
und Zirkulären in Betrieb und lieferte sie z. B. pro 
Stunde 2500 Exemplare eines Werckchens in 32 Seiten 
fix und fertig in Umschlag brochiert, eine Zahl, die 
sich bei regelmässigem Betriebe noch wesentlich er¬ 
höht. Die Maschine besorgt also nicht nur das Drucken, 
sondern auch das Falzen und Umlegen des Umschlags. 
Ihre Dimensionen betragen 12 Fuss englisch Länge, 
4 Fuss Breite und 10 Fuss Höhe. Ihre Arbeitsweise 
ist folgende: Eine Papierrolle liegt in der gewöhnlichen 
Weise vor der Maschine, das Papier wird zwischen 
2 Wellen von ungefähr 8 Zoll Durchmesser in die 
Presse eingeführt. 

Die eine derselben enthält den Bogenteiler, 
die andere eine breite Holznut, in welche das Messer 
des Teilers fällt, sobald die Wellen nacheinander 
rotieren und schneidet dasselbe so das Papier. Der 
Rand des abgeschnittenen Bogens wird dann von den 
Greifern erfasst, dem oberen grossen Cylinder zuge¬ 
führt und von ihm über den mit den galvanisierten 
Platten versehenen, unten vorn auf der Abbildung 
erkennbaren Plattencylinder geführt. 

Der Bogen ist nun auf einer Seite bedruckt. 
Sofort wenn dieser Abdruck gemacht ist, zieht ein 
unter dem Bogen liegender Apparat ersteren von dem 
Cylinder ab und derselbe erreicht zu gleicher Zeit 
einen Punkt, perpendikulär zu dem Mittelpunkt eines 
zweiten, tiefer gelegenen Cylinders stehend; diesen 
berührt er und wird von den Greifern erfasst. In 
demselben Augenblick lassen die Greifer des ersten 
Cylinders den Bogen los und er wird wieder über den 
Plattencylinder geführt und so auf der andern Seite 
bedruckt. 

Der Bogen ist nun auf beiden Seiten bedruckt 
und setzt seinen Kreislauf bis ans Ende der Maschine 

11 * 



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175 


Feisters Rotationsmaschine. 


176 




fort, bis er an dem Punkt horizontal zu dem Mittel¬ 
punkt des zweiten, kleineren Cylinders ankommt, wo 
ein Sammeleylinder ihn aufnimmt. 

Wenn der 
Bogen auf den 
Sammeleylinder 
gelegt ist, wird mit 
Klebmasse ein 
Streifen dem mit¬ 
telsten Rand auf¬ 
gefügt, indem die¬ 
ser in Berührung 
mit einem sich 
umdrehenden 
KlebstofTbehälter 
gebracht wird, der 
über dem Sam¬ 
meleylinder ange¬ 
bracht ist. Der 
KlebstofTbehälter 
befindet sich am 
hintersten Ende 
der Maschine und 
besteht aus einer 
hohlen Walze mit 
einer,denKlebstoff 
in entsprechender 
Menge abgeben¬ 
den Einrichtung. 

Wenn der Kleb- 
stofTcylinder leer 
ist, wird er durch 
einen Apparat in 
Form einer Pumpe 
wieder vollgefüllt, 
doch hat man jetzt 
eine neue Einrich¬ 
tung erfunden, 
durch welche der 
KlebstofT immer 
rechtzeitig ergänzt 
wird. 

Ist das Sam¬ 
meln und Kleben 
der Bogen vor¬ 
über, so fassen 
die Greifer einer 
Walze leicht unter 
dieselben, legen 
sie auf einen Falztisch und die Manipulation des 
Falzens wird in üblicher Weise unter Mithilfe von 
das Glattpressen besorgenden Walzen bewerkstelligt. 


So legt sich ein gefalzter Bogen an den andern 
und ist der zur Aufnahme derselben bestimmte Raum 
gefüllt, ruft eine Glocke das Personal zur Entleerung 

heran. Ist die Bro¬ 
schüre mit einem 
Umschlag zu ver¬ 
sehen, so legt ein 
Knabe den vorher 
gedruckten Um¬ 
schlag auf den 
Falztisch und der 
an der bestimmten 
Stelle gummierte 
Bogen wird gleich 
in den Umschlag 
eingefalzt. 

Was nun das 
Farbenwerk der 
Maschine betrifft, 
so ist zu bemer¬ 
ken, dass dessen 
Walzen die ge¬ 
wöhnliche Füh¬ 
rung und Bewe¬ 
gung über den 
Formencylinder 
haben. 

Während nun 
Modell 1 unseres 
Artikels eine 
Maschine zeigt, 
welche nach Art 
unsrer Rotations¬ 
maschinen von 
gebogenen, auf 
einem Cylinder 
befestigten Platten 
druckt, ist inMod.2 
eine solche abge¬ 
bildet, bei welcher 
dieselben auf ei¬ 
nem beweglichen 
Fundament gebet¬ 
tet sind*). 0 . 


*) Es will uns 
scheinen, als ob die 
gerühmte Leistungs¬ 
fähigkeit dieser 
Pressen nicht im Ver¬ 
hältnis zu ihren Kosten steht. Grosse Auflagen auf der 
gewöhnlichen Rotationsmaschine gedruckt und dann in alter 
Weise vom Buchbinder verarbeitet, dürften sich wohl schneller 
und billiger erledigen lassen. Red. d. Archiv. 


Feisters Rotationsmaschinc Modell l. 


Feisters Rotationsmaschine Modell 2. 


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177 


Typo-lithographischer Umdruck auf gummiertes Papier. 


178 


Typo-lithographiseher Umdruck 

auf gummiertes Papier. 

anchen Buchdruckereibesitzern, die mit ihrem 
Etablissement zugleich Steindruck verbinden, 
wird die Kenntnisnahme einer aus der »Revue des 
Arts graphiques russe« in das Pariser »Bulletin de 
rimprimerie« übergegangenen Beschreibung ein es Ver¬ 
fahrens. typographischen Umdruck auf Stein oder Zink 
mittels gummierten Papieres überzudrucken, nicht 
ohne Interesse sein. Es wird darüber gesagt: Die 
aus der Anwendung chinesischen oder geleimten 


Der Grund wurde bald aufgefunden, er lag in der 
ziemlich dicken Gummischicht auf dem Papier; dem 
Übelstand war demnach leicht abzuhelfen. 

Noch mehr erstaunt waren wir über das Resultat 
des Überdrucks auf eine Zinkplatte, als nach den 
vorhergegangenen gewöhnlichen Operationen sich die 
Gummischicht mit dem Letterndruck in einer Reinheit 
auf der Zinkfläche befand, wie wir sie vormals nie 
beobachtet hatten. Der nachfolgende Druck liess 
keinen Unterschied zwischen dem der Buchdruckpresse 
und dem der Steindruckpresse erkennen. 

AufStein erhalten wir ebenfalls viel befriedigen¬ 
dere Resultate als jene mit anderen Umdruckpapieren, 




Papieres für Umdruck bisweilen sich ergebenden 
Schwierigkeiten haben uns auf den Gedanken gebracht, 
für diesen Zweck Versuche mit gummiertem Papier 
zu machen. Der Gedanke lag nahe, indem Gummi 
eine der Hauptsubstanzen in der Präparierung der 
Steine und Zinkplatten ist, warum sollte nicht ein in 
der Buchdruckpresse gut zugerichteter Abdruck auf 
gummiertes Papier einen reineren und schärferen 
Überdruck gestatten als nach der alten Methode? 

Bei der praktischen Ausführung dieser Ansicht 
waren wir von dem vorzüglichen Aussehen des Über¬ 
drucks auf den Stein überrascht. Das Einzige was 
uns bei den ersten Versuchen missfiel, war ein deutlich 
wahrnehmbares Zusammenziehen der Buchstaben. 


doch müssen wir zugeben, dass die Überdrucke be¬ 
züglich der Reinheit jenen auf Zink nachstehen. 

Der Umdruck auf gummiertes Papier bietet 
keine bemerkenswerten Eigentümlichkeiten. Der typo¬ 
graphische Umdruck muss selbstverständlich trocken 
geschehen, übrigens hält es gar nicht so schwer, auf 
eine Gummischicht zu drucken, wenn Zurichten und 
Abziehen mit der erforderlichen Sorgfalt behandelt 
wurden. Die Hauptsache ist, dass sie, wie bei allen 
Abzügen dieses Genres, mit möglichst wenig Farbe 
recht schwarz erscheinen. 

Ist der Umdruck zum Überdruck bereit, so legt 
man ihn mit der Rückseite auf einen nur ein wenig 
feuchten Bogen Papier. Die Vorderseite wird mit 


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179 


Typo-lithographischer Umdruck auf gummiertes Papier. 


180 


einem starken satinierten weissen Bogen, der eben¬ 
falls etwas feucht ist, bedeckt. Hat die Gummischicht 
Feuchtigkeit angezogen und fängt an klebrig zu werden, 
so legt man ihn auf den Stein oder die Zinkplatte und 


Stein haften soll, zu überzeugen, ist folgende aus der 
Erfahrung hervorgegangene Anweisung zu empfehlen: 
Man zieht in der Buchdruckpresse einen Bogen auf 
gummiertes Papier ab und legt ihn, die bedeckte 



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JicfnlMtöfeufupp« 

Jsfcinfcttfte 

SUnöflctfdj mit juitijcm ^emüfc 
Jafau mit $t.rauf 
4>efpi<ftter gtcfjrndieu 
Siömifdw J>alaf 
mit '2Ianiffefauce 
4<frorttc$ 
puffet iinö $,äfe. 


Speise-Karte von der Schriftgiesserel Flinsch in Frankfurt a. M. 


zieht einmal durch die Presse. Vor dem zweiten 
Durchziehen kann man noch einen feuchten Bogen 
auflogen oder die Rückseite mit dem nassen Schwamm 
ii berstreichen. 

Das Anfeuchten des Überdrucks, wenn er vom 
Stein oder der Zinkplatte abgenommen werden soll, 
geschieht in gewöhnlicher Weise. 

Um sich über den nötigen Grad der Erweichung 
des Gummis, den er haben muss, wenn er fest am 


Seite nach oben, auf einen feuchten Makulaturbogen, 
Man sieht dann, wie der Gummi allmählig immer 
weicher und weicher und endlich flüssig wird; in 
diesem Zustande erweitert sich der Druck und die 
Konturen verlaufen ineinander, so dass er zum Über¬ 
druck total untauglich wird. Diese Beobachtung lehrt, 
bis zu welchem Grade die Erweichung gehen darf, die 
ihn für die weitere Operation geeignet macht. 


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181 


Schriftprobenschau. 


182 


Schriftprobenschau. 

Den Wohnort der unter »Schriftprobenschau« und »Satz und Druck der 
Probenblätter« genannten Firmen geben wir nur dann an, wenn sie weniger 
bekannt oder nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver¬ 
weisen auch auf das Bezugsquellenregister auf der 2. Umschlagseite.) 

ie Firma Otto Weisert tritt wieder mit einer 
neuen Einfassung von Bedeutung vor unsere 
Leser. Es ist dies eine Gotische Einfassung , die 
sich der bekannten und sehr beliebten »Römischen« 
Weiserts ebenbürtig an die Seite stellt. 


Anwendungsblatt, für dessen vortreffliche Ausführung 
der betreffenden Druckerei die grösste Anerkennung 
gezollt werden muss. 

Eine schöne und sehr verwendbare Novität der 
Schriftgiesserei J. G. Scheiter <& Giesecke bildet die 
vorstehend abgedruckte Kartuschen - Einfassung. 
Gediegene, markige Zeichnung sowie höchst exakter 
Schnitt, der kaum die Zusammensetzungsstellen der 
einzelnen Stücken erkennen lässt, zeichnen dieselbe 
vorteilhaft aus und sichern ihr, wie allen gediegenen 







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Moderne Einfassungen der Schriftgiesserei Nies Nachfolger in Frankfurt a. M. 


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Wie das heute beiliegende Anwendungsblatt be¬ 
weist, ist die von dem Maler Rud. Koch in Oevelgönne 
(Holstein) entworfene und gezeichnete, im Hause 
Weiserts selbst geschnittene Gotische Einfassung für 
die einfachsten wie für die reichsten Anwendungen 
in stilvollster und mannigfaltigster Ausführung geeig¬ 
net, so dass sie, wie die Römische Einfassung als eine 
unerschöpfliche Quelle zu gediegener Ausschmückung 
von Accidenzarbeiten bezeichnet w r erden kann. 

Wenn etwas geeignet ist, den hohen Wert dieser 
Novität zu dokumentieren, so ist es das fragliche 


Erzeugnissen genannter Firma, einen grossen Kreis 
von Liebhabern. 

Eine Anzahl sehr gefällig gezeichneter Platten 
für Wein - und Speisekarten besitzt die Schriftgiesserei 
Flinsch. Vorstehend führen wir eine derselben, 
unter gleichzeitiger Benutzung der schönen Flinsch- 
schen Kanzlei vor, eine zw T eite werden wir demnächst, 
mit Tonunterdruck geziert, als Probenblatt veröffent¬ 
lichen. Die bequeme Verwendung solcher Platten 
lässt dieselben als höchst vorteilhaft und zweckent¬ 
sprechend erscheinen. 


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Satz und Druck der Probenblätter. — Bezugsquellen etc. — Georg Sigl f. 


184 


18:5 


Kleine, zierliche Einfassungen in den Kegeln 
Viertelcicero bis Cicero, bilden ein für den gefälligen 
Aecidenzsatz unentbehrliches Material, das sich in¬ 
folgedessen bei billigem Anschaffungspreis auch meist 
sehr ausgiebig verwerthen lässt und das darin ange¬ 
legte Kapital besser verzinst, wie manches andere 
Setzmaterial. 

Eine grosse Anzahl solcher eleganten und zier¬ 
lichen Einfassungen besitzt die Giesserei Eies Nach¬ 
folger und sind wir in der Lage, unseren Lesern aus 
dem reichen Vorrat genannten Hauses wenigstens eine 
Anzahl von 35 verschiedenen Mustern vorführen zu 
können. Es sind dies alles Einfassungen, die sich oft 
und höchst vorteilhaft verwenden lassen und sicher 
jeder Arbeit zur Zierde gereichen werden, wenn man 
sie richtig, d. h. in entsprechender Zusammensetzung 
und Begrenzung verwendet. 


Satz und Druck der Probenblätter. 

ine Anzahl Rechnungsköpfe in rot und schwar¬ 
zem Druck geben wir auf Blatt 0 unserer 
heutigen Proben. Besondere Novitäten auf diesem 
Blatt sind die zu dem Mittelteil des Kopfes 1 ver¬ 
wendeten Neuesten Federzüge von Ludwig & Mager, 
die schöne Kaisergotisch (Karl Maurer etc.) von 
Weisert und eine Zierschrift (Rechnung) von Nies 
Nachfolger ; in Kopf 2 eine Zierschrift (Rechnung) 
von der Schriftgiesserei Emil Berger , in Kopf 3 die 
Zierschrift (W. W agner) von Nies Nachfolger. Über 
das sonstige, zur Verwendung gekommene Material 
belehrt das nachfolgende Verzeichnis. 

Gedruckt wurde das Blatt mit schivarzer Acci- 
denzfarhe von Frey &' Sening und Altdeutschrot von 
Hermann Ganger in Ulm a. d. Donau, einer Fabrik, 
welche eine reichhaltige Auswahl der schönsten, dabei 
bestens druckfähigen und preiswerten Farben besitzt. 

Blatt P bildet den Titel zu dem Separatabdruck 
des in den erschienenen Heften des Archiv enthaltenen 
Artikels des Herrn Wilhelm Weis über die Herstellung 
von Tonplatten . Wir druckten diese interessante 
Arbeit in Buchform, um sie auch Denen zugänglich 
zu machen, welche das Archiv nicht halten. Zur 
Hauptsache ziert diesen Titel die schöne JRenaissance- 
Einfassutig der Schriftgiesserei Flinsch , auch fanden 
Ornamente verschiedener Firmen zur Ausschmückung 
der Titelzeilen Verwendung. 

Gedruckt wurde das Blatt mit chamois Ton , 
gemischt aus Umbra und etwas Chromgelb, in 
graublauem Ton, gemischt aus Miloriblau und W T eiss, 
den olivgrünen Ton erzielten wir durch Aufdruck des 


graublauen Tones auf den gelben und in Chokoladen- 
hraun , gemischt aus dunkler Terra de Siena und 
Umbra. Sämtliche Farben lieferten Frey & Sening. 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 

Rechnungsköpfe (0). 1. Fol, Ben, für und Feder - 
züge von Ludwig & Mayer, Linienornamente von Scheiter 
& Giesecke, « ♦♦ von Krebs, »= von Berger, Karl Maurer 
von Weisert. Rechnung von Nies Nachfolger. 2. Spitze und 
's/® von Bauer & Cie, von Theinhardt, G von Scheiter 
& Giesecke, (G )eorg Bundesmann, Oldenburg und 
von Gronau, Generalvertreter von John Söhne, Sächsischen 
Holzindustrie etc. von Genzsch & Heyse, Rechnung für von 
Berger, Ben von Woellmer. 3. Fol, Ben von Woellmer. 
äussere Ornamente von Klinkhardt, von Scheiter & 

Giesecke, •• von Krebs, Strichlinien von Zierow & Meusch, 
innere Eckstücken, Buckskin , Billardtuche von Flinsch, Tuch- 
lager von Ludwig & Mayer, Rechnung für von Theinhardt. 
W. Wagner von Nies Nachfolger, Sandte Ihnen per von 
Brendler & Marklowsky. 

— Umschlag (P). Spitze, Leipzig von Ludwig & 
Mayer, innere Einfassung , Kopf- und Fussleiste von Flinsch, 
innere Ecken, die Herstellung und Wilhelm Weis von Berger, 
Tonplatten von Rudhardt Pollack, die übrigen Ornamente 
von Scheiter & Giesecke, Kloberg, Berger und Weisert, 
bearbeitet von Brendler & Marklowsky, Verlag von Genzsch 
& Heyse. 

Georg Sigl *h 

us Wien kommt die Trauerkunde von dem Hinscheiden 
des bekannten Schnellpressenfabrikanten Georg Sigl, 
der sich unzweifelhaft grosse Verdienste um die Entwickelung 
des Druckmaschinenbaues erworben hat und dessen Name 
deshalb alle Zeit ehrenvoll in der Geschichte dieser Branche 
genannt werden wird. 

Georg Sigl wurde, wie wir seiner in Waldows Ency- 
klopädie der graphischen Künste enthaltenen ausführlichen 
Biographie entnehmen, im Jahre 1811 in Breitenfurth 
(Nieder-Österreich) geboren; er verlor seine Eltern sehr 
früh und wurde von seiner ebendaselbst verheiratheten 
Schwester ins Haus genommen und erzogen. Schon als 
12jähriger Knabe war er in der Schlosserwerkstatt seines 
Schwagers beschäftigt, und früh mussten sich die kleinen 
Hände an die harte Arbeit mit Hammer, Meisel und Feile 
gewöhnen. Nach vollendeter Lehrzeit im Jahre 1828 ver- 
liess mit frischem Herzen und frohem Sinn der junge 
Mann die Heimat, durchmass die Welt am Wanderstabe, 
arbeitete in verschiedenen Werkstätten der Schweiz, Baierns, 
Württembergs und kam im Jahre 1832 nach Wien zurück, 
um daselbst die in fremden Ländern erlangten Kenntnisse 
und Fähigkeiten zu verwerten. In der damaligen Hellwig & 
Miillerschen Maschinenfabrik fand er Arbeit und wurde 
daselbst bei der Anfertigung von Buchdruckschnellpressen 
verwendet, deren Konstruktion er sich so zu eigen zu 
machen wusste, dass ihm als Monteur die Aufstellung dieser 
Maschinen in den verschiedenen Buchdruckereien übertragen 
werden konnte. 




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185 


Georg Sigl f. — Zeitschriften- und Bücherschau. — Rezepte. — Mannigfaltiges. 


186 


Im Jahre 1837 wurde Sigl zuin Maschinenfabrikanten 
Dingler nach Zweibrücken berufen, um auch dort die 
Fabrikation von Schnellpressen einzuführen und dieselbe 
als beteiligter Werkführer zu überwachen. Vier Jahre ver¬ 
blieb er in dieser Stellung und nur ungern sah ihn Dingler 
scheiden, aber Sigl hatte beschlossen, sich auf eigene Füsse 
zu stellen und wollte in Berlin eine Werkstätte gründen, 
in welcher hauptsächlich Schnellpressen gebaut werden 
sollten. Mit einigen hundert Thalern Geld, die er sich 
erspart hatte und die damals sein ganzes Vermögen aus¬ 
machten, kam Sigl im Jahre 1840 nach Berlin, bewarb sich 
auf Anraten des Buchhändlers Georg Reimer um die Zu¬ 
ständigkeit und wurde auf diese Weise Berliner Bürger. 
Der Anfang in Berlin war mehr als bescheiden. Ein kleines 
Zimmerchen diente dem neuen »Schnellpressenfabrikanten« 
gleichzeitig als Werkstätte, Montiersaal und Konstruktions¬ 
bureau, und hier mögen vielleicht wohl schon so manche 
Projekte entstanden sein, deren Realisierung der Zukunft 
Vorbehalten war. Diese bescheidene Behausung war gewiss 
die Wiege so manchen genialen Gedankens. 

Wieder war es der Buchhändler Georg Reimer, der bei 
Sigl die erste Schnellpresse bestellte und der ihm auch, als 
er sich vom Fortschritt der Arbeit überzeugte, mit Geld¬ 
vorschüssen unter die Arme griff. Die erste von Sigl ge¬ 
baute Buchdruckschnellpresse wurde also in Reimers Offizin 
aufgestellt. 

Das Geschäft gedieh von Jahr zu Jahr immer mehr 
und seine Buchdruckschnellpressen erwarben sich sehr bald 
einen so bedeutenden Ruf, dass sie nicht nur in Deutsch¬ 
land, sondern in allen europäischen Staaten sich ver¬ 
breiteten. 

Die grossen Entfernungen von hier nach Italien, der 
Türkei, Süd-Russland und Österreich bewogen Sigl schon 
im Jahre 1845 zunächst eine Filialfabrik für diese Branche 
in Wien einzurichten. 

Sigl erbaute hier, nachdem er persönlich die Leitung 
seines Wiener Etablissements übernommen hatte, im 
Jahre 1851 die erste Steindruckschnellpresse, welche Er¬ 
findung er sich in vielen Staaten Europas, ja auch in der 
nordamerikanischeil Union mit grossen Kosten patentieren 
Hess. 

Georg Sigl erlag einem Magenleidcn, das, in seinem 
SchafTensdrange nicht gehörig beachtet, immer heftiger auf¬ 
trat und ihm die letzten Jahre seines Lebens zu wahren 
Leidensjahren machte, da eine Heilung nicht mehr möglich 
war. Er hinterlässt nebst seiner Wittwe zwei Söhne und 
drei Töchter. Geehrt und geliebt von allen Denen, welche 
ihn kannten, mildthätig in ausgedehntester Weise, erwarb 
sich Sigl auch die Anerkennung seines Kaisers, der ihm 
das Komthurkreuz des Franz-Joseph-Ordens verlieh. 

Sein Andenken wird bei den Buchdruckern Deutsch¬ 
lands und Österreichs allezeit ein ehrenvolles sein. 


Zeitschriften- und Büehersehau. 

— Geschichte des Deutschen Buchhandels bis in das sieb¬ 
zehnte Jahrhundert. Von Friedrich Kapp. Aus dem Nach¬ 
lasse des Verfassers herausgegeben von der Historischen 
Kommission des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler. 
Der erste Band dieses verdienstvollen Unternehmens liegt 
seit einiger Zeit, gedruckt in der Brockliausschen Offizin 


in Leipzig, vor.. Leider ist es die Arbeit eines nun Ver¬ 
storbenen, denn bereits vor vollkommener Fertigstellung 
dieses ersten Bandes ging der Verfasser, Friedrich Kapp, 
zu einem besseren Jenseits ein und es blieb der Historischen 
Kommission die Sorge um die Vollendung dieses so wich¬ 
tigen Werkes. Wie wir hören, ist begründete Aussicht 
vorhanden, dasselbe in bester Weise zu Ende zu führen, 
denn der Börsenverein bewilligte auf seiner Generalversamm¬ 
lung, Ostermesse 1887, die nötigen Mittel dazu und fand in der 
Person des Herrn Dr. phil. Koch in Heidelberg einen geeig¬ 
neten Nachfolger an Stelle des verstorbenen Verfassers des 
1. Teiles, Herrn Fr. Kapp. Audi für den Buchdrucker ist 
der vorliegende erste Band von höchstem Interesse; waren 
doch unsere Vorfahren nicht nur Drucker sondern auch 
Verleger, Verkäufer der Bücher, welche sie herstellten und 
so finden wir denn in dem Werke viele von den Namen, 
welche uns teuer geworden sind. Auf den überaus reich¬ 
haltigen und interessanten Inhalt des Werkes spezieller 
einzugehen, erlaubt uns der Raum nicht; soviel können 
wir unseren Lesern aber sagen, dass sie nichts vergebens 
in dem Werk suchen werden, was irgend Interesse für 
sie hat. 


Rezepte. 

Herstellung von durchsichtigem Papier, von M. Ver- 
gara. Das Verfahren Vergaras macht das Papier derartig 
durchsichtig, dass es das Glas bei photographischen Zwecken 
ersetzen, jedenfalls auch zur Benutzung für Transparentdruck 
dienen kann. Man nimmt ein dünnes Papier von leichter 
Textur und taucht es während mehrerer Tage in eine 
Lösung von Benzin oder Benzol ein, in welcher eine ge¬ 
nügende Quantität von Damaraharz, Mastix oder ein 
anderer derartiger HarzstofT aufgelöst wurde, dem man in 
passenden Portionen Gummi elasticum, Harzgummi oder 
Kautschuk hinzufügt um dem Papier die gewünschte Ge¬ 
schmeidigkeit zu geben. Nach dieser Präparation wird das 
Papier herausgenommen, getrocknet und ist nun im Stande 
die Stelle des Glases bei photographischen Arbeiten ein- 
zunehmen oder zum Bedrucken zu dienen. 0. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. Am 7. April beging der seit 1837 in der 
litterarischen Abtheilung bei F. A. Brockhaus in Leipzig 
funktionierende Herr Willi. Gramer sein öOjähriges Berufs- 
und Geschäftsjubiläum. Derselbe war besonders bei der 
Herausgabe des kleinen Konversationslexikons thätig. — 
Zwei Tage später beging in demselben Geschäft der Schrift¬ 
setzer Herr Franz Günther sein öOjähriges Berufsjubiläum. 
— Am 9. April beging der Leiter der Stereotypie und 
galvanoplastischen Anstalt der B. G. Teubnerschen Offizin 
in Leipzig, Herr Christian Friedrich Lienicke die Feier 
seines 60jährigen Berufsjubiläums. — Am 17. April feierte 
der Buchdruckereibesitzer L. A. Thiele in Greiffenberg in 
Schlesien sein ödjähriges Berufsjubiläum. Derselbe gründete 
im Jahre 18-46 die sich noch heute in seinem Besitze 
befindende Buchdruckcrei in Greifienberg. — Am 19. April 
beging die Buchdruckerei von B. M . Bohrer in Brünn die 
Feier ihres 100jährigen Bestehens. Dieselbe wurde von 

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187 


Mannigfaltiges. 


188 


Josef Georg Trassier gegründet und ging 1831 an dessen 
Enkel Rudolf Rohrer über. — Am 23. April feierte der 
Faktor der Buchdruckerei des »Rauhen Hauses« in Horn 
bei Hamburg, Herr Hermann Sänger, sein ÖOjähriges Berufs¬ 
jubiläum. — Am 25. April beging der Faktor Herr L. Helms 
in Hamburg sein 25jähriges Geschäftsjubiläum bei G. Diedrich 
& C.o. daselbst. — Am 29. April feierte der Obermaschinen¬ 
meister Herr E. Mittendorf in Braunschweig sein 25jähriges 
Berufsjubiläum zugleich mit der Feier seiner 25jährigen 
Thätigkeit in der Westermannschen Buchdruckerei. — Am 
1. Mai beging der Setzer Herr Kauxdorf bei E. Polz in Leipzig 
sein 50jähriges Berufsjubiläum. — Am selben Tage feierte 
der Metteur der »Nationalzeitung« in Berlin , Herr Rümpel, 
sein öOjähriges Berufsjubiläum. — Am 9. Mai feierten in 
Köln die Herren Obermaschinenmeister Th. Göstrich und 
Korrektor L. Götz in der Druckerei der Kölnischen Zeitung 
ihr öOjähriges Berufsjubiläum. 

— Gestorben. Am 8. April der Begründer und Redak¬ 
teur des »Schwarzwälder Boten« Friedrich Willi. Brandecker 
in Oberndorf. — Am 12. April der Buchdruckereibesitzer 
Peter Bundies in Mehldorf. — Am 12. April Herr J. B. Obemetter 
in München , bekannt durch seine Leistungen auf dem Ge¬ 
biete der Photo-Chemie. — Am 12. April der Buchdruckerei¬ 
besitzer Paul Dolloz in Paris. — Am 19. April der Buch¬ 
druckereibesitzer August Junge (Firma Junge £ Sohn) in Er¬ 
langen. — Am 19. April der Buchdruckereibesitzer und Redak¬ 
teur des »Bernburger Wochenblattes« Alexander Meyer in 
Bernburg, derselbe stand kurz vor dem diamantenen Buch¬ 
druckerjubiläum, welches am 27. April stattlinden sollte. — 
Am 23. April der Buchdruckereibesitzer und Verleger der 
polnischen Zeitung »Gazeta Toruciska« Josef Busczczynski in 
Thorn. — Am 10. Mai in Leipzig infolge eines Schlag¬ 
anfalles der Universitätsbuchhändler und Universitätsbuch¬ 
drucker Herr Alexander Edelmann im 59. Lebensjahre. 
Es hat sich wohl kaum jemand in so hohem Masse der 
Zuneigung und Achtung seiner Kollegen, wie Derjenigen zu 
erfreuen gehabt, welche ihm nahe getreten, als der Ver¬ 
storbene. Seine Liebenswürdigkeit und Herzlichkeit im 
Umgänge erwarben ihm dauernd alle Herzen. Edelmann war 
nicht gelernter Buchdrucker. Als Sohn des Dr. med. Heinrich 
Edelmann zu Leipzig geboren, hatte er sicli der juristischen 
Laufbahn gewidmet und bereits sein Baccalaureats-Examen 
bestanden. Eingetretene Verhältnisse bewogen ihn jedoch 
später (1852) von dem Universitätsbuchdrucker Staritz dessen 
Offizin, wie die gleichfalls in dessen Besitz befindliche 
Dürrsche Buchhandlung zu erwerben und dieselbe zu einer 
der besten Offizinen Leipzigs zu machen. Der Herausgeber 
des Archiv hatte selbst das Glück in den Jahren 1855 und 
1850 als Accidenzsetzer in dieser Offizin zu arbeiten und 
konnte während dieser Zeit so recht erkennen, wie schnell 
sich ein Mann von so hoher Intelligenz wie Edelmann, in die 
kleinsten Verrichtungen unserer Kunst hineingelebt hatte; wer 
nicht wusste, dass Edelmann kein gelernter Buchdrucker war, 
konnte dies schon damals, also 3 Jahre nach Übernahme 
der Offizin kaum annehmen. Und so ist er bis zu seinem 
Tode ein tüchtiger, hervorragender Buchdrucker gewesen, 
allzeit unermüdlich thätig, geachtet und geliebt von Allen, 
welche ihm nahe standen. Das Geschäft findet ungestörten 
Fortgang unter der Leitung des ältesten Sohnes des Ver¬ 
storbenen. Herrn Viktor Edelmann, der bereits seit längerer 
Zeit Mitinhaber der Firma ist. 

— Geschäftliche Notizen. Die Fuessche Buchdruckerei 
in Tübingen ist in den alleinigen Besitz des Herrn Paul 
Kostenbader übergegangen, welcher sie unter der Firma 


L. Fr. Fuessche Buchdruckerei (P. Kostenbader) weiterführt. — 
Die Buchdruckerei des Rappcner Wochenblattes ist durch 
Kauf an Herrn Paul Ziehlke übergegangen. — Die Buch¬ 
druckerei von Jacob Mauskopf in Siegen ist von Herrn 
Heinrich Schneider übernommen worden. — Aus der 
Geschäftsbücherfabrik und Buchdruckerei Clemens £ Zie- 
schang in Ebersbach ist Herr Otto Zieschang ausgeschieden 
und wird nun Herr Beruh. Clemens das von ihm gegründete 
Geschäft unter der Firma Beruh. Clemens weiterführen. 

— Auch heute bringen wir unseren Lesern wieder die 
Probe einer der schönen Farben von Frey £ Sening in 
Leipzig. Es ist ein Brillantlack in feurigster Nüance; derselbe 
macht sonach seiner Benennung alle Ehre und kann seines 
billigen Preises wegen für jede Arbeit Verwendung finden. 

— Unserem heutigen Heft liegt ferner ein Preiskurant der 
Farben- und Walzenmasse-Fabrik von Beit £ Philippi in 
Hamburg und Stassfurt bei. Wir empfehlen denselben der 
Beachtung unserer Leser. Die Leistungsfähigkeit der Fabrik 
ist bekanntlich eine vortreffliche. 

— Einen neuen Prospekt und Preiskurant über Apparate 
und Utensilien für Papierstereotypie und Galvanoplastik über¬ 
sendet uns die Maschinenfabrik von A. Hogcnforst in Leipzig, 
eine Anstalt, die sich durch die solide und vorteilhafte 
Konstruktion aller von ihr gebauten Maschinen und Apparate 
seit lange eines ausgezeichneten Rufes erfreut. Wir finden 
in diesem Preiskurant Abbildungen der zahlreichen Modelle 
von Trockenpressen, Giessinstrumenten, Kreissägen, Hobel-, 
Bohr- und Sägemaschinen, Matrizen-Prägepressen für Gal¬ 
vanoplastik, Drehbänke etc. etc., welche die Fabrik baut, 
unter Beigabe der speziellsten Notizen über ihre Konstruktion, 
Preis und Benutzung. 

— Die Offizin des Literar. Instituts von Dr. M. Huttier 
in München ist von uns schon oft rühmend erwähnt worden. 
Heute liegt uns wieder ein interessantes und höchst ge¬ 
diegenes Erzeugnis dieser Druckerei in Form einer reichen 
Sammlung von Menüvordrucken in dezentem, dabei doch 
höchst effektvollem Farbendruck, wie in einfachem braunen 
Druck mit chamois Unterdrück vor. Im reichsten Renais¬ 
sancestil gehalten, zeigen alle zum Schmuck dieser Menüs 
dienenden Figuren und Arabesken jene markige, dabei 
schwungvolle Zeichnung, welche die Münchener Künstler 
in so effektvoller Weise für ihre Arbeiten zur Anwendung 
bringen. Wir danken dem Faktor genannter Offizin, Herrn 
Seitz, bestens für die Bereicherung unserer Sammlungen 
durch diese wahrhaft schönen Arbeiten. 

— Die Anstalt für Zinkätzung von Rudolf Loes in 
Leipzig versandte jüngst einen reich illustrierten Prospekt 
über die verschiedenen Manieren, welche sie pflegt und 
gab demselben dadurch einen erhöhten Wert, dass sie durch 
einen kurz, aber klar und verständlich geschriebenen Text 
das Verständnis für die Behandlung und Ausführung der 
verschiedenen, jetzt in Betracht kommenden Herstellungs¬ 
weisen erleichtert, während die Illustrationen selbst das 
Resultat derselben in anschaulichster Weise zum Ausdruck 
bringen. So finden wir denn Reproduktionen nach Holz¬ 
schnitten, gravierten Steinzeichnungen, direkte Übertragungen 
von Kreide- und sonstigen Zeichnungen auf Korn- und Ton¬ 
papier, photographische Übertragungen nach dem Leben in 
Autotypie, ja sogar zwei bezüglich der zarten und reinen 
Wiedergabe der Töne sehr gelungene Buntdrucke, welche 
erkennen lassen, dass die Buchdruckschnellpresse recht 
wohl mit der Steindruckschnellpresse zu konkurrieren ver¬ 
mag. Alle diese Proben wurden in bester Weise in der 
eigenen Offizin der Anstalt gedruckt. Wir können die Anstalt 


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189 


Mannigfaltiges. 


190 


des Herrn Lot ; s unseren Lesern aus eigener Erfahrung bestens 
empfehlen, da der genannte Herr allen ihm übergebenen 
Arbeiten persönlich die grösste Aufmerksamkeit widmet. 
Diejenigen unserer Leser, welche den vorstehend erwähnten 
Prospekt zu besitzen und aus eigener Anschauung zu urteilen 
wünschen, können denselben bereitwilligst von Herrn Loes 
erhalten. 

— Am 18. April wurde die zweite diesjährige Quatember¬ 
versammlung der Innung Dresdner Buclulruckcreibesitzer 
abgehalten. Die Tagesordnung umfasste neben den Re- 
gistrandeneingängen 1. die Ausschreibung und feierliche 
Lossprechung der seit letzter Quatembersitzung Ausgelernten 
(vierzehn). 2. Die Eintragung und Verpflichtung der in dem¬ 
selben Zeiträume bei Innungsmitgliedern eingetretenen Lehr¬ 
linge und Volontäre (neunzehn). Der Vorsitzende der Innung, 
Geh. Rat von Raensch, legte den Erschienenen warm ans 
Herz, den Weg der Treue und Ehrenhaftigkeit festzuhalten, 
nur der tüchtigen Ausbildung im Berufe nachzugehen und 
selbständig im Denken und Thun zu werden. Dann würden 
sie auch jederzeit klar darüber sein, dass nur fleissige und 
zuverlässige Arbeit vorwärts bringe, die auch vom Meister, 
trotz hoher Jahre, in dem Kampfe ums Dasein oft noch 
mehr und unter schwierigeren Verhältnissen begehrt werde, 
wie von ihnen ; sich darauf vorzubereiten und mit Ausdauer 
weiter zu streben, dazu wolle er sie heute anregen und 
verpflichten. Als dritter Punkt der Tagesordnung schlossen 
sich Referate über die Vorgänge in der Innung innerhalb 
des letzten Vierteljahres an; es handelte sich dabei um: 
Gründung eigener Kassen, Kreisinnungen, Fachschulen und 
Tarifangelegenheiten. Wir werden wohl später Gelegenheit 
haben, anderweit auf diese Gegenstände zurückzukommen. 
Zu Punkt 4 wurden die noch angemcldeten Anträge zur 
Diskussion resp. Erledigung gebracht und hierauf die Sitzung' 
nach fünfstündiger Dauer geschlossen. 

— Die Auflagen unserer renommierten deutschen illus¬ 
trierten Zeitungen und Zeitschriften haben seit Jahren stetig 
zugenommen, so dass deren Druckausführung in der alten 
gediegenen Weise bei knapp bemessener Zeit immer 
schwieriger geworden ist. Der Versuch, die Rotations¬ 
maschine auch für diese Arbeiten zur Anwendung zu bringen, 
hat bis jetzt noch nicht das gewünschte Resultat ergeben, 
denn der Druck kann wegen guter Deckung und guter 
Übertragung der Stöcke auf das Papier nur langsam von 
statten gehen, auch brechen die feinen Linien der galvani¬ 
sierten Stöcke leicht beim Runden für die Formcylinder, 
so dass man oft gezwungen ist, die Schnitte in einer anderen, 
offeneren, nicht so peinlich zart und schön ausgeführten, 
daher nicht so beliebten Manier herzustellen, wie wir dies 
bisher gewöhnt sind. Es dürfte deshalb den Verlegern und 
Druckern illustrierter Blätter willkommen sein, zu erfahren, 
dass eine llustrationsmaschine konstruiert worden ist, die 
als eincylindrige Maschine mindestens 2000 Exemplare pro 
Stunde druckt. Speziellere Angaben zu veröffentlichen, ist 
uns für den Augenblick noch nicht erlaubt, doch sei er¬ 
wähnt, dass die Presse ein Format von 750:1150 mm 
druckt, also zur Herstellung aller unserer gebräuchlichen 
Zeitungsgrössen in Doppelformat genügen wird. Das Farben¬ 
werk arbeitet mit vier Auftrag- und einer entsprechenden 
Zahl Reibwalzen, welche die Farbe auf Cylinder und Tisch 
bestens verreiben; es ist demnach das denkbar vollkommenste. 
Will man für gewisse Zwecke eine noch bessere Verreibung 
der Farbe und Übertragung derselben auf die Form haben, 
so bietet die Maschine die Möglichkeit, bei immer noch 
mindestens 1000 Drucken pro Stunde die Form durch 8 Auf ¬ 


tragwalzen übergehen zu lassen. Wir können, nachdem wir 
uns speziell über die Einrichtungen dieser Maschine orien¬ 
tiert haben, versichern, dass dieselbe die leistungsfähigste 
und vollkommenste Schnellpresse für Illustrationsdruck 
repräsentieren wird, welche gegenwärtig existiert. Speziellere 
Auskunft können wir etwaigen Reflektanten auf Anfrage 
soweit mitteilen, als dies zu weiterer Prüfung notwendig ist. 

— Verbesserung der Streifbänder. Die »Norddeutsche 
Allgemeine Zeitung« veröffentlicht folgende recht sehr der 
Beachtung seitens des Publikums zu empfehlende Anregung: 
»Die Nationalzeitung enthält einen Artikel über das Ein¬ 
schieben von Briefen etc. in Drucksachen. Wenn dabei 
an die Drucksachen-Empfänger die Mahnung gerichtet wird, 
für unverzügliche Weiterbeförderung solcher blinden Passa¬ 
giere an den bestimmungsmässigen Empfänger zu sorgen, 
so kann dieser Anregung nur in vollem Masse beigestimmt 
werden. Weniger gerechtfertigt erscheint es, dass der 
Artikel in seinen Vorschlägen zur Verhütung derartiger 
Vorkommnisse sich ausschliesslich an die Postverwaltung 
wendet. Die Ausführungen des Artikels laufen darauf 
hinaus, dass unter Hinweis auf englische und amerikanische 
Einrichtungen empfohlen wird, bei allen Postanstalten ge¬ 
sonderte Briefkasten für Briefe und für Drucksachen herzu- 
stelleu. Eine solche Einrichtung hat in Deutschland, und 
zwar nicht blos in den Hauptstädten, sondern überhaupt 
für die Schalter grösserer Postanstalten bereits Anwendung 
gefunden und wird fortgesetzt ausgedehnt. In dieser Mass¬ 
nahme liegt aber keine durchgreifende Abhilfe, denn sie 
vermag das Einschieben von Briefen in Drucksachen nur 
bis zu dem Augenblicke zu verhüten, wo die Sendungen 
dem Briefkasten entnommen werden, wo also ihre post¬ 
technische Behandlung erst beginnt. Um die Sache an der 
Wurzel anzufassen, würde es unseres Erachtens nötig sein, 
dass das Publikum sich gewöhnte, die Drucksachen in einer 
das Einschieben von Briefen verhindernden oder doch nach 
Möglichkeit erschwerenden Weise zu verpacken und zu 
verschliessen. Mit grösserem Rechte als hinsichtlich der 
Briefkasteneinrichtungen könnten in dieser Beziehung aus¬ 
ländische Verhältnisse als Vorbild hingestellt werden. Wem 
die von England und Amerika eingehenden Drucksachen¬ 
sendungen bekannt sind, wer gesehen hat, wie gut sie vom 
Publikum verpackt sind, der wird über die Veranlassung 
zur Verschleppung der von Drucksachen eingefangenen 
Briefe nicht weiter im Zweifel sein. An Anregungen zu 
einem besseren Verschluss der Drucksachen seitens der 
Absender hat die Reichs-Postverwaltung es nicht fehlen 
lassen. Zu den für diesen Zweck getroffenen Vorkehrungen 
gehört insbesondere auch die amtliche Einführung einer 
neuen Gattung von Streifbändern, welche zur Ermöglichung 
eines besseren Verschlusses in grösserer Breite hergestellt 
sind. Auf die Benutzung dieser Streifbänder, welche von 
den Reichs-Postanstalten verkauft werden, ist das Publikum 
wiederholt aufmerksam gemacht worden«. 

Es unterliegt keinem Zweifel, dass Kaufleute, insbe¬ 
sondere Buchdrucker und Buchhändler sehr viel dazu bei¬ 
tragen können, derartigem Einschieben von Briefen in 
Streifbänder vorzubeugen. Man nehme ein dünnes, festes 
Papier und mache ein Streifband in voller Breite der 
Sendung, so dass diese nur an den schmalen Seiten heraus¬ 
zuziehen ist. Wir benutzen für diesen Zweck sogenanntes 
imitiertes Pergamentpapier, ein sehr dünnes, ausserordent¬ 
lich festes Papier, das sich sehr stramm anlegen lässt. 
Wünschenswert wäre es, dass unsere deutsche Post, 
gleich denen anderer Länder, endlich auch das Bollen 

12 * 


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191 


Mannigfaltiges. — Briefkasten. 


192 


stärkerer Drucksachensendungen gestattete, denn solche 
gerade sind es, welche flach gepackt und unter Streifband 
versandt, am leichtesten Briefe etc. in sich aufnehmen. 

Red. d. Archiv. 

— Einen kostbaren bibliographischen Fund hat der 
Raster Universitätsbibliothekar Ludwig Sieber gemacht. 
Während Ambroise Firmin Didot als ältestes Zeugnis für 
Gutenberg als Erfinder der Ruchdruckerkunst ein solches 
aus dem Jahre 1499 zu bringen vermochte, veröffentlicht 
Sieber eine aus dem Jahre 1472 stammende Urkunde. Es 
ist dies ein lateinischer Brief, den der Bibliothekar an der 
Sorbonne, Guill. Fichelet, an Robert Gaguin schrieb, worin 
die Erfindung dem Mainzer Bürger Johannes Gutenberg 
ausdrücklich zugeschrieben wird. Der Brief Fichelets findet 
sicli der Abhandlung der Orthographie von Gasparino de 
Bergamo vorgedruckt, die nach dem »Journal des Savants« 
um 1472 in der Sorbonne selbst gedruckt worden ist. 

— Nach französischen Mitteilungen wird der Druck 
des Katalogs der Pariser Weltausstellung im Jahre 1889 auf 
dem Submissionswege vergeben. Die Ausstattung desselben 
soll eine derartige werden, dass sie ein vollgiltiges Zeugnis 
für den derzeitigen Stand der Buchdruckerkunst in Frank¬ 
reich abzulegen vermag. 

— Felddruckerei . Der Meldung englischer Blätter 
zufolge soll in dem letztvergangenen Sommer in SouLh- 
port, in dem Lager des 7. englischen Artillerieregiments 
eine vollständig eingerichtete Offizin für den Druck der 
»Camp Gazette« (Lagerzeitung) in Thätigkeit gewesen sein. 
Man erblickte in einem für diesen Zweck besonders 
hergerichteten Zelte 5 Personen, von denen eine einen 
Heissluftmotor bediente, zwei an einer Schnellpresse und 
zwei an mit Schrift gefüllten Kästen beschäftigt waren. 
Die Uniform des Regiments diente ihnen als Kleidung. 
Das aus dieser Druckerei hervorgegangene Blatt enthielt 
ausser lokalen, politischen, sozialen und anderen Neuigkeiten 
besonders militärische Artikel, wie sie der Verlauf der 
Manöver mit sich brachte. 

— Seit Kurzem geben die Insassen des Taubstummen¬ 
instituts zu Philadelphia ein Blatt heraus, dessen Titel »The 
Silent World« (Die Stille Welt) heisst. Amerikanische 
Blätter heben den Inhalt rühmend hervor und die technische 
Austattung wird als eine sehr lobenswerte bezeichnet. 

— Ein Instrument für Maler und Lithographen , 
welches von der »Air Brush Manufacturing Company zu 
Rockford« in den Handel gebracht wird, beschreibt das 
Patentbureau von Richard Lüders in Görlitz wie folgt: Es 
ist dasselbe für Kreide- und Pastellmalerei gleich vor¬ 
teilhaft anwendbar. Das Prinzip ist dasjenige des auf 
Toilettetischen vertretenen Zerstäubers oder Refraichisseurs. 
Bei letzteren wird durch einen Luftstrom, der in scharfem 
Strahl über die Mündung eines‘Rohres hin geführt wird, 
Parfüm angesaugt und in einen feinen Staubkegel verteilt. 
Statt des Parfüms saugt die air brush (Luftbürste) die fein 
gepulverten Farbe- oder Kreideteilchen auf und schleudert 
dieselben gegen die zu bemalende Fläche. Wird die 
Mündung der Blasrohre dicht auf die Malfläche gehalten, 
so entsteht ein feiner Strich, der die Farbe intensiv zeigt, 
wird dagegen der Apparat entfernt, so nimmt die Intensität 
dementsprechend ab, die Ausdehnung der von der Farbe 
getroffenen Fläche zu. Der Apparat eignet sich sowohl 
für trockene, als auch für feuchte, also angeriebene Farben, 
und verleiht den Bildern die vorteilhafte Eigentümlichkeit, 
dass dieselben von der Richtung des auf sie fallenden 
Lichtes in ihrer Wirkung unabhängig sind. Ölbilder sowie 


auch Bleistift- und Kreidezeichnungen entstehen durch 
Auflegen der Töne; da aber Pinsel und Stift immer geneigt 
gehalten werden und die Arbeit bei Beleuchtung unter 
gewissem Winkel stattfindet, ist unter dem gleichen Winkel 
auffallendes Licht erforderlich, wenn das Bild die von dem 
Maler erzielte Wirkung erreichen soll. Bei dem mit der 
air brush hergestelllen Bildern liegen die einzelnen Farbe¬ 
teilchen gleichmässig auf, daher der gleichbleibende Effekt 
bei verschiedener Beleuchtung. Die Handhabung des In¬ 
strumentes ist leicht zu erlernen und aus diesem Grunde 
besonders für Dilettanten empfehlenswert. 

— Die »World« in Omaha , einer Stadt Nebraskas in 
dem amerikanischen Westen, konnte trotz ihres ausser¬ 
ordentlich billigen Preises (3 Cents für die Nummer) keine 
Abnehmer linden, während ihre Kolleginnen nicht so billig 
zu haben sind. Man muss mindestens 5 Cents zahlen, um 
sich ihres Besitzes erfreuen zu können. Omahas kleinstes 
Kleingeld ist das Fünfcentstück und einzelne Cents gibt es 
fast gar nicht. Hierin lag für die Unternehmer der World 
die Schwierigkeit. Um nun dieser Schwierigkeit ausser- 
gewöhnlicher Natur Herr zu werden, sahen sich die Heraus¬ 
geber genötigt, ihr Publikum erst in den Stand zu setzen, 
die einzelne Nummer der Zeitung kaufen zu können. Sie 
bewerkstelligten es dadurch, dass sie auf ihre Rechnung 
gegen 30(XH> Cents vom Unterschatzamt in Chicago bezogen 
und dieselben in Umlauf setzten. Ob das Auskunftsmittel 
den erwünschten Effekt gehabt hat, wird nicht mitgeteilt. 


Briefkasten. 

Oflizin von Anton Pustet in Salzburg. Wenn wir nicht bereits 
wüssten, dass Ihre Druckerei sich unter den Offizinen Österreichs durch 
vorzügliche Arbeiten auszeichnet, so würde uns allerdings die Fülle 
schön und gediegen in Bezug auf Satz und Druck ausgoführter Acci- 
denzien, welche Sie uns sandten, einen überzeugenden Beweis von Ihrer 
vortrefflichen Arbeitsweise gegeben haben. Wir zählen Sie mit wahrer 
Genugthuung zu Denen, die das reiche und schöne Material, welches 
uns gegenwärtig zu Gebot steht, in richtiger Weise anwenden, also 
einfach elegant setzen und drucken, nicht aber alles durch eine 
Überfülle von Ornamenten und Farben erdrücken. Auch die Illustrationen 
sind vorzüglich gedruckt, die bunten Farben stets vortrefflich gewählt 
und bestens wiedergegeben. Unseren verbindlichsten Dank für die 
Sendung. — Herrn J. G. Dresden. Daran können vv'ir nichts ändern, 
mischen uns in solche Angelegenheiten auch nicht. 


Inhalt des 6. Heftes. 

Die Herstellung von mehrfarbigen Korrekturabzügen auf der Hand¬ 
presse. — Feisters Rotatiousmaschine. — Typo-Iithographischer Um¬ 
druck auf gummiertes Papier. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck 
der Probenblätter. — Bezugsquellen etc. — Georg Sigl f. — Zeitschriften- 
und ßücherschau. — Rezepte. — Mannigfaltiges. — Briefkasten. — 
Annoncen. — 1 Blatt Rechnungsköpfe. — 1 Blatt Titel. — 1 lilatt 
Einfassungsprobe von Otto Weisert in Stuttgart. — 1 Blatt Farbenprobe 
von Frey A Sening in Leipzig. — 1 Preiskurant von Beit & Philippi in 
Hamburg. 


Das Heft enthält im Ganzen 5 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 


Textschrift von Benjamin Krebs Nachf. in Frankfurt a. M. Titelkopf 
und Umschlag von J. G. Scheiter A Giesecke in Leipzig. Überschriften von 
Emil Berger in Leipzig. Unterrubriken von Roos A.lungo in Oflenbach a. M. 
Halbfette Aldine von C. Kloberg in Leipzig. Initiale von Otto Weisert 
in Stuttgart, Gedruckt mit Farbe von Frey A Sening in Leipzig auf 
einer Cylinder-Schnellpresse von Klein, Forst A Bohn Machfolger in 
Johannisberg a. Rh. 


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bewandert ist, findet sofort Stellung. 
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kenntnisse und der Befähigung, auch 
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sich direkt an mich wenden. 

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Satinieren roher Papiere, sondern auch, um 
aus bedruckten Papieren (speziell Liniendruck 
für Geschäftsbücher) die Schattierung zu ent¬ 
fernen. 

Die Ausführung des Kalanders ist eine 
ausserordentlich stabile und saubere, so dass 
ich meine vollste Zufriedenheit damit in jeder 
Richtung aussprechen kann. 

Hochachtungsvoll 

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'' liefert gratis franko Alexander Waldow, Leipzig. 


§ as Archiv für Buchdruckerkunst erscheint jähr¬ 
lich in zwölf Heften (Heft 8 und 9 stets vereint als 
Doppelheft) zum Preise von 12 M. Zu beziehen ist das 
Archiv durch jodo Buchhandlung, sowie direkt von der Verlags¬ 
handlung. In letzterm Fall beträgt der Preis bei Zusendung per 
Post innerhalb Deutschlands und Österreichs 13 M. 50 Pf. 

Nach komplettem Erscheinen jeden Bandes 
tritt der erhöhte Preis von 15 Mark ein. 

Insertionsbedingungen ersehe man bei der Rubrik 
Annoncen. 

Beilagen für das Archiv werden angenommen und dio 
Gebühren dafür billigst berechnet. Schrift- u. Einfassungs- 
Novitäten etc. finden beste Anwendung im Text und auf den 
Musterblättern ohne weitere Berechnung, doch wird bedungen, 


dass dieselben, als Äquivalent für die durch die Aufnahme er* 
wachsenden Mühen und Kosten dienend, in unser Eigentum über¬ 
gehen. Giessereicn, welche die* nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Von allen im Archiv enthaltenen Abbildungen werden 
Galvanotypen zu civilen Preisen geliefert, ebenso von 
allen auf den Proben angewendeten Vignetten, Initialen 
Platten etc. Lieferung aller auf den Proben angewendeten 
Schriften etc. wird zu den Originalpreisen der betr, 
Giessereien besorgt. Ebenso werden Farben nnd 
Papiere, wie solche von ans benutzt sind, auf Wunsch ab¬ 
gegeben- Von besonders gefälligen Arbeiten sind Blanko¬ 
vordrucke am Lager. Speziellere Bemerkungen über Galvaao- 
typen und Vordrucke sehe man unter Satz nnd Druck der Beilagen. 


Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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ARCHIV FÜR BUCHDRUCKERKUNST 


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UND VERWANDTE GESCHÄFTSZWEIGE. 

HERAUSGECEBEN VON ALEXANDER WALDOW. 




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Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrüeke. 

Von Friedrich Bosse. 

(Fortsetzung.) 


Schildhalter nennt man die Figuren, welche 
auf beiden Seiten oder nur auf einer Seite der Schilde 
angebracht werden und diesen zur Verzierung dienen. 
Als solche verwendet die Heraldik wilde Männer, 
Engel, Greife, Löwen, Adler etc.: auch leblose Dinge 
werden benutzt. In den ornamentalen Formen des 
Buchdrucks kommen meist Greife und Frauen- oder 
Knabengestalten vor. 


Fig. 199. 



Fig. 200. 



Schlagschatten (siehe Schatten). 

Schlussstein ist der oberste oder letzte keil¬ 
artig gearbeitete Stein eines Bogens oder Gewölbes, 

_ Fig. 201. 



durch dessen Einführung der Bogen oder das Gewölbe 
geschlossen und die Spannung hervorgerufen wird. 


Als solcher wurde er nicht selten reich ornamentiert. 
Bei den Kreuz- und Sterngewölben der Gotik und 
besonders in der Spätzeit derselben hat man sie 
vielfach medaillonförmig verziert oder zapfenartig 
herabhängen lassen. In letzterer Form hat man sie 
dann Schlussknauf genannt. Bei einfachen Bogen ist 
der Schlussstein durch Vorkragen ausgezeichnet und 
dessen Vorder fläche namentlich von der Renaissance 
durch Masken, Kartuschen etc. verziert. 

Schnecke (siehe Volute). 

Schneusse oder Schlinge, unrichtig Fischblase, 
werden die im gotischen Masswerk vorkommenden 
Formen genannt, welche die Gestalt einer Fischblase 
zeigen. Sie erscheinen meist zu zweien, dreien, vieren 
fiinfen, sechsen etc. vereinigt, einzeln dagegen finden 
sie sich selten und sind ebenso oft spitz- wie rund- 
bogig ausgebildet. In ihren bogigen Teilen versah man 
sie meistens mit Nasen, um eine reichere Wirkung zu 
erzielen. 

Schnitt, der goldene (siehe Goldener Schnitt). 

Schnörkel. Mit diesem Ausdrucke bezeichnete 
man früher und auch noch heute vielfach jede kleinere 
oder auch grössere aus Linien bestehende Verzierung 
und besonders die Verzierungen der einstmals blühen¬ 
den Kalligraphie. Eigentlich bedeutet er Verzierungen, 
welche sinnlos, unorganisch gestaltet sind; schnörkel¬ 
haft (auf Verzierungen angewendet) heisst so viel wie 
unorganisch, ungraziös. 

Schraffur oder Schraffierung nennt man die 
parallel angeordneten Striche einer Zeichnung oder 
Gravierung etc., die bald fein, bald stark sein können, 
je nach der Tiefe des Schattens, welcher durch 

13 


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207 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


208 


dieselben hergestellt werden soll. Diese Striche werden 
bald vertikal, bald diagonal, bald horizontal ange¬ 
ordnet, und nennt man diese Anordnung Strichlagen. 
Striche, welche sich kreuzen, nennt man Kreuz¬ 
schraffierung. 

Sclirotblatt wird ein Abdruck genannt, weicher 
von einer Metalltafel genommen worden, deren 
Zeichnung in geschrotener Manier hergestellt war 
(siehe geschroten). 

Scliuppeiivcrzieruiig. Sie kommt meistens in 
schuppenähnlicher Form vor oder besteht aus Blatt¬ 
formen in schuppenartiger Anordnung. Man kann 
damit ebensogut grössere Flächen als auch Friese 
und schmälere Bänder ornamental überziehen. In 
Fig. 202 geben wir die Schuppenverzierung als 
Flächenmuster, in Fig. 203 als Fries und in Fig. 204 
und 205 als schmales Band. 


Fig. 202. 


Fig. 203. 


Fig. 201. Fig. 205. 





Schwarz ist die Abwesenheit alles Lichtes, 
die Finsternis, die Verneinung aller Farben und als 
Pigment bildet es sich aus den drei primären Farben 
Gelb, Rot und Blau; auch aus einer sekundären und 
einer primären gewinnt man es durch innige Ver¬ 
mischung, z. B. aus Orange und Blau, aus Gelb und 
Violett, ebenso aus zwei sekundären als Rotviolett 
und Blaugrün, Rotorange und Blauviolett etc. Es 
kommt vielfach in der Natur vor und wird ferner durch 
Verkohlung gewisser organischer Substanzen und 
durch Verbrennung von Ölen und Harzen gewonnen. 
Absolutes Schwarz existiert nicht; es zeigt sich, je 
nach den Bestandteilen, in bräunlicher, in rötlicher, 
in violetter und bläulicher Nüance; so das braune 
Elfenbeinschwarz, das schöne rötliche Beinschwarz, 
das ins Violette schimmernde Kernschwarz und das 
bläuliche Rebenschwarz. Bräunliches Schwarz lässt 
sich durch einen Zusatz von Blau in ein tieferes 
Schwarz verwandeln. 

Wie den anderen Farben, so hat man auch dem 
Schwarz eine symbolische Bedeutung beigelegt, indem 
man es als Surrogat der Finsternis, als totale Un¬ 
lebendigkeit und Bewegungslosigkeit, als den Tod 
in seiner absoluten Bedeutung auffasst, und daher als 
Trauerfarbe bezeichnet. 

Figi 206> Scotia, Hohlkehle oder Ein- 

Scotia oder ziehung ist ein architektonisches 

Emzichu »g.Glied, das an Säulenbasen, Ge- 

Klmkbardt. gj msen e j c vorkommt. 


Sgraffitto, eine monochrome Wandmalerei der 
Renaissancezeit, die vornehmlich in Oberitalien, 
jedoch auch vielfach in Deutschland zur Anwendung 
kam und folgendermassen ausgeführt wurde: Eine 
Wandfläche wurde zunächst mit einem schwarzen 
Farbstoffe überzogen und auf diesen nach voll¬ 
ständigem Trocknen eine weisse Tünche (Kalkmilch) 
gebracht. Durch Entfernen dieser Tünche vermittels 
griffelförmiger Werkzeuge, also durch Einritzen und 
Wegradieren derselben, erhält man die Zeichnung 
schwarz auf weissem Grunde. 

Signete, Geschäftszeichen oder Marken der 
Buchdrucker und in neuerer Zeit der Verleger. 
Früher, besonders zur Blütezeit der Renaissance, 
wurden die Signete von Künstlern entworfen und 
meistens in Schildform ausgeführt. Symbolische 
Darstellungen oder redende Wappen mit einem 
Wahlspruche waren damals allgemein beliebt; heute 
beschränkt man sich meistens auf das Buchdrucker¬ 
wappen, eine Kartusche oder dergl. und auf das 
Monogramm der Firma. 

Sima, Kranzleiste; das oberste Glied des Kranz¬ 
gesimses der griechischen Bauweise. Sie tritt meistens 
in Form eines Karnieses auf, wird aber auch als 
Echinus oder Viertelstab ausgebildet und zwar zumeist 
in der dorischen Architektur. 


Fig. 207. 


Echinusform. UUI'Mw 




Klinkhardt. 


Fig. 208. 


do. 


Sch. & G. 


Fig. 209. 

Karniesform. Sch 4 «■ 


Fig. 210. 


do. 


Klinkhardt. 


Skizze wird der erste flüchtige Entwurf genannt, 
überhaupt bezeichnet man damit jede flüchtig aus 
freier Hand nach der Natur oder aus der Phantasie 
gefertigte Zeichnung. 

Skizzieren heisst, einen flüchtigen Entwurf 
machen, das der Phantasie vorschwebende Bild 
flüchtig zu Papier bringen. 

Sockel, Fussgestell für Statuen, Ehrensäulen etc., 
Mauerfuss, auch bisweilen Plinthe genannt, dient dem 
architektonischen Aufbau als Unterbau und gleich¬ 
zeitig auch als Zierde. Er springt vor der an¬ 
steigenden Mauer etwas vor und erhält bei geringer 
Ausladung nur ein kleines Sims; bei grösseren 
Dimensionen werden mehrere Glieder, Plättchen, 
Hohlkehle, Viertelstab etc. angewendet. 


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209 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


210 


Sphinx, eine chimärische Tierform der ägyp¬ 
tischen und griechischen Mythologie. Bei den Ägyptern 
wurde sie aus Löwenkörper und Kopf und Brust einer 
Jungfrau gebildet und als Symbol der Fruchtbarkeit 
des Landes und der Geheimnisse der Natur auf¬ 
gefasst; bei den Griechen wurde sie als ein aus Brust 
und Händen einer Jungfrau, Hundeleib mit Löwen¬ 
klauen, Schlangenschwanz und Flügeln bestehendes 
und mit Menschenstimme versehenes Ungeheuer dar¬ 
gestellt und als Symbol eines schreck- Fig. 211 . 
liehen Geheimnisses betrachtet. Bei 
den Ägyptern befanden sie sich vor den 
Tempeleingängen. Eine mit Flügeln 
versehene Sphinx gibt uns die figuren- sch. & g. 
reiche Akanthea von Scheiter & Giesecke. 

Spira, ein architektonisches Glied und derbes 
Symbol des Bindens; es tritt als ein Geflecht aus 
mehreren Strängen in gewisser Ordnung, künstlicher 



Fig. 212. Fig. 213. Fig. 214. 



Klinkhardt. 


Verflechtung oder Verknotung auf und bildet meistens 
einen mächtigen Bundwulst. 

Spirale (Schnecke), schneckenförmige Linie, 
Schneckenlinie; eine krumme Linie, welche, von 
einem festem Punkte ausgehend, diesen in schnecken¬ 
förmigen Windungen umläuft oder sich in immer 
enger werdenden Umgängen um diesen windet, ihn 
aber nie erreicht. Von der weiteren Erklärung der 
Spirale und deren Konstruktionsmethoden dürfen wir 
an dieser Stelle absehen, da es in so knapper Form 
nicht möglich ist. Man unterscheidet hauptsächlich 
zwei Arten, nämlich die regelmässig gestaltete und 



Fig. 216. 


Fig. 215. 

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Fig. 217. 

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Regelmässig gebildete 

Gedrückte 

Eckig gestaltete 

Spirale. 

Spirale. 

Spirale. 


die gedrückte; die letztere weicht von der ersteren 
insofern ab, als der auszufüllende Raum nicht von 
gleicher Höhe und Breite, sondern die Breite grösser 
als die Höhe ist. Ihre Windungen umlaufen den Pol 
entweder in gleichen Abständen oder der Abstand 
der Windungen nimmt mit der Entfernung vom Pol 
immer mehr zu. Beide Arten kommen sowohl in 
der Rankenornamentik als in der Architektur und in 
der letzteren namentlich an dem ionischen und 
korinthischen Kapital, und in den Lehnformen etc. 
vor. Ausser diesen beiden tritt in der Ranken¬ 
ornamentik auch noch die eckig gestaltete auf, die 


man irrtümlicher Weise als mäandrische Aufrollung 
auffasst. 

Spitzbogen nennt man den Bogen, der durch 
zwei im Scheitelpunkte sich schneidende Linien 
gebildet wird. Er kommt bereits im Altertume, aller¬ 
dings nur vereinzelt, vor, ist aber erst von der Gotik 
konstruktiv und künstlerisch durchgebildet, in die 
Architektur eingeführt. In der Spätzeit der Gotik 
sind daraus der Kielbogen, Eselsrücken, Tudorbogen 
und andere Formen entstanden. 

Spitzbogenfries, eine aus Spitzbogenformen 
gebildete Reihung am Fries gotischer Bauten und 
ähnlich dem Rundbogenfries gestaltet. 


Fig. 218. 


/Y/YA_A_A A A_ 


Klinkh. 


Spitzgiebel, ein steil ansteigender Giebel der 
gotischen Bauweise (siehe Wimperge). 

Spitzsiiule, in der Gotik vorkommende archi¬ 
tektonische Form (siehe Fiale). 

Stab, Stäbchen, ein kleines, halbrundes archi¬ 
tektonisches Glied, an Gesimsen, Kapitalen etc. vor¬ 
kommend (siehe Glied). 

Stabwerk nennt man die aus Stäben bestehende 
Einteilung an gotischen Fenstern (siehe Masswerk). 

Stele, griechisches Grabdenkmal in Form eines 
hermenartigen Pfeilers oder einer dünnen, aufrecht¬ 
stehenden Marmorplatte, die gewöhnlich oben einen 
leichten Sims erhielt und von einem geweihten Giebel 



oder einem freiendigenden Ornament bekrönt wurde 
(siehe Akroterie). Die Vorderseite wurde mit In¬ 
schriften versehen oder mit Schalen, Rosetten etc. 
zum Andenken an die dargebrachten Opfer in Relief 
bedeckt. Auch Abschiedsszenen, Weihungen, hat man 
darauf gefunden. 

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211 


Einfache Herstellung von Tonplatten. 


212 





Stierkopf (siehe Aaskopf). 

Stierschädel (siehe Äaskopf). 

Stichbogen oder Flachbogen, dessen Mittelpunkt 


Bei Platte Fig. 2 wurde dasselbe Verfahren 
beobachtet, nur mit dem Unterschied, dass statt des 
Schmirgelpapiers mittlerer Sorte grobes Sandpapier 
genommen wurde. 

Die Platten Fig. 3, 4, 5 und 6 sind mittels 
Stereotypie hergestellt. Als Muster dient Buchbinder¬ 
leinwand, von welcher eine Schriftmetallplatte in 
einem gewöhnlichen Giessinstrument für Papierstereo¬ 
typie direkt gegossen wird. Vor dem Giessen und wenn 
das Giessinstrument noch offen in horizontaler Lage 
ist, wird ein Stück durchscheinendes Bristolkarton 


unterhalb der Widerstandslinie liegt und weniger als 
einen Halbkreis beschreibt. (Fortsetzung folgt.) 


Einfache Herstellung von Tonplatten. 

0§?©as erste Heft eines in Cincinnati monatlich unter 
dem Titel »The Superior Printer< erscheinenden 
neuen typographischen Journals enthält unter anderen 
einige Anweisungen in einfacher und wenig kost¬ 
spieliger Weise Tonplatten mit gerauhtem, unregel¬ 
mässigem Muster zu erzeugen. Diese Anweisungen 
sind hauptsächlich für jene Buchdrucker berechnet, 
für welche gravierte Metallplatten zu teuer sind oder 
wo in mittlern und kleinen Provinzialstädten kein 
Graveur zu haben ist. 


Zu Platte Fig. 1 ist ein Streifen Buchsbaumholz 
oder ein Metallsteg genommen auf welchen ein Stück 
mittelgrobes Schmirgelpapier geklebt wurde, dass 
es sich nicht sogleich verschieben konnte. In dieser 
Gestalt wurde das Ganze auf die Mitte des Fundaments 


einer Handpresse gebracht, ein oder mehrere Stücken 
glattes Kartonpapier übereinander darauf gelegt und 
ohne Farbe aufzutragen ein scharfer Abdruck gemacht. 
Dieser, auf eine schrifthohe Unterlage befestigt, diente 
als Tonplatte. 


___ 

6 

auf den Boden und darauf das Stück Buchbinderlein¬ 
wand gelegt; auf diese kommt der auf Schrifthöhe 
und in die verlangte Breite gestellte Giesswinkel. 
Hierauf wird das Instrument geschlossen und zum 
Giessen vorgeschritten. Das Metall ist in derselben 
Hitze zu halten, wie bei gewöhnlichem Stereotypguss. 
Das Eingiessen des Metalls hat möglichst schnell zu 
geschehen. Die Platten werden schliesslich in die 
gewünschten Längen zersägt. 

Bei den Platten 3 und 4 wurde von der obern 
und untern Fläche des einen Leinwandmusters ein 
Abguss gemacht. Zu Fig. 5 und 6 ist ein andres 
Muster gewählt. 

Die Platte Fig. 7 ist ebenfalls ein direkter Abguss 
von Alligatorleder-lmitation, das in der Buchbinderei 
und Portefeuillefabrikation neuerdings so vielfach 


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213 


Typo-Iithographische Umdrucke auf gummiertes Papier. — Aliens Gummiermaschine. 


Verwendung findet. Das Verfahren ist das gleiche 
wie bei der Buchbinderleinwand. Beide Materialien 
sind in Buchbindereien und Portefeuillefabriken zu 
haben. 



Derartige Platten lassen sich auch zweckmässig 
als Leisten und Einfassungen an wenden, wenn man 
sie mit einer Linien- oder Phantasiestückeneinfassung 
umgibt, wie dies hier mit der Platte 5 unter Fig. 8 
dargestellt ist. 

Wir begrüssen übrigens dieses neue amerika¬ 
nische Fachblatt als eine beachtenswerte Erscheinung. 
Die uns vorliegende Nummer lässt eine gute Fort¬ 
setzung des Unternehmens erwarten. 


Typo-lithographische Umdrucke 

auf gummiertes Papier. 

ie uns unser geehrter Kollege, Herr Ferdinand 
Schlotke, Herausgeber und Verleger des 
»Journal für Buchdruckerkunst« und der Zeitschrift 
»Lithographische Rundschau« mitteilt, ist der von uns 
im Heft 6 unter obigem Titel und genauer Quellen¬ 
angabe gebrachte Artikel aus Nr. 4, Jahrgang 1885 
seiner lithographischen Rundschau in jene Blätter 
übergegangen und beansprucht Herr Schlotke die 
Priorität für dieses Verfahren, da dasselbe seine 
Erfindung ist und, wie uns eine Anzahl beigelegter 
Proben beweisen, von ihm fortwährend in bester 
Weise benutzt wird, um Umdrucke von Buchdruck¬ 
sätzen in wahrhaft gediegener Weise herzustellen und 
ihnen auf dem Stein noch eine Vollendung zu geben, 
die wir Buchdrucker ihnen nur mit der grössten 
Schwierigkeit geben können. 


214 


Wir teilen dies unseren Lesern mit, um Herrn 
Schlotke sein Recht zu wahren und ihm zugleich 
unsere Anerkennung für die wahrhaft gediegene und 
geschmackvolle Ausführung der fraglichen Arbeiten 
zu zollen. 

Aliens Gummiermasehine 

„The Indispensable“. 

inem Mr. Allen von der Allen Maschine Company 
in Halifax ist eine Gummiermaschine patentiert 
worden, deren Vorzüge in Printers’ Register aner¬ 
kennend hervorgehoben werden. Sie wird in ver¬ 
schiedenen Grössen gebaut., von denen die gesuchteste 
eine Länge von S'/a, eine Breite von 4 1 /* und eine 
Höhe von 4 1 /« Zoll englisch hat und deren Gesammt- 
gewicht l 1 ji Pfund beträgt, sodass sie leicht trans¬ 
portabel ist. Ihr Hauptverdienst besteht in der 



Reinhaltung der Arbeit. Die Basis bildet der Gummi¬ 
behälter in welchem der nickelplattierte Gummicylinder 
mittels einer Handkurbel stets nur in ein und derselben 
Richtung gedreht werden kann. Dem Zuführcylinder 
wird die Bewegung durch ein Zahnradgetriebe mit¬ 
geteilt; das Arrangement ist derart getroffen, dass 
nie Gummi über den Rand treten und die Oberfläche 
der Etikette beflecken kann. Die Gummischicht lässt 
sich in beliebiger Dicke, von der feinsten bis zur 
stärksten regulieren. Dies wird durch eine dem 
Farbendruck an der Schnellpresse ähnliche Vor¬ 
richtung bewirkt. Das eine Ende des Zuführcylinders 
tritt über das Lager hinaus, sodass selbst Etiketten 
von 4 x /2 Zoll Breite bis an die Ränder gummiert wer¬ 
den können. Bezüglich schneller Leistung, Sauberkeit 
und Ökonomie soll diese Maschine nichts zu wünschen 
übrig lassen. Da verhältnismässig wenig reibende 
Teile an der Maschine sind, hält sie sich für lange 
Zeit in gutem Gange und wird nur in seltenen Fällen 
oder garkeiner Reparatur bedürfen. Der alte, alles 
beschmutzende Gummitopf ist gänzlich beseitigt. Die 
Patentbeschreibung beansprucht eine Ersparnis von 




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215 


Zurichtmesser und Ahle. — Schriftprobenschau. 


216 


50 bis 75 Prozent an Gummi, Etiketten oder Adressen, 
von denen nur äusserst wenige vermakuliert werden, 
und an Arbeit. 

Da der Apparat bei aller Solidität doch sehr 
einfach ist, wird er auch zu einem mässigen Preise 
(30 Mark) abgegeben. Er eignet sich insbesondere 
für alle solche Geschäfte, welche viel Etiketten auf 
Waren zu kleben haben, für Journalexpeditionen 
zum Aufkleben von Adressen und für Redaktionen 
zum Einkleben von Journalausschnitten in Notizbücher 
oder auf weisses Papier für Redaktionsänderungen 
oder Zusätze als Manuskript für die Druckerei. Da 
die Maschine wenig Raum einnimmt und leicht trans¬ 
portabel ist, so hat sie der Benutzende stets zur Hand. 
Solange sie nicht in Gebrauch ist, wird sie mit einer 
Blechhaube bedeckt, die vor Hineinfallen von Staub 
schützt. 

Die Firma liefert zugleich eine Gummikomposition 
unter dem Namen Gumolene, welche bedeutend billiger 
zu stehen kommt als gewöhnlicher Gummi. Sie er¬ 
zeugt keinen Bodensatz und enthält keine nachteiligen 
Chemikalien; sie beschmutzt das Papier nicht und 
der Glanz ist so transparent wie guter Firnis. 

Uns will scheinen, als wenn diese Maschine sehr 
der von uns oft erwähnten Schirmerschen Gummier¬ 
maschine gleicht; freilich ist diese mehr für grössere 
Arbeiten und Papier ohne Ende bestimmt. 


Zurichtmesser und Ahle. 

ine zum Teil neue, in jeder Hinsicht aber 
praktische Ausführung hat die Fabrik von 
Heidenhain & Hoff mann in Berlin SW., Alexandrinen- 
strasse 24, diesen beiden so wichtigen Utensilien 
gegeben. Das etwa 11 cm lange, 1 mm starke und 
5 mm breite Zitrichtmesser wird in den Schlitz eines 
runden bequemen Holzgriffes geschoben und durch 
eine lange, starke Messinghülse, die auf den Holzgriff 
aufgeschoben wird und ihn fast vollständig be¬ 
deckt, bestens befestigt; die Hülse erlaubt auch ein 
Verlängern des oben elipsenförmig und doppel¬ 
schneidig zugeschlifTenen Messers durch ein einfaches 
Herausziehen, so dass sich jeder Maschinenmeister 
die Lage des Messers nach seiner Hand regulieren 
und ein bequemes Arbeiten sichern kann. 

Die Ahle ist in das Heft in höchst solider Weise 
eingeschraubt und lässt sich in dem Gewinde gleich¬ 
falls verlängern und verkürzen. Auch an dieser dient 
eine Hülse, mit einem in sie einzuschraubenden Knopf, 
durch den die Ahle geht, als oberen Schluss. 

Messer wie Ahle sind aus bestem Stahl gefertigt. 


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Man sieht beiden Utensilien an, dass der Rat 
eines Fachmannes bei ihrer Anfertigung befolgt wurde 
und in derThatist Herr Hoff mann, der Mitinhaber der 
Firma, ein gediegener Buchdrucker, der sich als Leiter 
renommierter Oflizinen ein ausgezeichnetes Renomme 
erworben hat und seine Thätigkeit nun der Anfertigung 
praktischer Utensilien, wie dem Bau von Maschinen für 
Buchdruckerei zuwenden will. Unter anderem baut 
die Firma, wie sie uns mitteilt, eine kleine Tiegeldruck¬ 
maschine eigener Konstruktion mit Cylinderfarbung, 
die selbstthätig Kuverts, Karten etc. an- und auslegen 
soll. — Wir wünschen der Firma beste Erfolge. 


Sehriftprobensehau. 

(Den Wohnort der unter »Schriftprobenschau« und »Satz und Druck der 
Probenblätter« genannten Firmen geben wir nur dann an, wenn sie weniger 
bekannt oder nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver¬ 
weisen auch auf das Bczugsquellenregister auf der 2. Umschlagseite.) 

02©ie J Hämische Einfassung , welche die Schrift- 
giesserei Otto Weisert vor einigen Jahren 
veröffentlichte und mit der sie so bedeutende Erfolge 
erzielte, war bekanntlich eine Arbeit des Baumeisters 
Leitzen in Braunschweig, der dieselbe unter der 
Beihilfe des Herrn Bosse , unseres langjährigen, be¬ 
währten Mitarbeiters, in einer Weise ausführte, 
die durchaus der Technik unserer Kunst entsprach. 
Heute finden unsere Leser eine zweite Arbeit des 
Herrn Leitzen als Beilage zu diesem Heft; es ist 
gleichfallls eine Einfassung , die, von Otto Weisert 
geschnitten, unter der Benennung Deutsche Schild¬ 
einfassung veröffentlicht wird. 

Wie das Stückverzeichnis zeigt, besteht diese 
Einfassung aus 54 markig gezeichneten, schraffierten, 
sauber geschnittenen Figuren grösseren Kegels im 
Renaissancestil und dass man sehr gefällige An¬ 
wendungen daraus bilden kann, beweist das zweite 
grössere Blatt. 

Augenscheinlich sind der Künstler wie die 
Giesserei bemüht gewesen, dem Buchdrucker ein 
Material zu bieten, dass sich zu kleineren, wie zu 
grösseren Anwendungen gleich gut eignet, leicht zu 
setzen und zu drucken ist und auch dauernd seine 
Schärfe behält. Alle Linien sind kräftig gehalten 
worden und wenn man nach der Probe urteilen kann, 
sind sie gleichmässig und exakt geschnitten und passen 
auch alle Ansatzstellen gut, so dass man schnelles 
Zurichten und leichtes Drucken ohne Umstände er¬ 
warten kann. 

Hat die Einfassung auch unseren beliebten, fein 
schattierten Ornamenten gegenüber etwas Skizzen¬ 
haftes. uns an die Technik unserer älteren Vorfahren 
Erinnerndes, weil diese noch nicht so fein mit dem- 


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217 


Satz und Druck der Probenblätter. 


218 


Stichel, der Feder oder der Nadel umzugehen ver¬ 
mochten, wie dies jetzt vermöge so vieler Hilfsmittel 
möglich ist, so erfüllt sie doch jedenfalls den beab¬ 
sichtigten, durchaus praktischen Zweck, markig , dabei 
gefällig zu tvirken und — billig zu sein — denn das 
Minimum hat ein Gewicht von nur 7*/« Kilo bei einem 
Preise von 3 M. pro ’/a Kilo. 

Eine zweite Einfassung, die wieder die zarte, 
peinlich saubere Ausführung zeigt, welche uns durch 
den Geschmack und die vollendete Technik der Neu¬ 
zeit so sympathisch geworden, ist die nachstehend 
abgedruckte Einfassung Serie LXX1 der Schrift- 
giesserei J. G. Scheiter dt Giesecke . Bei dieser ist es 
ganz besonders gut gelungen, mit nur sehr wenig 
Stücken dennoch eine vielseitige Anwendbarkeit zu 
erreichen und zu ermöglichen, dass man ohne grosse 
Mühe sowohl einfachere wie reichere Formen zu bilden 
vermag; es wird daher jedem Setzer, der nur einige 
Kenntnisse vom richtigen Ornamentieren besitzt, mög¬ 
lich werden, diese schöne Einfassung in bester Weise 
zu benutzen. 

Sehr wesentlich zur sinnigen Ausschmückung 
von Arbeiten werden die vorhandenen Embleme für 
die verschiedenen Künste, Gewerbe und Wissen¬ 
schaften beitragen können, kurz, .wir haben es bei 
dieser Einfassung der Giesserei Scheiter & Giesecke 
wieder mit einem Erzeugnis zu thun, das vor der 
Herstellung in die kleinsten Details gründlich geprüft, 
nun nach der Vollendung in bester Weise seinem 
Zwecke entspricht und dem Auge ein wohlgefälliges 
Bild bietet. 


Satz und Druck der Probenblätter. 

ie Möglichkeit, auch die nüchternsten geschäft¬ 
lichen Formulare in einer originellen, von der 
gewöhnlichen Manier abweichenden Weise herzu¬ 
stellen, beweist so recht unser in der Pierersehen 
Hof buchdruckerei in Altenburg hergestelltes Blatt J. 
Herr Watzulik, der oft genannte und allen Denen, 
welche sich mit Accidenzsatz beschäftigen, rühm- 
lichst bekannte Accidenzsetzer dieser Offizin, ver¬ 
schmäht es nun einmal, die ausgetretenen Wege der 
Alltagspraxis zu gehen und nach wie vor ist es die 
Linie , jenes enfant terrible des ungeschickten Setzers 
— dessen Arbeit uns mit dem gleichen Entsetzen 
erfüllt, wie etwa die verfänglichen, superklugen Fragen 
des lebenden enfant terrible in der Gesellschaft — 
die Linie ist es, die ihm in vortrefflicher Weise zur 
Ausschmückung seiner Arbeiten dient und deren 
häufige Anwendung wir bei ihm als eine Spezialität 


auch dann gelten lassen wollen, wo wir sie nicht 
anwenden würden, eben, weil seine Arbeitsweise eine 
durch und durch originelle ist. Watzulik verfügt 
freilich auch über ein sehr reichhaltiges Material und 
über die entsprechenden Hilfsmittel, so dass es nicht 
darauf ankommt, den vorhandenen, rein quadratischen 
Ornamenten durch Beschneiden die entsprechende 
Form zu geben, um, wie dies z. B. auf dem fraglichen 
Blatt geschehen, grössere Räume voll mit Ver¬ 
zierungen zu füllen und dadurch hübsche Effekte zu 
erzielen. Bei dem oberen Formular ist besonders 
die Seitenvignette beachtenswert, während das untere 
eine in allen Teilen originelle Ausführung zeigt. 

Auf Blatt B brachten wir die Woellmersche 
Fr an Min - Einfassung, die Albreclit Dürer-Leisten von 
Benj. Krebs Nachf. und die Neuesten Federzüge von 
Ludwig dt Mager zur Anwendung. Spezielleres über 
die verwendeten Schriften und Einfassungen ersehe 
man aus dem nachstehenden Verzeichnis. 

Gedruckt wurde das Blatt in Chokoladenhraun 
von Käst & Ehinger. 

Einen Beweis dafür, dass selbst kleine Offizinen 
in unbedeutenden Orten dahin streben, ihren Kunden 
nur geschmackvolle Arbeiten in vortrefflicher, scharfer 
Druckausführung zu bieten, gibt die Anwendung 1 auf 
Blatt Q unserer heutigen Proben. Wir erbaten uns 
den Satz exlra zum Abdruck im Archiv von der 
K. Mülley'schen Buchdruckerei in Altschönefeld , einem 
Vorstadtdorf von Leipzig. Herr Regel, der junge, 
strebsame Besitzer dieser Offizin, versteht es, nicht 
nur geschmackvoll zu setzen, sondern auch durchaus 
gut zu drucken, denn das Original dieses Menu, aus 
seiner Offizin hervorgegangen, gab unserem Druck 
bezüglich der Reinheit und Brillanz der Farben nichts 
nach. Anwendung 2 auf diesem Blatt zeigt zwei 
aus einer höchst geschmackvollen, zum Mehrfarben¬ 
druck eingerichteten Weisertschen Einfassung gesetzte 
Leisten, die dem Menu zu grosser Zierde gereichen. 
Auch die, die Leisten umgebende Einfassung von 
Bauer dt Cie., die Flinschschen Ecken und die Schrift 
im Innern, wie auch die äussere Gronausche Ein¬ 
fassung bilden eine gefällige Ausschmückung der 
Arbeit. 

Der Druck in zwar lebhaften, brillanten, dabei 
doch dezenten Farben wurde ausgeführt mittels Gold 
in gewöhnlicher Weise, Rotbraun von Frey & Sening, 
grünlich-gelbem Ton (Leiste), gemischt aus Viridingrün 
von Hermann Ganger in Ulm , TFe/ss und etwas Braun 
und kapergrünem Ton , gemischt aus denselben Farben 
mit etwas stärkerem Zusatz von Grün. 



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Einfassung Serie LXXI. 


Chemie. 


Architektur. 


Tonkunst. 


Giesskunst. 


Bergbau. 


Metallindustrie. 


Skulptur. 


Astronomie. 


Landwirtschart. 


Druckkunst. Handel und Verkehr. Ornament. 


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221 


Bezugsquellen. — Zeitschriften- und Bücherschau. 


222 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 

Quittungsformulare (J). Originalsatz von der 
Piererschen Hofbuchdruckerei in Altenburg. 

Karten (M). 1. Einfassung von Woellmer, ® von 

Scheiter & Giesecke, Ecken und Mediaeval-Schreibschrift 
von Flinsch. 2. TU von Theinhardt, das übrige Einfassungs¬ 
material und Ecken von Krebs, Federzüge, Stuttgarter von 
Ludwig & Mayer, Preis-Wettfahren von Nies Nachfolger. 
Sonntag von Genzsch & Heyse. Beginn von Roos & Junge, 
Die Plätze etc. von Brendler & Marklowsky. 

Menus (Q). 1. Originalsatz von K. Müllers Buch¬ 

druckerei in Altschönefeld bei Leipzig. 2. Leisten von Weisert, 
«+» von Bauer & Cie., Spitze von Gronau. Innere Ecken und 
Schrift von Flinsch, Schlussstück von Ludwig & Mayer. 


Zeitschriften- und Büehersehau. 

— Vom Supplementband zur 13. Auflage von Brockhaus' 
Konversations-Lexikon liegen bereits die ersten fünf Hefte 
vor. Dieselben zeigen, dass das Werk die Aufgabe, die es 
sich gestellt hat, nach allen Seiten hin mit bestem Erfolg 
zu erfüllen bestrebt ist. Abgesehen von den ausserordent¬ 
lich zahlreichen kleineren Ergänzungen. welche einzelne 
Artikel des Hauptwerks erfahren, bringen diese Hefte auch 
viele grössere Artikel, welche teils ebenfalls zur Ergänzung 
der im Hauptwerk befindlichen dienen, teils vollständig neu 
sind. Unter denselben sind insbesondere hervorzuheben die 
den deutschen Verhältnissen gewidmeten Artikel: »Deutsches 
Heerwesen« (bereits die Reorganisation nach dem Gesetz, 
betreffend die Friedenspräsenzstärke des Deutschen Heeres, 
vom 11. März 1887 enthaltend), »Deutsche Kunst«, »Deutsche 
Litteratur«, namentlich aber »Deutschland und Deutsches 
Reich« (mit zahlreichen statistischen Tabellen und das 
Geschichtliche bis zur Gegenwart fortführend). In einem 
grösseren Artikel: »Afrika« sind die neuesten Entdeckungs¬ 
und Forschungsreisen, sowie die Kolonialverhältnisse dar¬ 
gestellt, woran sich gewissermassen der Artikel: »Deutsche 
Ostafrikanische Gesellschaft« anschliesst. Dasselbe gilt von 
den Artikeln »Asien« und »Australien«. Der Artikel »Elektro¬ 
technik« , welchem ebenfalls eine Tafel beigegeben ist, 
berichtet über die wichtigen Fortschritte, welche auf diesem 
Gebiete in neuester Zeit gemacht worden sind. Unter den wich¬ 
tigen biographischen Ergänzungsartikeln sind »Alexander III., 
Kaiser von Russland. Alexander, Fürst von Rulgarien« (nebst 
dem Ergänzungsartikel Rulgarien) und Rismarck hervorzu¬ 
heben. Ausserdem sind noch zahlreiche kleinere Biographien 
hervorragender Zeitgenossen gegeben. Auf dem Gebiete der 
kommerziellen, volkswirtschaftlichen und sozialen Fragen 
begegnen wir Artikeln über Aktien, Arbeiterkolonien, Ar¬ 
beiterversicherung, Auswanderung, Berufsgenossenschaften, 
Bimetallismus, Branntweinsteuer etc. Unter den Tafeln sind 
zu nennen: Flaggen des Deutschen Reichs, Flaggen und 
Fernsignale des internationalen Signalbuchs, neueste Hand¬ 
feuerwaffen, Sternkarte des südlichen Himmels, Karte des 
Osmanischen Reichs, welche sämtlich sich auf Artikel be¬ 
ziehen, die in den späteren Heften enthalten sein werden. 
Schon diese, das erste Drittel des Supplementbandes bilden¬ 
den Hefte zeigen, dass derselbe das Hauptwerk in der 
zweckmässigsten Weise ergänzt und für alle Besitzer des¬ 
selben unentbehrlich ist. Die übrigen Hefte werden in 


rascher Folge erscheinen, so dass der Supplementband bis 
zum Herbste vollständig vorliegen wird. 

— Von dem Universum, redigiert von Jesko von Putt- 
kamer, Verlag des Universum in Dresden, liegen uns 
wieder drei neue Hefte (17, 18, 19) vor. Auch diese Hefte 
zeigen das unermüdliche Streben der Redaktion und der 
Verlagshandlung, das Universum zu einer vornehmen, höchst 
gediegenen, reich illustrierten und brillant ausgestatteten 
Zeitschrift zu gestalten. Es ist lins allezeit von grossem 
Interesse gewesen, spezieller Einsicht von dem Inhalt der 
Hefte zu nehmen und mit wahrer Befriedigung haben wir 
gefunden, dass man nicht nur in jeder Hinsicht Gediegenes 
bietet, sondern auch bedacht ist, wichtige Ereignisse schnell 
zu Kenntnis der Leser zu bringen. So enthält z. B. das 
19. Heft bereits eine illustrierte Schilderung der erst vor 
Kurzem stattgehabten internationalen Gartenbauausstellung 
zu Dresden. Der Text, mit zahlreichen Illustrationen ge¬ 
schmückt, wird in vortrefflicher Weise bei Metzger & Wittig 
in Leipzig, die herrlichen Lichtdruckbilder in der renom¬ 
mierten Anstalt von Römmler & Jonas in Dresden gedruckt. 

— f Zeitschrift für deutsche Sprache. Herausgegeben 
von Professor Dr. Daniel Sanders (Altstrelitz). Monatlich 
ein Heft, vierteljährlich 3 Mark. Druck und Verlag von 
J. F. Richter in Hamburg. Der durch seine, auf dem Gebiete 
der deutschen Sprache so schätzbaren Forschungen rühm- 
lichst bekannte Herr Verfasser hat, wie er im Vorwort 
bemerkt, sich schon seit Jahrzehnten mit dem Gedanken 
herumgetragen, eine Zeitschrift für deutsche Sprache heraus¬ 
zugeben, in welcher er die reiche Fülle des Stoffes an 
Beobachtungen, Beispielen und Belegen, die sich während 
eines langen Zeitraumes bei ihm angesammelt hat, sowie 
die aus allen Teilen des Vaterlandes und weit über dessen 
Grenzen hinaus unaufhörlich bei ihm eingehenden mannig¬ 
faltigen Fragen über Gegenstände aus unserer Muttersprache 
gründlich zu verarbeiten und die Antwort auf jene Fragen 
tiefer und eingehender und aus einem umfassenderen 
Gesichtspunkte zu behandeln, als es in einem Briefe 
sich thun lässt und sie zugleich nutzbringend für weitere 
Kreise zu machen. Das neue Unternehmen wendet sich 
deshalb an den grossen, weiten Kreis aller der Gebildeten, 
die von dem Streben erfüllt sind, in unserer neuhoch¬ 
deutschen Schriftsprache auf dem Standpunkt der heutigen 
Entwickelung stehend, sich mit der vollkommenen, aus dem 
klaren Bewusstsein der Gründe hervorgehenden Sicherheit 
gut, gewandt, rein und richtig auszudrücken. 

— Herr Vittorio Turati in Mailand übersendet uns einen 
Prospekt über die Leistungen seines Phototgpographischen 
Instituts . Sechsunddreissig Illustrationen in gross Oktav, 
Reproduktionen nach der Natur, nach Photographien, Litho¬ 
graphien etc. etc. zieren das stattliche Heft und zeigen eine 
Klarheit, Reinheit und Schärfe des Korns und der Linien, 
wie solche nur die peinliche Hand eines aufmerksamen und 
mit seinem Fach durchaus vertrauten Meisters zu schaffen 
vermag, denn, ist das ganze Verfahren ja auch fast aus¬ 
schliesslich ein mechanisches, so gehört doch viel Fertigkeit 
und Erfahrung dazu, um gute, leicht druckbare Platten zu 
schaffen. Wir finden in dem Heft Blätter von wirklich 
hervorragender Schönheit wie gediegenster Ausführung und 
wundern uns nicht, dass Herr Turati, wie ein Extraaufdruck 
auf den Text des Heftes besagt, ein Diplom auf der Wiener 
graphischen Ausstellung von 1886 erhielt. Dem Drucker der 
Blätter sei gleichfalls unsere Anerkennung ausgesprochen, 
denn er hat die gediegene Ausführung der Platten meister¬ 
haft zur Geltung gebracht. 

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223 


Mannigfaltiges. 


224 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. Am 10. Mai feierte in Bavensburg der 
Metteur Herr E. Huber sein 25jähriges Geschäfts- und Berufs¬ 
jubiläum. — Am 15. Mai feierte der noch heute an der 
Handpresse thätige Drucker Herr Gottlieb Knödler in der 
Offizin der Deutschen Verlagsanstalt (früher Ed. Hallberger) 
in Stuttgart sein 60jähriges Berufsjubiläum. — Die Buch¬ 
druckerei Deutsch in Budapest feierte am 15. Mai ihr25jähriges 
Bestehen. Der Chef spendete dabei 500 Gulden zur Gründung 
einer Haushilfskasse. — Am 1. Juni feierte in der Schrift- 
giesserei von Julius Klinkhardt in Leipzig der Faktor 
Herr Georg Höhn sein 50jähriges Berufsjubiläum. — Am 
6 . Juni feierte der Metteur der Badischen Landeszeitung 
in Karlsruhe, Herr Wilhelm Bauer sein öOjähriges Berufs¬ 
jubiläum. Demselben wurde vom Grossherzog die grosse 
silberne Medaille verliehen. Von seiten seiner Berufs¬ 
genossen wurde ihm ein uns vorliegendes in geschmackvoller 
Weise durch die Macklotsche Buchdruckerei hergestelltes 
Gedenkblatt und ein Brillantring gewidmet. — Am 26. Juni 
beging der Buchdrucker Herr Friedrich Polle in Stade die 
Feier seines 50jährigen Berufsjubiläums. 

— Gestorlten. Herr Bobert S. Menamin, dessen wir im 
letzten Heft auf Spalte 174 gedachten, der Begründer und 
Herausgeber des »Printers Zirkulare zu Philadelphia, ist 
am 19. April daselbst, 53 1 /* Jahr alt, nach längerem Leiden 
gestorben. — Am 19. Mai der Besitzer der Heinrichschen 
Buchdruckerei in Dresden , Herr Julius Friedrich Hennann 
Heinrich , 4-1 Jahre alt. — Am 28. Mai der frühere Buch¬ 
druckereibesitzer, Herr Friedrich Eduard Driemel in Lübben 
(Niederlausitz) im 84. Lebensjahre. — Am 29. Mai der 
frühere Buchdruckereibesitzer Herr Johannn Georg Bircher 
in Aarau (Schweiz). 

— Geschäftliche Notizen. Die Druckerei von Pius Both- 
kegel in Beichenstein (Schlesien) ging durch Kauf in den 
Besitz des Herrn P. Neguer über. — Aus der Firma Ge¬ 
brüder Carl dr Nikolaus Benziger in Einsiedeln und Wahlshut 
sind die Herren Nikolaus Benziger-Benziger und Martin 
Benziger-Dietschy ausgetreten, um ihre Söhne, die Herren 
Carl M. Benziger-Gottfried und Joseph Benziger eintreten 
zu lassen: die neue Firma lautet: Benziger d* Co. in Ein¬ 
siedeln und Waldshut. — ln die Firma Hugo Friebel in 
Bcudnitz-Leipzig sind die Herren Techniker Philipp Peter 
und Kaufmann Theodor Mendheiin als Teilhaber eingetreten 
und wird das Geschäft nun unter der Firma: Messingtypen¬ 
fabrik Hugo Friebel «T Co. weitergeführt. — Die Maschinen¬ 
fabrik von König & Bauer zu Oberzell hat ihre Vertretung 
für Württemberg nach dem unlängst erfolgten Hinscheiden 
ihres Vertreters Ebner, Herrn Carl Bupprecht, Mitchef der 
Schriftgiesserei Bauer <f* Co. in Stuttgart , übertragen. — 
Die Firma Ferd. Flinsch in Leipzig hat Herrn Ferdinand 
Flinsch, ältestem Sohne des Herrn Heinrich Flinsch, Prokura 
erteilt und zwar in der Weise, dass er die Firma mit 
Herrn Johannes Flinsch oder mit Herrn F.mil Teichmann 
zu zeichnen ermächtigt ist. 

— Die Sammlung von Proben bunter Farben , welche die 
Fabrik von Frey d’ Sening in den Heften dieses Jahrganges 
unseres »Archiv« veröffentlicht, wird heute durch eine 
Probe von Königsblau vermehrt. Dieses Blau zeigt jene 
dezente Tönung, welche für viele Zwecke so unerlässlich 
ist. Es hat nicht das Feuer und das brillante Aussehen 
einiger der modernen blauen Farben, wie Azur-und Kaiserblau, 
aber diese Farben sind eben nicht überall anzuwenden, 


weil sie, besonders im Verein mit anderen Farben, zu bunt 
erscheinen, während man eine Nüance wie das Königsblau 
überall da anwenden kann, wo ein Blau überhaupt am 
Platz ist. Der Preis von 6 M. pro Pfund für in Firnis an¬ 
geriebene und 8 M. für trockene Farbe ist ein ziviler. 
Speziellere Preisangaben sehe man auf dem Probenblatt selbst. 

— Einen selbsthätigen ZeitungsVerteiler, der nach Ein¬ 
wurf eines bestimmten Geldstückes die Nummer einer 
Zeitung ausliefert, hat der französische Ingenieur Galland 
in Lyon konstruiert. Der Mechanismus desselben beruht 
auf dem nämlichen Grundgedanken, wie er bei den Lon¬ 
doner Postkarten-Verkaufsapparaten vorherrscht. Ein solcher 
Zeitungsverteiler wird gegenwärtig von dem »Kourier de 
Lyon« mit Vorteil und zur Zufriedenheit seiner Einzel¬ 
abnehmer benutzt. Die Vorrichtung besteht aus einem Kasten 
mit Glasscheibe, welcher die Zeitungen enthält, während 
im unteren Teile der Hebelmechanismus angebracht ist. 
Die Apparate können jedem Zeitungsformat und Gewicht 
angepasst und der Auslösungsmechanismus auf jedes be¬ 
liebige Geldstück eingestellt werden. Der Erfinder baut 
die Kästen sowohl zum Einlassen in eine Mauer, als in 
Säulenform; auch können sie an einem freistehenden Be¬ 
leuchtungskandelaber recht gut angebracht werden. 

— Eine wertvolle Sammlung alter Buchdruckomamente 
ging zufolge Beschlusses des Börsenvereins der deutschen 
Buchhändler aus dem Besitze des Kunstgelehrten und 
Antiquars A. F. Butsch in Augsburg in den des ge¬ 
nannten Vereins für die Kaufsumme von 12 000 M. über 
und wird der Bibliothek desselben in Leipzig einverleibt 
werden. Ausser dieser wichtigen Erwerbung wurde auch 
noch der Ankauf des bekannten, seit 30 Jahren im Verlage 
von Otto August Schulz in Leipzig erscheinenden Adressbuch 
für den deutschen Buchhandel zum Preise von 60 000 M. be¬ 
schlossen, der Verein wandte demnach in diesem Jahre eine 
ziemlich bedeutende Summe zu solchen Erwerbungen auf. 

— In Mailand wird von der Direktion des typographischen 
Piusinstituts und den dortigen typographischen Gesellschaften 
eine internationale typographische Ausstellung geplant, deren 
Eröffnung im Monat August stattfinden soll. Hervorragende 
Arbeiten werden preisgekrönt. 

— Mit Maschinen geschriebene Briefe sind keine Druck¬ 
sachen. Die bekannte Postbestimmung, welche die mit Schreib¬ 
maschine hergestellten Briefe von der Drucksachen¬ 
beförderung ausschliesst, wird durch eine im »Postblatt« 
mitgetheilte Entscheidung in Erinnerung gebracht. Eine 
nach Schweden gerichtete Drucksachensendung, welche einen 
mittels Schreibmaschine hergestellten Brief enthielt, wurde 
wegen vorschriftswidriger Beschaffenheit am Bestimmungs¬ 
orte angehalten und von der schwedischen Postverwaltung 
hierher zurückgeschickt. Die Sendung wurde dem Absender 
zurückgegeben mit dem Hinweis, dass die auf der Schreib¬ 
maschine angefertigten Schriftstücke keinen Anspruch auf 
Beförderung gegen das für Drucksachen festgesetzte er- 
mässigte Porto haben. Die im Inlandsverkehr angewendete 
Bestimmung gilt daher auch fürs Ausland. 

— Zu den meistgelesenen englischen Tagesblättern 
zählt ohne Zweifel der Daily Telegraph. Was das Blatt 
ganz hauptsächlich auszeichnet, sind seine Grösse und 
Billigkeit. Ein jedes seiner Exemplare kostet nur 1 Penny, 
doch man schätzt das Reinerträgnis dieses Pennyblattes auf 
mehrere Millionen Mark jährlich. Als der Daily Telegraph 
im Jahre 1855 in die Hände der gegenwärtigen Besitzer 
überging, betrug der Inseratenwert höchstens 40 M. täglich, 
fünfzehn Jahre später jedoch schon 12 000 M. und die 


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225 


Mannigfaltiges. 


226 


Durchschnittsauflage war auf 190 000 pro Tag gestiegen. 
Letztere ist jetzt nicht unter 220 000 täglich. In geschäfts¬ 
stiller Zeit ist die Zahl der Anzeigen ungefähr 2000 täglich. 
Während der Parlamentssession kommt sie oft auf 5000 und 
man muss dann 3 Bogen des Blattes geben, um sie unter¬ 
zubringen. Selbstverständlich sind die Einrichtungen der 
Druckerei derartig getroffen, um den gewaltigen Anforde¬ 
rungen an sie entsprechen zu können. Im Maschinensaal 
stehen 10 Rotationsmaschinen, jede fähig, gegen 12 000 
fertige Exemplare in der Stunde zu liefern. Es bedarf daher 
nur kurzer Zeit, um die ungeheure Auflage von 220000 Exem¬ 
plaren fertig zu stellen. Das Blatt hat seine eigene Papier¬ 
fabrik. 

— Zeit ist Geld. Diese Überschrift findet man in vielen 
Bureaus, ohne dass sich die Schwätzer daran stossen. Auch 
die Inschrift: »Ärgere Dich nicht« und »Sei ruhig«, 
welche sich der Chef des Hauses vor Augen halten sollte, 
nützt nicht sehr viel oder man sieht gar nicht auf diese 
Warnungstafel. Das litterarische Institut des Dr. M. Huttler 
in München hat es unternommen, die Inschrift: »Zeit ist 
Geld« in altdeutscher Frakturzierschrift in roter Farbe 
an fertigen*) und darunter einen Spruch setzen zu lassen, 
welcher Denjenigen, der uns mit seinem Besuche die Zeit 
der Arbeit entwenden will, auf die artigste und angenehmste 
Art beschäftigt und — belehrt: wir dürfen nur stumm auf 
die nachstehenden Verse weisen: 

Zeit ist Geld. 

Zeit ist Geld — das merke Dir? 

Nur geschäftlich komm 1 zu mir. 

Willst Du unterhalten sein, 

Stelle Dich des Abends ein. 

Zeit ist Geld, — Wenn nicht für Dich, 

So doch immer noch für mich. 

Hast Du nun mal nichts zu thun. 

Zwing’ nicht And’re mitzuruh’n. 

Zeit ist Geld. — Bedenke das! 

Tropfen leeren auch ein Fass! 

Zehn Minuten weg des Tags, — 

Macht im Jahr! — Wer’s kann, der sag’s! 

— | Die chinesische Riesenencyklopädic. Diese nun in 
Peking im Druck vollendete Encyklopädie ist 5020 Bände 
stark und das umfänglichste Werk der chinesischen Litteratur. 
DerTitel in der Landessprache lautet: »T'u-shu-tschi-tsch’eng«. 
Sämtliche Bände enthalten 426 204 Blätter, jedes Blatt hat 
18 Kolonnen und 20 Wörter resp. Schriftzeichen (es mag 
hier zugleich bemerkt sein, dass die Chinesen in vertikalen 
Zeilen von oben nach unten und von rechts nach links 
schreiben und drucken). Dies ergibt nach Abzug aller Titel, 
Rubriken und anderer Unterbrechungen immer noch weit 
über 100 Millionen Wörter. Von dem auf Kosten der 
Regierung gedruckten Werk wurden nur hundert Exemplare 
abgezogen, von denen die kaiserlichen Prinzen, die Staats¬ 
minister und die Beamten, welche den Druck überwachten, 
je eins erhielten. Der Rest wird in der kaiserlichen 
Bibliothek aufbewahrt. Sieben weitere Exemplare wurden an 
drei Nationalbibliotheken und vier hochangesehene Familien 
verteilt, sind aber während einer Revolution verloren ge¬ 
gangen. Ein auf weisses Papier gedrucktes Exemplar wurde 
für 40 000 M. und eins auf Bambuspapier für 30 000 M. an 

*) Uns liegt dieses Tableau im Originale vor. Es zeigt, wie alle 
Arbeiten genannter Firma, eine gediegene Ausstattung im Renaissance¬ 
stil und ist insbesondere die reiche Einfassung von grosser Wirkung, 
während die Schrift ihrem Zweck bestens entspricht. Red. d. Archiv. 


eine chinesische Firma verkauft, welche eine auf photo¬ 
lithographischem Wege ausgeführte neue Ausgabe veran¬ 
staltet, die binnen drei Jahren beendet sein soll. Der 
Subskriptionspreis beträgt 1800 M. 

— Aus einem Vortrag des Professors R. K. Douglas 
über »Die Bibliotheken des äussersten Ostens« entnimmt 
der »London und China Telegraph« Folgendes: Die Pekinger 
Staatsbibliothek ist elf Jahrhunderte alt. Die Bibliothek von 
Kwo-toz-kien wurde unter der Chow-Dynastie (1122 bis 
255 v. Chr.) errichtet und stand, was Alter und Reichtum 
des Inhaltes betrifft, einzig unter allen Bibliotheken der 
Welt da. In jeder grossen Stadt des chinesischen Reiches 
gab es eine stattliche Bibliothek; in anderen wetteiferten 
Privatbibliotheken mit den unter der Leitung von Mandarinen 
stehenden Büchersammlungen. In den Bücherverzeichnissen 
fehlen Novellen. Theaterstücke und religiöse Abhandlungen 
regelmässig. Die vornehmen Chinesen hegen die tiefste 
Verachtung für Alles, was Novelle ist, sie schätzen nur 
Dasjenige, was sie für wahr oder auf Wahrheit beruhend 
halten, wogegen sie alle Werke der Phantasie missachten. 
Leihbibliotheken gibt es in allen grossen Städten Chinas 
und Japans. Der Inhalt wird durch Herumträger bekannt 
gemacht Durch Vermittelung der Letzteren werden dem 
Leserkreise, der meist aus ärmeren Leuten, sowie aus 
Mädchen und Frauen besteht, für ein sehr Geringes 
(V« Penny für den Band) hauptsächlich Novellen, Theater- 
und Geistergeschichten und dergl. zugeführt. 

— Die weit über die Grenzen Deutschlands berühmte 
Sammlung von Kunst- und kunstgewerblichen Gegenständen, 
welche der Senator und Buchdruckereibesitzer Culemann 
in Hannover hinterlassen hat, ist, wie man hört, von dem 
dortigen Magistrat für 600000 M. erworben worden, nachdem 
der Staat einen Zuschuss von 300000 M. gewährt hat. Ohne 
die kräftige Unterstützung des Staats, wäre sie wohl kaum 
der Stadt erhalten geblieben. 

Briefkasten. 

Herrn Wettengel, Geschäftsführer in H. Hohmanns Buchdruckerei 
in Darmstadt. Wir danken Ihnen bestens für Übersendung von Ar¬ 
beiten Ihrer Offizin. Der Satz verdient Anerkennung in jeder Hinsicht; 
das reichhaltige Material ist bestens angewendet. Ihre sonstigen freund¬ 
lichen Mitteilungen erledigen sich durch den auf Spalte 213 enthaltenen 
Artikel. — Herrn Reinhold Dittberner in Schömberg i. Schl. Aus Ihren 
Arbeiten ersehen wir. dass Sie jetzt auch unter die »Besitzer« gegangen 
sind und Bich ganz hübsch eingerichtet haben. Wir wünschen Ihnen 
beste Erfolge. 


Zur gefälligen Beachtung! 

eft 8 und 9 des »Archiv« erscheinen wie seither auch 
dieses Jahr als Doppelheft Ende August. 

Die Expedition des Archiv für Buchdruckerkunst. 


Inhalt des 7. Heftes. 

Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstansdrücke. — 
Einfache Herstellung von Tonplatten. — Typo-lithographischer Umdruck 
auf gummiertes Papier. — AIlenB (iummiermaschine »The Indispensable«. 
— Zurichtmesser und Ahle. — Schriftprobenschau. Satz und Druck 
der Probenblätter. — Bezugsquellen etc. — Zeitschriften- und Bücher- 
Bchau. — Mannigfaltiges. — Annoncen. — 1 Blatt Quittungsformulare. — 
1 Blatt Karten. — 1 Blatt Menus. — 2 Blatt Einfassungsproben von 
Otto Weisert in Stuttgart. — 1 Blatt Farbenprobe von Frey & Sening 
in Leipzig. _ 

Das Heft enthält im Ganzen 6 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 

14* 



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227 


Annoncen. 


228 



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Doppelheft) zum Preise von 12 M. Zu beziehen ist das 
Archiv durch jede Buchhandlung, sowie direkt von der Verlags¬ 
handlung. In letztere Fall beträgt der Preis bei Zusendung per 
Post innerhalb Deutschlands und Österreichs 13 M. 50 Pf. 

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tritt der erhöhte Preis von 15 Mark ein. 

Insertionsbedlngungen ersehe man bei der Rubrik 
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Beilagen für das Archiv werden angenommen und die 
Gebühren daHlr billigst berechnet. Schrift-u. Einfassungs- 
Novitäten etc. finden beste Anwendung im Text und auf den 
Musterblättern ohne weitere Berechnung, doch wird bedungen, 


dass dieselben, als Äquivalent für die durch die Aufnahme er* 
wachsenden Mühen und Kosten dienend, in nnser Eigentum über¬ 
gehen. Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Von allen im Archiv enthaltenen Abbildungen werden 
Galvanotypen zu civilen Preisen geliefert, ebenso von 
allen auf den Proben angewendeten Vignetten, Initialen 
Platten etc. Lieferung aller auf den Proben angewendeten 
Schriften etc. wird zu den Originalpreisen der betr. 
Giessereien besorgt. Ebenso werden Farben und 
Papiere, wie solche von uns benutzt sind, auf Wunsch ab¬ 
gegeben. Von besonders gefälligen Arbeiten sind Blanko- 
VOrdrucke am Lager. Speziellere Bemerkungen über Galvano* 
typen und Vordrucke sehe man unter Satz und Druck der Beilagen. 


Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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ARCHIV FÜR BUCHDRUCKERKUNST 

UND VERWANDTE GESCHÄFTSZWEIGE. 

HERAUSGEGEBEN VON ALEXANDER WALDOW. 


Der Bronzearuek. 


S ronze, beziehungsweise Bronzefarbe ist eine 
Erfindung der vierziger Jahre unseres 
Jahrhunderts, obwohl Manche dieselbe 
schon auf das vorige Jahrhundert zurückführen 
wollen. Möglich, dass schon früher Versuche ge¬ 
macht wurden, doch greifbare Resultate wurden 
damit nicht erzielt. 

Dieselbe wurde zuerst in Nürnberg, später auch 
in Fürth fabriziert, in welch beiden Städten sich auch 
noch heute die Fabrikation schwunghaften Betriebes 
erfreut. Es erklärt sich dies dadurch, dass in ge¬ 
nannten Städten die Metallindustrie im allgemeinen, 
insbesondere aber und eben deswegen auch die 
Metallschlägerei in grossartiger Weise kultiviert wurde 
und noch wird. 

Die Abfälle dieser Metallschlägereien lieferten 
damals und viele Jahre später noch das Material zur 
Bronzefarbenfabrikation. Man nannte diese Abfälle 
»Schabin«. Dieser wurde in den ersten Stadien der 
Erfindung nach vorhergegangener Verkleinerung auf 
Marmorplatten mittels Reiber, wie die Malerfarben 
zerrieben, was eine langweilige Prozedur war. Zu 
dieser Zeit wurden aber auch 7 Gulden 48 Kreuzer 
Südd. W. für ein Pfund feine Bronze bezahlt. Die 
Nachfrage, welcher sich der neue Artikel, namentlich 
von Seiten der Steindruckerei erfreute, hatte zur 
Folge, dass sich desselben bald mehrere Fabrikanten 
bemächtigten, und dass auch allerlei Hilfsmaschinen, 
vor allen die Reibmaschinen, zur Anwendung gebracht 
wurden. 

In den sechziger Jahren erlitt die Fabrikation, 
veranlasst durch die sich immer mehr steigernde 
Nachfrage, eine bedeutende Umänderung. Man kam 


nämlich auf die Idee, nicht nur aus Schabin Bronze 
herzustellen, sondern auch aus der Metallmasse, aus 
welcher das unechte Blattmetall angefertigt wird. Es 
gibt hierzu eine Menge Legierungen, je nachdem die 
gewünschte Farbe der Bronze sein soll: ob bleicher, 
röter, gelber oder grüner, ist auch der Zusatz von 
Zink, Antimonium und anderem mehr stark oder 
weniger. Der Hauptbestandteil bleibt immer Kupfer. 

Ist die Masse geschmolzen, so werden daraus 
Stempel gegossen, welche durch Walzen, Schlagen 
mit Hämmern, Glühen etc., endlich die Form von 
dünnen Platten oder Blättern in der Grösse eines 
gewöhnlichen Bogens Papier erhält. Man nennt diese 
Manipulation »Zainen«, daher auch »Zainwerk«, 
»Zainhammer«, »Zainmeister«. 

Hierbei gibt es nun eine Menge Abzweigungen 
je nach dem Zweck des Produktes, deren spezielle 
Kenntnis von dem Zainmeister gefordert wird. So 
wird z. B. das sogenannte »Schlagmetall«, aus dem 
die Metallschläger das Blattmetall in Büchern schlagen, 
weicher legiert, häufiger geglüht und gebeizt, als das 
sogenannte »Zainmetall« zur Anfertigung von Bronze. 

Von Kupfermetall als Material zu Bronze ist die 
Bearbeitung ziemlich dieselbe, nur selbstverständlich 
die Legierung eine andere. Bei derselben fallen die 
Zusätze von anderen Beimischungen ganz weg, wes¬ 
halb dasselbe am teuersten zu stehen kommt. 

Anders ist es mit dem Material, aus welchem 
Silberbronze fabriziert wird. Hier besteht die Legierung 
aus 96—97 Teilen Zinn, 2—3 Teilen Zink, 0,50 Teilen 
Eisen. Das Material wird ebenfalls durch Schlagen 
(Handbetrieb) zur Verarbeitung als Bronze fertig 
gestellt. Durch die Einführung der Verarbeitung von 

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239 


Der Bronzedruck. 


240 


Zinnmetallen zur Bronze schaffte man sich nun 
sogenannte »Stümpfe« an, welche den Zweck haben, 
das oben geschilderte blattartige »Zainmetall«, sowohl 
Kupfer, als auch die verschiedenen Gelbmetalle — 
nachdem dieselben vorher in kleine, scheidemünzen- 
grosse Stückchen zerrissen wurden — zu zerstampfen. 

Dieses geschieht durch Einlegen jener Stückchen 
in einen Kessel, in welchem sich der Stampf in senk¬ 
rechter Richtung auf- und niederbewegt. Das Nieder¬ 
fallen, resp. Aufschlagen dieses Stössers auf das 
inliegende Metall bewirkt das Zermalmen. Das 
Produkt dieser Manipulation nennt man »Brokat«. 
Die Art zu stampfen ist die Seele der Fabrikation, 
weil nur sorgfältig gestampfter Brokat schöne, reine 
Bronze geben kann. 

Von dem Stampfen aus wandert nun der Brokat 
durch diverse Maschinen, Siebe etc., welche die Aus¬ 
scheidung des groben von dem feineren Material 
vollbringen, um endlich in die Reibmaschine zu ge¬ 
langen. Hier wird die Masse, welche mit Gummiwasser 
zu einem Brei verwandelt wurde, mehrere Stunden 
unter drei rotierenden Steinwalzen auf einer fest¬ 
stehenden grossen Steinplatte gemahlen. Hierauf geht 
der Bronzebrei durch Wasser einem ausgiebigen, 
mehrtägigen Reinigungsakt entgegen. Wenn die Bronze 
rein sein soll, ist auch hier die grösste Aufmerksam¬ 
keit nötig. 

Daran reiht sich nun das Trocknen auf einem 
hierzu konstruierten kupfernen Ofen und weiter dann 
das sogenannte Färben. Von den Goldfarben behalten 
in der Regel: Reichgold, Bleichgelb, Rotgold, von 
Kupfer nur Naturkupfer ihre Naturfarbe, w T ährend 
Citron, Hochgelb, Orange, Goldfarbe — von Kupfer¬ 
bronze Hellbraun, Scharlach, Karmoisin, Karmin und 
Violett — gefärbt w erden müssen. Dieses Färben ist 
weiter nichts, als ein gleichmässiges Erhitzen des 
Bronzepulvers auf Grund gemachter Erfahrungen ohne 
all und jede Anwendung von Farbstoffen. Während 
alle Arbeiten der Fabrikation von Maschinen gemacht 
werden, und nur zum Füllen, Richten, Ausleeren etc. 
der Arbeiter nötig ist, so ist das Färben lediglich 
Handarbeit, welche ausserordentliche Aufmerksam¬ 
keit, Gefühl und Farbenkenntnis erfordert. Ein Tiegel 
mit 6—7 Pfund erfordert je nach der Farbe eine Zeit 
von V*—3 Stunden. Es gibt Farben, z. B. ge¬ 
wisse Grün und Stahlblau, beide von gelbem Metalle 
getärbt, welche sogar 4—5 Stunden Zeit in Anspruch 
nehmen. 

Als letzte Arbeit ist noch das Polieren oder 
Glacieren zu bezeichnen, welches durch schnelle 
Umdrehungen einer Bürste in einem dazu geschaffenen 
Kessel von Stahl geschieht. Wie bei allem, so ist 
auch hier wieder spezielle Kenntnis nötig, um nicht 


noch im letzten Augenblick die ganze Arbeit illusorisch 
zu machen. Zur Bronzefabrikation, wie zur Stampf- 
Metallfabrikation ist Dampf- oder Wasserkraft zum 
Betrieb nötig. 

Erw r ähnt sei noch, dass sich zwar England schon 
vor längerer Zeit auch dieser Industrie befleissigte, 
doch konnte es sich keinen rechten Platz auf dem 
Markte gewinnen, weil die Erzeugnisse w r eit den¬ 
jenigen Nürnberg-Fürths nachstehen. 

Nach dieser, manchem Leser gewiss willkomme¬ 
nen Belehrung über Bronzefabrikation, die wir 
Waldows Wörterbuch der graph. Künste entnehmen 
und die aus der Feder eines bekannten Nürnberger 
Fabrikanten hervorgegangen, also auf praktischen 
Erfahrungen beruht, wollen wir zur Verwendung von 
Bronze und Pulverfarben (das sind besonders fein ge¬ 
schlemmte, leichte Farben) in derDruckerei übergehen. 

Beim Druck mit Bronze oder mit bunten Farben, 
die man nicht anreibt, sondern als Pulver, der Bronze 
gleich benutzt, nehme man je nach der verschiedenen 
Bronze oder Farbe auch verschiedenfarbigen Vor¬ 
druck, so dass man z. B. zu Goldbronze mit Chrom¬ 
gelb oder hellem Oker, zu Kupferbronze mit hellem 
Karminlack oder einer diesem ähnlichen Farbe, 
zu Grün mit Grün oder mit einer Mischung von 
Chromgelb und Pariserblau, zu Blau und Silber mit 
Grau, hellem Pariser- oder Miloriblau, zu Violett mit 
einer Mischung von Karminlack und Miloriblau vor¬ 
druckt. Alle Farben müssen in heller Tönung ange¬ 
rieben zur Verwendung kommen und kann man 
z. B. dem Golde leicht einen rötlichen Schimmer 
geben, wenn man den Vordruck, wie bei der Kupfer¬ 
bronze, mit Karminlack etc. ausführt. 

Zum Bronzieren selbst bediene man sich eines, 
der zu deckenden Fläche angemessen grossen weichen 
Pinsels, dessen Haare höchstens einen Zoll lang sein 
dürfen, oder auch weicher, knotenfreier Baurmvolle, 
sehe aber ja zu, dass man beim Aufträgen der Bronze 
nicht zu stark aufdrückt, damit man nicht dadurch 
die Farbe verwischt und den Abzug verdirbt; beim 
Bronzieren auf Kreidepapier hüte man sich vorzüglich 
vor dem Anhauchen des Papiers, vor zu starkem 
Reiben mit der Baumwolle, weil hierdurch leicht 
schwarze Streifen entstehen, und vor Speichelflecken, 
sehe auch darauf, dass das Papier trocken ist, denn 
schon ein Anflug von Feuchtigkeit würde die Schön¬ 
heit des Drucks beeinträchtigen, da die Bronze auf 
der vollen Fläche desselben haften bleibt. 

Ausser Pinsel und Watte verwendet man mit 
Vorliebe auch eine weiche Hasenpfote, eine Bronzier¬ 
bürste, einen Bronzierapparat oder gar eine, freilich 
sehr kostspielige, daher nur für Spezialgeschäfte ent¬ 
sprechend verwertbare Bronziermaschine. 


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241 


Der Bronzedruck. 


242 


Die Bronzierbürste , ein kleiner Apparat nach¬ 
stehender Figur, mit Samt oder Schaffell überzogen, 
dient nicht nur zum Aufträgen der Bronze auf den 
Vordruck als auch in grösserem Format zum bequemen 



Bronzierbttrete. 


und vorteilhaften Abreiben und Reinigen desselben. 
Diese Bürsten lassen einen sehr sparsamen Verbrauch 
der Bronze zu und lassen sich, wenn man zwei der¬ 
selben aneinander abreibt, sehr leicht und gründlich 
reinigen. 

Der Bronzierapparat mit selbstthätiger Zuführung 
der Bronze hat ungefähr die Form einer Hutbürste 
und besteht aus einem hohlen, oben mit einem 
Schraubenverschluss b versehenen Ilauptteil a und 
einem in diesem Hauptteil befestigten Teil c, welcher 
die eigentliche, aus dickem, feinem Lammfell oder 
Samt gefertigte Bürste trägt. 

b 



Länglicher Bronzierapparat. 


Die Bronze wird nach Abschrauben des runden 
Deckelchens in den hohlen Körper des Apparats ge¬ 
schüttet und der Deckel b dann wieder zugeschraubt. 
Drückt man mit dem Zeigefinger auf den an einer 
Seite angebrachten Knopf, so fällt die Bronze durch 
3 an der Längsseite des Apparats befindliche Löcher 
auf den Abzug und lässt sich durch die Bürste leicht 
über den Druck wischen. 

Braucht man für einen Abzug viel Bronze, so 
erfordert dies ein mehrmaliges, schnell hintereinander 
folgendes Drücken an den Knopf. Braucht man sehr 
wenig Bronze, so steckt man ein Watte- oder Seiden- 
papierbäuschchen in eines oder zwei der Löcher. 

Um nicht eine zu schnelle Abnutzung der 
Schaffellbürste herbeizuführen, darf man dieselbe beim 
Bronzieren nicht fest aufdrücken, kann dieselbe 
aber nach erfolgter Abnutzung sehr leicht durch Auf¬ 
leimen eines Stücks Schaffell oder Samt erneuern. 
Will man nach Benutzung einer Bronzeart eine andere 
anwenden, so bläst man den Apparat inwendig mit 
einem Blasebalg aus und überreibt die Bürste mittels 
einer scharfen gewöhnlichen Borstenbürste. 


Eine zweite Art dieses Bronzierapparates zeigt 
die nachstehende Abbildung. Seine Form ist eine runde 
und die mit Bronze gefüllte Metallkapsel gibt, je nach¬ 
dem man sie mit der mit rauhem Stoff bezogenen 
Bronzierbürste stärker oder schwächer auf den zu 
bronzierenden Bogen drückt, an diesen mehr oder 
weniger Bronze ab. 



Runder Bronzierapparat. 


Der Apparat führt, da wenig Bronze verstäubt 
wird, eine Ersparnis von einem Dritteil gegen ge¬ 
wöhnliche Handarbeit herbei, macht die Arbeit zu 
einer reinlichen und für den Arbeiter weniger gesund¬ 
heitsschädlichen. 

Hat man den Abzug mit Bronze überstrichen und 
die lose auf dem Blatt befindliche wieder leicht ab¬ 
gestrichen, so lässt man ihn am besten eine Zeit lang 
liegen und reibt alsdann leicht mit einer Hasenpfote 
oder weicher Watte die noch abgehende Bronze ab, 
sammelt sie auf einem Glaceebogen und hebt sie zu 
weiterer Verwendung auf. Es ist nicht ratsam, solche 
bereits einmal benutzte Bronze zu guten Arbeiten 
wieder zu verwenden, denn sie verliert viel von ihrem 
Glanz. Zu gewöhnlichen Arbeiten lässt sie sich, mit 
einem gleichen Quantum frischer Bronze gemischt, 
eher wieder verwenden. 

Noch sei bemerkt, dass man sich zu Bronze¬ 
vordrucken lieber des mittelstarken, anstatt des ganz 
starken Firnisses bedient, weil letzterer, vorzüglich 
bei den feineren Stellen und auf Kreidepapier zu 
schnell trocknet und dadurch verursacht, dass manche 
feine Stelle gar keine Bronze annimmt. Man setzt 
dem mittelstarken Firnis am besten etwas Sikkativ- 
oder Kopallack zu, um die Farbe besser haltend zu 
machen. 

Zu beachten ist, dass die Bronzen und Staub¬ 
farben vollkommen trocken sein müssen, wenn sie sich 
gut auftragen lassen und haften sollen; man bewahre 
sie deshalb nur an trockenen Orten auf und sind sie 
feucht geworden, so breite man sie auf Glaceepapier 
dünn aus und trockne sie auf dem warmen Ofen oder 
an der Sonne. Während des Bronzierens muss man 
die Watte öfter ausklopfen, auch von Zeit zu Zeit 
ganz frische nehmen; desgleichen muss man die 
Bronze selbst in dem Briefe oder in dem Behälter 
(am besten ein Blechkasten), aus welchem man sie 
entnimmt, umschütteln. Die Unterlassung dieser 
Manipulationen bringt leicht rauhe, glanzlose Drucke 

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243 


Der Bronzedruck. 


hervor, insbesondere wenn das Lokal feucht ist und 
Watte wie Bronze die Feuchtigkeit ansaugten. 

Einzelne Stellen oder Zeilen des Abdrucks kann 
man nach Belieben auch mit verschiedener Bronze 
überstreichen, wozu man sich natürlich, der grösseren 
Sicherheit wegen, lieber verschiedener Pinsel statt 
der Watte bedient. Man erzielt auf diese Weise, 
besonders bei kleineren Auflagen, sehr leicht einen 
mehrfarbigen Druck. Bei Ausführung dieser Mani¬ 
pulationen lassen sich auch Schablonen oft vorteilhaft 
verwenden. 

Sobald die Abdrücke trocken sind, kann man 
dieselben zwischen Stahlplatten auf der Satinier¬ 
maschine oder auf einem polierten Stein in einer 
Steindruckpresse, und wenn man solche nicht hat, 
zwischen den gewöhnlichen Glanzpappen glätten, 
muss jedoch in letzterem Falle darauf sehen, dass 
die Pappen vollständig trocken sind, was meist nicht 
der Fall sein dürfte, da sie ja häulig von dem vorher 
eingelegten Papier Feuchtigkeit anziehen, in vielen 
Druckereien die Glättpressen auch in feuchten und 
kalten Lokalen stehen, in denen sich die Feuchtig¬ 
keit dann auch leicht den Pappen mitteilt. 

Ein Satinieren oder Durchziehen auf einem litho¬ 
graphischen Stein ist heutzutage, wo die Fabrikation 
eine vollkommenere ist, wie früher, weniger nötig, 
wenn man eine feine Bronze benutzt und nicht 
zu fett vordruckt. Feine Bronze behält ihren Glanz 
auch nach dem Aufträgen und Trocknen; ganz 
besonders schön ist der Glanz der sogenannten 
Schabinbronze. 



Rronzierkasten. 


Sehr praktisch beim Bronzedruck sind die hierzu 
eigens konstruierten Bronzierkästen, w r eil bei ihrer 
Benutzung das Verstäuben und Verschütten der 
Bronze verhütet wird. Diese Kästen, ganz mit Glacee¬ 
papier ausgeklebt, haben einen doppelten Boden; der 
obere a ist abnehmbar und an der hinteren Seite mit 
einem Einschnitt c versehen. Hat man eine Weile 
bronziert, so hebt man den Kasten am vorderen Ende 


2U 


so, dass alle in denselben abgestäubte Bronze durch 
den Einschnitt in den zweiten Kasten fällt und in 
diesem ohne Verlust gesammelt wird. Die offenen 
Ecken b b dienen einesteils zum bequemen Heraus¬ 
heben des Bodens, andernteils gleichfalls zum Ent¬ 
fernen der Bronze von demselben. In manchen 
Druckereien benutzt man auch Kästen, welche mit 
einer Glasplatte überdeckt sind. In diesem Falle 
befindet sich in den Seitenwinden eine Öffnung zum 
Durchstecken der Arme. 

Für den Bronzedruck sind mit Vorteil nur sehr 
glatt satinierte Papiere, am besten aber matte und 
polierte Kreidepapiere zu benutzen. Die bunten Puder¬ 
farben lassen sich zumeist schwer auf gewöhnlichem, 
wenn auch glattem Papier an wenden. 

Zu bemerken ist ferner noch, dass Kreidepapiere 
mit nicht genügendem Leimzusatz sehr w T enig, ja oft 
garnicht zum Bronzedruck geeignet sind. Sie saugen 
die Vordruckfarbe auf, binden also die Bronze nicht 
und die Arbeit wird unbrauchbar. Man mache sich 
deshalb zur Regel, das Papier auf seine Haltbarkeit 
vorher zu prüfen oder die ersten Drucke trocken zu 
legen und sich nach einer halben oder ganzen Stunde 
durch kräftiges Überreiben mit Watte etc. zu über¬ 
zeugen, ob die Bronze hält. 

Noch sei erwähnt, dass wenn man auf einen 
Bronzegrund eine Farbe (Schwarz, Blau, Rot etc.) gut 
deckend aufdrucken will, man den Druck am besten 
zweimal ausführt. Ein einmaliger Aufdruck selbst 
der stärksten Farbe wird nie vollkommen decken 
und der Druck w r ird durch die Konsistenz der Farbe 
immerhin ein langsamer und schwieriger sein, so dass 
man an Zeit nicht wesentlich spart, gegenüber dem 
Doppeldruck. 

Will man Seiden- oder Atlasband mit Bronze¬ 
aufdruck versehen, so reibt man es vor dem Druck 
sorgfältig mit Federweiss ab: es nimmt dann die 
Farbe an, ohne dass diese durchschlägt und verläuft. 
Freilich muss man nebenbei auch darauf sehen, dass 
man keine fette Bronze verwendet, auch muss die¬ 
selbe vollständig trocken sein. 

Die vorstehend beschriebene Methode des Bronze¬ 
drucks ist die ältere, dabei immer zuverlässigere. 
Man kann diesen Druck mit Recht den indirekten 
Bronzedruck nennen. 

In neuerer Zeit hat man versucht, einen direkten 
Bronzedruck herzustellen, also die Bronze selbst auf¬ 
zutragen und zum Abdruck zu bringen. Man verfährt 
hierbei nach den Angaben des renommierten Buch¬ 
druckers Gröber in Leipzig in der Weise, dass man 
auf kaltem Wege 1 Teil Gummi in 2 Teilen Glycerin 
löste und in dieser Lösung die Bronze verrieb. Das 
Resultat ist ein leidlich zufriedenstellendes, hat aber 


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245 


Neue Rotationsmaschine von Marinoni & Michaud. 


246 


den einen grossen Übelstand, dass der Druck einer 
grossem Feuchtigkeit nicht zu widerstehen vermochte. 
Durch Lackieren der betreffenden Druchsachen ist 
derselbe jedoch zu überwinden. 

Vollständig unempfindlich gegen Wasser und Öl, 
Licht und Wärme ist dagegen der nach dem patentier¬ 
ten Wohlfarthschen Verfahren hergestellte Bronze¬ 
druck. Derselbe wird erzeugt durch eine Farbe, 
welche besteht aus 1 Gewichtsteil Bronze und 2 
Gewichtsteilen Wasserglas (kieselsaures Kali oder 
Natron), fein miteinander verrieben. Diese Farbe 
trocknet indes sehr schnell, weshalb rascher Druck 
unbedingt notwendig ist. Im Notfälle kann man sie 
aber mit 10—12°/o Wasser oder 5—10°/o Zucker¬ 
sirup, welch letzterer Zusatz ihr überhaupt mehr 
Körper gibt, verdünnen. Das Waschen der Formen 
und des Farbekastens muss mit heissem Wasser oder 
Öl geschehen, um einer Verkittung der Farbe vorzu¬ 
beugen. 

Neuerdings haben auch die Buchdruckfarben¬ 
fabriken die Anfertigung solcher Bronzefarben zum 
direkten Druck in die Hand genommen. Das Resultat 
ist aber, gegenüber dem Aufstäuben mit pulverisierter 
Bronze kein ganz befriedigendes, weil die Farben 
keinen genügenden Bronzeglanz zeigen und sich 
immerhin nicht ganz leicht verdrucken lassen. Eine 
in Amerika hergestellte Farbe soll allerdings diese 
Übelstände nicht haben, vielmehr auf jeder Art von 
Papier einen metallglänzenden Druck geben. Das 
Pfund dieser Farbe kostet freilich beinahe 17 Mark. 
Sie zu prüfen hat Verfasser Dieses noch nicht 
Gelegenheit gehabt. W. 


Neue Rotationsmasehine 

von Marinoni & Michaud. 

üngst haben Auguste Hippolyte Marinoni und 
.Jules Michaud in Paris sich diverse Neuerungen 
patentieren lassen; dieselben beziehen sich auf 
Rotationsmaschinen, welche zur Herstellung eines 
sauberen und feineren Drucks bestimmt sind. Die 
betreffende, mit den nicht uninteressanten Neuerungen 
ausgestattete Maschine ist die, durch beistehende 
Figuren 1 bis 5 dargestellte Rotationsmaschine mit 
Falzvorrichtung. 

ln Fig. 1, welche die Maschine im Aufriss dar¬ 
stellt, passiert das zu bedruckende Papier, von der 
(nicht mit abgebildeten) Rolle kommend, über die heiz¬ 
baren Walzen d d und gelangt zwischen B' und A', wo 
es den ersten Druck erhält. — 

Nun läuft das Papier behufs schneller Trock¬ 
nung des Druckes auf eine geheitzte Walze e, um 


darauf zwischen B und A den zweiten Druck zu 
erhalten. 

Die Druckcylinder B und B' werden — wie be¬ 
reits bei mehreren Hummelschen Rotationsmaschinen 
der Fall — in solchen Abständen voneinander an¬ 
geordnet, dass dadurch ein bequemes Spannen des 
Presstuches sowie erstes Einlegen des Papieres er¬ 
möglicht wird, ein Vorteil, welcher in der Erleich¬ 
terung des Betriebes der Maschinen, namentlich beim 
Illustrationsdruck, sich offenbart. 

Nach dem zweiten Drucke kommt das Papier 
auf den Zerschneide- und Falzcylinder C entweder 
direkt oder nachdem es zwecks Trocknens des Druckes 
vorher eine geheizte Walze e' passierte, event. kann 
man auch noch Trocken- (Ablösch-) Cylinder b b b 
anwenden, welche die auf e' etwa abgesetzte Farbe 
aufnehmen. 

Das Erwärmen des Papiers soll bei der in Rede 
stehenden Maschine nicht allein den Zweck haben, 
die Druckfarbe schnell zu trocknen, sondern es 
geschieht vor dem Druck, um die Anfeuchtung zu 
ersetzen, denn gewisse Sorten Papier werden davon 
geschmeidiger und nehmen, wenn sie erwärmt werden, 
die Farbe leichter auf. 

Das Papier wird mittels heisser Luft entweder 
über einer Platte oder einem Drahtgewebe erwärmt 
oder durch einen direkt geheizten Cylinder, Fig. 2. 
Hierbei wird die Anwendung eines besonderen Kessels 
zur Dampferzeugung unnötig, und wird ein Zerreis¬ 
sen des Papiers beim Anlassen der Maschine besser 
vermieden. 

Beim Erwärmen des Papiers mittels heisser Luft 
wird die Anwendung von Gas vorausgesetzt; aber es 
könnte auch jeder andere Brennstoff an dessen Stelle 
benutzt werden, obschon Gas am leichtesten zu ver¬ 
wenden ist. Der Heissluftapparat besteht aus einem 
unten offenen Kasten, welcher oben von einem 
Metallgewebe abgeschlossen ist. Letzteres wird von 
einem Dome überdeckt, welcher die Wärme Zusammen¬ 
halten soll, um beide Seiten des Papiers zu erwär¬ 
men. Die Erwärmung kann durch die Anzahl der 
Gasflammen und durch die Grösse des Metallgewebes 
gesteigert oder vermindert werden. Das Metallgewebe 
bezweckt, das Papier vor der Flamme zu schützen 
und ein Entzünden desselben zu verhüten. 

In Fig. 2 ist ein Stück eines Heizcylinders dar¬ 
gestellt, wobei das Papier über den geheizten, be¬ 
weglichen Cylinder A 7 geleitet wird. Die Achse des¬ 
selben ist durchbohrt, so dass durch die hohlen Zapfen 
Gas zu den im Innern der Walze angeordneten 
Brennern F 7 geleitet werden kann. 

Dieselben Erwärmungs-Vorrichtungen können 
auch bei Maschinen angewendet werden, bei welchen 



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247 


Neue Rotationsmaschine von Marinoni & Michaud. 


24« 


das Papier nach dem Drucke erwärmt werden soll; 
ob aber dies überhaupt vorteilhaft ist, erscheint noch 
einigermassen fraglich. 

Um die Beschmutzung des bedruckten Papiers 
dieser zur Erzeugung von illustrierten Werken be¬ 
stimmten Maschine zu vermeiden, wird ein Papierband 
H 3 , (Fig. 1) ohne Ende angeordnet. 


angeordneten Farbewalzen A 4 A* B 4 B 4 zu regulieren 
und erforderlichenfalls auch auszuwechseln. Die 
Übertragung der Farbe von den inneren Auftrag¬ 
walzen nach den äusseren Auftragwalzen A 4 resp. B 4 
geschieht durch die Zwischenwalze H 4 , welche]seitlich 
(achsial) sich verschiebt und so eine gute Verteilung 
der Farbe ermöglicht. 



Dieses Schmutzpapier H 3 , welches über Walze 
B 2 und B (Fig. 1) läuft, behindert das zu bedruckende 
Papier nicht, da es unter demselben sich bewegt. — 


Fig. 4. Stereotypcylinder, Längsschnitt 

Eine auf B 2 aufliegende und durch Federn an¬ 
gezogene Spannwalze Z reguliert die Spannung des 
Schmutzpapieres (»Mitläufer«) H 3 . 

Um eine gute Verteilung der Druckschwärze und 
ein gleichmässiges Aufträgen der Farbewalzen her¬ 
zustellen, sind eine grosse Anzahl von Verteilern 
angeordnet (Fig. 1 ). Die Anordnung dieser Verteiler 
gestattet bequem, die vier symmetrisch zur Mittellinie 


Da es Vorkommen kann, dass man die halb- 
cylindrischen Stereotypplatten aus verschiedenen 
schmalen Satzstücken zusammensetzen möchte, so 



wenden Genannte ein nach ihrer Ansicht neues 
eigentümliches, unseres Wissens nach aber in Deutsch¬ 
land durchaus nicht unbekanntes Verfahren an, um 
solche einzelne Segmente eines Cyiinders bildenden 
Satzstücke auf dem rotierenden Satzcylinder zu be¬ 
festigen. Zur Befestigung dieser Satzstücke dienen 
neben dem inneren abgeschrägten Zwischenringe M' 
(Fig. 4), welcher eine Seite des Klischees festhält, auch 




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249 


Neue Rotationsmaschine von Marinoni & Michaud. 


250 


noch verstellbare Koulissenstücke N' (Fig. 3), welche 
mittels der Bolzen 0 1 und der Muttern P 1 P 1 (Fig. 3 u.4) 
befestigt werden. Bei dieser Anordnung braucht nicht 
das ganze Satzstück behufs Komplettierung heraus¬ 
genommen zu werden, sondern es können neue Stücke 
eingefügt werden, während andere Teile auf ihrer 
Stelle verbleiben. Man erreicht damit den grossen 
Vorteil der sicheren Auswechselung einzelner Stücke 
und umgeht die Abnahme des ganzen Satzes. Allerdings 


Die Klammern f sind ganz am Rande der Walze 
angeordnet, um beim Schneiden des Papiers nicht 
hinderlich zu sein; sie haben lediglich den Zweck, das 
Papier an der Vorderkante zu erfassen und dasselbe 
zwischen die beiden Falzcylinder zu transportieren 
und es bis zur Fertigstellung des ersten Falzes auf 
Cylinder G festzuhalten. Die Funktion von f wird 
durch Exzenter k reguliert, wie Fig. 5 zeigt; dieselbe 
kann jedoch verschieden bewerkstelligt werden. Soll 


Schroeders Formregal mit Jalousieverschluss 




Schroedcrs Setzregal mit Jalousie Verschluss. 


ist damit für schnelles Arbeiten auch der Nach¬ 
teil verknüpft, dass man bei Anwendung ungeteilter 
Platten stets mehr als ehien Schraubkloben anwenden 
und dabei darauf achten muss, dass die Kloben 
gleichmässig stark angezogen werden, also die PlatLe 
nicht verspannen. 

Das auf dem Schneid- und Falzcylinder G an¬ 
gelangte Papier wird von den Klammern f (Fig. 5) 
ergriffen und nicht eher losgelassen, bis es von der 
auf Cylinder C' angeordneten Falzvorrichtung den 
ersten Falz erhielt. — 


ein Bogen mehrmals gefalzt werden, so werden 
mehrere Falzcylinderpaare angeordnet. Um den 
ferneren Transport der Blätter zu sichern, ist eine 
Schnurbahn angebracht, deren Schnüre auf gerillten 
Friktionsrolien b' (Fig. 1) laufen, welche auf der 
Achse A sitzen. Die letztere macht zwei Umdrehungen, 
während G' sich einmal dreht, da der Umfang von b, 
halb so gross als der von C' ist. Ein Einschnitt ist 
an der Stelle angeordnet, welche dem Messer g' und 
der Falzklemme g des Schneidecylinders entspricht, 
um nicht die Funktion der Falzklemme g zu hindern. 


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251 


Regale mit Jalousieverschluss. — Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


252 


Die Friktionsrollen b' könnten natürlich auch den¬ 
selben Durchmesser haben wie Cylinder C'. 

Diese Einrichtung sichert, indem unter das Blatt 
eine polierte Fläche kommt, die Ankunft des Blattes 
über den zweiten Falzmechanismus, und braucht 
man dazu nur zwei Schnüre, welche der Breite des 
Papiers entsprechend voneinander abstehen. — 

Die Übertragung der Bogen auf den zweiten 
Falzmechanismus, nachdem die Bogen von der vor¬ 
stehend beschriebenen Schnurbahn geliefert wurden, 
geschieht, indem nicht Schnüre angewendet werden, 
sondern Bunde c c', welche auf zwei Walzen h sich 
befinden (Fig. 1). Diese Bunde nehmen, sobald das 
nicht mit dargestellte Falzmesser herabgeht, die 
Bogen an. indem sie auf den nicht bedruckten 
Zwischenräumen (Stegen) laufen, um Beschmutzung 
zu vermeiden. Diese Bunde berühren sich derart, 
dass sie das Papier mit sich fortziehen, sobald es 
zwischen die Falzwalzen geschoben ist, und dasselbe 
dann herunter nach Cylinder J befördern der mit 
seiner fallegebenden Leiste (Falzleiste) KK den dritten 
Falz appliziert. — z. 


Setz- und Formenregale 

mit Jalousieverschluss. . 

nsere Setz- und Formenregale gewöhnlicher 
Konstruktion sind bekanntlich sehr dem Ein¬ 
dringen des Staubes ausgesetzt, welch' letzterer sich 
um so unangenehmer geltend macht, je seltener aus 
den darin untergebrachten Kästen gesetzt wird, oder 
je länger gewisse dauernder aufzuhebende Formen 
darin stehen bleiben. 

Der Gedanke der Firma Emil Schroeder in 
Danzig, solche Regale mit Jalousieverschluss (Ab¬ 
bildung vorstehend) zu versehen, kann deshalb als 
ein ganz glücklicher bezeichnet werden und man wird 
diesen verbesserten Regalen mindestens in den Fällen 
Beachtung schenken, wo es gilt, seltener benutztes, 
kostbares Schrift- und Einfassungsmaterial, wie stehen 
bleibende Formen gut unterzubringen und ihnen neben 
bestem Schutz vor Staub auch Schutz vor allen 
unbefugten Eingriffen zu gewähren. 

Was den Preis dieser Regale betrifft, so sind sie 
allerdings beinahe um 100 °/o teurer, wie die ge¬ 
wöhnlicher Art. Ihre Lieferung erfolgt durch das 
Fachgeschäft für Buchdruckereien von Emil Schroeder 
in Danzig. 


Verzeichnis und Erklärung 1 
der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 

Von Friedrich Bosse. 

(Fortsetzung.) 

Stil. Mit diesem Worte sind wir bei demjenigen 
Ausdrucke angelangt, dessen Erklärung schon viel¬ 
fach, meist aber in mehr oder weniger rein philo¬ 
sophischer Weise, versucht worden ist, im Allgemeinen 
aber nicht leicht verständlich genannt werden kann, 
weil sie gleichzeitig einen gewissen Grad von künstle¬ 
rischer und philosophischer Bildung voraussetzt. 
So definiert z. B. schon Goethe, und er fasst sich am 
kürzesten: »Das Resultat einer echten Methode (d. h. 
Verfahrungsweise) nennt man Stil, im Gegensatz der 
Manier«. Karl Bötticher äussert sich in seiner Tek¬ 
tonik: >Stil ist in der bildenden Kunst: Organisa¬ 
tion aller Elemente eines Kunstwerks, dem Begriffe 
seines Vorwurfes vollkommen analog«. — Und Gott¬ 
fried Semper äussert sich in Wissenschaft, Industrie 
und Kunst: »Stil ist das zu künstlerischer Bedeutung 
erhobene Hervortreten der Grundidee und aller inneren 
und äusseren Coefficienten, die bei der Verkörperung 
derselben in einem Kunstwerke modifizierend ein¬ 
wirkten«. — Die Fachpresse hat bisher ähnliche 
Erklärungen gegeben, fasst aber in neuester Zeit den 
Stil einfach als Ordnung auf. Wie weit diese letztere 
Auslegung zutrifft, soll hier nicht weiter untersucht 
werden, da der gegebene Raum, d. h. der enge 
Rahmen, eine Vergleichung der Auslegungen nicht 
zulässt, nur soviel wollen wir andeuten, dass Ordnung 
allein nicht den Stil ausmacht, denn in dieser spiegeln 
sich weder die Eigentümlichkeiten und der Charakter, 
noch die Ausdrucksweise eines Künstlers oder eines 
Stiles wieder. 

Stil oder eigentlich Styl, denn das i deckt nicht 
vollständig den Laut des griechischen 0 in stuio;, 
der sich mehr dem ü, als dem hellen i zuneigt, 
war bei den Römern die Bezeichnung für den erzenen 
Stab, mit welchem sie die Schriftzeichen in ihre 
Wachstafeln einzugraben beliebten, ln sinnbildlicher 
Bedeutung soll er bei ihnen schon angewendet sein 
auf die Eigentümlichkeiten, die Art und den Charakter 
der Schriftzeichen, deren Formen das Material (die 
Wachstafel) und die den GrifTel oder Stab führende 
Hand bestimmte, dann aber auch auf die Art 
und Eigentümlichkeit des schriftlichen Gedanken¬ 
ausdrucks. Der Grieche jedoch verstand unter dem 
Worte GTÜf.cc, von welchem sich der Begriff Stil 
ableitet, die Säule, das stützende und verbindende 
Glied, nämlich dasjenige Glied, durch welches sich 



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253 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


25 t 


die drei hellenischen Bauweisen voneinander unter¬ 
scheiden; und da von der Form der Säule die 
griechischen Bauweisen als dorisch, ionisch und ko¬ 
rinthisch zu erkennen waren, so hat wahrscheinlich 
das Wort gtuXcc die Bezeichnung hergegeben für 
den Charakter der Bauweise, in welcher das Kunst¬ 
werk ausgeführt worden und man wird daher von 
einem Bau, an welchem die dorischen, ionischen oder 
korinthischen Säulen als stützende Glieder gewählt 
waren, gesagt haben, dieser Bau hat einen dorischen, 
ionischen oder korinthischen Stylos, Stil. Ausgehend 
von der Bedeutung dieses Ausdrucks, durch welchen 
der Charakter der Bauweise genau bezeichnet wird, 
gelangen wir am leichtesten zu einer Erklärung des 
Stils in der Kunst. Stil ist in der Kunst die entwickelte 
und vollendete Ausdrucksweise eines Künstlers, einer 
Zeitperiode oder eines ganzes Volkes und beruht auf 
den Bedingungen, wie sie den Gegenstand auffassen 
und behandeln, auf der Erfindung der Form, auf der 
Wahl der Farben, auf Anordnung und Gruppierung 
der einzelnen Teile und selbstverständlich auch auf 
der grösseren oder geringeren Tüchtigkeit in der 
Technik. Stil ist der bestimmt ausgeprägte Charakter, 
die Eigenart, die sich überall da offenbart, wo ein 
Genius die Kunstweise eines Volkes oder einer Zeit 
beherrscht. Der vollendete, ausgebildete Stil ist als 
die That des Genius anzusehen, der ihn auf der 
Grundlage des Stils der einzelnen Künste und des 
Zeitstils entwickelte. Er entsteht nicht von ungefähr, 
sondern ist der krönende Schluss einer langen Ent¬ 
wicklung; er gehört der Blütezeit an. Seine Grund¬ 
lage ist der Zeitstil, dessen Charakter durch die 
Denkart und Lebensweise, durch die natürlichen 
Anlagen und Fähigkeiten eines Volkes bestimmt wird, 
und der Stil, der sich aus dem Wesen jeder ein¬ 
zelnen Kunst und aus den Bedingungen der Technik 
ergibt. 

Im Buchdruck unterscheidet sich der heutige 
Zeitstil wesentlich von dem der voraufgegangenen 
Jahrhunderte. Während man früher, besonders im 
15. Jahrhundert und anfangs des 16. Jahrhunderts, 
die vorkommenden Titel meist als Reihensatz behan¬ 
delt und häutig in bestimmte Formen bringt, den Text 
vielfach ornamental oder in Dreieckform auslaufen 
lässt etc., zerlegt man heute den Titel in gewisse 
Gruppen, ordnet nach Sinn und Gliederung grössere 
und kleinere Schriftgrade an und verfährt bei An¬ 
ordnung der einzelnen Glieder des Titels meist sym¬ 
metrisch; den Text behandelt man fortlaufend und 
markirt neue Gedanken durch Einzüge oder Ab¬ 
sätze etc. Wie zu jener Zeit, so haben sich auch 
heute einzelne Fachgenossen auf Grundlage unseres 
modernen Zeitstiles ihren eigenen Stil ausgebildet und 


sie zeichnen sich namentlich durch elegante und edle 
Form, sowie durch virtuose Technik vor allen anderen 
aus; sie sind diejenigen, welche den Stil fortgesetzt 
veredeln und als Vorbilder dienen den übrigen Fach¬ 
genossen, die nur so im Strome mitschwimmen. Bei 
allen diesen, das gewöhnliche Niveau typographischer 
Leistungen weit überragenden Fachgenossen, von 
denen jeder seinen eigenen charakteristisch ausge¬ 
prägten Stil hat, finden wir vorwiegend zwei Rich¬ 
tungen, nehmlich die klassische und die romantische; 
die erstere wird vornehmlich von den Firmen Drugulin, 
Knorr & Hirth, Wohlfeld und anderen, die letztere 
mehr von Bagel, Büxenstein, Grunert, Waldow etc. 
gepflegt. 

Stilgerecht nennt man eine Ausführung, wenn 
an ihr deutlich zu erkennen ist, dass dem charakte¬ 
ristischen Wesen eines Stoffes, das sich z. B. bei 
Wolle in der Leichtigkeit, Weichheit, Wärmfähigkeit, 
Sättigung der Farben etc. äussert, entsprochen und 
die Eigentümlichkeiten der angewandten Technik, 
d. h., die Art und Weise der Behandlung des Stoffs 
streng berücksichtigt sind. 

Stilidion ist ein Geländersäulchen, eine Zwerg- 
säule. 

Stilisieren ist der Ausdruck für das Umbilden 
der natürlichen und technischen Gebilde in der Kunst, 
für w r elche das Wesentliche, körperlich Hervorragende, 
Inhaltvolle und besonders Lebenskräftige einer Form 
wichtig ist und scharf und bestimmt wiedergegeben 
werden muss; es ist daher das Unwesentliche, Un¬ 
wichtige und Zufällige fortzulassen. 

Stilobat, Säulenstuhl, Sockelbau, fortlaufendes 
Fussgestell für mehrere Säulen, auch Unterbau; er 
besteht zumeist aus drei Stufen, auf deren oberster 
Platte die dorische Säule ohne besondere Basis be¬ 
ginnt. 

Stilrein heisst, die Formen eines Stils unver- 
mischt und korrekt anwenden, d. h., die Stilformen 
so wiedergeben, wie sie einer bestimmten Epoche 
eigentümlich sind, ohne Zusatz von fremden, dem 
Stile nicht angehörigen Elementen. 

Stilvoll sagt man von einem Kunstwerk, einer 
künstlerischen oder kunstgewerblichen Arbeit, wenn 
sie so ausgeführt ist, dass ihr nichts mangelt, was der 
Technik und dem Wesen des Stoffes, sowie dem 
Zweck seiner Bestimmung entspricht. 

Struktur, in der Tektonik die Bauart, d. h., die 
Art der Zusammenfügung der Glieder, aus denen das 
Werk bestehen soll, die Konstruktionsweise eines 
Gegenstandes. 

Strukturform hat zweierlei Bedeutung: Erstens 
kann man darunter die Gesamtform eines aus mehre¬ 
ren Teilen oder Gliedern bestehenden Ganzen ver- 

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255 


Verzeichnis der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


256 


stehen, dann aber auch die Form der einzelnen 
Glieder, deren Gestalt von der Funktion abhängig ist. 

Strukturteii ist das seiner Funktion ent¬ 
sprechend konstruierte Glied eines Bauganzen; als 
ein solches Glied gilt z. B. die Säule. 

Stützform ist eine solche, deren Zweck es ist, 
andere auf ihr ruhende, befestigte oder nur aufgelegte 
Körper zu tragen oder emporzuhalten. 


Ausdruck einer Idee, bei welchem man auf das 
innerliche Wesen des Darzustellenden einzugehen hat. 

Symbolik, Lehre von den Sinnbildern, Lehre 
von der sinnbildlichen Darstellung; auch Gesamtheit 
sinnbildlicher Darstellungsweise. 

Symmetrie ist die gleichmässige oder eben- 
mässige Verteilung der horizontal nebeneinander oder 
vertikal übereinander liegenden Formen und Massen 



Stylos, griechisch, Säule, die Stützform der 
griechischen Bauweise, deren Elemente die Basis 
(s. d.), der Schaft (s. d.) und das Kapitäl sind; jedoch 
besitzen nur die Säulen der letzten beiden Kunst¬ 
epochen der Griechen diese Elemente, während die 
Säulen der dorischen Bauweise nur aus zweien, 
Schaft und Kapitäl, bestehen. 

Symbol, Sinnbild, Zeichen oder Bild, bildlicher 


von einer wirklich vorhandenen oder nur ange¬ 
nommenen Mittellinie aus, also kürzer gefasst: die 
Übereinstimmung zweier Hälften eines Kunstwerkes 
in horizontaler oder senkrechter Lage. 

Symmetrisch, ebenmässig, gleichmässig. 

(Fortsetzung folgt.) 


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257 


Schriftprobenschau. 


258 


Sehriftprobensehau. 

(Den Wohnort der unter »Schriftprobenschau* und »Satz und Druck der 
Probenblätter« genannten Firmen geben wir nur dann an. wenn sie weniger 
bekannt oder nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver¬ 
weisen auch auf das Bezugsquellenregister auf der 2. Umschlagseite.) 

inige interessante Novitäten, welche uns von 
der Schriftgiesserei Meyer & Schleicher in Wien 
zum Abdruck im Archiv überlassen wurden, bringen 


Die Florentiner Versalien der Schriftgiesserei 
Flinsch lassen sich ohne Zweifel den Versalschriften 
beizählen, welche uns zu eleganter und würdiger Aus¬ 
stattung von Titeln, Diplomen, Überschriften etc. etc. 
so unerlässlich sind. Bei nicht zu fett gehaltenen 
Grundstrichen und breitem Schnitt vereinigen diese 
Schriften grösste Deutlichkeit mit ruhigen, gefälligen 
und originellen Formen, sie werden demnach den- 



Verzierte Schlussstöcke der Schriftgiesserei A. Meyer & Schleicher in Wien. 

^ 4 0 ^ ^ ^ ^ # Jk 







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wir vorstehend. Die Bogen - und Zierstücke zeigen 
uns eine so reichhaltige Auswahl, so dass wohl jeder 
Accidenzsetzer die gefälligsten Arbeiten damit her- 
steilen kann; namentlich eignen sich dieselben zu 
Karten, Briefköpfen und Briefleisten. 

Die verzierten Schlussstücke derselben Firma 
bringen wir in zwei Garnituren zum Abdruck. Eignen 
sich diese Stücke auch nicht zu jeder Arbeit, so kann 
man sie doch gewiss sehr häufigmit Vorteil anwenden. 


jenigen Arbeiten, welche man mit ihnen ausstattet, 
das Gepräge des Besonderen und Würdigen ver¬ 
leihen. 

Die zur Hervorhebung von Inseraten geschnittenen 
Initialen der gleichen Firma sind ein sehr verwend¬ 
bares Material, das, wie unsere Anwendungen be¬ 
weisen, seinen Zweck in bester.Weise erfüllt und 
sich gewiss auch für Accidenzarbeiten recht hübsch 
benutzen lässt. 

16 * 


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259 


Schriftprobenschau. 


260 


Novitäten der Schriftgiesserei Flinsch in Frankfurt a. M. 


Florentiner Versalien. 


LEIPZIG-DRESDNER STAATS-EISENBAHN. 
UNIYERSITÄTS-RENTAMT. 

DEUTSCHES THEATER IIV BERLIN. 
1234 HAMBURG 678« 

WARNECKE & NIENSTÄDT 
12 LEIPZIG 67 


DER SÄNGERKRIEG 
18 HÄLLEIN 83 

WÜRTEMBERG 
2 ROM 8 


DEUTSCHES REICH. 


Initialen. 


A TELIER von TlTDWIG PoNTENIUS 

__- <§>.*. * !*•>» . ® i~. 

^Terein Plopfholz 


G 


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261 


Schriftprobenschau. 


262 


Eine Anzahl sehr gefällig gezeichneter und sauber 
geschnittener Vignetten für Briefköpfe, Visitenkarten, 
Überschriften und Titel übersandte uns die Giesserei 
Ludwig d; Mayer. Es sind darunter so zierliche 
Sächelchen, dass ein geschickter Accidenzsetzer mit 
ihrer Hilfe und im Verein mit gefällig gewählten 


fünf Farben ganz vortrefflich gedruckter Umschlag 
ziert dasselbe und sämtliche von diesem Umschlag 
zusammengehaltenen Probenblätter zeigen dieselbe 
sorgfältige Ausführung des Satzes und Druckes. 
Unter den den Druck ausführenden Offizinen finden 
wir Gebrüder Grunert in Berlin, die insbesondere herr- 


Nene Vignetten der Sehriftgiesserei Ludwig & Mayer in Frankfurt a. M. 



Schriften wahrhaft reizende Arbeiten zu schaffen 
vermag. 

Wir haben an dieser Stelle noch des uns soeben 
zugegangenen Fortsetzungsheftes No. 8 der Schrift¬ 
proben der Bauer sehen Giesserei zu gedenken. Schon 
der äussere Eindruck dieses Heftes ist ein vortreff¬ 
licher; ein sehr gefällig und reich komponierter, in 


liehe Einfassungsblätter lieferten, Breitkopf & Härtel 
in Leipzig und August Osterrieth in Frankfurt a. M.; 
auf der grössten Zahl der Blätter, wie auch auf dem 
Umschlag ist die ausführende Druckerei leider nicht 
genannt, wir können daher unsere beste Anerkennung 
für so vorzügliche Leistungen nur ohne Nennung der 
betreffenden Finnen aussprechen. 


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263 


Satz und Druck der Probenblätter. 


264 


Was nun die in dem Heft enthaltenen Schriften, 
Einfassungen etc. betrifft, so finden wir eine solche 
Menge des beliebtesten, weil eleganten, exaktest ge¬ 
schnittenen und verwendbaren Materials, dass es zu 
weit gehen würde, alle diese schönen Novitäten einzeln 
aufzuführen. 

Besonders hingewiesen sei auf die herrlichen 
Brotschriften in Fraktur und Antiqua (darunter eine 
reizende breite Mediaeval-Antiqua und -Kursiv), in 
deren Lieferung die Giesserei vermöge ihrer Komplett¬ 
maschinen besonders leistungsfähig ist, ferner auf 
eine breite halbfette Mediaeval, enge Mediaeval- 
Antiqua, schmale Mediaeval-Antiqua, magere Italienne, 
Mediaeval-Italienne, schöne Zierschriften in Antiqua 
und Gotisch und schöne Einfassungen etc. etc. 

Die Probe beweist zur Genüge, dass sich die 
Bauersche Giesserei ihren alten, bewährten Ruf zu 
wahren weiss. 


Satz und Druck der Probenblätter. 

latt C unter den Beilagen des vorliegenden 
Doppelheftes ist bezüglich des Satzes wie des 
Druckes eine Arbeit der Stuttgarter Vereinsbuch¬ 
druckerei , die von der Schriftgiesserei Otto Weisert 
beauftragt wurde, ein weiteres Anwendungsblatt 
ihrer Römischen Einfassung für unser Archiv zu 
drucken. 

Die Arbeit ist der genannten Offizin wieder ganz 
vorzüglich gelungen und erfüllt ihren Zweck, die 
Schönheit und Verwendbarkeit der Weisertschen 
Einfassung zu zeigen, in bestem Mass. 

Auf Blatt N fand die Italienische Einfassung 
wie einige kleinere Einfassungen von Benj. Krebs 
Nachf. , sowie die schöne Renaissance-Fraktur und die 
Renaissance-Züge der Schriftgiesserei E. J. Genzsch 
in München Verwendung. Sowohl die Einfassung wie 
die Züge und die Schriften eignen sich ganz vorzüg¬ 
lich zu Arbeiten, welche in der von uns gewählten 
Form ausgeführt werden sollen; sie erinnern eben 
nur an die Typenformen alter Zeit ohne deren Mängel 
zu zeigen. 

Blatt R bringt eine Anzahl Anwendungen von 
Einfassungen in zweifarbigem Druck auf blauem 
Papier, also in einer Färbung, wie solche häufig für 
Bücher- und sonstige Umschläge zur Verwendung 
kommt. Sämtliche Einfassungen, deren Bezugsquellen 
wir nachstehend angeben, zeigen sich in bester Weise; 
ein gleiches gilt von den auf dem Blatt angewendeten 
Federziigen der Giesserei Ludwig d> Mayer. 


Die für die Karten auf Blatt U verwendeten 
Einfassungen sind sämtlich Erzeugnisse der Schrift¬ 
giesserei Scheiter & Giesecke . 

Wir registrierten deren Eingang bereits in den 
Heften 6 und 7, gaben dort vollständiges Figuren¬ 
verzeichnis und verwiesen spezieller auf die Schönheit 
und Verwendbarkeit dieser Neuheiten der genannten 
unermüdlich schaffenden Firma. 

Ohne Zweifel rechtfertigen unsere beiden An¬ 
wendungen auf Blatt U das Lob, welches wir an 
genannter Stelle aussprachen, ein Lob, das ganz 
besonders dahin geht, dass man mit verhältnismässig 
wenig Figuren doch ohne Mühe Schönes zu schaffen 
vermag. 

Bei der Anwendung 1 haben wir uns nicht ent¬ 
schlossen können, die Stücke der Einfassung CT'rg 
zu benutzen, bei welchen die Schattenlinie durch eine 
doppelfeine ersetzt wird ^ ! - wir sind der Meinung, 
dass diese Veränderung eines nur kleinen Teiles der 



Gesamteinfassung dem Auge nicht wohl thut, ja 
vielleicht gar auf den ersten Blick als Fehler erscheint, 
haben deshalb nur die Stücke mit fetter Linie oben 
benutzt und den Perlstab so angeordnet, dass dessen 
Schattierung immer nach einer Richtung fällt. 

In Anwendung 1 fanden die nun schon so lange 
siegreich ihren Platz behauptenden Etienneschriften 
vorteilhafte Verwendung. Wir erhielten diese, übrigens 
von den meisten Giessereien zu beziehenden Schriften 
von Genzsch & Hegse. Anwendung 2 dagegen zeigt 
die schöne Gutenberggotisch van Bauer & Co. und 
die Kaisergotisch von Weisert (Willibald, Grim- 
maische). 

Bezüglich des Druckes unserer Blätter N, R und 
U bemerken wir, dass Blatt N gedruckt wurde mit 
dunklem Braun , gemischt aus Chokoladenbraun und 
etwas Physiklack und Altdeutschrot von Hermann 
Ganger in Ulm , Blatt R mit Braun , gemischt aus 
Um braun und etwas Gelb und Kaper grün, gemischt 
aus Viridingrün von Hermann Gauger in Ulm und 
etwas Braun, Blatt U mit Rotbraun , gemischt aus 
Korinthrot und etwas Physiklack. 



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265 


Bezugsquellen etc. — Zeitschriften- und Bücherschau. 


206 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 


Besuchsanzeige (C). Originalsatz und Druck der 
Vereinsbuchdruckerei in Stuttgart. 

Geschäftsanzeige (N). Sämtliche Einfassungen 
von Benj. Krebs Naclif., Schrift und lienaissancezüge von 
E. J. Genzsch in München. 

Probe diverser Einfassungen (R). 1. Federzüge 
von Ludwig & Mayer, verzierte Gotisch von Nies Nachfolger. 
2. Äussere und innere Einfassung von Hühl, Ecke von Flinsch, 
Musterlinic von Zierow & Meusch. 3. Spitze von Woellmer, 
innere Einfassung von Theinhardt, Perlstab von Nies Nach¬ 
folger, Ecke von Klinkhardt. 4. Einfassungen und Ecke 
sämtlich von Bauer & Cie. 5. Einfassungen und Ecke sämt¬ 
lich von Kloberg. 6. Spitze von Gronau, innere Einfassung 
von Flinsch, Ecke, Vokal - etc . von Woellmer, Einladung 
von Nies Nachfolger, Tivoli-Etablissement von Ludwig & 
Mayer, Freitag, den etc . von Krebs. Hermann Probst von 
Roos & Junge, Wenzel, 11. Siedel , B. Korn , Tivoli und 


von John Söhne, Programme von Kloberg, von 
Bauer & Cie.. Kassette von Scheiter & Giesecke, die übrige 
Petit und Nonpareille Mediaeval von Brendler & Marklowsky. 
7, 8, 9, 10, 11, 12, Federzüge von Ludwig & Mayer, Zum 
Abschied von Weisert, Pause, Erster Teil von Genzsch & 
Heyse. 

Karten (U). 1. Sämtliche Einfassungen von Scheiter 
& Giesecke, Eintrittskarte, Kunstausstellung, in von Genzsch 
& Heyse, Dresden von Gronau, Gültig etc. von Berger. 
2. Einfassungen von Scheiter & Giesecke, Musterlinie von 
Zierow & Meusch, Blumenlager , von, Leipzig , Alle Bindereien etc. 
von Bauer & Cie., Willibald, Grimmaischc von Weisert. 


Zeitschriften- und Büehersehau. 

— Erinnerungsblätter an das 100jährige Jubiläum der 
Buch - und Steindruckerei von Rudolf M. Bohrer in Brünn 
am 17. April 1S87. — Von dieser höchst elegant ausge¬ 
statteten Festschrift liegt uns ein Exemplar vor. Dieselbe 
zerfällt in drei Teile und ist jeder einzelne derselben mit 
einem geschmackvoll ausgeführten Abteilungstitel versehen. 
Dem ersten Teil, welcher die eigentliche Festfeier be¬ 
handelt, entnehmen wir folgendes: Am 16. April, als 
dem Vorabend des Jubiläumstages veranstaltete der »Verein 
der Buchdrucker und Schriftgiesser Mährens«, der »Brünner 
Typographen-Sängerbund« und der »Brunner Senefelder- 
Verein« einen aus mehr als 200 Fackelträgern bestehenden 
Zug und zogen, mit einer Musikkapelle an der Spitze, vor 
das Haus des Herrn Rohrer. Am 17. April, dem eigent¬ 
lichen Festtag, wurde Herrn Rudolf M. Bohrer im Fest¬ 
saale des mährischen Gewerbevereins durch den Präsidenten 
des letzteren, Herrn Dr. Habermann, die goldene Vereins¬ 
medaille nebst Diplom, sowie seitens des Personals durch 
Herrn Faktor Josef Klär ein Tableau, enthaltend die Pho¬ 
tographien des Chefs sowie des gesamten Personals um¬ 
rahmt von kunstvollem Holzwerk, überreicht. Hierauf 
begann um 1 Uhr das Festmahl, an welchem sich 130 
Gäste beteiligten und das bis gegen 4 Uhr dauerte. Der 
zweite Teil behandelt den Festvortrag resp. die Entwicke¬ 
lung der Druckerei. Wie aus demselben zu ersehen, 


gründete Herr Josef Trassier die Druckerei bereits am 
2. Mai 1786 und erst im Jahre 1787 richtete er eine Buch¬ 
handlung ein. Anfangs mit 20 Pressen und einem Personal 
von 77 Köpfen arbeitend, kam er nach und nach auf 60 
Pressen und ein entsprechend vermehrtes Personal. Im 
Jahre 1788 gründete er eine Filialdruckerei in Iglau und 
als Krakau an Oesterreich kam, errichtete er auch dort ein 
neues Geschäft. Im Juni 1816 starb dieser schaffens- 
freudige Mann und nun wurde das Geschäft von seinem 
ältesten Sohne Johann Baptist Trassier in Gemeinschaft 
seiner Geschwister Judith Rohrer und Adolf Karl Trassier 
in der bisherigen Weise weitergeführt. 1822 jedoch traten 
Johann Baptists Geschwister aus dieser Gesellschaft aus. 
Missmuthig über das Scheitern seiner Unternehmungen ent¬ 
sagte er schliesslich ganz der Druckerei und 1831 über¬ 
nahm sein Neffe Rudolf Rohrer dieselbe. Er errichtete die 
erste Stereotypengiesserei im Lande und stellte schliesslich 
kurz vor seinem Tode 1839 die erste Schnellpresse auf. 
Von 1839 an ging die Druckerei unter der Firma Rudolf 
Rohrers sei. Witwe an Hedwig Rohrer über. Am 31. Januar 
1852 starb dieselbe und wurde infolgedessen die Firma in 
Rudolf Rohrers Erben umgewandelt. Nun blieb die tech¬ 
nische Leitung bis 30. September 1859 in den Händen des 
Johann Bezdieka, während welcher Zeit der Sohn Rudolfs 
und der Hedwig Rohrer, Rudolf Maria Rohrer von 
seiner Studienreise zurückkehrte und am 1. Februar 1861 
das Geschäft selbständig übernahm. Der hervorragende 
Rang, den das Etablissement unter der Leitung Rudolf 
Rohrers eingenommen, wird wohl durch die mannichfachen 
Auszeichnungen, welche dasselbe in unserer Zeit er¬ 
rungen hat. am besten bewiesen. Am 1. Januar 1887 
trat sein ältester Sohn Rudolf, nachdem er in ver¬ 
schiedenen Druckereien des Auslandes Erfahrungen gesam¬ 
melt, als technischer Leiter in das Geschäft ein. — Im 
Anhang sind sämtliche eingegangenen Glückwunsch¬ 
schreiben und Telegramme abgedruckt. Weiter sind dem 
wertvollen Buche ein Tableau in Lichtdruck, die bisherigen 
Inhaber des Etablissements enthaltend, eine Photolitho¬ 
graphische Tafel, Josef II. an der Buchdruckpresse unter 
Anleitung Trasslers, sowie einige Druckproben beigefügt, 
welche ein beredtes Zeugnis von der Leistungsfähigkeit 
der Firma ablegen. 

— Die II. Serie des im Verlage von J. Engelhorn in 
Stuttgart erscheinenden Musterbuch für graphische Gewerbe 
ist gegenwärtig bis zum 5. Heft gediehen. Auch diese neue 
Serie, deren Herausgabe jedenfalls darauf zurückzuführen 
ist, dass die erste Serie viel Anklang fand und deshalb 
eine Fortsetzung wünschenswert erscheinen Hess, enthält 
in allen Heften eine grosse Zahl der herrlichsten Entwürfe 
hervorragender Künstler, deren Reihen sich gegenüber den 
an der ersten Serie beteiligten ganz wesentlich verstärkt 
haben und deshalb eine noch grössere Mannigfaltigkeit 
Dessen herbeiführen, was den Abonnenten geboten wird. 
Wir empfehlen dieses Unternehmen ganz besonders der 
Aufmerksamkeit unserer Leser, da für sie die gebotenen 
Vorlagen von nicht zu unterschätzendem Wert sind, auch 
die Überlassung von Klichecs seitens der Verlagshandlung 
die Möglichkeit bietet, einen direkten und bequemen Ge¬ 
brauch von diesem oder jenem Entwurf machen zu können. 

— Die Verlagshandlung von Gustav Weise in Stuttgart 
besitzt eine Anzahl von zwölf ansprechenden, von dem 
bekannten Künstler Franz Stuck in München ausgeführten 
Monatsbildern in Zinkätzung, die sich ganz vorzüglich zur 
Ausschmückung von Kalendern, Tagebüchern etc, etc. eignen. 


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Sswwßc« 


»'¥•' iäiäiäfci 


Zeitschriften- und Biicherschau. 


Cmfloh’n flni> wir bcr Stabt G'ebrängc. 
Wie anticrs Ieu^fft hier t»cr lag. 


Aua den Mnnatsbildern von Gustav Weise in Stuttgart. 


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289 


Zeitschriften- und Bücherschau. 


270 


Von diesen, durchschnittlich 300qcm grossen Platten gibt 
die Verlagshandlung einzelne zum Preise von 36 M., alle 
für 400 M. ab. Eine Probe drucken wir vorstehend ab, 

— Münchener Kalender 1888 , 4. Jahrgang, Selbstverlag 
des Zentral Vereins für Kirchenbau in München, gedruckt 
von Dr. M. Huttier & Cie. in München. Diesen hinsicht¬ 
lich seiner typographischen und künstlerischen Ausstattung 
gewiss einzig dastehenden Kalender überliess uns genannte 
Firma mit dem Wunsche, denselben in den Spalten unseres 
Archiv gewürdigt zu sehen. Nun, dieses liesse sich wohl 
in den wenigen Worten zusammenfassen: »Wir sprechen 
genannter Firma für die wahrhaft grossartigen Leistungen 
unsere vollste Anerkennung aus«. Beim Vergleich mit den 
früheren finden wir, dass das rein Altdeutsche einer gewissen 
Eleganz näher gerückt ist; allerdings ist nicht zu verkennen, 
dass der Maler Hupp bei Schöpfung der wahrhaft genialen 
Zeichnungen seiner Kraft keinerlei Zügel angelegt hat, jedoch 
ist seitens der Firma versucht worden, das Derbe derselben 
beim Druck etwas zu mässigen, was ihr auch vollständig ge¬ 
lungen ist. Die Zinkographien lieferte Oskar Cons£e, 
während die Farbplatten in der eigenen Stereotypie her¬ 
gestellt wurden. Im Allgemeinen ist die Herstellung dieses 
Kalenders als eine wohlgelungene zu bezeichnen. 

— Universum, In rascher Folge sind die Hefte 20, 
21, 22 der illustrierten Zeitschrift »Universum« redigiert 
von Jesko von Puttkamer, Verlag des Universum in Dresden, 
erschienen und bieten eine solche Fülle von vortrefflichen 
Leistungen sowohl textlich wie illustrativ dar, dass wir 
nur Einzelnes daraus erwähnen können. Ganz hervoragend 
in künstlerischer Beziehung sind die beiden illustrierten 
Artikel von F. Kallmorgen: »Worms und Speyer« und 
»London«. Ein Festgruss zur Jubiläumsfeier der Königin 
Viktoria, namentlich dürfte der letztere zum ersten Male 
London in so vorzüglicher und ausführlicher Weise behan¬ 
delt haben. Die interessanten textlichen Schilderungen 
sind aus der bewährten Feder Ferdinand Heyls und London 
von dem dort lebenden deutschen Korrespondenten G. Glass. 
Weitere hervorragende Beiträge lieferten Ludwig Pietsch: 
»Eine Grundsteinlegung«, Erinnerung an die Venetianischen 
Maifesttage; Dr. H. Klencke: »Unsere Gymnasialbildung«, 
ein sehr zu beherzigendes Mahnwort in der Überbildungs¬ 
periode unserer Zeit und Vorschläge zur Abhilfe und 
geistigen Gesundung; Hermann Kienbaum: »Das Gedächtnis 
und seine Pflege«. Der belletristische Teil ist ebenso be¬ 
deutend gestaltet durch die reizvolle Novelle von Ferdinand 
Schifkorn »Die Bettlerin« und die das Wiener Leben 
charakterisierende kleine Erzählung von J. M. Vacano: 
»Das Herz der Gräfin«. Der Roman von G. Höcker: »Die 
Sünden der Väter« erhöht die Spannung auf den bald fol¬ 
genden Schluss. Das stets sehr reichhaltige Feuilleton 
enthält u. a.: Causerien von Paul von Schönthan über 
»Hypnotiseure in Berlin«. »Die Frühlingsparade in Berlin« 
von Dr. Steinbeck. »Die Lieblingsschlösser der Königin 
Victoria I.« mit Illustrationen von T. von Eckenbrecher. 
»Das Queens-Hotel in Norwood«, derzeitiger Aufenthalt des 
deutschen Kronprinzen, mit Illustrationen. — Aus der 
grossen Anzahl von Kunstbeilagen heben wir besonders 
hervor: »Klostersuppe« von Matthias Schmidt; »Der Ge¬ 
freite« von Chr. Heyden, eine ganz vorzügliche Holzschnitt¬ 
leistung; »Adele« von A. Seifert und »Waldesfrühling« von 
J. Watter. Das in Heft 21 bekannt gegebene günstige 
Resultat des seiner Zeit erlassenen Preisausschreibens ist 
folgendes: Herr Arthur Freese in Berlin, als Verfasser der 
historischen Novelle »Aus deutschem Hause« den 1. Preis. 


Frau Clara Lauckner in Königsberg i. Pr. als Verfasserin 
der 2. Novelle »Mein Stern« den 2. Preis. Der 3. Preis 
konnte nach dem übereinstimmenden Urteil der Herren 
Preisrichter einer Arbeit allein nicht zugesprochen und dem 
Preisausschreiben gemäss nur so verteilt werden, dass 
von zwei ziemlich gleichwertigen Arbeiten die erste mit 
dem Motto »Carpe diem« und der Überschrift »Der Umzug« 
von Hans Arnold in Berlin, die zweite mit dem Motto 
»Wenn man der Wahrheit schliesst den Mund etc.« und 
der Überschrift »Der Apotheker von Lerchenheim« von 
Georg Le Mang in Reudnitz-Leipzig, mit 600 bez. 400 M, 
prämiiert wurden. Zugleich sind wir in der Lage schon 
jetzt mitteilen zu können, dass der neue Jahrgang mit 
einem ganz hervorragenden Roman von Ernst Eckstein: 
»Nero« beginnen wird, der wohl das lesende Publikum in 
höchstem Grade anziehen dürfte. 

— Von den Meisterwerken der Holzschneidekunst, Verlag 
von J.J. Weber in Leipzig erscheint jetzt der 9. Band und 
ist derselbe bis zum 8. Heft gediehen. Nach wie vor ist 
die Verlagshandlung bemüht, mit wahrem Sinne für das 
Schöne und Kunstvolle, den Abonnenten nur Blätter zu 
bieten, die das Auge in jeder Hinsicht befriedigen, also ein 
ansprechendes Sujet mit bester künstlerischer Ausführung 
vereinigen. Zahlreiche, diesen Anforderungen entsprechende 
Blätter zieren die erschienenen Hefte auch dieses Bandes, 
sichern demnach der Verlagshandlung den Kreis ihrer alten 
Freunde und erwerben ihr täglich deren neue. Wie wert¬ 
voll die »Meisterwerke« gerade für den Buchdrucker sind, 
haben wir bereits öfter erwähnt. 

— Unter den grossen Buchbindereien Leipzigs nimmt 
ohne Zweifel die seit 1864 bestehende Hofbuchbinderei von 
Gustav Fritzsche mit den ersten Platz ein. Dank der 
Intelligenz ihres Besitzers, ist sie, aus kleinstem Anfänge 
zu einem Institut ersten Banges emporgewachsen, das, aus¬ 
gestattet mit allen nur irgend vorhandenen Hilfsmitteln der 
Neuzeit und mit Hilfe eines alten wohlgeschulten und 
bewährten Arbeiterpersonals, nicht nur in der Lage ist, 
grosse Auflagen von Büchern für den buchhändlerischen 
Vertrieb vfie einzelne Bände für öffentliche und Privat¬ 
bibliotheken in solidester und zweckentsprechendster Weise 
binden und schnell liefern zu können, sondern auch kunst¬ 
gewerbliche Arbeiten (Kassetten, Mappen, Etuis, Stuhlbezüge, 
Chroniken etc. etc.) in wahrhaft schöner Weise ausführt. 
Uns liegt gegenwärtig eine Preisliste von Bucheinbänden auf 
Grund des deutschen Normalformats dieser Firma vor. Sie 
enthält die 12 Formate gefalzt und die erste Seite mit ent¬ 
sprechendem Probetext bedruckt in allen Grössen, von 
Sedez an bis Quart und gibt sonach dem Verleger wie dem 
Buchdrucker einen guten Anhalt für die Ausführung von 
Werken. Uns will nur scheinen, als wenn das Format 
des Satzes gegenüber der Papiergrösse oft etwas zu reich¬ 
lich bemessen ist, denn nach dem Beschneiden dürfte der 
Druck zu schmale Ränder zeigen. Diese Preisliste ist 
durch einen höchst soliden und kostbaren Einband von 
schwarzer Chagrinleinwand mit farbigem Aufdruck geziert. 
Der Aufdruck beweist, dass der Buchbinder heutzutage 
gleichfalls ein guter Farbendrucker sein muss, wenn er den 
Anforderungen genügen soll, welche der jetzige Geschmack 
an die Bücherausstattung stellt. Er ist von 7 Platten also 
in 7 Farben in wahrhaft gediegener Weise gedruckt und 
zeigt sich als ein Ganzes von schöner Wirkung und grosser 
Eleganz. Durch die Güte des Herrn Fritzsche wird es uns 
möglich werden, demnächst diesen Aufdruck auf einer 
unserer Proben zu kopieren; unsere Leser werden dann 

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271 


Die 50jährige Gedenkfeier etc. 


272 


ohne Zweifel unserem Urteil beistimmen und mit uns an¬ 
erkennen, in wie vorzüglicher Weise die Schwierigkeiten 
des Farbendruckes hier überwunden worden sind. 


Die öOjährige Gedenkfeier 

der Enthüllung des Gutenberg-Monuments in Mainz 

nahm am 14. Aug. d. J. ihren ganz programmgemässen Verlauf. 
Zu der Ausstellung, mit welcher die Festlichkeit Vormittags 
10 Uhr im kurfürstlichen Schlosse begann, hatte sich ein 
ausserordentlich zahlreiches, Publikum eingefunden, welches 
von Herrn Ruchhändler Diemer willkommen geheissen wurde. 

Das gesamte anwesende Publikum wendete sich nun der 
Ausstellung zu und folgte den Erläuterungen, welche Herr 
Dr. Volke in einem längeren Vortrag gab, mit gespannter 
Aufmerksamkeit. Was die Ausstellung betrifft, so bot die¬ 
selbe eine stattliche Reihe hochinteressanter Spezialitäten 
aus der Zeit Gutenbergs. Bewunderung erregten namentlich 
das prachtvolle Psalterium aus dem Jahre 1459 und das 
Katholikon von 1460, ersteres aus der Offizin von Fust und 
Schofler, letzteres aber von Gutenberg selbst herrührend. 
Nicht minder das schöne Exemplar der Biblia sacra latina 
von Fust und Schöffer aus dem Jahre 1462 mit den Namen 
der Drucker, ferner die Bulle des Papstes Pius, durch welche 
Diether von Isenburg 1461 abgesetzt wurde, und das un¬ 
scheinbare, aber wertvolle Bruchstück, welches noch von 
der ältesten Gutenbergbibel aus den Jahren 1450—55 er¬ 
halten geblieben ist. Zahlreiche spätere Druckerzeugnisse, 
welche von dem Fortschritt der Kunst Zeugnis gaben, 
reihten sich an. 

Das Denkmal am Gutenbergsplatz gewährte einen der 
Feier würdigen Anblick. Ebenso wie das Haupt Gutenbergs 
mit einem schönen Lorbeerkranze umgeben war, lagen auch 
deren zwei am Sockel des Denkmals und zwar einer mit 
den Buchdruckerfarben von «lern Verein »Gutenberg« in 
Darmstadt, der andere von den Redaktionen der »Frankfurter 
Zeitung« und »Kleinen Presse« in Frankfurt a. M. gespendet. 

Als es Abend geworden, wurden die verschiedenen Gas- 
pvramiden etc., sowie die Jahreszahlen 18.H7 und 1887 in 
Flammen gesetzt, wodurch sich das herrliche Standbild 
wahrhaft majestätisch präsentierte. 

Abends 9 Uhr zogen die Teilnehmer vom Liedertafel¬ 
saale aus vor das Denkmal. Die Kapelle, welche sich 
links von der Gutenbergstatue aufgestellt batte, begann nun 
die Feier mit einer Ouvertüre, worauf der Sängerverein 
»Typographia«, welcher sich auf der andern Seite aufgestellt 
hatte, das Lied »Das ist der Tag des Herrn« erschallen liess. 
Nun trat Herr Dr. J. Keller auf und hielt mit lauter, weithin 
vernehmlicher Stimme eine treffliche, warm empfundene 
und mit den Worten, dass Gutenbergs Rild uns allen zurufe: 
»Per aspera ad astra! Über rauhe Bahnen führet der Weg 
zu den Sternen! Durch Nacht zum Licht!« schliessende 
Ansprache. Ein abermaliger Vortrag der Kapelle, sowie 
ein Gesang des vorhin erwähnten Vereins beschlossen 
diese Feier. 

Unter Vorantritt des Musikkorps zogen dann die Fest¬ 
genossen nach dem Kasino Hof zum Gutenberg. woselbst 
ein gemeinschaftliches Nachtmahl eingenommen wurde. Die 
Reihe der Trinksprüche hierbei eröflfnete Herr Buchhändler 
Diemer mit folgenden Worten: 


»Es ist mir der ehrende Auftrag geworden, Sie alle hier 
herzlich zu begrüssen. Aufrichtig gestehe ich Ihnen ein, dass 
ich noch niemals in meinem Leben etwas mit mehr Freude 
und Liebe angenommen habe, als diesen Festgruss für den 
heutigen Abend. Besonders gibt es mir Gelegenheit, meine 
Gefühle des innigsten Dankes zum Ausdruck zu bringen, 
den Herren gegenüber, welche uns in der liebenswürdigsten 
Weise bei der Herausgabe unserer Gedenkblätter durch 
Beiträge unterstützten, denn nur durch deren bereitwilliges 
Entgegenkommen war es uns möglich, das uns Alle ehrende 
Gedenkbuch zu Stande zu bringen. Diesen Herren gilt 
unser voller und ganzer Dank. Festgenossen, erheben wir 
uns und bringen wir Ihnen ein dreifaches Hoch!« 

Hieran reihte sich Rede und Gesang in buntem Wechsel. 

Herr Pfarrer Steinmetz toastete auf die Buchdrucker 
Deutschlands, Herr Stadtverordneter M. M. Meyer auf die 
Freiheit der Presse, durch welche die Kunst Gutenburgs 
erst zu ihrer wahren Macht und Bedeutung gelangt sei. 
Herr Gymnasiallehrer Dr. Nover dankt für die Autoren und 
bringt unter humoristischen Seitenblicken auf die wechsel¬ 
seitigen Verhältnisse ein Hoch aus auf die Eintracht zwischen 
Buchhändler, Drucker, Setzer und Vertreter der Tagespresse. 
Einem ähnlichen Gedanken gibt darauf noch Herr Tiefei 
Ausdruck mit einem Toast auf das fernere gute Einver¬ 
nehmen zwischen Prinzipalen und Gehilfen. Ein dreifaches 
Hoch erhielt überdies auch der Kölner Verein »Gutenberg«, 
welcher in einem Telegramm seine Teilnahme am Feste 
kundgegeben hatte. 

Zum Schluss brachte Herr Diemer noch ein dreifaches 
Hoch auf das Blühen und Gedeihen des Mainzer Buchge¬ 
werbes aus, in welches die Festteilnehmcr begeistert ein¬ 
stimmten. 

Eine schöne Ovation für den Erfinder der Buchdrucker¬ 
kunst. welche im Festprogramm nicht vorgesehen war, 
wurde am Sonntag Morgen 11 Uhr dargebracht. Um diese 
Zeit begab sich der eben zur Jubelfeier des »Mainzer 
Liederkranz« hier anwesende »Solinger Sängerbund< vor 
das Gutenberg-Denkmal und liess zu Ehren des Tages 
mehrere Quartette erschallen. 

Die aus Anlass der 50jährigen Errichtung des Gutenberg¬ 
denkmals zu Mainz von den vereinigten Mainzer Buchdruckern 
und Buchhändlern herausgegebenen GedcnJiblätter sind auf 
einheitlicher Grundlage von 18 Mainzer Druckereien her- 
gestellt. Sie bieten in formeller Hinsicht somit ein Bild 
der Leistungen der Mainzer Druckfirmen. Nach der künstle¬ 
rischen Seite erfuhr die Festschrift durch zahlreiche Bei¬ 
träge des als Illustrator so hervorragenden Mainzer Künstlers 
P. Halm eine höchst wertvolle Bereicherung. Der in der 
graphischen Kunstanstalt von Karl Wallau hergestellte 
Umschlag schliesst sich mit voller Treue an den Schöffer- 
schen Psalterdruck an. Neben der geschmackvollen Aus¬ 
stattung bieten die Gedenkblätter inhaltlich in buntem 
Wechsel Beiträge Mainzer Schriftsteller. Der Festgclegenheit 
gewidmet, reihen sich poetische Erzeugnisse an Rückblicke 
auf die Geschichte des Denkmals; daneben aber finden sich 
wissenschaftliche Arbeiten von bleibendem Werte, welche 
selbstverständlich der Mainzer Druckkunst und ihrer Ent¬ 
wickelung in alter und neuer Zeit gewidmet sind. Die hoch¬ 
feine Erscheinung des stattlichen Bandes gibt demselben 
das Anrecht, als würdige Leistung der Mainzer Druckfirmen 
und Buchhändler die Gedächtnisfeier in die weitesten 
Kreise hinauszutragen. 


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273 


Mannigfaltiges. 


274 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. Das Fest des 50jährige Bestehens feierte 
die G. Lühmannschc Buchdruckerei in Harburg. Die Druckerei 
ward am 20. Mai 1837 von C. Hergeröder gegründet und 
1872 von dem jetzigen Besitzer übernommen, welcher das 
Geschäft in besten Aufschwung brachte. — Am 1. Mai 
resp. 1. Juni feierten die Herren Maschinenmeister Otto Pflüger 
und Setzer Robert Böttger das seltene Fest der 25jährigen 
Thätigkeit in der Druckerei von H. Theinhardt in Berlin. — 
Am 18. Juni feierte der Geschäftsführer Herr Karl Hellmann 
in Pressburg sein 50jähriges Berufsjubiläum. — Am 9. Juni 
waren es 50 Jahre, dass der Setzer Herr Louis Fissmann 
in die Dietzsche Hofbuchdruckerei in Koburg als Lehrling 
eintrat. Mit kurzer Unterbrechung, während welcher er in 
einer süddeutschen Stadt konditionierte, war er ausnahmslos 
daselbst thätig, — Der Oberfaktor der Ofener Universitäts¬ 
buchdruckerei, Herr Paul Remele, feierte am 29. Juni sein 
45jähriges Buchdruckerjubiläum, gleichzeitig damit die 
40. Jahreswende seiner Thätigkeit in der genannten Anstalt. 

— Gestorlten . In Dresden im 80. Lebensjahre der 
Schriftsteller Herr Frans Lubajatzky ; pseudonym Franz 
Carion. — In Paris starb der Schnellpressenfabrikant Herr 
H. Voirin, ein Mann, dessen Thätigkeit seiner Fabrik einen 
vorzüglichen Ruf verlieh. Die von ihm konstruierten litho¬ 
graphischen Schnellpressen wurden bald nach der Pariser 
Weltausstellung 1867 das Muster für alle von späteren 
Fabrikanten hergestellten Maschinen gleichen Genres. — 
In Köthen starb am 1. Juni Herr August Preuss , Buchdruckerei¬ 
besitzer daselbst. — In Tabor (Böhmen) starb am 3. Juni 
der Buchdruckereibesitzer Herr J. K. Frank. — In Berlin 
am 21. Juni der Rentier, ehemalige Buchdruckereibesitzer 
Herr Karl Berg, 65 Jahr alt. — In Arnstadt starb am 22. Juni 
die Romanschriftstellerin E. Marlitt (Eugenie John). — 
In Köln starb am 1. Juli im Alter von 77 Jahren der Journalist 
Herr Karl Heinrich Brüggemann, in den fünfziger Jahren 
leitender Redakteur der Kölnischen Zeitung. — In Wiesbaden 
am 10. Juli der Buchdruckereibesitzer Herr H. Fl.Meletta (in 
Firma FI. Kupferberg, Mainz). — Herr Adolf Friedrich Jensen, 
Buchdruckereibesitzer zu Kiel ist am 15. Juli im Alter von 
nahezu 77 Jahren nach längerem Leiden sanft entschlafen. 
Der Verstorbene, ein Biedermann in des Wortes bester 
Bedeutung, erlernte die Buchdruckerei in Schleswig, war 
in den fünfziger Jahren als Faktor in der Kieler Schulbuch¬ 
druckerei beschäftigt und siedelte dann nach Preetz über, 
wo er 5 Jahre Mitinhaber der dortigen Buchdruckerei war. 
Am 1. Oktober 1863 verzog Jensen nach Kiel, etablierte 
dort eine eigene Druckerei, in welcher vom 1. Juli 1864 
bis 1. Juli 1885 die »Kieler Zeitung« gedruckt wurde. Der 
Verstorbene war ein treues Mitglied des »Deutschen Buch¬ 
druckervereins«, in welchem er mehrfach Ämter bekleidete. 
— Am 18. Juli ist zu Dessau im Alter von 81 Jahren der 
Hofbuchdrucker Herr Hermann Neubürger aus dem Leben 
geschieden. Ausserhalb der Kreise seiner Fachgenossen 
dürfte es vielleicht nur Wenigen bekannt sein, dass der 
Verewigte in der Buchdruckerwelt hohes Ansehen genoss, 
welches er sich als tüchtiger Fachmann sowohl auf dem 
Gebiete der Praxis, wie auch auf dem der Theorie, vor¬ 
nehmlich als Fachschriftsteller erworben hatte. Die von 
ihm in den Jahren 1841 bis 1843 herausgegebenen Lehr¬ 
bücher, so sein »Handbuch für Buchdruckerkunst«, sein 
»Leitfaden für Schriftsetzerlehrlinge«, die »Encyklopädie der 
Buchdruckerkunst« und »Der Korrektor« wurden lange Zeit 
als mustergiltig angesehen und erlebten teilweise mehrere 


Auflagen. Seine Biographie erschien vor mehreren Jahren 
im »Journal für Buchdruckerkunst«. Es war ihm ver- 
gönnnt, sein diamantenes (60jähriges) Buchdrucker- und 
auch sein öOjähriges Prinzipaljubiläum zu feiern und zu 
seinem 70. Geburtstage erhielt er von seinem Landesherrn 
das Patent als Hofbuchdrucker. Mit seinen Angehörigen 
trauern um den Entschlafenen zahlreiche Freunde und 
Fachgenosseu, denen er gern mit seinem Rate zur Seite 
gestanden hat. 

— Geschäftliche Notizen. Die Gesellschaft der Meyer- 
sehen Hofbuchdruckcrei Quentin d’- Meices in Detmold ist 
aufgelöst. Aktiva und Passiva sind auf die neue Firma 
Meyersehe Hofbuchdruckerei (Quentin übergegangen, als deren 
Inhaber Herr Max Quentin eingetragen ist. — Herr Theodor 
Hoffmann , alleiniger Besitzer der Buchdruckerei und Verlags¬ 
handlung Jssleib & Rietsschel in Gera, führt das Geschäft 
vom 1. Juni an unter eigener Firma weiter. — Die Buch¬ 
druckerei von G. A. F. Müller in Potsdam ist durch Kauf 
in den Besitz des Herrn H. Weber übergegangen. — Die 
Genossenschaftsdruckerei in Glauchau ist eingegangen. Die 
Herren Dietze d Schröder hahen das Inventar erworben und 
eröffnen damit ein neues Geschäft. — Die Vertretung der 
Buch- und Steindruckfarbenfabrik von Käst dt Ehinger für 
Leipzig ist Herrn Paul Lcutemann , Leipzig, Sidonienstrasse 19 
übertragen worden. — Die Buchdruckerei Otto Elsner in 
Berlin ist von der Ritterstrasse nach dem eigenen neuer¬ 
bauten Druckereigebäude Oranienstrasse 58 verlegt worden, 
was uns durch ein höchst geschmackvoll ausgeführtes 
Zirkular angezeigt wurde. 

— Unserm heutigen Heft liegt ein Zirkular der Buch- 
und Steindruckfarbenfabrik von Käst (t Ehinger. arsenfreie 
Farben betreffend, bei; wir empfehlen dieses Zirkular der 
besonderen Beachtung unserer Leser. 

— Von derselben Firma bringen wir unseren Lesern 
eine Probe zweier schöner Farben. Es sind dies Nachtgrün 
und Braunlack, zwei lackierbare und lichtbeständige Farben, 
die gewiss jedem Buchdrucker willkommen sein werden. 
Spezielle Preisangaben sehe man auf dem Probenblatt selbst. 

— Ferner liegt dem heutigen Heft ein Preiskurant nebst 
Zeugnisauszug der Bauerschen Giesscrei bei. Die Leistungs¬ 
fähigkeit derselben ist bekanntlich eine bedeutende. 

— Wir machen unsere Leser ferner auf den dem 
heutigen Heft beigegebenen Prospekt der Firma Friedrich 
Heim dt Co. in Offenbach über ihre Bronzier-, Gummier- 
und Lackiermaschineii besonders aufmerksam. 

— f Behandelt Eure Maschinen gut. Wenn Maschinen Ge¬ 
fühl für Misshandlungen hätten, so wäre ein Anti-Maschinen¬ 
quälerverein, der alle gegen die Maschinen verübten Gewalt- 
thätigkeiten zur Anzeige und Bestrafung brächte, ganz am 
Platze. Die Maschine ist das kostspieligste Gerät in einer 
Druckereiausstattung und das Selbstinteresse erheischt es, 
dass ihm die nötige Sorgfalt zuteil wird, ln manchen 
kleinen Druckereien, in denen der Herr Prinzipal die Kunst, 
der er vorsteht, nicht gelernt hat, wird ein Setzer, resp. 
Schweizerdegen oder wohl gar ein Handarbeiter, der früher 
nur Hacke und Spaten gehandhabt, zum Maschinenmeister, 
zu einem der wichtigsten Posten des Etablissements, erhoben. 
Fast jeder Setzer denkt, er kann an der Maschine arbeiten, 
und in diesem Gedanken arbeitet er das ihm in der Un¬ 
wissenheit anvertraute Hauptstück zu Tode. Aber es ist 
einmal so; jene die Alles wissen wollen, lernen nichts. 
Die Arbeit des Druckers erfordert ebensogut ihre spezielle 
Geschicklichkeit und Erfahrung. Ein tüchtiger Maschinen¬ 
meister druckt eine Accidenz mit der Hälfte der Kraft als 

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Mannigfaltiges. 


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ein Pfuscher. Zwei Drittel der Brüche an Maschinen haben 
ihren Grund in Mangel an Sorgfalt oder Unkenntnis. Haltet 
Eure Maschinen rein und glänzend, schmiert sie regelmässig 
mit dem besten Schmiermittel (nicht dem wohlfeilsten), 
untersucht gelegentlich die arbeitenden Teile, seht vor dem 
Ingangsetzen nach, ob alle Schrauben fest angezogen sind, 
lasst mit dem möglichst geringen Druck arbeiten, lasst am 
kalten Morgen die Walzen nicht eher an, als bis der Farbe- 
cylinder genügend warm ist und denkt stets daran, dass sich 
alle diese kleinen Aufmerksamkeiten richtig bezahlt machen. 

— f Apparat zum Waschen van Drucktüchern. In Londoner 
Fachjournalen wird unter dem Namen Annands Wascher 
und Ausringer ein Apparat beschrieben und empfohlen, 
mittels welchem die Drucktücher schnell und wirksam 
gewaschen werden können. Der ganze Apparat nimmt 
einen Raum von 5X2 Fuss engl, ein und besteht in seinen 
Hauptstücken aus einem horizontalliegenden Cylinder, dessen 
Fläche genügend gross ist, um die grössten Drucktücher 
aufzunehmen. Auf der Fläche des Cylinders befindet sich 
ein Längenschlitz, in welchen das Ende des Drucktuchs 
eingeschoben und festgehalten wird. Über dem Cylinder 
dreht sich eine kleine Walze, die durch kräftige Federn 
gegen den Cylinder gedrückt wird. Dieser eigentlich wirk¬ 
samste Teil des Apparates ist in einen Trog eingepasst, 
der die Waschflüssigkeit enthält. Ist das Drucktuch auf 
dem Cylinder festgemacht und um diesen herumgeschlagen, 
dann wird er durch die an der einen Seite des Troges 
befindliche Kurbel in drehende Bewegung gesetzt, das Tuch 
saugt die Waschflüssigkeit an und die darauf drückende 
Walze quetscht sie wieder heraus. Durch dieses abwech¬ 
selnde Ansaugen und Ausquetschen der Flüssigkeit soll 
eine gründlichere Reinigung bewirkt werden als dies mit 
der Hand möglich. Beim schmutzigsten Drucktuch soll die 
Operation nur zehn Minuten dauern. 

— f Eine amerikanische Stimme über die amerikanischen 
Phantasieschriften. Über die Ungeheuerlichkeiten, in welche 
die amerikanischen Schriftgiesser mit ihren Phantasie¬ 
schriften bisweilen verfallen, fangen die amerikanischen 
Buchdrucker endlich an, eine herbe Kritik zu üben und sie 
dem Spott und der Lächerlichkeit blosszustellen. »Jeden 
Preis um eine neue Idee! Es kommt nicht im Geringsten 
darauf an, wie albern sie in der Form oder wie fraglich 
sie im Geschmack, ob sie lesbar ist oder nicht, wenn die 
Idee nur neu ist, nur her damit!« Das scheint das Prinzip 
zu sein, auf dem manche unserer Schriftgiesser reiten, 
wenn man auf die tollen Novitäten in ihren Zierschrift¬ 
probeblättern blickt. Sie sind oft so verdreht, dass der 
arme Buchdrucker, der sie lesen will, die Augen im Kopfe 
verdrehen möchte; es thäte not, er hätte einen Hieroglyphcn- 
enträtsler zur Hand. Wenn Jemand daran zweifelt, dass 
unser Zeitalter das der Elektrizität ist, so legt ihm die 
Schriftproben unserer moderneren Schriftgiesser vor und 
er wird Euch dreist ins Gesicht sagen, dass der Blitzstrahl 
darüber gefahren und mit den Köpfen, Schnörkeln und 
Schwänzen der Buchstaben einen wilden Bockstanz aufführe 
und selbst nicht recht wisse, ob er oder sie verrückt seien.« 
»Aber darin liegt ja die Kunst, die reine Kunst nach der 
wir streben und Ihr mit«, gibt uns der Schriftgiesser zur 
Antwort. »Gleichwie die tlieuren Mädchen, kommen uns 
diese Dinger hoch zu stehen, aber wir müssen sie haben.« 
Dies ist auszüglich eine Philippika, die ein grollender 
Buchdrucker im American Art Printer gegen die Schrift¬ 
giesser schleudert, und es ist ein Buchdrucker, der seine 
Kunst versteht, der trotz seiner heissenden Bemerkungen 


doch darauf stolz ist, über alle neue Zierschriften verfügen 
zu können. Seiner Klage, dass diese Dinger hoch zu stehen 
kommen, wird jeder andere Buchdrucker, der die Politik 
befolgt, Alles, was ihm als neu geboten wird, zu kaufen, 
mit voller Überzeugung beistimmen. Das Extravagante, 
die Grenzen des Schönen und Praktischen weit Über¬ 
schreitende in dieser Richtung ist eine anerkannte That- 
sache, gegen die sich nichts thun lässt; aber wir können 
uns damit trösten, dass Alles, was zu weit getrieben wird, 
nicht lange Bestand hat und der gesunde praktische Sinn 
des Buchdruckers wie des Publikums sich vom Geschmack¬ 
losen, Ungeheuerlichen ab, und dem wirklich Schönen, An¬ 
ständigen zuwenden wird. 

— f Aus der Staatsdruckerei in Washington. Ueber den 
Betrieb dieses Riesen-Etablissements gibt uns die ameri¬ 
kanische »Paper World« einige recht interessante Notizen. 
Zur Zeit beläuft sich das in der Regierungsdruckerei be¬ 
schäftigte Personal auf ca. 2500 Köpfe. Arbeit und Per¬ 
sonal haben sich von Jahr zu Jahr gesteigert, aber der 
Kongress hat die bisher dafür ausgeworfene Summe von 
9 940 000 M. jährlich auf 8 000 000 M. herabgesetzt. Der 
verkürzte Etat wird natürlich auch eiue Verminderung der 
Arbeitskräfte im Gefolge haben. Ungefähr ein Drittel des 
Gesamtpersonals sind Frauen, von denen auch einige an 
den Setzmaschinen fungieren. Sie sind ebenso bezahlt wie 
die Setzer. Die Regierungsdruckerei erkennt übrigens den 
amerikanischen Typographenverband und dessen Tarif an 
und stellt auch nur dem Verband angehörende Setzer ein. 
Das eigens für dieses Etablissement aufgeführte Gebäude 
ist 360 engl. Fuss lang, 200 Fuss tief und vier, an einigen 
Stellen fünf Stock hoch. Der Bau hat über eine Million 
Mark gekostet, die Ausstattung an Schriften, Pressen, aller¬ 
hand Maschinen und den tausenderlei anderen Zubehörungen 
für eine »wohleingerichtete Buchdruckerei« von solchem 
Umfange wird dagegen auf 5 Millionen Mark angeschlagen. 
In den ganzen Vereinigten Staaten giebt es keine Fabrik, 
die so viele elektrische Lampen zählte; viele davon brennen 
Tag und Nacht. Eine kleine Armee von Wächtern ist an¬ 
gestellt, um alle Korridore und sonstigen Gänge bei Tag 
und bei Nacht abzupatrouillieren und alle Viertelstunden 
die Kontrolluhren aufzuziehen. Der Dirigent des ganzen 
Geschäfts (der Public Printer) bezieht einen Jahresgehalt 
von 18 000 M.; er hält sich einen Privatsekretär, der 
7 200 M. bekommt. Ausserdem steht ihm noch eine eigene 
Equipage auf Staatskosten zur Verfügung. Der erste Buch¬ 
halter ist mit 10 000 M. besoldet. Er hat einen ganzen 
Stab von Unterbeamten, Departementsbuchhaltern, Zahl¬ 
meistern etc. unter seinem Befehl, deren Gehalte von 
4 800 bis 10 000 M. variiren. Die Arbeit beginnt um 8 Uhr 
Morgens, eine Stunde Frühstück und um 5 Uhr Nach¬ 
mittags ist Feierabend. Die Nachtarbeit, deren es hier 
sehr viel gibt, fängt Abends um 7 Uhr an und endigt 
Morgens um 3 Uhr. Das mit der Buchdruckerei verbun¬ 
dene Buchbinder-Departement ist wohl eins der grössten in 
den Vereinigten Staaten; in diesem sind 400 Leute be¬ 
schäftigt. Im Gesamtpersonal ist die Negerrace durch 200 
Individuen vertreten, von denen etwa ein halbes Dutzend 
in der Setzerei arbeitet und die als gute Arbeiter geschil¬ 
dert werden. Keiner der Beamten und Arbeiter steht unter 
dem Zivildienstreglement, sondern sie werden als Staatsdiener 
angesehen. Die Verwaltungskosten beliefen sich im ver¬ 
gangenen Jahre auf 11 473 520 M., die Gehalte für die Ver¬ 
waltungsbeamten erreichten die Höhe von 71 200 M., einen 
riesenhaften Posten im Etablissements-Budget nehmen die 


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Mannigfaltiges. 


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Arbeitslöhne für Setzer, Drucker, Maschinenmeister, Buch¬ 
binder etc. ein, nicht weniger als 7 818 520 M. Für Papier 
und Buchbinderei wurden bezahlt 1 290 900 M., für Stahl¬ 
stich und lithographischen Druck 635 120 M. In der 
Papierrechnung finden sich 3160 M. für Korrekturenpapier. 

— t Botographie. Bei den letzten Munizipalwahlen in 
Paris ist in einem Stadtteile, der ein Ratsmitglied für sich 
zu wählen hat, für den Kanditaten mittels einer höchst 
originellen, noch nie dagewesenen Druckmethode erfolgreich 
Reklame gemacht worden. Als die Bewohner des gedachten 
Stadtteils am Morgen des Wahltages ausgingen, sahen sie 
ein ganz unerwartetes Schauspiel: sie konnten keinen Schritt 
vorwärts gehen, ohne auf den Namen des von der ton¬ 
angebenden Partei aufgestellten Kanditaten zu treten. Die 
Methode, welche der Erfinder, ein Pariser Arbeiter Lebigr£, 
»Rotographie« nennt, besteht darin, auf das Trottoir zu 
drucken. Unsere Quelle, »LTmprimerie«, gibt nichts Näheres 
über das Verfahren an. Das Vorgesetzte Wort roto (nach 
dem lateinischen rotare, sich wie ein Rad herumdrehen) 
deutet auf Rad- oder Walzendruck hin. Auf der Walze 
wäre die Schrift in Kautschukbuchstaben erhaben ange¬ 
bracht; in dem die Walze führenden Gestell wäre oberhalb 
ein kleines sich drehendes Farbe werk eingefügt und unten 
ruhte das Gestell auf Rollen, sodass der Führer den Apparat 
ruhig weiter rollte und sich der Druck selbstthätig vollzog. 
Die Konstruktion könnte ganz einfach sein, denn Kunst¬ 
leistungen wären bei Trottoirdruck ganz zwecklos. Die Idee 
ist in der That genial und Hesse sich vielleicht auch für 
andere Zwecke nutzbar machen. 

— Es existieren bekanntlich seit lange Uniformbilder 
unserer Armee, welche die volle Soldatenfigur ohne Kopf 
umgeben von entsprechenden Emblemen zeigen. Der Soldat 
hat sich also nur eine Ansicht seiner Waffengattung zu 
kaufen und seinen, einer Photographie entnommenen Kopf 
daraufzukleben um seine Person im vollem Schmuck der 
Waffen zu zeigen. Den Setzern werden jetzt ähnliche 
Tableaux geboten, denn Herr Hermann Sachse in Halle a. S. 
liefert solche in fünffachem photographischen Tondruck in 
gefälliger Ausstattung zum Preise von 1,50 M. ohne und 
3,50 M. mit Rahmen. 

— Die Innung Dresdner Buchdruckereibesitzer hielt am 
11. Juli a. c. ihre statutgemässe Vierteljahrs-Versammlung 
unter dem Vorsitze des Herrn Geh.-Rath von Baensch ab. 
Nachdem 4 Lehrlinge zu Gehilfen gesprochen, erstattete 
zunächst der Herr Vorsitzende Bericht über die Vorgänge 
im vergangenen Vierteljahre und gedachte hierbei auch 
des am 19. Mai a. c. verstorbenen Mitgliedes Herrn Her¬ 
mann Heinrich, Inhaber der Firma G. Heinrich, Dresden- 
Neustadt, Das Andenken desselben wurde durch Aufstehen 
von dem Plätzen geehrt. Der erste Antrag der Tagesord¬ 
nung, »dem Sächsischen Innungs-Verbande als Mitglied 
beizutreten«, wurde angenommen. Hierauf gelangte ein 
Schreiben des Stadtrats, betreffs des ablehnenden Verhaltens 
der in den Ausschuss für das Gehilfen- und Lehrlingswesen 
gewählten Gehilfen, zur Vorlesung, wonach die Versamm¬ 
lung den darin gemachten Vorschlag einstimmig annahm 
und den Vorstand mit Ausführung der weiteren Schritte 
beauftragte. Ein Antrag über Errichtung einer allgemeinen 
Konditions-Nachweis-Steile für Dresden, sowie einer Reise- 
Unterstützungskasse für dem Verbände nicht angehörende 
Gehilfen wird dem Ausschüsse für das Gehilfen- und 
Lehrlingswesen zur Begutachtung überwiesen. Ferner 
beschliesst man die Einrichtung fachwissenschaftlicher 
Vorträge für die Lehrlinge im Winterhalbjahr. Es wird 


weiter beschlossen, den Antrag über »Gründung einer 
Papierhandlung für die Innungsmitglieder« im Interesse 
der hiesigen Papierhändler fallen zu lassen, letztere jedoch 
zu ersuchen, die Übernahme von Druckaufträgen zu unter¬ 
lassen. 

— Aus Prag wird uns mitgeteilt, dass die Faktore der 
dortigen Buchdruckereien und Schriftgiessereien zu einem 
Komitee zusammentraten, um die seit längerer Zeit ob. 
schwebende Idee der Gründung eines Vereins zur Pflege 
und Hebung der Buchdruckerkunst, zur Förderung des kol¬ 
legialen Verkehrs, zur Wahrung der moralischen und 
materiellen Interessen seiner Mitglieder und zur Gründung 
eines Pensionsfonds ins Leben zu rufen. Die Arbeiten des 
vorbereitenden Komitees sind bereits so weit gediehen, dass 
eine vorberatende Versammlung einberufen werden konnte, 
welcher der Statutenentwurf vorgelegt und nach gründlicher 
Durchberatung die Eingabe der Statuten an die betreffenden 
Behörden erfolgen konnte. Sobald die Genehmigung der 
letzteren erfolgt sein wird, soll auch sofort die Thätigkeit 
des neuen Vereins beginnen. — Wir geben dem jungen 
Verein die besten Wünsche des Blühens und Gedeihens 
mit auf den Weg. 

— Von einer Wohlthäterin ist der Stadt Weimar eine 
sehr ansehnliche Stiftung überwiesen. Dieselbe besteht in 
einem Kapital von 60000 M. Der Zinsabwurf, den die 
Stifterin für ihre Lebenszeit selbst bezieht, soll verwendet 
werden zu */ 8 zur Unterstützung hier lebender Schriftsetzer, 
Buchdrucker und in Buchdruckereien beschäftigten Personen, 
ohne Rücksicht darauf, ob dieselben von hier gebürtig 
oder hier ihren Unterstützungswohnsitz haben; l /s des 
Zinsabwurfs ist bestimmt zur Unterstützung anderer hiesiger 
notleidender Personen, in erster Linie hilfsbedürftiger Wit¬ 
wen, alleinstehender Frauen und Mädchen. Witwen von 
Schriftsetzern und Buchdruckern sollen bei gleicher Be¬ 
dürftigkeit den Vorzug haben. Die jährliche Unterstützung 
soll für Schriftsetzer und Buchdrucker nicht unter 100 M., 
für Witwen, Frauen und Mädchen nicht unter 50 M. 
betragen. Jedenfalls steht die edle Stifterin in Beziehung 
zu unserem Beruf. 

— Der Magistrat der Stadt Barcelona teilt unter dem 
26. Mai dieses Jahres mit, dass in Folge eines Legats des 
Herrn Francisco Martorelly Pena ein Preis von 20000 
Pesetas für das beste Originalwerk über spanische Archäo¬ 
logie ausgesetzt worden ist Spanische oder auswärtige 
Bewerber müssen ihre Werke bis zum 23. Oktober 1891 
bei dem Sekretariat des Magistrats von Barcelona einreichen, 
und zwar ist die lateinische, castilianische, catalonische, 
französische, italienische und portugiesische Sprache zulässig. 
Die näheren Bedingungen können in Leipzig auf dem 
königl. spanischen Konsulate, Brüderstrasse 4, I., in den 
Vormittagsstunden von 10 bis 12 Uhr eingesehen werden. 
Jedenfalls sind auch die Konsulate in den übrigen Haupt¬ 
städten zu Auskünften bereit. 

— Postwesen. Die ausserhalb Russlands in russischer 
Sprache herausgegebenen Drucksachen (Bücher, Broschüren, 
Geschäftsanzeigen u. s. w.) dürfen, da sie bei der Einfuhr 
in Russland zollpflichtig sind, nicht mit der Briefpost nach 
Russland verschickt, sondern müssen als Packete — unter 
Beigabe einer Postpacketadresse und der erforderlichen 
Zahl von Zoll-Inhaltserklärungen — zur Post eingeliefert 
werden. 

— Amerikanische Zeitungen und Bücher. Nach den 
neuesten Angaben erscheinen in den Vereinigten Staaten 
und Canada gegenwärtig 15420 Zeitungen und Zeitschriften. 


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Mannigfaltiges. 


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Das ist ein Mehr von 581 gegen das Vorjahr. — In 
Philadelphia beabsichtigt man für die dortige, etwa 15000 
Köpfe zählende italienische Bevölkerung eine Zeitung unter 
dem Titel >11 Visuvio« herauszugeben. — In Boston will 
man mit Hilfe einiger befreundeter Engländer die »lllustrated 
London News« in einer zweiten Ausgabe zu gleicher Zeit mit 
der Originalausgabe herausgeben. — Von >Appletons 
American Cyclopaedia«, die in Amerika eine grosse Ver¬ 
breitung hat, wird berichtet, dass von derselben nicht 
weniger als 129000 Exemplare verkauft wurden und daraus 
ein Erlös von 65000000 M. erzielt worden sei, 

— Ein interessanter Nachbildungsprozess gelangte vordem 
österreichischen Kassationshofe jüngst zur Entscheidung. 
Ein Prager Verleger, Herr Jos. Vilimek, liess im Jahre 1885 
einen illustrierten czechischen Kalender erscheinen, in 
welchem er 24 auf photozinkographischem Wege hergestellte, 
den Münchener »Fliegenden Blättern« entnommene Illu¬ 
strationen anschaltete. Die Herren Braun & Schneider 
erhoben durch ihren Vertreter Dr. Jaques gegen Vilimek 
die Strafanzeige wegen Vergehens gegen das artistische 
Eigentum. In zwei Instanzen fielen die Urteile zu Gunsten 
des Geklagten aus: einmal, weil sich die »Fliegenden 
Blätter« nicht das Recht zur Vervielfältigung ausdrücklich 
Vorbehalten hatten; dann weil die Reciprocität des littera- 
rischen und artistischen Rechtsschutzes zwischen Österreich 
und Baiern nicht erwiesen sei; schliesslich, weil wegen 
nicht rechtzeitiger Einbringung der Klage die Verjährung 
eingetreten sei. Dr. Jaques leitete gegen diese Entscheidungen 
die Nichtigkeitsbeschwerde ein und der oberste Gerichtshof 
verkündete nach langer Beratung durch den Präsidenten 
Ritter v. Schmerling, dass der Nichtigkeitsbeschwerde statt¬ 
gegeben, Vilimek zu einer Geldstrafe von fl. 100 und in 
die Kosten und zum Verfalle der konfiszierten Exemplare 
verurteilt werde. Der Kassationshof erkannte nur deshalb 
auf eine sehr geringe Geldstrafe, weil es sich nicht um 
Gutmachung eines Schadens, sondern vielmehr darum handle, 
für die Zukunft die Nachbildung deutscher Geisteswerke 
zu verhindern. (Freie Künste). 


Briefkasten. 

Herrn G. Nolten, Faktor der Criiwellschen Buchdruckerei, Dortmund. 
Das gesandte Programm zur Johannisfeier ist eine ganz gefällige Arbeit, 
nur wirkt das grelle Gelb, welches Sie für die Gutenbergstatue ver¬ 
wendeten, nicht günstig. Ein richtiger Bronzoton würde sich unseres 
Erachtens nach besser gemacht haben und wäre derselbe mit Vorteil 
auch zum Druck der Einfassung zu verwenden gewesen. Der Satz 
des ganzen Programms ist ein in allen Teilen lobenswerter. — Buch¬ 
druckerei Hesse & Comp., Magdeburg. Das von Ihnen eingesandte 
Johannisfestprogramm verdient gleichfalls alle Anerkennung. Satz und 
Druck lassen erkennen, dass strebsame und mit Geschmack arbeitende 
Leute es sich angelegen sein Hessen, ihren Kollegen zu dem schönen 
Fest ein durchaus gediegen gedrucktes Programm zu bieten. Wir hätten 
in Anbetracht der fast ausschliesslichen Verwendung von Schriften im 
Charakter der Mediaeval vermieden, die beiden Groteskezeilen auf dem 
Titel anzubringen, würden auch den blauen Ton unter die Arabesken 
gelegt haben, so auf dem gelben Hauptton einen grünen erzielend, wie 
Sie dies ja unter der Strichlinie gethan; dadurch wäre die Anwendung 
von zu vielen gelben Nüancen vermieden und unseres Erachtens nach 
ein noch gefälligeres Aussehen erzielt worden Auch der graue Ton 
über den gelblichen gedruckt, würde die Arabesken sehr vorteilhaft 
hervorgehoben haben. — Herrn Faktor ltunge, Pirna. Wenn die Aus¬ 
führung des Satzes der gesandten Arbeiten wie Sie sagen, Ihre 
»Domaine« ist, so können wir Ihnen in den allermeisten Fällen nur 
eine gute Zensur erteilen. Mitunter fehlt nur eine kräftigende, das 
Ansehen hebende Begrenzung der Einfassungen, so z. B. in dem Kopf 
der Aviskartc Ihrer Offizin. Sehen Sic sich den Kopf der Mitteilung 
des Aktienvercins für Gasbeleuchtung an, so werden Sie uns gewiss 
Hecht geben; bei diesem ist eine gefällige Abwechslung von Schatten 


und Licht durch Einfügen einer halbfetten Linie erzielt, während 
jener Kopf dagegen nüchtern erscheint, weil sie nur feine Linien ver¬ 
wendeten. Der Druck ist fast bei allen Arbeiten ebenfalls ganz lobens¬ 
wert besonders wenn man berücksichtigt, dass bei Ihnen zwei Maschinen¬ 
meister sieben Maschinen bedienen. Das müssen ganz »fixe« Leute 
sein. Wir danken Ihnen bestens für das uns geschenkte Vertrauen. — 
Herrn Richard Siegmann, Magdeburg. Die uns zugesandten Arbeiten 
zeigen bezüglich des Satzes denselben gediegenen Geschmack 
und dieselbe exakte technische Ausführung, welche wir schon 
so oft an den Arbeiten der Offizin von Friese & Fuhrmann gerühmt 
haben, wir können Ihnen deshalb nur unsere beste Anerkennung zollen. 
Es mag vielleicht ein besonderer Geschmack unsererseits sein, dass wir, 
wie bereits vorstehend einmal erwähnt, Schriften im Mediaeval- und 
Eticnnecharakter nicht gern mit steifen Groteskeschriften vermischen, 
wir wissen aber auch, dass man sich oft nicht anders helfen kann, 
als dennoch solche zu benutzen. Jedenfalls ist diese Notwendigkeit bei 
einigen der gesandten Arbeiten ausschlaggebend gewesen. Die zu der 
Preisliste und der Karte Pringal verwendeten Farben sind ganz nach 
unserem Geschmack gewählt; es sind beides durchaus effektvolle Ar¬ 
beiten. Der gelbe Ton der Karte Koch dominiert etwas zu sehr; wir 
hätten ihn etwas blasser gehalten. Für die Karte Krimmitz haben Sie 
einen sehr schönen gelblichen Ton benutzt, die Arbeit verliert aber 
etwas durch den fleischfarbenen Ton, weil ja auch dieser eine gelb¬ 
liche Färbung zeigt und so die gelbliche Tönung des Ganzen etwas 
zu dominierend auftritt. Wenn Sie sich, wie Sie schreiben, erst seit 
kurzem mit der Bestimmung der Farben beschäftigen, dann alle Achtung 
auch vor Ihren Fähigkeiten in dieser Richtung. Die kleinen Aus¬ 
stellungen, welche wir machten, beweisen Ihnen, dass wir Sie mit einem 
Mass messen, dass nicht bei Jedem angewendet ist Beim Tondruck, 
wie bei der Wahl der Farben, versieht es auch leicht einmal der alte, 
erfahrene Meister, ausserdem ist ja in dieser Hinsicht der Geschmack 
ein zu verschiedener. Der Druck aller Arbeiten ist ein vorzüglicher; 
auch dem Drucker unsere Anerkennung für seine Leistungen. — 
Herrn Heinrich Kohl, Faktor der Bachdruckerei Schmidt in Kaisers¬ 
lautern. Die unter Ihrer Leitung hergestellten Arbeiten verdienen 
durchweg eine gute Zensur, wenn wir auch manchmal die Farben- 
und Schriftenwahl etwas anders getroffen hätten ; namentlich gebührt 
dem Neujabrskartenblatt ein »Ausgezeichnet«; selbst die bei Ihnen her- 
gestellte Zeitschrift lässt nichts zu wünschen übrig. — Herrn Peter 
Brandts, Ehrenfeld. Auch Ihre eingesandten Arbeiten verdienen eine 
gute Zensur nur konnte der Titel der Mappe etwas kürzer sein. — 
Herru Bartholomäus, Erfurt. Sämtliche Arbeiten bekunden das Streben , 
Gutes zu liefern, und können wir Ihnen nur beste Anerkennung zollen, 
auch der Druck sämtlicher Arbeiten ist ein höchst vorzüglicher. — 
Herrn Hermann Richter, Frankfurt a. M. Wir verwenden zum Linien¬ 
schneiden die kleinere Maschine von A. Hogenforst in Leipzig; dieselbe 
hat sich vorzüglich bewährt und können wir Ihnen dieselbe bestens zur 
Anschaffung empfehlen. Eine auf Verlangen dazu gelieferte, praktisch 
eingerichtete Zange erlaubt selbst das Schneiden der kleinsten Stücke 
in sicherer und bester Weise. Es ist in jeder Hinsicht ein vollkommener 
Apparat. 


Inhalt des 8/9. Heftes. 

Der Bronzedruck. — Neue Rotationsmaschine von Marinoni & 
Michaud. — Satz- und Form-Regale mit Jalouisieverschluss. — Ver¬ 
zeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. — Schrift¬ 
probenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. — Bezugsquellen etc. 
— Zeitschriften- und Bücherschau. — Rezepte. — Die 50jährige Gedenk¬ 
feier der Enthüllung des Gutenberg-Monuments in Mainz. — Mannig¬ 
faltiges. — Annoncen. — 1 Blatt Besuchsanzeige — 1 Blatt Geschäfts¬ 
anzeige. — 1 Blatt Proben diverser Einfassungen. — 1 Blatt Karten. — 
1 Preiskurant der Bauerschen Giesserei. — 1 Blatt Farbenprobe von 
Käst A Ehinger. — 1 Zirkular von Käst «£ Ehinger. — 1 Prospekt von 
Friedrich Heim A Co. 


Pas Heft enthält im Ganzen 8 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 

Textschrift von Benjamin Krebs Nachf. in Frankfurt a. M. Titelkopf 
und Umschlag von J. G. Scheiter A Giesecke in Leipzig. Überschriften von 
Emil Berger in Leipzig. Unterrubriken von RoosA Junge in Offenbach a. M. 
Halbfette Aldine von C. Kloberg in Leipzig. Initiale von Otto Weisert 
in Stuttgart. Gedruckt mit Farbe von Frey A Sening in Leipzig auf 
einer Cylinder-Schnellpresse von Klein, Forst & Bohn Nachfolger in 
Johannisberg a. Rh. 


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Papiere, wie solche von uns benutzt sind, aur Wunsch ab¬ 
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typen und Vordrucke sehe man unter Satz und Druck der Beilagen. 


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Das Skizzieren von Aecidenzarbeiten. 

Von R. Winkler. 


it dem Emporblühen aller Kun^lgewerbe 
hat auch die Buchdruckerkunst und vor 
allem ein Zweig derselben, die Accidenz, 
gleichen Schritt gehalten. Es muss ein guter Geist, 
ein Geist des Schaffens und Ringens nach Besserem 
unter Deutschlands Buchdruckern herrschen, wenn 
sie den Mut fanden, unter den jetzigen misslichen 
Zeitverhältnissen, unter dieser allseitig drückenden 
Zeitlage Produkte der Buchdruckerpresse zu erzeugen, 
welche immer mehr beweisen, dass die Jünger Guten¬ 
bergs ihrer Kunst Ehre machen wollen und können. 
Liegt nun auch noch Manches im Argen, kommen 
uns hier und da — häufig genug — recht jämmerliche 
Erzeugnisse vor Augen, so werden fortgesetzte An¬ 
strengungen zur Hebung des Gewerbes, wie sie 
von unseren Fachblättern, Typographischen Gesell¬ 
schaften und Fachschulen gemacht werden, das 
Schlechte, wenn nicht ganz verdrängen, so doch auf 
das geringste Mass beschränken. 

Wenn ich nun den Entschluss gefasst habe, die 
Accidenz, hauptsächlich die Theorie derselben, in 
einem grösseren Aufsatze zu behandeln, so bewegen 
mich dazu verschiedene Gründe. Es ist ja wohl 
in Fachjournalen oftmals betont worden, dass der 
Accidenzsetzer zeichnen muss, dass er, ehe er an 
seine Arbeit geht, das Bild, welches ihm im Geiste 
vorschwebt, fixieren muss, dass dies eine grosse 
Zeitersparnis bedeutet und eine viel vollkommenere 
Arbeit zur Folge hat. Doch sind die betreffenden 
Aufsätze gerade in Bezug auf das Skizzieren selbst 
nicht gründlich genug, teils sind sie in allen Journalen 
und Jahrgängen zerstreut, so dass es dem jüngeren 


Accidenzsetzer sehr erschwert wird, einen Überblick 
über die diesbezügliche Litteratur zu gewinnen, teils 
wieder legt man zuviel Gewicht auf das Zeichnen an 
und für sich und zu wenig auf das Sammeln von 
Skizzen. 

Man kann nicht von dem Accidenzsetzer ver¬ 
langen, dass er für alle Arbeiten neue und von ihm 
selbst erdachte Formen schafft. Fischer sagt ganz 
richtig in seiner Lehre vom Accidenzsatz: »Der 
Accidenzsetzer ist ganz Empiriker«, d. h. er muss 
durch Anschauung und Erfahrung lernen, und diese 
Anschauung ist das Sammeln von Skizzen, denn 
genauer kann man eine Satzarbeit nicht betrachten, 
als wenn man die Form derselben kopiert und so 
immer für sich aufbewahrt und festhält. 

Unter Sammeln verstehe ich nicht das blosse 
Aufspeichern von Accidenzdrucken, sondern das 
Kopieren und Einträgen in ein Skizzenheft, das man 
sich zu diesem Zwecke anlegt und das nach und nach 
zu einem verlässlichen und wertvollen Hilfsbuch wird. 
Die Formen prägen sich dem Gedächtnis ein, gehen 
so zu sagen in Fleisch und Blut über und in Ver¬ 
bindung mit unserer Phantasie erwerben wir uns 
einen Formenschatz, der uns schliesslich immer 
gegenwärtig ist und durch welchen wir dahin ge¬ 
langen, auch neue Formen zu schaffen und zu 
erdenken. 

An dieser Stelle will ich auch von vornherein 
präzisieren, wie ich das Sammeln von Skizzen ver¬ 
standen wissen möchte. Man soll nicht irgend eine 
Accidenz hernehmen und dieselbe haargenau und 
mit peinlichster Sorgfalt kopieren; das würde zu einem 

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Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. 


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geistlosen Nachbauen der Arbeiten Anderer führen Zum Skizzensammeln sollte schon der Lehrling 

und davor muss ich warnen. Es soll auch nicht bei angehalten werden, sobald er beginnt, für seinen 

der Skizze bemerkt werden, was für Einfassung und Beruf Verständnis zu zeigen. Man kann damit nicht 

Ornamente das Original zeigte, falls diese nicht der früh genug anfangen und was versäumt ist, lässt sich 

Arbeit absolut ihr Gepräge aufdrücken, sondern mit doppelt schwer einholen. Jede gute Arbeit, die mir 

einigen wenigen Strichen soll die Form und die Idee unter die Hände kommt, kopiere ich noch heute und 

skizziert werden. Die später folgende Karte müsste wenn ich an einem schönen Bauwerk vorüber gehe, 

man demnach wie Beispiel A skizzieren. an dem mir eine neue und brauchbare Füllung oder 

Dann bürgt die Individualität jedes Einzelnen Fenster- und Thürumrahmung auffällt, verfehle ich 
dafür, dass aus diesem lose skizzierten Etwas eine nicht, dieselben meinem Skizzenbuch einzuverleiben. 



Beispiel A. 


originelle Arbeit hervorgeht. Mit anderen Worten: Museen und Sammlungen habe ich stets zu allererst 

der Setzer soll jeder Arbeit den Stempel seiner von diesem Standpunkte aus betrachtet und nicht 

Individualität aufdrücken; er wird sich dann immer zum Schaden meines Skizzenbuches. Hier hat man 

freier und freier in seinem SchalTen fühlen, er wird die beste und bequemste Gelegenheit, Farbenstudien 

sich zu jener Selbständigkeit des Schaffens empor- zu machen. Alte Gewebe, Teppiche, Gefässe etc. 

schwingen, welche die Kunst bedeutet. geben Gelegenheit , den Geschmack für Farben zu 

Nun ist zu dem Sammeln von Skizzen und sogar bilden und zu bessern. Ich habe z. B. im Leipziger 

zum Ausfuhren derselben nicht so viel Zeichentalent Gewerbemuseum schöne Farbenzusammenstellungen 

erforderlich, als man vielleicht glaubt. So Mancher an Majoliken, alten Stickereien etc. gefunden; auch 

hat einen allzuhohen Begriff davon und getraut sich haben die Auslagefenster der Buchhandlungen stets 

schon aus diesem Grunde nicht an diese Aufgabe in Rücksicht auf mein Skizzenbuch mein besonderes 

heran. Die Ausbildung, wie sie die erste Klasse einer Interesse erweckt. Hatte ich nicht Papier und Stift 

Volksschule bietet, ist ausreichend. Wer freilich auch bei mir, dann prägte ich mir die neuen Formen von 

diese nicht erreichte, sollte besser von der Buch- Bucheinbänden und Bücherumschlägen in das Ge- 

druckerei wegbleiben. dächtnis ein, um sie zu Hause sorgfältig einzutragen. 


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Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. 


298 


So habe ich es in verhältnismässig kurzer Zeit zu 
einer ganz bedeutenden Sammlung wenn auch manch¬ 
mal recht unvollständig skizzierter Entwürfe gebracht, 
die mir jetzt erst Wert und Nutzen zeigen. 

Es unterliegt wohl keinem Zweifel, dass eine 
Skizzensammlung das Entwerfen bedeutend erleichtert, 
ich würde daher diesem Aufsatze gern eine Sammlung 
von Skizzen beigefügt haben, da dies aber in der 
Ausführung auf technische Schwierigkeiten in der 
Herstellung der Druckplatten stossen würde und diese 
Anleitung ja mehr für den angehenden Accidenzsetzer 
bestimmt ist, der sich seine Skizzen selbst sammeln 
soll, so verzichtete ich darauf. 

Es ist selbstverständlich, dass die Sammlung, 
wenn sie stets Wert behalten soll, immerwährend 
mit Neuem ergänzt werden muss. Hand in Hand damit 
geht das Sammeln von Accidenzarbeiten, sowohl 
eigener als fremder, was sehr zu empfehlen ist, da 
nichts den Geschmack mehr bildet, als der Vergleich 
eigener Arbeiten mit fremden. Ausserdem wird man 
durch das Sammeln seiner eigenen Arbeiten in den 
Stand gesetzt, bei Engagements mit Probearbeiten zu 
dienen, die ja häufig verlangt werden. 

Ich sehe hier ganz ab von der sogenannten 
»architektonischenRichtung«, weil ich es für verwerf¬ 
lich halte, ein so ganz fremdes Element in die Buch¬ 
druck-Ornamentik hineinzutragen. Das mag früher 
eine gewisse Berechtigung gehabt haben, wo man arm 
an Produkten der Schriftgiesserei und mehr auf den 
Holzschneider angewiesen war. Und selbst im Holz¬ 
schnitt macht es einen recht unnatürlichen Eindruck, 
wenn man auf dem Umschlag eines Buches ein grosses 
Portal aufgebaut und die Schriftzeilen so waghalsig 
in die Luft hineingehängt sieht. Die architektonische 
Richtung ist verwerflich in dreierlei Beziehung: 

1. Weil in der Satztechnik eine richtige Schatten- 
gebung und Perspektive, zwei Haupterfordernisse des 
Plastischen, nicht oder nur mit den grössten Schwierig¬ 
keiten zu ermöglichen sind. 

2. Weil es widernatürlich und widersinnig ist, 
auf einem Buchtitel einen Monumentalbau aufzuführen, 
lediglich zu dem Zwecke, die Schriftzeilen zusammen¬ 
zuhalten, welches doch der selbstverständliche Zweck 
jeder Schriftumrahmung ist. Das einzige Zweckent¬ 
sprechende und Natürliche ist die Flächenverzierung. 

3. Weil eine nur annähernd richtige Ausführung 
des Schattens und der Perspektive in den Giesserei- 
Erzeugnissen den Schriftgiessern ungeheure Kosten 
verursachen müsste in Bezug auf die Anzahl der 
Figuren einer solchen »architektonischen« Einfassung 
— die neuesten Erzeugnisse dieses Genres beweisen 
dies zur Genüge — und weil infolge dessen der Geld¬ 
beutel des Buchdruckers doppelt darunter leidet, denn 


einmal gibt man für sein Material bedeutend grössere 
Summen aus, andererseits braucht man geschultere 
Arbeiter, um sein teures Material dann auch richtig 
verwendet zu sehen. Wenn dies für die Hebung 
unseres Berufes auch sehr nützlich sein könnte, so 
muss als schwerwiegender Umstand beachtet werden, 
dass gerade bei der architektonischen Manier, welche 
Bogenformen*) schwerer entbehrt als die Flach¬ 
ornamentik, bei der bekannten Vorliebe unserer Tage 
für den Bogenbau wertvolles Material zu Grunde geht. 


Das Manuskript. 

Was für den Maler das Sujet, ist für den Setzer 
das Manuskript. Ebenso wie der Maler hauptsächlich 
durch das Schönheitsgefühl sich leiten lassen soll, 
müsste auch der Setzer dieses in den Vordergrund 
stellen; namentlich müsste in Bezug auf die Folge 
der Zeilen auf den Zeilenfall Rücksicht genommen 
werden. Man darf nicht verlangen, dass sich der 
Setzer schematisch genau an das Manuskript halten 
soll. Eine solche Forderung lähmt die freie Ge¬ 
staltungskraft ungemein. Man könnte nun einwenden, 
dass Änderungen nur mit Zustimmung des Verfassers 
zulässig seien, aber es ist dem Besteller gewöhnlich 
gleichgültig, wie der Satz arrangiert ist. Hauptsache 
muss für ihn bleiben, dass das Arrangement effektvoll 
ist. In vielen Fällen möchte ich sogar behaupten, dass 
der Besteller gar nicht im Stande ist, dem Buchdrucker 
gegenüber genau zu präzisieren, wie er das Arrange¬ 
ment wünscht, weil ihm der Einblick in die Technik 
der Buchdruckerei fehlt, und weil ihm häufig gar 
nichts Bestimmtes vorschwebt. 

Es ist selten, dass das Manuskript in ganz be¬ 
stimmter Weise niedergeschrieben wird, gewöhnlich 
geschieht das nur von Fachleuten und etwa von 
Schriftstellern, die dem Titel ihrer Werke eine ganz 
besondere Form geben wollen. Der intelligente Setzer 
wird das aber jedenfalls sofort herausfühlen können; 
eventuell könnte wohl auch von Seiten der Geschäfts- 


*) Wenn auch die Rundung eine sehr wertvolle Er¬ 
gänzung unseres Formenscliatzes ist, so muss man doch 
vor allen Dingen darauf denken, vorhandenes Material zu 
benutzen und soviel als thunlich ohne Feile, Schnitzer und 
Biegeapparat arbeiten. Aber unsere Accidenzsetzer suchen 
ihren Stolz darin, mit Aufgebot aller möglichen Biege- und 
Schneideapparatc komplizierte Satzgebilde herzustellen,welche 
fast nie vom Kunden bezahlt werden und nur auf die Fach¬ 
kreise Eindruck machen, dem Laien aber, resp. dem Besteller 
gewöhnlich unverständlich bleiben, während die hohen 
Kosten der Herstellung ihm die etwaige Befriedigung über 
eine derartige Arbeit rauben. In Beziehung auf Einfachheit, 
die sich mit Schönheit paart, können uns die Einfassungs¬ 
proben der Reichsdruckerei ein leuchtendes Vorbild sein. 

19* 


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299 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


leitung eine diesbezügliche Anmerkung auf dem Manu¬ 
skript gemacht werden. In der Praxis stüsst man in 
dieser Beziehung auf die grössten Extreme. Einmal 
verlangt der Prinzipal ein absolutes Festhalten am 
Manuskript, ein Anderer wieder gibt dem Setzer die 
Anweisung, etwas Originelles zu schaffen, der Wort¬ 
laut des Manuskripts käme erst in zweiter Linie. Ich 
glaube nicht, dass ich allein diese Erfahrung gemacht 
habe, jedenfalls aber halte ich das letztere immer 
noch für das Bessere, wenn vielleicht beides nicht der 
ganz richtige Weg ist. 

Gewöhnlich wird bei Aufgabe des Manuskripts 
der Besteller vom Buchdrucker nach seinen speziellen 
Wünschen betreffs der Anordnung gefragt. Trifft der 
Besteller dann gezwungener Weise irgend eine An¬ 
ordnung, so muss diese natürlich für den Setzer 
bindend sein, wenn der Besteller dieselben auch 
vielleicht nicht ganz wohlüberlegt gethan hat. 

Schlimm ist es aber, wenn Leute mit der Annahme 
von Accidenzarbeiten betraut sind, die von der Tech¬ 
nik keine Ahnung haben. Das Beste wäre ohnstreitig, 
wenn der Setzer direkt mit dem Besteller verhandeln 
könnte, da dies aber nicht möglich, so lasse man 
die Arbeiten wenigstens durch einen Fachmann in 
Empfang nehmen. Unbedingt nötig aber ist es, dass 
man sich bei Arbeiten, deren Korrektur nicht vom 
Besteller gelesen wird, die Freiheit der Abänderung 
ausdrücklich vorbehält; natürlich muss der Sinn des 
Textes unangetastet bleiben. 

Es soll nun hiermit nicht der vollen Manuskript- 
Anarchie das Wort geredet werden. Bis zu einer 
gewissen Grenze muss dasselbe massgebend sein und 
Änderungen müssen sich auf die Fälle beschränken, 
wo man den Text nicht so verwenden kann, wie er 
gegeben ist. Das letztere wird seltener der Fall sein 
als man vielleicht glaubt. Man nehme eben, einem 
effektvollen Arrangement zu Liebe, eine Änderung des 
Manuskripts mit in den Kauf. (Fortsetzung folgt.) 

Verzeichnis und Erklärung 
der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 

Von Friedrich Bosse. 

Tartsche, ein länglich gestalteter, beinahe 
manneshoher Schild mit einem Ausschnitt für die 
Lanze; er war mit Thierhäuten überzogen und 
gehört dem 15. Jahrhundert an. 

Technik, von rexvixos, zur Kunst gehörig, ist 
ein Ausdruck, für welchen wir im Deutschen noch 
kein zutreffendes Wort haben und uns daher mit den 


•*oo 


Bezeichnungen technisch — Technik begnügen müssen. 
Versuchsweise hat man dies Wort mit dem Ausdruck 
>Mache« übersetzt, doch versteht man darunter eine 
etwas ins Kühne gehende Technik. Die Technik 
eines Künstlers ist die Art und Weise, wie er den für 
die Darstellung seiner Idee gewählten Stoff bearbeitet 
und bewältigt und wie er dabei verfährt, die Idee 
zum sichtbaren Ausdruck zu bringen; es ist also die 
praktische Ausführung eines Kunstwerks im Gegen¬ 
satz zur geistigen Arbeit, der Idee. Technik bedeutet 
so viel wie Ausübung, Kunstfertigkeit, überhaupt die 
bei der Ausführung in Frage kommenden Kunstgriffe: 
die Kunstlehre. 

Technisch, kunstgerecht, gewerblich. 

Tektonik, bedeutet die Gestaltung von Ge¬ 
brauehsgegenständen und Räumen, und fordert, dass 
die Zweckmässigkeit und künstlerische Formgebung 
in gleicher Weise zur Geltung kommen. Speziell 
versteht man darunter die bauliche und gerätebildende 
Werkthätigkeit, von der man verlangt, dass sie die 
an sie herantretenden und aus Bedürfnissen des 
geistigen oder physischen Lebens hervorgegangenen 
Aufgaben geistig durchdringe und nicht allein dem 
blossen Bedürfnisse durch eine genügende körperliche 
Form entspreche, sondern diese auch noch zur 
Kunstform erhebe. Die ihr dienenden technischen 
Künste, sind die Zimmerei, Tischlerei, Schlosserei, 
Glaserei etc,, deren Aufgabe es ist, das Rahmen¬ 
werk, die Füllungen, das Geschränke, die Netz- und 
Gitterwerke, die Gestelle und andere ähnliche Kon¬ 
struktionen in Holz, Stein oder Metall herzustellen. 

Ton, Tinte, Schattierung. Ton bedeutet im 
Allgemeinen Farbe, aber speziell bezeichnet man 
damit die Farbenerscheinung im Gegensatz zu dem 
Wort Farbe, welches sowohl die Farbenerscheinung 
als auch das Pigment oder Färbemittel bezeichnen 
kann. Auch hat sich die Bezeichnung Ton für jede 
Veränderung einer Grundfarbe durch Vermischung 
mit anderen Farben eingebürgert. Eine Tinte dagegen 
ist die Verdünnung einer Farbe nach dem Hellen, 
dem Lichte zu, eine Schattierung , die Abstufung vom 
Hellen zum Dunklen. 

Tondruck ist das Verfahren bei Holzschnitten 
und Lithographien, um die Härten zu mildern, welche 
bei Bildern mit tiefen Schattenpartien und dem Druck 
auf weissem Papier entstehen einen Ton unterzu¬ 
drucken. Um dies zu erreichen, wählt man einen 
mattgrauen warmen Ton für Schwarzdruck, einen 
gelblichen für Braundruck (Gelbbraun), einen blau- 
grünen für Blau etc. Die Wirkung dieses Verfahrens 
kann noch erhöht werden, wenn die höchsten Lichter 
in der Tonplatte ausgespart werden. 

Ton in Ton (siehe Monochrom). 


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301 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


302 


Torenband ist in der Architektur ein Symbol 
des Bindens und wird da angewendet, wo die An¬ 
wendung eines gestickten, gewebten oder gewirkten 
Bandes nicht kräftig genug erscheinen würde. Es ist 
ein Geflecht aus stärkeren Riemen oder Bändern, 
deren einzelne Stränge oder Elemente Toren genannt 
werden. Diese Toren werden nicht nur zur Herstellung 

Fig. 222. 


Klinkhardt. 


Fig. 223. 

Sch. & G. 


Fig. 22 i. 



Klinkhardt 


breiterer Bänder oder Gurte, sondern auch zur Bildung 
ganzer Flächen benutzt, die man durch eine regel¬ 
mässige Anordnung und Verbindung erzielt. 

Torus bedeutet Rundstab, Pfühl, Wulst; in 
letzteren Formen tritt er in der Säulenbasis, in 
ersterer Form an Gesimsen etc. auf. 

Tote Farben nennt man diejenigen, welche 
an ihrer Oberfläche duff und stumpf sind, also weder 
Lüster noch Feuer haben. 

Totlaufend wendet man an bei einem Gesimse, 
das in seinem horizontalen oder 

Flg ’ 22b ' ( verticalen Laufe durch einen Vor- 

_ Sprung plötzlich unterbrochen wird 

1 ^ und stumpf vor demselben aufhört, 

sich also nicht um denselben herum¬ 
kröpft. 

Trlglypll, griechisch TpcyAutpo;, Dreischlitz, 
ist ein im dorischen Gebälk auftretender Balkenkopf. 
Er hat seinen Namen von den drei an seiner Stirn¬ 
fläche befindlichen Schlitzen, Einkerbungen oder 
Stegen (gewöhnlich zwei halbe und zwei ganze) und 
bildet mit den zwischen diesen Balkenköpfen einge- 
Fi g . 226. fügten Feldern oder Metopen den dorischen 
Fries. In der Renaissancezeit und auch heute 
noch ist der Triglyph ein sehr beliebtes Motiv 
sch.&G. unc | j' mc i e i ne b en seiner konstruktiven Be¬ 
deutung vielfach ornamentale Anwendung. 

Tritonen nennt man die bei den Griechen 
vorkommenden mythologischen Wesen, die zu den 
Wassergottheiten gezählt werden. Man stellt sie ge¬ 
wöhnlich als Männer mit menschlichem Oberleib dar, 
der bis zur Hüfte mit kleinen Schuppen besetzt ist, 
und fügt an diesen einen Delphinkörper, den man oft 
mit zwei Schwänzen versieht. Mit den Nereiden ge¬ 
hören sie zum Gefolge des Beherrschers des Meeres, 
des Poseidon oder Neptun, und werden in der Kunst 
vielfach als Motiv für Fontänen, Brunnen, künstlichen 
Wasserfällen etc. gern benutzt. 



Triumphbogen war eine aus einem Haupt¬ 
bogen oder auch aus diesem und zwei kleineren Neben¬ 
bogen bestehende und zunächst für heimkehrende 
Sieger, dann aber für den Einzug eines Fürsten oder 
berühmten Mannes errichtete Ehrenpforte. Für den 
Sieger wurden sie mit reliefierten Darstellungen seiner 
Thaten und der Gipfel derselben mit der Statue des 
Triumphators zu Pferde in einem Siegeswagen oder 
dergl. geschmückt; für die letzteren wurden Wappen, 
Insignien, Embleme und allegorische Darstellungen 
gewählt. Die Römer haben diese Kunstform am 
besten ausgebildet und in den zahlreich errichteten 
monumentalen Ehrenpforten die Vorbilder für später 
aufgeführte geliefert. Der Triumphbogen ist mehrfach 
als Motiv für Titel- und andere Blätter als um¬ 
rahmender Schmuck benutzt worden und in neuerer 
Zeit hat sich auch der Buchdruck dessen vielfach 
bedient. 

Trochilus. Der Trochilus ist ein kleiner 
stehender Cylinder in der Basis der ionischen Säule. 
Seine Form deutet auf die Gestalt der aufzunehmenden 
Säule hin und bildet an dieser Stelle 
die organische Verknüpfung. Er ist 
gleich wie die Säule verjüngt und mit 
einem Ablauf und Anlauf versehen, 
zwischen denen sich die Einziehung, 


Fig. 227. 



Sch. & G. 


die Skotia oder Hohlkehle befindet. 

Trophäe ist ein zu meist aus Kriegsgeräten 
zusammengesetztes Siegeszeichen zur Dekoration von 
Ehrenpforten, Arsenalen, Kasernen etc., dann aber 
werden auch Trophäen aus Gegenständen oder 
Werkzeugen der Wissenschaften, Künste und Gewerbe 
zusammengestellt zur Verherrlichung dieser, und man 
schmückt damit Museen, Universitäten, Gewerbe¬ 
schulen und andere Gebäude. 

Tudorbogen ist ein aus vier Mittelpunkten 
Fig. 228 . konstruierter, gedrückter Spitzbogen mit 
geschweiften Schenkeln. Er gehört der 
f \ englischen Spätgotik an und hat neben¬ 
stehende Form. 

Tympanon bedeutet im Allgemeinen jedes 
vertiefte runde oder halbrunde Feld. Im Byzantini¬ 
schen nannte man Giebel und Giebelfeld Tympanon 
und im Romanischen verstand man darunter das 
halbrunde Thürbogenfeld und als solches wurde es, 
namentlich an Kirchen, mit reliefierten symbolischen 
Darstellungen oder Mosaiken geschmückt, 

Type, Form, Gepräge, Vorbild; besonders be¬ 
zeichnet man damit jene Kunstformen, die, mehr oder 
weniger modifiziert, in allen Stilarten auftreten. 

Typisch, charakteristisch, vorbildlich. 

Typus, Vorbild, Urbild, ursprüngliche Gestalt 
des Vorbildes. 


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303 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. — Vom Schmitzen. 


304 


Übergangsstil* Mit diesem Ausdrucke bezeich¬ 
net man die Kunst derjenigen Zeit, in welcher der 
Übergang vom romanischen zum gotischen Stil statt¬ 
fand. In Frankreich und den Niederlanden ist dies 
die Zeit von 1150 bis ungefähr 1200; in England von 
1175 bis 1225 und in Deutschland, Italien, Spanien 
und dem nördlichen Europa von 1180 bis 1250. Er 
unterscheidet sich von dem reinromanischen Stile 
durch Aufnahme und Verwendung gotischer Elemente 
und namentlich des in der Entwickelung begriffenen 
Spitzbogens. 

Überhöht wendet man auf Bogen an, wenn 
deren Schenkel über die Widerstandslinie hinaus 
nach unten verlängert werden; auch von Bildern etc. 
sagt man, sie sind überhöht, wenn die Höhe zur 
Breite ungewöhnlich gross gewählt ist. 

Überladung bedeutet geschmacklose, un¬ 
motivierte Anhäufung von Ornamenten etc.; sie ist 
weit sorgfältiger zu vermeiden, als Nacktheit oder 
Kahlheit. 

Überschneiden sagt man bei architektonischen 
Werken, wenn an ihnen einzelne Glieder durch 
andere vortretende oder weiter ausladende dem 
Blicke des Beschauers teilweise entzogen oder ver¬ 
deckt werden. 

Umriss (siehe Kontur). 

Unterbrechung, betonte, besteht in der regel¬ 
mässigen Einschiebung grösserer oder farbig auf¬ 
fallend abweichender Formen in die einfachen oder 
alternierenden bandförmigen Reihungen, sogenannter 
Ruhepunkte; man erzielt diese betonte Unterbrechung 
durch Vergrösserung eines der benutzten Elemente 
oder durch Vermehrung ihrer Anzahl oder auch 
durch Anwendung von Tierköpfen, Masken, Medaillons, 
Rosetten etc. 

Unterschneidung bedeutet in der Tektonik 
soviel wie Aushöhlung: unterschnitten nennt man 
daher ein wagerechtes, ausladendes Bauglied, wenn 
dessen untere Fläche ausgehöhlt ist. 

Untersicht kann man nur bei denjenigen Gegen¬ 
ständen haben, welche dem Beschauer auch die untere 
Fläche zeigen, so z. B. die Gesimse, Gewölbe, 
Plafonds etc.; man versteht darunter auch die untere 
Fläche eines Gesimses, eines Balkens, der Laibung 
eines Bogens etc. 

Unterwölbt ist ein Bogen von geringerer Höhe 
Fig. 229. als der Halbkreis; ein solcher Bogen 
wird ein gedrückter, Korb- oder Stich- 
bogen genannt. 

Urne ist ursprünglich als Wasser- 
krug, später aber zur Aufnahme der 
^ sc ^ e verrannter Leichen benutzt und 
Weisert. an geweihten Orten aufbewahrt. Sie 


wird mit zwei Henkeln, engem Hals und sehr 
bauchigem Kessel dargestellt. In letzterer Bedeutung 
ist sie als beliebte Verzierung an Grabdenkmälern, 
auch als Symbol der Freundschaft benutzt. Sie 
wurde aus Stein, Thon oder Metall gefertigt und mit 
Basreliefs oder Festons versehen. (Schluss folgt.) 


Vom Schmitzen. 

Sjfj^s ist unter den Maschinenmeistern wohl durchweg 
bekannt, dass ein Verstellen des Druckcylinders 
an Schnellpressen sehr oft das Schmitzen verursacht. 
Derselbe Übelstand wird durch einen zu starken oder 
zu schwachen Aufzug hervorgerufen. Man betrachtet 
deshalb den erstmaligen Stand des Cylinders als eine 
Sache, an der nicht gerüttelt werden sollte, — sehr 
mit Unrecht. In gewissen Fällen muss der Cylinder 
verstellt werden, herauf und hinunter. Sache des 
Druckers ist es, sich damit verständig abzufinden, sehr 
wenige Drucker aber wissen auf die Frage, wann ein 
Verstellen des Cylinders erlaubt sei und inwiefern das 
Verstellen oder ein falscher Aufzug des Cylinders 
Ursache des Schmitzens sein könne, eine bündige 
Antwort zu geben. 


h 



Werden zwei miteinander verbundene Scheiben 
a von 20 und b von 40 cm Durchmesser auf einer 
Ebene einmal abgerollt, so haben die Scheiben, da 
sie aneinandergekuppelt sind, einen gemeinsamen 
Weg zurückgelegt, der dem Umfange der Scheibe 
entspricht, welche auf der angenommenen Ebene 
gerollt wurde. Die grosse Scheibe kommt also noch 
einmal so weit wie die kleine. Und wenn beide 
Scheiben auf einer abgestuften Ebene einmal herum¬ 
gedreht werden, so muss eine der beiden Scheiben 
infolge der differierenden Umfangsgeschwindigkeit 
schleifen. Nur wenn beide Räder ganz genau gleich 
gross sind, rollen sie sich ab. 

Bei Cylinderdruckmaschinen haben wir einen 
ein für alle Male fixierten Weg, den das Bett hin- und 
hergehend zurücklegt, und wir haben auch die beiden 
Scheiben, von denen oben die Rede war. Das Cylinder- 
zahnrad ist die eine (unveränderliche) Scheibe und 


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305 


Vom Schmitzen. — Schriftprobenschau. 


der von dem Aufzuge gebildete Umfang des Cylinders 
die andere. 

Ist nun der Cylinderumfang durch einen starken 
Aufzug auch nur um einen Bogen grösser geworden, 
als er sein soll, so geht er um ebensoviel schneller 
als die Form, d. h. er schleift oder schmilzt. Der 
gleiche Fehler ergibt sich, wenn der Umfang kleiner 
wurde und also langsamer geht. Man kann daraus 
sofort beurteilen, ob der Aufzug zu dick oder 
zu dünn ist, denn wenn der Schmitz nach hinten 
stattfindet, so ist der Bogen zu schnell gegangen, — 
der Umfang war zu gross; und wenn es nach vorn 
schmitzt. so war der Aufzug zu dünn. 

Aus alledem könnte man folgern, dass denn doch 
der Stand der Cvlinderlager ein fester sein müsse, 
und man nur nötig hätte, soviel Bogen aufzuziehen, 
bis der Aussatz ein guter ist. Und wenn man mit 
starren, unnachgiebigen Massen zu thun hätte, so wäre 
diese Ansicht berechtigt. Es unterliegt aber gar 
keinem Zweifel, dass selbst stark gebaute Maschinen 
bei scharfem Druck (grossen compressen Formen) 
nach unten und oben hin nachgeben und dass man, 
wollte man diesen Übelstand durch einen stärkeren 
Aufzug ausgleichen, in den Fehler eines zu grossen 
Cylinderumfanges verfiele. 

Hier lässt sich nichts weiter thun, als die Cy linder¬ 
lager zu verstellen, bei scharfem Druck herunter, bei 
leichten Formen nach oben, und zwar um so viel, als 
das Durchbiegen oder Nachgeben von Karren, Schlitten, 
Fundamentteilen und Gylinderlagern etc. mutmasslich 
ausmacht. Bei leichtgebauten Maschinen muss man 
mehr verstellen als bei stark fundierten. 

Bei den ineinander greifenden Cylinderzahn- 
rädern ist gewöhnlich ein Teilstrich angebracht, a—a. 
Man kann daran sofort sehen, ob der Cylinder richtig 
steht, denn dann liegt der Teilstrich des Zahnrades 
mit dem der Zahnstange genau in einer Linie. Wenn 
man eine schwere Form in der Maschine hat und 
diese unter den Cylinder dreht, so sieht man aber 


In 

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ii 


n 


auch, wie sehr sich durch den Druck dieses Verhält¬ 
nis ändert — die Teilstriche gehen beträchtlich aus¬ 
einander. 

Der Teilstrich kann auch, wenn man ein Lineal 
hochkantig auf den Cylinderaufzug legt, zur Kontrolle 
des letzteren dienen, denn der Teilstrich bedeutet 
die Typenhöhe und über denselben darf nur das 


HOC, 


hinausgehen, was sich in die Typen eindrücken — 
Schattierung geben soll. Die wirkliche Druckebene 
liegt da, wo die Schattierung aufhört. 

Dieselbe Erscheinung von zwei ungleich grossen 
Cylindern, die, über eine Form bewegt, fehlerhaft 
funktionieren, haben wir bei den Walzen mancher 
Tiegeldruckmaschinen, namentlich der amerikani¬ 
schen, zu beobachten. 

Wenn nämlich die Laufrollen dieser Walzen 
nicht ganz genau denselben Umfang haben, wie die 
Walzen selbst, und das ist im Durchschnitt der Fall, 
und zu allem Überfluss auch noch die Rollen mit den 
Walzen durch Mitnehmerstifte verkuppelt sind, so 
ist es unausbleiblich, dass bei kleinen Formen, ein¬ 
zelnen Zeilen, die Walzen schleifen, schmieren oder 
dass bei vollen Formen die Rollen auf den Schienen 
geschleift werden. 

Ein sauberer Druck lässt sich hier nur erzielen, 
wenn die Stifte weggefeilt und Laufschienen in die 
Form eingeschlossen werden. 


Schriftprobenschau. 

(Den Wohnort der unter »Schriftprobenschau« und »Satz und Druck der 
Probenblätter« genannten Firmen geben wir nur dann an, wenn sie weniger 
bekannt oder nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver¬ 
weisen auch auf das Bezugsquellenregister auf der 2 . Umschlagseite.) 

2S^3eit jeher erfreut sich dieSchriftgiesserei Benjamin 
Krebs Nach/, eines ausgezeichneten Rufes 
bezüglich ihrer Originalbrotschriften in Fraktur und 
Antiqua und alle Garnituren, welche sie schuf, wurden 
von vielen der ersten Giessereien Deutschlands in 
Matrizen erworben und fanden die ausgedehnteste 
Verwendung für Bücher- und Zeitungsdruck. 

Ein soeben an uns gelangtes, elegant ausgestattetes 
lieft genannter Firma führt uns eine neue Garnitur 
Fraktur vor, die gleichfalls die höchste Beachtung 
verdient. 

ln Anbetracht der Vorliebe, welche der Reichs¬ 
kanzler Fürst Bismarck für die Fraktur liegt, hat 
die Giesserei ihre neue Schrift »Bismarck-Fraktur« 
genannt und für den Text der Proben Teile der Rede 
gewählt, welche Fürst Bismarck am 11. Januar d. J. 
im Reichstage hielt, das Heft auch mitdemautotypierten 
Porträt desselben geschmückt. 

Die Bismarck-Fraktur hat einen breiten, in den 
Grundstrichen zwar zarten, doch aber sehr leserlichen 
Schnitt, so dass sie wohl den Beifall des Fürsten 
finden wird, wenn sie ihm vor Augen kommt. Der 
Schnitt jedes einzelnen Buchstabens zeigt wieder die 
den Krebsschen Schriften eigene Exaktität und Schärfe, 
hervorgehoben durch vorzüglichen Druck in der 
Hausdruckerei der Firma. 


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307 


Schriftproben schau. — Satz und Druck der Probenblätter. 


308 


Ein Blatt schöner nach Originalzeichnungen 
hergestellter Initialen aller Art und in altem und 
modernem Stil sandte uns die Firma Adolf Closs 
in Stuttgart zu. Alle auf diesem Blatt enthaltenen 
Garnituren zeigen geschmackvolle Zeichnung und 
vorzügliche Ausführung. Diejenigen unserer geehrten 
Leser, welche sich für diese Initialen interessieren, 


wird sie zufolge ihres kräftigen Schnittes lange ohne 
merkliche Abnutzung verwenden können. Für den 
Accidenz- und insbesondere für den Inseratensatz 
wird diese Schrift vielen Druckereien willkommen 
sein. 


- M 

Ganz enge Italienne der Schriftgiesserei J. G. Scheiter & Giesecke in Leipzig. 

Gastspiel des lern TL Sehelper 

50 jährige GtitiHsitr H 

WiläowsWäiiefW der graphischen Künste 

Anleitung; zum tabellarisches Satz I 

Grammatik der Lithographie i 

h_ - - jA 


Letztet Eztrazug zur Leipziger Kochkunst-Ausstellung 1886. 
Verhandlungen des Vereins deutscher Ingenieure. 23 

Mini der Typographischen hllstkl 


werden das fragliche Blatt auf Verlangen gewiss gern 
von Herrn Closs erhalten können. 

Die Schriftgiesserei J. G. Scheiter d> Giesecke 
vermehrte unser Accidenzmaterial in dankenswerter 
Weise um die vorstehend abgedruckte Ganz enge 
Italienne . Ohne Zweifel ist der Schnitt dieser Schrift 
ein für den praktischen Gebrauch vorteilhafter, 
denn sie ist insbesondere in den grösseren Graden 
trotz der Schmalheit ihrer Buchstaben eine sehr 
leserliche, man kann mit ihr ziemlich viel Text in 
verhältnismässig schmalen Zeilen gruppieren und 


Satz und Druck der Probenblätter. 

ur Herstellung der Speise-Karte auf Blatt T 
unserer heutigen Beilagen wurde eine der ge¬ 
fälligen Vignetten benutzt, welche die Schriftgiesserei 
Flinsch vor einiger Zeit veröffentlichte, ebenso ist 
der Text selbst aus Flinsch'scher Schwabacher ge¬ 
setzt, während die Zeile »Frau Elise Schwarz< der 
Schwabacher Garnitur von Genzscli & Heyse ent¬ 
nommen wurde. Wir versahen die Vignette mit 
einem Charnois-Unterdruck, gemischt aus hellem 



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309 


Buchsbaum-Gelatinedruckplatten. — Zeitschriften- und Bücherschau. 


Chromgelb und Weiss unter Zusatz von etwas Rot. 
Gedruckt wurde dieser Ton von einer gewöhnlichen 
Glanzpappenplatte, die den Druck der Auflage von 
1400 Exemplaren anstandslos gestattete. 

Blatt X bildet ein Prüfungs-Zeugniss; es ist eine 
Arbeit der Pier er' sehen Hofbuchdruckerei ^ Stephan 
Geihel & Co. in Altenburg: sie wird wie die übrigen 
in diesem Jahrgange veröffentlichten Arbeiten dieser 
Firma gewiss den Beifall unserer Leser finden. Zur 
Ausschmückung derselben fand vornehmlich die 
Ahanthea von Scheiter Giesecke Verwendung. 


Buchsbaum-Gelatinedruckplatten. 

Das in Moskau erscheinende russische Fachblatt 
*Liihografshy Vestnik « (Der lithographische Bote) beschreibt 
in einer seiner letzten Nummern des vorigen Jahres ein 
mechanisches oder vielmehr chemisches xylographisches 
Verfahren, das, wenn es sich in der Praxis so bewährt, 
wie es den Anschein hat, von grosser Bedeutung für die 
graphischen Künste sein würde*). Es handelt sich um die 
Erfindung eines Herrn Abramoff in Kiew, die sich auf die 
Holzschneidekunst bezieht. 

Wie in allen mechanischen Gravierverfahren, so bildet 
auch in dieser Erfindung das Chromgelatinehäutchen einen 
wichtigen Faktor. Abramoff sagt selbst, dass sein Verfahren 
noch in der Kindheit liegt, aber er denkt, dass fortgesetzte 
Experimente zu Verbesserungen in Bezug auf Material und 
Zeitersparnis führen werden. Sollte das Verfahren mit Erfolg 
gekrönt werden, so würde es hauptsächlich im Kopieren, 
Verkleinern und Vergrössern von grossem Nutzen sein. 

Es ist eine bekannte Thatsache, dass Holz, wenn es 
längere Zeit mit Schwefel und Salpetersäure und hierauf 
mit Soda behandelt wird, sich in Salpetercellulose um¬ 
wandelt und zu einer der Schiessbaumwolle ähnlichen 
Substanz wird. Die Schwierigkeit, Holz in explosive 
Cellulose zu verwandeln, hat bisher darin bestanden, dass 
die angewandten Flüssigkeiten in die Poren des Holzes 
eindrangen und nach den Seiten hin frassen. 

Abramoff bedient sich bei seinem Verfahren des von 
den Holzschneidern verwendeten Buchsbaumholzes, das er 
zwei Stunden in nachstehender Lösung sieden lässt: 5 Kilo 
Wasser und 1 Kilo doppelkohlensaure Soda. Nach dieser 
Präparierung wird das Holz in eine andere, aus 5 Kilo 
Wasser, l / 4 Kilo schwefelsaurem Kupfer und */* Kilo 
kieselsaurer Soda bestehende Lösung gelegt, in welcher es 
eine halbe Stunde gekocht wird. Alsdann wird es getrocknet 
und abgeschabt. Die vorgegangene Prozedur schliesst die 
Poren des Holzes, wodurch das Eindringen der Säuren 
verhindert wird. Hierbei geht der bekannte chemische 
Prozess vor sich, bei welchem sich das kohlensaure Gas 
mit dem löslichen Eisenvitriol verbindet und sich als un¬ 
lösliches kohlensaures Kupfer in Form eines feinen grünen 
Pulvers niederschlägt und die Poren verstopft. 


*) Wir geben diesen, uns von einem Mitarbeiter übermittelten inter¬ 
essanten Artikel unter allem Vorbehalt, denn wir bezweifeln sehr, dass 
sich für solche Zwecke das Holz als vorteilhafter erweisen sollte, wie 
Zink, bei dem viele der vorherigen Prozeduren gar nicht nötig sein werden. 

Red. d. Archiv. 


310 


Nach dieser Präparierung wird die Holzplatte poliert 
und mit der untern Fläche und den Seiten in eine Lösung 
von 4 Teilen Asphalt in 9 Teilen Benzin oder 7 Teilen 
Terpentinspiritus gebracht und dieser einige Tropfen Chloro¬ 
form zugesetzt. Letzteres wäre vielleicht nicht nötig und 
liesse sich besser durch wohlfeile und weniger gefährliche 
Karbolsäure ersetzen. 

Einstweilen lässt man die Gelatine in kaltem Wasser 
aufquellen bis sie vollständig erweicht ist, dann wird sie 
massig erhitzt und der Alkohol, in welchem das doppelt- 
chromsaure Salz aufgelöst worden, zuerst und dann das 
Chloroform oder die Karbolsäure zugefügt. Nachdem die 
Lösung durchgeseiht, wird die Platte zweimal damit über¬ 
strichen und getrocknet. 

Für den Druck wird ein umgekehrtes Positiv ge¬ 
nommen, das nach einer der bekannten Methoden verstärkt 
worden ist. Die Belichtung kann von 6 bis 20 Minuten, 
je nach der Kraft des Sonnenlichtes, währen. Nach dieser 
wird der Holzstock mit der Oberfläche in heisses Wasser 
gelegt und in eine Lösung von 10 Teilen Wasser und 
4 Teilen eisige Essigsäure getunkt, wobei sich das Häutchen 
an den Stellen, die nicht vom Sonnenlicht getroffen, ablöst. 

Die Platte wird mit Druckfarbe eingeschwärzt und mit 
feinem Asphaltpulver eingestäubt. So wird sie über eine 
Flamme gehalten, die den Asphalt schmelzen macht und 
somit eine undurchdringliche Decke für die Säure bildet. 
Schliesslich wird die Platte eine Stunde lang in starke 
Salpetersäure gebracht, wieder herausgenommen und ge¬ 
waschen, Dann kommt sie für ebensolange Zeit in ein 
schwefelsaures Bad und nach abermaligem Waschen wird 
sie getrocknet. Alle diese Operationen beanspruchen eine 
Zeit von 6 bis 10 Stunden. 

Nach Verlauf dieser Zeit wird der feine grüne Vitriol¬ 
staub mittels einer Draht- oder gewöhnlichen harten Bürste 
aus den Vertiefungen entfernt. Der Asphalt wird mit 
Benzin aufgelöst und ausgewaschen, worauf die Platte 
druckfertig ist. 


Zeitschriften- und Büehersehau. 

— Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart. Wir er¬ 
fahren aus diesem hervorragenden Institute eine Neuigkeit, 
welche geeignet ist. nicht nur das Interesse der Schrift¬ 
steller- und Künstlerwelt, sondern auch das des grossen 
Publikums und der Presse in Anspruch zu nehmen. Wir 
registrieren die wohlbegründete Nachricht, dass die Deutsche 
Verlags-Anstalt und die Bazar-Aktiengesellschaft, diese als 
jetzige Eigentümerin der »Deutschen Illustrierten Zeitung«, 
sich verständigt haben, die letztere vor drei Jahren 
als Konkurrenz gegen »Über Land und Meer« in Berlin 
gegründete und mit grossem Aufwande an Geld und 
Phrase eingeführte Nachahmung des alten Hallbergerschen, 
in aller Welt verbreiteten Journals mit Ȇber Land 
und Meer« zu verschmelzen. Bekanntlich haben sich 
beide Zeitschriften weder in ihrer Tendenz, noch in 
ihrem Inhalte, noch in der äussern Form voneinander 
wesentlich unterschieden. Die Folge der Berliner Gründung 
war daher lediglich nur eine Zersplitterung der Kräfte, 
ohne Nutzen für das Publikum, aber zum Schaden beider 
Institute, wie nicht minder auch zum Schaden der innern 
Qualität beider Zeitschriften. da bei der grossen Stoff- 
konsumtion häufig genug Mangel an Gutem eintrat. Nun 

20 


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311 


Zeitschriften- und Bücherschau. — Mannigfaltiges. 


312 


soll .— das ist. wie wir hören, der Grundgedanke der 
Vereinigung beider Institute — jene Kräftezersplitterung 
aufhören, es soll vielmehr eine Konzentrierung aller Arbeit, 
welche seither auf die Herstellung zweier gleichartiger 
Journale verwendet worden, und wieder eine Sammlung 
aller ersten Geistes- und Kunsterzeugnisse auf einen Punkt 
stattlinden, damit dem Publikum das Beste dargeboten 
werden könne, was die deutsche Belletristik und Illustration 
hervorbringt. Zum Zeichen der stattgehabten Verschmel¬ 
zung beider Rivalen wird der Titel der »Deutschen 
Illustrierten Zeitung* in den Titel von Ȇber Land und 
Meer« aufgenommen werden. Wenn, wie wir nicht be¬ 
zweifeln, die eben erwähnten Gesichtspunkte bei der Ver¬ 
einigung massgebend gewesen sind und wenn sie sich in 
der Praxis dauernde Geltung verschaffen, so kann die 
slattgehabte Verständigung nur mit Freuden hegrüsst werden. 

— Ein Gedenkblatt von besonderem Interesse für 
die Buchdruckerwelt widmeten die Autotypie-Compagnie, 
G. Meisenbach und A. Mühlthaler in München den Teil¬ 
nehmern an der am 18, bis 20. Juni in München tagenden 
Buchdrucker - Berufsgenossenschafts - Versammlung. Das 
Gedenkblatt enthält die in Autotypie ganz vorzüglich wieder¬ 
gegebenen Porträts des Vorstandes dieser Genossenschaft, 
bestehend aus den Herren Dr. Brockhaus und Dr. v. Hase- 
Leipzig, Jänecke-Hannover, Georgi-Bonn, Adelmann und 
Poppelbaum-Frankfurt a. M., Grüninger-Stuttgart. Oldenbourg- 
München, Schwetschke-Halle, Grunert-Berlin und Friedrich- 
Breslau. Auch das Porträt des juristischen Beirates der 
Genossenschaft Dr. Schmidt fand Aufnahme. Auf einem 
anhängenden Blatt sind in reizender Umrahmung Ansichten 
von München. Feldafing und Wendelstein untergebracht, so 
in der That mit jenem Porträttableau ein herrliches, kunstvoll 
ausgeführtes Erinnerungsblatt bildend, für dessen Ausführung 
den genannten Firmen die höchste Anerkennung gebührt. 
Insbesondere ist es die scharfe und reine Wiedergabe der 
kleinen, etwa 5 cm hohen Porträts mittels Autotypie, 
welche Bewunderung erregt. Das feine Korn ist in einer 
Reinheit und Zartheit wiedergegeben, wie wir dies kaum 
noch an anderen Arbeiten der Compagnie gesehen, ein 
Beweis, mit welcher Sorgfalt dieselbe verfuhr, um den 
Kennern etwas Vorzügliches zu bieten und zu beweisen, 
bis zu welcher Vollkommenheit die Manier gediehen. 

— Buchdruck und Buchbinderei. Beides geht jetzt infolge 
der vom Auslande uns überkommenen etwas ins weite 
gehenden und darum hoffentlich sich bald überlebenden 
Mode in den Luxuseinbänden häufig ineinander über. Ein 
Beispiel lieferte während der in Leipzig abgehaltenen 
28. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure 
der Einband der Festschrift (herausgegeben vom Vereins- 
Press-Ausschuss unter Vorsitz von Ph. Swiderski-Leipzig). 
F. A. Barthel in Leipzig hatte für einen geschmackvollen 
Einband mit Goldschnitt gesorgt. Die Zeichnung des für mehr¬ 
farbigen Druck auf lavafarbenem Calicot hergerichteten 
Stempels hatte der tüchtige Zeichner und Maler C. Römer 
geliefert. Die Denkschrift war bei W. Drugulin in eleganter 
Antiquaschrift gedruckt. Der gepresste Aussendeckel zeigte 
eine allegorische Frauengestalt, deren Antlitz, Arme etc. in 
Fleischton, deren reiches Kostüm in Blau, Gold und Rot 
gedruckt war. Embleme. Insignien, Stadtwappen. Ornamente 
umrahmten eine Standarte auf der man in Goldlettern: 
»Festschrift Leipzig 1887« las. Das Ganze machte einen 
hochfeinen Eindruck. Wg. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen , In Wien beging am 1. August der Haus¬ 
inspektionsfaktor der Staatsdruckerei, Herr Franz Eppel, das 
Fest seines 50jährigen Berufsjubiläums. — Am 27. August 
feierte in Donauwörth der Maschinenmeister Karl Leopold aus 
Berlin sein 50jähriges Berufsjubiläum. — Am 11. September 
waren es 50 Jahre, dass der Setzer Herr Anton Schmieger 
in Wien (Const. Vorst Ztg.) seinem Berufe oblag. — Das 
»Wochenblatt« in Annaberg beging am 12. September den 
Tag seines 80jährigen Bestehens. Dasselbe erschien am 
12. September 1807 zum ersten Male und hat sich am 
4. Februar 18(52 in ein Tageblatt umgewandelt, ohne deshalb 
seinen Titel zu ändern. — Am 22. September feierte die 
Firma Fischer dr Wittig in Leipzig ihr 25jähriges Jubiläum. 
Sie hat sich in der Zeit eines Vierteljahrhunderts zu einem 
der angesehensten typographischen Institute Leipzigs erhoben 
und leistet insbesondere im Illustrationsdruck Hervorragen¬ 
des. — Am 1. Oktober feiert Herr Max Liclitivitz, Buch- und 
Steindruckereibesitzer in Berlin , sein 25jähriges Prinzipals¬ 
jubiläum. Der Jubilar kann mit Genugtuung auf die ver¬ 
flossenen Jahre zurückblicken, denn sein Geschäft ist durch 
seinen Fleiss, sein Streben und seine Energie zu einem 
ansehnlichen und geachteten emporgeblüht. 

— Gestorben. In Ragatz verstarb der Buchdruckerei¬ 
besitzer Herr Lehmann. — Herr Joh. Westfehling , Inhaber 
der Druckerei »Zum Gutenberg« in Winterthur, starb, 
49 Jahr alt, am 17. August. — In Lichtenfels starb am 
29. August der Buchdruekereibesitzer und Gründer des Lichten- 
felser Tageblattes, Johann Schier, 73 Jahre alt. — Am 
29. August verstarb der Buchdruckerei- und Zeitungsbesitzer 
Leopold Freund in Breslau nach schweren Leiden im Alter 
von 79 Jahren. Als langjähriger Herausgeber der ver¬ 
breitetsten Zeitung Breslaus, der »Breslauer Morgenzeitung«, 
als ein Mann grosser geschäftlicher Erfolge, war er in 
weiten Kreisen bekannt und geschätzt. — In Neurode 
starb am 5. September der Buchdruckereibesitzer R. Rothe. 

— Geschäftliches. Die offene Handelsgesellschaft Buch¬ 
druckerei Borussia, M. Heilborn & Co. in Breslau ist durch 
gegenseitige Übereinkunft aufgelöst und die Firma erloschen. 
— In die Buch- und Kunstdruckerei von Gustav Jahn in 
Breslau ist Herr Emil Soyka als Teilhaber eingetreten. 
Die Firma lautet jetzt demzufolge Jahn & Soyka. — Die 
Buchdruckerei Otto Hauthal in Naumburg firmiert jetzt 
G. Pätz’sche Buchdruckerei (Lippert & Co.). — Die Buch¬ 
druckerei Gutenberg in Graz ist nach dem Austritte des 
seitherigen Leiters und Gesellschafters Ignatz Wosetzky in 
den alleinigen Besitz des Herrn A. Strohschneider über¬ 
gegangen, der das ausgedehnte Etablissement an die Styria 
abgetreten haben soll. 

— Auszeichnungen. Dem durch seine Selenotypie wie 
seine vortrefflich ausgeführten Druckarbeiten bekannten 
Buchdruekereibesitzer Anton Halauska in Hallein ist seitens 
der k. k. österreichischen Regierung in Anbetracht seiner 
Leistungen gestattet worden. den k. k. Adler im Schilde 
führen zu dürfen. — Die auf nächster Seite spezieller er¬ 
wähnte Offizin von J. G. Mahl in Bruneck erhielt am 
19 September auf der Gewerbeausstellung zu Bozen die 
silberne Medaille. 

— Bei einem Besuch in der Schnellpressenfabrik von 
Klein, Forst & Hohn Nachfolger in Johannisberg hatten wir 
Gelegenheit uns von dem grossartigen Betriebe dieses 
renommierten Geschäftes zu überzeugen. Gegen 30 Schnell¬ 
pressen für Buch- und Steindruck standen teils fertig zur 


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313 


Mannigfaltiges. 


Ablieferung an die Besteller, teils in der Montage begriffen 
in den umfänglichen Räumen aufgestellt, darunter eine Presse 
von in Deutschland wenig bekannter und noch nicht zur 
Benutzung gekommener Konstruktion, der wir bereits an¬ 
deutend in Heft 6, Spalte 189 gedachten. Diese besonders zum 
Druck illustrierter Blätter bestimmte Maschine wird für die 
bekannte »Modenwelt« und die mit derselben verbundenen 
»Zeitbilder« gebaut und findet im November d. J. Aufstellung 
in der Offizin von Otto Dürr in Leipzig. Sie druckt mit einem 
grossen Cylinder vor- und rückwärts 2000—2500 Exemplare 
pro Stunde und erhält ein ausgezeichnetes, für die kompli¬ 
ziertesten Formen genügendes Farben werk. Es ist dies eine 
Maschine von imposanten Verhältnissen, denn sie misst nicht 
weniger als 5.52 m in der Länge, 1,77 m in der Breite und 
über 3 m in der Höhe. Alle Maschinen der Fabrik zeigten 
vorzügliche Konstruktion bei sauberstem und exaktestem 
Bau. An einigen derselben bemerkten wir die neuerdings 
beliebt gewordene Einrichtung des Farbekastens nach 
amerikanischem System, also mit einer grossen Anzahl 
Schrauben für die Stellung des Farbemessers, so dass man 
insbesondere bei Illustrationsformen in der Lage ist, die 
Farbengebung streifenweis der Form anzupassen. Es war 
uns dies ein Beweis, dass man in Deutschland jetzt doch 
mehr wie früher Meinung für diese Einrichtung der 
Farbemesserstellung hat. Von Interesse war ferner ein 
neuer kleiner auf jeder Cylinderschnellpresse anzubringen¬ 
der Apparat zur selbstthäligen Zuführung von Kuverts auf den 
Cylinder. Die Leistungsfähigkeit dieses Kuvertdruckapparates 
soll eine ganz bedeutende sein. 

— Die Chaostypie , ein der von uns in Heft 2 des 
23. Bandes gezeigten Selenotypie entsprechendes Verfahren 
wird von der MahPschen Buchdruckerei in Bruneck (Tyrol) 
sehr häufig und in höchst origineller Weise zur Aus¬ 
schmückung ihrer Arbeiten, von denen uns eine grosse 
Anzahl vorliegt, benutzt. So ist zum Beispiel der Rand 
einer sogenannten Trauer-Parte (Todesanzeige) in einem 
Chaosdruck ausgeführt, bei dem die Farben Schwarz und 
Silber in effektvollster, dabei würdigster Weise Anwendung 
fanden. Ferner weiss die Mahl’sche Druckerei auch eine 
gewisse Ordnung in das Chaos zu bringen, indem sie wohl 
den eigenthümliehen Farbenschimmer des Chaos- oder Seleno- 
druckes anwendet, aber von der Unordnung in den Formen 
absieht, vielmehr eine symmetrische Zeichnung in dieser 
Druckweise ausführt und auf diese Weise Effekte schafft, 
die beinahe jene der Chaosplatten, also der durcheinander¬ 
geworfenen Farben- und Bronzekleckse übertrifft. Diese 
Art der Anwendung war uns neu und können wir die 
Mahl’sche Druckerei, wenn ihr wirklich die Priorität für 
diese Art des Chaosdruckes gebührt, nur beglückwünschen, 
einen so guten Gedanken gehabt zu haben. Der Inhaber 
der genannten Offizin ist aber auch noch auf einem anderen 
Felde ein tüchtiger Meister. Er fertigt nämlich mittels 
der Laubsäge aus Ahornholzplatten, die man ja jetzt überall 
in passender Stärke und Güte erhält, Plakatschriften von 
grosser Schärfe und bester Exaktität bezüglich der Form. 
Auch von diesen seinem Talent gibt er uns einen 
überzeugenden Beweis durch Übersendung eines Probe¬ 
buchstabens, der auf diese Weise gefertigt, und auf einen 
Holzfuss genagelt worden, um ihm die richtige Höhe zu geben. 

— Wir hatten Gelegenheit, das Musterbuch der renom¬ 
mierten Holztypcnfabrik von Sachs dt von Fischer in Mannheim 
in seiner neuesten Austattung zu prüfen und fanden darin 
ausser einer grossen Zahl älterer, gediegener, höchst 
exakt geschnittener Schriften auch die neuesten und 


314 


beliebtesten Formen Gotischer, Kanzlei-, SchwabacherT und 
Egyptienneschriften, wie der Kaisergotisch. Accidenzgotisch 
etc. etc. Auch praktisch gezeichnete Plakateinfassungen 
besitzt genannte Firma in Menge und hat dieselben in 
sehr vorteilhafter Weise so eingerichtet, dass man mit 
dem glatten Fuss einen Ton, mit dem Bilde selbst dann 
den entsprechenden Aufdruck machen kann. 

— Die Farbenfabrik von Beit & Philippi in Hamburg- 
Stassfurt versandte jüngst in Österreich einen höchst 
elegant ausgestatteten Preiskurant über ihre Fabrikate. 
Den Text dieses Heftes druckte die renommierte Berliner 
Firma Gebr. Grunert, den Umschlag die berühmte Leipziger 
Firma Giesccke dr Dcvrient nach dem Entwurf eines Ham¬ 
burger Künstlers in herrlichstem Farbendruck. 

— f Satinicren des Papiers für illustrierte Journale. 
Einige der bedeutendsten illustrierten Journale Amerikas, 
wie »Harper's Magazine«, »Century Puck«, »The Judge«, 
welche einen besonderen Wert auf den sorgfältigen Druck 
der Holzschnitte legen, lassen ihr Papier nach einem speziellen 
Verfahren satinieren, um das Vollkommenste im reinen Druck 
der feinsten Holzschnitte zu erreichen, was auf Papier von 
gewöhnlicher Textur nicht möglich ist. Nach dem »Moniteur 
de la Papeterie fran^aise« besteht die Präparierung des 
Papiers darin, dass das von der Maschine ablaufende auf¬ 
gerollte Papier mittels einer maschinellen Vorrichtung wieder 
abgewunden und mit einer sehr dünnen Schicht Zinkweiss 
bedeckt wird. Von da wird es über einen Trockencylinder 
in einen speziell konstruierten Kalander geführt und von 
diesem abermals auf Rollen für die Schnellpresse gewunden. 

— Schweizer Schlicsszeug , Herr A. Schwibbe in Zürich 
übersendet uns ein Zirkular mit Abbildung eines neuen von 
ihm »Schweizer Schliesszeug« genannten Schliessapparates. 
Es scheint dem Herrn Verfertiger nicht bekannt gewesen 
zu sein, dass ein solcher Apparat gleicher Konstruktion 
schon lange existiert, denn Waldow’s Handbuch der Buch¬ 
druckerkunst II. Band enthielt bereits im Jahre 1877 die 
nachstehende Abbildung eines Apparates, der auf dem 



gleichen Prinzip beruht und in England wie bei uns schon 
lange existiert. Einen sogar in der Form ganz gleichen 
Apparat wie der des Herrn Schwibbe sahen wir bereits vor 
8 bis 10 Jahren in der Druckerei von Buhr & Dräger in Gera. 


Inhalt des io. Heftes. 

Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. — Verzeichnis und Erklärung 
der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. — Vom Schmitzen. — Schrift¬ 
probenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. — Buehsbaum- 
Gelatinedruckplatten. — Zeitschriften- und Bücherschau. — Mannig¬ 
faltiges. - Annoncen. — 1 Blatt Speisekarte. — 1 Blatt Diplom. 

Textschrift von Benjamin Krebs Nachf. in Frankfurt a. M. Titelkopf 
und Umschlag von J. G. Scheiter * Giesecke in Leipzig. Überschriften von 
Emil Berger in Leipzig. Unterrubriken von Roos A Junge in Offenbach a. M. 
Halbfette Aldine von C. Kloberg in Leipzig. Initiale von Otto Weisert 
in Stuttgart Gedruckt mit Farbe von Frey <fc Sening in Leipzig auf 
einer Cylindor-Schnellpresso von Klein, Forst A Bohn Nachfolger in 
Johannisberg a. Uh. 


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zur Herstellung eleganter Diplome, 
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Tafeln, Adressen etc. empfiehlt 

Alexander Waldow, Leipzig. 


Bezugsbedingungen für das Archiv. 


Archiv für Buchdruckerkunst erscheint jähr- 
Jl ?J lieh in zwölf Heften (Heft 8 und 9 stets vereint als 
Doppelheft) zum Preise von 12 M. Zu beziehen ist das 
Archiv durch jede Buchhandlung, sowie direkt von der Verlags¬ 
handlung. In letzterm Fall beträgt der Preis bei Zusendung per 
Post innerhalb Deutschlands und Österreichs 13 M. 50 Pf. 

Nach komplettem Erscheinen jeden Bandes 
tritt der erhöhte Preis von 15 Mark ein. 

Insertionsbedingungen ersehe man bei der Rubrik 
Annoncen. 

Beilagen für das Archiv werden angenommen und die 
Gebühren dafür billigst berechnet. Schrift- u. Einfassungs- 
Novitäten etc. finden beste Anwendung im Text und auf den 
Musterblättcrn ohne weitere Berechnung, doch wird bedungen, 


dass dieselben, als Äquivalent für die durch die Aufnahme er¬ 
wachsenden Mühen und Kosten dienend, in unser Eigentum über¬ 
gehen. Giessercicn, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Von allen im Archiv enthaltenen Abbildungen werden 
Galvanotypen zu civilen Preisen geliefert, ebenso von 
allen auf den Proben angewendeten Vignetten, Initialen 
Platten etc. Lieferung aller auf den Proben angewendeten 
Schriften etc. wird zu den Originalpreisen der betr. 
Glessereien besorgt. Ebenso werden Farben und 
Papiere, wie solche von uns benutzt sind, auf Wunsch ab¬ 
gegeben. Von besonders gefälligen Arbeiten sind Blanko¬ 
vordrucke am Lager. Speziellere Bemerkungen über Galvano¬ 
typen und Vordrucke sehe man unter Satz und Druck der Beilagen. 


Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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Einladung zum Abonnement. 

Nachdem wir Mitte November den 24. Band unseres Archiv mit der Ausgabe des zwölften Heftes 
beendet haben werden, beginnen wir Anfang Dezember den 



desselben. Mehr wie je möchten wir den Wunsch und die Hoffnung aussprechen, alle die werten Leser 
unseres Blattes, welche uns so lange Jahre treu zur Seite standen, auch für diesen Jnbelbaiid zu unseren 
Abonnenten zählen zu dürfen und bitten wir deshalb um recht baldige Erneuerung der Bestellungen 
bei den fraglichen Bezugsquellen unter Benutzung des diesem Heft beigeftigten Verlangzettels. 

Wir betrachten es als unsere besondere Aufgabe, das Bestehen des Archiv während eines Viertel¬ 
jahrhunderts durch Herausgabe eines interessanten und reichhaltigen Schlussbandes zu feiern und 
hoffen diese Aufgabe um so besser lösen zu können, als zahlreiche Freunde des Archiv uns ihre Unterstützung 
zugesagt haben, indem sie uns schöne Beilagen, wie gediegene Beiträge in Aussicht stellten. Das erste Heft 
des Jubelbandes wird deshalb bereits einen reichen Schmuck der gefälligsten Beilagen zeigen und auch 
bezüglich des textlichen Inhaltes den Beifall seiner Leser erwerben. Nicht ohne Interesse in letzterer 
Beziehung dürfte wohl ein Artikel des Herausgebers sein: »Die Entwickelung des Accidenzsatzes in den 
letzten fünfundzwanzig Jahren«. 

Wir danken allen unseren geehrten Gönnern und Freunden, wie unseren zahlreichen Abonnenten 
verbindlichst für ihre bisherige Unterstützung und erbitten uns dieselbe auch ferner in gleicher Weise. 

Leipzig, im Oktober 1887. 

Die Redaktion des Archiv für ßuclidruckerkunst. 


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327 


Das Skizzierer» von Accidenzarbeiten. 


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Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. 

Von R. Winkler. 

(Fortsetzung.) 

Das Entwerfen. 

rhält man irgend eine Arbeit zum Setzen, 
so n ‘ mmt mar L falls man nicht mit einem 
yfcjjryjl eigenen Entwürfe befriedigend und schnell 
genug zu Stande kommt, sein Skizzenbuch zur Hand 
und sieht das darin Enthaltene durch, ln den meisten 
Fällen wird man. wenn die Sammlung fleissig be¬ 
trieben wurde, etwas Passendes finden; ist dies nicht 
der Fall, so ändert man die eine oder andere Skizze 
um, bis sie für unsere Zwecke passt. 

Bevor man an den eigentlichen Entwurf geht, 
muss man sich über die zu den Hauptzeilen zu wählende 
Schrift und über die Hauptteile der Ornamente, welche 
man verwenden will, klar sein. Hierbei halte man als 
ersten Grundsatz fest, dass die Ornamente der Schrift 
halber da sind, dass sie nur die Schrift begleitendes 
Material sind und man wird nicht in den Fehler ver¬ 
fallen, dass man vor lauter Ornamenten keine Schrift 
im Satzarrangement sieht. Es ist hierbei ein ganz ge¬ 
naues Masshalten und Abwägen erforderlich, nament¬ 
lich in Fällen, wo der Text ganz in Mediaevalcharakter, 
sei es Versalien oder Gemeinen, gehalten ist. 

Wir haben also, beispielsweise zu einer Karte, 
folgenden Text erhalten: 

»Herzlichen Glückwunsch zur Jahreswende von 
der Buchdruckerei Wilhelm Hain. Barmen.« Nebenbei 
soll noch mit diesem Texte eine Geschäftsempfehlung 
verbunden werden durch Anbringung der Speziali¬ 
täten, welche die Druckerei vorzugsweise kultiviert : 
Accidenzen, Prachtwerke, Illustrationen, Kataloge, 
Formulare von Behörden, kaufmännische und sonstige 
Formulare, Kontobücher. Wertpapiere. In unserem 
Skizzenbuch linden wir die vorstehende Skizze (siehe 
Beispiel A), die uns passend erscheint und die wir zu 
verwenden beschliessen. Jetzt haben wir uns zuerst 
klar zu machen, w ie der gegebene Text sich verwenden 
lässt. Es ist uns in der Gestaltung desselben freie Hand 
gelassen und w ir haben daher verschiedene Auswege 
offen. Einmal könnte man in dem oberen schmalen 
Feld eine Leiste kombinieren, w elche dasselbe ausfüllh 
dann könnte dasselbe vielleicht den Text aufnehmen: 
»Neujahr 1887« oder »Buehdruckerei Wilhelm Hain, 
Barmen«. Das letzte hat etwas für sich, weil in dieser 
Weise das mittlere Feld mit weniger Text belastet 
und der Zweck der Reklame durch die Grösse der 
Firmenzeile in den Vordergrund gedrängt würde. Wir 
entschlossen uns also zu dieser letzten Anordnung; 
dass die beiden unteren Seitenfelder zur Aufnahme 


des begleitenden Textes: »Accidenzen p. p.« benutzt 
werden, bedarf wohl keiner weiteren Deduktion. Es 
handelte sich nun also darum, den Text symmetrisch 
anzuordnen. Wir suchen zuerst für die beiden kleinen 
Schilder zwei passende Worte: Accidenzen — Pracht- 
werke, dann stellen w r ir gegenüber Formulare für 
Behörden — kaufmännische Formulare und schliess¬ 
lich als zu Accidenzen gehörig: Kontobücher. Wert¬ 
papiere — und Illustrationen, Kataloge, als mehr in 
die Rubrik »Werk« gehörig. Unser gegebener Text 
wäre also untergebracht und wir kämen zur Kom¬ 
position der Ornamente. Vor Allem wird es jetzt nötig, 
über das Format schlüssig zu werden, falls es nicht 
schon bestimmt gegeben ist. Wir haben für unsere 
Karte in dieser Hinsicht keine beschränkende Be¬ 
stimmung erhalten und richten deshalb das Format 
ganz nach den sich ergebenden Verhältnissen. Wir 
wählen den Fruchtstab aus den Albrecht Dürer- 
Leisten von B. Krebs Nachfolger als Haupteinfassung 
und ordnen ihn so an wie unser Beispiel B (siehe 
die Beilage zum 12. Heft*) zeigt. Die Leisten stellen 
wir zusammen, füllen den innern Raum mit Stegen 
aus und machen auf der Handpresse einen Abzug 
auf Pauspapier. Dieser Abzug ist gewiss in jeder 
Druckerei herzustellen und erspart uns das Zeich¬ 
nen der Einfassung. Wir benutzen denselben für 
unsere Skizze. Auf Pauspapier ziehen w T ir deshalb 
ab, weil wir später, wenn wir kleinere Einfassungen 
oder Ornamente einzuzeichnen haben, den Abzug 
einfach auf den Abdruck der betreffenden Ornamente 
legen, der ja ebenfalls in Gestalt von eigenen Schrift¬ 
proben oder Probenblättern der Giesserei wohl in 
jeder Druckerei vorhanden ist, — und dieselben 
einfach durchzeichnen. Es ist dies das bequemste 
und leichteste Verfahren, nur wird man gut tliun^ 
zum Durchzeichnen chinesische Tusche zu wählen, 
weil z. B. Tinte nicht gut auf Pauspapier haftet. Die 
Tusche wird ebenso w T ie die Aquarellfarben zum 
Gebrauch angerieben. Der Fruchtstab verlangt vor 
Allem einen Abschluss durch eine Linie. Wir ziehen 
dieselbe auf beiden Seilen des Rahmens in der 
Stärke einer fetten Achtelpetit und in Achtelpetit 
Abstand von der Einfassung. Nach innen lassen 
wir eine fettschraffierte Linie oder eine Viertelcicero- 
Einfassung, welche wir einfach durchpausen oder falls 
die Zeichnung zu fein, mit Punkten markieren, an dem 
Rahmen entlang laufen. Entweder durch dieselbe 
Einfassung oder eine beliebige andere, oder auch durch 
gemusterte Messinglinien teilen wir die ganze Karte 
in drei Felder, welche unsere vorläufige Skizze 

•) VVir legen dieses Probeblatt dem 12. Heft bei, weil dort die 
wichtigen Erklärungen über die verwendeten Farben Platz finden, also 
eine bequemere Prüfung des Resultates ermöglichen werden. 

Red. d. Archiv. 


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329 


Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. 


830 


(Beispiel A) zeigt. Den Einfassungen muss ebenso 
wie der gemusterten Linie durch fette oder halbfette 
Achtelpetitlinien ein Halt gegeben werden. Beispiel 
B zeigt dies deutlicher als wir dies zu sagen vermögen. 

Jetzt schreiten wir zur Füllung und zum Ausbau 
des oberen Feldes. Von der Viertelcicero, die natür¬ 
lich doch immer wieder durch Linien eingeschlossen 
wird, legen wir gemusterte Linien oder kleine Ein¬ 
fassungsmuster abwechselnd in Licht und Dunkel so 
nebeneinander, bis wir für unsere Zeile noch einen 
Platz von etwa 14 Viertelpetit übrig haben. Die Ecken 
verziert man, wenn nötig, mit kleinen Eckstücken, 
die event. mit feinen Linien verbunden werden. Die 
Schriftzeilen zieht man auf Pauspapier ab und klebt 
sie in den freigelassenen Raum ein. 

Man benutze zum Aufkleben womöglich Kleister, 
weil Gummi das Papier beim Trocknen mehr zu¬ 
sammenzieht und auch nicht so farblos ist als Kleister. 
Den ganzen Text kann man auch auf die Rückseite 
der Zeichnung kleben, so dass die Buchstaben durch 
dieselbe hindurch scheinen; die Aufklebsel fallen dann 
nicht so in die Augen. Will man nicht aufkleben, so 
ziehe man den Text, der natürlich auf die Breite der 
Felder abgesetzt werden muss, ab, und pause ihn in 
die Zeichnung. Doch ist diese Manipulation mit der 
Schrift die letzte, welche man vornimmt, nachdem 
die ganze Karte fertig gezeichnet ist. 

Wenn wir uns jetzt die drei unteren Felder be¬ 
trachten, finden wir, dass das Mittelfeld eine recht 
unschöne Form hat; es ist zu hoch im Verhältnis zur 
Breite, Dies bringen wir dadurch in Proportion, dass 
wir oben und unten zwei Cicero-Einfassungen oder 
sonstige Ornamente quer hinüber laufen lassen. Da¬ 
durch ist das Feld niedriger geworden und besser 
proportioniert. Den Text dieses Feldes, welches wir 
ganz für sich behandeln, setzen wir aus hollän¬ 
discher Gotisch, Mediaeval Kursiv oder auch aus einer 
passenden Schreibschrift, damit sich derselbe als 
Hauptsache und Zweck der Karte effektvoll von den 
Seitenfeldern abhebt. Aus ebendemselben Grunde 
vermeiden wir bei den Seitenfeldern eine reichere 
Ornamentierung und begnügen uns damit, die Ecken 
mit kleinen Verzierungen auszufüllen. Um die Felder 
nicht so eintönig aussehen zu lassen, und um der 
Karte ein mehr originelles Gepräge zu geben, markieren 
wir in dem Mittelfeld ein aufgelegtes Kärtchen, auf 
welchem die Gratulationsworte Platz finden. 

Die beiden seitlichen Schildchen bilden wir aus 
einer leichten Einfassung oder gemusterten Messing¬ 
linien, welche durch feine Linien oder auch durch be¬ 
liebige recht zarte Ornamente abgeschlossen werden. 
An den Fruchtstab gehört nach aussen in Achtelpetit 
Abstand, die fette Achtelpetitlinie und wie innen in 


gleichen Abständen die Viertelcicero-Einfassung, die 
wir ebenfalls durch eine halbfette oder auch fette 
Achtelpetit abschliessen. Zur Abtönung des Rahmens 
nach aussen, resp. um den schweren Rahmen nicht 
unvermittelt nach dem leeren Papierraum ablüllen zu 
lassen, umgeben wir das Ganze noch mit einer leichten 
Nonpareille-Einfassung und unsere Skizze ist fertig. 

Zu erörtern, wie die Ausführung derselben im 
Satz zu geschehen hat, ist nicht Aufgabe dieser Zeilen. 
Herr Albert Hofmann hat sich darüber in einem 
Aufsatze im Archiv für Buchdruckerkunst so treffend 
und ausführlich verbreitet, dass ich mich begnügen 
kann, daraufhinzuweisen. Zu bemerken wäre jedoch, 
dass der Satz möglichst in der Reihenfolge geschehen 
müsste, wie dies in der Ausführung der Skizze an¬ 
gezeigt ist; umgekehrt thut man gut, beim Entwerfen 
der Skizze stets in der Reihenfolge fortzuschreiten, 
wie man den Satz ausführen würde. 


Einiges über Farbenharmonie. 

Wenn man in einem Kreise die Grundfarben 
und ihre zwischeneinanderliegenden Nüancen so 
anordnet, wie dies in Beispiel C gezeigt ist, so har¬ 
monieren stets die gegenüberliegenden Farben, d. h. 
also, Violett würde mit einem Grün harmonieren, 
welches vorwiegend Gelb enthielte, Orange mit einem 
Grün, das stark zum Blau hin neigte, oder mit Blau: es 
harmonieren Violett mit Hellgrün, Orange mit Dunkel¬ 
grün oder Dunkelblau. Eine Farbe, welche zwischen 
Rot und Violett liegt, würde mit einer Mischung 
harmonieren, welche entstanden ist aus Grün und Hell¬ 
grün. Das heisst also, je mehr das Violett zum Rot 
neigt, desto mehr neigt die harmonierende Farbe zum 
Grün. Je mehr also das Orange zum Gelb neigen 
würde, desto mehr müsste die harmonierende Farbe 
zum Blau neigen, ln eine andere Form ist dieser Satz 
gekleidet in folgender Regel, die ich von einem alten 
Praktikus hörte: Es dürfen nur die aufeinander¬ 
folgenden Farben der nachstehenden Aufzählung 
nebeneinander gestellt werden, im Notfall auch die 
zweite: Braun, Blau, Gelb, Violett, Orange, Grün, 
Rot, Grau. Gold stimmt am besten zu Grün und Blau, 
Silber zu Grün und Grau. Man ist nun nicht absolut 
an diese gegenüberliegenden Farben gebunden, kleine 
Abweichungen nach beiden Seiten sind gestattet.*) 

Harmonieren muss auch stets eine helle Farbe 
mit derselben Farbe in dunkler Nuance, wenn 

*) Das Archiv ist seit jeher bemüht gewesen; die Praxis walten 
zu lassen, wir werden deshalb im 25. Jahrgänge eine Zusammenstellung 
von je zwei Farben in 78 verschiedenen Variationen verführen und so 
unsern Lesern ermöglichen, zu .sehen welche Farben am besten mit¬ 
einander harmonieren. Red d. Archiv. 

21 * 


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331 


Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


382 


beispielsweise eine Zeichnung in Blau auf einen blauen 
Ton gedruckt wird. Doch sei man in der Verwendung 
speziell dieser Zusammenstellung recht vorsichtig, 
weil, wie stets bei lebhaften Farben, leicht der Eindruck 
des Grellen hervorgerufen wird. Namentlich vermeide 
man die Verwendung bei grossen Flächen und ist dies 
nicht zu umgehen, so wähle man die Konturfarben 
so dunkel als thunlich. Am verwendbarsten ist in 
dieser Beziehung das Grün, weil es namentlich in 
seinen mehr nach blau hinneigenden Tönen sehr kalt 
wirkt. Von Wichtigkeit für die Bestimmung der 
Tonnüancen ist die Regel: Wird Hell und Dunkel 
ein und derselben Farbe ganz nahe nebeneinander 
gestellt, so erscheint die helle Farbe heller und die 
dunkle dunkler. 



Meinen Standpunkt in Bezug auf die Harmonie 
der Farben habe ich in einem Artikel in den »Typo¬ 
graphischen Neuigkeiten«, von der B. Krebsschen 
Giesserei in Frankfurt herausgegeben, genauer prä¬ 
zisiert. Es ist mir darüber von der »Berliner Papier¬ 
zeitung« der Vorwurf gemacht worden, dass die 
Grundsätze, welche ich vertrat, veraltet seien. Der 
Verfasser dieses Artikels behauptete, dass man 
die Zusammenstellung der Farben dem Geschmacke 
des Einzelnen überlassen sollte. Ich muss dem 
entgegnen: Seit mehreren Jahren, in welchen ich 
mich eingehend mit Studien über Farbenharmonie 
befasse, sind mir Grundsätze, die neuer und besser 
sind, als die erklärten noch nicht aufgestossen. 
Keimt sie der Herr Correspondent, dann ist er 
hiermit gebeten, dieselben zum allgemeinen Besten 


zu veröffentlichen. Was den anderen Einwand 
betrifft, so behaupte ich, dass man wohl Denjenigen, 
welche in Farben eine längere Praxis haben, ruhig 
die Zusammenstellung der Farben nach dem Ge¬ 
schmack überlassen kann, obwohl das alte römische 
Sprichwort »De gustibus non est disputandum« auch 
heute noch seine volle Geltung hat. Niemals aber 
wird man sich auf den Geschmack derjenigen ver¬ 
lassen können, welche Anfänger in der Farbenpraxis 
sind. Und für diese sind die obigen Anhaltspunkte 
gegeben. 

An dieser Stelle muss ich nochmals darauf zurück¬ 
kommen, dass dem Buchdrucker nicht oft genug zum 
Besuch von Musseen und Sammlungen kunstgewerb¬ 
licher Gegenstände geraten werden kann, weil er 
dort Werke aufgehäuft findet, welche der allgemeine 
Geschmack als schön bezeichnet hat und an denen er 
sich selbst bilden kann. Hier kann er die Probe auf 
die Regeln machen, welche ihm in Aufsätzen wie der 
vorliegende gegeben werden und durch eigene An¬ 
schauung zu einem Urteil kommen. 

Ich betone ausdrücklich, dass mit diesen Regeln 
nicht eine feststehende Ordnung der Farben gegeben 
werden soll. Durch die verschiedene Nüancirung 
ergeben sich die überraschendsten Effekte, unter 
denen zu wählen sogar dem Praktiker oft schwer 
wird. Die öftere Beschäftigung mit den Farben erst 
wird zu einem annähernd sichern Urteil führen, 
das vielfach noch durch die Verschiedenheit des 
Geschmacks beeinträchtigt sein wird. Was ich hier 
als Regeln gebe, sind eigentlich nur leichte An¬ 
deutungen um den Pfad durch das Farbenlabyrinth 

ZU linden. (Schluss folgt.) 


Verzeichnis und Erklärung 
der gebräuchlichsten Kunstausdrüeke. 

Von Friedrich Bosse. 

Verbindung, mechanische. Diese Art der Ver¬ 
bindung bei architektonischen und tektonischen 
Werken besteht darin, dass man die ornamentalen 
Formen an die Grundformen mittelst solcher Symbole 
befestigt, in welchen sich der Begriff des Bindens, des 
Anknüpfens deutlich ausspricht. Hierzu benutzt man 
Bänder der verschiedensten Art, Riemen, Schnüre, 
Gurte, Laubgewinde, Taue, Stricke, sowie Ver¬ 
knotungen, Durchschlingungen u. a. Anordnungen. 
Ihre Haupteigenschaften sind die Festigkeit oder 
Widerstandsfähigkeit gegen das Zerreissen und die 


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Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


334 


333 


bedeutende Schmiegsamkeit, weiche in dem Äusseren 
der Symbole wahrnehmbar sein müssen. Der Begriff 
der Festigkeit kann auf zweierlei Art zum Ausdruck 
gebracht werden, nämlich durch das Grössenverhält¬ 
nis des Bandes und durch das Gefüge oder Gewebe. 
Die erstere Art findet da Anwendung, wo der Begriff des 
Bindens stark betont werden soll; die letztere in dem 
Falle, wo das Anheften nur leicht gedacht ist. 

Verbindung, organische, ist das innige Ver¬ 
knüpfen, das Vereinigen aller Strukturteile eines 
architektonischen oder tektonischen Werkes zu einem 
einheitlichen Ganzen, dass es gleichsam als ein be¬ 
lebtes Wesen erscheint. Diese Verknüpfung bewirkt 
man durch zweckentsprechende, den Begriff des 
Verbindens deutlich ausdrückende Symbole, deren 
Gestalt von der Form der nachfolgenden Strukturteile 
abhängig ist. Als die einfachsten Mittel dieser Art 
dienen die geschweiften, runden und eckigen Platten 
und haben den Zweck, den nachfolgenden Gliedern 
eine sichere Lage, einen festen Standort zu gewähren. 
Ihren vorspringenden Rand schmückt man mit 
solchen Elementen, in welchen sich eine Hindeutung 
auf die zweckliche Bestimmung des Aufgenommenen 
deutlich ausspricht. Solche Symbole sind z. B. die 
Deckplatte des dorischen Kapitals, der Trochilus 
oder kleine runde Cylinder in der ionischen oder 
korinthischen Säulenbasis, die quadratförmige Platte 
oder Plinthe unter der Säulenbasis etc. 

Verjüngung oder Entasis ist das allmählige 
Schwächer- oder Dünnerwerdenlassen des Durch¬ 
messers eines Gliedes, z. B. eines Säulenschaftes. Die 
Verjüngung wird aber aus ästhetischen Gründen 
nicht geradlinig, sondern schwach bogig ausgeführt. 
Bei den Säulen der klassischen Perioden ist sie nur 
schwach wahrnehmbar, in anderen Kunstperioden 
dagegen übertrieben ausgeführt. 

Verkröpfen nennt man das Herumführen eines 
Gesimses um einen seinen geraden Lauf unter¬ 
brechenden Vorsprung. Die Verkröpfung heisst eine 
vorgekröpfte, wenn das Gesimse um einen Vorsprung, 
eine eingekröpfte oder zurückspringende, wenn es an 
zurückliegenden Flächen fortgesetzt wird. 

Verlaufen sagt man von Farben, w r enn sie in 
der Nüance immer heller w r erden urfd endlich gänz¬ 
lich verschwunden, oder in so zarte Töne ausgehen, 
dass sie fast nicht mehr wahrnehmbar sind; auf 
Linien, namentlich in der Perspektive, angew r endet, 
dass sie in ihrem Verlaufe vom Standpunkte des 
Beschauers aus nach dem Horizonte zu unvermerk- 
lich abnehmen und endlich so dünn werden, dass sie 
nicht mehr sichtbar sind. 

Verschwindungspunkt w ird in der Perspek¬ 
tive derjenige Punkt genannt, in welchem sich 


bei der Fortsetzung ins Unendliche die sich ver¬ 
jüngenden Linien eines Körpers oder einer Figur 
schneiden. 

Vierblatt, eine im gotischen Masswerk häufig 
vorkommende aus vier Spitzbogen sich zusammen¬ 
setzende Figur; der Vierpass dagegen ist eine aus 
vier Kreisbogen bestehende ornamentale Form. 

Vierpass, eine im gotischen Masswerk oft auf¬ 
tretende ornamentale Form. Seiner Konstruktion 
liegt das Quadrat zu Grunde, das von vier rundbogigen 
Blattformen begrenzt wird. 

Vierschneuss bedeutet in der Gotik eine aus 
vier Schneussen bestehende Rosette und findet sich 
meist in der spätgotischen Zeit. 

Viertelstab, ein in der Architektur vielfach 
angewendetes Glied, dessen Konstruktion auf dem 
Viertelkreise beruht, aber auch oft von diesem 
abw r eicht und dann die bekannte Echinuslinie an¬ 
nimmt. Er wird steigend und umgekehrt angew’endet: 

Fig. 230. Fig. 231. 

V ^~ 1 —-— 

y_ _ _ r _ 


Vignette bezeichnet ursprünglich eine aus Wein¬ 
laub oder Ranken bestehende Verzierung; dann ist 
diese Bezeichnung übergegangen auf mit Laub und 
Ranken werk geschmückte Formen; und heute bezeich¬ 
net man damit fast jede grössere oder kleinere Schluss¬ 
verzierung. Im modernen Buchdruck nennt man jede 
Zierform auf Titeln, Rückseiten von Umschlägen, auf 
Accidenzen für religiöse und profane Zwecke, sowie die 
Zierbildchen für Kalender, Zeitungen und andere 
Zwecke Vignetten und bezeichnet damit allego¬ 
rische und Eckvignetten, Faschings- und Gelegenheits¬ 
vignetten, Kalender- und religiöse Vignetten, Wechsel- 
und Zeitungsvignetten. 

Virtuos nennt man im Allgemeinen denjenigen 
Künstler, dessen Talent weit zurückbleibt hinter 
seiner alles überwindenden Technik, die er bis zur 
Vollendung beherrscht; er ist also Meister in Form 
und Darstellung in höchster Bedeutung und prägt 
diese nach einer bestimmten Seite hin in auffallender 
Weise aus, in den meisten Fällen aber auf Kosten 
der Harmonie des Ganzen und des Inhalts der zu 
Grunde gelegten Idee. Er ist derjenige Künstler, der 
mit einer blendenden Aussenseite, mit einer virtuosen 
Darstellung zu überraschen w r eiss. Auch im Buch¬ 
druck gibt es solche Virtuosen. 

Vogelschau, Vogelperspektive (s. Perspektive). 

Volute ist eine Bezeichnung für das spiralförmig 
zusammengerollte, herabhängende Ende des sich 
über dem Echinus am ionischen Kapital ausbreitenden 


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Verzeichnis und Erklärung der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. 


336 


Bandes. Die Zahl der Windungen variirt. Den Mittel¬ 
punkt der Volute nennt man das Auge; auch jede 
schneckenähnliche Windung wird Volute genannt. 

Yorform oder Junktur heisst ein kleines 
zwischengesehobenes Glied und ist ein Symbol des 
Verknüpfens, dessen Gestalt auf das nachfolgende 
Glied hindeutet; ein solches Symbol ist z. B. der 
Trochilus am ionischen Kapital. 

Vorkrageii oder Ausladen bedeutet das Über¬ 
stehen oder Vortreten von architektonischen Gliedern, 
Gesimsen, Konsolen etc.: auch auf vorstehende Teile 
plastischer Ornamente wird die Bezeichnung an- 
gewendct. 

Yotivtafcl ist eine in Kirchen oder an Gebäuden 
angebrachte Inschrifts- oder Bildtafel, die zum An¬ 
denken an eine Person oder Gelegenheit, oder infolge 
eines Gelübdes gestiftet wird. Ihre Form ist meist 
länglich viereckig, seltener oval oder rund. Der nur 
wenig verzierte Rahmen erhält bald eine ornamentale, 
bald eine architektonische Bekrönung, und wird unten 
ornamental oder konsolenartig abgeschlossen. Die 
Seiten werden je nachdem mit pflanzlichen oder 
figürlichen Formen geschmückt. 

Wappenhalter (siehe Schildhalter). 

Warme Farben, Im Gegensatz zu den kalten 
Farben nennt man alle diejenigen Farben warm, in 
welchen sich Feuer, Lebhaftigkeit, eine gewisse 
Wärme zeigt. Diese Wärme ist am stärksten in dem 
primären Rot. weniger im Gelb vorhanden. Man 
nennt sie daher warme Farben: aber auch Misch¬ 
farben werden warm genannt, wenn bei ihnen Rot 
beteiligt ist, so z. B. Orange, Braun, Rotviolett; auch 
Grün, Grau und andere Farben können durch Zusatz 
von Rot zu warmen Farben gemacht werden. 

Wasserlinse ist der an stark vorkragenden 
Gliedern unterhalb angebrachte Rand, wie z. B. an 
Hängeplatten unter der Sima und an anderen Gesims¬ 
gliedern, um das Wasser von dem Rumpfe fernzu¬ 
halten und abtropfen zu lassen. 

Weiss. Unter den verschiedenen Pigmenten ist 
Weiss dasjenige, welches die grösste Helligkeit besitzt 
und daher als Surrogat des Lichts bezeichnet wird. 
Als Pigmente kommt es in der Natur vor, wird aber 
meistens auf chemischem Wege gewonnen, so z. B. 
das Bleiweiss. das Zinkweiss, chinesisch Weiss, etc. 
Für manche Farbenmischungen ist Weiss von grosser 
Bedeutung, da es den Tinten einen opaken Ton ver¬ 
leiht. Als Surrogat des reinen Lichts eignet es sich 
zum Symbol mancher menschlichen Eigenschaften; 
so z. B. wird es benutzt, um die vollkommene Un¬ 
schuld. Lauterkeit des Charakters und die Reinheit 
der Empfindung auszudrücken, und lässt Festjung- 
frauen und Engel weiss gekleidet erscheinen. 


336 


Widderkopf als Verzierung (siehe Aaskopf). 

Wimperg, auch Wimberg, Windberg, ist der 
Name für die Ziergiebel des gotischen Stils, welche, 
von Fialen häufig flankiert, als Übersetzung von Thür- 
und Fensterbögen angewendet werden. Die Schenkel 
dieser Wimperge, welche in der Frühgotik meist ge¬ 
rade, in der Spätzeit der Gotik dagegen vielfach 
geschweift ausgeführt wurden, werden mit Kriech¬ 
blumen oder figürlichen Formen geschmückt, und 
die Spitze durch eine Kreuzblume gekrönt. Das Mass- 
werk war ein weiterer Schmuck dieser Ziergiebel, 
wodurch deren Fläche belebt wurde. 

Wiukelfülhingen sind solche komponierte 
Ornamente, welche die Zwickelfläche eines geraden 
oder bogig begrenzten Winkels auszufüllen bestimmt 
sind. Winkelfüllungen dieser Art befinden sich in den 
nachfolgenden Bachdruckformen: 


Fig. 232 Kig. 233. Fig. 234. 



Wulst oder Bausch. Unter diesem Worte ver¬ 
steht man in der Architektur ein solches Glied, dessen 
Prolile meistens der Viertelkreis zu Grunde liegt und 
daher vielfach Viertelstab genannt wird. Er weicht 
aber auch von dieser streng geometrischen Form ab 
und nimmt dann die Gestalt an, wie sie sich typisch 
am dorischen Kapital zeigt, und Echinuslinie genannt 
wird. 

Za li lisch nitt ist in der ionischen Bauweise der 
Griechen diejenige Platte, welche das Geison oder die 
Sima des Kranzgesimses zu tragen hat, dessen Form 
auf die Balkenköpfe der vorspringenden Felder- oder 
Balkendecke zurückzuführen ist, denn sein Platz ist 
gewöhnlich zwischen dem Fries und der Sima. Die 
halbe Höhe der Platte wird gewöhnlich als die Breite 
angenommen und zwei Drittel der Zahnbreite als 
Zwischenraum gewählt; der Einschnitt reicht stets 
bis zum Aufleger zurück. In der Akanthea, der 
Germania u. a. Einfassungen ist der Zahnschnitt ver¬ 
treten : 

Fig. 235. 

Sch. & G. 

Zickzackfries, eine in den mittelalterlichen 
Stilen häufig vorkommende Verzierung. Sie findet 
sich fast regelmässig an den Archivolten, an 


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337 


Vorteilhaftere Einteilung von Zifferkästen. — Leimtypie. 


Gurtgesimsen etc. und wird aus parallelen oder 
divergierenden Linien oder Stäben und Höhlungen 
gebildet. 

Ziergiebel sind die von der Gotik über Thür 
und Fenster angebrachten Giebel, welche von dieser 
Wimperge genannt werden (s. d.). 

Zinne ist der oberste Teil der Dachbrüstung, 
deren Form auf die Mauerstücke zwischen zwei 
Schiessscharten zurückzuführen ist. Das Mittelalter 
gestaltete diese Zinnen dem Zwecke entsprechend 
einfach, während die Frührenaissance an Stelle dieser 
primitiven Zinnen solche von ornamentaler Form 
einführte, ln den nachfolgenden Kompositionen geben 
wir ein Beispiel dieser letzteren: 


Fig. 23(5. Fig. 237. Fig. 238- 





„ Klinkhardt. 

Zinnenfries, eine in mittelalterlichen Stilen 
vielfach vorkommende Verzierung, die sich aus recht¬ 
winklig gebrochenen Stäben zusammensetzt. 

Fig. 239 


Theinhardt 

Zopf nennt man ein Ornament, welchem ein 
Flechtwerk zu Grunde liegt. Es gehört den Flecht¬ 
bändern (Torenbändern) an und erscheint als Symbol 
der mechanischen Verknüpfung an den Polstern der 
ionischen Kapitale, über dem Echinus der attisch¬ 
ionischen Säule, an Bundwulsten etc.: 


Fig. 210. 



Klinkhardt. 

Zweisclilitz (Diglyph), ein mit zwei Furchen 
versehener vierkantiger Pfeiler. Er gehört den moder¬ 
nen Formen an und ist im Buchdruck bereits vor¬ 
handen : 

Fig. 241. 

1 fl I 

Klinkhardt. 

Zwickel, Keilstück oder Füllung in Form eines 
Dreiecks (siehe Winkelfüllung). 


338 


Vorteilhaftere Einteilung' von 
Zifferkästen. 

n einem Heft des > Inland Printer < in Chicago wird 
ein speziell für den Satz von ZifTerwerken und 
Accidenzen angewandter Zifferkästen beschrieben, 
dessen Einrichtung von den allgemein üblichen in 
einigen Punkten abweicht. Nach dem beigelugten 
Diagramm mögen die Fachleute beurteilen, ob dieser 
Kasten praktischer und bequemer als die gewöhn¬ 
lichen ist. 




- 


5 

6 





■ 

3 

3 

4 

LL 

8 

9 

0 






U 


_ 


Die Breite ist die eines gewöhnlichen Werk- oder 
Zeitungskastens, die Höhe desselben 12 amerikan. 
Zoll (reichlich 86 cm ), so dass er in die Kastenregale 
passt. Beim Gebrauch wird der Zifferkästen über das 
auf einem andern Kasten stehende Schiff gestellt, das 
ihm als Stütze dient. Die obern nicht bezeichnten 
Fächer dienen als Ausrafffächer; die unteren sechs 
kleinern sind für den Ausschluss bestimmt. Die 
Neuerung rührt von einem Setzer her, der haupt¬ 
sächlich in Ziffernarbeiten beschäftigt ist. F . 


Leimtypie. 

in neues Verfahren, Illustrationsplatten mit 
Hilfe der Photographie zu erzeugen, hat der 
auf diesem Gebiete rühmlichst bekannte Professor 
J. Husnik in Prag erfunden. Zur Herstellung solcher 
Platten dient eine Chromatogelatinefolie, welche per 
Quadratmeter 2 Gulden kostet; von dieser wird ein 
entsprechend grosses Stück unter einem gewöhnlichen 
Negativ belichtet, auf eigene, künstliche Weise auf 
Zink befestigt und in zwei Minuten durch Reibung 
mit kalten Flüssigkeiten entwickelt. Nach der Ent¬ 
wickelung erfolgt das Trocknen und Montieren auf 
Holz. 

Nach den Angaben, welche uns der Erlinder 
macht, kann eine Person in einem Tage bequem 
vierzig und mehr scharf druckende Platten hersteilen, 
ohne dass dazu Vorkenntnisse und langjährige Übung 
nötig wäre, wie solche die Zinkographie unerlässlich 
erfordert; ja, es kann sogar eine Maschine zum Ent¬ 
wickeln der Platten in Anwendung kommen. 

Die uns vorliegenden Platten und die zahlreichen 
Probeabzüge von solchen lassen erkennen, dass es 




i 


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339 


Schriftprobenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. 


340 


sich hier nicht nur um gelungene Versuche, sondern 
um ein vollständig durchgeführtes und bewährtes Ver¬ 
fahren handelt. Wir sind in der Lage, unseren 
Lesern den Abdruck einer Leimplatte vorführen zu 
können; über die Art und Weise, wie man diese ge¬ 
härteten, also vollständig widerstandsfähigen Platten 
hei der Zurichtung und beim Druck zu behandeln 
hat, berichten wir demnächst. 

Wie uns Herr Professor Hnsnik mitteilt, ist er 
gesonnen, das Verfahren, 
welches an Einfachheit. 

Sicherheit und Billigkeit 
durch nichts mehr über¬ 
vollen werden kann, an 
Interessenten in Deutsch¬ 
land gegen eine Entschä¬ 
digung von 1500 Gulden 
abzutreten. Das Honorar 
ist so hoch gegriffen, damit 
nicht zu viele Firmen das 
Verfahren erwerben, also 
auch den entsprechenden 
Nutzen daraus ziehen kön¬ 
nen. Für Holland und Bel¬ 
gien ist dasselbe bereits 
von Herrn Thieme in Arn¬ 
heim und für die Argenti¬ 
nische Republik von den 
Herren Lass & Stiller in 
Buenos - Ayres erworben 
worden. Wir gratulieren 
Herrn Professor Husnik 
zu dieser wichtigen Er¬ 
lindung. die so recht ge¬ 
eignet ist, das Illustrieren 
von Werken und Zeitungen auf einfache und billige 
Weise zu ermöglichen. 


unnötigen Züge eine gewisse wohlthuende Ruhe und 
lesen sich deshalb, unterstützt durch kräftig gehaltene 
Grundstriche, sehr gut. Die Behauptung der Schrift- 
giesserei, dass diese neue Schreibschrift den Vorzug 
grösster Haltbarkeit habe, ist wohl durch diese 
Umstände gerechtfertigt, zumal ja noch das vor¬ 
treffliche Schriftmaterial dazu kommt, welches die 
Gronausche Giesserei seit jeher verarbeitet. Wir 
hoffen recht bald Gelegenheit zu haben, diese 
schöne Schrift unseren 
Lesern in praktischen An¬ 
wendungen auf unseren 
Musterblättern vorführen 
zu können. 

Zwei weitere Schrift¬ 
probenbeilagen enthalten 
acht Grade einer von Wil¬ 
helm Woellmers Schrift- 
giesserei geschnittenen und 
in das Musterregister ein¬ 
getragenen Verzierten Re¬ 
naissance. Schriften dieser 
Art sind seit jeher ein 
dankbares Material für den 
Accidenzsetzer gewesen, 
denn überall, wo sie in 
richtiger Weise angewendet 
werden, gereichen sie den 
betreffenden Arbeiten zur 
Zierde, weil sie eine dem 
Auge sehr angenehme 
Abwechslung gegenüber 
den Schriften einfachen 
Schnittes hervorbringen. 
Diese neue Woellmer’sche 
Renaissance ist gefällig gezeichnet und höchst exakt 
geschnitten, so dass sie ohne Zweifel den Beifall der 
Buchdrucker finden wird. 



Schriftprobenschau. 

(Den Wohnort der unter »Sohriftprobenschau« und »Satz und Druck der 
Probenblätter« genannten Firmen geben wir nur dann nn, wenn sie weniger 
bekannt oder nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver¬ 
weisen auch auf das Bezugsquellenregister auf der 2. Umschlagseite.) 


SgSem heutigen Heft ist eine Probe von Wilhelm 
(Säg Gronaus Schriftgiesserei beigegeben, enthaltend 
eine gesetzlich geschützte Neue lateinische Schreib¬ 
schrift in den vier Graden Tertia. Doppelcicero, 
Doppelmittel und Kanon, wie eine Halbfette lateinische 
Schreibschrift in den Graden Tertia und Doppelcicero. 
Beide Schriften zeigen infolge des Wegfalls aller 


Satz und Druck der Probenblätter. 

jfgl^latt V zeigt die schöne und so verwendbare 
jgygJS Einfassung Serie LXXI der Schriftgiesserei 
Scheiter dt Griesecke (von welcher wir in Heft 7 das 
vollständige Figurenverzeichnis gaben und die wir 
dort spezieller besprachen) zu einem Umschlagtitel 
in Querformat benutzt. Auch hier gereicht sie der 
fraglichen Arbeit durch ihre gefällige und zarte Zeich¬ 
nung zu grosser Zierde. Das gleiche lässt sich wohl von 
der Kartuschen-Einfassung derselben Firma sagen, 
die zu dem Mittelteil Verwendung fand. Wie unsere 


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341 


Bezugsquellen. — Zeitschriften* und Bücherschau. 


342 


Leser bemerken werden, ist diese Einfassung jetzt auch 
für zweifarbigen Druck hergestellt worden, so dass 
ihr eine noch effektvollere Anwendung gesichert ist. 

Blatt Y bringt eine Anzahl leicht zu setzender 
Briefköpfe, in verschiedenen Formaten. Für Briefkopf 
1, 4 und 9 fanden zur Hauptsache die Bogen - und 
Zier stücke von Meyer & Schleicher Verwendung und 
bewähren sich hier als ein recht brauchbares und 
gefälliges Material. Über alle sonst zur Anwendung 
gekommenen Schrif¬ 
ten etc. belehrt das 
nachstehende Ver¬ 
zeichnis. 

Gedruckt wurde 
Blatt V mit Photo¬ 
graphiebraun von 
Lorilleux & Co. in 
Paris und Miloriblau 
von Gänger in Ulm. 

Blatt Y mit demsel¬ 
ben Miloriblau. 


Bezugsquellen. 

Briefköpfe (Y) 

1. Bogen - und Zierstücke 
von Meyer & Schleicher, 

Perlstal) und MaxKrause 
Strassburg von Nies 
Nachfolger, Musterlinien 
von Zierow & Meusch. 

2. Banke von Benj. Krebs 
Nachf., Siegfried Werner 
von Woeilmer. 3. Ranke 
und Schrift von Benj. 

Krebs Nachf. 4. Auf¬ 
satzstücke. innere Ecken 
und Kassetten von Meyer 
& Schleicher. Kranz-Ge¬ 
sims , mx und Knaufe 
von Klinkhardt, S von 
Scheiter & Giesecke, 

Sortiment , Antiquariat 
von Benj. Krebs Nachf. 

Grossenhain von Woellmer. F. Richters Buchhandlung von Nies 
Nachfolger, Linienmaterial von Zierow & Meusch. o. Oberes 
und unteres Zierstück von Meyer & Schleicher, Pauline 
Wehnert von Weisert, ^ von Benj. Krebs Nachf., Weisswaren, 
Posamentengeschäft von Flinsch. 6. Federzüge von Gronau, 
Julius Anger von Weisert, Ebersbach von Flinsch. 7 und 8 von 
Meyer & Schleicher. 9. Bogen- und Zierstücke von 
Meyer & Schleicher. Scitenleisten von Flinsch, innerer 
Rahmen von Berger, Strichlinien von Zierow & Meusch, Alfred 
Köhler von Gronau. Mechanische Weberei von Ludwig & Mayer. 

Umschlag (V) Einfassungen und Kartusche von 
Scheiter & Giesecke, Spitze und Verlag etc. von Berger, 


Linien von Benj. Krebs Nachf., Strichlinien von Zierow & 
Meusch, Vorlagen und Schlussstück von Ludwig & Mayer, 
für den, entworfen von Professor etc. von Brendler&Marklowsky, 
Zeichnen-Unterricht von Gronau, Heinrich Winkelmann von 
Roos & Junge. 



Tischkarte. Zeichnung: von F. Bergen. 

Aus: Musterbuch für graphische Gewerlx*. Verlag von J. Engelhom, Stuttgart. 


Zeitschriften- und Bücherschau. 

— Musterbuch für graphische Gewerbe , Verlag von 
J. Engelhorn, Stuttgart. Nachdem das 8. Heft der zweiten 

Serie dieses Unterneh¬ 
mens zur Ausgabe ge¬ 
langt ist, liegt nun die 
vollständige Sammlung 
von 80 Musterblättern 
vor uns. Wir finden 
unter ihnen eine Fülle 
der reizendsten und ge¬ 
diegensten Entwürfe für 
Arbeiten jeder Art als: 
Tisch-, Wein-, Verlo- 
bungs-, Gratulations¬ 
und Adresskarten, Ein¬ 
ladungen zur Jagd, zu 
Diners etc. Vignetten und 
Zierleisten aller Art, 
Konzert-Programme. 
Tanz - Ordnungen, Di¬ 
plome, Umrahmungen 
für die verschiedensten 
Zwecke, Initialen etc., 
man dürfte also kaum 
vergebens suchen, wenn 
man für die eine oder 
andere dieser Arbeiten 
eine Vorlage sucht. Da 
die gediegensten Künst¬ 
ler sich bei der Heraus¬ 
gabe dieser Sammlung 
beteiligten, so ist man 
sicher, nur Vorzügliches 
in derselben zu finden, 
wird also stets Ehre 
einlege», wenn man 
nach solchen Vorlagen 
arbeitet. Um die Be¬ 
nutzung der Original¬ 
platten selbst zu erleich¬ 
tern, hat die Verlags¬ 
handlung die praktische 
Einrichtung getroffen, 
dass sie Klischees von denselben liefert und zwar Kupfer- 
Klischees zu 10 Pf. pro qcm und Zink-Klischees in beliebiger 
Verkleinerung zu 15 Pf. pro qcm. Wir sind in der Lage, 
in diesem wie in den nächsten Heften eine Anzahl grösserer 
und kleinerer Muster aus dieser Sammlung unseren Lesern 
vorführen zu können, darunter einige von den schönsten 
Diplomen etc. Wir danken dem Herrn Verleger für freund¬ 
liche Überlassung dieser Platten und hoffen, dass ihm der 
Abdruck in unserem Archiv Nutzen bringen werde. 

— Meisterwerke der Holzschneidekunst , Verlag von 
J. J. Weber, Leipzig. In regelmässiger Folge ist dieses 
schöne Unternehmen der genannten renommierten Leipziger 

22 


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Mannigfaltiges. 


343 


Firma bis zum 11. Heft des 9. Bandes fortgeschritten, 
107 Lieferungen der Meisterwerke liegen sonach vor. Schon 
oft haben wir Gelegenheit genommen, unsere Leser auf den 
gediegenen, das Auge fesselnden Inhalt der Hefte aufmerksam 
zu machen und auch heute können wir bei Durchsicht der 
zuletzt erschienenen Lieferungen nur wiederholen, was 
wir früher zu ihrem Lobe erwähnten: »fasst jedes der 
Blätter ist in der That ein Meisterwerk der Holzschneide¬ 
kunst^ 

— f Über Reklame und Inseratcnwesen liegen uns einige 
jüngst wie früher erschienene Schriftchen vor, die es wohl 
verdienen in typographischen Kreisen weiter bekannt zu 
werden, da es ja die Aufgabe des Buchdruckers ist, den 
Wünschen des in den öffentlichen Blättern inserierenden und 
reklamemachenden Publikums durch zweckentsprechendes 
äusseres Gewand so viel als möglich entgegenzukommen. Das 
erste führt den Titel: »Das Bucli der Reklame, Geschichte, 
Wesen und Praxis der Reklame, geschildert von Rudolf 
Gronau«. Mit vielen Abbildungen von deutschen, englischen, 
amerikanischen, französischen, russischen, japanischen und 
indianischen Künstlern. Erste Abteilung. 92S.8 0 . Kommissions¬ 
verlag der Wohlergehen Buchhandlung in Ulm. 1887. — 
Dieses Buch hat den Zweck, eine Darstellung der Ge¬ 
schichte, des Wesens und der Praxis der Reklame zu sein 
und über den Begriff Reklame eine richtige Idee zu geben; es 
soll vor allem auch lehren, das Echte undWahre vom Falschen. 
Schwindelhaften zu unterscheiden. Diese erste Abteilung 
bespricht die Bedeutung und den Werl der Reklame und die 
Mittel derselben, die dem Leser durch zahlreiche Illustrationen 
aus dem Volksleben des Altertums und der Jetztzeit, wie 
durch typographisch ausgeführte Beispiele vorgeführt werden. 
In den folgenden Heften soll das spezielle Reklame verfahren 
der einzelnen Stände und Klassen charakterisiert werden. 
— Ein zweites Werk betitelt sich: »Die gewerbliche Reklame 
von Josef Räber« 80 S. 8°. Luzern im Verlag der Redaktion 
des »Hermes«. — Diese mit gründlichster Sachkenntnis 
geschriebene Abhandlung behandelt im ersten Abschnitt 
die Reklame seit dem vierten Jahrhundert v. Chr. bis auf 
die neueste Zeit. Der zweite Abschnitt hat die Berechtigung 
der Reklame im Allgemeinen und Besondern zum Gegen¬ 
stand und der dritte stellt die leitenden Grundsätze bei 
Anwendung der Reklame auf. 1. Allgemeine Regeln. 
2. Praktische Winke bei Anwendung einzelner Arten 
Reklame: Schaufenster, Firmatafeln und Schilder, öffentliche 
Plakate, Zeitungsannoncen (Abfassung des Textes und 
typographische Ausstattung), wo soll man inserieren, die 
Zeitungsreklame, Zirkulare, Prospekte, Programme, Preis¬ 
kurante, Kataloge, Adresskarten, Briefköpfe. Es ist dies 
ein höchst interessantes und brauchbares Büchelchen. 
Eine ganz andere Richtung verfolgt eine bereits vor sieben 
Jahren veröffentliche Abhandlung unter dem Titel: »Die 
Kunst zu inserieren. Eine Sammlung origineller Muster- 
annoncen von Hermann Butter, Buclidruckercibesitzer in 
Saaz«, auf die wir bei dieser Gelegenheit zugleich auf¬ 
merksam machen wollen. Es ist ein nützlicher Ratgeber, 
der auf 40 Seiten in mehreren hundert Beispielen den 
Geschäftsleuten über praktisches Abfassen und Inserieren 
und den* Setzern über den Satz augenfälliger Inserate aus¬ 
führliche Belehrung gibt. 


3-44 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. Das Jubiläum ihres 200jährigen Be¬ 
stehens feierte die Buchdruckerei Jakob in Orleans 
(Frankreich). Aus diesem Anlass liess der gegenwärtige 
Besitzer Georges Jakob eine Anzahl silberner und bronzener 
Medaillen schlagen und an das Personal verteilen. — Am 
8. September beging der Faktor der Feichtingerschen Hof¬ 
buchdruckerei in Linz, Herr Joh. Schrabmeyr das Fest 
seines 25jährigen Geschäftsjubiläums. — Die A. W. Schadesche 
Buchdruckerei in Berlin feierte am 24. September das 
50jährige Berufsjubiläum des Setzers Hermann Brauns , 
welcher nahezu 40 Jahre in derselben Druckerei thätig ist. 

— Am 26. September beging der Maschinenmeister Andreas 
Hann in Weimar sein 50jähriges Buchdruckerjubiläum. — 
Am 1. Oktober feierte der Besitzer der »Ständischen Buch¬ 
druckerei«, Herr A. Driemel in Lübbrn das Fest des 
150jährigen Bestehens seiner Buchdruckerei. Im Jahre 
1877 wurde der Vater des jetzigen Besitzers dadurch aus¬ 
gezeichnet, dass ihm gestattet wurde, seiner Druckerei das 
Prädikat »Ständische« beizulegen, dieselbe Auszeichnung 
wurde dem jetzigen Besitzer in diesem Jahre zu teil. — 
Der Faktor der Druckerei der »Berliner Börsen-Zeitung*. 
A. Baartz , beging am 1. Oktober sein öOjähriges Berufs¬ 
jubiläum. — Am 2. Oktober feierte der Buchdruckerei¬ 
besitzer Franz Gessner in Innsbruck sein 25jähriges Jubiläum 
als Herausgeber und Begründer des Innsbrucker Tageblatts. 

— In Hamburg feierte am 2. Oktober der Faktor der 
Buchdruckerei von Ackermann & Wulff, Herr J. F. G. Körner 
sein 50jähriges Buchdruckerjubiläum. 

— Über das Jubiläum der Leipziger Firma Fischer & 
Wittig berichteten wir bereits kurz im 10. Heft, lassen 
heute aber, in Anbetracht der hohen Verdienste, welche sich 
die Inhaber seit jeher um die Pflege des Buchdrucks 
erworben haben, einen speziellen Bericht folgen: Die 
im Jahre 1862 von den Herren Ferdinand Fischer und 
Friedrich Wittig zu Leipzig im kleinen Massstabe gegründete 
Buchdruckerei. welche jetzt zu den bedeutendsten, leistungs¬ 
fähigsten und renommiertesten der Stadl, wie ganz Deutsch¬ 
lands gehört, feierte am 22. September d. J. ihr 25jähriges Be¬ 
stehen. Wussten schon die Begründer der Firma, trotzdem sie 
im späteren Ma nnesal ter ihre selbständige Thätigkeit begannen, 
dem Geschäft bald zu einem ausgezeichneten Ruf zu ver¬ 
helfen, ihren Nachfolgern, den jetzigen Inhabern Otto und 
Adalbert Fischer gelang es mit frischer jugendlicher That- 
kraft noch weit mehr, fördernd für die Interessen ihrer 
Firma zu wirken, so dass sie gegenwärtig mit einem Bestände 
von 18 Schnellpressen und einem Personal von gegen 
150 Setzern, Druckern etc. arbeiten und aus ihren Pressen 
die herrlichsten Illustrations und Farbendrucke hervorgehen 
lassen. Viele der illustrierten Zeitungen und Prachtwerke, 
welche heut* zu Tage durch ihren vorzüglichen Druck das 
Auge jedes Buchdruckers entzücken, gingen und gehen aus 
der Offizin von Fischer d Wittig hervor und man muss 
staunen, wie es den Iuhabern möglich ist, eine Masse 
so penibler Arbeiten nebeneinander in solcher Vollendung 
herzustellen; macht doch eine einzige derartige Arbeit 
vielen Buchdruckern genügend zu schaffen, wenn man 
ihr alle Sorgfalt angedeihen lassen will. Am Anfänge 
ihres Bestehens hat die Firma öfters ihre Geschäfts¬ 
lokalitäten verändert bis sie dann im Jahre 1875 in 
ihr eigenes Grundstück in der Mittelstrasse übersiedelte. 
Gegenwärtig befindet sich ein neues imposantes Gebäude im 
Bau, welches vom nächsten Jahre an für die verschiedenen 


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345 


Mannigfaltiges. 


346 


Zweige des ausgedehnten Geschäftes verwendet werden 
soll. Die Jubiläumsfeier begann am Morgen auf würdige 
Art: das Personal besuchte die Ruhestätten der Begründer 
der Firma und ehrte deren Andenken durch feierlichen 
Gesang. Im Laufe des Vormittags nahmen die jetzigen 
Inhaber in ihrem Geschäftslokal die Glückwünsche des 
Personals, ihrer Kollegen, wie zahlreicher Deputationen von 
Vereinen entgegen, der Abend aber vereinigte die Chefs, 
das gesamte Personal, wie eine grosse Anzahl Gäste zu 
fröhlichem Beisammensein in den Räumen des Schützen¬ 
hauses zu Sellerhausen-Leipzig. Möge die Firma Fischer <£' 
Wittig auch ferner blühen und gedeihen und sich ihren 
Ruf als eine der ersten Firmen Leipzigs und Deutschlands 
für alle Zeit wahren! 

— Geschäftliches. Die Firma Pfort & Jetzlau in Grimma 
hat sich durch Austritt des Herrn Jetzlau aufgelöst. Herr 
Ernst Pfort ist nach Wurzen übersiedelt, woselbst er die 
Wurzener Zeitung angekauft hat 

— Der Name Kempe hat auf dem Gebiete der 
Stereotypie seit einer Reihe von Jahren einen guten Ruf, 
denn Herr Kempe hat seine Thätigkeit mit ganz besonderer 
Vorliebe dieser Schwesterbranche unserer Kunst zugewendet 
und reiche Erfahrungen darin gesammelt. Die unserem 
heutigen Heft angefügte Beilage, betitelt: Der Stereotypeur 
in der Werkstatt , kann demnach als eine beachtenswerte 
Anleitung zur Ausübung der Stereotypie in allen ihren 
Zweigen betrachtet werden und sollte von keinem unserer 
Leser ungelesen bleiben. Die Beilage enthält zugleich den 
Preiskurant des Spezialgeschäftes für Stereotypie- und 
galvanoplastische Einrichtungen, welches Herr Kempe in 
Nürnberg begründete und in sorgsamster Weise betreibt, 

— Die Schnellpressenfabrik von König & Dauer in 
Kloster Oberzell bei Würzburg hat neuerdings in Leipzig 
in der Offizin des General-Anzeigers eine neue Rotations¬ 
maschine mit Trichter-Parallel-Führung aufgestellt und in 
Betrieb gesetzt, die in der That die Beachtung der Fach¬ 
genossen verdient. Dieselbe liefert bei nur einmaligem 
Stereotypieren stündlich 17 000 ganze Zeitungsexemplare 
ä 8 Kolumnen, von der respektablen Grösse von 67X94 cm. 
Bei dieser neuen Maschine ist das Abschneiden der Bogen 
erst nach dem ersten Falz, an den Ausgang der Maschine 
verlegt, der Papierstreifen bleibt auch nach erhaltenem 
Druck endlos, bis er den ersten Falztrichter passiert hat, 
so dass bis dorthin die Maschine völlig bänderfrei ist. Auf 
dieser vollständig neuen Anordnung, im Verein mit der im 
Prinzip beibehaltenen Falzung durch Trichter und rotierende 
Falztrommel, beruht die ausserordentlich gesteigerte Pro¬ 
duktionsfähigkeit, die völlige Sicherheit des Betriebs und die 
exakte Falzung dieser neuen Maschine. Am Ende derselben 
werden die fertig gefalzten Bogen auf einer Trommel zu 
Packeten gesammelt und diese geordnet auf das Auslegerbrett 
aufgeschichtet; ruhig und ohne Hast gechieht, ohne be¬ 
sonderes Abzählen, die Wegnahme der fertigen Exemplare 
in Stössen ä 50 Stück durch nur zwei Mädchen. 

— Der Verein der Berliner Buchdrucker und Schrift- 
giesser hat ein Preisausschreiben erlassen für die besten 
Entwürfe eines Festprogramms (in gr. 8°) und einer 
Eintrittskarte (in Postkarten format) zu seinem im Dezember 
stattfindenden 25jährigen Stiftungsfest. Beide Arbeiten 
(resp. der Druck derselben) sollen in den Buchdruckerfarben 
gehalten sein, jedoch in verschiedenem Arrangement. Die 
Entwürfe sollen möglichst sauber gefertigt werden, unter 
Berücksichtigung des in den meisten Druckereien gangbaren 
Materials, damit Arbeiten nach denselben auch angefertigt 


werden können, und sollen späterhin der Vereinsbibliothek 
einverleibt werden. Einlieferungstermin bis 29. Oktober. 
Als Preisrichter fungieren der Vorsitzende der Fest- 
Kommission und 5 der tüchtigsten (noch zu wählenden) 
Accidenzsetzer Berlins. — Preise, für das Programm I. 50 M.. 
II. 20 M., für die Einladungkarte 1. 20 M., II. 10 M. Zur Ein¬ 
sendung von Entwürfen sind nur Mitglieder des Vereins 
berechtigt. 

— Der Verein Prager Buehdruckerei - und Schriftgiesser ei - 
Faktore hielt Dienstag den 20. September d. J. seine 
konstituierende Versammlung ab, welche die Wahl des 
Vorstandes zum Zwecke hatte. Gewählt wurden die Herren 
W. Kotrba zum Obmanne, J. Stolar zum Obmann-Stell¬ 
vertreter, F. Hudefcek zum Geschäftsleiter, F. Wartosch zum 
Kassierer; in den Ausschuss wurden gewählt die Herren; 
J. Jindra, Ed. Kreysler, Ed. Leschinger; zu Ersatzmännern 
die Herren: Em. Lamberg, J. Jelinek, W. Noväk und zu 
Rechnungsrevisoren die Herren J. Stary und W. Swatofi. — 
Der junge Verein bezweckt ausser der Förderung aller die 
Buchdruckerkunst betreffenden Fragen und kollegialem 
Vorgehen in Angelegenheiten, welche das Gemeinwohl zum 
Ziele haben, auch die Gründung eines Fonds für seine 
durch Alter oder auf eine andere Weise berufsunfähig 
gewordenen Mitglieder, eventuell zur Unterstützung ihrer 
Hinterbliebenen. Wir wünschen demselben, dass ihm recht 
zahlreiche Freunde und Gönner erstehen, welche es ihm 
ermöglichen würden, seine humane Wirksamkeit in kurzer 
Zeit bethätigen zu können. 

— Was heut’ zu Tage dem Buchdrucker alles zu¬ 
gemutet wird, davon gibt nachstehendes Inserat, dem 
Leipziger Tageblatt entnommen, einen verblüffenden Beweis. 
Wir drucken dasselbe ab, unsern Lesern überlassend, sich 
selbst ihre Meinung darüber zu bilden: Für Buchdruckereien! 
Eine in lebhaftem Betriebe befindliche solide Buchhandlung 
beabsichtigt, sämtliche im Laufe der nächsten Jahre nötig 
werdenden Druckarbeiten (Kataloge, Accidenzen, Prospekte. 
Verlagsunternchmungen) einer solchen Buchdruckerei zu 
übertragen, welche sich bereit zeigt, einen Baar-Kredit gegen 
Accepte von nach und nach etwa 2000 M. zu gewähren. 


Briefkasten. 

Herrn A. Schwibbe, Zürich. Wir haben bei Besprechung Ihren 
Schliessapparates durchaus nicht gesagt und gemeint, dass Sie das 
Modell eines Anderen nachgeahmt haben, erwähnten vielmehr nur. 
dass der gleiche Apparat schon lange existiert. Wir bestätigen Ihnen 
übrigens freiwillig, dass Ihr Apparat sauber und gut gearbeitet, also 
reeht wohl brauchbar ist. — Herrn F. Meyer, Hamburg. Unseren 
verbindlichsten Dank für die übersandten Raritäten. 


Inhalt des ii. Heftes. 

Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. — Verzeichnis und Erklärung 
der gebräuchlichsten Kunstausdrücke. — Vorteilhaftere Einteilung der 
ZifFerkästen. — Leimtypie. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck 
der Probenblätter. — Bezugsquellen. — Zeitschriften- und Bücher- 
schau. — Mannigfaltiges. — Annoncen. — 1 Blatt Briefköpfe. — 
1 Blatt Umschlag. — 2 Blatt verzierte Renaissance von Woellmer. — 
1 Blatt Schreibschrift von Gronau. — 1 Beilage von Carl Kempe. 

Textschrift von Benjamin Krebs Naclif. in Frankfurt a. M. Titelkopf 
und Umschlag von J. G. Scheiter 4 Giesecke in Leipzig- Überschriften von 
Emil Berger in Leipzig. Unterrubriken von Roos<& Junge in Offenbach a. M. 
Halbfette Aldine von C. Kloberg in Leipzig. Initiale von Otto Weisert 
in Stuttgart. Gedruckt mit Farbe von Frey 4 Sening in Leipiig anf 
einer Cylinder-Schnellpresse von Klein, Forst ä Bnhn Nachfolger in 
Johannisberg a. Rh. 

22 * 


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Annoncen. 


MS 


Ml 


Annoncen. 


2 Heim’sche 

4walzige Kalander 

von 95 cm und 100 cm Walzenlänge, 
welche zur Zeit noch im Betriebe sind 
und sehr schöne Satinage liefern; ferner 
gut erhaltene 

2 Satinierwerke 

für Dampfbetrieb 

1 Alfsches von 75 cm Walzenlänge 
1 König & Bauersches von 80 cm, 
Walzenlänge, hat billig zu verkaufen 

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Leipzig, Querstrasse 14. 


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Setzmaschine 

System Gutenberg, mit 4 Setz-Appa- 
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gut erhalten, wird billig abgegeben. Be¬ 
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wendung des Kalanders, sowie dessen vorteil¬ 
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UND VERWANDTE GESCHÄFTSZWEIGE. 

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Einladung zum Abonnement. 

Nachdem wir den 24. Band unseres Archiv mit der Ausgabe des zwölften Heftes beendet haben, 
beginnen wir Anfang Dezember den 



desselben. Mehr wie je möchten wir den Wunsch und die Hoffnung aussprechen, alle die werten Leser 
unseres Blattes, welche uns so lange Jahre treu zur Seite standen, auch für diesen Jubelband zu unseren 
Abonnenten zählen zu dürfen und bitten wir deshalb um recht baldige Erneuerung der Bestellungen 
bei den fraglichen Bezugsquellen unter Benutzung des diesem Heft beigefligten Verlangzettels. 

Wir betrachten es als unsere besondere Aufgabe, das Bestehen des Archiv während eines Yiertel- 
jahrhunderts durch Herausgabe eines interessanten und reichhaltigen Schlussbandcs zu feiern und 
hoffen diese Aufgabe um so besser lösen zu können, als zahlreiche Freunde des Archiv uns ihre Unterstützung 
zugesagt haben, indem sie uns schöne Beilagen, wie gediegene Beiträge in Aussicht stellten. Das erste Heft 
des Jubelbandes wird deshalb bereits einen reichen Schmuck der gefälligsten Beilagen zeigen und auch 
bezüglich des textlichen Inhaltes den Beifall seiner Leser erwerben. Nicht ohne Interesse in letzterer 
Beziehung dürfte wohl ein Artikel des Herausgebers sein: >Die Entwickelung des Accidenzsatzes in den 
letzten fünfundzwanzig Jahren«. 

Wir danken allen unseren geehrten Gönnern und Freunden, wie unseren zahlreichen Abonnenten 
verbindlichst für ihre bisherige Unterstützung und erbitten uns dieselbe auch ferner in gleicher Weise. 

Leipzig, im November 1887. 

Die Redaktion des Archiv für Buclidruckerkniist. 


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359 


Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. 


Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. 

Von R. Winkler. 

(Schluss.) 

Die Behandlung der Wasserfarben. 

Entwurf farbiger Skizzen verwendet man 
Aquarellfarben, wie sie in den Schulen be- 
nutzt werden. Man erhält diese fast bei je¬ 
dem Schreibwarenhändler und hat bei der Anschaffung 
weniger auf die Anzahl der verschiedenen Farben, 
als auf die Güte derselben zu sehen; namentlich achte 
man darauf, dass die Farben nicht körnig oder sandig 
sind. Gute Farben sind die aus Düsseldorf in den 
Handel gebrachten Aquarellfarben in »Tuben« (Büchse 
aus Zinkblech). Doch werden auch die auf Karton 
gehefteten 6 Grundfarben, wie sie von Günther & 
Wagner in Hannover geliefert werden, genügen und 
vielleicht wegen ihrer Billigkeit vorzuziehen sein. 
Dieselben enthalten je ein Täfelchen Karmin, Sepia, 
Okergelb, Blau, Schwarz. Zinnoberrot. Ausser diesen 
Farben , welche unbedingt nötig sind, aus denen man 
aber auch alle anderen Farbenüancen hersteilen 
kann, benötigt man noch ungefähr 8—10 Farbeschalen 
aus Porzellan und i —5 Stück recht weiche F in sei aus 
Marderhaaren, sowie Reissfeder und Zirkel. Will man 
noch ein Übriges thun, so kann man Reissschiene 
und Reissbrett anschalfen, was aber nicht unbedingt 
nötig und nur Dem zu empfehlen ist, der öfter Skizzen 
zu liefern hat. Sonst kann man das Zeichenpapier 
auf jeder beliebigen Holz- oder Tischplatte mittels 
Reisszwecken aufheften: die Schiene ersetzt ein ge¬ 
nauer rechter Winkel. Unbedingt nötig ist noch eine 
gute haltbare schwarze Tusche. 

Als Zeichenpapier benutzt man ein gekörntes, 
leicht Farbe fassendes und möglichst starkes Papier — 
falls man nicht Pauspapier verwenden kann*) —; die 
letztere Eigenschaft ist nötig, damit sich das Papier 
nicht durch Aufkleben verzieht und unansehnlich 
wird. 

Die Farben teilen wir in zwei Gruppen: Tonfarben 
und Konturfarben. Unter den ersten verstehe ich 
lichte, duftige Farben, die dort verwendet werden, 
wo es gilt, volle Flächen mit Farbe zu überziehen, 
oder leichte Muster unter schwere Zeichnung oder 
Schrift zu legen, um diese in der Farbenwirkung 


*) Hat man keine Töne zu zeichnen, so benutzt 
mau am besten Pauspapier, sind diese jedoch erforderlich, 
so muss man Zeichenpapier wählen, weil die schmutzige 
graue Färbung des Pauspapiers die Töne nicht zur Geltung 
gelangen lässt. Natürlich muss dann der Ton aufgetragen 
und der event. Aufdruck mit der Feder darauf gezeichnet 
werden. 


860 


effektvoll zu machen und hervorzuheben. Kontur¬ 
farben nenne ich dunklere Farben, welche für Ein¬ 
fassungen und Ornamente, sowie Linien gewählt 
werden. Die zuerst genannten Farben trägt man 
gewöhnlich mit dem Pinsel auf, die letztere mit der 
Feder. Betrachten wir nun zuerst, wie man die Ton¬ 
farben zum Gebrauch fertig macht. Man nehme eines 
der Farbeschälchen und bringe einen Tropfen Wasser 
hinein. Dann reibe man darin mit dem Farbeplätzchen 
so lange, bis das Wasser etwas Farbe aufgesogen hat. 
Je nach der Grösse des mit Ton zu überziehenden 
Feldes wird man natürlich die Quantität vermehren 
müssen. Dieser so angeriebenen Farbe setze man 
nun so lange Wasser zu, auf einem daneben¬ 
liegenden Stück Papier die Farbe prüfend, bis die 
gewünschte Nüance gefunden ist. Es ist dies eine 
ziemlich zeitraubende Arbeit, weil man erst dann 
richtig das Aussehen der Farbe erkennen kann, wenn 
der Probestrich auf dem Papier getrocknet ist. Die 
Mischungsmengen der Farbe notiere man und übergebe 
sie mit dem fertigen Satze und event. der Skizze dem 
Drucker, welchem dadurch die Arbeit erleichtert wird. 

Bei Buchdruckfarben erzielt man die Aufhellung 
entweder durch Zusatz von Weiss, oder — was 
vielleicht das Empfehlenswertere ist — durch Ver¬ 
dünnung des Farbekörpers mit reinem Firnis. Die 
Aquarellfarben hellt man analog der letzten Manier 
durch vermehrten Zusatz von Wasser auf, nur wenn 
man Deckfarbe erzielen will, verwendet man Weiss. — 
Hierbei möchte ich bemerken, dass es Tätlich ist, die 
Tonfarbe recht schwach, resp. leicht anzureiben und 
das betreffende Feld lieber zweimal zu übermalen, 
da auf diese Weise sich kleine Unebenheiten im ersten 
Farbeüberzug verwischen und der Ton klarer und 
reiner wird. Je öfter man die Farbe aufträgt, desto 
dunkler wird der Ton. 

Nehmen wir nun an. wir hätten eine rechteckige 
Fläche mit Ton zu überziehen. Wir nehmen einen 
der bezeiehneten Pinsel, tauchen ihn in die Farbe und 
nachdem wir den Pinsel am Rande des Schälchens 
so weit abgestrichen haben, dass die in demselben 
enthaltene Farbe das Papier gerade noch deckt, be¬ 
ginnen wir mit der Arbeit. Ist zuviel Farbe im Pinsel, 
so entstehen beim Aufträgen Tropfen auf dem Papier, 
die nach dem Trocknen flockig und unrein aussehen. 
Jetzt fangen wir in der linken oberen Ecke an auf¬ 
zutragen und legen einen Pinselstrich neben den 
anderen, mit dem letzten den vorhergehenden immer 
zur Hälfte bedeckend und nach unten den Strich so 
weit ausdehnend, als es die Lage der Hand ohne 
Zwang erlaubt. So lege man auch eine Farbeschicht 
unter die andere, bis man unten in der rechten Ecke 
angelangt ist. Hier wird sich nun stets beim letzten 


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361 


Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. 


362 


Strich ein Tröpfchen Farbe ansammeln, welches der 
Pinsel nicht mit hinwegnimmt. Um dies fortzuschafien, 
halte man sich ein Stückchen Löschpapier zur Hand 
und tupfe damit diesen Farberest auf. Ist die Form 
der zu malenden Fläche eine andere als rechteckige, 
so richte man sich so ein, dass man nicht in einer 
vollen Fläche absetzen muss; die Richtung des Striches 
beim Aufträgen muss möglichst in der Längsrichtung 
der Tonfläche liegen. Es wird vielleicht dem Anfänger 
nicht gelingen, eine klare Tonfläche bei dem ersten 
Versuch zu erzielen, man lasse sich aber da¬ 
durch nicht abschrecken, wenig Übung führt bald 
zum Ziel. 

Wir gelangen nun zu den Konturfarben. Die 
Behandlung derselben weicht nicht ab von der vor¬ 
stehend angedeuteten Manier, nur dass sie wenig für 
volle Flächen, sondern für Linien und Zeichnung 
verwendet werden und deshalb in grösserer Stärke 
angerieben werden müssen, ungefähr wie sie die Milch 
besitzt. Sind sie zu schwach angerieben, so mangelt 
ihnen das Feuer, welches jede Farbe besitzen muss, 
trifft das Gegenteil zu, so fliessen sie nicht aus der 
Feder. Der praktische Versuch wird auch hierin 
den goldnen, ewig richtigen Mittelweg finden lassen. 

Will man mit dem Zeichnen beginnen, so taucht 
man den Pinsel in den Tuschnapf und streicht ihn in 
die Feder, die stets ausserordentlich sauber gehalten 
werden muss, darauf achtend, dass dieselbe nicht zu 
voll wird. Am besten reinigt man Feder sowohl als 
Pinsel sofort nach Gebrauch. 

Eine ganz eigentümliche Stellung nehmen in der 
Farbenwelt Gold und Silber ein. Es sind keine eigent¬ 
lichen Farben und doch wirken sie mit denselben, 
und zwar meistens in sehr prächtiger, reicher Weise: 
man gehe aber nicht allzu verschwenderisch in der 
Verwendung damit um, weil man dabei leicht den 
Eindruck des Überladenen hervorruft. 

Um Gold und Silber auftragen zu können, reibe 
man in Wasser eine Kleinigkeit Gummi arabicum 
doch nur ganz wenig, weil die Mischung sonst nicht 
aus der Feder fliesst. Dazu schütte man etwas Gold¬ 
oder Silberbronze, wie sie in jeder Druckerei zu 
finden ist und rühre das ganze tüchtig um. Durch 
das Klebemittel haftet die Bronze nach dem Trocknen 
auf dem Papier. Allerdings ist diese Mischung nur 
für Linien und gröbere Ornamente gut zu verwenden, 
feine Zeichnung lässt sich damit nur schwer hersteilen. 
Doch ist diese letzte Anforderung an den Skizzierenden 
sehr selten. Eine andere Manier, die kürzlich in einem 
Fachjournal empfohlen wurde, ist die, mit auto¬ 
graphischer Tinte vorzuzeichnen und nach dem 
Trocknen die Bronze trocken mit dem Pinsel auf- 
zustreichen. 


Über die Mischung der Farbe Regeln zu geben, 
wäre eine Sisyphosarbeit, da das Reich der Farben 
ein unendlich grosses ist. Jedenfalls aber wird Der¬ 
jenige, welcher sich in dieses Reich vertieft, darin 
eine Quelle interessanter Beobachtungen und Kom¬ 
binationen sowie eine nützliche Ausfüllung seiner 
Mussestunden finden. Denen, die sich in die Theorie der 
Farbenlehre vertiefen wollen, empfehle ich Goethes 
»Farbenlehre <, vom praktisch - kunstgewerblichen 
Standpunkte aus aber das Werk J. Häuselmann's 
»Die Farbenlehre«; Zürich. Orell, Füssli & Co. 


Die farbige Skizze. 

Fast Alles, w T as für die einfarbige Skizze Geltung 
hat, gilt auch hier, doch muss man noch dazu manches 
Andere ins Auge fassen und dadurch wird die 
Behandlung der farbigen Skizze schwieriger, kom¬ 
plizierter. Es ist z. B. der Rahmen a für Bunt- 






druck geeigneter als b, weil durch die regelmässige 
Anordnung der Viertelcicero die Anwendung der 
Farben erleichtert wird und der Rahmen ruhigerwirkt. 
Abgesehen davon, dass a auch in Schwarz das Rich¬ 
tigere ist, wird man sich bei einfarbiger Arbeit , um 
dem ewigen Einerlei aus dem Wege zu gehen, auch 
einmal zur Abwechslung die Komposition b erlauben 
können; für den Buntdruck w T ürde ich raten, den 
Rahmen möglichst ruhig zu halten, weil durch 
die Farben alle Ornamente schon lebhafter wirken. 
Als Grundprinzip halte man jedoch das fest, dass bei 
mehrfarbigem Druck die Ornamente durchweg kräftiger 
zu w T ählen sind als in einfarbiger Ausführung. Die 
Abwechslung von Licht und Schatten wird hierdurch 
die Farben bewirkt. 

Sehr wichtig, um diese Abwechslung zu erreichen, 
sind dabei die »Töne«. Es lassen sich dadurch sehr 

23* 


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Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. 


363 


gefällige Effekte erzielen und Stellen, die zu schwach 
erscheinen, hervorheben. Auch belebt der Ton das 
ganze Bild des Satzes ausserordentlich. 

Bei der Anwendung müssen wir uns den Grund¬ 
satz der Farbentechnik zu eigen machen, dass volle 
lichte Farbenflächen, um ihre Wirkung zu erhöhen, 
möglichst mit dunklen Konturlinien eingefasst werden 
müssen. Man wird also Töne bei Buchdruckarbeiten 
so anzuordnen haben, dass sie von Linien oder Ein¬ 
fassungen begrenzt werden, letztere müssen dann 
schon in sich linienartig abgegrenzt sein. In Beispiel c 
müsste beispielsweise der Ton den Raum zwischen 
den fetten Achtelpetit-Linien voll ausfüllen, nicht etwa 
mit der Einfassung abschneiden und so zwischen Linie 
und Einfassung weissen Raum lassend. 

Man wählt bei der heutigen Geschmacksrichtung 
mit Vorliebe recht matte und dezente Farbentöne und 
hat genau darauf zu sehen, dass dieselben mit den 
anderen Farben in Einklang stehen. Eine Regel, welche 
in Rücksicht darauf grosse Beachtung verdient, ist die 
folgende: .le feiner und detaillierter die Zeichnung ist, 
desto dunkler muss die zu wählende Farbe sein. 
Die Töne müssen zwischen zwei Farben, welche allein 
hart erscheinen, vermittelnd wirken. 

Gekörnte Einfassungen, wie z. B, die Floren¬ 
tiner Einfassung, Alfonso Bordüren, Albrecht Dürer 
Leisten etc. vermeide man deshalb in lichten Farben 
zu drucken, weil dadurch die Eigentümlichkeiten 
derselben, das Korn, und erst recht die Zeichnung, 
verschwimmen und weil dadurch diese Einfassungen, 
welche der Arbeit ihr eigentümliches Gepräge geben 
sollen und in der Borde den Hauptteil, das Band, 
repräsentieren, im Vergleich zu den begleitenden 
Ornamenten zu sehr in den Hintergrund treten. Töne 
sind dabei recht vorsichtig und dezent anzubringen. 

Gerade umgekehrt verhält es sich mit den 
Einfassungen, welche schwarz auf weissem Grund 
oder weiss auf schwarzem Grund gezeichnet sind, 
wie z.B. Römische Einfassung, Italienische Einfassung, 
Holbein Einfassung. Diese sollten namentlich in Ar¬ 
beiten kleineren Formats in leichteren Farben gedruckt 
werden, damit sie nicht allzu schwer aus dem Rahmen 
heraustreten und den beigefügten Ornamenten ge¬ 
statten, ebenfalls zur Geltung zu kommen. Die Töne 
können dagegen hier etwas kräftiger gewählt werden. 

Die schwierigsten Skizzen sind diejenigen, in 
welchen Farbentöne zur Anwendung kommen, weil 
das Pausen uns hier nicht mehr helfen kann. Man 
muss, will man die richtige Wirkung der Tonfarbe 
mit der aufzudruckenden Konturfarbe erzielen, die 
Ornamente mittels Feder auf die vorher mit Ton 


m 


belegte Fläche einzeichnen. Hierzu gehört aller¬ 
dings eine etwas grössere zeichnerische Übung, soll 
die Arbeit sauber ausfallen. Ehe man aber an die 
Zeichnung geht, fixiere man erst die Ornamente 
flüchtig in Blei und stelle, bevor man zu zeichnen 
beginnt genau die Farben fest. Am besten notiert 
man das Nötige auf den Rand der Skizze. Weiss 
man so, was man beabsichtigt, dann beginne man 
mit der Arbeit. Eine Farbenskizze ohne vorherige 
Disposition ist ebenso schwierig, wie eine komplizierte 
Accidenz ohne vorherige Skizze. 


Wir kommen nun zur Ausführung unserer Skizze. 
Es ist uns die Aufgabe gestellt, unsere Karte in fünf 
Farben auszuführen. Es empfiehlt sich stets, falls 
man die nötige Anzahl Farben zur Verfügung erhält, 
einen oder zwei Töne zu wählen, welche dem Rahmen 
ein vollständigeres Aussehen und besseren Halt geben. 

Wir bestimmen zuerst die Farbe für das Haupt¬ 
glied des Rahmens (vergl. Beilage W) also hier für 
den Doppelcicero-Fruchtstab und wählen dafür z. B. 
blau, ln Verfolg dessen, was in dem Abschnitt über 
Farbenharmonie gesagt wurde, legen wir darunter 
einen gelben Ton, der aber ganz leicht und luftig 
gehalten werden muss, damit die aufzudruckende 
Einfassung nicht beeinträchtigt wird. Das durch 
die Linien gebildete Gerippe der Karte, sowüe die 
Schrift bestimmen wir für Schwarz, das in keiner 
Farbenarbeit fehlen sollte, weil dadurch erst die 
Farbenkontraste ausdrucksvoll und energisch wer¬ 
den. Ebenso bestimmen wir für Schwarz die zart 
gezeichneten Ornamente, sowie die die Hauptfelder 
senkrecht abteilende Viertelcicero-Einfassung. Für 
die am Rahmen entlang laufende und die das obere 
Feld abteilende Viertelcicero wählen wir als zweite 
Hauptfarbe das dem Blau gegenüberliegende Braun. 
Es bliebe nun noch eine Tonfarbe zu bestimmen übrig. 
Grün können wir wegen des daneben stehenden Blau 
nicht gut wählen, so linden wir als das Beste einen 
leichten blauen Ton. Um die Worte in den beiden 
Schildchen herauszuheben, setzen wir sie in die braune 
Form und legen darunter den blauen Ton. Derselbe 
Grund lässt uns auch für die länglichen Seitenfelder 
ein leichtes Untergrundmuster in Gelb wählen. 

Es erübrigte nun noch, dem Mittelfeld eine recht 
effektvolle Wirkung zu geben. Um das aufgelegte 
Blatt recht lebhaft hervorzuheben, füllen wir dasselbe 
mit einem Punktmuster und den übrig bleibenden 
Raum des Feldes mit gelbem Ton. 

Durch Versuche erfahren wir, dass der Über¬ 
druck des blauen Tons über den gelben eine recht 
gute Farbennüance gibt und bestimmen dieselbe 


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365 


Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. — Falz- und Bogenleit-Apparat für Rotationsmaschinen. 


für die querlaufenden Leisten. Die Blattornamente 
derselben können wir ganz gut in Blau nehmen, da 
die Tonfarbe eine tertiäre ist und in ihrer gebrochenen 
graugrünen Färbung nicht mit dem Blau in Wider¬ 
spruch steht. Die Viertelpetit schraffierte Linie in 
dem oberen breiten Feld würde ohne einen Ton 
jedenfalls zu nüchtern nach dem weissen Feld ab- 
fallen; es bleibt uns dafür nur noch der gelbe Ton 
übrig. Für die äussere Nonpareille-Einfassung wählen 
wir entweder schwarz oder blau. Braun ist aus¬ 
geschlossen, weil es dicht daneben angewendet ist und 
weil man immer darauf sehen muss, das die Farben 
ab wechseln. 

Bei der Betimmung der Farben ist wohl zu 
beachten, ob die betreffende Arbeit bei Tage oder des 
Abends bei Licht vor die Augen der Beschauer kommt. 
Ist das letztere der Fall, dann wähle man lebhaftere 
Farben, ebenso bei Drucksachen, die zu freudigen 
Anlässen hergestellt werden. Bei unsrem Beispiel 
würde man, um die Farben lebhafter zu machen, 
statt des Braun vielleicht Rot wählen können. Leichte 
gelbe Töne sind bei Lampen- oder Gaslicht fast gar 
nicht zu sehen. Ist die Arbeit geschäftlichen Zwecken 
oder ernsten Anlässen gewidmet und kommt sie bei 
Tageslicht in die Hände des Betrachtenden, so wähle 
man dezente, edle Farben. 

Nachdem wir die Farben notiert, zugleich mit 
den Gliedern des Rahmens, für welche sie Verwendung 
finden sollen, gehen wir an die Zeichnung. 

Das ganze Liniengerippe der Skizze wird nun 
erst ganz leise mit Bleistift aufgezeichnet, damit event. 
das Radieren leicht ist. Nachdem alle überflüssigen 
Bleistift- resp. etwaige Hilfslinien entfernt sind, zeich¬ 
net man zuerst die Töne; würde man dieselben nach 
den begrenzenden Linien zeichnen, so würden die 
Aquarellfarben in den Ton überlaufen. Sind die Töne 
aufgetragen, so lasse man sie gut trocknen und helfe 
dann wo es noch nötig ist, d. h. wo der Ton vielleicht 
lichte Stellen zeigt, dadurch nach, dass man mit der 
Feder und der Tonfarbe ein leicht schraffiertes Netz 
darüberzeichnet also so: oder die lichten Stellen 

überpunktiert. Dadurch werden die Stellen dunkler. 
Darauf zieht man alle Linien in den betreffenden 
Farben aus, dabei muss man aber genau nachmessen, 
dass für die Einfassungen und Ornamente der genü¬ 
gende Raum frei bleibt, damit man nicht später in die 
Enge gerät. Die Töne müssen natürlich erst vollständig 
trocken sein, sonst laufen die Konturfarben ebenfalls 
noch in diese über. Zuletzt zeichnet man die Ein¬ 
fassungen, Man wird gut thun, grössere Einfassungs¬ 
stücke wie schon gesagt vorher leicht mit Blei 
vorzuzeichnen, muss sich aber möglichst vor Radieren 
hüten, weil durch dieses die Tonfarbe stellenweis 


366 


heller wird. Viertelcicero-Emfassungen vereinfacht 
man möglichst in der Zeichnung, indem man für 
dunkle Muster einfach Punkte (•) und für helle Muster 
kleine lichte Kreise (*) oder Linienmuster wählt. 
An Stellen ohne Ton kann man auch ohne den Ein¬ 
druck wesentlich zu stören in der betreffenden Farbe 
durch Pauspapier zeichnen um die Pause hernach 
recht genau in die Zeichnung einzukleben; sauberer 
wird die Skizze natürlich aussehen, wenn man direkt 
zeichnet. Hat man beim Entwurf der Farbenskizze 
eine Handpresse zur Verfügung, so kann man sich 
eine grosse Erleichterung verschaffen, indem man den 
nur aus der Haupteinfassung bestehenden Rahmen 
(bei unserem Beispiel also den Doppelcicero-Frucht¬ 
stab) direkt in der betreifenden Farbe auf weisses 
Zeichenpapier abzieht. Hat man dann unter diesen 
Hauptrahmen einen Ton zu zeichnen, so trägt man 
ihn einfach darüber auf. Dabei ist jedoch ein Übel¬ 
stand, die vorgedruckte Ölfarbe wird durch den 
aufgemalten Ton nicht verändert, während in der 
Praxis der unter- oder übergedruckte Ton die Niiance 
der Konturfarbe mehr oder weniger verändert. Es 
würde also zwischen Skizze und Ausführung eine 
kleine Differenz in den Farben entstehen. Doch ist 
dieselbe gewöhnlich nicht allzu wesentlich, so dass 
man sie mit in den Kauf nehmen könnte. 

Damit wäre mein Thema erschöpft und empfehle 
ich den vorstehenden Aufsatz dem Wohlwollen des 
Fachpublikums. Sind mir Irrtümer untergelaufen, 
so werde ich für die Berichtigung derselben dankbar 
sein. Ihren Zweck hat aber diese Arbeit erfüllt, wenn 
sie die Fachgenossen in das Feld des Accidenz-Farben- 
druckes nur einen Schritt vorwärts gebracht hat. 


Falz- und Bogenleit-Apparat 

sowie Falztrommel für Rotationsmaschinen. 

m Anfänge dieses Jahrzehnts überraschte die 
New-Yorker Firma Hoe & Co. die graphische 
Welt mit ihren Pyramidenfalzern an Rotations¬ 
maschinen. Nachdem von den Schneidecylindern 
dieser letzteren das bedruckte Papier in einzelne 
Bogen zerschnitten worden, steigen selbige zwischen 
Führungsbändern empor nach einem Walzenpaar, um 
von hier aus durch Bänder geleitet an einer eigenartig 
gestalteten (keilartigen) Metallfläche herabzurutschen. 
Man kann sich die Form einer solchen Fläche leicht 
versinnlichen, wenn man ein rechteckiges Stück 
Schreibpapier unten zusammenklappt, d. h. mit seinen 
Ecken a und b (Fig. 1) so zusammenlegt, dass sich 
dieselben, sowie auch die Hälften a tn und m b der 



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Falz- und Rogenleit-Apparat für Rotationsmaschinen. 


3f>7 


nunmehr gebrochenen Linie a b einander decken; 
sorgt man auch dafür, dass Linie c d eine gerade, zu 
a b normale Linie bleibt , so erblickt man die Form 
einer zum Falzen des Papiers wohlgeeigneten Fläche. 
Wenn man nämlich das Papier auf einer solchen 
Metallfläche von c d nach m herabführt, so bildet 
sich in der Mitte bei m eine Falzkante, die durch 
ein darunter befindliches Walzenpaar vervollständigt 
wird, sobald es diese passiert. Dieser amerikanische 
Falzer, welcher die Arbeitsweise gewisser, endloses 
Papier verarbeitenden Papier-Dütenmaschinen nach¬ 
ahmt, zeichnet sich dadurch aus, dass er selbst 
für die grössten Geschwindigkeiten sich eignet. 

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Fig. 1 

Nachstehende Figur 2 und 3 zeigen in Vorder- und 
Seitenansicht einen Falzer, kombiniert mit rohrenden 
Falzern und mit Bogenleitapparat von König & Bauer 
(D. R.-P. No. 40520).*) 

Wenn das bedruckte Papier in der Mitte keinen 
Bruch (Falz), sondern einen Längsschnitt erhalten 
und durch die Leitfläche S lediglich zusammen¬ 
gelegt werden soll, wird die obere Walze mit einem 
Kreismesser kombiniert. Letzteres könnte jedoch auch 
unten an der Spitze des Bleches S in einen Schlitz 
desselben eingreifen; um auch im letzteren Fall ein 
sicheres Durchschneiden zu erzielen, empfiehlt es sich, 
das Messer am Umfang zu zahnen. Die bedruckte 
Papierbahn passiert — durch Bänder geleitet — in 
der Richtung des in Figur 3 sichtbaren Pfeiles die 
Walzen a und b um im Bedarfsfälle durch das Kreis- 
rnesser x der Länge nach in zwei gleich breite Streifen 
zerschnitten das gekrümmte Falzerblech S herabzu¬ 
rutschen. 

Um zunächst eine nicht so komplizierte Bänder¬ 
leitung über den Falz-Apparat S (welcher von 
König & Bauer »Pyramiden- oder Trichterfalzer« 
genannt w T ird) zu benötigen, erfolgt der Quer¬ 
schnitt des endlosen Papiers erst, nachdem dasselbe 

*) Dieser Artikel ergänzt unsere Notiz unter Mannig¬ 
faltiges in Heft 11. Red. d. Archiv. 


3fi8 


den Pyramidenfalz-Apparat, sowie die Längsfalz¬ 
walzen s, den Ableiter in und die Führungswalzen si. 
passiert hat, so dass dasselbe in bekannter Weise 
nicht in Gestalt einzelner Bogen, sondern als end¬ 
loses Papier über den Pyramidenfalz-Apparat S 
w r eggleitet. Prinzipiell werden die betreffenden Bänder 
hierbei entbehrlich, doch zieht man es in der Praxis 
vor, wenigstens die Oberbänder zu benutzen, ebenso 
wie man zur Führung des endlosen bedruckten Streifens 
von den druckenden Cylindern nach dem Pyramiden¬ 
falzer wenigstens Unterbänder benutzt, um das Ein¬ 
fuhren des Papiers zu erleichtern. Soll der Streifen 
endlosen bedruckten Papiers nun in gefalztem oder 
aber zusammengeführtem (d. h. anstatt mit dem Bruch 
mit einem Längsschnitt versehenen) Zustande nach 
nur einer Seite weitergeführt werden, so bleiben die 
Walzen s s in der zusammengerückten Stellung. 

Der Ableiter m besieht aus einer schwingenden 
Zungenwelle; er wird für diesen ersten Fall nur auf 
die Seite gelegt und verschwindet mit den Spitzen 
seiner Leitzungen in den Rillen der einen Walze s 
(Fig. 2). Zum Zweck eines Verteilens (doppelseitigen 
Abführens) wird der Ableiter m nur so gedreht, 
dass sich seine Oberkante gegen die Unterkante des 
Pyramidenfalzapparates Siegt. Der Ableiterm braucht 
nicht etwa in den Körper S hineinzuragen, da durch 
die Leitung endlosen Papiers, statt einzelner Bogen, 
die Gefahr des Sichstossens und -Aufsetzens der 
Papierbogen auf den Ableiter wegfällt. 

Um den gefalzten Streifen endlosen Papiers 
noch ein Stück weit in vertikaler Richtung und nicht 
zu jähe in eine andere Bewegungsrichtung zu leiten, 
was erfahrungsgemäss ziemlich leicht ein Einschlitzen 
des Papiers verursacht, sind unter den Falzwalzen s 
die Führungswalzen si, angeordnet. 

Unterhalb dieser Führungswalzen si befinden 
sich nun die vier Perforiercylinder AAi BBi, von 
denen die zwei Schneidecylinder BBi aussen gelegen 
und die Nuthcylinder AAi innen gelagert sind. (Diese 
Anordnung von vier Perforiercvlindern ist w r ohl zu 
unterscheiden von den bekannten Anordnungen mit 
nur zwei unterhalb eines Pyramidenfalzers gelagerten 
Perforiercy lindem.) 

Der längsgefalzte oder zusammengeführte Streifen 
endlosen Papiers wird nun von der einen Leitwalze 
si aus so weitergeführt, dass er zwischen den Nuth¬ 
und Schneidecylinder A und B durchläuft. Hier wird 
der gefalzte endlose Streifen nun in den, den Bogen¬ 
längen entsprechenden Zwischenräumen perforiert, 
und es wirken die Perforiermesser so, dass das Papier 
nicht zu stark perforiert wird. 

In diesem perforierten Zustande läuft es nun in 
das schneller laufende, aber nicht zusammen- 


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3f>9 


Falz- und Bogenleit-Apparat für Rotationsmaschinen. 


370 


schliessende Bändersystem vyrzpd ein und gelangt, 
indem es von demselben nur gespannt wird, ohne 
jedoch abgerissen zu werden, stets noch als endloses 
Papier bis zur Walze Z. Dieselbe ist so justiert, dass 
sie von der Mittellinie der Querfalz walzen ddi genau 
um eine halbe Bogenlänge entfernt ist. 

Im Momente, wo die Vorderkante des endlosen 
Streifens T an der Walze Z, also die Mittellinie der 
perforierten Bogenlänge an der Mittellinie der Quer- 


Das effektive Abreissen geschieht einen Moment 
später, wenn die von Rad E aus durch Zwischenrad k 
mit erhöhter Umfangsgeschwindigkeit getriebenen 
Querfalzwalzen ddi die Falzkante der perforierten 
Bogenlänge erfasst haben. Indem diese den Bogen 
vom endlosen Streifen lostrennen und zwar bei der 
perforierten Linie a—ß (Fig. 2 und 3) wirken die 
Querfalzwalzen zugleich auch als Abreisswalzen. 
Das Perforieren des Papiers durch die gezahnten 



falz walzen ddi angelangt ist, wirkt das Falzmesser o 
des rotierenden Falzapparates V auf den endlosen 
Streifen Papier, und indem es einen Falz bildet, führt 
es die Falzkante zwischen die Querfalzw f alzen ddi. 
Wie auf experimentalem Wege konstatiert, wird 
während dieser Falzoperation die perforierte Bogen¬ 
länge noch nicht von dem endlosen Streifen abgerissen, 
sondern wird während der Wirkung, welche Messer 
o ausübt. an ihrer Rückseite noch bei der perforierten 
Linie a—ß zurückgehalten. 


Messer der Cvlinder B Bi darf, wie gesagt, nicht zu 
stark und auch nicht ungleichmässig erfolgen, weil 
sonst im Abreissen und Falzen Unregelmässigkeiten 
stattfinden. Schneidet beispielsweise ein Messer auf 
einem Ende wesentlich stärker als auf dem andern, 
so wird liier das Papier vorzeitig abreissen und der 
Falz schief ausfallen. 

Ist das Kreismesser x durch Anstellen desselben 
zur Wirkung gelangt und will man die halben Bogen 
einzeln falzen, so leitet man die offenen ungefalzten 


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371 


Falz- und Bogenleit-Apparat für Rotationsmaschinen. 


Papierstreifen auseinander; zu diesem Behuf stellt 
man zunächst die Falzvvalzen s auseinander, indem 
man die Lagerbrocken c, welche im Gestell gleiten, 
mittels der Rädchen u auseinanderschiebt (wie in 
Fig. 2 ersichtlich). Der Ableiter m wird, wie schon 
oben angedeutet, um ein Geringes gedreht, so dass er 
sich gegen die Unterkante des Pyramidenfalz-Apparates 
S legt. Das über den Pyramidenfalz-Apparat geleitete 
endlose Papier wird nun durch den Bogenschneider x 
(Fig. 3) in zwei endlose Streifen geteilt, welche zu 
beiden Seiten des Ableiters m, die eine Hälfte nach 
den Perforiercylindern AB, die andere nach denen 
Ai Bi geleitet werden. Dort werden die offenen end¬ 
losen Streifen gleichzeitig in gleicher Weise perforiert 
und weitergeführt, wie dies oben bezüglich der ge¬ 
falzten endlosen Streifen beschrieben wurde. Von da 
gelangen die beiden perforierten halben endlosen 


372 


in Deutschland keineswegs ganz unerhörten Papier¬ 
geschwindigkeit von 3,1 m pro Sekunde entsprechen 
würde. Indes benutzt inan wohl auch in der 
Druckerei des »General-Anzeigers« nur selten diesen 
rapiden Gang und zieht es wie anderwärts vor, mit 
massiger Geschwindigkeit zu arbeiten. 

Beide Maschinen des »General-Anzeigers« haben 
die Anordnung, dass die Bogenhälften nicht hinter¬ 
einander liegen (was grosse Cylinderdurchmesser 
bedingen würde), sondern parallel nebeneinander 
laufen (also lange Gy lind er bedingen). Die Bogen 
gleiten dann am Falztrichter hinab und werden ent¬ 
weder zu achtseitigen Exemplaren vereinigt oder aber 
als vierseitige halbe Bogen auseinander geleitet, der 
rotierenden Falztrommel zugeführt um schiesslich noch 
durch (in unseren Abbildungen nicht mit dargestellte) 
Falztrichter mit dem letzten Falz versehen zu werden. 


Kalender-Vignetten der Schriftgiesserei C. F, Rühl in Reudnitz-Leipzig. 



Papierstreifen im gleichen Momente zur gleichzeitigen 
Querfalzung durch die doppeltrotierenden Falzmesser 
o und oi des Apparates V, weiter zwischen die Quer¬ 
falzwalzen ddi und eie* 2 . 

In der Druckerei des »General-Anzeiger« zu 
Leipzig stehen für den Druck desselben 2 Rotations¬ 
maschinen von König & Bauer, von denen die neuere 
nach den oben erörterten Prinzipien arbeitet und 
das Papier erst nach dem Passieren des Pyra¬ 
midenfalzers S in einzelne Bogen zerschneidet. Als 
Schreiber dieses jene Maschine während des Druckes 
einer Auflage beobachtete, arbeitete dieselbe mit einer 
Geschwindigkeit von ca. 12000 bis 13000 ganze 
Bogen pro Stunde. Versuche die Geschwindigkeit noch 
zu steigern, scheiterten aber am Motor (lOpferdiger 
Otto‘scher), der nicht recht durchziehen wollte, und 
an der Qualität des Papiers. Trotzdem bezweifeln 
wir nicht, dass der Mechanismus bis zu 17 000 Bogen 
pro Stunde getrieben werden kann, was einer selbst 



Sowohl der Pyramidenfalzer als auch Trommel¬ 
falzer V arbeiten ohne viel Geräusch mit befriedigen¬ 
der Sicherheit. Doch scheint manches Papier beim 
Rutschen auf dem Pyramidenfalz gern elektrisch zu 
werden, resp. an dem Blech sich gern fest zu saugen. 

Gewiss wird sich manchem Buchdrucker die 
Befürchtung aufdrängen, dass bei dem Pyramiden¬ 
falz der frische Druck durch das Schleifen auf dem 
Metallblech sich stark verschmiert; die Sache ist je¬ 
doch bei Zeitungsdruck keineswegs so ängstlich, vor¬ 
ausgesetzt, dass das polierte Blech sauber gehalten 
wird und man die Bänder nicht stark anspannt. Der 
Umstand, dass das bedruckte Papier erst einen sehr 
weiten Weg zurücklegen muss, um von den Druck - 
cvlindern nach dem Pyramidenfalzer zu gelangen, 
dürfte in dieser Beziehung günstig wirken, da der 
Farbe etwas Zeit gelassen wird, in das Papier ein¬ 
zuziehen. Im übrigen aber erschwert der lange Weg 
das Einziehen des Papiers, zumal der Pyramidenfalzer 


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373 


Schriftprobenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. 


374 



so hoch liegt, dass man dabei erst heraufklettern 
muss. Da bei der Wanderung des Papiers von den 
Druckcvlindern zum ersten Falzer letzteres nur durch 
Unterbänder geführt wird und 
beim Reissen der aufsteigenden 
Papierbahn selbige leicht in das 
Farbwerk gerät, so dürfte sich 
auch hier noch die Anwendung 
von Oberbändern empfehlen. 

R 


Schriftprobenschau. 

Wenngleich der Druck 
der Kalender für das Jahr 
1888 bereits längst erfolgt ist, 
so wird es doch nicht allzu¬ 
lange mehr dauern, dass man 
sich zum Druck der Ausgabe 
für 1889 rüstet. Unsere geehr- 
tenLeser seien deshalb auf eine 
Kollektion Kalender- Vignetten 
aufmerksam gemacht, welche 
die Schriftgiesserei C. F. Bühl 
zu Reudnitz-Leipzig in zwei 
verschiedenen Grössen zeich¬ 
nen und schneiden liess und 
die in der That die Beachtung 
der Fachkreise verdienen. 

Von den Vignetten klei¬ 
neren Formats drucken wir 
nachstehend eine kleine An¬ 
zahl ab, damit unsere Leser 
sich selbst ein Urteil über 
deren Ausführung bilden 
können. 

Die Woeil mer sehe Schrift¬ 
giesserei gibt unserem heu¬ 
tigen Heft eine Probe von 
Mediaeval - Antiquaschriften 
bei. Es befinden sich auf 
derselben die Grade Mittel bis 
gr. Kanon in bestem Schnitt 
und zwar auch mit Gemeinen, 
so dass man im Stande ist, 

Arbeiten in Mediaeval selbst 
bis in die grösseren Grade 
stilvoll in einem Schnitt durch¬ 
führen zu können. 

Zwei weitere, dem Heft beiliegende Proben 
führen uns eine Fette runde Grotesque in 10 Graden 
als ein Original-Erzeugnis der Firma Woellmer vor. 


Wir können auch diesmal, wie bei Abdruck ähnlicher 
Schriften, darauf hinweisen, dass es insbesondere 
für Inserate kaum praktischere Schriften gibt, wie 
solche Grotesque - Schriften 
mit gerundeten Ecken. Sie 
treten deutlich hervor, erfüllen 
also den Zweck, das Auge auf 
sich zu lenken, drucken sich 
ohne alle Zurichtung vorzüg¬ 
lich und sind höchst aus¬ 
dauernd ; die grössten Auflagen 
werden bei richtiger Behand¬ 
lung ihre Schärfe kaum beein¬ 
trächtigen können. 


Satz und Druck der 
Probenblätter. 

Blatt W enthält eine 
Karte, welche zum Artikel 
»Skizzieren von Accidenz- 
arbeiten« gehört und deren 
Herstellung dort eingehender 
erwähnt ist. Der Satz dieser 
Karte stammt aus der Offizin 
der Schriftgiesserei Benj. Krebs 
Nachf. und wurde dort von 
dem Verfasser des fraglichen 
Artikels , Herrn Winkler, ge¬ 
setzt und zwar ausschliesslich 
mit Materialien der Schrift¬ 
giesserei Krebs. Die zur An¬ 
wendung gebrachten Farben 
sind: gelblicher Ton, gemischt 
aus hellem Chromgelb und 
Weiss, bläulicher Ton, ge¬ 
mischt aus Miloriblau und 
Weiss, Miloriblau, rein ver¬ 
druckt, Braun, rein verdruckt 
und Schwarz, sämtlich Far¬ 
ben von Käst & Ehinger in 
Stuttgart-F euerbach. 

Blatt A A enthält zwei 
Umschlagstitel für das Archiv, 
gedruckt von der Piererschen 
Hofbuchdruckerei in Alten¬ 
burg, gesetzt von deren Acci- 
denzsetzer Herrn A. Watzulik. 
Es kam für diese Umschläge vornehmlich die schöne 
GotJiische Einfassung von Scheiter <(’ Giesecke zur 
Verwendung. Trotz der einfachen Ausführung des 

24 


Aiim: MuHU-rbuch für gniphiftlH* Gewcrlx*. 
Verlag von J. Engelliorn, Stuttgart. 


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375 


Bezugsquellen. — Zeitschriften- und Bücherschau. 


Druckes in nur einer Farbe, zeigt sich diese Einfassung 
auf dem Blatt doch in höchst gefälliger und effektvoller 
Weise. 

Auf Blatt BB fanden für das links stehende 
Programm j Einfassungen von Theinhardt und Nies 
Nach sowie Schriften von Brendler & Marklowsky in 
Wien, für das rechts stehende dagegen Einfassungen 
und Ecken von Scheiter ff* Giesecke und die magere 
Accidenzantiqua von Krebs Verw endung. Spezielleres 
über das angewendete Material sehe man nachstehend. 
Gedruckt wurde das Blatt in Russisch Grün, gemischt 
aus Viridingrün von Gauger in Ulm, vermischt mit 
ein wenig Schwarz. 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 

Geschäftskarte (W). Originalsatz von Benj. Krebs 
Nachfolger. 

Umschlagstitel (AA). Satz und Druck der Pierer- 
schen Hofbuchdruckerei in Altenburg. 

Programme (BB). 1. Spitze und mittlere Reihen¬ 

einfassung von Nies Nachfolger, rara von Woellmer, innere 
Einfassung von Theinhardt, innere Ecken von Benj. Krebs 
Nachfolger. Bogenstücke von Meyer & Schleicher, 
von Scheiter & Giesecke, die die beiden Schilder schmücken¬ 
den Freiomamente von Berger. Scheiter & Giesecke und 
Klinkhardt. Textschrift von Brendler & Marklowsky, Aus¬ 
zeichnungsschrift, 1. Teil., 2. Teil, von Boos & Junge, Kon¬ 
zert etc. von Benj. Krebs Nachfolger, 1 . Januar 1888 von 
Genzsch & Ileyse. Linienmaterial von Zierow & Meusch. 
2. Kriegerbund , Zeulenroda, innere Ecken von Scheiter & 
Giesecke, Reiheneinfassung von John Söhne, Programm von 
Ludwig & Mayer, zur Feier des von Brendler & Mar¬ 
klowsky, 90. Geburtstages von Gronau. Sr. M. des Kaisers 
von Berger. Prolog von Genzsch & Heyse, Textschrift von 
Benj. Krebs Nachfolger, Linienmaterial von Zierow & Meusch. 


Zeitschriften- und Büehersehau. 

— Die Entwickelung des Buchgewerbes in Leipzig von 
Dr. Oskar v. Hase, in Firma Breitkopf & Härtel in Leipzig. 
Vortrag, gehalten in der 28. Hauptversammlung des Vereins 
deutscher Ingenieure zu Leipzig am 15. Angust 1887. 
Leipzig. G. Hedeler. 1887. Dr. v. Hase, ein Mann, welcher 
bereits mehrfach auf dem Gebiete der Geschichte unserer 
Kunst mit Anerkennung schriftstellerisch gewirkt hat und 
seine bedeutende Arbeitskraft seit jeher den Interessen der 
Buchdruckerkunst widmete, war der rechte Mann, den 
deutschen Ingenieuren in kurzer, präziser, dabei höchst 
interessanter Form ein Bild von dem regen Streben zu 
geben, das seit jeher auf dem Gebiete des Buchgewerbes 
in Leipzig geherrscht hat und ihnen den Wert Leipzigs als 
Zentralpunkt des Buchhandels, wie als bedeutende Druck¬ 
stadt in das rechte Licht zu stellen. Der interessante 


376 


Vortrag ist jetzt in Buchform bei G. Hedeler in Leipzig 
erschienen und von dieser Firma, wie durch alle Sortiments¬ 
buchhandlungen zu beziehen. 

— Der Supplementband zur 13. Auflage von Brockhaus f 
Konversationslexikon ist soeben mit dem 15. Hefte vollständig 
geworden und wird binnen wenig Wochen auch gebunden 
vorliegen. Dieser Ergänzungsband ist bekanntlich dazu 
bestimmt, das in den Jahren 1882—87 in 16 Bänden er¬ 
schienene und im März d. J. abgeschlossene Hauptwerk in 
dessen ganzem Umfange bis zur Schwelle der Gegenwart 
fortzuführen. Dementsprechend enthält er, abgesehen von 
ausserordentlich zahlreichen kleinern Ergänzungen. welche 
viele Artikel des Hauptwerkes erfuhren, auch noch eine 
bedeutende Anzahl grösserer Artikel, die teils ebenfalls eine 
Ergänzung von bereits vorhandenen bilden, teils aber auch 
vollständig neu sind. Die letzten drei Hefte des Supplement¬ 
bandes enthalten noch einen kurzen »Nachtrag« (vorzugs¬ 
weise die Sterbefälle aus der neuesten Zeit, dann aber auch 
Ergänzungen der Biographien von Zeitgenossen, die im 
Laufe des Sommers 1887 stark in den Vordergrund getreten 
sind, wie Boulanger, Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg, 
der neue französische Kriegsminister Ferron), ferner »Berich¬ 
tigungen«, hauptsächlich solche, welche während des Druckes 
des Hauptwerkes nur erst in einem Teil der Exemplare 
berücksichtigt werden konnten, endlich ein umfangreiches 
Register aller solcher Gegenstände, welche keine selbstän¬ 
digen Artikel im Werke haben, ein alphabetisches Register 
sämtlicher Illustrationen und Karten und schliesslich ein 
systematisches Verzeichnis aller Tafeln und Karten des 
Hauptwerkes und des Supplementbandes. Durch die Voll¬ 
ständigkeit, welche diesen Supplementband auszeichnet und 
allen neuen Ereignissen und Erscheinungen auf den ver¬ 
schiedensten Gebieten Rechnung trägt, ist die 13. Auflage 
des »Konversations-Lexikon« zu einem Abschluss gelangt, 
welcher auch die früher erschienenen Artikel in jeder 
Hinsicht und nach allen Richtungen hin bis zur neuesten 
Zeit ergänzt. So ist dieser Ergänzungsband für jeden 
Besitzer des Hauptwerkes unentbehrlich und macht dasselbe 
zu dem neuesten vollständig vorliegenden Konversations- 
Lexikon. 

— Das Universum , redigiert von Jesko von Puttkammer. 
Verlag des Universum in Dresden, welches in der Reihe 
unserer Zeitschriften durch die ausserordentliche Fülle der 
reichhaltigsten und interessantesten Beiträge unserer ersten 
Schriftsteller und Illustrationskünstler hervorragt und sich 
als ein Familienblatt in des Wortes bester Bedeutung 
überall eingebürgert hat, beschliesst mit den Nummern 
23 und 24 seinen dritten Jahrgang. Audi diese beiden 
Hefte bieten einen ebenso reichen wie anregenden Lese¬ 
stoff: ausgezeichnete Novellen und Erzählungen, volksthüm- 
liche und frisch geschriebene wissenschaftliche Aufsätze, 
flotte Reiseplaudereien, aktuelle Artikel aus den Salons, 
moderne Künstler-, erheiternde Soldaten-Humoresken 
landschaftliche Skizzen, entzückende Kunstbeilagen von 
den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Während 
bei so manchen illustrierten Journalen die Illustrationen 
die Haupt- und die literarischen Beiträge nur Nebensache 
sind, gellt beim Universum Text und Illustration Hand in 
Hand und bei Beiden gilt der Grundsatz: »Das beste ist 
gerade gut genug«. Wir empfehlen das Universum wieder¬ 
holt der Beachtung unserer Leser. 


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377 


Rezepte. — Mannigfaltiges. 


Rezepte. 

— f Kupfergalvanos stahlhart zu machen. Unter den 
verschiedenen Methoden, Kupfergalvanos stahlartig zu härten, 
wird eine neulich in England erfundene als die beste em¬ 
pfohlen. Der davon gegebenen Beschreibung zufolge wird 
die Kupferplatte mit dem negativen Pol (der Kathode) 
einer galvanischen Batterie verbunden und in ein mit Eisen- 
Sesquichlorid (Eisenchlorud) gesättigtes Bad gehängt. Durch 
die Einwirkung des galvanischen Stromes bildet sich in 
kürzester Zeit ein Häutchen, das so hart wie Stahl ist und 
Abdrücke in unbeschränkter Zahl zulässt, ohne dass das 
Klischee etwas an seiner Schärfe verliert. Das Verfahren 
wird in einem eigens eingerichteten Trog mit einer drei¬ 
zeiligen Kohlenzinkbatterie ausgeführt, die möglichst vom 
Lichtzutritt abgeschlossen ist. Die Elektroden (beide Pole 
einer geschlossenen galvanischen Kette) sind vertikal auf¬ 
gestellt. Der Eisenoxydlösung wird die dem Strome an¬ 
gemessene Stärke gegeben. Ein Teil Chloramonium wird 
in 10 Teilen Wasser aufgelöst und in diese Lösung werden 
Eisenplatten als Kathode und Anode eingelegt. Durch die 
chemische Einwirkung der Anode (des positiven Pols) 
verbindet sich die Chlorine mit dem Eisen der Anode und 
bildet das Sesquicldorid, das im Bade aufgelöst bleibt 
und nach ein oder zwei Tagen eine grünliche Färbung 
annimmt, die von dem sich durch Zutritt der Luft gebildeten 
Eisenoxydhydrat herrührt. Auf der Oberfläche zeigt sich 
ein roter Schaum und an der Kathode ein metallischer 
Spiegel. Das ist das Zeichen, dass das Bad vollständig 
gesättigt ist. An die Stelle der Eisenkathode wird die Kupfer¬ 
platte eingehängt. Diese wird vorher mit Ätzlauge gereinigt, 
abgespült und das noch etwa anhängende Alkali mittels 
schwacher Schwefelsäure neutralisiert, schliesslich nochmals 
gewaschen und getrocknet. Das Stahlhäutchen kann, wenn 
es durch langen Gebrauch des Klischees abgenutzt ist, leicht 
erneuert werden. Zu diesem Zweck muss man zuerst die 
Reste des alten Stahlhäutchens vollständig entfernen. Dies 
wird durch Einlegen in verdünnte Schwefelsäure bewirkt; 
die Verdünnung wird bis auf den Grad gebracht, dass die 
Säure das Kupfer nicht angreift, sondern nur die darauf 
liegenden Stahlatome. 

— f Anfertigung 1 von Unterdruckplatten. Ein Herr 
Alfred Dietisheirn. Lithograph in La Chaux-de-Fonds (franz. 
Schweiz), gibt folgende Anweisung, um Unterdruckplatten 
herzustellen, die jede Nachahmung unmöglich machen. 
Er legt Metalltuch feinsten Gewebes auf einen mit 
Papier bedeckten Stein und schwärzt es mittels einer 
Tuchwalze mit Umdruckfarbe ein. Auf das eingeschwärzte 
Metalltuch kommt ein Bogen chinesisches Papier und so 
wird dasselbe durch die Presse gezogen. Der das Metall¬ 
tuch genau reproduzierende Abzug dient als Überdruck 
auf ben Stein. Ein solches Dessin nachzuahmen wird zur 
Unmöglichkeit, indem keine Kunst des Zeichners im Stande 
sein dürfte, die vielen Kreuzungen des Metallgewebes wieder¬ 
zugeben. Um ein noch komplizierteres Dessin zu erhalten, 
schwärzt man nach dem ersten Abzüge das Metalltuch 
von neuem ein und legt den Bogen nochmals in entgegen¬ 
gesetzter Richtung auf. Nach geschehenem Durchzug er¬ 
scheint das Dessin um so geschlossener. Die Vorteile 
dieses Verfahrens sind einleuchtend und um eine versuchte 
Nachbildung noch schwerer zu machen, benutzt man 
mehrere Metalltücher mit verschiedenen Dessins, deren 
Fäden die Stärke feinen Nähzwirns nicht überschreiten dürfen. 


37K 


— f Stereotypkleister. Auf eine an die Redaktion des 
British and Colonial Printer gerichtete Anfrage nach einem 
praktischen Rezept zur Bereitung eines guten Stereotyp¬ 
kleisters wird folgende Anweisung erteilt: Jeder Stereo¬ 
typeur befolgt zwar eine eigene Bereitungsmethode, die 
er für die beste hält; die hier empfohlene ist jedoch 
eine in den meisten Werk- und Accidenzdruckereien all¬ 
gemein angenommene. Man löst durch Kochen 1 /* Pfund 
Leim auf und giesst ihn in ein grosses Gefäss. Nach¬ 
dem sind l 1 /* Pfund gutes Mehl und 1 Pfund pulverisierte 
Schlemmkreide in einem besonderen Gefäss mit Wasser 
bis zur Konsistenz von Rahm anzurühren und in einem 
Topf zu kochen. Während des Kochens wird der flüssige 
Leim unter immerwährendem Umrühren allmählig zugegeben. 
Um die Mischung vor dem Sauerwerden zu schützen, giesst 
man ein paar Tropfen Karbolsäure in die Mischung. 

Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. Am 2. Oktober feierte die Firma C. B. 
Gutsch in Lörrach , Buchhandlung, Buch- und Steindruckerei 
und Verlag des »Oberländer Boten«, das Fest des fünfzig¬ 
jährigen Bestehens derselben. Zu gleicher Zeit beging auch 
der Faktor derselben Firma, Herr C. F. Keller , das fünfzig¬ 
jährige Berufsjubiläum. Derselbe gehörte dem Geschäft 
seit Bestehen desselben an, Herrn Keller ward in Aner¬ 
kennung seiner Anhänglichkeit und Pflichttreue vom Gross¬ 
herzog von Baden eine silberne Medaille verliehen. — Das 
Personal der Franklin-Druckerei in Budapest feierte am 
9. Oktober das fünfzigjährige Berufsjubiläum ihres Kollegen 
Franz Kapolnai. — Am 9. Oktober beging der Schriftsetzer 
Herr Valentin Jastrzemski in Posen sein fünfzigjähriges 
Buchdruckerjubiläum. 

— Gestorben. Am 26. September starb zu Kreuznach 
der Verlagsbuchhändler und Buchdruckereibesitzer Herr 
B. Voigtländer. 66 Jahr alt. — Ende September starb in 
Mainz der Buchdruckereibesitzer Herr Bohert Hellermann 
in Firma Karl Hellermann. — In Braunschweig starb 
am 12. Oktober der frühere Verleger der »Einbecker Zei¬ 
tung«, Herr Wilhelm Ehlers , nach kurzem Krankenlager. 

— Geschäftliches. Die Buchdruckerei von P. du Fcrrang 
Wwe, in Preetz ist von Herrn J. M. Hansen, Sonderburg. 
käuflich erworben worden. In Hamburg wurde unter dem 
Namen »Buch-, Kunst- und Plakatdruckerei Hansa « ein 
neues grosses Drucketablissement begründet, das auch ein 
Tageblatt »Hamburger Tageblatt und Generalanzeiger« 
herausgibt, die Druckerei befindet sich im Vorort Eimsbüttel. 

— Aus der Firma Dietzel <& Schwenck in Mainz ist am 
1. Oktober Herr Martin Schwenck ausgetreten und führt 
Herr Dietzel das Geschäft unter seiner Firma weiter. 

— Die frühere Börnersclie BucJidmckerei in Jüterbog , Verlag 
der »Jüterbogcr Zeitung« ist in den Besitz der Herren 
Humboldt und Liese übergegangen. — Unter der Firma 
Hans Wasserkampf Cie (Kommanditgesellschaft) wurde 
in Hannover eine lithographische Kunstanstalt, Stein-, 
Buch- und Lichtdruckerei errichtet. 

— Auszeichnungen. Dem Teilhaber der Maschinen¬ 
fabrik Worms (Hoffmann & Hofheinz). Herrn Hofheinz, 
wurde das Ritterkreuz I. Klasse des Grossherzoglich hessi¬ 
schen Philippordens verliehen. 

— Dem heutigen Heft liegt ein Muster zweier 
schöner Farben der Fabrik von Käst d m Ehinger in Feuerbach- 
Stuttgart bei. Es sind dies ein schöner feuriger Geraniumlack 

24* 


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Mannigfaltiges. 


380 


379 


und ein Blauschivarz von grosser Wirkung. Während die 
erstgenannte Farbe einen vortrefflichen Ersatz für den 
schwer zu druckenden Zinnober bildet, auch die Fälligkeit 
besitzt, lackierbar zu sein und arsenfrei ist, zeigt sich das 
Rlauschwarz ganz ausgezeichnet zum Druck feiner Illustra¬ 
tionen in Holzschnitt und Autotypie, wie für Accidenzien weil es 
einen weicheren Farbeton gibt wie ein richtiges Schwarz. 
Wie wir hören, errichtet die Firma Käst & Ehinger nun 
auch ein Lager aller ihrer Fabrikate in der Druckstadt 
Leipzig und zwar in dem Hause Brüderstrasse 21 parterre. 
Der Vertreter für diese Stadt ist Herr Leutemann. Wir 
wünschen dieser leistungsfähigen Fabrik besten Absatz für 
alle ihre Farben auch in Leipzig. 

— f SteinbucJistaben. Nach einer in amerikanischen 
Blättern enthaltenen Notiz ist es einem klugen Erfinder 
gelungen. Plakatbuchstaben aus Steinmasse herzustellen, 
welche, wenn sie sich praktisch bewähren, in der Folge 
die Holz-Plakatbuchstaben aus dem Felde schlagen können. 
Das Material besteht aus einer künstlichen Steinmasse, 
die im weichen Zustande in Formen oder Matrizen gepresst 
und dann gehärtet wird. Die Fläche der Buchstaben 
wird später poliert. Steinbuchstaben hätten vor Holz¬ 
buchstaben jedenfalls den Vorzug, dass sie sich nicht ver¬ 
ziehen. sich in der Feuchtigkeit nicht ausdehnen und bei 
grosser Hitze nicht einlaufen und sich leichter von der 
anhängenden Farbe reinigen lassen. 

— Bei der Versteigerung der Bibliothek des Grafen 
von Crawford in London soll auch eine Gutenberg-Bibel, 
in dem ursprünglichen Eichenholzeinband unter dem Ham¬ 
mer gekommen sein. Das seltene Exemplar wurde zu 
095 Lstrl. (13900 M.), zu welchem Preise es vor 30 Jahren 
erstanden war. ausgeboten und zu 2650 Lstrl. (53000 M.) 
dem Antiquar Quaritch zugeschlagen. 

— Wie aus den Vereinigten Staaten gemeldet wird, 
sind bis jetzt 312000 Exemplare von General Grants 
Autobiographie verkauft worden. Der erzielte Bruttoerlös 
beläuft sich auf 2808000 Doll., während der Reingewinn 
auf 706000 Doll, veranschlagt werden kann. Hiervon er¬ 
hält die Wittwe des Generals 70 pGt. 

— Die 3. Vierteljahrs-Versammlung der Innung Dresdner 
liuchdruckereibesitzer fand am 10. Oktober a. c. unter dem 
Vorsitze des Herrn Geheimrat von Baensch im Innungs¬ 
lokale statt. Zunächst wurden zwei Lehrlinge aufgenommen 
und drei Ausgelernte zu Gehilfen gesprochen. Der Herr 
Vorsitzende erstattete sodann Bericht über die Vorgänge 
in dem letzten Vierteljahre; unter anderem: Mitteilung 
des Bescheides der Königlichen Kreishauptniannschaft be¬ 
treffend die Ablehnung der in den Ausschuss für das 
Gehilfen- und Lehrlingswesen gewählten Gehilfen, bez. 
deren gesetzliche Verpflichtung zur Übernahme dieser Ehrcn- 
stellen; Schriftwechsel mit dem Deutschen Buchdrucker- 
Verein. die innungsseitigen Vorschläge wegen Klarlegung 
im Tarife enthaltener Undeutlichkeiten: Innungsverband. 
Berichtigung über eine angeregte Abänderung der Abgangs¬ 
zeugnisse u. s. w. Zur Besprechung gelangte der Antrag 
auf Niederselzung einer Kommission zur Beratung der Fragen 
über Krankenkassen, Unfallversicherung und das noch zu 
erwartende lnvaliden-Unterstützungs-Gesetz. sowie der An¬ 
trag über Anlegung eines sogenannten »Schwarzen Ruches«. 
Die Kassenrevisoren für das laufende Geschäftsjahr wurden 
neu bez. wiedergewählt. Ferner besprach man die Aus¬ 
arbeitung eines Planes zur Erteilung von fachwissenschaft¬ 
lichem Unterricht für die Lehrlinge, und stattete erneuert 
Bericht ab über Errichtung einer Konditionsnachweisstelle 


und einer Reiseunterstützungskasse für die dem Unter¬ 
stützungsverein Deutscher Buchdrucker nicht angehörenden 
Gehilfen. Die Stelle des kürzlich verstorbenen Innungsboten 
Mittag wurde dem Invaliden Zerbinati verliehen. Beide 
gehörten viele Jahre dem Geschäfte von B. G. Teubner 
hier an. Den Verstorbenen ehrte die Versammlung durch 
Erheben von den Plätzen. 

— Das Direktorium der deutsch-nationalen Kunstgewerbe- 
Ausstellung zu München für 1888 hat jetzt das Programm 
nebst Ausführung aller speziellen Bestimmungen und 
Fragen, sowie die Anmeldeformulare versandt. Wir ersehen 
daraus, dass diese unter dem Protektorat S. königl. Hoheit 
des Prinzregenten Luitpold von Bayern statthabende Aus¬ 
stellung, veranstaltet von dem bayrischen Kunstgewerbe¬ 
verein in München am 15. Mai 1888 eröffnet und arn 
15. Oktober geschlossen werden soll. Eine Verlängerung 
bis Ende Oktober 1888 bleibt Vorbehalten. Die Ausstellung 
hat die Aufgabe, die Leistungen des deutschen Kunst¬ 
gewerbes der Neuzeit, namentlich die fortschreitende Ent¬ 
wickelung desselben seit der ersten, im Jahre 1876 zu 
München abgehaltenen Kunstgewerbe-Ausstellung in über¬ 
sichtlicher und würdiger Weise zur Anschauung zu bringen. 
Sie umfasst alle Zweige des Kunstgewerbes und der damit 
verwandten Gebiete. Zugelassen zur Ausstellung werden 
nur Gegenstände von ausgesprochenem kunstgewerblichem 
Charakter; über die Zulassung von Ausstellungsgegenständen 
und den zu bewilligenden Raum entscheidet ein durch das 
Direktorium aus Sachverständigen gebildeter Ausschuss. 
Aussteller aus dem Königreich Sachsen können ihre 
Anmeldungen bei dem Kunstgewerbeverein zu Dresden 
und dem Kunstgewerbemuseum in Leipzig machen. 


Briefkasten. 

Offizin Dr. M. Huttier £ Cie. München. Von dem gesandten „Gedenk¬ 
blatt“ haben wir mit vielem Interesse Einsicht genommen. Es ist wieder 
eine prächtige Arbeit Ihrer Offizin. — Herrn Karl Rembold, Heilbronn. 
Ihre Adresskarte ist bezüglich der Wahl der Schriften für den Text 
tadellos und sehr ansprechend, das Gleiche lässt sich im wesentlichen 
auch von der Umrahmung dieser Karte sagen ; dass Sie dieselbe aber 
anstatt mit einer Spitze oder gefälligen leichten Arabeske mit einer 
doppelreihigen steifen Nonpareilleeinfassung nach Aussen abschliessen, 
nimmt uns Wunder und beeinträchtigt nach unserem Geschmack in 
etwas das gefällige Aussehen der Karte. Druck und Farbenwahl sind 
vorzüglich; das Blau hätten wir jedoch gespart. Was das Zirkular 
betrifft, so ist auch dort der Text wie die Einfassung geschmackvoll 
arrangiert, nur hätten Sie die Farben etwas dezenter wählen sollon. 


Inhalt des 12. Heftes. 

Das Skizzieren von Accidenzarbeiten. — Falz- und Bogenieit- 
Apparat sowie Falztrommel für Rotationsmaschinen. — Schrift¬ 
probenschau. — Satz und Druck der Probenblätter. — Bezugsquellen. 
Zeitschriften- und Bücherschau. — Rezepte. — Mannigfaltiges. — An¬ 
noncen. — 1 Blatt Geschäftskarte — 1 Blatt Umschlagstitel — 1 Blatt 
Programm. — 1 Beilage von Käst & Ehinger in Stuttgart-Feuerbach. 
— 1 Blatt Mcdiaeval-Antiqua von Woellmer. — 2 Blatt Fette rundo 
Grotesque von Woellmer. 

Textschrift von Benjamin Krebs Nachf. in Frankfurt a. M. Titelkopf 
und Umschlag von J. G. Scheiter* Gicsecke in Leipzig. Überschriften von 
Emil Berger in Leipzig. Unterrubriken von Roos * Junge in Offen bach a. M. 
Halbfette Aldine von C. Kloberg in Leipzig, Initiale von UUo Weisert 
in Stuttgart. Gedruckt mit Farbe von Frey * Sening in Leipzig auf 
einer Cylinder-Schnellpresse von Klein, Forst * Bohn Nachfolger in 
Johannisberg a. Rh. 

Das Heft enthält im Ganzen 7 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
Buranllert werden. 


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3.10 

3.— 

2.85 

2.80 

4.60 

3.25 

3.10 

3.— 

2.95 

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220 

2.10 

2.05 

2.- 

3.35 

2.40 

2.25 

2.20 

2.15 

1.60 

Bourgis (9 „ ) 

2.80 

2._ 

1.90 

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2.15 j 

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1.90 

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2.40 

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2.40 j 

1.90 

1.351 

1.80 

1.75 

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geschnitten 

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und ebenso dem dreiuralzigen iri jeder Weise 
zufrieden bin. 

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durchaus solide, der Gang ein ruhiger und 
j^Ieichmässiger. Ich erziele eine vorzügliche 
Satinage, so dass ich bis jetzt jeden meiner 
Kunden — trotz der oft hohen Ansprüche, die 
an eine Satinier-Anstalt gestellt werden — zu¬ 
frieden stellen konnte. Die Kalander satinieren 
im Durchschnitt pro Stunde je 1500 Bogen 
Papier, eine Leistung, die sich bei kleinem 
Format noch erhöht. Abgang ist bei richtiger 
Behandlung .des Papiere^ auf ein Minimum 
beschränkt. 

Hochachtungsvoll 

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Avehiv für Buchdruckerkunst. 24. Band. Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 
































































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24. Band. Druck und Verlag von Alexander 

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Originalsatz und Druck der Stuttgarter Yereins-Buehdmckerei. 

I'. Archiv für Buchdruckerkunst. 24. Band. Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 


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Archiv für Buehdruekerkunst. 2k Band. Druck und Verlag von Alexander 'VYaldow. Leipzij 
Bedruckt auf einer Original-.,Libcrty“-Tiegcldruokmai?chinc meiner Handlung. 


































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Satz und Druck der Picrer’sclien Hofburhdruckerei, Altonbnrg. 

Archiv Ifir Buchdruckerkunst. 24. Band. Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 
































































































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Satz und Druck der Pierer’sclic» Hofbuchdruckerei, Altenburg. 

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eines i)anöu?crfers 


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destinati per telegrammi. 


.servazione : Sei conferire nun conttnissione 
si faccia meuzione Ptr quäle sorta di Machine siena 
destinati gl’inchiostri, cio 'c se per macchiua rotativa, 
per torchio o per macchiua celere e se de Iba essere 
forte, ntezzo forte o debole. 


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(9üzk/so/ten undpeiziAc/ien \£>epptc/ien. 





PREIS - WETTFAHREN 


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liccjinn 4 Uhr. 

Die Plätze müssen 10 Minuten vor 
Beginn eingenommen sein. 


Er6tc Tribüne. 

Verlassen der Tribüne während der 
Fahrens ist zu vermeiden. 


M. Archiv für Buchdrurkerkunet. 2t. Band. Druck und Verlag von Alexander VValdow. Leipzig. 

Bedruckt auf cidTer'T. v 1 Lml e r - Srh1 1 yll¥r o ^ von Klein, Forst & Bohn Nachfolger in S-hfFQ’TTI 

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JMermit mfli^f iijj die crflc6cnc Ämcigt, 


daß iilj am fjiejigfn 'J3lu|f fine evew« 


oc öuüjfiiiiiicrci gnü 


errietet, und dieffldc mit ÜHaj^inen und 

»•••••»••••••»»re •«•(•*••••••••••••»•«••******************* 

Kparnfen ncucjlcr und dfmäljrfcjlfr <$on- 


jlruftion üuSgfjlaftct und mit tüijjtigm 

mn t mm» mmi 

jfröfitdfräf'tfn 6c(f|t fja&e.f^jcvjcwuc^ 
3ndcm iifj 6ei Bedarf um gr|l. tfcrtiif- 
|isf|Ugung dittf, fixere isfj gci^maffuolic 

p i f *• »ifwrnifrnmwnmmmiimnmiwi»» » 

ftu&füf)rung 6fi diiligjten greifen su. g\> 


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N. Archiv für Buchdruckerkunst. 24. Band. Druck und Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 
Gedruckt auf einer Cylindcr-Tretmaschine ..Liliput" von Klein, Forst & Bahn Nachfolger in Johannisberg a. Rhein. 


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P. Archiv für Buchdruckerkunst. 2i. Band Druck und Verlag von Alexander Waldow, Leipzig 
Gedruckt auf einer Original-Liberty-Tiegeldruckmasrhine meiner Handlung. 


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Archiv für Bucbdruckerkunst. 24. Band. Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


































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Programme 

sind vorher im 
Tivoli 

Kurze Str. 10, 
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nehmen. 

An der Kasse 
50 Pf. 


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Freitag, den 15. August 1887, Abends präc. 8 Uhr 

veranstaltet von 

Herrmann Probst 

unter gütiger Mitwirkung von Fräulein Wenzel (Sopran), 
sowie der Herren R. Siedel (Violine) und R. Korn (Cello). 




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Pause, 


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Rand. Druck und Verlag von Alexander Vyaldow. Leipzig. 

:inal- Liberty-Tiogelilruckmasclline ^ | E R SITY 



































































































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T. Archiv für Buchdruckerkunst. 24. Band. Druck und Verlag von Alexander Waldovv in Leipzig 
Gedruckt auf einer Original-Liherty-Tiegeldruckmaschine meiner Handlung 


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Gültig vom 15. Mai bis 15. Juni 1887. 

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U. Archiv für Buchdruckerkunst. 24. Band. Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 

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Gedruckt auf einer Cylindcrschncllpressc der Fabrik von Klein, Forst & Holm Nachfolger in Johannisberg 









































































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Gedruckt auf einer Gylindcrschncllprcsse der Fabrik von Klein, Forst Hl Hohn Nachfolger in Johannisberg a. Hh. 


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AA. Archiv für Bnehdruckerknnst. 24. Kami. Verla« von Alexander 



















































































































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Bß. Archiv für Buchdruckerkunst. 21. Band. Druck und Verlag von Alexander Waldow, Leipzig 


























































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Deutsche Schildeinfassung 


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l»er Kilo M. 5. — M. 5. — M. 6.50 M. $, — 


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Rubinlack No. 272, lackächt. 

In Firniss fllr Buchdruck In Firniss für Steindruck Trocken In Teig 

per Kilo M. 15. — M. 16.— M. 18, M. 20.— 


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Rubinlack No. 272, lackächt. 

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PRINCETON UNIVERSITY 




KastxEhinger 

Feuerbach-Stuttgart. 


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Blauschwarz 

und 

Geraniumlack LG 

sind 

laekirbar und arsenfrei. 

Preis für Geraniumlack LG. 

{Lichtechtheitsgrad 3—2.) 


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in Firniss 

f. Buchdruck 

in Firniss 

f. Steindruck 

in Teig 

Mrk. 12. 

Mrk. 10. 

Mrk. 11. 

Mrk. 13. 

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Preis für 

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in Firniss 

f. Buchdruck 

Blauschwarz. 

itheitsgrad 1.) 

. No. 200. 

in Firniss . _ . 

f. Steindruck ln Tel 8 

, Mrk. 8. 

Mrk. 6. 

Mrk. 7. Mrk. 8. 


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Feuerbach-Stuttgart. 


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GERANIUMLACK LG. 


Blauschwarz 

und 

Geraniumlack LG 

laekirbar und arsenfrei. 

Preis für Geraniumlack LG. 

(Lichtechtheitsgrad 3—2.) 



trocken 

in Firniss 

f. Buchdruck 

in Firniss 

f. Steindruck 

in Teig 

Mrk. 12. 

Mrk. 10. 

Mrk. 11. 

Mrk. 13. 


Preis für Blauschwarz. 

(Lichtechtheitsgrad 1.) 

Lfd. No. 200. 


trocken 

in Firniss 

1 Buchdruck 

in Firniss 

f. Steindruck 

in Teig 

(Mrk. 8. 

Mrk. 6. 

Mrk. 7. 

Mrk. 8. 


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Blatt No. 274. 


Wilhelm Woellmers Schriftgiesserei in Berlin. 

—- 

Fette runde Grotesque. 

No. 1004. Corpus (corps 10). Min. 5 Kilo, h */ 2 Kilo M. 3,10. 

Geographische Entdeckungen 
Ulrich von Hutten 890 Romeo und Julia 
Chor FRAUENSTEIN Echo 
Naturschönheit Winterlandschaft 

No. 1005. Cicero (corps 12). Min. 6 Kilo, a Y2 Kilo M. 3. 

Städte-Bilder aus Nord- und Süd-Amerika 
46 Kunst und Gewerbe Uarotari BREMEN Carracci Ausdauer und Muth 50 
Biilow Grossbeeren 18 Preussen 23 Katzbach Blücher 

No. 1006, Mittel (corps 14). Min. 7 Kilo, h */a Kilo M. 2,80. 

Denkmal Jean Beckers in Mannheim 
Ceylon Arien und Recitative aus Aennchen von Tharau Baden 
435 Kulturkampf DIOMEDES Völkerkunde 789 

No. 1007. Tertia (corps 16). Min. 8 Kilo, a 1 /a Kilo M. 2,75. 

Goethe Schulwesen in Deutschland Körner 
Rechenschafts-Bericht WECHSEL Effecten-Verzeichniss 
Verfassung der Schweiz im Mittelalter 

No. 1008. Text (coq:>s 20). Min. 9 Kilo & */a Kilo M. 2,60. 

45 Hoffnung auf das Bessere in der Zukunft 89 
Corsika HOMER 203 VIRGIL Granada 


No. 1003. Petit (corps 8). Min. 5 Kilo, a 1 /o Kilo M. 3,15. 

Bildung Handels-Vertrag Freiheit 
Philadelphia GENERAL von WERDER Akrokorinth 
Menzel Stolzenfels Bürger 
123 Gesundheitsamt Oberlandgericht 456 




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PRINCETON UNIVERSITY 


kJ 



Blatt No. 275. 


Wilhelm Woellmer’s Schriftgiesserei in Berlin. 


Fette runde Grotesque. 

No. 1009. Doppelmittel (corps 28). Min. 10 Kilo, a J / 2 Kilo M. 2,40. 

Wilhelm von Humboldt 
Russland Naturkräfte Bulgarien 


No. 1010. Canon (corps 36). Min. 15 Kilo, a !/* Kilo M. 2,25. 

Reichenbach Amsterdam 

Haarlem 

No. 1011. Missal (corps 48). Min. 18 Kilo, a '/g Kilo M. 2. 

Halle Berlin Gotha 


No. IOI2. Sabon (corps 60). Min. 24 Kilo, a Y2 Kilo M. 1,75. 

Garben Heimat 


Original - Erzeugnis. — Matrizen werden abgegeben. 


Haussystem Didot, l Cicero -= 12 Punkte. 



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Gogte 


Normalsystem von Hermann Berthold. 


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PRINCETON UNIVERSUM- 





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No. 1022—1027. 


Blatt No. 279. 


1 LJ 

Wilhelm Woellmer’s Sehriftgiesserei in Berlin. 

Mediaeval Antiqua-Schriften. 

No. 1022. Mittel (corps 14). Min. 7 Kilo, a ^ Kilo M. 3,25. 

Beschreibung der ägyptischen Alterthümer des königlichen Museums 
1289 HEINRICH ERICH GEORG 5643 

No. 1023. Tertia (corps 16). Min. 8 Kilo, ä j* Kilo M. 3, — . 

Die Feier cler Grundsteinlegung zum Nord-Ostsee-Canal in Kiel 
120 GEIßEL HEINE LESSING 120 

No. 1024. Text (corps 20). Min. 9 Kilo, ä ^ Kilo M. 3, —. 

Wahl des Fürsten von Bulgarien und Rumelien 
120 INDIEN BREMEN 120 

No. 1025. Doppelcicero (corps 24). Min. 10 Kilo, ä & Kilo M. 2,90. 

Baudenkmäler der italienischen Renaissance 

120 MUSIKUS REDNER 120 

No. 1026. Doppelmittel (corps 28). Min. 10 Kilo, a £ Kilo M. 2,75. 

Segel-Regatta auf dem Stettiner Haff 

120 MEININGER 120 

No. 1027. Gr. Canon (corps 42). Min. 12 Kilo, a ^ Kilo M. 2,50. 


Homer REBEN Darius 



























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No. 1014—1018. 


Blatt No. 280. 


Wilhelm Woellmer’s Sehriftgiesserei in Berlin. 


Verzierte Renaissance. 

No. 1014. Cicero (corps 12). Min. 6 Kilo, ä % Kilo M. 3 , 75 - 

Eine Johannesfeier der Bäuerinnen am Sonnenwendsee 
MARIENBURG DAS' DENKMAL FRIEDRICH DES GRÖSSEN FRANKENTHAL 

1234507880 

No. 1015. Tertia (corps 16). Min. 8 Kilo, ä £ Kilo M. 3,50. 

Die National-Galerie uni das Gewerbe-Museum 
HAMBURG DRESDEN HIRSCHBERG EISENACH WORMS 

t 2 3 4 5 6 7 8 i 0 

No. 1016. Text (corps 20). Min. 9 Kilo, a Kilo M. 3.30. 

Die Bernstein-Fischerei in den Ostsee •Provinzen 
MERIDIAN II1TEHNDIEN SEESTURM 
1284567890 

No. 1017. Doppelmittel (corps 28). Min. lo Kilo, a Kilo M. 3,20. 


sw: 


No. 1018. Canon (corps 36). Min. 12 Kilo, ä £ Kilo M. 3,- 


Kupfer-Matrizen werden abgegeben. 

Eingetragen in das Musterregister — Haussystem Didot, 1 Cicero 12 Punkte. 


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Blatt No. 281. 


No. 1019—1021. 


Wilhelm Wöellmer’s Sehriftgiesserei in Berlin. 


Verzierte Renaissance. 


No. 1019. Missal (corps 48). Min. 15 Kilo, ä £ Kilo M. 2,75. 





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Messingtypen-Fabrik von Hugo Friebel, Leipzig. 


Aus einem Stück. Messing^Schriften. aus einem stuck. 


Xo. 50». 


Gesetzlich geschützt. 


X«. 570. 


Xo. 522. 


ß Cicero. Per Stück Mark —.28. 5 Cicero. Per Stück Mark —.25. ß Cicero. Per Stück Mark 


Xo. 530. 


i 


Xo. 518. 


ß Cicero. Per Stück Mark —..-JO. 



Sin 


6 Cicero. Per Stück Mark —.28. 


Xo. 517. 


fi Cicero. Per Stück Mark —.28. 


8 Cicero. Per Stück Mark —.40. 

Xo. 588. Xo. 

Xo. 50V. 




dt 


B Cicero. Per Stück Mark —.12. 8 Cicero. Per Stück Mark —.10. 

Xo. VI». 

Xo. 626. Xo. 685. 


Ä 


12 Cicero.“' Per Stück Mark —.55. 12 Cicero. Per Stück Mark —.00. 12 Cicero. Per Stück Mark —.55. 


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mr 


Messingtypen - Fabrik von Hugo Friebel, Leipzig. 



Aus einem Stück. Messing^Schriften. a us einem stück. 


No. 635. 


Gesetzlich geschützt. 


No. 587. 


No. 636. 


zuGfitil GE 


4 Cicero. Per Stück Mark —.25. 


No. 64(5. 


8 Cicero. Per Stück Mark —.40. 


* Cicero. Per Stück Mark —.30. 


No. 617. 


%/t No. 638. 

im hof Bach 

7 Cicero. Per Stück Mark -.35. # ^ Per stück Mark 7 Cicero. Per Stück Mark -.28. 


No. 512. 


No. 628. 


No. 503. 


GBR v Rom 

8 Cicero. Per Stück Mark — .40. 8 Cicero. Per Stück Mark —.42. 8 Cicero. Per Stück Mark —.38. 


No. 592. 


No. 641. 


No. 643. 


MDEN 

9 Cicero. Per Stück Mark —.50. 9 Cicero. Per Stück Mark —.50. 9 Cicero. Per Stück Mark .50. 


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Vorstehende Abbildung ?oia< 
werden kann, er hindert niemals d* 


ilrLtay- | uncl aucFi nur vom Anlanger. Der mit dem Verfahren 
^^vertraute Arbeiter wird sich später lediglich ein 
dass zurückstellen, das einen dicken Matrizenpulver- 
xeister enthält, der für den Deckbogen genügend 
st. Der Deckbogenkleister muss sehr klebstoffreich 
sein, damit der Deckbogen sich während des freien 
Trocknens nicht bläht und die Matrize nicht blasig 
j wird. Wo ein besonderer Trockenofen für die Kalt- 
^ matrize nicht vorhanden ist, genügt es, wenn der 
Trockenrahmen über den Schmelzkessel gelegt wird. 
Um ein gleichmässiges Trocknen herbeizuführen, ver¬ 
ändert man jede Minute die Lage des Trockenrahmens, 
auch ist es gut, den Rahmen mit der Matrize vor jeder 
veränderten Lage einmal durch die Luft zu schwenken. 
Die Trockenzeit währt in der Regel 2 bis 4 Minuten, 
je nach der Hitze des Metalls oder des Ofens, der ähn¬ 
lich einem Conditorofen gebaut ist. Ueber dem flüssigen 
Metall trocknet die Matrize am schnellsten, erfordert 
aber auch mehr Aufmerksamkeit. Der trockene Zustand 
der Matrize ist daran zu erkennen, dass dieselbe beim 
Anpochen mit den Fingern einen harten, hellen Ton von 
sich gibt. Nach dem Herausnelimen aus dem Rahmen 
x wird die Matrize genau so behandelt, wie in der Warm¬ 
stereotypie im vorhergehenden Abschnitt angegeben ist. 
Befürchtet der Stereotj’peur, dass die Bunzen an freien 
Stellen, besonders bei Inseratencolumnen, einfallen könnten, 
;o klebt er ein Stückchen Pappspan mit Stärke oder 
Tiimmi hinter die Matrize, lässt antrocknen und bringt 
ie Matrize alsdann in’s Instrument. Ich will nicht 
nterlassen, darauf aufmerksam zu machen, dass in der 
alt Stereotypie die Cliches (Stöcke) merklich an Klar- 
*it und Deutlichkeit verlieren, wenn die Matrizen nicht 
llständig trocken in das Giessinstrument gelangen. 
3 Schärfe der Stöcke leidet auch bedeutend darunter, 
nn andere als meine extra, dafür bestimmten weichen 
l dehnbaren Kupferdruck- und Seidenpapiere ver- 
idet werden. Zum Schluss weise ich noch darauf 
dass das Kupferdruckpapier bei wiederholtem Um- 
igen sehr gut wochenlang feucht gehalten werden 
, und dass das Feuchten in derselben Weise ge¬ 
ht, wie dies beim gewöhnlichen Druckpapier der 
st. Gefeuchtetes Papier streicht sich besser, als 
nes. Seidenpapiere werden nicht gefeuchtet. 
!ereotypie von Buntdruckplatten. Sollen Platten 
>der für Rotation stereotypirt werden, welche aus 
*en Formen für Farbendruck bestehen, so ist un- 
t nöthig, die Hauptform im Ganzen zu stereo- 
l. Die Matrize ist mit grosser Sorgfalt zu be- 
a, da es im Interesse des guten Ineinanderpassens 
izelnen Farben nöthig ist, dass von der einen 
\ der Hauptform alle Platten gegossen und aus 
izelnen Platten dasjenige auszusägen und auszu- 
i ist, das nicht in der betreffenden Farbe erscheinen 
o viel Farben also ein Satz geben soll, so viel 
hat die Matrize auszuli alten. Verschiedene 

ngiisse von verschiedenen Sätzen zu einer Form 
lendnick zu vereinigen, dass Alles klappt, 
m besten Künstler kaum gelingen. 


Druckarbeit die Greifer zu beiden , , , , . .. , 

Apparat leicht abnehmen, indem man solche von der lussplatte losschraubt, als Seitenmarke kann man dann 

irgend eine beliebige andere Marke benutzen. 


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[ dann kommt die Form mit 
in in die Trockenpresse, wo 
1 die Matrize noch halb feucht 
entfernt, auf das heisse und 
nt der Trockenpresse gelegt, 
nd dieser mit einer dünnen 
egt und eine Minute lang die 
her bewegt. In dieser Zeit 
Sie wird darauf beschnitten, 
kirt und in’s Giessinstrument 
reotypirt, legt die Matrize 
irchgang aus, legt Deckbogen 
leder zurückpassiren, nimmt 
ä bringt sie in den Trocken¬ 
er 50 cm. ist das Trocknen 
tessel nicht geeignet. Der 
olchem Falle aus zwei Ab- 
l ist er viereckig und im 
Eckform ist ein Trockenofen 


mit Schiebleisten angebracht, in welchem die Matrize, 
im Rahmen gespannt, eingeschoben wird. 

Wer zur Einrichtung der Rotations-Stereotypie meine 
thätige Beihife wünscht, dem stehe ich gern zu Diensten. 

Referenzen aus den ersten Zeitungsdruckereien Deutsch¬ 
lands gebe ich gern auf und verweise als weitere Em¬ 
pfehlung auf die Rotationsmaschinen-Fabriken, sowie 
auf Herrn A. Hogenforst in Leipzig. 

Hiermit schliesse ich meine Arbeit. Ich hoffe, dem 
Anfänger damit einiges Gute geboten zu haben, den 
alten Praktiker aber bitte ich um Nachsicht, wenn er 
das Thema noch nicht vollständig erschöpft findet. Ich 
habe gesucht, in gedrängter Kürze aus meinen Erfahr¬ 
ungen wiederzugeben, was auf dem kargen Raume mög¬ 
lich war, und wenn mir einer der Collegen mit einem 
guten, verbessernden Rathe dienen will, werde ich ihm 
sehr dankbar sein. 

Nürnberg, Herbst 1887 . 

Carl Kempe. 


licht werfen, und der Satz 
erspart die Kalt-Stereotypie 
1 die Temperatur im Arbeits- 
tn eine bessere, der Stereo- 
»it wesentlich mehr geschützt; 
by Kalt - Stereotypie besteht 
br Matrize nur halb so viel 
jm-Stereotypie; durchschnitt- 
>ie-Matrize in vier Minuten 
:nen mit der Form, je nach 
lens acht bis fünfzehn und 
irt. Die Nachtheile des 
Meistens in der Schwierigkeit, 
lar und deutlich hervorzu- 
lie Stöcke flach geschnitten 
l. Diese Schattenseiten sind 
(Wendung besten Stereotypie- 
Lufmerksamkeit des Arbeiten¬ 
dst, ist, wenn der Auftrag- 
ngt, auf Lieferung scharfer 
ge, ob die kalt stereotypirten 
kann beim Zeitungsdruck 
in, denn die Differenz von 
n Platte zu Platte wird wohl 
eksichtigt; anders liegt die 
bendnick; für beide Arten 
Varm-Stereotypie das beste 


ich meiner werthen Kund- 
». Dieselbe ist durch einige 
äclist durch die Stereotypie¬ 
rt Kohlenfeuemng. Ich hoffe, 
in Inhabern von C-Apparaten 
und bemerke, dass bei Be- 
I Ergänzung zu bereits vor- 
usendung des Aschekastens 
Zu empfehlen ist ferner, dass 
eitung des Gasmotors ver- 


gestell, das zu jedem Apparat passend geliefert wird. 
Die Matrize wird mit dem schrifthohen Winkel bedeckt 
und auf* diesen Winkel wird das Hohlfussinstrument ge¬ 
legt, nachdem vorher die Hohlfussleisten nach Belieben 
gestellt waren. Auf diesem Instrument können 
Platten von vier Cicero anf? schrifthoch mit 
Hohlfuss gegossen werden und genügt es, wenn 
bei Bestellung diesbezügliche Wünsche geäussert werden. 
Bei Bestellung bitte ich um genaue Angabe der Grösse 
des Giessinstrumentes, und zw r ar nur der waagrechten 
Flächen; der breit auslaufende Giessmund des Instru¬ 
ments ist nicht mitzumessen. Für Rotationsdruckereien 
und solche Geschäfte, welche die Matrizen nicht besonders 
strapaziren, dürfte der Hinweis von Interesse sein, dass 
ich jetzt auch fertige Matrizentafeln in vorläufig drei 
Grössen zu herabgesetzten Preisen liefere, wie solche in 
der Preisliste aufgeführt sind; mit diesen Tafeln sowohl, 
wie mit denjenigen erster Qualität, welche auf grösste 
Dauerhaftigkeit berechnet sind, können alle Satzarten 
stereotypirt werden. Die Matrizen tafeln zweiter Qualität 
sind jedoch vorzugsweise für Rotations-Stereotypie be¬ 
rechnet. Es bedarf w r ohl keiner ausdrücklichen Ver¬ 
sicherung, dass ich auch fernerhin allen Interessenten 
in uneigennützigster Weise mit Rath und That an die 
Hand gehe. Wer meine Hilfe in Anspruch nehmen 
will, sei es auf welchem Gebiete der Stereotypie es will, 
dem stehe ich jederzeit zu Diensten. Reclamationen 
finden stets die entgegenkommendste Erledigung, und 
wenn es an irgend einem Punkte nicht nach Wunsch 
klappen sollte, so werde ich in schnellster Kürze für 
Abhilfe Sorge tragen. Zeugnisse über die Güte und über 
die Vortheile meiner Stereotypiematerialien werde ich 
jetzt, nach fünfjährigem Bestehen meines Special¬ 
geschäfts, nicht mehr beibringen brauchen; auf Wunsch 
stehen solche in grosser Zahl aus allen Theilen des 
deutschen Reiches, aus Oesterreich-Ungarn, der Sclrd 
und den Niederlanden zur Verfügung. Bemerken 
ich noch, dass stellesuchende Stereotypeure aller / 
tungen fast immer vorgemerkt sind. Somit über 
ich diese Preisliste der Fachwelt und bitte auch fe 

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Liberty Machine 

New-York 

64 Frankfort-Street. 


W orks. 

Berlin S.W. 

Tempelhofer-Ufer 24. 


Gebrauchs- An Weisung. 


Anlege-Apparat 

für Tiegeldruckpressen jeglicher Construction. 



Der Apparat besteht aus zwei Vordermarken und einer Seitenmarke. Vorstehende Abbildungen zeigen 
zwei Vordermarken'- A ist eine Platte, welche fest auf dem Tiegelrahmen anliegt, DD sind die Flisse dieser 
Platte, B und C sind zwei verschiebbare Schenkel, E die Zunge, F der Anlageknopf, G eine grosse Schraube, 
H eine kleine Schraube. 

Die Marken werden mit graden Füssen wie Fig. 1 zeigt geliefert. Der jedem Apparat 


beigegebene Schraubenschlüssel wird zuweilen beim Anziehen der Schrauben benutzt. 


Das Befestigen an der Presse. 

Man biege die Füsse DD um den Tiegelrahmen hemm wie Fig. 2 zeigt. Das Herumbiegen geschieht 
mit der Hand, indem man die Platte A fest auf dem Rahmen angedrückt hält. Es ist rathsam, die Ftisse 
dann nochmals mit einer Drahtzange nachzubiegen, damit dieselben recht dicht an den Rahmen anschliessen. 
Nachdem drücke man den Rahmen mit den Marken in seine richtige Lage herunter. 


Der Apparat in seiner Anwendung. 



Vorstehende Abbildung zeigt den completen Apparat auf dem Tiegel befestigt, die Fussplatte mit dem 
Tiegelrahmen heruntergedrückt, die Stellung der Vorder- und Seitenmarken dem Druckbogen angepasst, die 
Schrauben angezogen und die Zungen Über den Papierrand ragend. 

Um die Marken in die richtige Stellung zu bringen, hebe man den Tiegelrahmen hoch, bringe die 
Marken in die richtige Entfernung von einander und drücke den Rahmen wieder fest. Dann bringe man 
durch entsprechende Drehung der unteren Schenkel B und Herausziehen der oberen verschiebbaren Schenkel C, 
die Anlegeknöpfe F bis zum Rande des Druckbogens. Beide Tlieile werden dann durch Anziehen der 
Schrauben G und H befestigt. Das Anziehen geschieht in gewöhnlichen Fällen mit der Hand, bei grosser 
Druckauflage gebrauche man den Schlüssel, man ziehe die Schrauben aber nicht zu fest an. Beim Herum¬ 
drehen der unteren Schenkel B fasse man dieselben stets in der Mitte an, nicht an den verschiebbaren, oberen 
Schenkeln, damit diese nicht verbogen werden. Wenn die Anlegeknöpfe noch fester auf den Tiegelbezug 
drücken sollen, so biege man die Schenkel etwas. Die Zunge E ist dem Druckbogen entsprechend zu stellen. 
Bei Visitenkarten und ähnlichen Arbeiten drehe man die Zunge hemm und lasse das kürzere Ende vorstehen. 

Bei Benutzung des Apparates ist darauf zu achten, dass die Form mit gelegten, mit niedrigen Stegen 
geschlossen ist, mit der Form kommt er dann nicht, mit den Walzen überhaupt nicht in Berührung. 



Vorstehende Abbildung veranschaulicht einige der vielen Stellungen, in welchen der Apparat gebraucht 
werden kann, er hindert niemals den Gebrauch des Greifers zur Rechten oder in der Mitte. Wenn zu einer 
Druckarbeit die Greifer zu beiden Seiten gebraucht werden müssen, so kann man die Seitenraarke von dem 
Apparat leicht abnehmen, indem man solche von der Fussplatte losschraubt, als Seitenmarke kann man dann 
irgend eine beliebige andere Marke benutzen. 


I 

V. 

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Lager. 


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jr 50 cm. is- 
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! ist er vie: 
Eckform ist 


INSTRUCTIONS, 

RADIATING SHEET SUPPORTERS 


The above cut represents one of the Bottoin Supporters with 
letters referring to the p&rts as follows; 

A ia the Holder. D D Legs of Holder. B Pivoted Section. C Sliding Section. E Tongue, 
F Guide-Head. G Large Screw. H Small Screw. 

To Affix to the Press, 

Bend the legs D D of the Holders around the lower platen-bail as shown in Fig. 2. 


KEY-WRENCH—Sometimes usetl to tighten the large 


Fig. 1. Before Bending. I Fig. 2. After Bemling. 

The Holders are furnished as shown in Fig. 1 with straight legs, long enough to go around any size or sbap 
of bail, and should your bail be small and the legs when bent go further than half way up the back of thr 
bail, the surplus ends should be cut off. They can best be cut with the corner of a file and broken off. 

Sorae presses are so constructed tliat it is necessary to reraove the grippers to get the bail up, which mast be 
done in aflixing, and the Suppofters should be swnng down parallel to the bail. The bending is done with the 
fingers of one hand, while the Holder is being held firmly on the bail with the other. Treat both Holders the same. 

After bending as above, take the Holders off and bend the legs closer (with a pair of plyers if at hand) so as U> 
fit tighter on the bail, and replace them. 

The bail raay be removed in aflixing if preferred. If your bail is extra loose or crooked, and in consequence 
one or both Holders are loose between the bail, it can be remedied as in tightening the platen paper by packing 
the bail with paper or cardboard. 

To Use on the Press. 


1 die Tempera 
n eine bess« 
lit wesentlich 
Br Kalt-Ster 
$r Matrize ix 
m-Stereotyp i« 
>ie-Matrize ii 
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The above cut represents a complete aet of Radiating Sheet Supporters in Position on the platen, the Holders having 
been fitted and forced down with the bail, the bottom and side Supporters adjusted to the sheet, the screws tightened and 
the tongues turned around over the margin. 

To get them in position, set the Holders the proper distance apart and force them down with the bail. Then 
pressing down on the Holders, move the guide-beads up to the edge of the sheet by tuming the pivoted section 
or drawing out the sliding section. or both. Both sections are then fastened with the screws, which may be maile 
sufficiently tight with the fingers for all gheets, but in printing heavy stock, and in presses that do not open wide, 
it would be well to use the key-wreneh to tighten the large screws, but do not turn too hard. Whenever tnr- 
ning the Bottoin Supporters, take hold of the upper end of the pivoted section to avoid straining the slidin* 
section. If the guide-heads need to press harder on the platen paper, curve the sections more. Turn the tongues 
out at an angle to suit the margin. If a short stiff resistance is required for cards, tum the tongues aronnd 
and let the other end project. The tongues will direct the sheets to the guide-heads at all angles. 


ich meiner 
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und bemerk« 
i Ergänzung 
nsendung d< 
Zu empfehler 
eitung des 


The above ia a diagrara of a few of the many positions in which the Supporters may be placed. They never interfew 
with the uaeof grippers at the right or througn the centre of the sheet. If a job shoula require the use of both aide grippera, the sid* 
Snpportera can be eaaily removed by unscrewing it from the Holder and one of the other styles of gaugea uaed for a aid* 
guide inatead. 


Original from 

PRINCETON UNIVERSITY 


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F. M. Weiler’s 


NEW-YORK +* 1859. 4+— BERLIN S.W. 

54, Frankfort-Street. Tempelhofer-Ufer24, 

E r.f i n d e r 

und alleinige Fabrikanten der Original-Liberty-Maschine. 


Printers Cutter 


Schnitt: 

76 ctm. breit, 8 ctm. hoch 


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76 ctm. breit, 8 ctm. hoch 


Preis: 

M. 500 inclus. Packung ab Lager. 

Für baar extra Rabatt. 


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Die Maschine ist einfach aber sehr stark gebaut und eignet sich zu allen Arbeiten. Bequeme und leichte Handhabung, 
Der Hebel geht heim Schneiden nach links, vorn an der Maschine vorbei. 


Amerikanischer Anlege-Apparat 


für Tiegeldruckpressen jeglicher Construction 


Preis per Satz 
bestehend aus zwei Vorder- 
marken, einer Seitenmarke und 
einem Schraubenschlüssel 

M. 8,— Netto. 


i'reis per Satz 
bestehend aus zwei Vorder¬ 
marken, einer Seitenmarke und 
einem Schraubenschlüssel 

M. 8, - Netto. 


vABERd- 

MACHINE WORKS 


Die vorstehend«? Abbildung zeigt den Apparat in seiner Anwendung auf dem Tiegel. Die Marken sii 
dass Me leicbt an jeder Tiegeldruckpresse zu gebrauchen und zu jedem Papierlormat passend zu steiler» 
ist aus hartem vernickeltem Messingblech sauber und solide gearbeitet. 


Nebenstehende Abbildung 
zeigt den Apparat in den ver¬ 
schiedenartigsten Stellungen auf 
dem Tiegel befestigt. Heim 
Druck von Visitenkarten lasse 
man das kürzere Ende der 
Zunge vorstehen. 


Bei einiger Uebung wird 
es jedem Drucker leicht sein, 
den Apparat für alle Arbeiten 
passend und in jeder beliebigen 
Stellung auf dem Tiegel zu 
befestigen. 


Genaue Gebrauchs-Anweisung wird jedem Apparat beigegeben 


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PRINCETON UNIVERSITY 



Eingeführt in der Leipziger Buchdrucker-Lehranstalt. 


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Neuestes Werk über Schnellpressenkunde. 

Prospekt und Inhalt umstehend. 


Hilfsbuch 

für 

MASCHINENMEISTER 

an 

Buc h dr u ck- Cyli nd er schnei lpr essen. 


Bearbeitet unter Benutzung seiner älteren Werke und Beifügung 
aller bewährten neuen Erfindungen 

von 

ALEXANDER YVALDOW 

Herausgeber dt'* Archiv für Buchdruckerkunst und des Wörterbuches der graph. Künste, 
Verfasser von: Die Buchdruckerkunat in ihrem technischen Betriebe etc. etc. 



Kupfer- 

In den 
Aßcbitt 01 ' 
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in Eisen 





en. 


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LEIPZIG 

Druck und Verlag von Alexander Waldow. 
1887. 


Tischplatte und 
eben und ist eine 

»re Stahlwalzen 
*viire derselben 
nach der Scbwie- 
mpt- oder Hand- 


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PRINCETON ÜNlVERSITY 


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Seite. 


5. Vorkommnisse an den Walzen: a. Ölschlangen und 
Luftspiralen in den Walzen, b. Schwinden der Walzen. 


c. Zugkraft der Walzen zu verbessern. .126 

6 Die Aufbewahrung der Walzen.127 

7. Das Reinigen und Behandeln der Walzen.130 

Nachtrag.133 


Inhalt <?e§ II.. Teils., 

(4*'a Boftu Oktav mit 22 Illustrationen. Preis brosrh.2 M.. geb. :t 31.) 


Vorwort. 

Das Formatmachen:. 1 

1 . Von Werken. 1 


2. Von Accidenzarbeiten. 

Da# Schliesseu der Druckform:. 

1 . Schliesseu von Werkformen iin Allgemeinen. 

2 . Schliessen von Stereotypformen. 

3. Schliessen von Tabellen. 

- 1 . Schliessen von Accidenzformen. 


5. Schliessen von Illustrationsformen.11 

6 . Schliessen für die Doppel-Schnellpresse.15 

7. Schliessen für die Zweifarben-Schnellpresse. ... 17 

8 . Schliessen für die Rotations-Schnellpresse. .... 17 

Das Feuchten des Papiers. ... ...... 17 

Das Satinieren des Papiers.21 

Vorbereitung der Maschine zum Druck.25 

Das Einlieben der Druckform. . 27 

Punkturen und Registermachen.30 

Das Zurichten der Druckform.36 

Das Drucken.52 

Vorkommnisse beim Drucken:.61 

1 . Schmitzen.61 

2 . Falzenschlagen und Bauschen des Papiers.62 

3. Rupfen des Papiers. 63 

4. Poltern der Maschine.64 

Das Ansheben und Waschen der Form.64 


Jeder Teil wird einzeln abgegeben. 



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PRINCETON UNIVERSITY 


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Friedrich Heim & 


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ßedentend 

mnässigte Preis«! 



Amsterdam, 2 . Juli 1685. 

Fast ein Jahr ist es nun her, dass die von 
Ihnen bezogene Bronzirmaschine Nr. 2 beij-Ty Uap 
uns sieh in unausgesetztem Betriebe befind «?täOiQZTQft 
und heute noch, wie zu Anfang, in jeder Hß-mofi 
Ziehung zu unserer grössten Zufriedenheit, * 
functionirt. Ellermaii, Harms Ä ( 0 . 


Bruxelles, 21 . Mars 1885. U 
Nous soussignös declarons avoir dans noJ 
ateliers deux machines ä hronzer de hi: 
inaisou F. Heim &■ Cie. d’Ofienbach, qui tra- 
vaillont ä notre entii^re satisfaetion. 

J. E. («oossens ä Cie. 

Bruxelles, le 30. üdeembre 1889. 
N«»us avons l'honneur de vous informer, que 
nous sommes tres satisfaits de la machine 
ä gommer et ä vernir, que vous venez de 
>i"us livrer. Elle nmrehe admirablement bien, 
.1. Pb (ioossens Är Cie. 


- * 1 


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DIE KOBERGER. 


EINE DARSTELLUNG 

DES BUCH HÄNDLERISCHEN GESCHÄFTSBETRIEBES 

IN DER ZEIT DES ÜBERGANGES 

VOM MITTELALTER ZUR NEUZEIT 

VON 

OSCAR HASE. 


Zweite neugearbeitete Auflage. 

8°. Vierzig Bogen. .U io. —. 


LEIPZIG 

Druck und Verlag von Breitkopf & Härtel. 
1885. 


Der Verfasser versucht, erstmalig den Geschäftsbetrieb 
des Buchhandels und Buchdruckes im ersten Jahrhunderte nach 
Erfindung der Buchdruckerkunst planmässig darzustellen, indem 
er Druck, Verlag und Vertrieb dieses deutschen Weltbuch¬ 
handels in dem Wirken des grösstenBuchhändlers und Buch¬ 
druckers jener Zeit, Anthoni Kobergers, seiner Familie und 
seiner Geschäftsfreunde, nach zeitgenössischen Geschäfts- und 
Gelehrtenbriefen gemeinverständlich schildert. 

Die Darstellung ist durchweg deutsch gehalten unter Über¬ 
tragung alles Fremdsprachigen, unter Annäherung der alter- 
thiimlichen Anführungen an den Sprachgebrauch der Gegen¬ 
wart und mit Vermeidung der entbehrlichen Fremdwörter. 
Alles gelehrte Beiwerk ist in den Anhang verwiesen worden, 
der Text selbst verlangt vom Leser keine wissenschaftlichen 
Vorkenntnisse, damit der Hauptzweck des Buches nicht ver¬ 
eitelt werde, Buchhändlern und Buchdruckern, zumal 
auch dem heranwachsenden Geschlechte, eine frische, unmittel¬ 
bare Anschauung der großen Vorzeit ihres Berufes zu geben. 


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PRINCETON UNIVERSrry 



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INHALT. 


Zur Litteratur. Geschichte der Koberger. 


Einleitung. Sdte 

t. Zur Litteratur der Geschichte des Buchhandels. i — io 

2. Zur Litteratur über die Koberger. io—12 

Geschichte der Koberger. 

1. Vorfahren Anthoni Kobergers. 13—17 

2. Anthoni Koberger.. 17—30 

3. Nachfolger Anthoni Kobergers. 31—46 


Geschäftsbetrieb. 


I. Druck. 

1. Zeit des Beginnes. 47—52 

2. Umfang der Druckthätigkeit. $ 2 —53 

3. Betriebsweise der Druckerei. 53—57 

4. Format, Anordnung und Einteilung. 58—62 

5. Papier. 62—73 

6. Schrift. 73—81 

7. Korrektur, Revision und Herausgabe. 81—106 

8. Pressendruck. 106 —112 

9. Buchzierung. 112—139 

10. Bücherstube und Bindung. 139—142 

11. Einstellung der Druckerei. 142—143 

12. Druck durch fremde Pressen. 143—147 

II. Verlag. 

1. Stellung des Verlages zur Litteratur. 148_167 

2. Verhältnis der Schriftsteller zum Verlage. 167—174 

3. Beteiligung von Nichtbuchhändlern am Verlage. 174—182 

4. Verlagsgroßbetrieb durch Kommanditbeteiligung. 182—213 

5. Vordruck und Nachdruck. 214—238 

6. Bücherbesichtigung und -Verbot. 239—252 


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PRINCETON UNIVERSITY 

























Seite 

253—259 

259—267 

267 — 307 

268— 272 
272—284 
284—298 
298—501 
301—306 

306— 307 

307- 355 
307—309 
310—316 

3 * 6—332 

332—355 

332—33 6 

336—339 

340—346 

346—350 

350—352 

352—355 

355—369 

355-365 

365— 366 

366— 369 
369—372 
372-375 


8. Messverkehr der Zeit des Humanismus . . . 

9. Sortimentshandel mit humanistischer Litteratur 

10. Flugschriftenhandel der Reformationszeit . . 

11. Erlöschen des Kobergerschen Buchhandels . 

Anmerkungen. 

Orts- und Personenverzeichnis. 

Verlagsverzeichnis der Koberger. 

Zeitlich geordnetes Verzeichnis. . . . 

Nach Verfassern geordnetes Verzeichnis 
Verzeichnis eines Wanderlagers 

Briefbuch der Koberger. j_CLIV 

Brieftafeln I—IV: Anthoni und Hans Koberger, Pirckheimer, Luther. 

Anhang: Förderung des ältesten Buchhandels durch die Stadtbehörden. 8°. 
32. S. Von diesem Sonderabdruck aus dem Archiv für Geschichte des 
deutschen Buchhandels, 10. Band (Druck von B. G. Teubner in Leipzig 1886 
können einzelne Exemplare unentgeltlich abgegeben werden. 


395-433 

435—442 

443—462 

445—454 

455—462 


376—379 
379-388 
388—39* 
39*—394 


III. Vertrieb. 

1. Käuferkreis und Absatzgebiet. 

2. Erschwerung durch die Zeitverhältnisse. 

3. Verkehr mit den Bücherkäufern. 

Faktoreibetrieb. Nürnberg. 

Paris. 

Lyon. 

Ofen u. a. O. . . 

Wanderbetrieb. 

Marktverschleiß. 

4. Buchhändlerverkehr. 

Büchermessen. Straßburg. 

Leipzig. 

Frankfurt . . . . 

Lieferungsformen. 

Verkehr außerhalb der Messen . 

Geschäftsgewinn. 

Barverkehr. 

Rechnungsverhältnis. 

Tauschgeschäft. 

Auftraggeschäft. 

5. Beförderungswesen. 

Fracht verkehr. 

Botenverkehr. 

Briefwesen. 

6. Diener. 

7. Buchführung. 







































Urtheile der Presse: 


Centralblatt für Bibliothekwesen. 1886. 5. Heft. Zunächst sei überdas 
ganze Werk bemerkt, dass wir bisher kein gleichwertiges, seine Aufgabe 
erschöpfendes und geschmackvoll darstellendes Buch zur Geschichte des 
deutschen Buchdruckes und Buchhandels hatten, als uns in dem vorliegenden 
über die Koberger von einem der Mitinhaber einer deutschen buchhänd¬ 
lerischen Weltfirma (Breitkopf & Härtel) geboten wird. Dass die deutschen 
Buchhändler mit ihren französischen Kollegen, von denen einzelne so ausser¬ 
ordentlich werthvolle Beiträge zur Geschichte ihres Metiers geliefert haben, 
jetzt auch hierin in den Wettkampf treten, ist gleichfalls der Erwähnung werth. 

Wir können allen Freunden des Buchgewerbes das Studium desselben 
aufs Angelegentlichste empfehlen. 

Deutsche Litteraturzeitung. 1886. Nr. 14. So sind wir berechtigt, dieser 
von echt historischem Sinn wie hervorragender Darstellungsgabe zeugenden 
Arbeit eine weit grössere Bedeutung, als sie die Bescheidenheit des Ver¬ 
fassers beansprucht, zuzuerkennen: die eines der wertvollsten Beiträge zur 
Culturgeschichte der vom Mittelalter zur neueren Zeit führenden Uebergangs- 
periode. Die Berufsgenossen des Verfassers aber werden ihr unter den besten 
Leistungen auf dem neuerdings so tüchtig bearbeiteten Gebiete eine ehren¬ 
volle Stelle an weisen. 

Litterarisches Centralblatt. 1886. Nr. 21. Was von der früheren Bear¬ 
beitung übrig geblieben, ist im Grunde nur der Entwurf des Ganzen, die 
Gliederung des Stoffes, sozusagen das Skelett des Buches: die einzelnen 
Abschnitte aber, von denen übrigens auch einige neu hinzugekommen sind, 
erscheinen jetzt zu einem Werke von solcher Gründlichkeit und Vollstän¬ 
digkeit erweitert, dass dieses auf dem Gebiete, auf welchem es sich bewegt, 
geradezu als epochemachend bezeichnet werden muss. Diese Vertiefung und 
Ausweitung des Stoffes beruht einerseits auf der Benutzung neu aufgefundener, 
erst jüngst erschlossener Quellen , welche über den inneren buchhändlerischen 
Vertrieb, vorzugsweise der Koberger, aber auch vieler gleichstrebender Zeit- 
und Berufsgenossen, erwünschten Aufschluss geben, andererseits auf einem fort¬ 
gesetzten unermüdlichen Studium des Verf.’s, welches ihn in den Stand gesetzt 
hat, nicht nur die überaus fruchtbringende Thätigkeit der Koberger nach 
allen Seiten hin so ausgiebig zu behandeln, wie dies unseres Wissens bisher 
noch mit keiner anderen unserer alten Buchdrucker- und Buchhändlerfirmen 
geschehen ist, sondern auch diese Familiengeschichte annähernd zu einem 
Gesammtbilde des damaligen deutschen Buchhandels auszugestalten. So gibt 
das Buch weit mehr als sein Titel verspricht. Denn die drei Hauptabschnitte 
desselben, welche sich über Druck, Verlag und Vertrieb verbreiten, gehen 


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zwar überall zunächst von der Thätigkeit der Koberger auf diesen verschie¬ 
denen Gebieten des deutschen Buchhandels aus, aber sie berühren, was bei 
der hervorragenden Stellung jener Familie unter den zeitgenössischen Druckern 
und Verlegern sich gewissermassen von selbst ergab, zugleich die vielver¬ 
schlungenen Wege und Manipulationen des damaligen deutschen Buchhandels 
überhaupt. Und da diese Seite der menschlichen Thätigkeit sich naturgemäss 
nicht nur mit den geistigen Strömungen jener Zeit auf das engste berührte, 
sondern auch in die allgemeinen Verkehrsverhältnisse in mannigfacher Weise 
eingriff und wiederum von ihnen bestimmt ward, so kann man ohne Ueber- 
treibung sagen, dass wir in dieser neuen Bearbeitung des Buches unter steter 
Anlehnung an die Buchhändlerfamilie, die ihm den Namen gegeben hat, ein 
Culturbilderhalten, welches die Hauptzüge desgesammten litterarischen Treibens 
jener merkwürdigen Uebergangszeit aus den mittelalterlichen Anschauungen 
und Lebensformen in diejenigen der Neuzeit zu prägnanter Gestaltung bringt. 
Denn auch die vielfachen und lebhaften Beziehungen, in welchen die Kober¬ 
ger zu den litterarischen Wortführern der Zeit, den Humanisten sowohl wie 
den Reformatoren standen, finden eine angemessene, weitgreifende Berück¬ 
sichtigung. Gerade in dieser Ausweitung des beschränkten, sozusagen mono¬ 
graphischen Stoffes zu einer umfassenderen Darstellung, welche bei aller 
Gründlichkeit in der Detailmalerei doch die grossen Gesichtspunkte des all¬ 
gemeinen litterarischen Lebens stets im Auge behält und so einen Ausblick 
zugleich auf die ganze geistige Thätigkeit der Nation eröffnet, möchten wir 
einen Ilauptvorztig des Buches und den besonderen Reiz erblicken, den es, 
unähnlich so vielen verwandten Monographien bibliographischen Inhaltes, 
auf den Leser ausübt. 

Allgemeine Zeitung (München), Wissenschaftliche Beilage 1886. Nr. 5. 
Aus den wenigen Bogen der ersten Auflage (1869) ist ein stattlicher Band 
erwachsen, geziert mit interessanten Facsimiles, ausgestattet, wie es sich für 
einen Gelehrten aus dem Buchhändlerstande geziemt, mit einem trefflichen 
Register und mit umfangreichem bequemem Quellennachweis. Den Eltern ist 
das Buch gewidmet, und wie der Sohn als väterliches Erbtheil von dem Alt¬ 
meister der Kirchengeschichte die plastische Kraft der Darstellung, die echt 
geschichtliche Anschauung von Zeit und Umständen und den feinen Sinn 
überkommen hat, mit Kün«stleraugen die Welt zu betrachten, so ist ihm von 
der Mutter, die dem alten Buchhändlergeschlecht der HäTtel entstammte, die 
nicht zu verachtende Gabe geschäftlicher Gewandtheit und Tüchtigkeit gewor¬ 
den. Gerade diese Doppeleigenschaft des tüchtigen Forschers und des prak¬ 
tischen Geschäftsmannes ist beinahe nothwendiges Erforderniss, um sicher 
und richtig einen Gegenstand aus jenem interessanten Gebiete zu behandeln, 
das auf der Grenzscheide stehend zwischen rein geistigem Schaffen und ge¬ 
werblicher Thätigkeit nach beiden Seiten hin Einfluss und Bedeutung hat. 

Wir glauben diese kurze Anzeige über das treffliche Werk nicht besser 
beschliessen zu können, als mit dem Schlusssätze eines Kobergcr'schen l’la- 
cates: „Lebe wohl, kein Grund ist vorhanden, dass du dieses Buch aus deinen 
Händen entwischen lassest.“ 

Deutscher Reichsanzeiger 1886. Nr. 59. Diese, zuerst im Jahre 1869 
erschienene Schrift, muss als ein bedeutungsvoller, anziehender Beitrag zur 
Geschichte der litterarischen Kultur am Ende des Mittelalters und zum Anfang 
der Reformationsepoche bezeichnet werden, welcher unsere Kenntnis der 
gewichtvollen Zeit in wesentlichen Punkten vervollkommnet, bezüglich be¬ 
reichert. 





— 7 — 

Der Verfasser liefert in dem mit aufrichtiger Liebe zu seinem Berufe 
und zum deutschen Volksthwm abgefassten Buche sehr beachtenswerthe Bei¬ 
träge zur näheren Kenntnis des mittelalterlichen Verlages und buchhändleri¬ 
schen Vertriebes. Gerade in diesen Abschnitten bekundet sich das richtige 
Verständnis des Verfassers. 

Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg. Sechstes 
Heft 1886. Das mit ungemeinem Fleiss gesammelte Material ist mit grösster 
Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit gesichtet und zu einem schön gegliederten 
Ganzen verarbeitet, an dem der praktische Geschäftsmann eben so grossen 
Anteil hat als der Gelehrte, so dass uns in dem Wirken der Koberger ein 
treues und anschauliches Bild des Wechsels der Litteraturverhältnisse und der 
Entwicklung des Buchhandels jener umgestaltenden Zeit vorgeführt wird. 

— So schliesst sich das ganze Werk in Bezug auf Schönheit und Korrekt¬ 
heit den Werken Kobergers an. Hase hat damit dem hervorragendsten Buch¬ 
drucker und Buchhändler vielleicht aller Zeiten, der sämmtliche Zu'eige dieses 
Gewerbes unter seiner kräftigen Leitung vereinigte, ein glänzendes Denkmal 
gesetzt. 

Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 1885. Nr. 290. Es war mir 
eine wirkliche Freude, als ich vor mehreren Wochen von der Redaktion des 
Börsenblattes um eine Besprechung des soeben erschienenen Buches ..Die 
Koberger“ gebeten wurde; denn ich muss sagen, dass ich wenige Bücher 
mit grösserem Interesse gelesen , wenige mit grösserem Nutzen aus der Hand 
gelegt habe, als diese ausgezeichnete Arbeit Oscar Hases. Allerdings ist 
wohl auch nicht oft auf ein Werk so viel Mühe und universelles Studium 
verwendet worden wie auf diese treffliche Monographie, die das „nonum pre- 
matur in annum“ lange für sich hat. Schon im Jahre 1869 hatte Dr. Hase 
bekanntlich eine kleine nicht in den Handel gelangte Schrift über »die Ko- 
burger« erscheinen lassen, der er 1881 das „Briefbuch der Koberger 4 folgen 
liess. Diesen damals veröffentlichten wichtigen Geschäftsbriefwechsel hat er 
nun in dem vorliegenden völlig neugearbeiteten stattlichen Bande zum ersten¬ 
mal für die innere Geschichte des deutschen Buchhandels verwertet und ent¬ 
wirft so dem Leser ein Bild aus der Jugendzeit des deutschen Buchdrucks, 
wie es farbenfrischer und anziehender nicht gedacht werden kann. Indem 
er das Wirken „des Fürsten der deutschen Buchhändler des fünfzehnten Jahr¬ 
hunderts“ herausgreift, schildert er den Wechsel der Litteraturverhältnisse und 
die Entwickelung des Buchhandels jener umgestaltenden Zeit anschaulicher 
und fasslicher, als es eine noch so umfangreiche Abhandlung über den Ge- 
sammtbuchhandel jener Zeit jemals vermöchte. 

Ein Jeder, der sich über den Geschäftsbetrieb der damaligen Zeit, die 
Betriebsweise der Druckereien, die Ausstattung der Bücher, das Verhältnis 
der Schriftsteller zum Verlage, den Käuferkreis und das Absatzgebiet, den 
Verkehr der Verleger mit den Verkäufern, das Beförderungswesen, die Buch¬ 
führung u. dgl. unterrichten will, findet über dieses und tausenderlei anderes 
in Hases Werk die beste und sicherste Auskunft. Das Buch, dein ein sorg¬ 
fältiges Verzeichnis der Kobergerschen Verlagswerke, das Briefbuch der 
Koberger und eine Anzahl faksimilierter Brieftafeln beigegeben ist, macht wie 
wenig andere der deutschen Wissenschaft Ehre und steht für alle ähnlichen 
Arbeiten als mustergiltiges Vorbild da. 

Kunst und Gewerbe. 1886. Mit einer Fachkenntnis, Genauigkeit und 
einem Fleiss ohne Gleichen ist dieses für die Kulturgeschichte höchst schätz¬ 
bare Werk abgefasst. Der Leser, welcher hier bloss eine Biographie der bc- 



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Iftwrhinen 

1 und sind 
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in Eieon 



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Rinceton uNivron 





— 8 — 

rühmten Druckerfamilie erwartet, sieht seine Hoffnungen weit überholt. Die 
Schicksale der verschiedenen Mitglieder dieser Familie dienen bei aller Aus¬ 
führlichkeit der Behandlung doch nur als Staffage für das überreiche Bild, 
welches uns von dem buchhändlerischen Geschäftsbetrieb jener Zeit entworfen 
wird. 

Einzig steht Antoni Kobcrger als Drucker da. Die Vielseitigkeit seines 
Geschäftsbetriebes, die Zahl der Arbeiter, die Arbeitstheilung, die Veran¬ 
staltung für einen Grossbetrieb ohne Gleichen , treten aus der Handwerksge¬ 
schichte jener Zeit in einer Weise heraus, dass nichts Aehnliches dem ent¬ 
gegengesetzt werden kann. Neben dem Erfinder erscheint uns Koberger als 
der wichtigste Mann in der ersten Geschichte der Buchdruckerkunst. Tausend 
Dinge, die heute durch hundertjährige Erfahrung geordnet und geregelt sind 
mussten erst in Fluss gebracht werden, und überall steht Koberger obenan. 

Der Verfasser hat es dann verstanden, aus kleinen Notizen und Andeu¬ 
tungen ein lebensfrisches Bild von den buchhändlerischen-Verhältnissen und 
von dem Buchdruckgewerbe jener Zeit zu entwerfen. Der Druck, der Verlag 
und der Vertrieb wird so anschaulich geschildert, dass der sachkundige Leser 
unwillkürlich sich in die alte Zeit versetzt glaubt. Die Stellung des Verlags 
zur Litteratur, das Verhältnis der Schriftsteller zum Verlage, Vordruck und 
Nachdruck, Bücherbesichtigung, die Versendung der Bücher, lauter Dinge 
die heute ganz anders geartet sind , werden hier in ihrer Entwickelung ge¬ 
schildert und mit lebhaftem Interesse verfolgt der Leser die Schwierigkeiten, 
die dieser Entwickelung Tritt für Tritt entgegentreten. 

Das Werk ist eine Arbeit, die deutschem Fleisse und deutscher Gründ¬ 
lichkeit zur Ehre gereicht. 

In gleichem Sinne äussern sich sämmtliche übrigen Besprech¬ 
ungen des Werkes: 

Anzeiger des germanischen Nationalmuseums. 1886 Juni. 

Blätter für litterarische Unterhaltung . 1886. No. 24. 

Deutsche Buchhändler-Akademie. 1886. 4. Heft. 

Grenzboten. 1886. Litterarischer Handweiser. 1886. 

Mittheilungen des K. K. Museums f. Kunst u. Industrie . 1886. Heft 4. 

Papier-Zeitung. 1886. No. 20. 



Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig. 





Praktische Apparate 


PilUTÜL'U. 

Mit Weissglanzpolitur pr. Stück M. 1.60. 
Mit Hochglauzpolitur - - - 1.20. 
Gewöhnliche ... - - - 0.50. 


Ihnen srf) nt i her 

für Buchdruckereien 


Stück M. 1.30. 


Mit Messingschrauhe pi 
Mit Hornsehraube . . - 

Mit verschiebbarer Zwiiij 
Zum Einstecken . . . 


Ine Kupfer- 


r. In den 

Maschinen 
an und sind 
,he werden 
,h in Eisen 


.RI) I s p i 1t t n 

englische 
pr. Dtzd. M. 1. — . 


Der Apparat dient einesteils «um Schneiden 
der verschiedensten Gehrungcu un Linien aus 
Messing bezw. Schriftmetall, anderenteils zum 
Teilen derselben und zur Herstellung von Spatien 
*us Schriftmetall bis 1 •« Cicero Stärke. 


§tiuu1)ifjr 

mit gusseisernen Kähmen und Zinkboden 

l>nteutirt 


3mid)tmrfisn* 

patentirt mit 2 Klingen 


3itridjtsd;cvrn 

pr. Stück M. 1.—. 

Bhstbäbu' 


itruiert 


,r Tischplatte und 
reehon und ißt eine 
,itere Stahl walzen 
Vravüre derselben 
£ nach der Schwie- 
•ampf- oder Hand- 


Original from 

ETON UNIVERS 


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BDinkelfjahnt 



Gewöhnliche mit Schraube. 


21,0 cm lang in Eisen 
23,5 .... 

26.3 - - - 

29,0 - - - 

31.4 .... 

37,0 - - - 

42,0 


. . . M. 

5.30. ! 

. . . 

5.50. 

. . . 

6 .—. ! 

. . . 

0.40. 

. . . 

7.—. j 

. . . 

9.—. 


9.70. t 


23,5 cm lang in Messing . . . M. 0.30. 
29,0 --- - ... - 7.50. 

23,5 - Messing m. Ebenholz belegt - 8.50. 

Eiserne in längernt Format wie oben 
werden mit 35 Pfg. Aufschlag pro 2,5 
laufenden cm berechnet. 

% 



|H 


Patent mit Keilverschluss. 


21,0 cm lang in Eisen . . 

. M. 6.30. 

37,0 

42,0 

cm lang in Eisen . . 

. M.10.—. 

23,5 

- 6.65. 

. . 

- 11.—. 

20,3 - - - . . . 

- 7.50. 

1 23,5 
29,0 

- in Messing . . 

- 7.50. 

29,0 ... - . . . 

- 8.—. 

- - - . 

. - 8.50. 

31,4 --- - . . . 

- 8.50. 

23,5 

- Messing m. Ebenholz belegt - 10.—. 


Calu'Unt-Hf'hilu'Ujalu'n 



auf 4 verschiedene Breiten stellbar. 


35,7 lang, 3,0 tief 


M. 15.— . 


üteileitmtpr. 



Vernickelt, mit den Kegeln Nonpareille, Petit, Korpus und Cicero. Preis M. 10. —. 

Boi Bestellung von Zeilenmessern, welche nicht auf Pariser Kegel gewünscht werden, wolle mau 
10 Cicero m als Zurichtung einsenden. 


Google 


Original from 

PRINCETON UNIVERSITY 










grösseren Buchdrucke] 


Verwendung. 


_ireien --„ 

Sogen, als auch für Rollenpapier gebaut. — Das 
gang selbstthätig so zwischen den verschiedenen 
Sr einer Hartwalxe in Berührung kommt, dasselbe 
irt ist. Die Leistungsfähigkeit ist bei Bogen- 
ngerer Walzenzahl, nämlich 1100 — 1600 Bogen per 
3 viel vollkommenere. Bei den breiteren Maschinen 
*-h 2 Bogen von beinahe je halber Breite gleichzeitig 
jren Hartwalzen werden auf Verlangen zum Heizen 
;enommon und wieder eingesetzt werden, ohne dass 
5ur grösseren Bequemlichkeit eine Hebevorriohtung 
ntanon Aufhebung des Hebeldrnckes ist eine Vor- 
ligsamen zum schnellen Gang lässt sich äusserst 
so angeordnet, dass gämmtliche Walzenmittel bei 


Die dreiwalzigen Calander eignen sich besonders für solche 
Papiere, welche hauptsächlich auf einer Seite eine sehr schöne gleich- 
mässige Satinage erhalten sollen und finden desshalb in Buntpapier¬ 
fabriken, lithographischen Anstalten, SpiolkArtenfabriken etc. vielfach 
Verwendung. Es lassen sich mit denselben je nach dem Format 1100 bis 
1600 Bogen per Stunde satiniren. — Die Hartwalze wird meistens zum 
Heizen eingerichtet. 


Kupferdruckpresse 

mit Rädervorgelege. 


irmaschine. 


I>. R.-Patent. 


findig gedeckt mit hohem Glanz und staubt die Bogen ganz rein ab, 
laschine verlassen haben, sofort zum Chromodruck verwendet werden 
lider, ähnlich wie an einer Schnellpresse, während des Einlegens des 

I nt grosser Sicherheit besorgt werden. Die Maschino arbeitet ohne 
Fortheil bietet der Bronzebanttltar in Verbindung mit der Vorrichtung 
her man je nach Bodarf und je nach der Grosse der Bogen den Bronze- 
\ Weise sehr an Bronze spart. Hierzu kommt noch, dass die Maschine 
irwork nur arbeitet, so lange der Bopen durch die Maschine geht, wo- 
inze erzielt wird. Im ganzen beträgt die Ersparuiss an Bronze, gegenüber 
J- An der Maschino kann der Bronzebehälter jederzeit nachgefüllt werden, 
fstellt zu werden braucht wie dies bei anderen Constructionen nöthig ist. 


Vorstehende Abbildung stellt eine Kupfer¬ 
druck-Presse mit Rädervorgelege dar. ln den 
kleineren Formaten werden diese Maschinen 
meistens ohne Rüdorvorgelege genommen und sind 
dann entsprechend billiger. Die Tische werden 
extra berechnet und je nach Wunsch in Eisen 
oder in Holz angofertigt. 


Lüfrir-Walz werk 

Bn von Buntpapier und Tapeten 


G-aufrir - Walzwerk 

zum Prägen von Fantasie- und Buntpapieren 


Diese Walzwerko sind mit abgehobelter eiserner Tischplatte und 
einer Compositionsplatte (statt Papier-Contrewalze) versehen und ist eine 
Stahlwalze ohno Gravüre im Preise inbegriffen. Weitere Stahlwalzen 
oder Messingwalzen werden extra berechnet. — Die Gravüre derselben 
wird ebenfalls besorgt; der Preis derselben richtet sich nach der Schwie¬ 
rigkeit des Dessins. Diese Maschinen werden für Dampf- oder Hand¬ 
betrieb, sowie mit oder ohne Parallelstellung geliefert. 


kbinldung stellt ein uautrir-\V alzwerk dar, wie es 
'Hollen zu verwenden ist. — Es kann dasselbe jedoch 
Ine Bogen verwendet werden, doch kommt 
Falle, dass mehrere Dossinwalzon dazu verlangt 
ielien. als nebenstehend abgebildeto Maschine, dazu 
ch eine Papiorwalso gehört. 





Original from 









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Friedrich Heim & 


Friedi 


Gummir- und 


•tieiqo'BQq nz rvene. 


a I9)itf) .y f.m.yBf) -oohs oaituuuj 

•uoi'jDujsii^ri e.ioi'juo aj^ou v 
auuoupuuj *d "l n P uosiuiaji öj-joa 

ap .nuj0A v jamtnoS « auiqDBra b[ enb 

‘jauzjifiiod stioA ap JisiBjd a[ suoab snojyj 
1881 jaiAuwf \,z <q ‘ouießjag 


SiumiiS V uajßBj 
•uauiuios||ioA sun ao^ipaujaq auiqosB]\ 
-unjsierj oiQ *snu atfT t t 0813nTJ i 2Ct 0’*$I 
-aif o.ujup uaäuoA uii aip aaqn 3iaqua 
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*Q881 Huj* *9i ( U9UJ9jg 


•squiaoips uaupaiJ.il 

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auig Tiuuq ua]qajduia b)bqai|)ua^a(ajfuy «up ^ ^ 41 M 

jnu auiqosBj\[ aip uojuassa.mjuj uiepel' qai *uepaijjnz .iqas qoi utq (*1113,3 9G~ 08 V 

ssup oß ‘aqoejuia 3s.iassMB ouia ^unqBqpuujj o ' J N 9niqD9*Buuxznoja .tap puu aqo-u 

ua.iap 3«! puu Suntiqotez uapuajizuo.iq nz naS J«3-ifiod *1x133 cß tioa uez|BAissii53JBp 

-iqaijaq .iepaf iaq a 3 « 3 |nsa}j 93ns .iqas 3493311 pun -jotiIuj ieA\z 31m sjaptre^o 0334 

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q;>is 3.iqn.M.aq japuB^BQ a^izjBAiiajp aap qony 
qfüis qoi|jqaq3uaun qoT.130^ ua.iasspjS .1113 
apiaq oqojoAi ‘auiqosBrazaB3Sbny aip puu 
aaiqosBtnjiznojg oip sun3si |iaq3Jo^ luassojS 
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Jim oqojos puu uiq uapai.ijnz nauiuioqqoA 

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puu aniqoBBinjTzuoja 0310^1: 

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uauqoiazsiiB 3jaqjy' aua^aipoÄ pun 0: 
3sqopq qojnp ‘ .laqnua^a^ ua 3 B?it 4 qB 3 zi 
-uof) UcqaiA : uaq|aba;p qois ssBp ‘ujaä bj 
-aq aaSfi3uibaq pun uapai.ijnz qai^uapjo. 
4r.1v puis uouiqosBjY .loproq ^un3Sia r £ .ia 

•japUBXB3-4TUI3BS UaSlZXBAVJUTl^ 
aiAiob ‘auiqosBuiJTznojg 

: sun uajjajaii *j^ *u qouc 
ui *03 jy uiiajj qaupöii^ iiajjaH 

*9881 .nnump *fq ‘uazjnBg 


c r cA~i~''' 


ßdentend 

«rmässigte Preise! 




arrtnj r ' r • -- a 


Amsterdam, 2 . Juli 1S8;* 
Fast ein Jahr iyt es nun her, dass die 1 
Thnen bezogene Bronzirmaschine Nr. *2 
uns sieh in unausgesetztem Itetriebe befin 
und heute noch, wie zu Anfang, in jeder 
ziehung zu unserer grössten Zufrieden! 
functionirt.Kllerman, Harms aV; (1 


Bruxelles, 21 . Mars 188 ; 
Nous soussigmSs declarons avoir da ns 
ateliers deux machines ä bronzer de 
maisou F. H e i m Ä: Cie. d‘Oß‘enbaeli, qui I 
vaillent a notre entiere satisfaction. 

J. K. lioossens aV ( i< 

Bruxelles, le 30 . D 4 cembre 188 < 
Nouä avons l'honneur de vmis informer, 
nous sommes tres satisfaits de la mach 
ä gommer et ä vernir, qtie vous venez 
nous livrer. Klle marche artmirablement b: 

J. K. Goossens aV (i< 

• 9mm ■-- ^ q®uuü0 J9D0 tnpim: 


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PRINCETON UNIVERSITY 






ch Heim & Co. in Offenbaeh a. M. 


Bronzir- Maschine. 

D. R.-Paten w. 


Ikileiitoiiil 


m. 




Aschafftnburg, 31. December 18b<>. 

Die uns gelieferte Pronzirmaschine, welche 
wir nunmehr schon seit Jahresfrist in fast 
unausgesetztem Betriebe» stehen haben, func- 
tionirt zu unserer vollsten Zufriedenheit. Sie 
bronzirt sehr gleichmassig und fast ohne 
Bronzeverlust and erfordert keine nennens- 
werthe Kraftanstrengung, so dass wir die¬ 
selbe allen Interessenten nur bestens em¬ 
pfehlen können. 

Acticii-Gesellsoliaft für Buntpapier- 
und Loiinfabrikation. 


Fürth, 10. December 1884. 

Ich bescheinige hiermit, dass die von der 
Firma Friedrich Heim «S: Co. in Oft'enbach 
a. M. in meiner Luxuspapierfabrik aufge- 
stellten zwei Maschinen, nämlich Bronzir¬ 
maschine und Calander, zu meiner völligen 
Zufriedenheit fnnctioniren. S. Bing. 

Fürth, 2. März 1885. 

Auf Ihren Wunsch kann ich Ihnen nber_ 


Dresden, den 11. Fehl*. 1885. 

Wir bestätigen hiermit gerne, dass dip uns 
im November a. j». von den Herren Friedrich 
Heim <S; Co. in Orlenbach u. M. gelieferte 
Bronzirmaschine in jeder Hinsicht zu unse¬ 
rer vollsten Zufriedenheit arbeitet und können 
wir daher mit Ueberzeugung diese Maschinen 
auf's Wärmste empfehlen. 

Dr esdener E tiq ue 11e nf nhrik 

Schupp Ä: Xiertli. 


Dresden, 2. Januar 1887. 

Pilln[r*er»trA«8« A3. 

Ihre uns im Juni vorigen Jahres gelieferte 
grosse Bronzirmaschine arbeitet zu unserer 
Zufriedenheit und kann als Hülfsinaschine 
nur empfohlen werden. 

F. K. Fliegei & Cu. 


Bremen, 3. Januar 1887. 

Im Besitz Ihres Geehrten vom 30. pto. 
bestätige Ihnen hiermit gerne, dass die . nUr 
unterm *20. Januar 1886 von Ihnen gelieferte 
Bronzirmaschine bisher zu meiner vollkom¬ 
menen Zufriedenheit gearbeitet hat. 

W ilhelm Jönfzen. 


Crefeld, 14. November 1884. 


lerren Frie 


drich Heim & Co., 

Ottenbach a. M. 


(ferne bescheinige ich Ihnen, dass ich mit 
den mir gelieferten, schon längere Zeit inj 
Betrieb befindlichen, folgenden Maschinen:/ 

1 Bronzirmaschine Nr. 1 '(Format HO? 

— 00 Ctm.), t* I 

1 Calander, 3-walzig, für Bogen- un<j 
Rollensatinage eingerichtet, in 112 Ctin 
polirter Glättlänge der Hartwalze, um 


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PRINCETON UNIVERSITY 
























Des Buchdruckers Hilfsmaterial. 


Von Carl kempe, Nürnberg. 


Die gesteigerten Ansprüche im Geschäftsverkehr 
der Buchdruckereien mehren sich von Tag zu Tag. Jede 
Officin, und am meisten die kleinere Buchdruckerei, 
empfindet den Concurrenzdruek, der ja bei grösseren Auf¬ 
lagen und wiederkehrenden Arbeiten am härtesten auftritt. 
Das sogenannte Maschinenfutter, die Massenauflagen, 
welche den Buchdrucker einst mit, wenn auch be¬ 
scheidenem, so doch meist zufriedenstellendem Erträgniss 
beschäftigten, sie sind auf einen Stand herabgedrückt, 
der es den Meisten unmöglich erscheinen lässt, den Wett¬ 
streit mitzumachen. Sehen wir von Auflagen dieser Art 
ab und fassen wir den Formulardruck in’s Auge. In 
früheren Zeiten repräsentirte ein Formularmagazin ein 
Vermögensobject von beträchtlichem Werth; die Gesetz¬ 
gebung und der Verwaltungsapparat arbeiteten in ruhi¬ 
geren, beschaulichen Geleisen, und selten kam es vor, 
dass ein Jahre altes Formular wegen Textveränderung 
verworfen werden musste. Heute ist kein Formular vor 
plötzlichen Aenderungen sicher; die Verwaltungsformulare 
insbesondere sind der reine Spielball geworden. Es ist 
gar keine Seltenheit, dass ein Formulardrucker vielleicht 
an einer Arbeit mehr zusetzt, als er an zehn anderen 
verdient hat. Dass ein Formularverlag aus solchen 
niederschlagenden Gründen die Flinte nicht in’s Korn 
werfen kann, bedarf für Fachkenner keiner Erklärung, 
er kann nur darauf bedacht sein, den Schaden durch 
dj ljlJll^^^^stm^^p^gen, und seien^ si e noch so klein, 


eingesenkt werden kann, gelegt und wiederholt in seiner 
Lage verändert wird, damit das Trocknen der Matrize 
gleichmässig vor sich geht. Die Einrichtung umfasst 
ferner ein Paar cicerostarke Giesswinkel, den Schmelz¬ 
kessel, den Giesslöffel, die Bestosslade nebst Hobeln, einen 
Satz Stichel, einen Satz schrifthohe Stereotypieschliess- 
stege, Schliessrahmen, Klopf bürste, dicke weiche Trocken¬ 
filze, alle Stereotypiepapiere sortirt, fertige Matrizentafeln 
und Matrizenpulver. Ohne Hilfsmaterial JL 125. 

B. Eine Stereotypie-Einrichtung für 300 Mark. 

Gesammter Zubehör wie bei A, grösste auszunützende 
Giessfläche 24 : 32 cm. Die dazu gehörigen Materialien ent¬ 
sprechen dem vergrösserten Format; ohne dieselben J(l 210. 

C. Eine Stereotypie-Einrichtung für 450 Mark. 




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Original from 

PRINCETON UN I VERS 1T Y 









Keine Unterlagstege! Keine Facettenstege! 

Stereotypieplatten J^undament 


Dieser Änlegeapparat, wel¬ 
cher complet M. 10.— kostet, 
eignet sich besonders für 
solche Tiegeldruckpressen, 
welche über ein Format von 
BO cm. Breite nicht hinaus¬ 
gehen. Die Anlegemarken 
(a Stück 1 c M) sind auch zum 
Aufkleben eingerichtet und 
praktisch für jede Tiegeldruck¬ 
presse, wie auch für Hand¬ 
pressen alter Con9truction. 


Im vorgezeichneten Ap¬ 
parat können mehrere Plat¬ 
ten zu gleicher Zeit ver¬ 
kupfert werden. Zu diesem 
Apparat wird ein cyan¬ 
kaliumfreies Verkupferungs- 
Bad, in einem Glasballon 
fertig angesetzt, gratis ge¬ 
liefert. Leichtfassliche Ge¬ 
brauchsanweisung wird bei¬ 
gegeben. Kleinere Appa¬ 
rate gleicher Construction 
zum Verkupfern von: 

8° Columnen ein* u. mehrfach M. 20 


Dieser galvanoplastische 
Apparat dient zu gleicher 
Zeit zur Herstellung von 
Kupferniederschlägen in 
Wachs- oder Guttapercha¬ 
prägung, und gehen wir mit 
näheren Angaben über den 
einfachsten Ansatz der Ele¬ 
mente gern zur Hand. 


Grosses Fabriklager 

von 

S^urfifp.sfpn Rioin7Allrfurnn, 


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von 


CARL DERLON in LE 


Die Preise verstehen sich frei ab hier in deutscher Reichswährung. Ziel 8 Monat gegen meine Tratte oder por Compt. mit 
Aufträge Dur gegen haar oder mit Nachnahme gesandt. Ohne Verbindlichkeit wegen Proisänderung. Bei Rimessen auf Ne 

rechtzeitige Vorzeigung oder Beibringung von Protesten. 

Versandt auf Rechnung und Gefahr der Besteller. 

-— 

Trockene Druckfarben für Litho- und 1 

Die mit * bezeichneten Farben sind in Hütchen geformt. Impalpable = feinst ge 

Rothe Farben. II * : * 


Achatlack 


Persischroth (Rouge de Pers 
♦Purpurine. 



»n|pir ! uajpiupijanH 


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Blassfk 

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Gold 

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Nr. 4, $ 
Citron, 
Naturki 
Hell-, I 
Brillant 
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Aetzgrti 

Bronze 

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3 * mittel.1( 


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PRINCETON UNIVERSITY 






























11 i":Hi:itfnnri<ntih^mti»tfliiriff^Ti)B3WiHmi»mBtaffiimTTiitinapiw»flMPmtf m>mmnH>i f4iiuttimjg 


Bronzsfarben, Blattmetalls, Blattgold und Diverse Waaren, 


Br&stzefarben. 


Blatt matalle. 


isc verstehen sich per */a Kilo in 
oder in V» und 7a Unzen mit dem 
ern Umschläge eingewogen. 


Ib. Bleichgrüngold, Englischgrün, 
gold, Reichbleichgelb, Reichgold 




ra, Bleichgelb, Citron hell und 
el, Englischgrün, Hochgelb, Reich¬ 
gelb, Reichgold, Orange, Silber- 
osition und Grüngold . . . . 

teil und dunkel, Carmin, Blau, 
hfarbe, Blaugrün, Grasgrün, Kupfer, 
kupfer, Scharlach, Violett, Feuer- 

und Carmoisin. 

(Neusilber), Platin (weiss, Hora) 


III 

IV 

V 


9/10 cm. 

1111 cm. 

12/12 cm. 




Die 100 Buch ä 252 Blatt. 




pf 

Jt 

M 


Jt 

.ft 

Jt 

1 



Fein grün Planirmetall .No. 4 

66 

80 

_ 




Fein bleichgrün Planirmetall ... „3 

56 

72 

— 

5 

4 

3 

Fein hochgelb Metall .„ 2 1 /* 

50 

70 

— 




Mittelgelb Metall .„ 2 

45 

65 

80 


L_ 

_ 

Gelb Metall.„ 1*/, 

40 

58 

70 

1000 

500 

300 

Extrafein weiss Planirmetall. 

48 ; 

— 

— 




Weiss Planirmetall 

44 ; 



ft 

Jt 

M 

Weiss Metall. 

33 | 

45 

| 54 


4.50; 3.50 


1 6.50 5.50 4.50 


ntbronzen in 16 der schönsten Farben Jt 12.— per l / 2 Kilo, 
ta nt bronzen von Jt 2.50 bis ^ft 6.— per % Kilo.* 
binbronze extrafeinste in allen Nüancen je nach Farbe 
•n Jt 15.— bis Jt 30.— per i f i Kilo, 
lin ächt per Brief A 10 Gr. Jt 3.— per V 2 Kilo M 125.—. 
acht (Farbe wie orange Blattgold) per Brief k 10 Gr. M 50.—, 
Ls Gewicht eines Dukaten Jt 18.—. 

}r ächt per Brief ä 20 Gr. Jt 5.—, per V« Kilo .ft 125 — 


Gelb und weiss Metall in kleineren Nummern mit geringerer Blattzahl 
No. 10. 9. 8. 7. 6. 5. 4. 3. 2. 

a 228 204 180 156 132. 108 84 60 36 Blatt d. Buch. 
Gelb Jt 36 34 32 28 22 17 14 10 6 die 100 Buch 

Weiss „ 32 30 28 24 20 lö 12 9 5 „ „ 

Elephantenmetall Grösse 9/10 cm. 

Grün Nr. 3 Blau Nr. 2V* Roth Nr. 2 Schwarz 2 l / a 
Jt 85.— Jt 80.— Jt 70 — Jt 60.— 

Rauschgold Nr. 7 M 600.—, Nr. 5 Jt 550.— per 100 Kilo. 

Compositions- und Imitationsgold. 

Feines röthliches Compositionsgold dt 5.— die 1000 Blatt. 

do. grünliches do. „ 8.— „ „ „ 

Feinstes Imitationsgold . . . . „ 6.— „ „ „ 

Zwischgold von 70 mm. per Buch ä 300 Blatt Jt 4.50. 

Aechtes Aluminium 85 mm fl 7.—, 94 mm Jt 8.—, 120 mm fl 10.— 
die 1000 Blatt. 


Fein Blatt-Gold und Silber. 

Aechtes Gold in beliebigen Farben als: citron, gelb, grün, orange und rothgold, von 65 mm bis 94 mm. 
Aechtes Silber 78 mm Jt 1.50 und 94 mm Jt 2.— die 300 Blatt. 

Brocat für Tapeten-, Knopf-, Blumenfabrikation, Coiffure u. s. w. 

Per Kilo in 2 Packeten ä 500 gr. 


prak 

Füttern 

Grob Mittel Halblein 

Fein 

Feinst 

superfeiu 

Scillasbronze 

presf Qualitäten: 

In. II 

UI ! IV VI 

VIII 

IX 

X 

XI 

XII XV 1 XX 

presi Farben: 

ft 

_ Jt ] Jt j M 

Jt 

jt 

Jt 

Jt 

.* Jt 

M 

- 1, 2'/*» 2» t 1 /* Bleichgelb, Reichlichgelb, Reichgold, Englischgrün 

6.— 

6.— 1 6.20 6.20 

6.20 

6.30 

6.50 

6.70 

7.20 8.20 

9.50 

Hochgelb, Orange, Grün. 

7.— 

7.— 7.20 1 7.20 

7.20 

7.30 

7.50 

7.70 

8.20 9.20 

10.50 

ipfer, Kupferrosette. 

8.20 

8.20 ; 8.50 1 8.70 

8.70 | 

8.80 

1 9.- 

9.20 

9.90 10.70 

12.- 

lunkelbraun, Feuerröth, Scharlach, Carmin, Carmesin, Lila, Violett 

9.20 

9.20 9.50 9.70 

9.70 : 

9.80 

10.— 

10.20 

10.20 11.70 

13.- 

weiss. 

6.— 

6.- 6.— 8.- ! 

9.- ! 

10.50 

12.— 

13.- 

14.— 115.— j 

16.— 


arabischen Zahlen 1‘/*—4 bezeichnen die Nflance (Legirnng wie bei Blattmetall), die römischen Ziffern (I, II, III ete.) geben die Feinheit des Korne und die Qualitfit an. 

y 1T] Aventurin, Flitter, Gold- und Silberplätt, Polycolorplätt, Gold- und Silberpuder. Gesiebter Schabin, Gold-. Silber- und Kupfer-Streusand. 


parat 
ten i 
kupM 
AppsJ 
kaliuj 

pd.per Flacon 

tertigtoctur znm Aultragen der Bronze in Leimfarbe per Liter 

lieferf znm Aultragen der Bronze in OelfarDe . „ „ 

braud^S^Pbiffche, äßht französische ... „ „ 

2 * „ „ ... per Flacon 

^ Prima-Qualität TAt+r 


Diverse Waar«B. 


zum «nlack Extract aus Gum. Samlarac 

8° Coluf se ^ r ^ änze11 ^ un( l we ^ 8!? * • 

i 0 |* ^ n n n n • * 

Bei Abnahme.cjnga Fasses Mllieer uud fasafrei. 


per Flacon 
per Liter 
per 10 Liter 
. per Kilo 


.H 

4 • 

2 

- 

4 


8 


15 


— 

60 

I 101 

— 

90: 

1 — 

2 

50 

2 

— 

JI 1 

50 


Lithographiefedern (Jos. Gillott 290 und 291) . per 
do. (Kulm &Cie.518) auf Stahlplättch. n 

Manganoxydul borsaures chem. rein (weisses Pulver) „ 

Papier autographisches gelbes 50/65 cm.. 

do. chinesisches ächt I. Qual. . 

do. do. extrastark.. 

Bei Original-Kiste billiger. 

do. do. Priiparirt 65/69 cm. für feine 


für Chromo- und Gravurüberdrucke 51/62 cm. 



• M 1 A 

Dtzd. 

j 1 


1; 75 

Kilo 

21 — 

Buch 

- 2 — 

Pack 

12 


1 15 1 — 

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Buch 

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1 52 


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PRINCETON UNIVERSITY 









































b* Achatlack 


SCHREIB WA REN-FABRIK 

VON 

^ECKEN£V£ 


c Anticarmin I, sehr bläulich . 

c do. 2, bläulich . 

c do. 3, inittcl . 

c Antizirmober l, bläul. dunkel 
c do. 2, bläul. mittel, 

c do. 3. gelbl. dunkel 

c do. 4, gelbl. mittel, 

d do. 5, bläul. hell . . 

d do. 6, gelbl. hell . 

d Bordeauxrotli . 

b* Brillantlack 1, sehr dunkel. . 

b* do. 2, dunkel . 

b* do. 3, gelbl. dunkel, 

b* do. 4, gelbl. mittel., 

b* do. 5, gelbl. mittel ,j 

b* do. 6, gelbl. hell . . . 

b* Carmtnlack 1 . 


Für 

beste Qualität 
unserer F ati ikate 
wird dauernd 
ga rantiert. 


Preisgekrönt: 

Madrid 

Düsseldorf 

Amsterdam 

Franklurt 

Antwerpen 


MorVe 


•Fabrilc- 


Carminzinnober 1. cxtrad.t - 
do. 2, dunkel ȣ 

do. 3, mittel •§.« 

do. 4, mittel .2]= 

do. 5, hell 

do. 6, sehr hj > 

Geraniumlack oo, dunkel .... 

do. o, do . 

do. 1, bläul. mittel 

do. 2, gelbl. mittel 

do. 3, mittel . 

do. 4, bläul. hell . 

do. 5, gelbl. hell . 

do. 6, hell . 

Granatzinnober 1 . 


BONN 


meine Hand am besten 


Man wähle nach folgendem Plane 


Gestreckte Federhaltun; 


Steile Federhaltung 


* Krapplack 1 . 

do. 2 . 

K do. 3 . 

* do. 4 . 

* do. 5 . 

* do. 6 . 

! Krapplackrosa I, dunkel 

* do. 2, mittel 

do. 3 , hell .. 

Krapplackbraun 1 . 


iDicke 


Dünne (Mittelstarke) 

Sehr 1 ft Schrift 

Auswahl -Sortiment 

Nr. 4 I_Nr. 5 Nr. 6 

filer und 15 Federn , die alle 
,W: man wird darunter ohne 


Schrift 


Dicke 


Dürme Mittelstarke 
Schrift 1 Schrift j 

Auswahl-Sortiment 

Nr. 1 | Nr. 2 Nr. 3 Fed. 

Jedes Sortiment (Preis 30 Pf) enthält 

für die betreffende Schreibgewohnheit 


Schrift 


e ür die Hand passen 


Mühe eine f 


und Konstruktion dieser Federn sind das beste 


Levantiner Roth I, dunkel.. 1 2 t 

do. 2, hell_jll 

Mennige 1 . 1 


Scharlachlack 1, dunkel .. . . ll 
do. 2, bläul. dunkel 1J 

do. 3. gelbl. dunkel) 1$ 

do. 4, bläul. mittel lj 

do. 5, mittel .! 1( 

b* do. 6, gelbl. mittel t( 

b* Zinnoberruth I. 1 S 


tuiaq uossaip uaqxBj uaiauqowz^q * 


b Linienroth 


a* Aznrblaulack I, dunkel 
a * do. 2, hell . . 

c Blauer I.ack 1, dunkel 

c do. 2, dunkel 

c* do. 3, mittel. 




1 

Si 

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1—8 |' 


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1 



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PRINCETON UNIVERSITY 


































































































i«p* s CK 

: 






Ohne den Namen F. SDENNECKkN keine Garantie der Echtheit. 


F. soennecken-s PATENT-TINTENFASSER 1 

Patente Nr. 24476 u. Nr. 28094 Patente Nr. 24476 u. fjr. 0)03i 

verhindern auf die denkbar einfachste Weise ein zu tiefes eintauchen der Feder 

in die Tinte. 


Bronzefarben, Bl 


Im Gebrauche auf den Bureaus der Königlichen Direktion der Bergisch-Märkischen -Eisenbahn. 


Die überaus einfache Konstruk¬ 
tion dieser Patent-Tinten-Fässer 
beruht auf der Vereinigung eines 
schrägen Bodens mit einem exceniri¬ 
schen und drehbaren 7'richter. 

Wichtig ist, dafs diese Patent- 
Tinten -Fässer sehr bequem ge¬ 
reinigt werden können, und dafs 
die Feder mit dem Satz der Tinte 
nicht in Berührung kommt. Jedes 
Tintenfafs trägt als Garantie der 
Echtheit den Namen 

„F. SOENNECKEN“ 


Wenn das Tintenfafs voll Tinti 
ist, dann wird der Trichter i \bo 
den höchsten Punkt des Bodens ge¬ 
stellt. wie bei a. Wie das Niveau 
der Tinte fällt, so wird der Trichter 
durch eine kleine Drehung des 
Deckels über einen niedrigeren Punkt 
des Bodens gestellt, bis zuletzt, wenn 
nur noch wenig 7'inte vorhanden 
ist, die Feder bis auf den tiefsten 
Punkt des Tintenfasses reicht, wie 
bei b. 


reise verstehen sich per V* Kilo in 
oder in i / l und */» Unzen mit dem 
tiern Umschläge ein ge wogen. 


ilb. Bleichgrüngold, Englischgrün, 
igold. Reichbleichgelb, Reichgold 


Zu tiefes eintauchen unmöglich! 


ra, Bleichgelb, Citron hell und 
|el. Englischgrün, Hochgelb, Reich* 
Nelb, Reichgold, Orange, Silber- 
iosition und Grüngold . . . . 

nell und dunkel 


Form für Nr. 114 geschliffen 
und für „ 115 geschliffen 


Form für Nr. 124 geschliffen 
und für ,, 125 geschliffen 


'reise für 1 Stück 


Carmin, Blau, 
Ölfarbe, Blaugrün. Grasgrün, Kupfer, 
kupfer, Scharlach, Violett, Feuer* 
und Carmoisin. 

n tNeusilber), Platin (weiss, flora) 


in Millimetcrl 


Hell 

Hell und 
geschliffen 
W asserblau 
W asserblau 
u. geschliff. 
Altgriin 
Altgrün u. 
geschliff. 


nt bronzen in 16 der schönsten Farl 
antbronzen von Jl 2.50 bis Jl 
b Inbronze extrafeinste in allen 
n Jl 15.— bis Jl 30.— per Va Kil 
iin ächt per Brief ä 10 Gr. Jl 3.- 
ächt (Farbe wie orange Blattgold) pe 
is Gewicht eines Dukaten Jl 18.—. 
sr ächt per Brief ä 20 Gr. Jl 5.—. 


f Man kann mit 
f Recht sagen, dafs zweck- ' 
mäfeigere Tintenfässer als 
i diese bisher nicht vorhan- j 
den ivaren 


Aechtes Gold in beliel 
Aechtes Silber 78 mn 


Brocat für 


Eine 
Zierde 
für den 
Schreib¬ 
tisch. 


pres: Farben: 

l, 2*/s, 17a Bleichgelb, Reichlichgelb, 

Hochgelb, Orange, Grün. 

ipfer, Kupferrosette. 

lunkelbraun, Feuerroth, Scharlach, Carmi 
weiss. 

arabischen Zahlen IV*—4 bezeichnen die Nft 

T Aventurin, Flitter. Gold* und Silberplä 

J n Nr, ] 

paral |SÜ' 

teil i 

knpfl ipl 

Appd 

kalin * 

Bad? nd . 

ferti^nctur znm Aufträgen der Bronze in Leimf&iuc per uiter 

liefen znm Anfiragen der Bronze in OelftiM . 

^Jitographische, acht französische . 

„ Prima-Qualität 

rate 

zum -enlack Extract aus Gum. Sandarac 
8° Cölu se ^ r ^ ftllzen ^ lln< ^ we i 8s 

3 In n r> n 

t u I» 1 '' AJyialuae y cinjgg Fasses billiger jind fassfrei 


Nr. 118 

Poliertes Holzgestell mit Patent-Tintenfafs M 1 . 80 . 


per Flacon 
per Liter 
per 10 Liter 
. per Kilo 


Original from 

PRINCETON UNIVERSITY 


Digitized by 


Pf MPf 

M 

Pf 

M 

— 1 25 

1 

25 

1 

50 1 j 75 

1 

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25 1 i 50 

1 

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2 

- 

2 

25 1 50 

1 

50 

1 

75 2 — 

2 

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2 


4 

— 

do. (Kunn&uie.oi8jauf8tahiplättch. „ „ \ 

i i| 

8 

— 

Manganoxydul borsaures chem. rein (weisses Pulver) „ Kilo 

2 

1 ^ 

— 

Papier autographisches gelbes 50/65 cm.„ Buch 

! 2 

— 

60 

do. chinesisches ächt I. Qual. n Pack 

! 12 

1 10 

— 

do. do. extrastark.. „ 

i 15 1 

90 

— 

Bei Original-Kiste billiger. 


J 2 1 

50 

do. do. Präparirt 65/69 cm. für feine 

i 

| 2 

— 

Kreidetiberdrucke.„ Buch ' 

o 

1 

50 

„ Ries ; 

95 I 

ii 1 


do. für Chromo* und Gravurüberdrucke 51/62 cm. .. 

52 
























Helle £rsatz.gläier t 





’■ Ohne de n Namen F. SOEN NE CKEN keine G arantie der Eehtheit. 


f. SOENNECKEN*» PATENT-TINTENFÄSSER 


* verhindern auf die denkbar einfachste Weise ein zu tiefes eintauchen der Feder 

in die Tinte. 




Roth. 

b* Achatlack i . 

b* do. 2 . 


c 

Anticarmin 

I, sehr bläulich . 

fl 

c 

do. 

2, bläulich .... 

1 

c 

do. 

3, mittel . 

1 

c 

Antizinnober i, bläul. dunkel 


1 c 

do. 

2, bläul. mittel. 


c 

do. 

3, gelbl. dunkel 


c 

do. 

4 - gelbl. mittel. 


d 

do. 

S, bläul. hell . . 


d 

do. 

6, gelbl. hell . . 


d 

Bordeauxroth . 

L 

b* 

Brillantlack 

I, sehr dunkel. . 

1 

b* 

do. 

2, dunkel . . 

|i 

b* 

do. 

3, gelbl. dunkel.! 

1 

b* 

do. 

4, gelbl. mittel.. 

1 

b* 

do. 

5, gelbl. mittel . 

I 

b* 

do. 

6, gelbl. hell . . . 1 

l 

b * 

Carm inlack 

. . 1 

7 

b* 

do. 

2 ... 

(1 

b* 

do. 

3 .i 

1 

b* 

do. 

4 . 



a* Carminzirtnober I, cxtrad. 1 


do. 

2 , dunkel 

g'| 

do. 

3, mittel 

O ;•= 

do. 

4 , mittel 

<r. 

T, E 

do. 

5. hell 

fl» 5 

do. 

6, sehr li., 

> 

iraniumlack 

oo, dunkel, 


do. 

o, do. 


do. 

i, bläul. mittel 

do. 

2, gelbl. mittel 

do. 

3, mittel .. 


do. 

4, bläul. hell . 

do. 

5, gelbl. hell . 

do. 

6, hell . . . 



I 
l 

>* Granatzinnober 
>* do. 

>* do. 

»* do. 

Krapplack 
»* do. 

■* do. 

* do. 

* do. 

* do. 


hell .. . 

.. . 11 


... a 




* Krapplackrosa i , dunkel .... 2 \ 

* do. 2, mittel _ |*2l 

* do. 3) ’ " ' - 

* Krapplackbraun i 

* do. 2 . _ 

* Levantiner Roth i, dunkel . Ja 

* do * 2, hell.../ tl 

* Mennige i . < 

* do. 2 . |j i 

* Scharlachlack i, dunkel 

* do. 2, bläul. dunkel!il{ 

* do. 3- gelbl. dunkel IS 

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b* do. 

b Linienroth. . , 


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c Blauer Lack 
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Das verwechseln der Tinte wird 
durch die patentierte Konstruktion 
dtr TintenJajsbeschläge 
verhindert. 


Das zu tiefe eintauchen der Feder 
wird durch die patentierte Kon¬ 
struktion der Tintengläser 
verhindert. 


Wenn z.B.Kopiertinte im Gebrauche 
ist, dann legt sich der Deckel auf 
das andere, die Buchtinte enthal¬ 
tende Glas. 


Wenn z. B. Buchtinte im Gebrauche 
ist, dann legt sich der Deckel auf 
das andere, die Kopiertinte enthal¬ 
tende Glas. 


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Ira, Bleichgelb, Cilron hell und 
lei, Englischgrün, Hochgelb, Reich- 
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hell und dunkel, Carmin, Blau, | 
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1, sehr bläulich . 

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2, bläulich . 

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do. 

3, mittel .: 

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Antizinnober 1, bläul. dunkel 

c 

do. 

2, bläul. mittel. 

c 

do. 

3, geibl. dunkel 

c 

do. 

4. geibl. mittel. 

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do. 

5, bläul. hell . . 

d 

do. 

6, geibl. hell . . 

d 

Bordeauxrolh . 

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Brillantlack 

1 , sehr dunkel . . 

b* 

do. 

2, dunkel . 

b* 

do. 

3, geibl. dunkel. 

b* 

do. 

4, geibl. mittel,. 

b* 

do. 

5, geibl. mittel . 

b* 

do. 

6, geibl. hell .. . 

b* 

Carm inlack 

1 . 


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b* do. 3 . 

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a * 

do. 

2, dunkel 

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do. 

do. 

4, mittel 

5, hell 

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a * 

do. 

6, sehr h., 

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c Geraniumlack 00, dunkel .. . . 


c 

do. 


0, do. 

c 

do. 


1, bläul. mittel 

c 

do. 


2, geibl. mittel 

c 

do. 


3, inittel . 

c 

do. 


4, bläul. hell . 

d 

do. 


5, geibl. hell . 

d 

do. 


6, hell. 1 

b* 

Granatzinnober 1 

b* 

do. 


2 . 

b* 

do. 


3 • • 

b* 

do. 


4 . 

b* 

Krapplack 

1. 


b* 

do. 

2 


b* 

do. 

3 


b* 

do. 

4 • 


b* 

do. 

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do. 

6., 


b* 

Krapplackrosa 

1, dunkel . \ 

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do. 


2, mittel ....': 

b* 

do. 


3i hell. 

b* 

Krapplackbraun 1. 

b* 

do. 


2. : 

b* 

Levantiner 

Roth 1, dunkel . . r. 

b* 

do. 


2, hell_ 

a* 

Mennige 1 


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a * do. 2 . ; 

b* Scharlachlack 1, dunkel .. . .1 lj 
b* do. 2, bläul. dunkel 1 { 

b* do. 3. geibl. dunkel 1$ 

b* do. 4, bläul. mittel lj 

b* do. 5, mittel . |jld 

b* do. 6, geibl. mittcl jK 

b* Zinnoberroth t. $ 

b* do. 2 .i| \ 

b Linienroth . j 

Blau. 

a* Azarblaulack 1, dunkel .«.. 

a * do. 2, hell . [\ 

c Blauer Lack 1, dunkel . f 

c do. 2, dunkel . JS 

C * do. 3, mittel.U 

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b* Violetlack i, bläul. . 


do. 

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2, röthl. 

l, bläul. dunkel 
do. 2, bläul. mittel, 
do. 3, röthl. dunkel 
do. 4, bläul. hell . . 
5, röthl. mittel . 


do. 


do. 6, röthl. hell... 


* *\* *\* 4 

. 40.—32,—34.—40— 
. 40. — 24. — 26.—30— 
. ,|24. — 20.—21. —|26.— 
. 24.—20 .—i 


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a * do. 2, mittel . 6.- 

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b* do. 2 . 10.- 

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a* do. 2, mittel . G.- 

a* do. 3, hell .}j 6.- 

c Victoriagrün I, bläul. dunkel j 15 .- 
c do. 2, bläul. mittel. 112.- 

d do. 3, gelbl . 10.- 

c Viridinlack i, dunkel . 15 .- 

c do. 2, mittel .12.- 

c do, 3, hell.10.- 


Gelb. 


15— 


21—26 

16.— 20 


5— 
5— 
5— 
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10 — 
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10. 
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12 — 
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9.—12 


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6.— 7— 
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5, orange mittel . . . 

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3— 

3.50 

4. — 4.- 

a * 

do. 

8, citrongelb hell. . 

! 3— 

3.50 

4.- 4.- 

a* 

do. 

9, schwefelg. dunkel 

! 2.50 

i 3 -~ 

3.25! 3.50 

a * 

do. 

10, schwefelgelb hell 

! 2.50 

; 3 — 

3.25; 8.50 

b* 

Gelblack 

I, dunkel. 

115— 

12 — 

14— ! 18— 

b* 

do. 

2, hell. 1 

; 12. — 

10 — 

11 . —;ie.— 

b* 

Orange Lack j . 

12— 

10— 

11. — 16. — 

b* 

do. 

2. 

10— 

8— 

9 .— 12. — 

a * 

Zinkgelb 

.. 

5 — 

1 5— 

! 6— 6— 


Braun. 

a* Acajoulack . 2 . 

b* Brauner Lack I, dunkel .... 15 . 

b* do. 2, mittel . 45. 

b * do. 3» hell .j 15 . 

a * Jacarandabraun . 3 . 

a * Mahagonibraun . 3 . 

a* Ocker I, röthl . 2 . 

a * do. 2, goldgelb . *. 2. 

a* do. 3, dunkel . 1 2, 

a* do. 4. mittel .| 2. 

a * do. 5, hell . 2. 

a * do. 6, fleischfarben .:{ 2. 

a* Thotographiebraun 1 . 12. 

a* do. 2 . IllO. 


,50; 3.50 
12 , - 
— 12 — 
12 — 
3.50 
3.50; 
60 3— 
1.50 3— 
50 3.— 


3.50 4,50 
14—18— 


14— 

14— 


18— 

18— 


3— 
3— 
3, 

H 1=1 


4.-i 6— 
5— 
3.50; 4.50 
3.50 4.50 


3.50 

8.50 

3.50 
3.50 


4.50 

4.50 

4.50 

4.50 


10—16— 

. 9.-—ll2.— 


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Placat-Farben. 

Für Buch- und Steindruck angerieben. 


Roth 


Grün 


Gelb 


No. 1 

2 

3 

4 

per Kilo 

dunkel 

6.— Ji 4.50 

No. 1 

Ji 3.50 

2 

Ji 2.50 

3 

hell 

per Kilo Ji 6. — 

No. 4 

•- F -t . 5 f . > 

5 . 

Ji 3 — 

6 


per Kilo Ji 6. — 

Ji 4.50 

Ji 3 ~ 


No. 1 

2 

3 


per Kilo Ji 6 . — 

Ji 4. 5 ° 

jl 

tn 

No. 1 

2 

3 

4 

per Kilo M 6 . — Ji- 5 . — 

Ji 4 — 

/fc 2.50 

l(Tf» 

No. I 

2 

3 

. 

per Kilo Ji 6 , — 

M 5 — 

M 3 — 


No. l 

2 

3 


per Kilo Ji 6 . — 

Ji 4 • — 

Ji 2.50 


Lichtdruck-Farben. 

Schwarz, siehe Preise der schwarzen Steindruckfarben. 
Bunt, siehe Preise der bunten Steindruckfarben. 
Firniss fUr Lichtdruck, siehe Preise der Firnisse. 
Wal/enmasse, spectell für Lichtdruck präp&rirl, Preis der 
Mammonia-Walzenuiasse. 


Verschiedenes. 


Etiquettenlack, prima . per Kilo 

do. secunda . „ „ 

Siccativpulver (Borsaures Manganoxyd.) „ „ 

Siccativpräparat .. ,, ,, 

Autographische Tinte . per Liter 

do. do. per Dtzd. Flacons 

Litholeine . per Flasche, a ca. 250 g 


3 

2 

3 

10 

10 

G 

4 


Ton-Farben. 

ln Firniss angerieben in jeder beliebigen Nuance. 
Ji 4 bis Ji 8 per Kilo. 


Bemerkungen 
über bunte Farben. 

1 . Lichtechtheit. 

Um unserer verehrten Kundschaft eine leichte Uebersicht 
über die Eigenschaften unserer bunten Farben zu ermöglichen, 
haben wir dieselben bezüglich ihrer Lichtechtheit die 
vier verschiedenen Bezeichnungen a, b, c und d unterschieden, 
und bedeutet: 

a. dass die Farbe absolut lichtecht ist, und niemals, 
selbst wenn den directesten Sonnenstrahlen ausgesetzt, 
erbleicht, 

b. dass die Farbe längere Zeit der Einwirkung ( \ es 
directen Sonnenlichtes widersteht, 


Original from 

PRINCETON UNIVERSITY 












































































































































-gfct - - asfce- a gfefr---■ -ißfcs — agfer - 


ßSSHKäiffiSi 

p);Ä^a 










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1 W&. 


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4 


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i# 


Bauer’sche G 

Kramer Äc Fw 

Frankfurt am Main & 

--- -c^x^ - 

Telegramme: Giessbauer Frnnkfurtmnin. - 


Die Aufstellung neuer, in eigener Werkstatt 
hat uns ermöglicht, die von uns s. Z. zuerst ei] 
ermässigung für Brodschriften und Ausschliessungen i 
und Durchschuss auszudehnen und stellen s 


Preise 

Fractur 

Ant: 

per Kilogramm 
und Mark 

25-4!) 

Kilogr. 

50 - 99 
Kilogr. 

100-174 

Kilogr. 

ZZ U 

55 ft» 

»c ~ 

i E 

m = 

11 

50-99 

Kilogr. 

Nonpareille (6 Punkt) 

4.80 

3.4,5 

3.30 

3.20 

3.10 

4.85 

3 60 : 

Colonel (7 „ ) 

4.40 

3.10 

3.— 

2.85 

2.80 

4.60 

3.25 : 

Petit (8 • ) 

3.20 

2.20 

2.10 

2.05 

2- 

3.35 

2.40 : 

Borgis (9 - ) 

2.80 

2.— 

1.90 

1.85 

1.80 | 

3.— 

2.15 : 

Garmond (10 . ) 

2.40 

1.90 

1.80 

1.75 

1.70 

2.40 

2.05 

Cicero 02 , ) 

2.40 

1.90 

1.75 

1.70 

1.65 

2.40 

1.90 


per Kilogramm und Mark 


Durchschuss 


Eigener Kegel von 25 Kilogr. ab an 
gleichen Preisen. 


*/« Petit = 1 

Punlj 

l /s Cicero = l 1 /. 

1 

" 

V* Petit = 2 

_J 

1 4 Cicero — 3 

J 

*/* Petit = 4 



Die Preise verstehen sich für Material nach 
führen wir — wie schon früher veröffentlicht — gD 
eigenem System ebenfalls zu den Nettopreisen 
prompt mit vorteilhaften Offerten; ebenso bleiben 
Durchschuss eigenen Kegels die Nettopreise in Kra| 
Wurden wir zu den Preisermässigungen ii\ 
Streben, den verehrlichen Consumenten di 
vollkomm nun gen unverkürzt zu Theil w 


•iniojudmi |ep tioi.iu.i jsiuiiup y 

'iWf OIIMI/» 9p fff 

opiaiuijjouoo ns wad isw o]owjK)sr*jfuvm dp ojsni ia O-fiu^j, 


Las fundiciones < 
blancos quc he recibido 
El metal es duro. 
]o mejor, y la pOIiza 
vlsto reunldas en otras 
A los iinpresores los ai 
quirlrlos originales con 
Sirva A V. esta m 
en el camino emprendl 
lidad que ha principiaf 
pudo imajinar. 

Granada, 19 c 


von 

Hiermit bestätige 
gelieferten, auf Ihren olchc 
Hartguss). Sowohl die 
Beschaffenheit des Met 
so dass ich mich nur 1« 

Frankfurt «. 

ration 

?ngen 

Von der Bau er 'sc 
ds. und im vergangeniQe^s_ 
dener Grade bezogen u 
unserer Zufriedenheit i r _ in 

Münster #. IT 


dlung 

Die von Herren I 
a. M. bezogene, «auf de 
ist zu unserer vollsten 

Augsburg, n. ( und 
Literarb 

üssen 

Die am 1. Oktobe» 11 Uf 
befindet sieh im täglicl 
Zufriedenheit mit diese 1 
theil hat sich bis jetzt 
frieden mit der Schrift, den- 
nieht Noth litten. 

Varlsruhe, nt. 


Auf Ihre werthe 
im vorigen Jahre gell 
jeder Weise zufrieden i 
Wir wollen Ihnen 
Stellung des Completmi 
zählt: unsere Erwartung 
der Schrift wie Matena 
Berlin, 12. Ban 


Mit Ihren Univert 
ftlhrung und Leistung « 
Berlin, 4. Apri 


Sono lieto di pote 
9 da voi somministrata 
1886, e fabbrlcata colla ir Kinder etc 
mla piena soddisfazione 
cisione cd esatezza del 
Scusate so ho tard 
comprenderete che per i 
cessario ehe l’adoperass 
8 ervitevi della pi 
vi saluto. 

Roma, 14. April 
I/Amministraz 


Was nun die von 1| 
stellte Gannond Fraktur 
Zeit im Gebrauch gewet 
dass wir mit der Schritt 

haben 


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PRINCETON UNIVERSITY 






Paulino Ventura Sabatel. 



3.5() 3.50 M., *0- Oktober 1886. 


8.25 8.25 
|12.—;13.— ' 


August Osterrieth. 


fn . f£i .— 
lin fl ¬ 
ächt 7.— 
Ls Gefl.— 
»r ä<fl— 


6.— 28, 


U.-1^0. 

0.—122. 


ehe 
ei gi 

" H 

wel 
BO 
geh 

3.5Q 3.501 
Aut- 8.25 

pra. 
prei 
pres 


7 .—Zufriedenheit ausgefallen. 

6.50j 7.— Januar 1887. 

6.50) 7.—sches Institut von Dr. M. Huttier. 

6.50 7.— 

6.50 7.— - 

0.—130.—32.— l 
30.- 

25 , 


16, 
12.-| 
10 , 
4.-1 4.—I 



I, 2 1 , 

Hoch f£ „ • 

ipfer, P-— 20.—,22.— 

iunkeltf— &■— j-2 — 

weiss^-—[15*—1^. 

).—12.—14.— 


W. Möser, Hofbuchdruekerei. 


irauis^_—>80.'—;82. 

AvcnC.—r20.—;22. 

3— 


l 1887. 


Gebrüder Arndt. 


fertfnctur y I 8 ; I 9 ; f, 

liefet. * 50, 3.—! 8.501“ 




jue rae ha reinitido V. Io mismo que lag titularcs y 
r de su casa. han satisfecho por eompleto mis deseos. 

1 iLHi fundicion buena. la exactitml en el euerpo de 
es coneienzuda, circunstancias que dificilmente he 
’ de l'rcise 1 fäbrieas espanolas y menos en las easas que veiulen 

_/ticulos de su industria, sin fabriearlos nf aun ad- 

ao desgraciadamente estamos toeando todos los dias. 
/ ur | fu . r anifestacion de estimulo para continuar perseverando 
druck druckt 0 8e F ur0 de n ue trabajan de bien y con la forma* 
cae Io a i canzft rä V. en su negocio un exito que nunca 

J nU M rJ Ji <J .« rj 

nCm h — 16 .— 118 .—L octubre 1886. 

- _i2._14.-- 

t lb. 5 .— \l 2 .— 14 !— 

gok 5 .— 112 .— 14 .— - 

• Ihnen gerne meine volle Zufriedenheit mit den mir 
i .50 4 . 5 Cj 5 .' Universalmaschinen gegossenen Schriften (Complet- 
1 . 50 , 4 . 50 j 5 . — Schärfe der Figur, die Exaktheit des Gusses wie die 
4 .— 4 . 5 Chlls entsprechen vollkommen allen Anforderungen, 
4.— j 4 . —abend über den Guss aussprechen kann. 


- 18 - 

-13.—>hen Giesserei, Frankfurt a. M., haben wir im Laufe 
4lO.—11.—in Jahre mehrfach Completguss-Schriften verschie- 

[Q__nd erklären wir gerne, dass dieselben durchaus zu 

iiD(i< g ‘50 9*5(in8gefallen sind. 

|n _J g.50 9 50 m j& - November 1886. 

q _ 55 ’ _>(‘, 0 ’_ AschendorfT’sche Buehdruckerei. 

n tblO—50.—152.—1 _ 

la nto.— 36 . — , 40 . — 

binlO •—124.—j2b. tramer & Fuchs (Bäuerische Giesserei) in Frankfurt 
6.50 7.—a* C-ompletgiessmaschine gegossene Colonel Fraktur 
c.5q 7 —' 


r 1885 bezogene Zeitungsschrift (Petit und Garmond) 
len Gebrauche, und können wir Ihnen unsere volle 
|“9' 01 CompletgusB Ausdrücken. Irgend welcher Nach- 

3. — 22 . — 125 . —nicht gezeigt, dagegen sind unsere Setzer recht zu- 
5 .— 18 - — j 20 .— indem bei dem schönen Schliff die Finger diesmal 

D.—! 16 .— 118 .— 

14 .— Jon- 7887. 

11—0. Braun’sche Hofbuchdruckerei. 

4.50 
4 .— 

4 .—Anfrage erwidern wir ergebenst, dass wir mit dem 
.'.50 3.—I 8 . 50 feferten grösseren Posten Completmaschinenguss in 

5. —140.—(42.—»5id. 

3_3Q._32._» nicht verhehlen, dass wir nur zaghaft an die Be- 

3_)5Q_132_jachlnengusses gingen, da derselbe so viele Gegner 

*’_ 0 r.’ in __? en sind jedoch übertroffen, denn sowohl Zurichtung 

2*?‘ ifj ;£V_.l sind tadellos. 

’• 1 ^ 4 . -o. /ÄÄ7 


»al-Maschinen sind wir sehr zufrieden. Die Aus¬ 
ter Maschinen ist in jeder Weise zufriedenstellend. 


- L5.— 18.— 

12.—13.— - 

2 — 3.— 3,50 

I O r,n! 3_ rv ‘ d> c *iiarare c ^e la partita di carattere corpo 8 c 

j 'io _ ft Q«esta Tipografia dell’ „Opinione“ nell’ Aprile 

5 . 


I i 

l^* vostra nuova macchina „Universale“, e stata di 
• r-*** 1 sia per la qualitä della mistura come per la pre- 

jlO.-jil-lavoro. 

?.—-10.—ill.—lato sino ad ora nel darvi queste informazionl, ma 

).—j 3._I 9.—bonstatare le ottime qualitft del carattere, era lie- 

per vedeme l’esito dopo il lavoro. 
sente come meglio vi aggrada mentre con stima 


gege ione de! Giornale „dell’ Opinione“ 

rate; I c. Ruffom. 

^icnlack r , _ ^ 

l—IO.—ll, 


zum 
8° Cot 
\ 1° 


) 

% 

r-t-0 


.—! 16 .— L8.—■ 
—! 15 .—; 16 .—I 
12 .— 14 .—I 


men gelieferte, auf der Completgiessmaschine herge- 
etrifft, so attestiren wir, nachdem dieselbe längere 
,en und wir ein Gutachten fällen können, gern. 
;ufrieden sind und nichts Tadeln«werthes gefunden 


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II risultato della vostra macchina Universale per fondere e flnire i 
caratteri ha corrisposto pienamente al mio desiderio. 

noioffita , u so. Aprile 1887 . p, Negroni. 


Die auf der Completgiessmaechine gegossene Petit Kirehcnsehrift 
zeigt einen schönen glatten Guss, das Zeug ist hart, ohne spröde zu sein, 
und der Buchstabe ist tief ausgeprägt. 

Reuennburu, 3. Mai 1887. Pl*. Pustet. 


Wo have had your maehines at work now on our premises for nearly 
5 montlis, and we are happy to be able to speak very favourably of them 
both as to the quantity of work they will do, and the accuraey and linish 
of the Types cast by them. 

We consider them very ingenious and clever Machines aml they 
are beautifully made. We feel so thoroughly satisfled with them. that we 
anticipate with pleasure the time, when ive shall feel ourselves in a 
Position to send you the order for another Machine and stating this Is 
as morked a testimonial of our judgement in your Machines favour as it 
is in our power to give. 

I.omloti ( Frome), May /3 lh 1887. 

Butler & Tanner. 

(The Selwood Printing Works.) I 


Ich liestfltige Ihnen gerne, dass ich mit dem im Januar d. J. von 
Ihnen bezogenen Completguss hinsichtlich der Schärfe und Glätte des 
Schriftbildes, sowie der Härte und Widerstandsfähigkeit des Materials 
durchaus zufrieden bin. 

Gründen», 14. Mai 1887. Gustav RÖtlie. 


Es gereicht uns zum besonderen Vergnügen, Ihnen unsere volle Zu¬ 
friedenheit für die von Ihnen im Jahre 1882 gelieferte ganz neue Einrich¬ 
tung Ausdrücken zu können, was uns auch vcranlasste, uns seither fast 
ausschliesslich von Ihnen bedienen zu lassen. 

Besonders heben wir die Brodschriften hervor, welche auf Ihrer 
Universal-Coinpletmaschiue gegossen sind, sowohl die Fraktur- als auch 
Antiqua-Schriften. 

Das verwendete, wahrlich ausgezeichnete Metall, sowie der tiefe, 
klare und correkte Schnitt, welcher in Ihren Schriften gefunden wird, 
verdient unsere vollste Anerkennung. 

Stra88bnrjß i. K., 6. Juni 1887. 

Buchdruckerei des „Elsässer“. 


Ich bescheinige Ihnen gerne, dass die von Ihnen bezogene, auf der 
Universalmasehine gegossene Borgis Fraktur sich in jeder Beziehung 
ausgezeichnet bewährt und mein anfängliches Vorurtheil gegen den Com¬ 
pletguss vollständig entkräftet hat. 

Warnndorf (Böhmen), 6. Juni 1887. Ed. Strache. 


Ho messo in opera i caratteri acquistati dalla pregiata vostra fon- 
deria c godo di dichiararvi che me ne sono trovato contentissimo per la 
loro perfetta riuscita. Ho molto a lodarmi dei inedesimi per la loro ele- 
ganza, precisione e soliditä, c ciö dico anche a nome di intelligenti persone 
che convengono al mio stabilimento. 

Alliatevi dunque con la presente i miei piii sentiti e sincerl ralle- 
gramenti cogli attestati della mia plena soddiafazione. 

MH*a f u 7 . Qiuffno 1887 . Francesco Mariotti. 


Ora che ho posti in opera c che ho vedtito l’csito dei caratteri tipo- 
grarici da voi fornitimi mi fo un dovere di manifestarvene il mio giudizio 
in proposito. Dichiaro lealmente che i tipi fusi e completamente finiti con 
Ja vostra macchina Universale lianno molti pregi che li rendono superiori 
d’assai a quelli fusi con altri sistemi. Infatti l’occhio della lettcra ^ niti- 
diseimo e ben rllevato; Uaitezza e tanto uniforme che si rieliiede pochissima 
aceomo<lnturR; la composlzione tiiiogratica riesee solida e compatta attesa 
l’egaltezza della fusione; in modo particolare si riscontra che le lettere 
sono lisce da tutte le parti e quindi accostano assai bene fra loro, di piü 
che non presentano alla base nessuna porositA, e questi sono pregi che non 
si verificauo nei tipi fusi con altro sistcina. infino il materiale fe solida e fa 
presuniere una lunga durata. 

Mi piace di potervene esternare la mia piena soddisfazzione e voglio 
sperare che gradirete questo mio sincero e spontaneo attesto di lode. 

Rirenxe, 7 . Giugno 1887 . Giuseppe Pellas. 


Delio manifeatar ä V. que la empresa de e?te periödico ha quedado 
satisfecha de la fundicion que ha reinitido V. cspecialmente en los tipos 
de texto. 

Original from 

PRINCETON UNIVERSITY 













Fenerbacli bei Stuttgart, Juli 1887. 


P. P. 


Der § 5 des deutschen Reichs-Gesetzes vom 5. Juli 1887 lautet: »Zur Herstellung von 
Buch- und Steindruck auf den in den §§ 2, 3 und 4*) bezeichneten Gegenständen dürfen nur solche 
Farben nicht verwendet werden, welche Arsen enthalten.« 

Wir erlauben uns daher, darauf hinzuweisen, dass wir schon seit Jahren bei der Fabrikation 
unserer Farben keinen Arsenik verwenden. Da jedoch viele Rohmaterialien ganz geringe Mengen 
dieses Stoffes als Verunreinigung enthalten, so sind in einzelnen unserer Farben, zwar kaum nennens- 
werthe, aber doch für den Chemiker nachweisbare Spuren davon enthalten. Olgleich dieser Arsen- 
Gehalt ein so minimaler ist, dass von einer Giftigkeit der Farbe absolut nicht die Rede sein kann, 
so sehen wir uns doch veranlasst, auch völlig arsenfreie Farben einzuführen, zu deren Herstellung 
wir nur vollkommen arsenfreie Rohmaterialien verwenden werden. 

Wir bitten daher bei Bestellungen anzugeben, ob die Farben arsenfrei gewünscht werden, und 
übernehmen in diesem Falle bei der Lieferung jede Garantie für völlige Reinheit. Indessen müssen 
wir nochmals betonen, dass auch unsere gewöhnlichen Farben meistens ganz arsenfrei sind, nur 
können wir, aus den oben angeführten Gründen, keine unbedingte Garantie für dieselben übernehmen, 
da es — wie gesagt — vorkommt, dass sich dann und wann minimale Spuren von Arsen in den¬ 
selben nach weisen lassen. 


Hochachtungsvoll 


Käst & Ehinger. 


*) Nahrungs- und Genussmittel, Umhüllung für Nahrungs- und Genussmittel, Bilderbogen, Bilderbücher, Tuschfarben für Kinder etc. 


Gedruckt mit arsenfreiem Violett No. 1. 


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‘'PRINCETON'lJNIVERSrTY— 




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PRINCETON UNIVERSITY 









^infa 6 ung gum Jlßomtcment 

auf baS 

ttttiterfum. 

3 11 u ji r t r t e §eitfcfyrift für t) i e i> e u t f d? e ^ a m i I i e. 


Juhtlld) 26 Ijrftt 
In gr, jCertkon-iormat. 


Bierfer lahraana. 3t ‘’ CB *> ,f ‘ hoßet nur so f)fs. 

' * Im ^uelaitbe tiadj Rurs. 


kaS ^Slniverfum“ beginnt foeben feinen vierten Jahrgang. — $urd) feinen gelegenen ^n^alt in textlicher wie 
f iDuftratiüer Vvgichung gfcidj auSgegcidjnct, hat e§ fid) in toerßältnißmäßig furger $cit gu bet Vebeutung unb beliebt* 
beit ei”«' ber beften ifluftrirten geitfdjriften be$ 3n = unb SluSlanbeS aufgefdmmngcn unb eine weite Verbreitung 
gefunbeu. 2>ie ©igenart feiner cbenfo foliben wie glängenben SluSftnttung machen c$ gu einem 


twtt UleUienfrcm 

Uttennüblid) befirebt, erfrifebenb, bilbenb unb belehrcnb auf ba$ bcntfdjc ®cmüth gu wirfen, babei alles ©cnfationelle, 
ftritwle wie Sangweilige unb ©efjaltlofe gu üermeiben, haben wir einen auSerleienen ÄrciS ber beften unb beliebtcften 
Mitarbeiter auö ber <2ct)i'iftfteIIcr= unb tfünftierwclt berangegogen, welche unferem Unternehmen ein reiches Material werth- 
bonftcr Vriträge gur Verfügung geftellt haben. 

Vei aUcoem erfährt ber Inhalt unfercr 3eitfd)iift bon jept ab auch noch eine berartige ©rroeitcruna, baß jebes 
l«ft wentgflens um einen fia(6en 0i5 gangen i!e*t6ogen vermehrt, alfo nid)t mehr 6, fonbem 6'/» 6i* 7 3&ogen 
flarft fein wirb, mäbrcnb bte Saßl ber $>efte eine« Jahrgangs Don 24 auf 26 erhöbt wirb. 

3et neue Jahrgang rrfdirtni alju in 26 Ijjeften, 

welche in regelmäßiger Diergcßntägiger Äufeinanberfolge gu bem bisherigen greife Don nur 50 Vffl. pro £eft i ur 
gäbe gelangen. 

$ic erheblichen Opfer, welche wir mit biefer wefentlidjen Vermehrung beS SnhalteS bringen, trcrfc^affen unS ben 
anberen Journalen ähnlicher 9lrt gegenüber ben unbebingten Vorgug, baß wir in ber &bat 

bas 2 $efte für Om ßUTtqffen £?reis 

barbieten. 

©tngefeitet wirb ber gegenwärtige Jahrgang burch einen großen culturgcfcßicbtlicben neuen JRornan 

H- „Ulero“ von @rnfl ©c&ftein -H 

wohl ble bebeutenbfte Arbeit biefeS feßr beliebten bertwrragenben 9tomanfd)riftftelIcr8. 

Baratt werben ftd) anfcpließen bie mit 7000 3&arft van uns gekrönten ^retsar Gelten: 

„Aus bfutfdjem (Äaufe“, Slobelle bon 91 rtf)ur greeje, 

„311 n« $tnn“, SlobcHc Don El. Soucfnet, 

„|>nt 3*W}Ug“, £umore&te bon §anS Slrnolb, 

,,'Ptl JlpotOr&tt »Ott §umorcsfe bon @eorg Se Wang. 

S mer grB&m unb «tinert SKoDctlen bon WilflElm BctgCr, ®I. Bitter, JjccmatXIt JjEÜlEEp, 
Ofrpprr »c. X., unter anberem: 

„^ebnnßengänge rin» ^nnggcfellftt“, SRobellc bon SBictor SSlüt^gen, «& 



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PRINCETON UNIVERSITY 





















Aufeerbem bringt ber nette Jahrgang eine ^üße inter= 
offanter Abpnublungeu au3 aßen ©cbic'ten ber Literatur, 
ftunft unb SBiffenfdjaft, Biographien 6cbeutcnbcr Berföm 
liepfeiten ber ©egemvart, borurlEjcitöfreic Sefpredjungen 
über fociale fragen unferer 3eit, Mahnungen mr ©cfunb^ 
peitgpflege, ©(pilberurtgen auä ber ßfatur, £änber= unb 
Böircrhinbe, populäre* Artifcl über ^orfefjungen, ©nt* 
bedungen unb ©rrungenfdjaften auf miffenfdjaftlidjcn unb 
teepnifdjen ©cbicten :c. je. mit Origmalbciträgen von 

(S.bcUeaulten, H*£poh ßcrlepfäj, ^finriri] ßrugfdj- 
Pafrija, Hlar Hu dm er, 4rrltr Halm, töeorg (Ebers, 
Hubolf falb, (Eugen friefc, ferbinanb fjnj’l, (Eugen 
mm 3agotu, UJolbemnr Haben, (Ernjt Heiter, ttubolf 
Hlcinpaul, Hermann Hleitdtc, 3ulius Caljmcijrr, frei- 
Iterrn von tftansberg, X €. <Uiiflcr, 05 van tftuijben, 
Hetnrtrii Hot*, Cubmig VUetfrij, <£. bit iircl, Hart Uu|i, 
(Emil Hittcrstjaus, ßlar Sdjnslcr, f. Sdjlinhert, 

|)aul von Sdjöntljatt, freiljerrtt mm Srinucigcr- 
•Cerdfcnfclb, ^nnns uon Spielberg, (Emeririj 
Cf5rnf Stabion, 3. Steinberit, Xfrrb Strlmer, 

Julius Sturm, (E. #1. Damno, iUaior UJadjs, 

(Otto Wnlbnu, CErnü von UJalbou», X van 
UHnterfclb, f. von 3obeiti1j u. d. 91. m. 


Sßuflrationen und) Original Widmungen unb ©e* 
in albert Von von Angelt, €}• Härtels, fl. Hauer, 
Bofepli Hraubt, front Defregger, fr. Dctlter, van 
(Edtenbrrrfjer, tDolbrmnrfrfebririj, H). (Saure, £.(Srub- 
ljofer, (Ebitarb. (Snibner, <£. ^mburgrr, ui. Hnfr- 
mann, Xfrrb t]nurrljilb, (Eljr. lpenben, <E. Höft 
0). Hupp, f. HaUmorgrn, f. X Hnulbnri], f. Hnaus, 
Xig. iUaublidt, (Snbrirl #lar, Paul Hleijrrlieim, 
H. Heitel, C. flople, Ulbert «Wer, Julius Sriiolh, 
Ui. Sriiurij, (Ehr. Speijer, f. Stoltenberg, <K>. Strubel, 
(E. Uuger, H Uaulirr, 3. matter u. f. ro. u. f. m. 

^nbem mir rcd)t ^aplreid) junt Abonnement auf 
ba$ ^Uniticrfunt" einTabcn, palten mir un3 ebenfo fepr 
ber ©unft unferer alten mie neuen ftreunbe, bereu 
Sntereffe mir bet unferem rcblidiett ©tveben nad) immer 
mcitercr BerPoßfomntmtng in jeber AJcife jufricben ju 
[teilen poffen, angelegen tlidjft cmpfoplcn. 


Aßt* 14 £ngc erjepeim ein tieft t?on minbeftcnS 
6 1 /, bis 7 $rucfbogen, rcicf> ißuftvirt unb mit 

3 ttüfunlicren EuitUttcila^cn 

moruuter eine Ciriitbruritreproburtion von hervor- 
rngenbem IDcrtljc. 


preis eines fteftes mir 50 Pfennig. 

3 m Jäualanbe natfj $urs. 

-- 4 >- 


Tlut» Vfm StfjnjarjnmTb. 


^JProßcljefte roerben £ur 2 lnjidjt frei in *3 £au 3 geliefert — SflionnementS nehmen 


fammtltdje ©udjljanbfungen unb ^Joftanftalten beö unb 2lu3lanbe3 entgegen. 


Sreäbctt. 

Die Kekrtion unb Derlags^anblnng beo „Unioerfum“. 


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®ie 23ticf)er finb üDn mir biveft ober burcf) bie fotibe Qqrportfirma beö .perrn 
St. %. SUifjler in ßctystfl ju E>e$tef)en. 2lud) liefern ade mit 3>ittfd)Ianb in 23 er^ 
binbung ftetjeitben amerifanifdjen SBucffffanblungen. 

Jlufierorbenfficfie ^freiößeraßfeijimg 

folgenber, im 23erlage oon 

Obermann (EajlenabTe in %ena 

crfdjienenen gebtegenen 

föoiimuc unb (Srrtlmtgeit. 

5$für l» cvs 35ctHtr 1887. 

3ur ©rünbmtg mtb Sompletirmtg boit tfciljbibltotljcfen, gcfejtrfeltt unb Vnuatbibliotbcfcn* 


$)te äu&erft günfttge unb erfrculidje Slufnatjntc unb 23criicffid)tigung, meldjc meine früher 
üerauftaltcten außerorbrntlidjrn ipmsljcrabfeijungcn fanbeit, unb bie 3 at)Ireid; au midj ergangenen 
Hufforberungen, biefclbcn fovtbeftefyen 3 U Taffen, fyabeu mid) beftimmt, aud) in bieiem 3af;re eine 

neue mtumuDciitüdfc $¥efö$erab?c$mtß 

p oeranftaltcn unb liefere id) ju ben beigemertten bebeutenb Ijerabgefetytett greifen, 

fmoeit btt bnju beßimmten Uonätljc rridjrn. Sie juteijt fterafrfltfetjteu Hrtifet finb im 
3$er£ei<(jnif} fett oebrudt. 

®ie gnn,*)C «aumiltutg aber — 271 83änbc: 1029 ®l. 70 ^Jf. Sabcnfmid, 
^crabgefc^tev '^veiö 301 9W. 20 ifjf, — wirb bei Siaar^nlihmg für 

mir 150 ®larf 

aTfo ^u bem äufeerft billigen greife non nur 55 Vf t>vo Satt® 

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— 891 

OZ.7,88 

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1 

2 

2 


3 

3 

1 

2 


3 


1 

3 

1 

5 

3 

2 


Bibra, 3)ie neun Stationen bc§ 
Jpevrn 0. Sdjerenbcrg. 2. Slufl. 

Bibra, 3n Sübamerifa uitb in 
©uropa. 2 ©be. 

Bobrnftebt, Slug beutfd)en ©auen. 
4. Slufl. 

Bobrofiebt, ©om £>ofe ©lifabetbS 
unb %acob$. 4. Slufl. 

BöbenjUbt, frriebrtd), $ag Herren- 
baug im ©fcbenroalbe. Vornan. 
3 ©be. 8. 1872. br. 

Bradjoogel, 51. ©., Slbelbert oom 
©abanberge. ©in Xranerfpiel. 
UHiniatur-Slugg. 1858. brod).. . 

Bradjoogtl, 5i. ©., ftiftorifebe Ulo* 
Dellen. 3. u. 4. 93b. 8. 1864. br. 

Bradjoogel, 51. ©., 3)er Usurpator. 
5)ram. ©ebicht in 5 Sieten. fDlin.* 
Slugg. 1860. br. 

Brtefroedjfel älec. o. IjumbolM’* mit 
Ijeinrid) t8ergl)au0 1825/1855. 2te 
rooljlfeile ^ubclaugg. 3 ©be. gr. 8. 

Utjv, ilob., eine geheimeSebcfdje. 
91oman. 3 «be. 1880. brod). 

Bindilage, Ulorblanbggefdjicbten. 
1875 . 

Bindilage, Schule beg^erjeng. Vo¬ 
rnan. 2. Slufl. 2 ©be. 1879 . . 

igrneftt, 2uife, ©in faifcrlidjer 
28 a l) I f p r u dj. I. Slbtb.: $ie ©lie* 
ber cineg Stammet unb ibreg £aufeg 
©orgefebiebte. Uloman. 2©be. 1874. br. 

fei* , <ßgan, 35tc toeifce &rau 
oom toreifenfteitt. moutan. 
3 «Oe. 1881. &ro<$. 

,£el0, ©gon, ©ine ©onbenien^ebe 
Uloman. 3 ©be. 8. 1876. br. 

,fifdjer, 3m TUalerroinfel. Uloman. 
2. Slufl. 

Triebe, 58., Bat möt bat möt. ©ne 
luftege ©efdjicbte in nieber* 
fäthfifdjer ‘ölunbart. 2 ©be, 8. 
1869. brod). 

ßerftadter, $r., Ulcue 3?ei)en burd) 
bic herein. Staaten, UUejico, 
©citabor, 28 e ft in bien unb 25 e* 
nejuela. 6X^ ß -3©bn. 1868. br. 

<öerftödttr,.frricbrirf), $)cr Bilbercr. 
® rama i.5 Sitten. 2ltin.*2lugg 1864. br. 

töubboto, toi, ftrifc ©flrobt. $>i- 
ftori|d)er Uloman. 323be. 8. 1872. br. 

Babirfjt, S., Slm ©enferfee. 2. Slufl. 
Utoinan. 1875. 

Babidjt, 2., Schein unb Sein. Ulo* 
man. 5 23be. brod). 

Jjoefer, föleineg Seben. ©r^äblungen. 
3 ©De. 

Bocfcr. ©r*äblunacn aug ber 


CaDen» 

^erabgef. 

Ml 

Der 


Ca&en« 

f^erabgei. 

preis. 

preis. 


preis. 

preis. 









63 

Transport UJlarf 

250.80 

80.75 

3.— 

3.— 

1 

JenfTw*<£ufdj,©.i5r. b., Dberftiicutenant, 






3)ic ©erfdjroöruttg gegen bie 



9.75 

8.— 


Königin ©atolinc Uftatbilbe 
unb bie ©rafen ©truenf ee unb 




©ranbt. gr. 8. 1864. brod). . 

7.50 

3.— 

4.50 

2 .— 

3 

toig, Sllejattber, Karmin, ft'omifd)* 






tragifeber Uloman. 3 ©be. brod). 

13.50 

2.70 

6 .- 

2 .— 

2 

_3ungtjan0, Sophie. Orfanna u. an = 
bere ©rjählungcn. 2 93be. 8. 


- 




1880. br. 

9.— 

2 .— 

17.— 

6 .- 

2 

Sungljano, ftreubooll unb ßeib* 






oo 11. ©rjäblungen. 2 23be. . . 

9.— 

3.— 

2.40 

—.45 

2 

Blindt,i$r.,UntcrbemI efctenB elfen« 

9.— ! 

1.80 




fönig. Uloinan. 2©bc. 8. 1869. br. 

9.— 

2 .— 

2 

Boljn, ©., ©abriel. montan. 3wcite 






umgearbeitete Slufl. 2 25be. 8. 1875.br. 

6 .— 

2 .— 

2.70 

-.45 

3 

Boijtt, S., ©in Spiegel ber ©egen^ 

12 .— 





wart. Cornau. 3 93be. 8. 1875. br. 

3.— 

7.50 


1 

Bönig, ©rnalb Sluguft, C> a u§8fricb* 

5.— 

1 .— 

3.— 


berg. Vornan. 8. 1876. br. . 

15.— 

6 .— 

4 

Bönig, ©malb Sluguft, Sdjulbig? 

18.— 

4.— 


IRoman. 4 93be